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LatAm 14

DER (BLUT-) SPUR DES FRANCISCO PIZARRO
IN DIE PERUANISCHEN HOCH-ANDEN FOLGEND !
ODER: CAJAMARCA - LETZTE ZUFLUCHTSTÄTTE
DES
INKA-KÖNIGS ATAHUALPA !

... von Piura nach Cajamarca ... in & um ebenda ... sowie
weiter nach Celendin am Rio Maranon (Peru):

Dienstag, 06. Mai bis Freitag, 09. Mai 1997

Heute steht mir eine (hoffentlich!) lange Busfahrt bevor !?
Um Sechs Uhr bin ich wach - Duschen, Packen & Auschecken - um Halb Sieben Uhr befinde ich mich auf dem Weg zur ‘Empresa de Autobuses Chiclayo’.
Der Bus startet um Halb Neun Uhr - es ist noch sehr früh ...
... & ich hocke mich an einen rohgezimmerten Holztisch eines Foodstalls.
Mehrere Indio-Frauen bereiten arbeitsteilig die Mahlzeiten:
- eine hackt (den Kopf aus nachvollziehbaren Gründen immer wieder zur Seite drehend) Berge von rohen Zwiebeln,
- eine zweite Frau zerteilt mittels ‘matri-archaischem’ Hackebeil (auf extrem grob-chirurgische Art & Weise) Hühner in Portionsgröße,
- eine dritte Frau brät derweil in einer schweren, gußeisernen Pfanne filetierten Frisch-Fisch,
- während die Chefin sich höchstpersönlich um die Zubereitung des ‘Sandvich Con Huevos’ (sowie den Cafesito) für den einzigen anwesenden Gringo kümmert.
Apropos ‘Cafesito’: heute lasse ich erstmalig eine halbe Tasse des eigentlich SO WICHTIGEN, um nicht zu sagen: (über-)lebens-notwendigen ‘Up-Waker’ stehen ...
... DENN: MIR EKELT’S!
In Peru wird der Kaffee solange (über mehrere Stunden!) gekocht, bis nur noch eine dicke, ölige ‘LeMasse’ übrigbleibt. Diese wird in kleine Flüssigkeitsspender gefüllt & dem Gast (zusammen mit einer Tasse heißen Wassers) serviert.
Dieser kann dann selbst das Mischungsverhältnis bestimmen ...
... wobei die Einheimischen augenscheinlich homöopathische Dosen des ‘schwarzen Goldes’ bevorzugen, während der Touri zu einem eher paritätischen Mix neigt.
HEUTE ...
... schmeckt das Gesöff original wie ‘HW15/40-Mehrbereichs-Motoröl’ (nicht, daß ich das schon mal probiert hätte, aber SO stelle ich mir den Geschmack vor) ...
... & selbst die bei Aufeinandertreffen von Öl auf Wasser sich ergebenden farbigen Ringe zeigen sich in meiner Kaffeetasse: WÜRG!
Pünktlich rollt mein Bus in den Bahnhof ein ...
... & nur wenige Minuten später auf die vierspurige Ausfallstraße Richtung Süden. Noch innerhalb der Stadtgrenzen Piuras steigt ein junger Mann zu, der uns augenscheinlich eine künstlerische Darbietung präsentieren will: Sein Sprachzentrum ist extrem gestört & seine einleitende Ansprache besteht aus einer unverständlichen Kakophonie erbärmlich klingender Grunz- & Schnalzlaute!
Er gibt sich durch Aneinanderreiben zweier kleiner Muscheln ein Rhythmus-Fundament vor & beginnt mit (s)einem emotionsgeladenen, letztlich aber doch nur mitleiderregenden ‘Gesangs’-Vortrag. Dabei lotet er allerdings sein sehr begrenztes stimmliches Ausdrucksvokabular erstaunlich weit aus ...
... & erhält nach Beendigung seiner ‘Performance’ so manche Münze von den (vermutlich ähnlich wie ich ‘MIT’-empfindenden) ‘Besuchern seines dahin rollenden Konzertsaales’.
Nein - währenddessen RAST unser Bus auf spiegelebenem, schnurgeradem Highway durch eine leblose Sand- & Dünenlandschaft. Die einzigen Bewohner dieser trostlosen Region sind ‘die genügsameren Vertreter der Strauch- & Busch-Spezies’. Ab & an schwitzt eine einfache Hütte in der gnadenlosen Morgensonne (meist mit anhängender Vieh- & Pferdekoppel).
