1-043-ElChimborazo02
LatAm 21

MEIN ...
...
BOLIVIANISCHES TAGEBUCH:
VON ZAHN-KRATERN & PHARMA-KEULEN !
ODER: REISE-LUST & -FRUST IN BOLIVIEN !

... von Puno (Peru) nach Copacabana am Lago de Titicaca ... sowie weiter nach La Paz (Bolivien) ... und zurück nach Europa:

Montag, 02. Juni bis Dienstag, 10. Juni 1997

... Auf meinen Wecker ist Verlaß!
Um Halb Sieben Uhr habe ich die dringlichsten Reise-Vorbereitungen (‘Katzen-Wäsche & Rucksack-Stopfen’) abgeschlossen. Der Bus Richtung Bolivien ist für Acht Uhr (‘En Punto!’) avisiert. Also bleibt noch ausreichend Zeit für einen ‘FAST BREAK’:
Im Beisein von EINER MENGE anderen Touris, die allesamt (wie ich!) im ‘Café Delta’ einem ‘Early Bus’ entgegen frühstücken ...
... verschaffe ich mir mit ‘Huevos a la Dings’ & einer Menge Kaffee eine hoffentlich grenzüberschreitende, ernährungs-physiologische Grundlage. Ja - Kaffee! ...
... obwohl ich mittlerweile ja eigentlich ‘Mate de Coca’ vorziehe (alleine schon wegen, oder besser: gegen ‘High-Altitude-Sickness’).
Um Viertel vor Acht Uhr liest mich der ‘Bolivia’-Bus vor meinem Hotel auf. Nach schätzungsweise 35 Pirouetten durch die Stadt, kenne ich JEDE staubige Seitengasse Punos, wir haben ALLE reisewilligen ‘Backpacker & Highland-Trekker’ eingesammelt ...
... & der Bus nimmt den (dem Süd-Ufer des Lago Titicaca in östlicher Richtung folgenden) schwach-asphaltierten Highway ‘Out of Town’.
Das See-Ufer ist zeitweise nicht mehr auszumachen:
Schilfrohr-Flächen & Hochlandgras-Weiden gehen nahtlos ineinander über. Und die ‘Wasser-Land-Grenze’ ist nur (mittelbar!) daran zu erkennen, daß ... ersteres von Vögeln ... & letzteres von Schafen, Schweinen & den bekannten südamerikanischen ‘Kamel-Verwandten’ bevölkert wird.
Apropos ‘verwandte Kamel-Bekannte’: So RICHTIG vermag ich die verschiedenen, vierbeinigen ‘Wollknäuel’ immer noch nicht auseinanderzuhalten ...
- ‘Llamas’ sind größer als ‘Alpacas’ (& haben einen giraffig-langen Hals),
- ‘Vicunas’ sind die so unproportioniert wirkenden ‘Nullhöcker’ mit dem etwas blöden Gesichtsausdruck (die mich am Fuße des Mount Huascaran so fasziniert haben),
- tja ... & ‘Guanacos’ sind halt DIE ANDEREN ...
Die Farbe des Fells ist übrigens kein verläßlicher Indikator zur Unterscheidung:
Sämtliche Kamel-Rassen existieren in den Farbvarianten weiß, grau, rötlich, braun & schwarz ... sowie ‘vielfarbig-gefleckt’!
Nach etwa einer Busstunde kann ich meine Hände, die ich bis dahin tief in meinen Jackentaschen vergraben hielt, ENDLICH der sich langsam erwärmenden Atmosphäre aussetzen. ‘Äh - habe ich eigentlich schon erwähnt, daß es HIER OBEN, auf FAST 4.000 Metern über NN, VERDAMMT KALT ist ... ?’
Streckenweise muß der Highway dem zunehmend felsigen Seeufer ausweichen & kleinere Hügel erklimmen, die (immerhin) hoch genug sind, um beeindruckende Ausblicke auf & über den endlos scheinenden Titicaca-See zu offerieren:
Der ‘Lago’ ist 170 Kilometer lang & mißt an seiner breitesten Stelle 90 Kilometer. In Tateinheit mit der ‘begrenzten Tiefenschärfe meiner trüben Pupillen’ verhindert die Erdkrümmung eine Fern-Sicht bis hin zum nördlichen Ufer ...
... & die schönsten ‘Look-Around-&-Breathe-Deeply-View-Points’ TÄUSCHEN den Eindruck vor, daß man aufs offene Meer hinausblickt (auf welches auch immer).
Nach zwei ruhig-atmosphärischen Fahrtstunden (immer in Sichtweite des Sees) erreichen wir Yunguyo, die letzte peruanische Stadt vor der Grenze:
Stop am ‘Casa de Cambio’ & Tausch meiner Rest-‘Soles-Nuevo’ in ‘Bolivianos’ (ein US-Amerikaner entspricht ungefähr fünf Bolivianern!).
Die Ausreiseformalitäten im peruanischen ‘Oficina de Ex-Migración’ nehmen nicht einmal zehn Minuten in Anspruch (inklusive ‘Schlange-Bilden & -Stehen’).
Allerdings ...
... meint ‘die peruanische Bürokraten-Sau’ seinen Stempel UNBEDINGT auf eine kostbare, weil leere Seite meines Reisepasses setzen zu müssen - OBWOHL neben dem Einreisestempel seines Landsmannes noch MEHR als ausreichend Platz zur Verfügung steht: Ich weiß GENAU, daß er das NUR tut, um mich zu ärgern ...
... ‘aber ich LASSE mich nicht ärgern (Du ARSCHLOCH, Du ver-be-am-te-tes!).’
Der dann folgende, ‘physische Grenzübertritt’ ...

LA1245-GrenzübergangPeruBolivien

... scheint von einem Hollywood-Bühnenbildner erdacht & inszeniert:
- einen halben Kilometer führt ein steiniger Weg leicht hügelanwärts,
- am höchsten Punkt des Grenzhügels angekommen, schreite ich durch ein altes, vermutlich noch aus spanischen Kolonialzeiten stammendes Steintor,
- & ... bereits meine ersten Schritte (über bolivianisches Terrain) geleiten mich unweigerlich, weil nun leicht hügelabwärts, exakt auf das nahe Grenzgebäude der Bolivianos zu.
Und auch HIER gibt man sich alle erdenkliche Mühe, meine Geduld nicht über Gebühr (keine!) zu strapazieren:
- Einreisestempel (sowie Aufenthaltsgenehmigung für dreißig Tage),
- KEIN Zoll-Check,
- eine ‘Willkommens’-Zigarette unter der (am Mast SCHLAFF herunterbaumelnden, ‘rot-gelb-grün’-quergestreiften) bolivianischen National-Flagge,
- genau ZWEI ‘Border-Atmo-Shots’,
- (nur) EINE Gedenkminute für ‘El Commandante Che’, (denn) ...
- SCHON sitze ich wieder im anrollenden Bus!
Eine erbärmliche ‘Stoßdämpfer-Test-Strecke’ QUÄLT sich (& uns) zehn Kilometer an einer langgezogenen Bucht entlang ...
... & dann - urplötzlich: Liegt Copacabana vor uns!
DER bolivianische Ferienort am ‘Lago de Titicaca’ (& Ausgangspunkt für Bootsfahrten zu den nahegelegenen ‘Islas Del Sol y De La Luna’ ... auf deren erster sich nach Überzeugung der Inkas einst ‘die Wiege der Menschheit’ befand).
Die Hauptsaison hat noch nicht begonnen & so stehen die zahlreichen ‘Hotels, Hostals y Alojamientos’ nahezu leer: Hm - ein OPTIMAL bereitetes Feld für einen ‘pfiffigen Feilsch-Fuchs’ (äh ... wie ICH einer bin)!
Nachdem ich mich von meiner Touri-Gruppe abgesetzt habe (die meisten fahren heute noch nach La Paz weiter), schlendere ich, Unschlüssigkeit zur Schau stellend, über die Strandpromenade.

