1-043-ElChimborazo02
Buch   LatAm 18     II

MEINE (MISSGLÜCKTE?) ANNÄHERUNG AN CUZCO !
ODER: MIT DEM ‘CUZCO-EXPRESS’ - ÜBER MEHR ALS
3.000 HÖHENMETER - IN DIE INKA-KAPITALE !

... von Arequipa mit dem Zug über Juliaca am Titicaca-See
nach Cuzco ... sowie ebenda Strassenräuber-Frust (Peru):

Karte-Story-LA-18

Freitag, 23. Mai bis Montag, 26. Mai 1997

Es ist erst Sieben Uhr am Abend, (noch) zu früh für den Zug ...
... & so verabschiede ich mich (noch schnell) vom bekannten ‘Open-Air-Arkaden-Balkon-Restaurant’ (an Arequipas ‘Plaza de Armas’): relaxte Atmosphäre sowie ‘Cuzquena Negra Muy Grande’ ...
... als (hoffentlich) Schlaftrunk!
Um Acht Uhr löse ich meinen Rucksack im ‘Hostal Mirador’ aus & marschiere zur ‘Estación de Trenes’: Rucksack verstauen & Sitzplatz ‘belegen’. Unser ‘Coche Turista’ ist extrem unterbelegt & ich kann mir eine bequeme, geräumige Doppelsitzbank sichern. Zwei letzte Zigaretten auf dem dunklen Bahnsteig - dann geht’s los ...
... und wie: Rappel - Rappel!
Der Zug schaukelt über die Geleise ‘wie eine Nußschale durch hawaiianische Extrem-Surfing-Wellen’. Während der folgenden, durch den kreisrunden Vollmond erhellten Nacht-Fahrt, kann ich ein ums andere Mal Steilhang-Passagen erahnen, die (um es vorsichtig auszudrücken) ‘das Schlingern des Zuges LEICHT BEDROHLICH erscheinen lassen’.
Aber ich kann ja EH nichts ändern - also:
‘Why (the Fuck) Worry ... ?’
Bis Mitternacht vertiefe ich mich in Julio Cortazars Roman ‘Rayuela’ - unterbrochen nur von den wiederholten, aber kaum erfolgreichen Versuchen, etwas von der ‘durchschifften’ Landschaft zu erkennen. Dann wird im Zug das Licht gelöscht & Ruhe kehrt in unser Abteil ein ...
... was aber keineswegs heißt, daß ALLE Passagiere schlafen ...

... Anyway!
Ein paar ‘Relaxing Hours’ waren doch dabei (wie sich später herausstellen wird, sind die auch bitter nötig: denn der heutige Tag wird ein VERDAMMT LANGER) ...
... & relativ FIT entsteige ich um Halb Acht Uhr meinem ‘Coche Ejecutivo’!
Während der letzten (& ersten HELLEN) Fahrtstunde, durchkreuzte unser Zug eine flache, mit grau-grünen Grasbüscheln (übrigens: einzeln & von nahe betrachtet weisen sie frappante Ähnlichkeit mit einer ‘Punk’-Frisur auf!) bestandene Hochland-Ebene, in der sich unzählige kleine Seen & Flüsse befinden.
Sowohl den Gewässern als auch dem Gras kann man die widrigen Lebensbedingungen (aufgrund der niedrigen Außentemperaturen in 3.800 Metern Höhe über NN) ansehen: beide glänzen & strahlen (vor Kälte!) in der gleißenden Morgensonne, aus den Gewässern steigen Nebelschwaden auf & das Gras ist von Milliarden funkelnder Eiskristalle überzogen.
Als ich aus dem - natürlich beheizten! - ‘First-Class-Touri-Waggon’ aussteige (& meinen Blick über das engere Stadtzentrum Juliacas schweifen lasse) ...