Dann ereilt mich ein weiterer ‘Slashback In Sentimentality’:
Ein weibliches Trio stürmt in unseren Bus. Zwei, nach deutschen Maßstäben schulpflichtige, junge Mädchen sowie deren Mutter. Sie bieten Süßigkeiten, Bananenchips & Kaltgetränke feil - verkaufen jedoch ‘so gut wie nichts’.
Bis zur nächsten Zahlstation für die Strassenbenutzungsgebühr (gute zehn Fahr-Kilometer) verbleiben die drei sinn- & beschäftigungslos in unserem Bus. Die Mutter schaut (mit resignativem Gesichtsausdruck) ins Leere & scheint auszurechnen, wieviele dieser ‘Butterfahrten’ das Trio heute noch unternehmen MUSS, bis der Tages-Unterhalt der Familie gesichert ist ...
Ich erinnere eine Zeitungsmeldung über eine chilenische Studie, nach der 15 Millionen schulpflichtige Kinder in Südamerika Kinderarbeit leisten (müssen) & ärgere mich über die vollmundigen Ankündigungen der zu diesem deprimierenden Ergebnis im gleichen Artikel Stellung nehmenden (alles wissenden & alles könnenden), verantwortlichen Landes-Politiker: ‘DIESES PROBLEM ...
... werden wir bis zum Jahr 2005 in den Griff bekommen (haben?)!’
WIE (?!) ...
... dazu schweigen sie sich allerdings aus!
Es ist verdammt einfach, die Kinder mit Polizeigewalt in die Schulen zu verfrachten (wie geschehen!). Wenn den armen & kinderreichen (Ach ja: ‘Gruß an Wojtila ...!’) Familien jedoch keine Chance & Hilfe (!) geboten wird, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, dann ist den ‘lernenden’ Kindern in den Schulen überhaupt nicht geholfen ...
Ich hänge meinen Gedanken nach & registriere (eher unterbewußt) die Bilder der vorbei sausenden Landschaft:
- ein einsamer Brunnen, an dessen Naturstein-Ummauerung ein Campesino (mit nacktem Oberkörper) seine Morgentoilette verrichtet,
- von Bauern am Zügel geleitete Pack-Pferde & -Esel, die das in der kargen Umgebung gesammelte Brennholz mit trägen Schritten (& unter der glühenden Wüstensonne geduldig zwar, aber leidend) ‘nach Hause’ schleppen,
- verschieden komfortable Unterkünfte der wenigen, hier lebenden Menschen (Hütten aus Stroh, Reisig & grobbehandelten Baumstämmen - die ‘besseren’ der Hütten sind an den Seitenwänden mit Lehm verschmiert & abgedichtet - einige, allerdings äußerst rare Hütten bestehen aus Steinziegeln),
- Packesel mit je vier, grell-gelben 20-Liter-Kanistern auf dem nur Haut & Knochen aufweisenden, tiefdurchgebogenen Rücken trotten führerlos zum nächsten Grundwasser-Brunnen (wo sie vermutlich erwartet werden ... hm, das ‘selbständige Wasser-Schöpfen’ traue ich ihnen denn doch nicht zu!),
- eine einfache Schule, die ein nacktes, unverputztes Container-Gebäude umfaßt (mit drei oder vier Klassenräumen) sowie einen großen, asphaltierten Sportplatz, an dessen Kopfseiten sich je ein Fußballtor aus Stahlrohr befindet & auf dem je ein Basketball-Korb thront,
- über uns ziehen große Raubvögel (‘irgendeine’ Adler-Spezies) mit beeindruckend weiten Schwingen ihre harmonisch ausgeführten Kreise ...
... übrigens: KEINE GEIER! Hier ist scheinbar selbst für diese ‘genügsamsten der genügsamen Resteverwerter’ zu wenig zu holen ...
Schließlich streifen wir die landseitigen Ausläufer einer gigantischen Salzlagune, die schneeweiß & kristallen in der Morgensonne flimmert. Bis zum meerseitigen, entfernten Horizont erstreckt sich nichts als Salz ...
... während vom Meer (ich WEISS, daß es da ist!) keine Spur, nicht einmal das kleinste, schaukelnde Wellchen zu sehen ist!