LA1250-CopacabanaAtmo+BooteImHafen

Schließlich frage ich eine ältere Boliviana, ob sie mir sagen kann, wo sich das ‘Alojamiento Emperador’ befindet ...?
Sie behauptet (nicht unerwartet!), von DIESER Unterkunft NOCH NIE gehört zu haben, bietet mir aber spontan (& doch nicht unerwartet: für mich!) ein Zimmer in einem feudal & modern den Strand überblickenden Hotel an:
Für NUR vier Dollar (!) & ...
... ‘Con Vista de Lago MUY BUENA!’
Ich begutachte das Zimmer (bequemes ‘King-Size-Bed’ - überall Teppichboden - riesiges see-seitiges Panorama-Fenster sowie ein kleiner, in die gleiche Richtung weisender Balkon - kurz: der MIT ABSTAND BESTE Raum, den ich während meines gesamten Lateinamerika-Trips zu Gesicht bekommen habe!) & ...
... ZIEHE SO-FORT EIN !!!
Zunächst begebe ich mich ins Stadtzentrum, suche & finde das Büro der Busgesellschaft ‘Empresa 2 de Febrero’ (Nein! Ich habe AUCH keine Ahnung, auf welches epochale Ereignis dieser Name Bezug nimmt ...?) & erstehe ein ‘Boleto’ für den nächsten Bus in die bolivianische Kapitale:
Abfahrt - Morgen Früh um Acht Uhr!
An der gegenüberliegenden Seite der ‘Plaza Mayor’ erhebt sich die unerwartet große (im maurischen Stil erbaute & über blau-weiße Fassaden-Mosaike ‘wie aus 1000 & einer Nacht’ verfügende) Kathedrale.
NOCH versage ich mir ein Foto ...
... tja, ich muß mit meinem von Tag zu Tag dramatischer dem Ende entgegen strebenden Filmmaterial KNALL-HART haushalten!
(‘Pero Manana? ... A Ver!’).
In einer Seitenstraße der ‘Plaza’ entdecke ich ein nettes, kleines Garten-Restaurant & teste (kurzentschlossen) den ‘Lago-Catch ... of the Day’:
Ein ganzer, gebratener ‘Pejerrey’ (Lecker!) ‘Con Papas, Arroz y Verduras’ sowie ein großes ‘Cerveza Pilsener La Paz’ ...
(äh ... Friedensbier! oder ...?).
Übrigens: Hier muß ich (leider!) eine an Peinlichkeit nicht mehr zu überbietende Touri-Show miterleben! Zwei verhaltens-(gestört!)-mäßige ‘Gringos’ (dem Aussehen nach allerdings eher Latinos & ziemlich gut Spanisch sprechend), streiten mit dem netten, älteren Wirt lautstark über den Bierpreis ...
... dabei geht es um den Gesamtbetrag von zwei (!) ‘Bolivianos’ (umgerechnet also knapp 70 Pfennige!).
Die SACKGÄNGER argumentieren, beweisen, drehen dem Wirt die Wörter im Mund herum, lachen nach jeder gebotenen Kostprobe ihrer ‘ZUMINDEST geistigen Behinderung’ schrill & triumphierend auf ...
... bis dieser (der Wirt) schließlich ENTNERVT AUFGIBT & die beiden ziehen läßt!
Es fällt mir VERDAMMT SCHWER, mich NICHT in den Streit einzumischen (& Partei für den sympathischen Restaurantbesitzer zu ergreifen):
ICH SCHÄME MICH für ‘meine Gilde’!
Kollektivschuld, ja Sippenhaft (letztlich doch: stillschweigend) akzeptierend ...
... & erhöhe bei der anschließenden Begleichung MEINER ‘Cuenta’ den Rechnungs-Betrag (selbstverständlich & ohne Aufhebens zu machen) um zwei ‘Bolivianos’!
Beim anschließenden Beruhigungs-Spaziergang zum örtlichen ‘Correo’ (wo ich die zuletzt geschriebenen Ansichtskarten ‘wortreich zum Durch-Halten & -Kommen ermahne’ ... & schließlich DOCH ‘aufgebe’) macht das soeben genossene, bolivianische Bier (unter tätiger Mitwirkung der nimmer-müden bolivianischen Mittagssonne) unzweideutig auf sich aufmerksam ...
... & ‘steigt mir in meine un-bolivianische Birne’.
Prophylaktisch ziehe ich mich daher aus dem öffentlichen Leben & in mein ‘Lake-View-Beach-Resort’ (zurück):
Reiseführer-Studium sowie GEO-Bericht über die ‘Heilungs-Rituale der Callaway-Indios’ (eines am Nordost-Rand des ‘Lago de Titicaca’ in den bolivianischen Anden lebenden Bergvolks). ‘Hm - gar nicht mal SO weit ...
... & doch WELTEN von meinem momentanen Aufenthaltsort entfernt!’
Bolivien ist EINE Zeitzone WEITER als Peru & somit bleibt’s jetzt abends wieder eine Stunde länger hell: HALLELUJAH - denn ...
... Sonnenuntergang um Halb Sechs Uhr nachmittags kann echt depressiv machen!
Um Fünf Uhr schlendere ich zum nahen See ...
... & innerhalb der beiden folgenden Stunden gelingen mir einige atmosphärische ‘Strand-Mit-Und-Ohne-Leben’-Aufnahmen.
Hauptdarsteller:
- eine Militärkaserne,
- ein ‘sprechender’ Reise-Agentur-Kiosk,
- eine schier endlose Aneinanderreihung deprimierend-’geschlossener’ Getränke-Buden an der Seepromenade,
- ein (kaum weniger) ‘finnische Depro-Atmo’ versprühender kleiner, verwaister Rummelplatz (mit ‘Pferdchen- sowie Ketten-Karrussel’),
- sowie ein fotogen (weil: in Strandnähe) auf dem abendlichen See schaukelndes Ruderboot.

LA1256-CopacabanaSundown+BootImLagoLA1255-CopacabanaCarrousel+Sundown

LA1254-CopacabanaCarrousel+SundownLA1260-CopacabanaSundown+BootImLago

Nebendarsteller (aber nur vermeintlich!):
- die unmerklich zunächst, letzlich aber doch (SURPRISE!) hinter dem nördlichen Horizont des Titicaca-Sees abtauchend sich verlierende, bolivianische Abend-Sonne!
Die nach dem vollendeten Sonnenuntergang (ähnlich überraschend!) einsetzende Eises-Kälte, treibt mich in ein einfaches Strand-Restaurant ...
... wo ich die hyperaktiven Kinder der Besitzerin unterhalte (& umgekehrt!), Tagebuch schreibe, ein paar Sandwiches (rituell bis zeremoniell) mit zwei Riesen-Tassen ‘Mate de Coca’ herunterspüle & ...
... für die gesamte Dauer meiner Anwesenheit der EINZIGE Gast bin (wie bereits erwähnt: ‘Season is ABOUT To Start!’).
Schon um Halb Zehn Uhr ziehe ich mich in mein ‘Luxus-Hotelzimmer’ zurück ...
... & quäle mich einige quälend-lange Buchseiten durch den quälend-langweiligen ‘Rest-Cortazar’.
A VER ...!?
In La Paz soll es einen vorzüglich sortierten ‘International Book Shop’ geben & ...
... vielleicht wird ‘Rayuela’ ja das erste Buch (dieses Trips!), das ich nicht bis zur letzten Seite ‘aus lese’ (naja - wenn’s der Autor schon erlaubt ...?).
Ich stelle meinen Wecker auf Sechs Uhr ein, wundere mich (allerdings nur kurz), ‘wieso es eigentlich in Copacabana (auf 3.850 Höhenmetern!) SO GROSSE & entschieden STRANGE aussehende Flug-Insekten gibt (?)’ ...
... & tauche dann (schnell) ein / ab:
INS REICH DER TRÄUME ...