     LA1111-JuliacaKathedrale+DenkmalGralBolognesiLA1110-JuliacaKulturzentrum

... SEHE ich nicht mehr (nur) die Kälte, nein - ich FÜHLE sie auch augenblicklich:
Tja - bis zu meinem Rückflug (via Mexico-City) werde ich mich nur noch in hoch-gebirgigen Kälteregionen (mit einer ‘Altura’ von mehr als 3.000 Höhenmetern) aufhalten ...
... so: ‘You Better Get Used to It!’
Der Ticketschalter im Bahnhofsgebäude von Juliaca ist noch geschlossen. Also erstmal ‘das Dringendste’ ...
... & naheliegende (nämlich ‘umme Ecke’): FRÜHSTÜCK!
‘Carne Saltado’ (leicht abgewandelte ‘Lomo’-Variante: ich vermisse lediglich die üblicherweise unters Rindergeschnetzelte gemischten Fritten) sowie ‘Mucho Cafe Negro Muy Fuerte’.
Im extra für mich angeknipsten (‘Gracias, Senor!’) Bahnhofs-Restaurant-Fernseher jagt der ‘Pantero Rosado’ währenddessen (als Comic-Figur) zur immergleichen, sattsam bekannten Titelmusik über die Mattscheibe.
Was mich allerdings HERZLICH WENIG interessiert ...
... konzentriert & stoisch kauend, lasse ich den Fahrkarten-Schalter NICHT EINE SEKUNDE aus meinen (müden!) Augen & ... erstehe kurze Zeit später (zusammen mit ‘einigen weiteren Indios’) MEIN ‘Boleto Economico’:
Zwar fragt mich der ‘leicht verstört wirkende Angestellte hinter Glas’ ZWEIMAL, ob ich denn wirklich nicht ‘Un Boleto Ejecutivo’ ... oder besser noch: den berühmten, komfortablen ‘Inca-Coche’ ... äh - (Stotter!) ... buchen will?
ICH aber bin wild entschlossen, mir diese (einmalige!) Erfahrung nicht entgehen zu lassen! Und ... mit dem Warten auf den aus Puno (am ‘Lago de Titicaca’) anreisenden ‘Cuzco-Express’ beginnt für mich ...
... DAS ABENTEUER BAHNFAHRT IN PERU!
Bis zum Eintreffen des Zuges vertreibe ich mir, bei einem kurzweiligen Plausch mit einem netten ‘Touri-Couple’, die Zeit:
- Er ist Engländer & eher zurückhaltend (WENN er allerdings redet, dann mit einem ‘Cockney’-Akzent, dem ich stundenlang lauschen könnte).
- Sie stammt aus Thailand (lebt aber schon seit fast zehn Jahren in England), ist lebendig bis aufgekratzt, erzählt viel & gern ... sowie mit Händen & Füßen.
Auch sie spricht mit einem ‘lustigen’ (wenn auch natürlich ganz anderen) Akzent ...
... & wird nicht müde, sich mit ‘1.000 Funny Stories’ über die ‘ach-so-britischen Briten’ auszulassen (was ihr Gatte zwar schweigsam lächelnd, aber doch unzweideutig ZUSTIMMEND kommentiert).
So vergeht die Zeit ...
Laut Fahrplan soll der Zug übrigens um Halb Zehn Uhr Juliaca verlassen & um Sechs Uhr am frühen Abend (Nein: des GLEICHEN Tages!) in Cuzco eintreffen. Das sind jedoch, wie sich SEHR BALD herausstellen wird, die offiziellen Verlautbarungen aus der Rubrik ‘Once Upon a Time ...’
Aber: DER REIHE NACH!
Um Neun Uhr fährt (tatsächlich!) ein Zug in den Bahnhof ein & schon eine Stunde später wird der mit einem stabilen Drahtzaun vom Bahnhofsgelände abgetrennte Bahnsteig ‘Numero Uno’ für die Besitzer von Tickets geöffnet. Wir suchen unsere ‘Coaches’ auf (also: ALLE ‘Gringos’ nehmen im ersten Waggon Platz - die ‘Locals’ & ICH, also WIR, verteilen uns auf die letzten drei Waggons) ...
... & WARTEN! Im Handumdrehen stellt sich bei mir das (noch GUT bekannte) ‘Asia-Travel-Feeling’ ein:
- Großfamilien mit pausenlos plärrenden und / oder heulenden Kindern, nehmen nicht ihre Plätze ein, sondern das (ihrer Meinung nach ihnen zustehende) ‘Areal’ GROSSFLÄCHIG IN BESITZ,
- hunderte Taschen, Plastiktüten, prall-gefüllte Indio-Umhängetücher sowie auffallend viele, gleichartig dimensionierte (?) Pappkartons (die offensichtlich SEHR GEWICHTIG sind) werden im Waggon verstaut ... & zwar überall da, wo Platz ist (in den Gepäck-Ablagen, unter den Sitzen, unter den zwischen den Sitzen befindlichen Klapptischen, in den Gängen ...).
Nach einer halben Stunde existiert im gesamten Abteil KEIN EINZIGER ungenutzter Kubik-Millimeter mehr. Ich schaue mir (fasziniert!) so manchen nützlichen Kniff ab & bin zuversichtlich, daß ich bei meiner nächsten Reise einen zwar DOPPELT SO SCHWEREN, jedoch nur HALB SO PRALL GEFÜLLTEN Rucksack schultern darf.
Übrigens: Diese Verlade-Aktionen werden (natürlich!) ausschließlich von den weiblichen Fahrgästen durchgeführt ... & zwar OHNE, daß diese darüber ihre Babies & Kleinkinder auch nur einen Moment aus ihren Armen (geschweige denn: Augen) lassen würden.
Währenddessen stehen die Männer ... äh ... RUM ...
... erteilen den Frauen ungefragt Ratschläge (nein: eher Anweisungen!), unterhalten sich lautstark miteinander (also: die Männer untereinander) & geben sich auch sonst alle erdenkliche Mühe, einen ernsthaften, verantwortungsvollen & sehr beschäftigten bis gestressten Eindruck zu vermitteln ...
... ‘wem-gegenüber-auch-immer’ !?
IRGENDWANN ... ist alles für die Abfahrt des Zuges vorbereitet (jedenfalls das, was ich & meine ‘local Friends’ beizutragen in der Lage sind) ...
... aber DIESER ‘SCHEISS’-ZUG ruckelt nicht einmal!
Ich steige aus, drehe (konzentrations-förderlich rauchend) eine Inspektionsrunde um den Zug & ... stelle NATÜRLICH augenblicklich den Grund für unseren ‘Stillstand’ fest (äh ... ICH! ... der ich weiß, woran man ein ‘Schweizer Krokodil’ erkennt & alleine DESHALB schon als ‘Eisenbahn-Experte’ gelten MUSS!).
Tja - OBERFLÄCHLICH BETRACHTET scheint alles in Ordnung!
Waggons, Schienen, Personal, Fahrgäste, selbst der Stationsvorsteher in Uniform & mit Käppi (die Trillerpfeife lässig im Mundwinkel) ...
... ALLES ist da, wo es hingehört! ABER ...
Schaut man etwas genauer hin, dann fällt auf:
Eine WINZIGE Kleinigkeit fehlt (noch) ...
... nämlich die LOK!
Auf meine Nachfrage hin, unterrichtet mich ein Uniformträger, daß es ‘Problemas Con El Maquina’ gibt ...
... aber (beruhigt er mich): ‘No Es Muy Grave!’
In einer Viertelstunde soll’s losgehen!
Während der folgenden drei Stunden habe ich ausreichend Gelegenheit (& Zeit!) zum ‘herrlich-entspannten Sonnenbaden auf den atmosphärischsten, peruanischen Bahngleisen’ (wobei es die etwa zwanzig ‘Verantwortlichen’ verstehen, NIE & ZU KEINER ZEIT Langeweile aufkommen zu lassen):
- PERMANENT sind alle Beamten in Bewegung & hasten ‘von irgendwoher irgendwohin’ (die altbewährte Guerilla-Taktik: Nie ein ruhendes Ziel bieten!),
- OHNE UNTERBRECHUNG werden auf den anderen Bahngleisen Waggons an- & abgekoppelt sowie mittels ‘dresinen-ähnlicher Mini-Zugmaschinen’ neu zusammengestellt (zweimal wird auch unser Zug auf diese Weise umsortiert),
- STÄNDIG werden die neuesten ‘Mechaniker-Bulletins’ im kleinsten Verschwörerkreis weitergegeben (& DIESE enden IMMER mit dem stereotypen, vom Verkünder aber offensichtlich IMMER ernstgemeinten Satz: ‘Spätestens in einer Viertelstunde geht es los!’).
Natürlich erfolgt keine einzige Durchsage über die (durchaus vorhandene!) Bahnhofs-Lautsprecher-Anlage an die in den brütend-heißen ‘Coaches’ vor sich hin schmilzenden Passagiere ...
