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NATUR PUR AM ‘MOUNT HUASCARÁN’ ... ... UND GROSSSTADT-DSCHUNGEL LIMA ! ODER: PERU - LAND DER GEGENSÄTZE !
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Früh wach - Früh auf - Früh raus! Das Wetter zeigt sich (wie schon gestern) von seiner besten Seite: Strahlend-blauer Himmel, dabei aber recht frisch - allerdings auch klare & spürbar saubere Luft. Es zeigt sich immer deutlicher, daß Mexico-City & Bogota vornehmlich wegen der Luftverschmutzung (für mich) ungesund waren ... ... & nicht etwa wegen der ‘schlappen’ Höhenlage! Trotz der frühen Tageszeit wuselt die Stadt schon geschäftig vor sich hin: Die Indios tragen ihre bunten Kleider & Trachten spazieren. Die präsentierten Hüte auf deren Köpfen bekommen ein immer verschärfteres Aussehen (ob ich mir doch noch einen ... ?). Jeder ist freundlich & LÄCHELT (!?!) ... ... oder bilde ich mir das nur ein, weil es mir (Ja! Ich gebe es zu! ... obwohl es mir nicht leicht fällt!) GUT geht? Knappes ‘Desayuno con Sandvich y Café Negro’. Im ‘Mercado’ kaufe ich ‘Hiking’-Proviant ein. Dann schlendere ich die ‘Avenida Luzuriaga’ Richtung Norden (bis zum ‘Local-Bus-Terminal’ an der Brücke über den Rio Quilcay).
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Ich lasse mich bereitwillig in einen (nahezu gefüllten) Minibus schieben & schon nach zehn Minuten rollt die ‘Sardinenbüchse’ an. Mein erstes Etappenziel ist Yungay (60 Kilometer nördlich von Huaraz an der einzigen asphaltierten Straße des ‘Rio-Santa-Valleys’ gelegen). Yungay wurde während des großen Erdbebens von 1970 (das insgesamt fast 100.000 Menschenleben forderte) von einer riesigen Lawine überrollt. Alleine in Yungay begruben die Geröllmassen mehr als 18.000 Menschen unter sich. Davon ist heute nicht mehr viel zu bemerken: die Stadt wurde völlig neu aufgebaut & lediglich ein ‘Geröll’-Park (am Endpunkt der damaligen Lawine) mahnt mit einigen großen Felsblöcken & Schaubildern an das Unglück ... ... das sich übrigens laut Seismologen jederzeit wiederholen kann. Aber die Stadt hat allerhöchsten Beistand: Am flußseitigen Ende des Parks wurde auf einer Anhöhe (& auf einem kleinen Steinsockel) eine monumentale Jesus-Statue aus weißem Marmor errichtet, die ihre weit ausgestreckten Arme beschwörend Richtung ‘Cordillera Blanca’ reckt. Yungay ist in die untersten Ausläufer des ‘Huandoy’-Massivs gebaut (dessen höchster von insgesamt vier ‘Sechstausender’-Gipfeln immerhin 6.395 Meter mißt) & zieht sich weit hinauf in die (unmittelbar vom Niveau des Rio Santa steil ansteigenden) Hügel. Etwa eine halbe Stunde muß ich warten (& ‘Taxistas Privado y Muy Especial’ - vor allem unter pekuniären Gesichtspunkten! - abwehren). Dann endlich hat sich der ‘Minibus: Destinación Montanas’ hinreichend gefüllt & ... ... eine wilde Kletterei nimmt ihren Anfang! Yungay befindet sich auf 2.500 Metern über NN (sprich: 0 Meter über ‘Rio-Santa-Level’). Bis zum Eingang des ‘Parque Nacional de Huascaran’ sind mehr als 1.000 Höhenmeter zu überwinden. Und von dort zum ‘Recreo de Llanganuco’ (meinem ersten Tages-Etappenziel) steigt die Straße dann noch einmal weitere 300 Höhenmeter an. Die ‘Achterbahn’-Fahrt (SEHR kurvig & IMMER steil ansteigend) bietet eine schier endlose Aneinanderreihung ständig wechselnder, sich immer neu überbietender ‘Traum-Ausblicke’ (& NICHT realisierter ‘One-Hundred-Dollar-Shots’) auf Huascaran und Huandoy, zwischen denen sich die Schotterstraße augenscheinlich nicht entscheiden kann. Wir nähern uns dem engen Tal des Rio Llanganuco. Und nach knappen zwanzig Fahrt- (oder genauer: zehn Entfernungs-) Kilometern, ist’s (erstmal) vorbei mit den spektakulären ‘Views Of and On Snow-Capped Mountains: Rechts & links der Straße steigen (vertikal!) schroffe, nackte Felswände in den wolkenlos-blauen Himmel. Vom Flußtal her ist (trotz des geräuschvoll rackernden & sich offensichtlich quälenden Bus-Motors) das eindeutige Rauschen eines sich in kurz aufeinanderfolgenden, zahlreichen Katarakt-Stufen bergabwärts stürzenden Wild-Wassers zu vernehmen. SICHTBAR ist der Rio Llanganuco allerdings nur selten (& kurzzeitig), da er durch dichte, üppig-grüne Vegetation ‘rio-santa’-wärts schießt. Wir erreichen den Lago Chinacocha auf 3.800 Metern üNN. Ich verlasse den Bus & rauchend (sowie nur schauend) genieße ich die ‘Postkarten’-Landschaft: - ein dunkelblauer, den lupenrein-azur-blauen Himmel identisch spiegelnder, kristall-klarer Bergsee (der an seiner westlichen Uferseite von dschungel-artiger Flora halb umschlossen ist),
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- die steil aufragenden ‘Standbeine’ des Huandoy (im Norden) & Huascaran (im Süden) wechseln ihre Farbe von rötlich-braun über schwarz, bis sie sich schließlich (Surprise!) in jungfräulichem ‘Schnee-Weiß’ zeigen, - & über der ‘wie gemalt’ sich präsentierenden Szenerie wacht ein kosmisch sich wölbender, wolkenloser (& einen KLAREN Begriff von ‘Unendlichkeit’ gebender) Himmel ... ... ‘whatever that means’!? Ich beginne meinen ‘Hike’ & folge der unverändert berganwärts führenden Schotterstraße, die nach weiteren zwanzig Kilometern (an der ‘Portachuela de Llanganuco’: in 4.767 Metern Höhe) die Wasserscheide der ‘Cordillera Blanca’ überschreiten wird ... ... allerdings ohne mich! Sehr vereinzelte, dann allerdings unangenehm viel Staub aufwirbelnde Autos - insgesamt vier (!) Mountain-Biker - kein EINZIGER Trekker - einige, allerdings kaum ‘gespeiste’ Wasserfälle (Dry-Season!) ... ... & faszinierende Nadelbäume mit extrem knorrigen, knallroten Stämmen & Ästen, deren Baumrinde an ‘Blätterteig’ erinnert (& dessen spezifisches Gewicht ich - NACH meinem Klopftest - noch unter dem von Kork-Eichen vermute).