... Gleichzeitig mit mir wacht AUCH meine ‘CostaRica-Panama-Zahnruine’ auf:
Seit gestern Abend beweist der ‘vermeintlich schlafende Krater’ wieder zunehmend seismische Anspannung. Hm - hoffentlich wird das nicht schlimmer ...!?
Um Sieben Uhr ‘eröffne’ ich ein (zwar leeres, aber) gemütliches Café an der ‘Plaza Mayor’: Stärkendes & wärmendes Frühstück ...
... zu den Klängen eines peruanischen Radiosenders. Der Zeitansage zufolge MUSS es sich um eine peruanische Station handeln. Oder aber mein brasilianischer Wecker geht EXAKT (!) eine Stunde VOR - obwohl:
Normalerweise geht er doch NACH ...?
Auf dem Weg zur ‘Empresa de Autobuses’ mache ich ein paar ‘Cold-Coz-Early-Morning-Shots’: von der Kathedrale, dem tief unter der Stadt spiegelglatt in der Morgensonne glänzenden ‘Lago’ sowie ... MEINEM ‘La-Paz’-Bus.

LA1263-CopacabanaMeinLaPazBus

Ein Obdachloser TIGERT (bedächtig einen Fuß vor den anderen setzend) BARFUSS um die ‘Plaza’, LUGT in jeden Papierkorb & FINGERT systematisch ein ums andere Mal ‘eklige Nützlichkeiten’ aus dem Müll. Allein der ANBLICK seiner ‘blaugefrorenen Bläck Fööss’ bereitet mir schon eine Gänsehaut ...
Erster Test bolivianischer ‘Arme-Leute’-Zigaretten (‘SIN Filtro’):
SEHR billig & DIE Art ‘Lungen-Flügel-Stutzer’, gegen die russische ‘Machorkas’ wie nikotin-LOSE ‘Ladies-Super-Lights’ schmecken!
TIEF DURCHZIEHEN (‘HUST!’) ...
... & AAAHH !!!
Im Bus fallen mir sofort die durchweg stark geröteten & schorfigen Wangen der mitreisenden, einheimischen Kleinkinder auf:
Die eindeutigen Resultate der extremen, ständig zwischen eisig & brüllend-heiß wechselnden klimatischen Verhältnisse im bolivianischen ‘Altiplano’ (sowie der angrenzenden Gebirgsregionen). Die Kindersterblichkeit (VOR Vollendung des ersten Lebensjahres) liegt in Bolivien bei 15 Prozent ...
... & AUCH die durchschnittliche Lebenserwartung von NUR 51 Jahren sagt eine Menge aus, über die hier herrschenden ‘Tough Weather Conditions’.
Passend zu diesen NUR statistischen Zahlen ...
... erhasche ich beim Anstieg zum 4.200 Meter hohen Pass über die, in den ‘Lago’ hineinragende & zu durchkreuzende Gebirgs-Halbinsel, einen flüchtigen Blick in ein ‘rund-um-offenes’, SEHR luftiges Zelt am Straßenrand:
Es wird von Straßenarbeitern einerseits zur Lagerung von Baumaterialien genutzt, andererseits aber weisen die zerwühlten Wolldecken auf zwei einfachen Feld-Pritschen (je eine!) den ‘Iglu’ auch als NACHTLAGER aus ...
... HIER OBEN (& praktisch im Freien)!
Und MIR SCHWÄCHLING frieren die Finger in den Taschen meiner wohlig-warmen Wolljacke ab: BRRR ...!
Die Bauarbeiter tragen Militärjacken & -stiefel. Ob es sich allerdings bei der Baukolonne um eine reguläre Armee-Einheit handelt ... oder aber die Military-Klamotten schlicht am besten vor der eisigen Kälte schützen: ‘Who knows?’
Jedenfalls scheinen die Arbeiter allesamt noch sehr jung ...
... & dieser Eindruck vermittelt sich mir, TROTZ des bei der bolivianischen Bevölkerung (auch optisch wahrnehmbar!) EXTREM FRÜH einsetzenden Alterungs-Prozesses.
Obwohl nirgendwo auch nur eine Hütte zu sehen ist (‘Ichu’-Hochlandgrad & nackte Felsen, soweit das Auge reicht - keine Landwirtschaft - vereinzelte, frei umher laufende Schafe, Llamas & Alpacas), stehen in regelmäßigen Abständen ‘aus dem Nichts aufzutauchen scheinende Indios’ am Straßenrand, geben dem Fahrer ein knappes Handzeichen & steigen zu.
Der Bus füllt sich!
Schließlich erreichen wir den Bergkamm & ...
... mein Blick erfaßt erstmalig den (kleineren) Ostteil des Titicaca-Sees sowie die hinter diesem sich vom westlichen bis zum fernen, östlichen Horizont-Ende schier endlos erstreckende Kette schnee-bedeckter Gipfel. Den sich mir zeigenden ‘One-Million-Dollar-Views’ zeige AUCH ICH etwas ...
... nämlich ‘die kalte Schulter’ - zumal ich (mal wieder) das einzige defekte Fenster im Bus ‘Mein Eigen’ nennen darf: SHIT!
In sanften, langgezogenen Schleifen, schwingt die Straße (etwa 400 Höhenmeter) HINUNTER auf ‘Lago’-Niveau. Am Ufer der ‘Tiquina Strait’ (dem Nadelöhr zwischen West- und Ostteil des ‘Titilaca’), stoppt unser Fahrer seinen Über-Land-Bus ...
... & hupt ein langgezogenes ‘Fährmann-Hol-Über!’-Signal: streng getrennt nach Mensch & Technik (zunächst WIR in kleinen Motorbooten, unser Bus später auf einem flachen & sehr breiten Pontoon-Schiff), werden wir ans andere Ufer gelotst!
Rauchen - ein paar Fotos von See-Enge & Fährbetrieb ...

LA1264-ÜberquerungLagoTiticacaTiquinaStreetLA1265-FerryCrossingLagoTiticacaTiquinaStrait