NACH ZWÖLF UHR (genauer kann ich’s nicht terminieren, da mir mein Zeitgefühl völlig abhanden gekommen ist ...) stottert von SEHR FERN eine Diesel-Lok aufs Bahnhofsgelände. Die Waggons werden ausgiebig & umständlich ein letztes Mal ‘gemischt’ (bis sie sich schließlich wieder EXAKT in der Ursprungs-Reihenfolge befinden) & ...
... ‘nach nicht mal einer (weiteren!) Viertelstunde geht es (schon) los!’
Das weibliche Oberhaupt der ‘Local Family’, mit der ich mir eine Viererkoje teile, bittet mich, meinen Fensterplatz für ein paar Minuten zu räumen. Ich komme (zwar nichts verstehend, aber trotzdem GERNE) ihrer Bitte nach & betrachte von meinem mir zugewiesenen Platz (im Gepäcknetz!) die im gleichen Moment über den ‘Cuzco-Express’ hereinbrechende, menschen-gemachte Naturkatastrophe:
Kaum, daß der Zug den Zaun (um das Bahnhofsgelände) hinter sich gelassen hat, werden von ‘externen Helfern’ eine Unmenge weiterer, rechteckiger (& gewichtiger) Pappkartons durch die etwa 30 mal 60 Zentimeter großen Fensterluken ins Innere der rollenden Waggons gereicht! Hm ...
... es ist SCHON überraschend, wie ‘kompatibel’ sich doch die Kartons (zufällig!) zur Größe der Fensterluken verhalten !?
Mir fällt spontan Helge Schneiders ‘Geschichte vom viereckigen Hai’ ein, der ja (wie wir alle wissen) EXAKT ins 1 mal 1 mal 1 mal 1 Meter große Aquarium hineingewachsen ist ...
... & zwar, weil ER es so WOLLTE!
Fünf Minuten später haben auch ‘kürzere’ Fahrgäste (als ich) Probleme, auch nur einen Zeh, geschweige denn ein Bein zu bewegen! Aber alle lächeln & sind sichtlich bester Laune ...
... ‘ob der (mal wieder) VOLL geglückten, weil (halt) generalstabsmäßig geplanten Aktion’.
Übrigens handelt es sich bei dem Inhalt der Kartons weder um Schmuggelware, noch um Diebesgut: Ich wohne (ganz einfach) dem wöchentlichen Marktfrauen-Ausflug zum großen Sonntagsmarkt in Cuzco bei & ...
... die peruanische Staatsbahn erlaubt nur eine beschränkte Anzahl an Gepäckstücken pro Person. Als sich wenig später die bedauernswerten Fahrkarten-Kontrolleure (schwitzend & ächzend) einen ‘Gebirgs-Pfad’ über das Staugut bahnen, nimmt (natürlich!) NIEMAND Anstoß am offensichtlichen Mißverhältnis zwischen Fahrgästen & Gepäckstücken !?
Typisch Lateinamerika ...
... ALLE wissen Bescheid, aber KEINER läßt sich etwas anmerken!
Naja - DAS GANZE ist halt ein Spiel! ( ... gegen die tägliche Langeweile?).
FÜR MICH ist die Zugfahrt allerdings alles andere als ein Spiel & ...
... nicht fähig, mich zu bewegen, vertreibe ich mir die Zeit mit Lesen!
Heute komme ich mit ‘Rayuela’ (das mir zunehmend besser gefällt) ein gutes Stück voran: Was mich an dem Buch jedoch zu Anfang sehr störte, ist Cortazars scheinbar ‘manischer Zwang zur exzessiven Verwendung von Fremdwörtern’.
Hm - zunächst ist man etwas eingeschüchtert ...
... später aber lächelt man nur noch über seine leicht angeberische Profilierungssucht (als ‘intellektueller, belesener & allwissender Schriftsteller’) & entdeckt (vornehmlich im zweiten, in Buenos Aires spielenden Teil) unter der etwas bemüht-konstruiert wirkenden Fassade den eloquenten Erzähler & unterhaltsam-witzigen Dialog-Schreiber.
‘Hans - Du hättest das Buch vermutlich SCHON LÄNGST zur Seite gelegt (ich sage nur: Harry Mulisch)!’ ICH ABER ...
... naja - der Roman ist das letzte Stück meiner (mal wieder) VIEL ZU KLEIN bemessenen Reisebibliothek - also ...
Ich unterbreche meine Lesung immer mal wieder, um das, um mich herum aufgeführte ‘(Laien)-Volks-Schauspiel’ zu beobachten & lerne die lokalen Strategien zur Bekämpfung der unendlichen Langeweile kennen:
- pausenlos wird das Gepäck von einem Platz zu einem anderen geräumt & (nach In-Augenschein-Nahme des Inhalts jedes einzelnen Gepäckstücks) neu gestapelt,
- den mitreisenden Kleingewerbetreibenden werden die Speisen & Getränke förmlich aus den Händen gerissen: ALLE essen und / oder trinken permanent ‘irgendwas’ (& entsprechend ist unser Abteil von den unterschiedlichsten Wohlgerüchen erfüllt),
- die Schaffner scheinen ebenfalls unter Langeweile zu leiden & kontrollieren JEDE HALBE STUNDE NEU unsere (die gleichen) ‘Boletos’.
Obwohl - am schlimmsten ist die eintönige Bahnfahrt natürlich ‘für UNS Kinder’.
Ich freunde mich mit den beiden Kids des mir gegenüber sitzenden, jungen peruanischen Ehepaares (‘On-their-Way-to-the-Cuzco-Market’) an:
Der Jüngere ist etwa ein halbes Jahr alt & den Marotten seiner Mutter (noch) hilflos ausgeliefert. Die Hälfte der Fahrtzeit erhält er (ob er will oder nicht) ‘die Brust seiner Gebärerin’. Während der übrigen Zeit dient er ihr als ‘Barbie-Puppe’ & wird ständig ausgezogen, gewickelt, an- & wieder umgekleidet!
WIR (beiden!) führen ausgiebige ‘Nur-Augen’-Gespräche & sind uns (schweigend-beredt) vollkommen einig:
‘ECHT, EH - die SPINNT, die Olle!’
Sein drei oder vier Jahre altes Schwesterchen hat’s da schon etwas besser. Sie ist aufgrund ihrer Mobilität (sowie einer unbändigen Neugier & Kontaktfreude) in der Lage, sich der elterlichen Repression ein ums andere Mal zu entziehen & benutzt unser Abteil als Bühne zur Erprobung ihres grenzenlosen Improvisationstalentes! Immer wieder verwickelt sie mich in ausgedehnte ‘Nonsens’-Gespräche ...
... & alleine schon die mit dem ganzen Körper gespielten (durch ein variantenreiches Mienenspiel unterstützen) ‘Hola!’-Ausrufe Richtung ‘funny Gringo’ bringen mich zu der Überzeugung, daß hier eine ganz große Schauspielerin heranwächst ...
... DIE das ‘absurde peruanische Theater’ schon in einigen Jahren in heute noch unvorstellbare Höhen geführt haben wird (& das ist KEINE Übertreibung!).
Ach ja - von Zeit zu Zeit werfe ich einen (verstohlenen) Blick aus dem Fenster des Abteils ...
... & auf die Landschaft, durch die unser Express-Zug (atemlos ... äh ... mit einer Geschwindigkeit von FAST 25 Kilometern pro Stunde) DAHIN RAST:
Die Bahngleise führen über eine breite, kaum Steigungen oder Gefälle aufweisende Hochebene. Zu beiden Seiten der Zugtrasse erheben sich, zunächst sanft ansteigende, später steil aufragende & teilweise schneebedeckte Berge. Fast scheint es so, als würde der Zug antriebslos (im Leerlauf & die Schienen kaum berührend) ‘vor sich hin rollen ...’
Ohne ersichtlichen topografischen Grund spielen sich dann jedoch (in regelmäßigen Abständen) wieder ‘extremste Schaukel-Intermezzi’ ab:
‘Leidet unser Lokführer (Lukas?) etwa auch an Langeweile ...?’
Die zu den Bergen hin unmerklich ansteigenden Hügel, stecken unter einem lückenlosen, dichten Hochlandgras-Teppich, der (mich!) STARK an eine künstliche Modelleisenbahn-Landschaft erinnert. Hm ...
... die grau-gelb-grüne Farb-Tönung hat etwas EXTREM SURREALES!
Ich unternehme übrigens genau EINEN Versuch, diese ‘irritierende’ Landschaft auf Zelluloid zu bannen! Die dem ‘Schuß’ ...

