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UNTERWEGS ... ... IM VULKANISCHEN SÜDEN PERUS ! ODER: DIE LANGE ANFAHRT ... ... HIN ZUM ‘GRÖSSTEN CANYON DER WELT’ !
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Nach nur vier Stunden Schlaf wache ich zerschlagen & zerstochen auf ... Zunächst besorge ich mir im Büro der Busgesellschaft ‘TEPSA’ ein Ticket für den ‘3.30-Uhr-Nachmittags’-Bus nach Arequipa ... ... & erst dann: Frühstück! Traditionell (oder gar schon rituell ...?) ‘Lomo Saltado’ - dazu Kaffee & einen ‘Giga-Mixed-Fruit-Juice’ - kurzer Tagebuch-Eintrag. Gegen Mittag marschiere ich zurück ins ‘Hotel Europa’, packe & deponiere meinen Rucksack bei der (wirklich SEHR netten) Frau an der Hotel-Rezeption. ‘Foto-Safari the Hard Way!’ - sprich: Ab-Arbeiten der Haupt-Sehenswürdigkeiten (bislang habe ich in Lima herzlich wenige Aufnahmen gemacht): als da wären ... - die ‘Iglesia de San Pedro’,
- der ‘Palacio Torre Tagle’ (erbaut 1735, heute Sitz des Außenministeriums): ... übrigens eines der GANZ WENIGEN alten Kolonialhäuser, das die diversen, verheerenden Erdbeben unbeschadet überstanden hat,
- die ‘Plaza Bolivar’ sowie ein weiteres (mein siebtes oder achtes seit Mexico-City!) ‘Bolivar’-Denkmal ... ... vorab frage ich einen der zahlreichen, vor dem nahen ‘Kongress’ patroullierenden Soldaten um ‘Permisso de Tomar un Foto’ (hm - ich habe KEINE Lust, schon wieder das gesamte staatliche Hochsicherheitssystem in Alarmzustand zu versetzen!),
- die ‘Iglesias de la Merced y ... San Agustin’ ... ... letztere mit interessanten Steinskulpturen an der Front-Fassade (hm, einige sind richtiggehend witzig, was mich denn doch überrascht: denn Humor ist so ziemlich DAS EINZIGE, ‘was ich den Katholen NICHT zutraue!’),

- das klosterähnliche (allerdings enttäuschend UN-fotogene) ‘Santuario de Santa Rosa de Lima’,
- die ‘Plaza Pizarro’ ... sowie ein den brutalsten aller spanischen ‘Conquistadores’ eindrucksvoll (& peinlich!) verherrlichendes Bronze-Reiterdenkmal,
- die Hauptpost (‘Correos da Lima’),
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... sowie schließlich die ‘Plaza de Armas’ mit den (bekannten!) Highlights: Brunnen, Kathedrale & Regierungspalast sowie (neu!) ... ‘einer Un-Menge Militär!’ Die ‘Plaza’ ist rundum (& lückenlos!) ‘mit Soldaten zugestellt’. Niemand darf den Platz betreten & ... ... KEINER WEISS, WARUM !? Ein junger Peruaner erklärt mir, daß diese ‘Machtdemonstration der Fujimori-Regierung’ mindestens dreimal pro Woche zelebriert wird ... ... & die einzigen, die sich über diesen Aufmarsch noch wundern, sind die ‘Extranjeros’. Also wundere ich mich (drehbuch-gemäß) eine halbe Stunde, schaue dem einen und dem anderen gepanzerten Militärfahrzeug dabei zu, wie es die eine oder andere Runde um die ‘Plaza’ dreht - bin in gespannter Erwartung - aber: NIX PASSIERT (NICHT)! Um Halb Drei Uhr löse ich meinen Rucksack im Hotel aus & mache mich auf den langen Fuß-Marsch zum ‘TEPSA-Bus-Terminal’. Aber weit komme ich nicht: Plötzlich werden alle Passanten aufgefordert stehenzubleiben! Im nächsten Moment biegen fünf oder sechs schwarze (vermutlich gepanzerte) Luxus-Limousinen mit quietschenden Reifen aus einer Tiefgarage in die Straße ein. Die Sicherheitskräfte (inner- & außerhalb der Staatskarossen) tragen dunkle Anzüge, dunkle Brillen ... & dunkle Maschinenpistolen. Genauso schnell, wie sie auftauchten, verschwinden die ‘VIPs’ allerdings auch wieder (um die nächste Straßenecke) ... Nach weiteren 200 Metern werde ich Zeuge einer Demonstration! Vor dem ‘Officio de la Seguridad del Pueblo’ (hm: ‘Euphemismo Peruano’ ...) bilden knapp 100 Personen eine mäßig organisierte Menschentraube, derweil eine junge Frau versucht, mit Hilfe eines Megaphons die Menge ‘anzuheizen’ ... ... aber vergeblich: die ‘Revolución’, die heute (wie vermutlich jeden Tag!) in Lima losbrechen soll, wirkt eher UN-entschlossen! Ich muß meinen Schritt beschleunigen. Wenn ich dieses Tempo beibehalte (& jedes gerade in der Stadt statt-findende Ereignis ‘an mich ranlasse’, dann bin ich noch morgen in Lima): die Reststrecke bis zur ‘Bus-Company’ bewältige ich, OHNE nach rechts oder links zu schauen! Am ‘Equipaje’-Schalter gebe ich zunächst meinen Rucksack auf, schieße dann (am ‘Paseo de la Republica’) die aller-letzten Lima-Fotos (witzige ‘Alpaca’-Bronzestatuen) ...