... dann (um Zehn Uhr) setzen wir (Bus & Fahrgäste wieder vereint) unsere Fahrt Richtung bolivianische Hauptstadt fort - ostwärts ...
... & (nun) ‘HART an den Eis-Riesen entlang’.
Die ersten zwanzig Straßenkilometer führen über eine schlimme Rüttelstrecke. Am Abzweig Richtung Sorata (der auf 2.700 Metern Höhe in einem ‘Yungas’-Tal, unmittelbar am Fuß zweier beeindruckender ‘Sechstausender’ gelegenen SCHÖNSTEN STADT BOLIVIENS ...
... wie mein ‘LonelyPlanet’ ebenso lautlos wie ungefragt bemerkt) wechseln wir auf einen supermodernen, spiegelglatten, schwarz-glänzenden & schnur-geraden Asphalt-Highway ...
... & DÜRFEN dessen Fahrkomfort ziemlich genau ZWEI (!) Kilometer genießen:
Unserem Bus bleibt kaum Zeit, EINMAL hörbar aufzuatmen - da wird sein ‘Jubel-Jauchzer’ auch schon wieder von der wohlbekannten Geräuschkulisse zugedeckt ...
RAPPEL - RAPPEL - RAPPEL ...
... ‘Sin Fin!’
Naja - immerhin präsentieren sich die OPTISCHEN Eindrücke nun etwas abwechslungsreicher:
- der Boden ist allem Anschein nach sehr fruchtbar (großflächiger Getreideanbau: ‘G-Bündel auf G-Feldern stehend’),
- die Siedlungen werden zahlreicher (die immer-gleichen, uni-braunen Lehmhütten sowie EIN surrealer Farbtupfer in Gestalt eines uralten oliv-grün-englischen Taxis),
- die staubigen, steinigen Dorfstraßen werden (trotz dünner Höhenluft, einigermaßen unerwartet) vom üblichen Hausvieh bevölkert: Rinder, Schafe, Ziegen sowie angepflockte (& ‘wie tot’ in der Sonne vor sich hin dösende) Schweine,
- glaubt man den überall postierten, riesigen Werbetafeln, so trinkt die gesamte Nation nun nicht mehr (wie in Peru) ‘Inca’-, sondern ‘Double-Kola’!
Übrigens: Bemerkte ich bereits, daß ich seit gestern Abend wieder ‘meinen offenen Zahnkrater - unten links’ spüre ... ?
AU-BACKE!
Schließlich lassen wir den Titicaca-See (im Westen) hinter uns. Die Schotter-Piste führt nun über den zunehmend dichter besiedelten, spiegel-glatten ‘Altiplano’, der von sanft ansteigenden, grau-grünen Hügeln eingefaßt wird ...
... ÜBER denen (im fernen Nordosten) die schiere Endlos-Kette schnee-bedeckter Sechstausender (der ‘Cordillera Real’) thront.
Unser Busbegleiter marschiert durch die Sitzreihen & sammelt die Fahrscheine ein:
ein untrügliches, ERSTES Anzeichen, daß wir uns dem finalen Zielort nähern!
Der 6.402 Höhenmeter messende ‘Volcán Illimani’ ist deutlich (als ‘Fluchtpunkt’!) am Ende der breiten, schnurgeraden ‘Avenida Juan Pablo II’ (die in jeder, aber auch wirklich: JEDER latein-amerikanischen Stadt anzutreffen ist) auszumachen.
Hm - fälschlicherweise annehmend, daß wir uns schon längst mitten in der ‘Stadt des Friedens’ befinden, wundere ich mich (lautlos, aber stark) über den GÄNZLICH UNSPEKTAKULÄREN ‘ANFLUG’ ...
... da biegt unser Bus (eine erste scharfe Linkskurve nehmend) in die mehr als 400 Höhenmeter ins Tal hinunterführenden Serpentinen ein & ...
... MIR STOCKT DER ATEM:
WOW !!!
Der riesige, allerdings über einen STARK GEWÖLBTEN Boden verfügende Talkessel, ist zwischenraum-los mit ‘Lego’-Häuschen angefüllt. In süd-östlicher Richtung verlaufend, trennt die selbst aus der Entfernung zweifelsfrei auszumachende  ‘Avenida Mariscal Santa Cruz’ (auch ‘Prado’ genannt) die Stadt in zwei etwa gleich-große Hälften. ALLE von dieser Hauptverkehrsader abzweigenden Straßen steigen steilst in die umliegenden, dicht-besiedelten Hügel HINAUF.
Und als Krönung des grandiosen Panoramas erhebt sich der messerscharf sich vom wolkenlosen, azur-blauen Mittagshimmel absetzende ‘Mount Illimani’ ÜBER der Stadt-Silhouette - zwar gut fünfzig Kilometer süd-östlich von ‘Centro La Paz’ ...

LA1272-LaPazBesenmarktVorMtIlimani

... allerdings sehr viel näher ERSCHEINEND!
Eine gute halbe Stunde kurven wir durch die endlos sich abwärts windenden Straßen der westlichen Vororte & Randbezirke. Schließlich stoppt der Bus jäh mitten im dichtesten Verkehrsgewühl. Immerhin kann ich dem jungen Busbegleiter die (mich ‘irgendwie’ erschöpfende) Info entlocken, daß wir uns ‘irgendwo in der Nähe des zentralen Busbahnhofs’ befinden (äh ... MÜSSTEN).
Hm - ich hocke mich auf meinen Rucksack, rauche eine Zigarette, orientiere mich (gleichermaßen kurz wie erfolglos) anhand des in meinem ‘Shit-Lonely-Planet’ abgebildeten La Paz-’Strickmusters’ ...
... & lasse mich anschließend HÜGEL-ABWÄRTS (naja - wohin auch SONST ...?) in Richtung VERMUTETES Stadtzentrum treiben.
Boliviens einzige Millionen-Stadt präsentiert sich mir von ihrer geschäftigen, lebendigen & bunten Seite:
- alle Straßen sind integrierter Bestandteil eines riesigen Marktes, der aus endlos aneinandergereihten Verkaufsständen unzähliger StraßenhändlerInnen besteht ...
- durch die engen & steilen Kopfsteinpflaster-Gassen quetschen sich (zusätzlich!) Busse, Lieferwagen, Taxis, Esels-Karren, Fahrräder & Fußgänger als ‘zwar den Darwinschen Gesetzen unterliegende, trotzdem aber gleich-berechtigte Partner’ (JEDER hat das Recht, zwischen Vorfahrt & Tod FREI zu wählen!) ...
- & bilden GEMEINSAM jene Art von Verkehrs-Chaos, die nur noch eine einzige Frage offenläßt: ‘WIESO um-alles-in-der-Welt kann sich HIER überhaupt noch IRGENDETWAS bewegen ...?’
- auffallend viele (in bunte ‘Polleras & Chompas’ gekleidete) Indias ragen aus dem dichten Menschengewühl aufgrund ihrer ABGEDREHTEN (im wahrsten Wortsinn) ‘Anden-Bowler’ heraus ...
... die schärfste Hut-Variante (eine La-Paz-’Neuentdeckung’) ist eine doppelt (übereinander!) ausgebeulte Kopfbedeckung, die große Ähnlichkeit mit ‘Baumkuchen ohne Kuvertüre’ besitzt!
Es ist noch früh, ich fühle mich FIT ...
... & checke daher (ausgiebigst) fünf nah beieinanderliegende, einfache Hotels. Da ich vorhabe, einige Tage in La Paz zu bleiben, ‘darf es durchaus eine preiswertere Unterkunft sein’!
Im ‘Hotel Andes’ (an der ‘Plaza Vicenta Juariste Eguino’: Welch ein Name!), finde ich was ich suche: netter Raum (mit Fenster), ‘Agua Caliente 24-Horas’ in der sauberen Gemeinschafts-Dusche, Frühstück inklusive (im Hotelrestaurant im ersten Stockwerk mit ‘Buena Vista de Plaza’) ... für knappe sechs US-Dollar!
‘What Will I More ... ?’
(äh - ja).
Ich breite mich in meinem neuen Domizil aus, bringe meine BESTIALISCH STINKENDE Schmutzwäsche zur ‘Lavanderia Enfrente’ & begebe mich dann zum ‘General Post Office’ (das in Lateinamerika bekanntlich ‘Correo Centrale’ heißt).
Dieses Mal darf ich die Briefstapel (natürlich NUR Buchstabe ‘S’) höchst-eigen-selbst durchblättern & ...
... fische schon im ersten Durchgang sechs (!) Briefumschläge mit meiner Adresse heraus! Gefaßten Schrittes HETZE ich zurück ins Hotel & verlebe im Restaurant (bei Kaffee, jedoch ohne Kuchen ... dafür aber mit ‘Notizen aus der Heimat’ gut versorgt) zwei kurzweilig-vergnügliche Lesestunden.
NATÜRLICH muß ich alles zweimal lesen, nein: NICHT, weil ich’s beim erstenmal nicht verstanden hätte: Aber ... es ist einfach sooo schön (!) ... sooo weit weg von Daheim (!!) ... sooo liebe Briefe zu erhalten (!!!).
Ich fühle mich RUND-UM-WOHL!
Hm - wenn nur bloß dieser ‘Scheiß-Zahn’ nicht so PE-NE-TRANT ...
... (NOCH bin ich in der Lage, die Schmerzen zu ignorieren).
Bei Einbruch der Dämmerung unternehme ich einen ersten, kurzen Streifzug durch die verschlungenen, völlig überfüllten Straßen & Gassen ‘meines Viertels’. Einkehr im einfachen Speiselokal ‘La Hazienda’:
Um diese frühe Uhrzeit ist die Küche noch geschlossen. Daher also (zunächst) ‘Cerveza Grande’ & Tagebuch. Und eine Stunde später ...
... schließe ich dann den ‘öffentlichen Teil’ meines ersten La-Paz-Abends mit einem SAU-SCHARFEN, vegetarischen Abendmahl ab. Rückmarsch zum Hotel & Kauf von ‘Master Cigaros Con Filtro’ ...
Naja - ‘ASTORIAS ... In A Row’ (mit altdeutschem Schriftzug auf der Pappmaché-Packung!) ist für meine verweichlichten Lungen denn doch ZU HART!
Die Lektüre eines GEO-Berichts über den ‘Silber-Berg von Potosi’ bringt mich in die rechte Stimmung, meinen dreiwöchigen Bolivien-Aufenthalt GROB vorzuplanen (was ich denn schließlich auch bis weit nach Mitternacht mache).
Tja - EIGENTLICH bin ich mit dem heutigen Reisetag recht zufrieden ...
... wenn nur diese blöden Zahnschmerzen nicht wären !?
Übrigens habe ich abends zwei panamaische ‘Aspirin’ eingeworfen (was allerdings auf meine ‘nervige Nervtöter-Zahnruine’ NICHT DEN GERINGSTEN Eindruck macht):
‘A VER!’ ...
... (mal wieder) ...