LA1112-TrainToCuscoHighland+Mountains

... vorausgehenden Vorarbeiten sind jedoch DERART KRAFT-RAUBEND (muß ich das WIRKLICH erläutern ...?), daß ich es bei einem Versuch belasse ... & beschließe, die ‘verpaßten’ Aufnahmen anläßlich meiner Rückreise zum Lago de Titicaca (in der ‘Classe Ejecutivo’) nachzuholen.
Nach Einbruch der Dunkelheit wird mir die Zeit dann ENDGÜLTIG unerträglich lang (trotz des permanenten, ‘aufopferungsvollen Bemühens meiner Mitreisenden, mich zu unterhalten’). Die einzige Abwechslung bieten regelmäßige, jeweils etwa einstündige, SINNLOSE Fahrt-Unterbrechungen auf offener Strecke (‘Was heißt hier sinnlos? Raucher-Pausen!’) ...
... die ein keinerlei Anzeichen von Besorgnis zeigender Bahnbeamter gleichermaßen gleichgültig wie -lautend begründet:
‘Tenemos Problemas PEQUENO ...
... Con El Maquina!’
Ich glaube ihm natürlich KEIN WORT (naja, vielleicht das ‘El’ ... ALLER-höchstens!) & mutmaße durchaus Schwierigkeiten größeren Ausmaßes. Anläßlich eines besonders langwierigen Stops, finde ich mich (fatalistisch) mit der unausweichlichen Gewißheit ab, daß wir ‘irgendwo ... hier ... im Freien ... biwaken werden (müssen)’ ...
... & halte im Abteil (prophylaktisch: schon mal) Ausschau nach ‘lagerfeuer’-tauglichen Brennmaterialien!
Kurze Zeit später aber ertönt dreimal das Zugsignal, Passagiere & Zug-Personal erklimmen (lachend! ... wieder) die ‘Coches’, wir rumpeln weiter durch die endlose, stock-finstere peruanische Anden-Nacht ...
... & dem nächsten ungeplanten Stop entgegen.
Übrigens: auf diese Weise sammelt sich natürlich eine enorme Zug-Verspätung an!
Gegen Mitternacht erreicht unser ‘Zug-Wrack’ die kleine Stadt Urcos (fünfzig Kilometer südöstlich von Cuzco) - allerdings ‘nur so gerade eben’ ...
... nämlich: mit jämmerlich stotternder & erbärmlich hustender ‘Maquina’!
Ein Schaffner kontrolliert zum ‘ich-weiß-nicht-WIEVIELTEN-Mal’ unsere Fahr-Scheine ... & zischt dann (unverständlich zwar, aber eindeutig GIFTIG!) ‘meiner neuen Familie’ sowie einigen anderen Passagier-Gruppen etwas zu:
AUGENBLICKLICH ... beginnen die ‘Angeraunzten’, ihre tausend Gepäckstücke zu sortieren, zu verschnüren & mittels riesiger Wickeltücher ‘rücken-kompatibel in Form zu bringen’ & ...
... beim nächsten (geplanten!) Zug-Stop leert sich unser Abteil um die Hälfte der Passagiere (sowie um MINDESTENS 98 Prozent des vorhandenen Gepäcks).
Äh ... nähme man nun an, durch diese Aktion entstünde in unserem ‘Coche’ größere Bewegungsfreiheit, so säße man einem fatalen Irrtum auf:
Unmittelbar nachdem das erste ‘Dealer-Kartell’ den Zug räumen mußte (wieso eigentlich?), wird er (der Zug) von der nächsten ‘Tragenden Verbindung’ in Besitz genommen & ... alles beginnt von vorne: Kisten, Säcke & Plastikbeutel werden herangeschleppt, verstaut, neu gestapelt & umsortiert!
Hm - ‘irgendwie faszinierend, DAS!’
Tja ... & ebenso schnell ist die ‘neue Befehlsstruktur’ etabliert: denn ...
IMMER gibt es einen ‘Obermacker’ (kurioserweise ... oder auch nicht?) männlichen Geschlechts, der den schwerst-schuftenden Frauen zwar in keinster Weise zur Hand geht, aber die Verantwortung für ALLES trägt ...
... & ständig von einer der Marktfrauen gerufen wird:
DEN GANZEN TAG ÜBER schallte (ohne Unterbrechung!) ein langgezogenes ...
... ‘Freee-ddiieee!’
durch die verstellten Gänge des Abteils.
Fredi hat nun Feierabend & seinen Job (übergangslos) an ...
... ‘Chooo-sseee!’
weitergegeben.
Die letzten fünfzig Bahnkilometer bis Cuzco werden zu einer an meinen Nerven zerrenden Zitterpartie. Der Husten des Zugmotors nimmt zu, ebenso die Anzahl der nicht mehr an den Fingern zweier Hände abzählbaren Zwangs-Stops ...
... (‘at least not expected, but) ... FINALLY’:
Um Zwei Uhr (nachts!) erscheinen am fernen Horizont die ersten Lichter der (für diese späte Uhrzeit noch ERSTAUNLICH HELL erleuchteten) alten Inca-Kapitale Cuzco. Das (unabgesprochen) gen Himmel geschickte ‘Kollektiv-Gebet der vollzähligen Zug-Insassen-Schaft’ scheint letztlich doch erhört worden zu sein ...
... trotzdem: Ich konvertiere nicht!
Hm - kann ich ja auch gar nicht, denn dann müßte ich ja vorher einen Glauben gehabt haben ... ‘und ICH jlaube weiterhin Nix & Niemand!’
(... schon gar nicht den Zeitangaben eines lateinamerikanischen Zug-Fahrplans!).
Ohne weitere Verzögerung schultere ich meinen Rucksack & stürme vom Bahnhofsgelände auf die dunklen Straßen südlich des Stadtzentrums. Ich habe nur noch einen einzigen Wunsch: ein BETT (für den kurzen Rest der langen Nacht) ...
... was sich jedoch als schier unerfüllbarer Wunsch erweist!
Die Unterkünfte sind ...
- entweder ‘Completo’ (wird jedenfalls behauptet!),
- oder SAU-TEUER (& DIESES Mal meine ich wirklich, was ich hier niederschreibe: fünfzig US-Dollar aufwärts!),
- oder aber das Zimmer muß schon morgens um Neun Uhr (oder früher!) geräumt werden! (... ‘Die Spinnen, die Cuzquenos!’).
Hm - auf diese Weise lerne ich (mitten in der Nacht!) immerhin das Zentrum Cuzcos ‘ziemlich GUT kennen’ ...
Zunehmend genervt ... lege ich schließlich auf einer Parkbank an der ‘Plaza de Armas’ eine lange Raucherpause ein, studiere in Ruhe meinen Reiseführer & konzentriere mich in der Folge auf die ‘Bloody-Bloody-Cheap’-Empfehlungen:
Und wirklich! Im fünften ‘Hostal muy Simple’ habe ich Glück (oder besser: hat Cuzco Glück, denn ich stehe kurz davor, meinen persönlichen Frust der unschuldigen Stadt anzulasten!) ...
... & erhalte in einem atmosphärischen, alten Holzgebäude  (sehr zentral in einer Seitengasse der ‘Plaza’ gelegen) für umgerechnet NUR sechs US-Dollar ein großes, sauberes Zimmer mit einem mir einladend zuzwinkernden ‘King-Size-Bed’.
Die Anmeldeprozedur verschieben wir auf morgen:
‘Muchas Gracias!’
Der nette Hotelangestellte fragt mich, ob ich Hunger habe & weist mir (ohne meine Antwort abzuwarten) den Weg zu einem ‘nahen Chinesen’:
‘Muchisimas Gracias!’
Nach DIESEM nicht mehr erwarteten ‘Lucky-End’ ...
... ist meine Müdigkeit wie fortgeblasen: Ich genehmige mir eine gute ‘Wan-Tan’-Suppe sowie ein großes Bier! Die etwas ‘schlafmützige’ Kellnerin (WER hat hier eigentlich seit knapp 50 Stunden kein Bett mehr ‘von innen gesehen’?) erhält ein großzügiges ‘Mir-Geht-Es-Doch-VERDAMMT-Gut-Oder?’-Trinkgeld & dann ...
... also DANN (sprich: um Halb Fünf Uhr morgens!) begebe ich mich zurück in meine Herberge & zur wohlverdienten Nacht-Ruhe!
Übrigens (falls das IRGENDWEN interessiert) mit einem äußerst positiven Gefühl & (vor allem) FROH, ‘dieses Alles’ überstanden zu haben ...
... & zwar ohne bleibende Schäden (hoffentlich!) - eher: ... äh - ja ... mit der Herausforderung ... ja - äh ... ‘irgendwie GEWACHSEN’ !!!
MI VIEJO - WEIT hast Du’s gebracht (naja, wenigstens entfernungsmäßig)!
Ich bin STOLZ auf Dich! ‘Hasta Hoy’ ...
... & erhol Dich gut! Du hast es verdient! ...