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... & erwarte schließlich im Bahnhofs-Café den Aufruf zur Abfahrt meines ‘Pullman’-Busses. Ach ja (ich vergaß!): ‘TEPSA’ ist die Abkürzung für ‘Turista Express Pullman S.A.’ ... Um Viertel vor Vier Uhr geht’s los & ... ... mein ‘Pullman’-Bus nutzt vom ersten Augenblick an JEDE sich bietende Gelegenheit, sich als ‘die älteste & klapprigste Bus-Gurke’ zu outen, die mir während des gesamten, bisherigen Lateinamerika-Trips zugemutet wurde: - eine diese Bezeichnung verdienende ‘Kupplung’ scheint die ‘jämmerliche Rostlaube’ nicht zu besitzen, - beim Anfahren ruckelt & zuckelt der ‘erbärmliche Schrotthaufen’ SO LANGE, bis (endlich & irgendwie ...?) der zweite Gang (selbsttätig ...?) einrastet, - jede Berührung (wie auch jede NICHT-Berührung) des Gaspedals verursacht einen ‘unkontrollierbaren Raubtier-Satz’ (der ansonsten ‘ziemlich lahmen Blei-Ente’). An SCHLAFEN ... wird bei diesem Fahrkomfort (während der bevorstehenden, langen Nacht) nicht zu denken sein. Aber ich will mich nicht beklagen: Mir steht eine eigene Zweier-Sitzbank zur freien Verfügung & ich kann meine langen Beine ‘relativ weit’ ausstrecken ... Im Süden Limas zeigen sich (landeinwärts) die WIRKLICHEN Slums der Großstadt. Die am Sonntag nördlich des Stadtzentrums gesichteten, mutmaßlichen Armenviertel erweisen sich nachträglich als ‘die kapitalen Villen-Vororte’. Kontrastiert werden die hier herrschenden, UNVORSTELLBAR-SCHLECHTEN Lebensbedingungen (der recht- & besitzlosen, vornehmlich: ex-Campesinos) ... ... durch eine gut 40 Kilometer währende, ununterbrochene Aneinanderreihung von Strandbädern auf der anderen (der pazifik-wärtigen) Seite des Highways. Obwohl: die Strände wirken KAUM WENIGER deprimierend als die Hüttensiedlungen & (daher: Korrektur!) ... ... VERSTÄRKEN eher noch den niederschmetternden Gesamt-Eindruck dieser peruanischen Armuts-Region. Die Peruanos scheinen sich übrigens der Ausstrahlung ihrer Strände durchaus bewußt zu sein! Man ist (fast) geneigt Selbstironie zu vermuten, liest man deren ‘klangvolle & Idylle Pur versprechende Namen’: wie beispielsweise ... ... ‘Playa de la Oxidación’ (tja - DARAUF muß man erst mal kommen!). Die Landschaft gleicht der nördlich von Lima erlebten auf’s Haar: Sand, Wüste & hohe Dünen - weiter landeinwärts in Felsen, Hügel & Berge übergehend. Südlich der Slums KRIECHT unser Bus (ununterbrochene fünfzig Kilometer!) durch ein pflanzen- & kreatur-loses Areal, das vermittels gut lesbarer Hinweis- & Warn-Schilder als nationaler Truppenübungsplatz kenntlich gemacht ist: ‘Propiedad de la Ministerio de la Defensa!’ Labyrinthisch-verwirrende, ausgelatschte Trampelpfade führen (natürlich die jeweils steilsten Anstiege bevorzugend) die endlos langen Berghänge hinauf: HIER (wie auch sonst ... äh ... nirgendwo!) möchte ICH NICHT exerzieren müssen! Ich erspähe eine mich stark an ein KZ erinnernde Kaserne: - etwa zwanzig große Holzbaracken bilden rechte Winkel, - zwischen diesen verlaufen akkurate, wie mit dem Lineal gezogene Staub-Trassen, - die Kaserne ist von einem hohen Stacheldrahtzaun quadratisch eingefaßt, - & an jeder Ecke des unüberwindbar scheinenden Zauns reckt je ein Wachturm (drohend ... gegen wen?) sein Haupt über die Anlage. Oberhalb der in eine Bergsenke sich duckenden Militäreinrichtung thront (nackt & schutzlos) auf einem Sandhügel ... ... ein einsames, völlig surreal wirkendes Wohnhaus: Hm - ich VERMUTE (mal), daß sich ‘Anti-Terror-Spezial-Kommandos’ der peruanischen Armee HIER in der ‘Erstürmung besetzter ausländischer (japanischer?) Botschaften’ üben ... HEUTE ... ... deprimiert mich einfach ALLES! AUCH das miese Wetter: Dichte Bewölkung sowie in Schüben regelmäßig niedergehende, kurze Platzregen! Hm - das EINZIGE, was mich JETZT aufheitern könnte, wäre ... ... ein ‘schöner, lustiger Aki-Kaurismäki-Film’! Pisco ... die Heimat des gleichnamigen ‘peruanischen National-Feuerwassers’, ist die letzte Stadt südlich von Lima, die sich mir noch bei Tageslicht zeigt. Dann bricht die stockfinstere Nacht über uns herein. Nach Acht Uhr klart jedoch (immerhin!) die Bewölkung auf & ein ‘nahezu runder Vollmond’ erleuchtet den klaren Sternenhimmel: meine einzige Ablenkung! Damit die Nacht mir nicht ZU LANG wird, habe ich mir vorgenommen (wenigstens!) bis Nazca wachzubleiben ... Lunch-Stop in Ica (320 Kilometer & fünf Fahrtstunden südlich von Lima): Ich inhaliere (prophylaktisch!) mehrere Zigaretten, schaufele eine Portion ‘Arroz a la Cubana’ in mich hinein (‘Viva Fidel: Patria o Muerte!’) & beende, mich mittels Kaffee (so gerade eben!) bei Bewußtsein haltend, meinen heutigen Tagebuch-Eintrag. Übrigens: die Gesamt-Strecke von Lima nach Arequipa beträgt (knapp zwar, aber) mehr als 1.000 Landstraßen-Kilometer! Die fortgesetzte Busfahrt löst zunehmende Müdigkeit bei mir aus. Neben dem Highway zeigt sich nichts als die immergleiche, eintönige Sandwüste. Ich döse vor mich hin ... & ‘in mich weg’. Eine gleichermaßen (nur) zwischen- wie kurz-zeitige, lichte Phase erlange ich, als unser Bus durch ein stark zerklüftetes, schroff-gebirgiges Gelände donnert: Wir nähern uns Nazca! Ich stelle mir die berühmten ‘Nazca-Linien’ vor, die vor mehr als 1.000 Jahren von Paracas-Indios in die sonnengeschwärzte Oberfläche der Fels- & Stein-Ebene ‘geritzt’ wurden (& damit die tieferliegenden, hellen Gesteinsschichten offenlegten). Nach Erich von Däniken sind diese Linien UNTRÜGLICHE BEWEISE für ‘in grauer Vorzeit stattgefundene Besuche Außerirdischer auf unserem blauen Planeten’ ... ... ernstzunehmende Wissenschaftler hingegen deuten, die sich zu riesigen Tier-Schaubildern & abstrakten geometrischen Figuren zusammenfügenden Striche & Kurven als GIGANTISCHEN ASTRONOMISCHEN KALENDER! Anyway ... Selbst bei Tageslicht ... wären diese geheimnisvollen Zeichen (zumal: vom Highway aus!) nicht einmal zu erahnen. Da braucht es schon einen ganz anderen ‘Überblick’: DIE Touristen-Attraktion sind in Nazca zu charternde ‘Avionitas’ ... ... die eine halbe Stunde über den Linien kreisen & den zahlungskräftigen Fluggästen die (vermutlich so & so ... einmalige!) Möglichkeit zum ‘Air-Shot’ bieten. Hm - für mich IN ETWA SO INTERESSANT, ‘als würde in Havanna ein Sack mit braunem Rohrzucker ...’ Äh - ja ... Mittlerweile ist es Elf Uhr nachts ... ... & 450 der insgesamt 1.050 Kilometer sind geschafft! Die Zeit wird mir VERDAMMT LANG: Im Bus gibt’s weder Licht (schließlich wollen alle schlafen), noch eine Musik- oder gar Video-Anlage (die ich allerdings - beide - KAUM vermisse!). Ich kann mich (schwach) an zwei Zigaretten-Stops ‘in the Very Peruvian Middle of Andes-Where’ erinnern ... ... damit sind meine, während der folgenden sechs Bus-Stunden ‘gewonnenen’ Eindrücke aber auch schon komplett & erschöpfend beschrieben! Nachdem wir den kleinen Terminal von Camana hinter uns lassen (noch 200 Kilometer bis Arequipa!), beginnt es SEHR LANGSAM zu dämmern. Und AUCH ICH dämmere ... ... nämlich: noch ein letztes Mal (kurz) WEG ...