... Um Acht Uhr werde ich durch LAUTES KLOPFEN geweckt! Ich springe mit einem raumgreifenden Satz aus dem Bett & zur Zimmertüre & ... muß (DORT!) feststellen, daß es sich NUR um meinen ‘pochenden Zahn’ handelt: FUCKIN’ FUCK!
Mein Entschluß ist gefaßt: Ich MUSS zum Zahnarzt!
Zunächst Frühstück im hoteleigenen Restaurant. Dann lasse ich mir vom Hotel-Rezeptionisten aus den ‘örtlichen Gelben Seiten’ die Adresse eines Zahnarztes heraussuchen: ‘CLINICA ALEMANIA’ ...
... klingt mir (auch nach meinen Erfahrungen mit der ‘Clinica Biblica’ in San Jose) nicht SONDERLICH vertrauen-einflößend! WER WEISS ...?
Am Ende werde ich dort von Mengeles Assistenz-Arzt (& Eugenik-Spezialisten?) ‘operiert’ ... oder ‘selektiert’ ... oder was ?
Nicht gerade blendender Laune, schlurfe ich tal-abwärts nach ‘Downtown La Paz’:

LA1266-LaPazDenkmalSimonBolivar

Hohe Stahl- & Beton-Riesen mit ultramodernen Spiegelglas-Fassaden weisen mir den Weg. Aufgelockert wird der futuristisch anmutende Wolkenkratzer-Distrikt durch eine Unmenge mehrstöckiger ‘Edificios’ ...
... welche die gesamte Palette architektonischer Stil-Epochen (von strengstem Klassizismus über Gründerzeit- und Bauhaus-Stil bis hin zu den ‘typischen New Yorker Brownstone-Buildings’) exemplifizieren.
In einem dieser Büro- & Geschäftsgebäude befindet sich die Praxis von ‘Dentisto Doctor Saul Gutfrajnd’ (ein Name, der ALLEINE schon wie eine vertrauens-bildende Maßnahme auf mich wirkt): Kurzer Plausch in englischer Sprache (Anamnese!) - dann werden zwei Röntgenbilder von meinem Unterkiefer angefertigt.
Das erste soll ich übrigens verwackelt haben ...
‘Unverschämtheit! Ihr müßt halt eine kürzere Belichtungszeit wählen, wenn ihr keine MITZIEHER mögt - gell, Hans?’
Nach ausgiebiger Betrachtung der Röntgenaufnahme erklärt mir ‘El Doctore’, daß an einem Wurzelkanal DEUTLICH eine Entzündung zu erkennen ist! Außerdem hat einer seiner beiden VorgängerInnen beim Versuch, den Wurzelkanal zu reinigen, eine Behandlungs-Nadel abgebrochen ...
... & die Nadelspitze (als kurzer, weißer Strich selbst für MICH auf dem Röntgenbild erkennbar) verstopft & reizt nun den Wurzelkanal! Vermutlich ist SIE, die ‘völlig losgelöste Nadelspitze’, der Grund für die Entzündung ...
Es tut ihm SEHR LEID, aber ‘er kann nichts machen’:
Er verweist mich an einen Zahnwurzelkanal-Spezialisten in Alemania ...
... meint aber, ‘die Entzündung wäre nicht sooo schlimm, daß wir sie nicht mit ANTIBIOTIKA in den Griff bekämen!’
IN DEM MOMENT ... da dieses ‘Schlüsselwort’ seinen Mund verläßt, beginnen seine Augen zu funkeln! Er setzt sein strahlend-weißestes ‘Zahnarzt-Lächeln’ auf & erklärt mit stolzem, pharmakologie-gläubigem Unterton in seiner Stimme (plötzlich wieder ‘ins Spanische’ zurückfallend):
‘Son Pildoras MUY FUERTE! ...
... Antibiotica del Nuevo Generación!’
Er erklärt mir, daß ich an den beiden ersten Tagen der Behandlung je zwei & an den folgenden sechs Tagen je eine Tablette nehmen soll ... & GARANTIERT mir, daß ich ANSCHLIESSEND Ruhe habe (zumindest während der mir in Bolivien noch verbleibenden, nächsten drei bis vier Wochen) ...
Hm - ich bin zwar skeptisch, beschließe aber, ihm zu glauben & ... zahle 70 Dollar für die ‘Behandlung’ sowie 30 Dollar für die ‘Wunder-Pillen’:
Für meine Gesundheit ist mir NICHTS zu teuer!
In einem kleinen Café (im nahen Uni-Viertel) erhole ich mich von den Strapazen der zwar nicht erfolgten, trotzdem aber anstrengenden ‘Ver-Zahn-Arz-Tung’, verpasse mir den ersten, gezielten Schlag mit der ‘Pharma-Keule’, versüsse mir diesen (den Schlag) mit Kaffee sowie einem kapitalen Früchte-Cocktail ...
... & heule mich dann an der breiten & (IMMER!) mitfühlenden Brust meines mich verstehenden Tagebuchs aus!
Während des Rückmarsches zu meinem ‘Uptown’-Hotel, stelle ich (einigermaßen überrascht!) fest, daß sich meine Beine VERDAMMT WACKLIG anfühlen. Zudem MÜSSEN in der letzten Stunde die Außen-Temperaturen um mindestens zwanzig Celsius-Grade angestiegen sein (hm - deute ich die, von meiner Stirn sich ins T-Shirt ergießenden Schweiß-Sturz-Flüsse richtig!).
Bevor ich UMKIPPE ...
... kaufe ich noch (schnell) Brot, O-Saft & eine Tageszeitung ein. Das Hotel-Treppenhaus hochwankend, muß ich lesen, daß der mit 30 Prozent Stimmen-Anteil knapp als Sieger aus der bolivianischen Präsidentschaftswahl hervorgegangene Hugo Banzer noch nach willigen Koalitionspartnern sucht (noch aber zieren sich sowohl seine bürgerlichen, wie auch seine linken Gesprächspartner).
Äh - ja: Mein Hotelzimmer BETRETEN & (wie ein Stein!) aufs Bett FALLEN ...
... ist ein einziger, flüssig (& überraschend GRAZIÖS - so will es mir jedenfalls erscheinen!) ausgeführter Bewegungsablauf! UND ...
... von DIESEM, meinem Krankenlager, erhebe ich mich heute nur noch für die ALLER-dringlichsten Toilettengänge: Gliederschwere - Schüttelfrost (eiskalte Füße, obwohl in zwei Paar übereinander getragenen Socken steckend & unter vier Wolldecken gepackt!) - ‘Fieberwahn’ ...
AN DEN ‘SCHLAPPEN’ REST des Tages ...
... erinnere ich mich nur bruchstückhaft: KAUM Lesen (einfach zu anstrengend!), stattdessen Dösen, Dämmern & (fast ...!?) lautlos LEIDEN!
NEIN - ES GEHT MIR NICHT GUT! ...