Nach einer halben Stunde Fußmarsch verabschiede ich mich vom Lago Chinacocha & folge dem schmalen Verbindungsfluß zum 30 Höhenmeter entfernten Lago Orcococha (dessen ‘Umpflan-el-zung’ schon weit weniger üppig ist). Am oberen (östlichen) Seeufer erstreckt sich eine flache, weitläufige Stoppelgrasfläche. Zunächst registriere ich nur weidende Rinder & Kühe (mit den allerdings denkbar unterschiedlichsten Farbzeichnungen: alles - AUSSER lila!) ... ... dann aber sehe ich SIE: Auf größere Entfernung creme-farbenen Wollknäueln nicht unähnlich, geben sie sich (je näher ich mich heran pirsche) zunehmend deutlich als eine der vier bekannten, lateinamerikanischen Kamelarten zu erkennen - ich tippe auf ‘Vicunas’ ... ... & meine ‘Cordillera-Blanca-Info-Map’ bestätigt (allerdings erst nachträglich!) diese, meine Vermutung. Hm - überraschend langes & zotteliges Fransenfell - auf staksigen, dünnen Beinen (& Stöckelschuhen ...?) stehend - den Kopf ohne Unterlaß in die verschiedenen Himmelsrichtungen werfend (immer wieder Witterung aufnehmend: obwohl sie HIER OBEN, im Reservat, wohl NICHTS & NIEMANDEN zu fürchten brauchen ...) - im Profil eine BEEINDRUCKENDE Erscheinung: schaut man ihnen jedoch frontal ins Gesicht, so wirken sie eher ‘naiv-dümmlich’. In alter ‘Chingachcook’-Manier (meine penetranten Körperausdünstungen geschickt im ‘Gegenwind’ verbergend & lautlos einen ‘Klumpfuß’ vor den anderen setzend) schleiche ich so nahe wie möglich an die ‘null-höckrigen Kamele’ heran. Allerdings werde ich immer wieder durch unruhige (& angriffslustig ihre Hörner wetzende) Rinder gestört, die sich zur persönlichen Leibwache der harm- & schutz-losen Vicunas zusammengeschlossen zu haben scheinen ... ... but FINALLY: Gelingen mir dann doch ‘some Close & (Hopefully!) Nice Shots’!

Die einzigen, durchgängig sichtbaren, schneebedeckten Berge (während meines ‘entspannten Spaziergangs durch Natur Pur’) sind die Gipfel des Mount Yanapaqcha (etwa 5.400 Meter üNN), die am östlichen Ende der langgezogenen Schlucht den hohen Horizont bilden. NUN ... ... (weiter berganwärts steigend) ergeben sich zunehmend Einzel-Blicke auf die verschiedenen ‘Huascaran- & Huandoy-Peaks’ (über & hinter den 4.000 bis 5.000 Meter hohen, vorgelagerten Steilhängen). Ich fotografiere ÄUSSERST diszipliniert & selektiv (naja - wenigstens versuche ich es!) ... ... & doch habe ich nach knapp drei Stunden in den Bergen bereits EINEN KOMPLETTEN ‘36-er-Film’ verschossen. Als ich die Abzweigung eines schmalen Trails von der Schotterstraße (hinter dem Huandoy-Massiv) erreiche, biege ich in nördlicher Richtung ab & begebe mich auf die Suche nach einem in meiner Karte eingezeichneten ‘Sendero Pequeno’ ... ... der direkt auf den ‘Pisco’ zulaufen soll: einen 5.700 Meter hohen Gletscher zwischen Huandoy & Yanapaqcha! Und nachdem ich eine rustikale Holzbrücke über den Rio Demando passiert habe ...
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... bin ich mir SICHER, daß ich auf der richtigen Fährte bin: auf der anderen Seite des kleinen Flußes erstreckt sich in idyllischster Lage ein ebener Zeltplatz (nur vier kleine Iglu-Zelte!) - das Basislager für Exkursionen auf & über die umliegenden Eis- & Schneefelder! Kurzer Plausch mit einem sich im Hochlandgras lümmelnden asiatischen Bergfreund (währenddessen ich meine Bergroute erstmalig ‘in Augenschein nehme & zu LESEN versuche’): ein schmaler Pfad, mit selbst auf die Entfernung erkennbar steilem Anstieg, führt in einen hohen, bewaldeten Hügel, hinter dem sich (NOCH nicht sichtbar) der Pisco-Gletscher befinden MUSS. ‘Hm - sieht (soweit man das VON HIER UNTEN beurteilen kann) gar nicht mal SO schlimm aus!’ Ich schultere meinen Fotorucksack, verabschiede mich von dem Japaner (?) ... ... & beginne ‘Höhenmeter zu fressen’. Nach einer Viertelstunde erblicke ich einen schwerbepackten ‘Steiger’, der (schwer auf seinen Skistöcken lastend) den Trampel-Pfad im Schneckentempo hinaufkriecht. ABER ... ... schon nach einer weiteren Viertelstunde vergeht mir mein mitleidiges Lächeln. Denn mir wird plötzlich klar (gemacht), worin die Hauptschwierigkeit bei dieser Kletterpartie besteht: - ein ‘woran auch immer zu erkennender WEG’ ist (selbst mit Argus-Augen) NICHT (mehr) auszumachen, - es geht (im wahrsten Sinne der Wörter) über Stock & Stein, - die als Kletter-Hilfe nützlichen (ja: in den schwierigeren Passagen geradezu unabdingbaren) Bäume haben sich (frustriert?) verabschiedet & den Rückzug ins Tal angetreten ... Hm - man müsste in dem extrem schief-lagigen Terrain schon die speziellen, anatomischen Eigenarten eines ‘Hang-Huhns’ aufweisen, um nicht ständig ins Straucheln zu geraten ... UND ... als ich (zu allem Überfluß & ... kurz aufeinander folgend) ZWEIMAL einen teuflisch-stechenden Schmerz im untrainierten, linken Knie verspüre ... ...lege ich erstmal eine längere Rast IM HANG ein: NOT-BIWAKEN ... & rauchen, was nicht nur ‘erdet’ (wie wir seit John Lennon wissen), sondern auch einen klaren Kopf verschafft! DANN ... stelle ich mir die (das Restprogramm des Tages ENTSCHEIDEND beeinflußende) Frage(n): ‘WEM muß ICH eigentlich ... & FALLS (?) JA, WAS (noch) beweisen?’ Hm - wahrheitsliebend, wie ich (wenn’s für mich vorteilhaft ist) bin, beantworte ich beide Fragen (kurz & knapp) mit: ‘NIEMAND ... & NICHTS !!!’ Wegen DIESES (weiteren) Schneegipfel(chen)s das Risiko eines Bänderrisses? DAS sehe ich nicht ein! So (oder ähnlich) rechtfertige ich meine Entscheidung, die eh nur halbherzig in Angriff genommene Gipfelerstürmung hier & jetzt abzubrechen (weil: Ich bin ja schließlich nicht Niemand!) ... ... was folgt, ist der zwar lange, aber angenehm (& kräftesparend berg-ABWÄRTS) verlaufende Marsch zurück zum Lago Chinacocha (dem Startpunkt meiner Tages-Wanderung).