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... Gegen Sieben Uhr besiege ich ENDGÜLTIG (naja - zumindest für heute) meine Müdigkeit, schaue aus dem Fenster & sehe ... ... NICHTS! Wir tasten uns durch eine dichte Wolkenbank. URPLÖTZLICH (jedoch) ... ... bricht der Bus (nach oben!) durch die Wolkendecke & die Morgensonne knallt mir direkt & brutal ins Gesicht: Nachdem sich meine kurzzeitig erblindeten Augen an die extremen Lichtverhältnisse gewöhnt haben, erkenne ich eine flache Hochebene, die dicht mit hohen Gras-Büscheln bewachsen ist ... ... sowie (am nordöstlichen Horizont) eine lückenlose Bergkette. Deren zackige Gipfel setzen sich vorwiegend SCHWARZ vom blauen Himmel ab. Obwohl: Auch eine Handvoll schneebedeckter Bergspitzen kann ich ausmachen! OB ... ... allerdings der 5.822 Höhenmeter zählende ‘Misti’ (der ‘Hausvulkan’ Arequipas) darunter ist, weiß ich nicht mit Bestimmtheit zu sagen !? Unser Bus sinkt in eine tiefe, ‘un-natürlich’ wirkende (& wie ein Kohle-Tagebau aussehende) Schlucht! An deren Ende fahren wir in einen langen, schmalen Tunnel ein & nehmen (als das Ende des Tunnels erreicht ist) eine haarnadelförmige, scharfe Rechtskurve: Tja ... & GENAU DORT (unmittelbar am eng-kurvigen Straßenrand) ... sind etwa zwanzig blumen-geschmückte Holzkreuze in den (blut-?) roten Boden gepflanzt! Hm - WAS will uns der Dichter wohl damit ...? Der ‘ungefähre’ Standort Arequipas zeichnet sich durch die, eindeutige Hinweise gebende Topografie der Region ab: - wir fahren direkt auf zwei hohe, schnee- & eisgekrönte Berge zu, an deren ‘ausladende Füße sich Arequipa schmiegen soll’, - der ‘Kegelförmige’ (‘Da Vorne Links!’) wird mir von anderen Fahrgästen zweifelsfrei als ‘El Misti’ bestätigt. Und WIRKLICH: Gegen Halb Neun Uhr erreichen wir den SEHR geschäftigen, ultra-modernen Bus-Bahnhof der zweitgrößten Stadt Perus! Zunächst genehmige ich mir in einem Bistro-Café (innerhalb des weitläufigen, zweistöckigen Bahnhofsgebäudes) ein ausgiebiges Frühstück: Naja - WENN’S denn jemand verdient hat ... Kurz darauf schieße ich (vom Panorama-Balkon des Cafés aus) mein erstes ‘Misti’-Foto.
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Dann: (erstmal) Beine hoch, ... relaxen & ... Zeit lassen! (SEHR viel) ... später besteige ich ein ‘Collectivo’ & lasse mich zur ‘Plaza de Armas’ kutschieren. Kurze Orientierung ... ... dann begebe ich mich auf Zimmersuche: HEUTE bin ich nicht so wählerisch! Nein! Die Aussage ist nicht zutreffend ... ... richtig ist vielmehr, daß ich schon beim ersten ‘Hostal’ fündig werde & ein ABSOLUTES (DAS!) ‘Traum’-Zimmer entdecke: Eine sehr geräumige & liebevoll eingerichtete Mansarde (auf dem Flur befindet sich eine saubere Gemeinschafts-Dusche ‘CON Agua Caliente’) für NUR zwölf ‘Soles Nuevo’ ... ... ein un-GLAUB-licher Spottpreis! Letztlich ausschlaggebend für meine spontane, positive Entscheidung ist jedoch der Ausblick aus dem großen Fenster: unmittelbar ‘unter mir’ erstreckt sich die palmen-bestandene, von schnee-weißen Kolonialpalästen gesäumte ‘Plaza de Armas’ & direkt ‘vor mir’ erheben sich die creme-farbenen Türme der beeindruckenden ‘Catedral Metropolitana’. Mein Entschluß steht SOFORT fest: Hier BIN ich & hier BLEIBE ich !!! Der Rest des Tages ist schnell erzählt: Zunächst nehme ich einen LANGEN Spaziergang (zur ‘Estación de Trenes’ ... & zwar: GERNE!) auf mich - denn: HALLELUJAH! ENDLICH gibt’s mal wieder einen Zug!