Nach gut 100 Kilometern (etwa der Hälfte der bis Chiclayo zurückzulegenden Fahrtstrecke) verschwindet dann auch noch der letzte, kärgliche Rest jeglicher Vegetation: Sand, Sand & nochmals Sand ...
... bis das Auge bricht!
Und das tut es (also: ‘brechen’): Wissend zwar, daß es sich um eine Fata-Morgana handeln MUSS, mache ich am Wüstenhorizont DOCH (EINDEUTIG!) Baumreihen & die Wellen des Meeres aus. Hm - HIER (Paris / Texas ...?) möchte ICH NICHT ‘zu Fuß’ unterwegs sein (müssen) ...
Der ‘nackte Wüstenkorridor (aus purem, ausschließlichem Sand)’ ... ist etwa dreißig Kilometer breit. Und an diesen schließt sich (südlich) wieder die schon erlebte Sand-Landschaft (‘mit Busch- & Flechten-Unreinheiten’) an.

LA0934-NaheChiclayoDiePazifikWüste

Zusätzlich türmen sich nun aber bis zu zwanzig Meter hohe Sanddünen mit außergewöhnlich einheitlichem Erscheinungsbild:
... nämlich ‘Halbkreis-Krater’, die alle (vom Wind) in der gleichen Himmelsrichtung feinjustiert wurden! Zu ihrem Zentrum hin fallen sie steil ab. Vom Zentrum weg (& zu den beiden ‘offenen’ Seiten hin) weisen sie eine sanft abnehmende Neigung auf. Den flacheren Flächen hat der Wind ein gleichmäßiges ‘Muschel-Feinripp-Muster’ eingesäuselt.
Hm - ein IRRER, wie künstlich wirkender Landschaftsabschnitt!
Dreißig Kilometer vor Erreichen Chiclayos kehrt dann die Zivilisation zurück:
erstmals seit Piura zeigt sich wieder eine ‘richtige’ Ortschaft ...
... mit Kirche & Tankstelle - DEN Insignien lateinamerikanischen Urbanismus(es).
Es folgt die Stadt Lambayeque, in deren ‘Bruning Museum’ die Fundstücke der (in Sipan, nahe Chiclayo, ausgegrabenen) Fürstengräber der ‘Mochica’-Kultur zu bewundern sind: Skelette, Tongefäße, Kunstgegenstände aus Gold, Silber & Kupfer sowie (als Prunkstücke der umfangreichen Sammlung) einige Goldmasken.
ABER ...
... der Fahrplan meines ‘Linienbuses’ kann auf solche kunst- & kultur-historischen Ausstellungsstätten NATÜRLICH keine Rücksicht nehmen ...
Unser Bus braust mit unverminderter Geschwindigkeit weiter seinem profanen Ziel entgegen & fährt kurz nach Elf Uhr in den zentralen Busbahnhof von Chiclayo ein.
Am Terminal versetze ich den mich bedrängenden Taxifahrern ‘den unvermeidlichen Schock’ (wüßte ich nicht, daß es sich jeweils um andere ‘Taxistas’ handelt, würde ich sagen: ‘So langsam müßten sie’s begriffen haben!’) ...
... & vertraue mich meinen zuverlässigen Beinen sowie der (zuverlässigen?) ‘Chiclayo-City-Map’ im Reiseführer an:
NADA PROBLEMAS!
Ja - denkste!
Die ‘Plaza de Armas’ sowie die südlich von dieser verlaufende ‘Avenida de Bolognesi’ finde ich ja noch RELATIV problemlos! Die ‘dort unten, irgendwo im Süden, beheimatete Empresa de Autobuses: El Cumbe’ ...
... allerdings ist & verbleibt unauffindbar (jedenfalls vorläufig!).
Ein ums andere Mal lasse ich mich in falsche Richtungen schicken (während ‘Schweiß-Bäche in Wasserfall-Stärke’ meinen gesamten Körper tränken).
BUT FINALLY ...
Um Halb Ein Uhr ‘entdecke’ ich (aber nun wirklich MEHR als zufällig) die versteckt hinter einer unscheinbaren Toreinfahrt sich verbergende ‘Company’ & ...
... (Surprise!) um Zwei Uhr macht sich tatsächlich noch ein Bus Richtung Anden & Cajamarca auf.