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Nach weiteren zehn Kilometern (hart an der engen, naturgewaltigen Schlucht des Rio Llanganuco entlang) zeigt sich eine flache Blockhütte (im Grün): Die Kontroll-Station am Eingang des ‘Parque Nacional de Huascaran’. Mittlerweile ist es Halb Fünf Uhr. Die Sonne ist hinter den immer noch hoch aufragenden Felsen verschwunden. Es wird zunehmend kühl - ich bestätige mir, daß sich meine ‘Lust, die restlichen zwanzig Kilometer (bis nach Yungay) AUCH NOCH zu latschen’ in Grenzen hält ... ... & winke den nächsten (letzten?) talwärts fahrenden Kleinbus zum Stillstand. In Yungay eintreffend, muß ich mir erstmal einen kleinen Snack einverleiben: ‘Salchi Papas’ ... ... sprich - Fritten mit nicht identifizierbarem ‘Schnipsel’-Salat“ sowie diversen, unterschiedlich farbigen Saucen & scharf-gewürzter Wurst. Der junge Garküchen-Besitzer am Straßenrand überzeugt mich mit einem nicht zu schlagenden Argument: ‘Un Sol Nuevo SOLO - Senor!’ Na, denn ... Gegen Sechs Uhr nehme ich den nächsten Bus zurück nach Huaraz. Unterwegs versuche ich mir die Orte mit den besten ‘Mountain-Views of Huascaran & Huandoy’ einzuprägen: ‘Hasta Manana ... Tal Vez!’ Am überfüllten, menschen-wimmeligen Bus-Terminal in Huaraz angekommen, verspüre ich ein nagendes Gefühl in der Magengegend: HUNGER! ... ... & in einem einfachen, nur von Indios besuchten ‘Comedor’ gönne ich mir (für nich’ mal janz ‘nen Dollar!) ein ‘heimatliches Menu Economico’: Zwar macht die Suppe noch einen relativ peruanischen Eindruck (statt des üblichen Reis als Sättigungseinlage wurden allerdings erbsen-große & -förmige Grieskörner ... äh ... ‘verkocht’: Muy Interessante!) - aber DANN kommt’s! ‘CIELO Y TIERRA’ ... ... die peruanische Variante eines mir aus Köln sehr bekannt vorkommenden, kulinarischen Leckerbissens: Reis & Kartoffelpürree - hübsch sauber getrennt & je eine Hälfte des flachen Tellers ausfüllend - obenauf (überlappend zwar & doch eine extrem wichtige Grenze markierend) eine Tomaten-Fleisch-Sauce, die SO dünn ist, daß die Zugabe von reinem Leitungswasser den gleichen Effekt zeitigen würde ... äh ... wie es stundenlanges Einkochen ... äh - ja! Wie aus den Zwischenzeilen meiner Beschreibung schon entnommen werden konnte: In Peru ist die wichtige Frage eindeutig beantwortet ... ... ‘Nischt jemängt!’ Und was mach’ ich ...? Vorsichtig (verschämt?) drehe ich meinen Teller in Wandrichtung, ziehe meine Schultern hoch, mache meinen Rücken so breit wie irgend möglich ... & dann (aber): MATSCH - KWOOTSCH - SPRADDEL ... ! Nach DIESER Demonstration meiner ‘Gourmet-Abilities’ ... ... erstehe ich in einem nahen Geschäft Kaltgetränke (‘Por la Noche!’) & ziehe mich in meine Pension zurück. Ausgiebig & heiß Duschen ... ... wobei der gewünschte Lustgewinn mein schnödes Reinlichkeitsbedürfnis eindeutig übersteigt. Anschließend fühle ich mich wie neu geboren, strotze vor Kraft & ‘zerlege (mal so eben) den Lattenrost meines Bettes’ (Huppala!). Macht aber rein Gar Nix: Es befinden sich ja noch zwei Ersatzbetten in meinem Zimmer. Langer Tagebuch-Eintrag (ich nähere mich langsam wieder dem Status ‘A Jour’) sowie einige Seiten ‘Rayuela’ des Argentiniers Julio Cortazar ... ... das Buch gefällt mir allerdings (noch) NICHT SO dolle ?! Meinen Frust (ob der unbefriedigenden Bettlektüre) reagiere ich schließlich an einem überraschend auftauchenden Gast ab: ‘Softly Killing a Mosquito with my Clog!’ Hm - hört sich brutaler an als es war! Vermutlich hat das kleine Kerlchen kaum etwas gespürt. DENN ... ... ich klemme den kaum-behaarten Körper mit meinem Schuh GANZ SANFT & VORSICHTIG zwischen Sohle & Zimmerdecke ein ... ... rede (vertrauensbildend!) mit sonorer Stimme auf das PUTZIGE Insekt ein (‘Ach was - tut doch gar nicht weh! Gleich ist es vorbei! Versprochen!’) ... ... bevor ich dann (unmerklich, stärker & Stärker & STÄRKER werdenden Druck auf den Schuh gebend) schmirgelnde Kreisbewegungen vollführe, bis ich (mein Gesicht mittlerweile unter einer KLEBRIGEN BLUTLACHE begraben) aber auch REIN GAR NICHTS mehr sehe ... ... AUSSER ... den beiden windmühlenflügel-gleich um meinen (nicht nur wegen der Blutkruste) HOCH-ROTEN Kopf rotierenden ‘Kill!-Kill!-Kill!’-Armen ... RASEND vor WUT & MORDGIER ... ... JA! - JA! ‘He! He! IST JA GUUUT! BERUHIGE DICH!’ Naja - EIN WENIG ... wundere ich mich SCHON, daß es 3.100 Meter über Normal-Null Mosquitos gibt ... Tja & DARÜBER (also: überm ‘Wundern’) schlafe ich schließlich ... ... relativ ‘ent-spannt’ (denn doch wieder) EIN ...
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... Nach dem gestrigen Gewaltmarsch (schätzungsweise etwa vierzig Kilometer!) gönne ich mir heute einen eher beschaulichen, in jedem Fall weniger kraftraubenden Tag ‘UNTERHALB der schneebedeckten Berge’.