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Kauf eines ‘Boleto Turista’ für den ‘Freitag-Nacht’-Zug nach Juliaca (am ‘Lago De Titicaca’ ... ‘Hach!’). Vom ‘Coche Economico’ des Nachtzuges wird mir (auch von meinem ‘LonelyPlanet’: was aber - zugegeben - nix heißt!) vehement abgeraten: Die Touristenklasse ist zum einen mit bequemen Polster-Liegesitzen ausgestattet ... ... & (‘Very Essential!’) bietet darüberhinaus in der Nacht einen besseren, ‘öffentlichen’ Schutz vor den im Zug mitreisenden, organisierten Diebesbanden. In Juliaca bleiben mir dann am frühen Samstag Morgen drei Stunden Zeit, um mir ein ‘Boleto Economico’ (dann aber!) für die Weiterfahrt nach Cuzco zu besorgen. Im Obergeschoß eines ‘Open-Air-Arkaden-Cafés’ (unmittelbar an der ‘Plaza de Armas’) ... ... suche & finde ich anschließend Entspannung: ausgiebiger Brunch (toller ‘Panceque Con Platanos, Mermelada y Mantequilla’) sowie mehrere Eimer Kaffee. Währenddessen beende ich den Brief an Kathrin. Und als ‘Sahnehäubchen’ gibt’s obendrauf (gratis!) ‘Feel-Good-Views’ ...
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... auf die ‘Plaza-Action’ sowie die umliegenden, von der Mittagssonne überfluteten Kolonialbauten. Nachmittags checke ich die Angebote zweier Tour-Veranstalter: Ich interessiere mich für den Trip zum ‘Colca-Canyon’ (inklusive ‘world-famous Condor-Lookout’) ... ... aber obschon die Zwei-Tages-Tour mit 20 US-Dollar recht preiswert ist, kann ich mich nicht entschließen. Naja - ich mag nun mal keine pauschalen Touri-Pakete mit Besuch von Andenken-Shops & anschließendem, gemeinsamem Diner bei speziell arrangierter, einheimischer Folklore ... A Ver ... In einer einfachen ‘Bodega’ beende ich (unter dem schlaf-&-überhaupt-förderlichen Einfluß eines großen ‘Arequipena Negra’) meinen heutigen Tagebuch-Eintrag. Währenddessen quält sich der über der Theke thronende Schwarzweiß-Fernseher durch das langweilige Viertelfinalspiel in der ‘Copa Futból de Libertadores’ zwischen ‘Cristal’ (Peru) und ‘Bolivar’ (Bolivien): Die Direktleitung aus Bolivien bricht alle zehn Minuten zusammen ... ... aber jede NOCH SO KURZE Unterbrechung wird vom aufmerksamen Kellner UMGEHEND (‘Zapp’ ... & das Ganze ohne Fernbedienung!) mit ‘brasilianischen Soap-Operas’ ... äh ... VERSÜSST !? Bei Einbruch der Dämmerung kommt mir dann plötzlich die Erleuchtung (schon WIEDER eine Spontan-Aktion): Ich habe mich nun DOCH entschlossen, ‘individual’ zu reisen & kaufe ein Ticket für den regulären Bus nach Chivay (am Rande des Colca-Canyons). Abfahrt des Busses: Morgen Mittag um Zwölf Uhr. Zufrieden (mit mir & meiner Entscheidungsfreudigkeit) ziehe ich mich in ‘Mi Hostal Mirador’ zurück: LANGE, HEISSE DUSCHE ... ... äh ... mit der ich diesen Tag hätte ausklingen lassen sollen !!! Aber der Hunger ... treibt mich (später) nochmal aus dem Haus & in ein suspektes Imbiss-Restaurant: das HIER eingenommene ‘Pollo con Papas y Ensalada’ hätte ich mir (& meinem Magen) allerdings besser ERSPART ... ... ‘irgendwie’ schmeckt alles nach Fisch !? Kurzer Verdauungs-Spaziergang - ein paar ‘Nacht-Stativ-Atmo-Aufnahmen’ ...
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... Kauf von Zigaretten & Kaltgetränken für die Nacht - einige (wenige) Seiten ‘Cortazar’-Bettlektüre - ja ... ... & das WAR‘S (eigentlich)! Hm - AUSSER: Mein ‘offener Aua-Zahn’ ... ... klopft gegen Abend (noch!) zaghaft (von innen) bei mir an! Ich versuche, seinen zwar wortlosen, aber lautstark (pochenden) Einwurf vermittels Einwurf einer Aspirin zu ignorieren ... ... & schlafe kurz darauf (in der vagen Hoffnung, ‘es möge sich NUR um ein vorübergehendes dentales Intermezzo handeln’) ... ein! SCHNARCH ...
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... Der Bus nach Chivay fährt erst gegen Mittag los. So kann ich mir heute Morgen Zeit lassen. Ich werde um Acht Uhr von strahlendem Sonnenschein geweckt (der durch das große Fenster in mein Zimmer lugt), bin sofort hellwach & erklimme die Dachterrasse des Hotels: Hier genieße ich (natürlich rauchend!) die tolle Aussicht ... ... in vollen Zügen (beides!) ... ... & schieße einige ‘Misti-über-Arequipa’-Aufnahmen. Schließlich wechsle ich den Standort: die tolle Atmo & Aussicht aber bleiben. Auf dem Balkon eines ‘Plaza’-Restaurants zelebriere ich ein ausgiebiges Frühstücks-’Fest’ (‘Con MUCHO Café Negro’). Ich lasse mich von der Sonne verwöhnen, schreibe Tagebuch ... & später eine Postkarte an Hildchen: Happy Birthday! ... schon mal im voraus. Hm - wer weiß schon, wie lange die Reise der Karte dauern wird ... !? Gegen Elf Uhr zurück in mein Hotel: Ich präpariere meinen Fotorucksack für ‘Two Days on the Road’, deponiere den großen Rucksack bei der netten & hilfsbereiten Zimmerwirtin (‘Hasta Manana, Senora!’), brause im scheinbar völlig orientierungslosen ‘Collectivo’ kreuz & quer durch die Stadt zum Busbahnhof & darf (dort angekommen) neben dem Bus stehend, gerade mal EINE Zigarette rauchen. ‘Super-Timing!’, sag’ ich mal (so) ... ... obwohl ich im Minibus SCHON meine Zweifel hatte, ob wir JE den Terminal erreichen würden !? Punkt Zwölf Uhr setzt sich unser Bus in Bewegung: Wir verlassen Arequipa in nördlicher Richtung. Die schlechte Schotterstraße steigt stetig in einer kargen Felsen- & Geröll-Wüste bergan. Nach einer Fahrtstunde erreichen wir einen 3.850 Meter hohen Pass, der zwischen den beiden stadtnahen Vulkanen Chachani & Misti hindurch ins Hochland führt. Über eine endlose, glatte Hochebene (die Vegetation besteht lediglich aus Hochlandgras & vereinzelten Kakteen) folgen wir den Gleisen der Zugstrecke ‘Arequipa-Juliaca’ ... ... die ich während der morgigen Nacht-Zugfahrt zwar nicht SEHEN, vermutlich aber SPÜREN werde! Denn die Bahngleise verlaufen in SEHR engen Schleifen äußerst spektakulär durch stark zerklüftetes, gebirgiges Terrain & ... ... geben eine eindrucksvolle Begründung für die miese Durchschnittsgeschwindigkeit des Zuges von NUR 30 Kilometern pro Stunde. Nahe des kleinen Bergdorfes Viscachani (auf 4.100 Höhenmetern) präsentiert sich eine große Herde ‘gemischt-rassiger peruanischer Kamele’: Llamas, Alpacas, Guanacos & Vicunas - alle grasen einträchtig (& vorurteilsfrei?) nebeneinander. ‘Je dünner die Luft (wird) ... umso größer die Toleranz?’ Scheinbar unaufhaltsam steigt die Schotterpiste (weiter) an. Als wir den höchsten Punkt der Busfahrt erreichen (1.400 Meter über ‘Titicaca-Level’ ...?), ‘kratzen’ wir gleichzeitig an der ‘Schnee-&-Eis-Grenze’: an der ausgehöhlten, bergan-wärtigen Böschung des Straßengrabens haben sich DICKE SCHOLLEN blau-glänzenden Eises gebildet. Den ‘Mount Ampato’ im Blick (mit 6.288 Metern der höchste Berg der Region) ...