... TO-TAL deprimierender Tag!
Ich werde wach, stehe auf & ...
... könnte mich sofort wieder hinlegen: Mir ist kotzübel!
Trotzdem leichtes Frühstück im Hotel-Restaurant. Dann zwingen mich die dringend anstehenden organisatorischen Aufgaben hinaus auf die Straße ...

     LA1271-LaPazBuntesMarkttreibenLA1267-LaPazHexenmarktCalleSantaCruz

... & DIE ist vollkommen VERKEHRS-BERUHIGT:
Die wenigen Autos, die durch die Straßen kurven, haben eine Sondergenehmigung (grüne Plaketten prangen auffallend in deren Windschutzscheiben). Die ganz wenigen Autos OHNE diese Sondergenehmigung ziehen ein gnadenloses Pfeifkonzert der Passanten auf sich. Alle Banken, Büros, Geschäfte sind geschlossen.
Das gesamte öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen:
GENERALSTREIK ...? Und wenn ja, WARUM ...?
Ich kaufe eine Zeitung & muß lesen, daß seit gestern Abend (exakt 18.45 Uhr Ortszeit) Hugo Banzer als neuer Staatspräsident einer ‘Koalition für den Frieden & die Einheit Boliviens’ vorsteht. Seine höchst simple & (deshalb ...!?) erfolgreiche Wahlbotschaft an das bolivianische Volk lautete übrigens:
‘Pan, Techo Y Trabajo!’ ...
... übersetzt etwa: Brot, ein Dach über dem Kopf & Arbeit!
Tja - der GLEICHE Hugo Banzer, der als Generalissimo in den ‘Siebzigern’ für eine brutale, vornehmlich gegen die Campesinos & Gewerkschaften gerichtete Militär-Diktatur verantwortlich zeichnete ...
... & der nach seinem Sturz (schnell mal eben) noch ‘einige ZIG-Millionen US-Dollar der Staatsschatulle ent- & mit in sein Exil nahm’!
Äh ... noch ein ‘übrigens’: Der Präsident des bolivianischen Fußball-Verbandes (die Zeitungen sind NATÜRLICH voller Vorberichte zur, nächste Woche in Bolivien beginnenden ‘Copa America’) heißt ...
... mit Nachnamen ...? Na?
Richtig: Banzer!
ALSO ...
... ich bin gerade im Begriff, eine Hymne auf den ‘revolutionären Geist der Bolivianos’ zu komponieren (wenn auch mit einigem historischen Bauchweh: ‘Che! Du bist NICHT vergessen!’), dem bolivianischen Volk meine HOCHACHTUNG für den spontanen & umgehenden Streik gegen den ‘neuen, alten Mann’ auszudrücken ...
... da fällt mein Blick auf eine Zeitungsnachricht:
Der Preis für Trinkwasser ist um zehn Prozent erhöht worden!
TJA - & während Hugo Banzer sich unbehelligt, ja: offensichtlich sogar mit der ausdrücklichen Zustimmung der bolivianischen Volkesmehrheit im Präsidenten-Palast einrichten darf (!!!) ...
... ist (wie ich dem Zeitungsbericht entnehmen MUSS) DIESES doch vergleichsweise profane, politische Thema der WIRKLICHE & WAHRHAFTIGE GRUND für den landesweiten Streik: ‘UN-BE-LIE-VA-BLE ...!’
Ich sitze (völlig deprimiert vor mich hinstarrend: nun habe ich schließlich einen wirklichen & wahrhaftigen Grund!) auf einer Parkbank, da setzt sich eine junge Kanadierin zu mir & erzählt, daß sie im Nachtbus (von Santa Cruz de la Sierra nach La Paz) vollständig ausgeraubt wurde & ihr gesamtes Gepäck eingebüßt hat.
Ihre zweimonatige Bolivien-Reiseerfahrung bringt sie (vermutlich nicht ganz unbeeinflußt von ihrem nächtlichen Horror-Erlebnis) auf einen einfachen Nenner:
‘Wirklich - ein WUNDERSCHÖNES Land ...
... wenn nur die MENSCHEN nicht wären!’
Hm - mir wird wieder SCHLECHT ...
Zurück ins Hotelzimmer, wo ich den Rest des Nachmittags (im Bett) verdöse, verlese (ein wenig) & verrauche (ungebrochen!). Um Acht Uhr schleppe ich mich ins zwei Stockwerke tiefer befindliche Hotel-Restaurant: Ich MUSS etwas essen ...
... um bei Kräften zu bleiben! (naja, denk’ ich so ...).
‘Churrasco a la Argentina’ (dreißig Jahre DANACH ständig Hinweise auf ‘Che’ ... in Bolivien). Die Portion ist nicht mal SO groß ...
... & trotzdem muß ich nach nur halb beendeter Mahlzeit den Speiseraum (fluchtartig!) verlassen & mich dahin zurückziehen, wohin JEDER (selbst ‘El Papa’) alleine ... - äh, ja:
DÜNNSCHISS!!! Dünner geht’s nümmer!
Nach einer ‘erniedrigenden, halben Stunde auf der Schüssel’ fühle ich mich noch schlapper als vorher! ANSCHLIESSEND ...
... im Bett ... zitternd & gefrustet (vor mich hingrübelnd) ... beginnt ... erst unmerklich, dann immer konkreter ... EIN GEDANKE in meinem ‘leergeschissenen Schädel’ Gestalt anzunehmen ...

... Nachdem sich DER GEDANKE über Nacht verfestigt hat (leider das einzige, was sich ‘verfestigt’ hat!), mache ich mich umgehend daran, IHN (den Gedanken) in die Tat umzusetzen. (FAST kein) Frühstück ...
... naja, bei dem, was ich vorhabe, kann ich keine Zeugen gebrauchen!
(die irgendwann vor mir stehen ... oder liegen?).
Ich unternehme einen riskant-LANGEN Fußmarsch nach ‘Downtown-La-Paz’ ...