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Um Acht Uhr auf - Duschen - noch eine Zigarette im Hotelzimmer & ... ... ZEIT LASSEN. Auf der meiner Pension gegenüberliegenden Straßenseite wirbt ein Café (schon seit Tagen) mit einem Frühstücks-Sonderangebot - also: NIX WIE HIN! Sehr gutes & sättigendes ‘Arroz Chaufa’ (so ‘ne Art Risotto ... mit Tomaten, Zwiebeln, Rindfleisch & exotischen Kräutern), dazu Brot & Kaffee SATT. Langer Tagebuch-Eintrag ... ... währenddessen das SEHR junge Personal die leistungsstarke Musikanlage des Cafés mit der neuesten CD einer einheimischen Rockband austestet (hm - gar nicht mal so übel: die Band!). Um Halb Elf Uhr stürze ich mich in das Gewühl des Samstag-Marktes! ‘Foto-Walk’ ... mit einigen sehr schönen ‘Indio-Unter-Hut’-Aufnahmen sowie DEM definitiven ‘One-Million-Dollar-Shot’: ein komplettes ‘Cuy’-Schwein schmort in einem Riesenbräter, während eine un-GLAUB-lich dicke, mittelalte Indio-Frau (in bunter Anden-Tracht & Aug’-in-Aug’ mit dem Bratschwein) eben dieses (das ‘Cuy’-Schwein) teilweise & GENÜSSLICH verzehrt! In dem Moment, da sich mein rechter Zeigefinger entkrampft & vom Kamera-Auslöser hebt, WEISS ich: Wenn DIESE Aufnahme auch nur ANNÄHERUNGSWEISE das hält, was ich mir von ihr verspreche, dann hat sich SPÄTESTENS MIT DEM HEUTIGEN TAG die gesamte Lateinamerika-Reise ENDGÜLTIG gelohnt !!! Kurzer Einschub: Die offensichtliche Diskrepanz zwischen im Text beschriebenen & real vorhandenen Fotomotiven liegt übrigens NICHT (oder - sagen wir mal: nicht NUR) an der Selbst-Überschätzung meiner fotografischen Fähigkeiten, SONDERN ... ... in diesem speziellen Fall (bei diesem speziellen Reisebericht) an der 3 Tage später (ZU spät!) sich mir in Lima offenbarenden Tatsache, daß der Filmtransport meiner favorisierten ‘25-ASA’-Kamera EINEN KOMPLETTEN FILM LANG nicht funktioniert hat ... & ich mithin gute 40 Aufnahmen lang am ‘zwar zu Allem bereiten Filmmaterial’ (DESASTRÖS!) VORBEI-BELICHTET habe ... SHIT !!! Ende Einschub! Mein ‘Stroll-Around’ endet am Busbahnhof. Ich setze mich in einen halbgefüllten ‘Caraz’-Bus & stelle mich auf eine längere Wartezeit ein: unmittelbar vor mir sitzt eine SEHR attraktive, junge Peruana. Sie heißt ‘Yenny’ & ist von Beruf ‘Docente’ ... Woher ich das WEISS? Nun ja - vor jeder Busfahrt reicht der Fahrer eine Liste herum, in die sich die Passagiere eintragen müssen (sehr detailliert & mit allen persönlichen Massen ... äh - Daten ... ‘Sorry!’). Offiziell werden die Informationen zwar von der PNP (peruanische Staatspolizei) angefordert. ICH aber vermute, daß eine Kopie jeder Liste an den örtlichen ‘Gedenk-Kreuz’-Hersteller geht, damit dieser auf einen Bus-Absturz in den Bergen schneller reagieren kann. Schließlich dürfen die Kreuze die wertvollen Freiflächen am Straßenrand nicht allzulange blockieren, da der nächste Absturz ja niemals nie nicht lange auf sich warten läßt! OHNE QUATSCH ... ... die Kreuze, die ich gesehen habe, waren durchweg SEHR aktuellen Datums! Nach zehn Minuten beginnt unser Busfahrer ‘mit dem Gaspedal zu spielen’, was (wie wir Eingeweihte wissen) besagt: Nur noch (ziemlich genau!) EINE HALBE STUNDE bis zur Abfahrt! Ich habe mir (für den heutigen ‘Lazy Saturday’) ein paar schöne ‘Ganzkörper-Fotos vom Mount Huascaran’ vorgenommen & entsteige in Mancos (etwa fünfzehn Kilometer südlich von Yungay) dem Bus. Die ‘Plaza Central’ befindet sich am Ende eines atmosphärischen Kopfsteinpflaster-Gäßchens, durch dessen schattige Passagen ich (die brutale Mittagssonne fliehend) langsam hügelanwärts schlendere. Die Plaza wirkt um diese Zeit wie ausgestorben: ein einsamer Gärtner wässert die gepflegten Blumenbeete ... & läßt von Zeit zu Zeit ‘einen unkontrollierten (Wasser-) Strahl’ in Richtung zweier junger Mädchen schießen, die diese, seine Annäherungs-Versuche mit schrill-spitzen Lachern quittieren. Die von mir erhofften Berg-Motive werden durch die sich mir (bereitwillig!) präsentierende Realität noch WEIT übertroffen: meine ‘bewußte Bildkomposition’ umfaßt ... - eine wunderschöne, alte ‘Iglesia’ hinter der begrünten (& zusätzlich in allen Regenbogenfarben blühenden) Parkanlage der ‘Plaza Central’ - & über dem Dorf-Idyll thront in voller, brachialer Größe, ‘der eisige, IRGENDWIE UNWIRKLICH scheinende erste Berg Perus’. (Dreifaches & uneingeschränktes) WOW !!! ... ... & damit ist das Tages-Highlight (auch schon) ‘im Kasten’.

Ausgiebige ‘Zigaretten-&-Auch-Sonst-Gut-Fühl’-Rast. Dann lasse ich mich zum Highway zurücktreiben. Diesem folgend (immer in Sichtweite des Rio Santa) marschiere ich durch das spektakuläre ‘Big Valley’ zur etwa zehn Kilometer entfernten, nächsten Siedlung Tingua. Die Sonne knallt aus einem strahlend-blauen Himmel erbarmungslos auf mich (& mein Basecap: immerhin!) nieder ... & ich muß (nackter Überlebenswille!) eine Reihe von Stops im Schatten der wenigen Bäume am Straßenrand einlegen. ‘BUT: REALLY Great Views!’ ... ... & mir gelingen noch eine Reihe (hoffentlich) schöner Landschaftsaufnahmen.