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... gehen wir die letzte Fahrtstunde bis Chivay an - & diese könnte unser Bus auch locker OHNE Motor zurücklegen: Denn die Straße führt in weitgeschwungenen Serpentinen nur noch talwärts ... ... oder genauer: ‘canon’-wärts! Um Vier Uhr fahren wir in die kleine Provinzhauptstadt Chivay ein. Unser Bus stoppt an der ‘Plaza Central’, unmittelbar hinter einem mit laufendem Motor wartenden anderen Bus, auf dessen Dach gerade die letzten Gepäckstücke der letzten Fahrgäste verstaut werden. Ein kurzer Blick auf das Hinweisschild im Frontfenster bestätigt meine Vermutung: CABANACONDE! ... ... MEINE Richtung! ‘Mensch Hotte, Wüstenrot-Tag! Nu mach abba ma hinne!’ Obwohl: Eine HALBE Zigarette darf ich noch ‘paffen’ (hektisch, aber ... immerhin: Jedes Nikotin-Molekül zählt!). Dann springe ich in den anrollenden Bus, ergattere gerade noch einen der beiden letzten, freien Sitzplätze & ... eine weitere, atemberaubende Busfahrt kann beginnen! Von Chivay mich dem Canyon nähernd (& in diesen hineinblickend), bin ich zwar zunächst enttäuscht & geneigt, ‘dem gemeinen Süd-Amerikaner einen ausgeprägten Hang zur Übertreibung zu attestieren’: ... wird der ‘Colca-Canyon’ doch vom peruanischen Fremdenverkehrsamt als die GRÖSSTE & TIEFSTE SCHLUCHT DER WELT (!) angepriesen. Mit jedem zurückgelegten Kilometer verwandelt sich jedoch meine vorschnelle Enttäuschung in zunehmend ungläubiges Staunen! Da die Steilhänge des ‘Colca’ sich immer schroffer (& letzlich nahezu vertikal!) gebärden, muß die schmale, gewundene Bergpiste ‘immer weiter HINAUF in die Felsen ausweichen’. An drei besonders heiklen Stellen blieb den Straßenplanern nur noch der Ausweg MITTEN DURCHS FELS-GESTEIN hindurch: Ein sehr langer & zwei kürzere Tunnel sorgen dafür, daß unsere Busfahrt nicht schon endet, bevor sie richtig begonnen hat - denn: ‘The Best is Yet to Come!’ Zunächst folgen die kleinen Bergsiedlungen noch in relativ kurzen Abständen aufeinander (Pinchollo ...
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... Yanche, Achoma & Maca - jeweils etwa vier bis fünf Kilometer voneinander entfernt): - die Behausungen bestehen aus grob (& ungenau) zu einfachen Hütten zusammengepaßten Natursteinen & Felsbrocken, - und die gleichen Felsbrocken markieren (zu Steinwällen aufgeschichtet) die Außengrenzen der jeweiligen bäuerlichen Anwesen. Hier lerne ich übrigens auch die umweltverträgliche Variante zum Stacheldraht kennen: Die etwa einen Meter hohen Begrenzungsmauern zwischen den Grundstücken sind mit kleinen Kakteen bepflanzt, die teilweise auf den nackten Felsbrocken, teils auf zwischen diese geschmiertem Lehm- & Erdreichmörtel wachsen ... Äh ... (einfach) genial einfach! Auf gut 3.600 Höhenmetern rekrutiert sich das hier anzutreffende Haus- & Nutzvieh nur aus den widerstands-fähigsten Gattungen - sprich: Hochlandrinder mit dickem Zottelfell ... sowie Schafe & Ziegen. Das bevorzugte ‘Öko’-Nahverkehrsmittel des Campesinos sind augenscheinlich Pferd & Muli (vermutlich werden diese abends aber nicht im Stall geparkt, sondern ‘unters Sauerstoffzelt gepackt’). Die Campesina hingegen muß mit ‘Schusters Rappen’ vorlieb nehmen - darf aber (zum Ausgleich?) ‘farbenfrohe Anden-Trachten’ TRAGEN. Hm ... ... sowie schwerste Lasten, was ihrem Gang eine ‘eher gebückte Haltung’ verleiht! Äh ... apropos & ‘By-the-Canyon-Way’: Auch in UNSEREM Bus befinden sich eine ganze Reihe Indio-Frauen, die in ebendiese ‘Highland-Costumes’ gewandet sind. Fasziniert bin ich vornehmlich von ihren in dieser Region ganz besonders aufwendig gestalteten Kopfbedeckungen: - entweder Brokat-Hüte mit breiten Krempen (die sehr bunte & ‘naive’ Motiv-Stickereien aufweisen), - oder die mittlerweile hinreichend bekannten weißlich-creme-farbenen ‘Anden-Bowler’ (die am ‘Colca’ jedoch mit filigranen Glasperlen-Arrangements verziert & aufgewertet werden). NATÜRLICH ... ... getraue ich mich (mal wieder) NICHT, auf den Auslöser meiner Kamera zu drücken: Naja ... Freiheit ist immer die Freiheit des ‘Anden-Artigen’! (sagt H. ‘Möchtegern’ Paparazzi - Frühjahr 1997). In und um Maca weist die Straße tiefe Erdrisse sowie erdrutsch-bedingte Über- & Unter-Spülungen auf (‘Hm - wohl eher umgekehrt, Du Pseudo-Geologe!’). Unser Bus rumpelt ein ums andere Mal in Zeitlupe (wie ein bei starkem Seegang steuerlos schaukelndes Schiff) durch ‘feucht-biotopische Mini-Canyons’ ... Die Spuren der letzten seismischen Erschütterungen (vor nicht einmal einem Jahr!) sind unübersehbar: - mehr als die Hälfte aller Einwohner Macas haben ihre Behausungen verloren, - zwischen den wenigen, ‘überlebenden’ Steinhäusern drängen sich die ‘Zelt-Not-Unterkünfte’ (welchen Schutz diese allerdings bei nächtlichen Minus-Graden, hier auf 3.600 Metern Höhe bieten, möchte ich mir lieber nicht vorstellen müssen), - selbst die unter dem besonderen Schutz von ‘El Senor’ stehende, alte Dorfkirche hat ‘den ihr gebührenden Teil der göttlichen Vorsehung’ abbekommen (einer der beiden Glockentürme erinnert nur noch als Ruine an seine vormalige Statur ... & die Frontfassade der ‘Iglesia’ ist mit langen, klaffenden Rissen im Putz übersät).