... Bis auf EIN ‘HIGHLIGHT’ (äh ... siehe unten!) verlebe ich heute einen ereignislosen ‘Relax-&-Cuzco-Eingewöhnungs’-Tag ...
Relativ fit werde ich um Zehn Uhr wach. Nach der Morgendusche bin ich noch fitter. UND ... vor ‘Fitheit geradezu berstend’, genieße ich, auf dem Innenbalkon meines über einen babyblauen Rund-um-Anstrich verfügenden ‘Hostals’ sitzend (& natürlich rauchend), anschließend die wärmende Morgensonne ...
... & den tollen Ausblick auf die sich unmittelbar ‘über mir’, auf einem nahen Stadthügel befindende ‘Iglesia San Cristobal’ (einen sehr atmosphärischen, in den ungebremsten Sonnenstrahlen sich spiegelnden, hellbraunen Steinbau).

   LA1116-CuscoIglesiaSanCristobalLA1114-CuscoIglesiaSanCristobal

Seit meinem ‘Erwachen’ ... vernehme ich die eindeutige Geräuschkulisse einer konzertierenden Militärkapelle: Naja - es ist Sonntag & ‘irgendeine Feria’ findet in Cuzco immer statt.
Mein erster Spaziergang führt mich ins ‘Hostal Suecia II’, wo ich meine früh-morgendliche Zimmerwahl ‘cross-checken’ will: das mir präsentierte Zimmer ist zwar schön (& ‘Con Bano’!), aber doppelt so teuer wie meine Unterkunft im ‘Hostal Caceres’. Hm - DOPPELT SO GUT ist es hingegen (entschieden!) nicht ...
... & somit stehe ich zu meiner ‘After-Midnight’-Spontan-Wahl - auch (aber nicht nur) aus ‘Dankbarkeit für die Rettung in höchster Not’.
Nächster Tages-Programmpunkt: FRÜHSTÜCK!
Ich schlendere um die ‘Plaza de Armas’ sowie durch die angrenzenden, schmalen Seitengäßchen & versuche mir einen Überblick über das umfangreiche Einkehr-Angebot zu verschaffen.
Letztlich entscheide ich mich (nun aber mal wirklich ‘aus dem Bauch heraus’: Ich habe nämlich HUNGER!) für ein rustikales Café mit ‘Plaza’-Blick.

     LA1122-CuscoSpanischesKolonialgebäudeLA1123-CuscoAtmoPlazaDeArmas

LA1125-CuscoCatedral+Springbrunnen

Übrigens: auf den die ‘Plaza’ einrahmenden Straßen findet ein ‘bunter Vorbeimarsch’ statt. Örtliche Vereine & Gruppen marschieren (immer in farbenfrohe Phantasie-Uniformen gewandet & ... die geordnete Startaufstellung NIE verändernd) zu Militärmusik & dem frenetischen Beifall der vornehmlich einheimischen Zuschauer um den großen Platz ...

   LA1211-CuscoSchulkinderParadeLA1210-CuscoParadeAufDerPlazaDeArmas

... aber EIGENTLICH ist das nicht so wahnsinnig ‘interessante’!
Gestärkt steige ich durch enge Gassen, vorbei an roten Steinhäusern (mit roten Ziegeldächern) hügelanwärts zur ‘Iglesia San Cristobal’, die (natürlich) verschlossen ist. Vom Kirchenvorplatz aus bietet sich ein weiter Blick über die Dächer der Stadt & auf die sie umgebenden Berge. Im (fernen) Nordosten ist in den Konturen einer dunklen Gebirgskette ein einzelner schneebedeckter Gipfel auszumachen.
Durch mein Teleobjektiv betrachte ich die Stadt (‘Down Below’) ...

LA1213-CuscoPanoramaStadt+PlazaDeArmas

... & versuche, mich anhand einiger markanter Bauwerke (vornehmlich Kirchen) zu orientieren.
Heute schieße ich nur wenige Fotos ...
... ich muß sparsam mit meinem Filmmaterial umgehen!
Auf einer nahen Grünfläche (einem ehemaligen Inka-Friedhof ...?) lang hingestreckt, lasse ich mich eine gute Stunde von der Morgensonne erwärmen ...
... was auch BITTER NÖTIG ist: in Cuzco, auf einer ‘Altura’ von 3.400 Metern über NN, ist es am Morgen doch VERDAMMT FRISCH!
Anschließend lasse ich mich den Berg hinab & zurück ins Zentrum treiben. Ich kaufe ein paar Ansichtskarten & eine Zeitung. Dann streune ich ziellos durch die Kopfsteinpflaster-Gassen um die ‘Plaza de Armas’ & schnuppere Cuzco-Atmosphäre:
Ich fühle mich GUT! (äh ... NOCH!).
Zurück in meinem Hotelzimmer gleiche ich weitere drei Stunden meines verdammt hohen Schlafdefizits aus. Nach einem Café-Besuch (mit relaxten ‘Plaza-Views’ & sehr gutem Kaffee ... allerdings MISERABLEM Schokoladenkuchen!) begebe ich mich gegen Sieben Uhr (die Spannung STEIGT!) auf einen langen Abendspaziergang durch die dunklen, schmalen & oft verkehrs-bereinigten (ein schöner Terminus, weckt er doch - zu Recht! - Assoziationen an ‘Dreck, Müll & Unrat’) Gassen Cuzcos.
In einigen ‘Calles’ scheint sich das grobe Kopfsteinpflaster an den angrenzenden Häuserwänden hinauf zu ziehen:

LA1127-CuscoIncaWallsInDerCalleCabracancha

Die mehr als 500 Jahre alten Inka-Mauern wurden erhalten & als Fundamente (sowie Erdgeschoß-Außenwände) für die ‘NEUEN, spanisch-kolonialen Gebäude’ genutzt. Ich versuche mir die Standorte einiger atmosphärischer, ‘potentieller Night-Shot’-Motive für die (anstehende) ‘GANZ GROSSE Stadt-Foto-Safari’ der kommenden Tage einzuprägen.
Nahe der ‘Iglesia Santo Domingo’, einer beeindruckende ‘Kirchen-STADT’, die auf den Mauerresten des von den spanischen Conquistadores geschleiften, ehemaligen rituell-religiösen Inka-Stadtzentrums ‘Coricancha’ (siehe später!) errichtet wurde, biege ich in die breite, alleen-artige Hauptverkehrsader Cuzcos, die ‘Avenida del Sol’ ein ...
... & marschiere Richtung ‘Estación de Trenes a Puno’ - die GLEICHE STRECKE, die ich in umgekehrter Richtung in den frühen Morgenstunden der letzten Nacht schon (‘mit schwerem Gepäck’ zwar, aber PROBLEMLOS) bewältigt habe:
Okay - ES IST DUNKEL!
Aber die Straße ist stark befahren, mittels moderner Straßen-Laternen gut ausgeleuchtet & ...
... die direkte Verbindungsstraße zwischen ‘Plaza de Armas’ und Hauptbahnhof zählt für mich GANZ ENTSCHIEDEN (!) zum ‘durch die örtliche Polizei BESONDERS & in HÖCHSTEM MASSE zu SCHÜTZENDEN touristischen Stadtzentrum!’
Also FÜR MICH - naja ...
Nachdem ich die letzten monumental-modernen Gebäude passiert habe (Haupt-Post, ‘High-Budget’-Hotels & Banken) ...
... folgt ein (zugegeben!) ‘etwas dubioser’ Straßenabschnitt:
Hinter einer stark frequentierten, hell-erleuchteten Tankstelle (‘Tankstelle’: für mich seit je her ‘DER Zufluchtsort schlechthin’ ... ja, Symbol eines ‘Hortes der Zufrieden- & Geborgenheit’ ... kurz: ‘Heimat’!) sind rechts & links der breiten Straße einfache Hütten zu erahnen.
Naja - die Straßenbeleuchtung ist dort ‘nicht mehr ganz SO verschwenderisch’!
Aber NOCH denke ich an nichts Böses! Schließlich fühle ich mich wohl, bin offen (für ALLES!), vorurteilsfrei ...
... & LEICHTSINNIG !!!
In einer Entfernung von etwa 100 Metern (vor mir & auf meiner Straßenseite) tuscheln zwei junge Männer miteinander, lösen sich dann voneinander & kommen eiligen Schrittes, scheinbar zufällig (& gleichgültige Mienen tragend / aufsetzend) in zwei weitgezogenen Halbbögen auf mich zu. Mir bleibt nicht einmal DER BRUCHTEIL EINER SEKUNDE, diese Beobachtung zu analysieren (geschweige denn: Konsequenzen aus ihr zu ziehen) ...
... DENN im nächsten Moment spüre ich einen Schlag im Rücken!
Verdutzt registriere ich,  daß sich jemand von hinten an mich klammert & meinen Hals zu würgen versucht! Im übernächsten Moment sind seine beiden Komplizen bei uns angelangt & ‘bearbeiten mich von vorne’: Sie verfolgen das vordergründige Ziel, mich mit gezielten Fußtritten auf den Boden zu zwingen!
Ich klammere & halte (naja - alte ‘Schifferstadt-Schule’: ‘Thanxx, W.Dietrich!’), meine Schuhe fliegen in hohem Bogen durch die Nacht - ABER ...
... ICH BLEIBE AUF DEN BEINEN! (hm - nicht mal eine ‘kleine Wertung’ für meine zahlenmäßig weit überlegenen Gegner!).
Vom ersten Überraschungsmoment an kreisen immer wieder die gleichen, glasklaren Gedanken durch meinen Kopf: SCHEISSE! Gegen DIE habe ich NICHT DIE SPUR einer Chance! Geld, Papiere, Schecks, Kamera UND ... ZIGARETTEN ...
... ALLES FUTSCH!
Währenddessen ringen wir ‘noch ein Weilchen’ miteinander, ohne daß eine Partei einen entscheidenden Griff anbringen könnte (aber der Kampf wird EINDEUTIG von meinen drei Gegnern gestaltet & ... ich muß aufpassen, daß ich mir keine ‘Verwarnung wegen Passivität’ einhandele!).
DANN ...
... kommt mir plötzlich DER RETTENDE EINFALL & ich herrsche mich an:
‘Mensch Horst, Du idiotischer Einzel-Idiot! Wie wäre es denn (bitte schön!), wenn Du mal (vielleicht!) um Hilfe schreien würdest - EVENTUELL ... ?’
Äh - ja ...
... was ich dann auch umgehend & lautstark tue (übrigens: in deutscher Sprache! Ich habe keine Ahnung warum?).
AUGENBLICKLICH ... lassen die drei Kerle laut fluchend (& sich untereinander verständigend) von mir ab ...
... & flüchten in unterschiedliche Richtungen! Noch unter Schock stehend, kann ich zunächst gar nicht glauben, daß ich mich (zugegeben: mit SEHR viel Glück!) aus dieser gefährlichen Situation befreien konnte !?
Ich checke meinen Fotorucksack, fühle nach meinem Portemonnaie (in der Gesäß-Tasche meiner Jeans), zünde mir schließlich eine Zigarette an & darf paffend konstatieren: ALLES befindet sich an Ort & Stelle ...
... DA, wo es hingehört!
Ich erinnere mich, mit Dieter (in Riobamba) GENAU DIESE Situation diskutiert zu haben. Er behauptete damals, sich AUF JEDEN FALL handgreiflich zu wehren, falls man versuchen würde ihn auszurauben. Ich dagegen war skeptisch, ob kämpfen die richtige Maßnahme ist: ‘Was, wenn die Kerle durch Gegenwehr erst zur Gewalttätigkeit provoziert werden ...
... & IHRE (SCHUSS-?) WAFFEN einsetzen?’
NUN ... in dieser konkreten Situation, muß ich einigermaßen ÜBERRASCHT zur Kenntnis nehmen, daß ich NICHT EINEN MOMENT darüber NACHDACHTE, ‘was passieren WÜRDE, wenn sich einer der Kerle durch meinen passiven Widerstand BEDROHT fühlt & die nächsthöhere Runde der Gewaltbereitschaft einläutet ...
... ausrastet ... ein Messer (eine Knarre?) zieht !?’
Es war mir EGAL: Ich konnte mich nicht anders verhalten, als ich mich letztlich verhalten habe!
Hm - ich weiß nur ZU GUT, daß ich VERDAMMT VIEL GLÜCK hatte ...
... & beeile mich (etwas mehr als nur ‘leicht’ beschleunigten Schrittes) zurück in den ‘sicheren Hafen des Touri-Ghettos um die Plaza de Armas’ zu gelangen!
EIGENTLICH ... bin ich über den ‘Zwischenfall an (& für) sich’ gar nicht mal SO verärgert (DEN hake ich relativ schnell als ‘Vergangenheit’ ab). Was mir allerdings SCHWER zu schaffen macht, ist das aus meinem Unterbewußtsein nun an die Oberfläche gelangte WISSEN, daß ich meine geplanten Aktivitäten ‘In & Um Cuzco’ nun nicht mehr unvoreingenommen durchführen kann:
- über die jeweils zehn Kilometer langen ‘Hikes’ durch einsame Naturlandschaften (um Machu Picchu & Pisac) nach- & (vor allem!) VOR-grübeln werde,
- unsicher bin, ob, & wenn ja, wann & wo ich mich wie bewegen kann,
- halt die ganze SCHEISSE mit Mißtrauen ALLEM & JEDEM gegenüber!
Ich werde mich in den nächsten Tagen wohl extrem zusammenreißen müssen - meine Besichtigungsaktivitäten so gut (& sicher) wie möglich planen & DANN:
JUST DO IT! ...
... whatever happens !?
Aber DAS ist (natürlich) leichter gesagt als getan.
Ich kehre ‘beim Chinesen’ ein & spendiere mir erstmal einen GROSSEN ‘Cerveza-Tranquilizer’. Anschließend Diner sowie Postkarte an Hans (Sorry, ich konnte nicht an mich halten & mußte Dir mein gerade ‘erlebtes Erlebnis’ berichten! ... wenn auch in ziemlich flapsigem Stil).
Um Zehn Uhr kehre ich dann ‘heim’ (in mein Zimmer), rauche & lese bis Halb Zwölf Uhr ‘Cortazar’. Schließlich lösche ich das Licht, lausche (wieso eigentlich ...?) noch einige Zeit ‘leisen Trappel-Geräuschen’ auf dem Holzbalkon vor meiner Türe ...
... & schlafe dann (mit ZIEMLICH GEMISCHTEN Gefühlen: Ich WEISS nicht, wie ich mich fühle!?) ... äh ... EIN.
PUNKT (!) ...