In Tingua nehme ich den nächsten Bus Richtung Süden & lasse mich nach Huaraz zurück chauffieren. Die Stadt liegt in samstag-nachmittäglicher Agonie. Kaum jemand setzt sich (freiwillig) der Sonne aus - alle halten sich im Schatten auf! ALLE ...? Alle ... außer EINEM! Eindrucksvolles Denkmal eines sehr inka-mäßig wirkenden, aus weißem Marmor heraus gemeißelten ‘Lider Campesino’ an der ‘Plaza de Armas’. Die hier anwesenden ‘Gringos’ werden zahlenmäßig LOCKER übertroffen von den beschäftigungslos herumsitzenden ‘Touri’-Fotografen - sprich: Peruaner, welche die Touris (mit teils antiquarischen ‘Kameras der ALLER-ersten Generation’ ... ‘Lochbild’-Fotoapparaturen?) auf grellbunt-bemalten Holz-Schaukelpferdchen oder ähnlich authentischen Inka-Requisiten ablichten (wollen). Ein noch SEHR junger ‘Nino Peruano’ klappert (ein ‘Baby-Alpaca’ im Schlepptau: oder umgekehrt ...?) die wenigen ‘Gringos’ ab & fordert uns auf: ‘Tome Una Fotografia, Senor!’ Hm - ich muß gestehen, daß die Versuchung wirklich SEHR, sehr groß ist: Das junge Alpaca-Kälbchen (übrigens: Paarhufer & Allesfresser) sieht wirklich ZUUU SÜÜÜÜSS aus! Aber ich widerstehe ... ... & halte mich (vermutlich als Einziger / Letzter ...?) an den PROFI-Fotografen-Ehrenkodex: KEINE GESTELLTEN FOTOS GEGEN CASH !!! SCHADE ... eigentlich! Ich kaufe zwei Postkarten ... ... & ziehe mich (zum Schreiben) in mein Stamm-Café zurück. Dazu gibt’s ‘Café Negro’, ‘Mate de Coca’ (ich FÖHL nix!) & eine Live-Radio-Reportage eines Fußballspiels der peruanischen ‘Division Primera’. Also: FAST ‘Un Sabado de la Tarde Alemana Tipico’ ... ... allerdings KAUM Indios, die ihre Llamas waschen! Um Sechs Uhr kehre ich in mein Hotelzimmer zurück & studiere intensivst meinen ‘SCHEISS-Lonely-Planet’: Ich plane die nächsten Tage & beschließe, bis zum Eintreffen in Cuzco nicht mehr ALLZUVIEL ZEIT zu ‘vergeuden’ ... - nur EIN Tag Sight-Seeing in Lima (die großen Städte zehren zunehmend an meinen Nerven), - von dort mit möglichst nur EINEM grossen Kraftakt weiter nach Arequipa (sprich: zwanzig Stunden Non-Stop im Bus ... UFF!), - & in Cuzco werde ich mir dann eine ganze Woche Zeit gönnen (für die Stadt, Machu Picchu sowie die unbekannteren Inka-Heiligtümer im nahen ‘Valle Sagrado’). Zufrieden mit mir (& meiner Planung) breche ich um Halb Neun Uhr Richtung ‘Night-Life’ auf: atmosphärisches Restaurant mit allerdings EXTREM dominierendem Fernseher mitten im Gastraum (DIE peruanische Live-Samstag-Abend-Show!) - ‘Cena Muy Simple’ sowie ‘Cusquena Negro (MUY GRANDE)’. Ich beginne einen langen Brief an Kathrin. Bis Halb Elf Uhr halte ich’s in dem ‘Fernseh-Vorführraum (mit angeschlossener Armen-Speisung)’ aus ... ... dann MUSS ich zurück in meine Pension. Obwohl heute Samstag Abend ist, scheint im tagsüber so touristischen Huaraz nichts los zu sein!? Naja: Bergsteiger gehen halt früh schlafen, da sie ja bekanntlich raus müssen, sobald ‘der Berg ruft’ ... ... & der Berg ruft (meistens) SEHR FRÜH! Nur mehr kurze Nachtlektüre. Und schon gegen Mitternacht ist (hm, wie das immer so paßt!?) auch FÜR MICH dieser Tag rum: Buenas Noches! ...
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... Heute steht (nach drei kompletten Tagen ‘an einem Fleck’! - ausnahmsweise mal wieder) ein Reise-Tag auf dem Programm - also: Duschen & Packen - ‘Desayuno Abajo’ (in der Cafeteria meiner Pension) & Abschieds-Schwatz mit Ramon (meinem ‘Herberger’). Anschließend bleibt mir noch eben genügend Zeit, meinen heutigen Tagebuch-Pflichten nachzukommen. Um Viertel vor Neun Uhr kreuze ich auf die gegenüberliegende Straßenseite & ... ... nehme im Wartesaal der ‘Empresa Transportes Rodriguez’ Platz: Zwar ist dieses Busunternehmen nicht das billigste, aber das (mit Abstand!) standort-günstigste! Nein - nicht NUR in Huaraz ... ... vor allem in Lima (meinem heutigen Tagesziel)! Ich habe nämlich keinerlei Lust, nach meiner Ankunft in Perus ‘ach-so-gefährlichen Kapitale’ (nach Einbruch der Dunkelheit) noch stundenlang durch einsame & unbeleuchtete Vororte zu latschen ... ... & ‘das schweigende Opferlamm zu geben’. ‘Tja, Svenja - man(n) muß schon ein wenig vorausplanen, GELL?’ (äh ... wieso eigentlich Svenja? ‘Keine Ahnung!’). Ich nehme meinen Sitzplatz im nur halb gefüllten Bus (gerade mal so) ein & dann (schon) nimmt eine der landschaftlich beeindruckendsten Busfahrten meines gesamten Latein-Amerika-Trips ihren (pünktlichen) Anfang! Ein atmosphärisches Bergdorf nach dem anderen reiht sich ‘perlen’-gleich an den komfortablen Highway, der dem Rio Santa in entgegengesetzter Fließrichtung (sprich: gen Süden) folgt: - Wäscherinnen ‘machen’ ihre Sonntagswäsche & nutzen die umstehenden Büsche & Sträucher weitflächig als Trockenständer (ein ‘hübsch-bunter’ Anblick), - junge Kirchgängerinnen, in schneeweiße Ganzkörper-Ponchos gehüllt, schreiten stolz die ungepflasterte Dorfstraße zur ‘Iglesia’ entlang, - eine kaum als Dorf zu bezeichnende Hütten-Ansammlung wird von einer ‘viel zu großen’ (irgendwie protzigen!) Stierkampf-Arena dominiert, - ein ‘Solo-Alpaca’ steht, verloren um sich blickend, einsam am Rand einer kleinen Siedlung (übrigens sehen ALLE Alpacas ‘irgendwie behindert’ aus: was wohl in deren unproportional wirkender ‘Hals-Ohne-Über-Kopf’-Relation ihren Grund hat), - als ‘höchster Punkt’ thront auf ALLEN Hausdächern der Ortschaften immer eine fein-ziselierte ‘Silber-Schmiedeeisen-(Was-Auch-Immer-)Monstranz’ ... ... teils in erärmlichem um- und/oder abgeknicktem Zustand. Apropos ‘Monstranz’: JEDESMAL ... wenn unser Bus ein Kreuz, eine Heiligenstatue oder eine sonstige ‘Katholen-Devotionalie’ passiert (& das kommt NICHT eben SELTEN vor!) bekreuzigen sich, wie auf ein verabredetes Zeichen hin, synchron ALLE Fahrgäste (inklusive Busfahrer). ALLE? Hm - (mal wieder) Alle bis auf EINEN ... Die Straße steigt stetig an. Der Himmel ist bewölkt & nur sehr vereinzelt zeigen sich kurzzeitig einige ‘Snow-Capped Mountain-Views’ der (östlichen) ‘Cordillera Blanca’. Die eh schon raren Siedlungen werden noch seltener & lösen sich schließlich in Einzel-Häuser & -Hütten auf. Die Bauweise der zunehmend ärmlicher sich präsentierenden Behausungen wird einfacher (Lehmziegel für die Seitenwände sowie Stroh-, Lehm- oder ‘Dung’-Dächer). Nach fünfzig Fahrtkilometern legen wir in Catac (3.640 Meter üNN) den ersten Stop ein: IM BRUCHTEIL EINER SEKUNDE ... ergießt sich eine wilde Horde ‘Queso-, Pan- y Bebida-Vendedoras’ durch Front- und Hecktüre in unseren Bus (in dem sich, im immer noch gleichen Bruchteil der gleichen Sekunde, mehr VerkäuferInnen als Fahrgäste befinden). Jegliche Bewegungsfreiheit ist augenblicklich dahin ... ... & ich habe nicht die Spur einer Chance, den Bus (zwecks eigentlich dringend angezeigter Nikotinzufuhr) zu verlassen ... SHIT! (Kurzes) Interlude: Ich sitze mitten im Zentrum Limas (gegenüber der ‘Iglesia de San Francisco’) in einem kleinen Straßen-Café, habe einen erfolgreichen, frühen Organisations-Morgen sowie ein ausgezeichnetes Desayuno a la Criolla ‘hinter mir’, schreibe Tagebuch & lausche einem ‘musikalischen Kleinod’-Radiosender: ‘635 - NO SALSA!’ ... ... lautet der programmatische Name des ‘Channels’, der nur längst vergessene Pop-Evergreens dudelt: wie beispielsweise ‘My Cherie Amour’ (von ‘Little’ Stevie Wonder) oder ‘Logical Song’ (von Supertramp). Ich fühle mich SAU-WOHL im Großstadt-Dschungel von Lima! Hm - eigentlich optimale Voraussetzungen, um leichtsinnig zu werden ( ... dieses Pattern kennen wir ja, oder?). Obwohl: JETZT genieße ich erstmal meine gute Laune & ... ... wollte das (nur mal) jemandem mitteilen! Und in Ermangelung sonstiger, mich ‘verstehender’ Anwesender, muß ‘Mi Senora Diario’ (sprich: ‘meine tägliche Frau’) mal wieder herhalten. Ende Einschub! Nach einer Viertelstunde setzt sich der Bus wieder in Bewegung - BIS ... ... das in harmonischen Schwüngen durch die sanft ansteigenden, grün-braunen Hügel führende Asphaltband plötzlich unterbrochen wird: Ein (NUN zwar ...) kaum Wasser führendes Rinnsal, hat, als reißendes Wildwasser während der Regenzeit, die alte Brücke (mal eben so) weggeschwemmt. Eine neue Brücke (modernes Design & ‘Concrete’) befindet sich zwar ersichtlich schon in der Entstehung ... ... UNS aber (den ‘Zu-Früh-Gekommenen’) bleibt nur ein rumpelnder, fünf Kilometer weiter Umweg durch die ‘rauhe Pampa’. Kurz darauf durchfahren wir eine surreal wirkende Felsenlandschaft: Schroffe, hochaufschießende Naturfelsblöcke scheinen von Geisterhand (oder doch: ‘La Mano Del Senor’?) zu einer effektvollen Steinkomposition arrangiert & fügen sich zu einer ‘monumental-uneinnehmbaren Festungsanlage’ zusammen (gespickt & gekrönt von/mit Hunderten kleiner Wach- & Aussichts-Türme). Oder handelt es sich DOCH NUR um eine Fata Morgana ...? (aber hier flimmert doch gar nichts ...!). Der Highway führt (‘Muy Cerca’) an den halb wolken-verhangenen 5.686 Meter hohen Mount Caullaraju heran. Zwischen unserem Bus & dem spektakulären ‘Schneeberg’ erstreckt sich eine spiegelflache Hochland-Grasebene, die nur äußerst spärlich von Muli- & Rinderherden (sowie einigen ‘Gauchos hoch zu Roß’) bevölkert wird. Einsame ‘Ranchos’, in der Ebene sich (demütig?) vor dem Caullaraju duckend, bilden atem-raubende Motive: ‘GEO-Fotokalender-Anden’-Niveau ... ... mindestens! UND WAS MACH’ ICH? Ich versuche verzweifelt, mein Busfenster zu öffnen! Aber das ‘Scheiß-Ding’ klemmt (unnachgiebig) ... ... & alle sonstigen, linksseitigen Fensterplätze des Busses sind ‘Occupado’. Ich tröste mich (in Anlehnung an den bekannten ‘André-Heller’-Song): Die besseren (WAHREN!) Bilder (ABENTEUER!) sind im Kopf! Kurz vor Erreichen Conocochas (hm - klingt wie ein extrem ansteckender Krankheitserreger!) zeigt sich eine große, kunterbunte Heiligenstatue, die über einem bläulich-grün schimmernden Hochland-See thront. Nach fünf weiteren Bus-Kilometern überfahren wir den ‘Conococha-Pass’ (der mit 4.100 Metern über Normal-Null den höchsten Punkt der heutigen Busfahrt darstellt). Und der weitere Verlauf meiner Tagesreise steht unter dem Reise-Motto (frei nach Tom Waits): DOWN - DOWN - DOWN! Zunächst passieren wir schwindelerregend-hohe, senkrecht sich gen Himmel reckende Basaltgesteins-Säulen, die (wie Orgelpfeifen aussehend & aufgereiht) im Gebirgs-Massiv stehen. Sie sind ‘grün-bemoost’ ... ... & bilden einen scharfen Farbkontrast mit lilafarbenen Lupinen-Sträuchern sowie leuchtend gelben Blüten einer Blumenart, die ich mich (‘... ohne Dein Pflanzen-Bestimmungsbuch, Walter!’) nicht zu mutmaßen traue. Nach einem ‘erträglich ungründlichen, kurzen PNP-Check’ in Cajacay (etwa dreißig Entfernungskilometer unterhalb des Passes), nimmt die Vegetation ein grundlegend anderes, NUN stacheligeres Aussehen an: die