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Vielleicht ist ja wegen der ‘hier GANZ BESONDERS URGEWALTIG lebenden & arbeitenden Rabenmutter Erde’ der Sicherheitsabstand zur nächsten Ortschaft (Pinchollo: gut zwanzig Kilometer westlich von Maca!) GANZ BESONDERS GROSS gewählt worden ...? Anyway ... Die Straße präsentiert sich jedenfalls als ‘Rüttelstrecke erster Güte’ (also: setzt man ‘Rüttel’ mit ‘gut’ gleich!) & beschert MIR (!) die, wenn auch neue, so doch nichtsdestotrotz eindeutig LEIDIGE Boxer-Erfahrung eines ‘permanenten Schlag-Gewitters in die leere Magengrube’ ... Die Abenddämmerung setzt bereits ein, als wir den touristischen Höhepunkt des Colca-Canyons passieren: Den ‘Mirador Cruz del Condor’ ...
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... eine mehr als 100 Höhenmeter über dem Rio Colca (oberhalb vertikal absteigender Felswände!) ‘zu SCHWEBEN scheinende’ Aussichtsplattform ... ... die am frühen Morgen beste Einblicke in die elegante (weil schwingenschlag-minimierende & die besonderen, thermischen Bedingungen in und über der Schlucht optimal nutzende) Flugtechnik des ‘größten Seglers unsres Globusses’ (natürlich NACH Willi Kuhweide!) bieten soll ... ... äh ... wie JEDER ‘ins Tourismusgeschäft Arequipas Involvierte’ (& das sind NICHT WENIGE!) nicht müde wird zu VERSICHERN! ‘Hm - Manana por la Manana! A Ver ...!?’ Gegen Halb Sieben Uhr fährt unser Bus in die (nicht NUR wegen des für heute vollendeten Sonnenlaufs) stockfinstere Stadt Cabanaconde ein. Selbst die ‘Plaza Central’ ist nur von zwei schummrig-schwachen Lichtquellen erleuchtet: Ich bin in ‘TIEFSTE peruanische Provinz’ zurückgekehrt (was ich jedoch kaum bis gar nicht beklage!). Zunächst erstehe ich in der einzigen ‘Tienda’ der Stadt eine Schachtel Zigaretten & atme (auf einer Parkbank der ‘dunklen Plaza’ hockend) ausgiebigst abwechselnd Nikotin & Atmosphäre. DANN ERST (ich habe alle Zeit Perus!) schultere ich meinen Fotorucksack & frage mich zum ‘Hostal Valle del Fuego’ durch (das mir im Touristen-Büro in Arequipa wärmstens empfohlen wurde). Als ich die schwere Holzpforte zum ‘anhängigen Restaurant’ aufstoße, schaue ich in etwa zehn ‘Gringo’-Gesichter: ‘Aha - also bin ich DOCH NICHT das einzige individuelle Individuum’ ... ... denn die Tourveranstalter machen mit ihren Gruppen in Chivay Quartier. Das Haus ist zwar einfach eingerichtet, atmet jedoch einen extrem urigen ‘Andinisten’-Charme: ein holzbefeuerter, gußeiserner ‘Bollerofen’ versprüht (neben Erwartetem ... auch) ‘Hüttenzauber-Flair’! Leider (!!!) sind aber alle Zimmer schon belegt. Man bietet mir einen Schlafplatz im zwar großen, aber kalt & ungastlich wirkenden ‘Dormitory-Room’ an. Acht dünne Schaumstoff-Matratzen liegen (eng an eng) auf dem nackten Steinboden: ‘Hm - aah ... No Me Gustan - Pero ... ... Tal Vez: Hasta Luego !?’ Ich erinnere mich, daß ich am Ortseingang (aus dem fahrenden Bus heraus) ein weiteres (das andere!) ‘Hostal’ gesichtet habe & suche dieses (zwecks ‘Preis-Leistungs-Vergleich’) auf. Die nette Besitzerin bietet mir einen großen, sauberen & spott-billigen Raum an: ausgestattet mit ... ... zwei bequemen Doppelbetten, ‘pop-art’-iger Bettwäsche sowie dem (‘Sweet Dreams’-befördernden) Bildnis eines sowohl ‘bar- als auch groß-busigen Pin-Up-Girls’ (an der ansonsten ... äh ... barbusigen, um nicht zu sagen: nackten Wand). Da ich nichts mit mir führe, was ich im Zimmer verstreuen könnte ... ... mache ich mich SOFORT auf die Suche nach einem Restaurant: ‘HUUUNGER!’ Im einzigen ‘Comedor’ des Ortes (nahe der ‘Plaza’) arrangiert man für mich, obwohl es schon NACH Sieben Uhr (!) ist ... ... ein ‘Special Candlelight-Diner’. Naja - die für die Ausleuchtung des kargen Gastraumes gewählte Lichtquelle trägt weniger atmosphärischen Zielen Rechnung, als dem Umstand, daß im gesamten Ort der Strom ausgefallen ist! Was jedoch dem stimmungsvollen Ambiente ... ‘Carne Asado con Arroz y Papas’ sowie ein großes (über-LEBENS-notwendiges) ‘Arequipena’. Im fahlen Schein der Kerze studiere ich meinen Reiseführer ... ... & gebe den ‘lustigen, fremdländischen Faxen-Macher’ für drei hyperaktive ‘Ninos’ eines am Nebentisch auf ‘irgendeinen Nachtbus’ wartenden, jungen peruanischen Ehepaars (einfache ‘Conversación Espanol’ mit EINEM ‘EL PAPA’, wie auch ICH ihn mir gefallen lasse ...). Anschließend bereite ich mich auf den Rückzug in meine Herberge vor ... ... werde jedoch von einer um die Straßenecke EXAKT AUF MICH ZU biegenden ‘Prozession’ jäh gestoppt. Heute ist der Gründungs-Jahrestag der örtlichen Schule. Und die vollzählig angetretenen Kids ‘begehen’ diesen Anlaß mit einem straff organisierten Umzug ... ... der mehrere ‘Fußgruppen’ umfaßt: ERÖFFNET ... wird der Festzug vom Schulorchester (ausschließlich Schlagwerk & Blech), dessen Mitglieder ein Durchschnittsalter besitzen, das ich (vorsichtig) auf etwa zwölf Jahre schätzen würde. Ein, vor den ‘KnirpsInnen’ einher stolzierender Erwachsener (vermutlich der Musiklehrer), fuchtelt hektisch mit allen verfügbaren Gliedmaßen durch die kühle Abendluft & ... ... gibt sich auch sonst alle erdenkliche Mühe, die ‘leidlich guten’ (angehenden?) MusikerInnen aus dem Takt zu bringen! HIERAUF FOLGT ... eine knaben-geführte Tierschau: bestehend aus einem Ochsen & etwa zehn Mulis, die uniform (auf Kopf & Rücken) wirr auseinander sprießende Reisig-Bündel sowie kunstvoll geflochtene, bunte Stoffbänder tragen! Den vermeintlichen HÖHEPUNKT ... stellt der sich anschließende (offensichtliche) ‘Prunkwagen’ dar: noch sehr junge, allerdings (weniger professionell, als) ‘stark bis grell geschminkte Girlies’ in festlichen Kostümchen (das ‘lange Rosafarbene’!) grüßen huldvoll mit bis zu den Ellenbogen behandschuhten Ärmchen, das am Straßenrand ‘schier verrückt zu werden drohende’ Publikum. Und den ABSCHLUSS ... bildet eine unstrukturierte Ansammlung junger Lampion-TrägerInnen: vermutlich selbstgebastelte Motiv-Fackeln aus allen denkbaren ‘Stadt-Land-Fluß’-Kategorien werden STOLZ einem vornehmlich aus Erziehungsberechtigten bestehenden, staunenden Fachpublikum präsentiert. Am stärksten (& zwar mit Abstand!) beeindruckt MICH, ‘die originalgetreue Nachbildung einer Verkehrsampel’! Der Festzug kreist, schutzlos einem feuerwerks-gleichen Fotografen-Blitzlicht-Gewitter ausgeliefert, dreimal um die zentrale Plaza (vielstimmiges ‘ARRIBA!’) ... ... & verschwindet dann in einer Seitengasse. Ich nutze die (sich nur zögerlich auflösende) Menschen-Ansammlung ... ... zur ‘schnöden Befriedigung meiner niederen (Informations-) Bedürfnisse’ & bemühe mich, bei den umstehenden Passanten die frühmorgendlichen Busverbindungen zum ‘Mirador Cruz del Condor’ zu erfragen ... ... erhalte allerdings von drei befragten Personen fünf verschiedene Auskünfte: Hm - zwar nicht SICHER, aber doch immerhin WAHRSCHEINLICH (naja - sagen wir mal: durchaus MÖGLICH!) ist / wäre EIN Minibus um Vier Uhr ... ... und / oder EINER um Fünf Uhr (‘por la Manana’). ALLE darüber hinausgehenden Informationen ... ... stehen im lückenlos sternenklaren Nachthimmel ... äh ... über Cabanaconde !? Leicht gefrustet (& trotzdem GUT GELAUNT!) lasse ich mich durch die stockdunklen Kopfsteinpflastergassen zurück zum Ortseingang & in mein ‘Hostal’ treiben. Ich spüre (plötzlich), daß mir die kräftezehrende Nacht-Busfahrt von Lima nach Arequipa immer noch in den müden Knochen steckt ... ... lese daher nur einige (wenige) Seiten ‘Rayuela’, stelle meinen Wecker auf Halb Fünf Uhr ein ... ... & ENTSCHWEBE dann (meine spann-weiten Schwingen kaum bewegend - also: quasi ‘condor’-gleich!) ins Reich meiner Träume ...