LA1279-LaPazPalacioDelGobiernoLA1278-LaPazPlazaMurilloInRenovacion

... zum Reservierungsbüro der staatlichen Fluglinie ‘LAB’ - wo meinem ‘Umbuchungs-Begehren’ widerspruchslos stattgegeben wird.
Äh ... bis auf eine Kleinigkeit!
Die nur VERMEINTLICH (wie sich NUN herausstellt) ‘nette Tante bei Viaje Airemar in Panama-City’, hat mich beim Verkauf des Flugtickets nach Mexiko-City schamlos angelogen: Denn plötzlich muß ich 107 US-Dollar ‘Bolivian Tax’ nachzahlen ...
... was ich letztlich (ICH, mich IRGENDWO in der Mitte zwischen zähneknirschend & -klappernd befindend) auch mache!
Meine neue Flugverbindung lautet nun: Abflug ab La Paz am Sonntag den 8. Juni um Acht Uhr abends (Ortszeit) - Flug via Santa Cruz de la Sierra & Panama-City - Ankunft in Mexiko-City am Montag den 9. Juni um Sechs Uhr morgens (ebenfalls Ortszeit)!
Im ‘LAB’-Büro erfahre ich, daß auch ‘Continental-Airlines’ eine Vertretung in La Paz unterhält & beschließe, im Laufe des Nachmittags meine momentane Glückssträhne (ebendort) auf eine weitere Probe zu stellen. Zunächst aber ...
... MUSS ich mich in mein Hotelzimmer zurückziehen, wo ich mich von den morgendlichen Anstrengungen erhole.
‘Tja - IHR lacht! ICH aber bin SCHWEISS-GEBADET!’
Um Zwei Uhr trotte ich zum (zwar) nahen (für MICH aber ist es ein langer & beschwerlicher Weg!) ‘Continental’-Büro. Ich vermute so ‘ne Art Briefkasten-Firma & mache mir keine allzu GROSSEN Hoffnungen, hier etwas Positives (für mich!) bewirken zu können. Aber George (wie mir der Namensreiter auf seinem voll-gepackten Schreibtisch verrät) ...
... ist SEHR nett & zeigt großes Verständnis für meine mißliche Lage:
Naja - die bewußt kurz gehaltene Erläuterung meiner Krankengeschichte, mündet für den ‘unvoreingenommenen Zuhörer’ unweigerlich in meinem letzten (allerdings nicht ausformulierten) Wunsch ...
... ‘im Kreise meiner Lieben - DAHEIM - sterben zu wollen!’
Er fragt mich umstandslos: ‘Wollen Sie Sonntag oder Montag Morgen fliegen?’
Ich erkläre ihm ‘mit brüchiger Stimme’ NOCH EINMAL (hm, die ‘überzeugende Präsentation meiner deprimierenden Existenz’ scheint ihn VOM WESENTLICHEN abgelenkt zu haben) ...
... daß ich erst am Montag Morgen um Sechs Uhr in Mexiko-City landen & daher schwerlich bereits tags zuvor werde weiterfliegen können! Wir einigen uns schließlich auf Montag, den 9. Juni, Zehn Uhr morgens, als Abflugdatum in der mexikanischen Hauptstadt (& somit Ankunft in Frankfurt am Dienstag, den 10. Juni, ebenfalls Zehn Uhr morgens: ‘Tja, Hildchen - sowohl rechtzeitig, wie auch un-eingeladen zu Deiner hoffentlich stattfindenden Geburtstagsfete ... !?’).
George erwähnt KURZ den geschlossenen ‘Q-Tarif’ meines speziellen Flugtickets ...
... äh: ‘Q’ wie quasselnder Quälgeist, quengeliger Querulant? Oder doch eher ‘quietsch-vergnügter zwar, sich jedoch Quantensprünge außerhalb jeglicher Realität befindend, qualmender Quichote’? - QUATSCH! ...
... sieht darin jedoch KEIN WIRKLICHES Problem & bucht mich kurzerhand (MIT Sitzplatzreservierung!) in den (noch) offenen ‘T-Tarif’ ein!
... äh: ‘T’ wie Traumhaft, Tierisch, Toll (& Tankbarkeit!) ... & überraschenderweise NICHT: ‘Teurer!’
Ich bedanke mich überschwenglich bei George & begebe mich zurück auf mein Krankenlager - jedoch einen ‘Short Long-Cut’ zum Hauptpostamt einschiebend:
Ich versende ‘die letzten Grüße aus der Ferne in die Heimat’ & blättere nochmal (allerdings erfolglos) den ‘Poste-Restante:Letra-S’-Stapel durch.
Tja - FALLS ich dort einen Brief von Carmen (aus Cuarnavaca nahe Mexiko-City D.F.) vorgefunden HÄTTE, DANN hätte ich mir (eventuell ...?) den Weiterflug von Mexiko nach Europa ... unter Umständen ...?
So aber kann ich mich guten Gewissens auf meine bevorstehende (vorzeitige) Heimreise freuen: ‘CARMEN, IT WASN’T MEANT TO BE!’
Bis abends dösen & lesen!
‘Etwas Warmes braucht der Mensch!’ ... tönt es (später) in meinen Ohren. Ich flöße mir im Hotel-Restaurant eine leichte ‘Sopa a la Criolla’ ein, die ich jedoch eine halbe Stunde später (Volumen & Konsistenz unverändert - jedoch ‘farblich leicht transformiert’) schon wieder HINTER MIR LASSE ...
... äh - also: ... in der Kloschüssel!
Aber auch DIESES ‘erschütternde Erlebnis’ ist nichts weiter als eine (nicht mehr wirklich erforderliche) nachträgliche Bestätigung meiner getroffenen Entscheidung:
Ich MUSS & WERDE schnellst-möglich die Heimreise antreten!
An eine Besserung meiner körperlichen Verfassung kann & will ich (im Moment ...?) nicht glauben!
Noch zwei ‘Cortazar’-Lesestunden (den ich TROTZ ALLEM noch bis zum letzten, ‘überflüssigen’ Kapitel zu Ende lesen will) ...
... dann (schon) verpflichte ich mich zur Nachtruhe - obwohl: Zwischen Nacht- & Tag-Ruhe besteht kaum ein nennenswerter Unterschied ...
... & mittlerweile nehme ich ALLES (auch die sich wie zufällig einstellenden Stunden Schlafs) fatalistisch SO WIE ES KOMMT! ...

...

... Nach zwei Tagen gesundheitlicher ‘Downs’ (vornehmlich die Stunden unmittelbar nach Einnahme der ‘bitteren Pillen’: Dösen & Leiden!) und ‘Ups’ (die Zeiträume zwischen den ‘Pharma-Keulen-Hieben’: Souvenir-Käufe UND ...
... FOTO-SAFARIS!) ...

LA1274-LaPazPortalIglesiaSanFranciscoLA1276-LaPazPlazaDeLosHeroes

LA1277-LaPazPlazakonzertMilitärkapelleLA1275-LaPazPlazaDeLosHeroes+Monument

... beschließe ich ‘All-Alone-&-By-My-Own’ meine antibiotische ‘KUR’ abzusetzen:
Zwei Reisetage stehe ich, wenn’s denn HART kommt (immer noch entschieden besser als FLÜSSIG!), auch ‘Solamente Con Aspirina’ durch ...
Also - wieder CLEAN (nur mäßiger ‘Cold Turkey’) packe ich am späten Sonntag-Nachmittag letztmalig (& gründlich wie NIE!) meine beiden Rucksäcke. Als ich um Fünf Uhr von einem Taxifahrer zum (400 Höhenmeter OBERHALB von ‘La Paz la Ciudad’ gelegenen) Flughafen kutschiert werde ...
... kann dieser sich KAUM auf den Straßenverkehr konzentrieren:
Mit dem rechten Ohr am Autoradio klebend, informiert er mich immer wieder (ungefragt!) über den Spielstand im ‘Eliminatore de Futbol Mundial 98’ zwischen Bolivien und Venezuela. Übrigens: bei Eintreffen am ‘Aeropuerto’ steht es 1:1 ...
... keine Ahnung, für WEN !?
Einchecken am ‘LAB’-Schalter:
NADA PROBLEMAS ...
Zwei Kaffee in der Lobby - Konvertieren meiner restlichen ‘Bolivianos’ in regionale Rauchwaren (fürs ‘exotische-Atmosphäre-&-auch-sonst-Atmen’ ... im Freundeskreis Daheim) - pünktlich um Viertel nach Acht Uhr hebt der Flieger vom ‘El Alto’-Flughafen ab.
Schon nach 50-minütiger Flugzeit gehen wir in Santa Cruz (im Osten Boliviens) wieder herunter & mir geht spontan der Gedanke durch den Kopf:
NIEMALS ... während meines viermonatigen Lateinamerika-Trips, war ich der ‘Selva’ (dem Dschungel) näher ... & (gleichzeitig) NIEMALS dem Gelbfieber so nah!’
Anderthalb Stunden Langeweile in der schwül-heißen ‘Transit-Lounge’. Dann geht’s mit der gleichen Maschine vier stockdunkle Flugstunden durch die lateinamerikanische Nacht (sowie eine Reihe mittelschwerer Turbulenzen): ‘Hey Again ...
... to Tocumen Aeropuerto Internacional Panama la Ciudad!’
Es ist Zwei Uhr nachts (Ortszeit). Aber ein Ende meines ‘Marathon’-Fluges (um den halben Globus) ...
... ist NOCH LANGE nicht abzusehen ...