etwas flacheren Berghänge überzieht ein dichter Kakteen-&-Agaven-Teppich. Das Wetter bessert sich (leicht). Größere ‘blaue Himmelsflecken’ zeigen sich. Durch unseren gleichzeitig fortschreitenden Verlust an Höhenmetern steigen die Außen-Temperaturen dramatisch an: Wechsel von Frühling zum Hochsommer in weniger als zwei Stunden! Schon bald dominieren Bananenbäume & kleine Maispflanzungen (teils bis in unbegehbar scheinende Steilhänge hinaufführend) die zunehmend kultivierten Vegetationsflächen. Die raren Bergdörfer werden von Menschen bevölkert, für die ‘Modernismen’ wie ‘No Tengo Tiempo’ augenscheinlich nicht existieren: HIER hat man ‘alle Zeit der Welt’ ... ... zumal am Sonntag-Nachmittag! Wir folgen dem Rio Fortaleza, der in den Höhenzügen der ‘Cordillera Negra’ entspringt & auf kürzestem Weg dem Pazifik entgegenfließt. Die Straße ist nicht mehr ganz so kurvig. Zwar steigen die Berge nun relativ flach an, ihren extrem UN-wirtlichen Charakter aber behalten sie noch lange bei: nackter, schmutzig-grauer Fels - nur äußerst selten zeigen sich Einzelhütten (die jedoch durchweg ebenso farblos sind wie das sie camouflierende Terrain). KAUM VORSTELLBAR ... ... daß HIER Menschen leben (können) !? Erst wenige Kilometer vor Erreichen des Pazifik weitet sich das Flußtal ... ... & gebiert eine einzige, riesige Zuckerrohr-Plantage. Gleichzeitig mit dem ersten Meerblick heißt uns (‘Back to Civilization!’) Barranca willkommen: Eine kleine, unatmosphärische Stadt (mit der immer gleichen ‘Plaza Central). Das interessanteste ist noch, der mit einem guten Dutzend Kutter & Barkassen angefüllte ‘Puerto Pequeno’ (über den, auf einer Halbinsel sich erhebend, ein Leuchtturm wacht) ... ... sowie ein penetrant-bestialischer Fischgeruch! Hm - wenn ich DAS so rieche, dann verspüre ich eigentlich WENIG LUST, das peruanische Fisch-Nationalgericht ‘Ceviche’ (doch noch einmal?) zu probieren. Wie auf ein verabredetes Zeichen hin, schließen alle Fahrgäste die Busfenster ... ... ALLE? Alle - bis auf einen ... äh ... der nämlich immer noch nicht in der Lage ist, sein Fenster zu öffnen (& es folglich auch nicht schließen muß / kann). Übrigens: der Fenstermechanismus ist (wie mir der Busbegleiter zwischenzeitlich bestätigt hat) WIRKLICH defekt! Also ... ... nicht, daß etwa der (falsche!) Eindruck entsteht, ‘ich wäre (auch!) ZU BLÖD, ein Fenster zu öffnen!’ Bis zur peruanischen Hauptstadt hin, schmiegt sich eine etwa 200 Kilometer lange, öde & fein-sandige Wüstenlandschaft an die Pazifik-Küste. Die einzige Abwechslung in dieser ‘lebens-verneinenden, toten Region’ rührt von den wenigen Flüssen, die sich (aus der Sierra kommend) in den Pazifik ergießen ... ... & an ihren Gestaden breite, grüne Fluß-Oasen entstehen lassen, die (nicht wirklich überraschend) gleichzeitig Standorte der ‘VERY FEW Coastal Towns’ sind. Der ‘wüste Tages-Höhepunkt erwartet mich 80 Kilometer nördlich von Lima ... ... & ER läßt meinen Atem AUGENBLICKLICH stocken: Der ‘Pasamayo’ ist ein urgewaltiger, hoher, einzig aus feinem, gold-gelbem Sand bestehender ‘Dünen-Koloß’, der bis unmittelbar an den Pazifik heranreicht! Die ‘Panamericana’ zögert, überlegt (sichtlich) einen Moment & teilt sich dann (entschlossen) in zwei Straßen: - die ‘Ängstlichere’ flüchtet sich ins Landesinnere & umkurvt (hinreichenden Sicherheitsabstand einhaltend & einen Halbkreis von 32 Kilometern Länge beschreibend) das ‘Sand-Hügelchen’ ... - die andere, die ‘I-Wanna-Have-Fun!’-Straße (für die sich unser Busfahrer entscheidet: WOW!) wählt eine ‘unmögliche’ Streckenführung & nimmt etwa 200 Höhenmeter OBERHALB der Meeresbrandung den direkten Weg durch ‘die goldene Hölle’ (was immerhin noch einer Entfernung von 24 Kilometern entspricht) ... Zwischen den schwindel-erregendsten Meeres-Ausblicken wundere ich mich, ‘wie es überhaupt MÖGLICH sein kann, eine Asphaltstraße in puren, extrem abschüssigen (Treib-) Sand hineinzubauen?’ Also: ... von wegen Statik ... & so !? Hm - da ich die Sahara noch nicht von Angesicht zu Angesicht gesehen habe, darf ich reinen Gewissens behaupten: DAS war (mit Sicherheit!) die beeindruckendste Sand-Düne meines (bisherigen) Lebens! ... UN-BE-LIE-VA-BLE !!! Mit San Pedro (immerhin noch 40 Kilometer nördlich von ‘Centro-Lima’) erreichen wir ‘das weitere Stadtgebiet der peruanischen Kapitale’ ... & in der Folge reiht sich ärmlicher Vorort an augenscheinlichen Slum, löst die eine deprimierende Wellblechhütten-Siedlung das nächste verkommene Beton-Silo ab. Die Lebensumstände der hier ansässigen Bevölkerung scheinen (scheinen ...?) bedrückend. Und dieser Eindruck wird noch (konterkarierend!) VERSTÄRKT, durch die Vielzahl exklusiv-modernistischer ‘Centros Recreo’, die im Abstand von nur wenigen Kilometern an den Highway (& in die ‘Wohngebiete’) gepflanzt wurden: Unter so eindrucksvollen Etiketten wie ‘El Paraiso Del Norte’ firmieren gepflegt wirkende & mit hohen ‘Schutz’-Wällen umgebene Erholungsparks (gleichermaßen deplaziert wie ‘raumschiff’-gleich) ... ... die dem ‘gestreßten Hauptstädter’ ALLES bieten, wonach sein Herz begehrt (vom Restaurant ... über Schwimmbad & Sauna ... bis hin zu ‘Gym Y Salon de Belleza’). Und nicht einmal zwanzig Meter rechts & links der ‘Hochsicherheitstrakte’ schließen sich dann wieder (nahtlos) ärmliche Lehmhütten, Wellblech-Behausungen sowie Bambusmatten-, Plastikfolien- & Bretterbuden an: ‘Neun-Zehntel-Gesellschaft’ in Südamerika! ... & DAS ist noch (weit!) untertrieben! Um Halb Sechs Uhr erreichen wir, das unter einer dichten Dunstglocke (Abgase und ‘Garua’) SICHTBAR LEIDENDE Zentrum der peruanischen ‘Acht-bis-Zehn-Millionen-Einwohner’-Kapitale: ‘Äh ... WO bitte geht’s (hier) zur japanischen Botschaft?’ NEIN (nicht wirklich) ... ... ich will möglichst noch vor Einbruch der Dunkelheit eine Bleibe für die Nacht finden, schultere meinen Rucksack & strebe durch breite, von Jugendlichen über-völkerte Straßen der ‘Plaza San Martin’ zu. DIESE (allerdings) ... befindet sich ‘in Renovación’ & ist ‘vollkommen mit Brettern vernagelt’: verstohlene Blicke einiger Neugieriger (nein: nicht ich!) durch die Astlöcher der Holzverblendungen. Check dreier Hotels: - auf einen Schlafsaal (gemeinsam mit vier anderen Gästen) habe ich heute keine rechte Lust, - das zweite Hotel (vor allem aber sein offensichtlich ‘durchgeknallter Manager’) kommt mir ... äh ... ‘ziemlich Spanisch’ vor, - so entscheide ich mich schließlich für die teuerste Alternative (großes Zimmer mit Fernseher, AC, Kachelbad sowie Einbauschrank ... MIT Kleiderbügeln)! Hm - die EINDEUTIG komfortabelste Unterkunft meines gesamten bisherigen Trips! Anyway ... Auspacken & (naja - ein WENIG) Frischmachen. DANN zieht’s mich (magnetisch!) auf die belebte ‘Avenida’: Ich habe einen BÄRENHUNGER! Da das Zimmer VERDAMMT TEUER ist, gilt’s mal wieder beim Essen zu prassen ... äh ... zu sparen - also kehre ich ‘beim Chinesen umme Ecke’ ein: - billiges Menu (‘Wan-Tan-Soup y Arroz Chaufa a la Criolla’) ... - sowie teures, aber GROSSES (& überhaupt: ‘bei den aller-existentiellsten der existentiellen Grund-Nahrungs-Mittel sollte man nicht ... !?’) ... ... äh ... ‘Welcome-to-Lima!-(My-Deer-)Horst!’-Bier. MAXIMAL Dreiviertel-’Satt’ ... unternehme ich anschließend einen ersten Nacht-Orientierungs-Marsch durch das Zentrum der peruanischen Hauptstadt! Von der ‘Plaza San Martin’ (dem südlichen Endpunkt des historischen Stadtkerns) strebe ich der ‘Plaza de Armas’ (dem unumstrittenen kolonialen Zentrum der Stadt) entgegen. Die einer ‘Ameisen-Autobahn’ nicht unähnliche (& ... LEIDER un-umgeh-bare!) Fußgängerzone ‘Jiron de la Unión’, kommt dabei für einen Misanthropen (wie ich es bekennenderweise bin!) der Strafe des ‘Gassen-Laufens’ verdammt nahe: - Hunderte ‘Money-Changer’ versuchen sich die begrenzte Anzahl potentieller Kunden durch teils recht AGGRESSIVE ‘Vertrags-Anbahnung’ gegenseitig auszuspannen, - die härteste Fraktion ist eine (scheint’s, gut organisierte) ‘Drücker-Truppe’ in blauen, mit einem großen, weißen ‘Dollarzeichen’ versehenen Plastik-Ponchos (die mich frappant an die ‘Drei Musketiere’ erinnern), - Straßenverkäufer bieten die ausgefallensten Waren feil (UNENDLICHES Mitleid befällt mich beim Anblick zweier mittelalter Indias, die mit weit vom Körper weggestreckten Händen je eine UNENDLICH HÄSSLICHE Nachttischlampe halten), - sowie: Bettler, Bettler, Bettler ... Die ‘Plaza de Armas’ ist energie-verschwendend-hell erleuchtet & scheint der Hollywood-Kulisse eines Monumental-Streifens über das ‘koloniale Spanien im latein-amerikanischen Nuevo Espana des 16. Jahrhunderts’ nachempfunden (oder doch eher umgekehrt ...?):

- der im exakten Mittelpunkt des Platzes befindliche & reich-ornamentierte Bronzebrunnen mit einem ‘Fanfare-Angel On-Top’, - die durch zahllose Erdbeben zerstörte, aber immer wieder neu errichtete Kathedrale (feinste Steinmetz-Arbeiten um das Eingangsportal & an der westlichen, ‘plaza’-seitigen Fassade), - der einem ähnlich-filigranen Architekturstil verpflichtete Palast des Erzbischofs von Lima, - der die gesamte Nordseite der Plaza einnehmende, schmiedeeisern-umzäunte & armee-gesicherte Regierungspalast (der Amtssitz Präsident Fujimoris), - sowie eine Reihe weiterer, mit schwarzen spanischen Holzbalkonen bestückter, ‘steinalt’-wirkender Gebäude ... ... was allerdings ein Trugschluß ist: Denn mit Ausnahme des Brunnens wurde alles ‘Koloniale’ (spätestens!) durch das verheerende ‘1970-er-Erdbeben’ zerstört! Mein erster Eindruck von Lima ist erstaunlich (& unerwartet!) positiv. Hm - ich wage es kaum, DIES niederzuschreiben ... ... befinde ich mich doch mit dieser Aussage im krassen Widerspruch zu JEDER mir unterwegs zu Ohren gekommenen Warnung! Und trotzdem: das Stadtzentrum hat sehr viel Flair - die meisten Menschen schauen & sind freundlich (netter Plausch mit drei jungen peruanischen Studenten auf den Treppenstufen vor der Kathedrale: abwechselnd in Spanisch, Englisch & Deutsch geführt) - & ich fühle mich hier keineswegs unsicher ... oder gar bedroht. NAJA - WIR WERDEN SEHEN ... Gegen Neun Uhr schlendere ich (gut gelaunt!) zurück in mein ‘Feudal-Hotel an der vernagelten Plaza San Martin’. Ich verspüre heute Abend keine Lust mehr, mich mitzuteilen (weder ‘Mi Diario’, noch der halbfertige Brief an Kathrin, vermögen an dieser, meiner UN-Lust etwas zu ändern) & ... ... ich entspanne bei einem ‘Abend vor der Glotze’: Ich ziehe mir einen US-amerikanischen Psycho-Thriller rein, dessen Inhalt aber nicht einmal der gerafften Schilderung lohnt ... Nur MÄSSIG sauer (ob der unbestreitbaren Zeitvergeudung) bahre ich mich ‘After Midnight’ zur Nachtruhe (auf) & schlafe ... ... (SO!-FORT!) ... ... EIN!
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