... Den heutigen Tag gehe ich (bewußt!) ruhig an ...
Ich stehe erst um Acht Uhr auf (werde erst unter der Dusche ‘wach’) & teste die nahe LP-Empfehlung ‘Café Haillyi’:
Gutes Frühstück & ... ‘etwas’ größere Kaffeetassen (immerhin!) als anläßlich meines gestrigen, ersten ‘Desayuno en Cuzco’ (äh ... erlitten).
Dort schreibe ich einen langen Tagebuch-Eintrag zum gestrig-abendlichen ‘Wrestling-Adventure’. Vom Nebentisch lächelt mir zwar eine nett aussehende, junge Touristin (‘Ganz in Schwarz’) zu ...
... mir aber steht nur der Sinn nach Vergangenheits-Bewältigung.
Anschließend will ich mich im ‘Tourist-Office mit Cuzco-Infos versorgen. Aber das staatliche Büro hat ‘ge-shiftet’: Am ALTEN Standort brauche ich eine ‘geschlagene’ Viertelstunde, um rauszukriegen, daß der mich belabernde (vermeintliche) ‘Office’-Angestellte NUR ein privater Tourveranstalter ist, der mir eins seiner ‘All-Inclusive-Packages’ aufschwatzen will. Nachdem ich den Schwindel (denn doch) bemerke ...
... verlasse ich natürlich SO-FORT ...
Im ‘wirklichen & wahrhaftigen’ Touristenbüro, treffe ich auf eine lediglich Spanisch sprechende Frau, die offensichtlich kein Vertrauen in meine Sprachkünste hat & mich abwimmelt: ‘In einer halben Stunde kommt die reguläre, alles-wissende & englisch-sprachige Angestellte ... äh ... von ihrer Mittagspause zurück!’
Dabei wäre es doch SO EINFACH, EHRLICH zu sagen:
‘No Quiero Trabajar, Senor!’ ...
... ICH bin doch der letzte, der DAFÜR kein Verständnis hätte.
Ich schlendere zum Hauptpostamt (Na ...? Ahnt ihr was ...?) - richtig:
An der ‘Avenida del Sol’ & gebe die gestern Abend voll-geschriebene ‘Tarjeta’ auf.
Ja & DANN ... ?
DANN ... starte ich einen zweiten Versuch (diesmal bei Tageslicht!), mich zur ‘Estación de Trenes’ (sowie den nahen Büros der Überland-Busgesellschaften) ... äh ... ‘durchzuschlagen’.
Ich fühle mich wie ein Skispringer, der nach einem ‘Griff in den Schnee’ SOFORT wieder die Schanze erklimmen & den nächsten Versuch unternehmen MUSS, um seine Angst zu überwinden ...
An den örtlichen Gegebenheiten hat sich gegenüber gestern Abend natürlich nichts geändert: Etwa 200 Meter südlich des ‘Correo’ dünnt der bis dorthin sehr dichte Passantenstrom aus. Weit & breit läßt sich kein einziger Touri mehr blicken! Heute entscheide ich mich jedoch für die andere Straßenseite ...
... & halte (während ich COOL in süd-östlicher Richtung voran-’eiere’) meine Augen & alle sonstigen, verfügbaren Sinnesorgane ‘scheunentor’-weit geöffnet.
MAG SEIN, daß ich mich jetzt EIN FÜR ALLEMAL als paranoid OUTE ...
... aber die Psyche läßt sich nun mal so leicht nichts vorschreiben:
Sei’s drum ...
Nachdem ich die Tankstelle passiert habe, sehe ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen jungen Mann, der schnellen Schrittes & auf etwa gleicher Höhe in meine Richtung hastet. Kurz darauf blickt er zunächst MICH an, schaut anschließend ‘auf einen Punkt hinter mir’ ...
... & gibt Handzeichen.
Ich drehe mich (wie zufällig) kurz um & ... stelle fest, daß mir im Abstand von etwa 50 Metern ein weiterer, junger Mann eindeutig FOLGT!
Sein Gesicht spricht Bände:
NORMALERWEISE finden sich Fotos mit solchen ‘Fratzen’ nur in ‘einschlägigen Karteien’ ... & unter den Fotos prangt IMMER eine mindestens acht-stellige Zahl!
Ich marschiere etwa zehn Schritte weiter (genauso, als hätte ich nichts bemerkt). Dann bleibe ich ABRUPT stehen, drehe meinen Kopf leicht zur Seite, lege meine Stirn in deutliche (sichtbare!) ‘Grübel-Falten’ ...
... & KEHRE ZIELSTREBIG UM!
Dem mir entgegenkommenden ‘Killer’ (ich WEISS, was ich hier schreibe!) schaue ich mit ENERGETISCHEM Blick mitten ins Gesicht ...
... während sich meine rechte (die ‘deutsche’!) Faust auf einen schmerzvollen (für wen auch immer!?) ‘friedensschaffenden Einsatz’ vorbereitet.
Und der ‘TYP’ ...?
... schaut schnurgerade an mir vorbei - & kurz darauf folgen seine Schritte seinem Blick!
Hm - wie gesagt: ich bin mir DURCHAUS BEWUSST, daß mich ALLE für verrückt halten MÜSSEN & über meinen Verfolgungswahn (günstigstenfalls für mich!) nur mitleidig lächeln können ... & doch:
Hier stehe ich & kann nicht anders!
Die alte Inka-Metropole Cuzco ist mir ENDGÜLTIG & VOLLSTÄNDIG VERGÄLLT !!!
NEIN - ich reise NICHT sofort ab ...
... aber noch während der anschließenden, kurzen Rast auf einer Parkbank (in der wunderschönen, atmosphärischen & sonnenüberfluteten ‘Plaza Regocijo’: ... was mir im Moment allerdings ‘ziemlich am Arsch vorbeigeht’!), setzt das große ‘All-My-Thoughts-Are-Circles’-Grübeln ein ...
... & ich frage mich immer wieder:
UN WAT NU ...?
Tja, ich weiß es nicht ...
... NOCH nicht! Aber im Moment verspüre ich eine UNENDLICH GROSSE UN-LUST IRGENDETWAS zu machen ...
Ich marschiere zur ‘Estación de Trenes San Pedro’, dem zweiten Bahnhof Cuzcos, in dem die Züge nach Machu Picchu abfahren (unterwegs einige, eher lustlos geschossene Atmo-Fotos) ...

LA1126-CuscoDenkmalALosFundadoresLA1218-CuscoDenkmalAnDerPlazuletaSantaCatalinaLA1217-CuscoIglesiaSanBlas