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... Um Viertel nach Drei Uhr schrecke ich erstmalig hoch! Der Fahrer des ‘Vier-Uhr’-Busses (?) hat wohl die Befürchtung, ‘seine Karre nicht vollzukriegen’, dreht daher eine Pirouette nach der anderen durch die Ortschaft (& die ist SO klein, daß er etwa JEDE HALBE MINUTE an meinem Fenster vorbei rauscht) ... ... & UNTERSTÜTZT diese, seine ‘Fahrgast-Werbe-Tour’ natürlich akkustisch: Aus den heruntergekurbelten Seitenfenstern dröhnt (in trommelfell-zerfetzender Lautstärke) DISCO-MUSIK Ü-BEL-STER MACHART! Ich weiß zwar nicht, WIE ... ... aber ‘irgend-WANN’ schaffe ich es trotzdem, noch einmal (kurz) einzuschlafen! Um Halb Fünf Uhr klingelt mein Wecker. Kurz vorm Einschlafen habe ich mehrere ‘Worst-Case’-Szenarien meines Trips zum ‘Condor-Lookout’ durchgespielt & daher ... ... habe ich es mit dem Aufstehen nicht (mehr) SO eilig: Inklusive Rauchen (wichtig!), ‘Very basic MT’ (nicht gar so ...) & Zusammenpacken meines Gepäcks, wird’s schließlich Fünf Minuten nach Fünf Uhr ... ... bis ich (denn doch) die ‘Plaza’ erreiche! ‘Hm - wollte ich etwa den letzten Bus (unbeabsichtigt - absichtlich) verpassen ...?’ Falls JA, dann ist mir das vortrefflich mißlungen: Denn ... ... ein (unbeleuchteter) Minibus parkt in einer stock-dunklen Seitenstraße der stock-dunklen ‘Plaza Central’ (im stock-dunklen Cabanaconde). Der Fahrer ist offensichtlich genauso schlaftrunken (& ‘verfroren’ ... übrigens: es ist SAU-KALT!) wie ich. Immerhin aber läßt er sich herab, mich darüber zu informieren, daß der Bus nach Chivay (& damit auch zum ‘Cruz del Condor On-the-Way’) um Halb Sechs Uhr Cabanaconde verlassen wird. Ich nehme schlotternd im eiskalten Bus Platz & vergegenwärtige mir (während der verbleibenden Wartezeit bis zur Abfahrt des Busses) ‘schonungslos mein desolates Entscheidungs-Dilemma’: ZWAR ... bin ich im Besitz von Zigaretten (in mehr als ausreichender Menge), ABER ... ich habe nur noch 2 (in Worten: zwei!) Streichhölzer! ‘Na - DAS kann ja ein heiterer Vormittag werden ... ... bis (mindestens!) Zehn Uhr keinen Kaffee & NIX ZU RAUCHEN! Apropos ‘Zehn Uhr’: Letzte Nachfragen zum, auf unseren folgenden, NÄCHSTEN am ‘Cruz’ vorbeikommenden Bus, ernten bei meinen (für diese frühe Uhrzeit bereits ERSTAUNLICH ‘LUSTIG’ AUFGELEGTEN) Mit-Passagieren ... ... neben unverhohlenem Grinsen ... äh ... ‘Angebote’: zwischen ‘Zehn Uhr vormittags’, ‘Zwei Uhr nachmittags’ und ‘Gar Nicht’! NICHT, daß der falsche Eindruck entsteht, ich würde mich etwa SORGEN! Aber dennoch: ein unbestimmtes Gefühl will mich glauben machen, daß ich mich heute Morgen ‘auf zwar (noch) tragendem, aber nichtsdestotrotz VERDAMMT DÜNNEM EIS bewege’ !!! Ich packe mich (so tief es geht) in meine Wolljacke, lümmle mich auf die letzte Sitzbank & versuche, ‘so ... äh ... COOL wie möglich zu wirken’ (‘Ha-ha-ha!’). Als der Bus um Punkt Sechs Uhr losfährt, fasse ich den spontanen Entschluß, erst bei Erreichen des ‘Lookout’ einen, den spontanen Entschluß zu fassen ... ... PUNKT! Naja - als wir schließlich eine halbe Stunde später den ‘Condor-Spotting-Point’ erreichen, beginnt es zwar (langsam) zu dämmern ... ... weiterhin aber ist es ARSCH-KALT & der verwaiste Parkplatz vor dem ‘View-Point’ sieht alles andere als einladend aus. Ich beschließe (spontan?), daß heute eh kein einziger Kondor (ob schwul oder nicht) seinen Horst verlassen wird & winke dem Fahrer aufmunternd zu: ‘VAMOS - AMIGO!’ Schuldbewußt (wieso eigentlich?) ... mache ich während der Weiterfahrt ein paar halbherzige ‘200-ASA-Shots’ aus dem fahrenden Bus heraus, bis ich mich brüsk zurechtweise: ‘GUTE AUFNAHMEN gelingen Dir HIER (unter DIESEN Bedingungen) SOWIESO NICHT ... Also: LASS ES!’ Und in der Folge (von jeglichem psycho-&-auch-sonst Ballast befreit) genieße ich die ersten Sonnenstrahlen ... die in der extrem-terrassierten & intensiv landwirtschaftlich genutzten Schlucht des Rio Colca ihre eindrucksvollen Licht- & Schattenspiele zur Aufführung bringen. Um Halb Acht Uhr kurvt der Bus auf die wie ausgestorben wirkende ‘Plaza’ in Chivay. Ich orientiere mich kurz & stürze dann ins nächst-beste, mollig-WARME Café ... Tja - DENKSTE! ‘Hans - in dem Laden ist es fast so kalt wie in Deiner Wohnung (äh: ... im Winter)!’ Der servierte Kaffee muß Magen UND Hände wärmen! Bis Neun Uhr schreibe ich Tagebuch - dann muß ich raus ... ... & IN DIE SONNE! Zehn Minuten auf einer morgensonnen-überfluteten Parkbank ...
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... befähigen mich schließlich, das örtliche Touristenbüro aufzusuchen & nach dem ‘Autobus Proximo de Arequipa’ zu fragen. Und ... ... meine schlimmsten Vorahnungen bestätigen sich (Gott-sei-Dank! ... im nachhinein betrachtet): Der nächste Bus (aus Cabanaconde kommend) wird WIRKLICH erst um Halb Zwei Uhr heute Nachmittag Chivay in Richtung Arequipa verlassen! WÄRE ich also am ‘Condor-Lookout’ ausgestiegen, so hätte ich dort bis etwa Halb Ein Uhr (ohne Kaffee & Zigaretten ... & vermutlich auch OHNE EINEN EINZIGEN ‘Condor-View’! ‘Woher willst Du das wissen? Du bist doch nur heil-froh, daß Du Dir nicht den Arsch abfrieren musstest, Du koffein-abhängiges Weich-Ei UND nikotin-süchtiger Warm-Duscher, DU!’) ... ... äh: bis etwa Halb Ein Uhr ausharren müssen, falls nicht (zufällig) ein ‘zufälliger Touri-Bus’ ... BLOSS NICHT WEITER DRÜBER NACHDENKEN! Ich setze mich wieder in den Park, studiere die Cuzco-Infos in meinem ‘Scheiß-Lonely-Planet’, langweile mich (am SEHR VIEL späteren Vormittag immerhin einige schöne Atmo-Shots) ...

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... & sehne, nach einem weiteren, gründlich mißglückten Trip (obwohl: wieso eigentlich? ‘EBEN!’) den Arequipa-Bus herbei.
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