... Bis zum ‘Take-Off’ der Maschine in Panama-City (eine Stunde Aufenthalt) muß ich aufkommende Müdigkeit niederkämpfen. Der Flug selbst (vier Stunden!) findet dann ohne jegliche bewußte Anteilnahme meinerseits statt:
Ankunft in Mexiko-City um Sechs Uhr morgens Ortszeit.
Es ist bereits taghell: Den Sonnenaufgang konnte ich (‘in Zeitlupe’ - da Ost-West-Flugrichtung) noch im Flieger & ‘über den nichtvorhandenen Wolken’ erleben.
Ich fühle mich - naja, nicht gerade ausgeschlafen ...
... aber doch ERSTAUNLICH FIT!
Vier lange Stunden Aufenthalt!
Seit nunmehr knapp vier Monaten, schleppe ich ein dickes Bündel mexikanischer ‘Peso’-Banknoten mit mir herum. Naja, die in Mexiko zugebrachte Zeit war einfach ZU KURZ für mein, zu Beginn der Reise doch noch SEHR optimistisches ‘Geldwechsel-Gebahren’. Obwohl ...
... EIGENTLICH hatte ich ja vor, zum Abschluß meiner Reise (‘Gell, Carmen?’).
‘NOW - It’S TOO Late!’
... oder doch eher: ‘NOW - It’s Time, To ...’: Aufstocken meiner ‘Dollar-Cash’-Reserven am nächsten Flughafen-Bankschalter.
Dann folgt der spannendste Teil meines gesamten Rückflug-Marathons:
Wird George (aus La Paz) am ‘Check-In-Counter’ in Mexiko-City als ‘der schon lange gesuchte Trick-Betrüger GEOUTET, der schon seit Jahren die Continental-Platz-Reservierungen durcheinanderwirbelt’ ...
... & zwar LEDIGLICH, um die amerikanische Fluggesellschaft zu ÄRGERN (& nicht etwa, um mit seinem Tun einen eigenen finanziellen Vorteil zu verfolgen: Gerade so, wie die ‘spaßigen Einbrecher’, die sich mit dem Umstellen der Möbel in den Wohnungen ihrer Opfer begnügen - ‘Ha-Ha-Ha!’) ???
ABER ...
... NATÜRLICH geht alles SUPER-GLATT (& nachträglich nochmals ein ehrliches: ‘Muchisimas Gracias, Jorge!’).
Ich erhalte den ‘Boarding-Pass’ für meinen reservierten Nichtraucher-Platz & verabschiede mich von meinem Rucksack (‘Bis morgen in Frankfurt ... äh ... & laß’ Dich nicht aufreißen!’). RAUS ...
... an die ‘etwas andere, frische Luft’ (vor die Schalterhalle): Konzentriert Rauchen sowie einige Flughafengebäude-Fotos (gegen die Langeweile).
Um Zehn Uhr hebt unsere Boeing 737 ab & nimmt Kurs auf ...
... Houston - Texas - United States of America ... wie die ‘Real Gringos’ (in naiver Selbstüberschätzung & gnadenloser Ignoranz fast eines gesamten Kontinentes) ihr ‘UN-gastliches Nichtraucher-Paradies’ so gerne ...
Okay - Ich mach’s kurz!
Ankunft in Houston um Zwei Uhr Ortszeit. Wiederum ein paar schnelle Flughafen-Shots (den letzten ‘25-ASA’-Film will ich noch aufbrauchen, auch wenn die Motive NOCH SO ÄTZEND sind!) ... & anderthalb laaange ‘Boring Hours’ in schwül-heißer Umgebung (denn da wo ich rauchen darf, gibt’s NATÜRLICH keine ‘AC’) ...
Dann ‘Non-Stop-Flight to ...
... Newark-Airport - New York - New York - United States of ...’
Apropos: während des Tageslicht-Fluges lese ich nahezu non-stop das (zugegeben: relativ dünne) Buch ‘Goodbye Columbus’ von Philip Roth. Und als ich (später) in Frankfurt dem Düsenjet entsteige, findet sich doch TATSÄCHLICH KEINE EINZIGE ungelesene Buch-Seite mehr in meinem Gepäck ...
Ankunft in New York kurz nach Sieben Uhr abends (Ortszeit):
Schlabbriges ‘Tap-Beer’ (vier US-Dollar für 0,3 Liter ‘Ekel-Plörre’!) & mehrere Zigaretten ‘In-A-Row’ (im einzigen ‘Smoker-Café’ des gesamten Flughafengebäudes). US-TV & Rumhängen (eigentlich kein Unterschied!).
‘Hm - BLOSS NICHT einschlafen!’
Ich beginne, mich (langsam) auf ein Bett zu freuen ...
Und ... um Halb Neun Uhr (‘Local New-York-Time’) beginnt schließlich die letzte Etappe meiner langen Heimreise:
Der ‘Sprung über den Großen Teich’ ...

... Langeweile!
Kaum Schlaf - viel Lesen (die in New York für harte Dollar erstandene ‘Spiegel’-Ausgabe der letzten Woche: ich muß mich wieder ‘A-Jour’ bringen! ‘Äh, wieso eigentlich? In Good Old Germany passiert doch EH NIE NIX NEUES, oder?’) ...
... sowie unsere aktuelle Flug-Position im Bord-Fernseher verfolgen (‘Ay, ay, ay - Muy Interessante!’).
‘SUNRISE AT SIX ...’ (diesmal im ‘Zeit-RAFFER’-Tempo!).
Die englische Küste - der ‘Ärmelkanal’ - das europäische Fest(ungs-)land ...
... schließlich Landung in Frankfurt um Zehn Uhr vormittags!
Fahrt mit dem futuristischen ‘Gliding-Airport-Rail-Shuttle’ zum zentralen Terminal:
- Wechsel meiner üppigen Rest-Cash-Dollar (inklusive Geldgürtel-Inhalt) in D-Mark,
- Kauf eines Bahntickets (nach ‘Köln am Rhein’),
- in einer Flughafen-Kneipe ‘Licher Pils & Frikadelle’ (äh ... ‘hessische’ Version von ‘Cerveza Y Lomo’),
- & schließlich die ‘wunderschöne IC-Bahnfahrt entlang der schönsten Rheinburgen & sonnigsten Weinberge ...’
Übrigens: SCHEISS-WETTER in Deutschland ...
... Nieselregen & Temperaturen um 15 Grad Celsius (‘Deutscher Sommer’ ...?).
Um Zwei Uhr nachmittags dann:
Einfahrt in den Kölner Hauptbahnhof (D’r Zooch Kütt!) - genau ...
... der nächste (Bummelzug in die Eifel) ist meiner! Taxi vom Kaller Bahnhof nach Sistig - kurzes Durchatmen. Dann ...
... Blick durchs Küchenfenster & mitten hinein ins ‘YDILL’:
ungläubige bis fassungslos-(erfreute?) holländische Gesichter ...
‘MUCHAS SUERTES DE TI CUMPLEANOS, HILDITA!’
Hm ...
... & SPÄTESTENS, als Ines die bolivianische Panflöte (mein Geschenk für Kathrin) entdeckt & an ihre musikalischen Lippen führt, wird mir BEWUSST (obwohl sie das gar nicht mal SO schlecht macht!), daß IRGENDETWAS ...
... ungefähr ... genau ... also - exakt JETZT: ZU ENDE GEHT!
‘Hallo Schnuffes (du armer, schwarzer Kater) & ... HALLO HANS!’
‘MENSCH, HORST - DU HIER? Nu erzähl doch mal!’
‘Also - DAS WAR NÄMLICH SO ...’

[home] [asia 96] [lat-am 97] [africa 98] [contact]