LA1121-CuscoKathedrale+Parkbank

... & informiere mich eher grundsätzlich über Klassen, Fahrpreise & Abfahrtzeiten:
Mehr ist nicht drin!
Zurück ins Hotel: zwei Stunden ... Relaxen ... Dösen ... Grübeln.
Trotzig unternehme ich am späten Nachmittag einen Spaziergang durch die ‘Nearby Cobble-Stoned Streets’. Ich will versuchen, (wenigstens) ein paar schöne Atmo-Aufnahmen zu schießen. Weit komme ich allerdings nicht, denn in Cuzco ist schon um Fünf Uhr nachmittags das Licht so schwach, daß ich zur ‘200-ASA’-Kamera greifen muß.
Immerhin gelingt mir (spontan) ein Foto, das meine momentane Sicht Cuzcos SEHR BILDHAFT auszudrücken vermag: Stacheldrahtzaun (im Vordergrund & scharf) sowie die beiden Katholen-Tempel ‘Iglesia La Compania’ & ‘Catedral’ (im Hintergrund & eher verschwommen)!
Hm - hoffentlich ist das fertige Dia in der Lage, meine ‘intendierte Bildvorstellung’ wiederzugeben ... ?
Tja - meine Meinung zu Cuzco steht fest:
Die Stadt ist nichts weiter als ein großes ‘Touristen-Ghetto’ (an der zentralen ‘Plaza de Armas’), wo der gut-betuchte Pauschal-Reisende alles findet was er braucht!
Neben Hotels, Restaurants, Reisebüros & Tour-Veranstaltern ...
- Taxis (um den unsichtbaren Zaun zwischen ‘Virtual & Real Reality’ unbeschadet durchschreiten zu können),
- Polizisten (zur ‘Symbolisierung der Illusion von Sicherheit’ ... die sich aber so wichtiger Aufgaben annehmen, wie ‘Touristen aufzufordern, nicht die Grünflächen zu betreten’),
- & sogar ein ‘Tourist Complaint Office’ (welches den Touristen vorgaukeln soll, sie & ihre Sorgen würden ernst genommen).
IN WIRKLICHKEIT aber ... wird lediglich DAS getan, was den Umsatz der Tourismusbranche steigern hilft: denn Cuzco ist natürlich nicht an den TOURISTEN interessiert, sondern ausschließlich an den DOLLARS (!) DER Touristen, die willens sind, möglichst umfassend zu konsumieren.
Und in dieses ‘Bild vom willkommenen Touristen’ paßt der Individualreisende, der sich seine Bus- & Bahn-Tickets selbst besorgen (oder auch einmal den vorgezeichneten Touristenpfad verlassen) will schlichtweg nicht hinein.
Wäre man BÖSWILLIG (muß ich WIRKLICH anmerken, daß ICH über diesen Vorwurf natürlich erhaben bin), so MÜSSTE man resümieren:
Die Verantwortlichen sehen überhaupt keine Veranlassung, IRGENDETWAS gegen Überfälle auf Touristen zu unternehmen ...
... bringen diese (die Überfälle) diese (die ‘noch nicht VÖLLIG pauschalen Touristen’) doch besser & SICHERER als jede teure Werbe-Kampagne ‘auf den richtigen Weg’ (zurück): nämlich ...
... (Sicherheit) zu KONSUMIEREN & (somit) ... ‘den Tourismus-Umsatz der Stadt Cuzco maximieren zu helfen’!
Hm - die logische Konsequenz dieser, meiner Ereiferungen wäre eigentlich, die Stadt schnellstens zu verlassen ... & Cuzco mit meiner Abreise zu ‘bestrafen’ - aber:
ICH WILL NICHT AUF DIE FOTOS VERZICHTEN!
Daher ...
... entschließe ich mich (nach einem ersten Info-Gespräch mit einem Tour-Veranstalter) für das gegenteilige Extrem:
Ich hake die Stadt Cuzco (‘reise-atmo-&-feel-good’-mäßig) als FUCKIN’-FUCK-TOWN ab & besichtige die interessantesten Sehenswürdigkeiten nahe Cuzco ‘im sicheren Schoß einer Reisegruppe’ (während dreier, verschiedener Pauschal-Tages-Ausflüge). Ich gebe zu, daß bei dieser, meiner Entscheidung, der masochistische Aspekt ‘eine nicht unerhebliche Rolle’ spielt:
WENN SCHON, dann aber auch DIE VOLLE DRÖHNUNG! ...
... umso MEHR Grund habe ich nachher, mich über Cuzco zu ärgern!
Mit (etwas) besserer Laune schlendere ich nach Einbruch der Dunkelheit durch die ‘Calle Procuradores’. Ein kleines Restaurant befindet sich neben dem nächsten (Cuzco ist ‘fast-food-ketten-freie Zone’ ... äh ... um auch mal etwas POSITIVES zu dieser SCHEISS-STADT anzuführen).
Ich spendiere mir ein vorzügliches Menu in einem atmosphärischen Gewölbe-Restaurant, das von zwei Französinnen geführt wird, die vor zwei Jahren ihre Zelte in Frankreich abgebrochen haben & seither in Peru leben. Die kleine, friedvolle Oase ist nahezu leer & so finden wir Muße für eine ausführliche Unterhaltung ...
... natürlich AUCH (aber nicht nur) über meine gestrige Erfahrung mit ‘Violencia En Cuzco’: Beide zeigen echte Bestürzung & behaupten, daß derlei seit einem guten Jahr nicht mehr vorgekommen sei.
Ich habe dafür nur zwei mögliche Erklärungen:
- entweder melden sich die Attackierten nicht bei der Polizei (genau wie ich!),
- oder aber ich bin wirklich DER EINZIGE IDIOT, der im letzten Jahr den Versuch unternommen hat, das ‘Touristen-Ghetto’ (alleine und zu Fuß!) zu verlassen !?
Ich muß über meine Eindrücke in & von Mittelamerika berichten, während die beiden geradezu euphorisch von den in den Bergen nahe Cuzco gelegenen, kleinen ‘Indio-Pueblos’ schwärmen (die sehr ruhig, untouristisch & SAFE sein sollen) ...
... & ihre eigenen Reiseerfahrungen in & mit Peru schildern.
Übrigens: Mein Eisenbahn-Abenteuer (vom letzten Samstag) war allem Anschein nach DOCH nichts Außergewöhnliches! Die peruanischen Züge haben IMMER mehrere Stunden Verspätung ...
... & es gibt IMMER ‘Problemas Con El Maquina’!
SCHADE - eigentlich ...
Sehr nette, mich aufmunternde Plauderei ...
... & da auch das Essen vorzüglich schmeckte, bin ich festen Willens, in den verbleibenden Cuzco-Tagen nochmal den Weg zu den Französinnen zu suchen.
Hm - auch die musikalische Untermalung (Joan Baez, Joni Mitchell & Konsortinnen) war eine wohltuende Erholung für meine mittlerweile doch ‘EXTREME Beutel-Form’ aufweisenden Ohren.
Mit stark gebesserter Laune trete ich schließlich den ‘Heimweg’ an. Unterwegs beschließe ich, den Abend mit einem authentisch-peruanischen Schlaftrunk zu ‘krönen’ ... & erstehe in einer ‘Tienda’ einen ‘niedlichen, harmlos (allerdings nur) aussehenden Flachmann’ - denn:
VORSICHT! ‘PISCO’ ... der peruanische Weinbrand (eindeutig identifizierbar an seiner glasklaren ‘Nicht’-Farbe) ist ein ziemlicher ‘Bretterknaller’!
Schon der erste, laaange Zug läßt mich ERAHNEN, was nach regelmäßigem Genuß dieses ‘Feuerwassers’ ...
Naja - zumindest GLAUBE ich jetzt zu wissen, warum sich in Lima so auffallend viele Männer unter Zuhilfenahme eines vorneweg geschobenen, weißen Stocks durch das chaotische Verkehrsgewühl tasten ...
In meinem himmlisch-ruhigen Hotelzimmer verlebe ich noch zwei feucht-fröhliche Lese-Stunden. Und gegen Elf Uhr erkläre ich (wortlos zwar, aber: ZIEMLICH angetrunken!) meinen zweiten ‘Cuzco-Tag’ für beendet:
LICHT AUS & ...
... unter die Decke (nein: NICHT ‘HB’, Du Männchen!) ...
... auf 3.400 Höhenmetern sind die Nächte einfach ARSCH-KALT !!!

[home] [asia 96] [lat-am 97] [africa 98] [contact]