Naja - wenn ich EHRLICH bin, dann muß ich gestehen, mich innerlich bereits auf eine Nacht in Chiclayo eingestellt zu haben (... aber warum soll nicht AUCH MIR einmal etwas glücken ... äh ... mit Betonung auf ‘Glück’!).
UNA CERVEZY GRANDE ... in einem nahen Restaurant. Hm - nicht NUR, aber AUCH um mir vor der mindestens sechsstündigen Busfahrt ‘etwas Augenlider-Schwere’ anzutrinken!
Tagebuch sowie Einkauf von Reiseproviant - sprich:
Brot, Zigaretten & ‘Inca-Kola’, so ‘ne Art ‘liquidierte’, widerlich-süße Anisbonbons (der agressiven Werbung nach trinkt TODO PERU diese ‘Pisse’: nun - DAFÜR sehen VERDAMMT VIELE Peruaner noch VERDAMMT GUT aus ... !?).
Um Zwei Uhr (‘En Punto!’) beginnt die zweite, die längere (!) Tages-Halbetappe. Zunächst bietet sich das gleiche Bild wie am Vormittag: Wüste, Wüste, Wüste ...
... allerdings rücken von Osten her die Berge (als scharfzackige, schwarze Linie am Horizont) immer näher an den Highway heran.
Nach anderthalb Stunden treffen wir in Chelen ein, der ersten ‘größeren’ Ortschaft südlich von Chiclayo (mit einer eindrucksvollen, ‘gekrönten’ Marmorstatue hoch oben auf einem Felsen). Hier biegen wir von der weiter (nach Trujillo & Lima) an der Küste entlang führenden ‘Panamericana’ Richtung Osten (& Anden) ab:
- Zuckerrohr- & Reisfelder (soweit das Auge reicht),
- frei umhergaloppierende Maulesel, voluminös sich aufplusternde Truthähne, an Indien erinnernde, ungestört umherspazierende (heilige?) Kühe, SEHR viele Ziegen,
- Wahlplakate mit den Portraits (feist & korrupt aussehender!) lokaler Politiker,
- Indiomädchen (von kreisrunden & schneeweißen Sombreros ‘behütet’),
- moderne Bewässerungskanäle, die aus gut gefüllten Flüssen & Bächen gespeist werden (das Umland ist ‘zu nahe Hundert Prozent kultiviert’!),
- sowie die immer näher rückenden & (das ‘turtursche Naturgesetz von den Scheinriesen’ ad absurdum führende, weil: überraschenderweise) irgendwie gewaltiger erscheinenden Berge.
Bei näherem Hinsehen offenbart sich, daß diese allerersten & noch flachen Berge nur zum Teil aus massivem Gestein bestehen. An dieses schmiegen sich (noch) gigantische Sandverwehungen. Aber schon nach etwa zwanzig landeinwärts zurückgelegten Bus-Kilometern WIRD ES ERNST!
Wir durchfahren das untere Tal des Rio Jequetepeque, das sich uns sattgrün präsentiert (& ... vor Fruchtbarkeit zu strotzen scheint). Rechts & links der Getreidefelder steigen harte Granitfelsen nahezu senkrecht an:
Die verschieden harten Gesteinsschichten sind deutlich an den zwischen Grau, Braun & Rot changierenden Farbtönen auszumachen. Die Schichten verlaufen schräg (im spitzen Winkel) zur Talebene.
Dieses ‘Wunder eines fruchtbaren Tals inmitten einer endlosen Bergwüste’ ...
... wird durch den Stausee ermöglicht, der vor fünfzehn Jahren im mittleren Abschnitt des Flußtals gebaut wurde & der für die im unteren Talbereich lebenden Bauern ein Segen ist. Gleichzeitig wurden damit aber, wie Wissenschaftler (allerdings zu spät) nachweisen konnten, 4.000 Jahre alte Überreste der Siedlungs- & Zeremonialanlagen eines frühzeitlichen Indio-Volkes unwiderbringlich zerstört & ‘unter Wasser gesetzt’ ...
Die Straße nach Cajamarca nimmt übrigens exakt die gleiche Route, die Francisco Pizarro im Jahre 1532 wählte, um in der damaligen Kapitale des Inkareichs den letzten Inka-Fürsten Atahualpa gefangen zu nehmen & ...
... mit dessen kurz darauf erfolgten Exekutierung den Untergang des letzten (autonomen) prä-kolumbianischen Imperiums zu besiegeln!
Die Straße steigt steil an. Nach vier oder fünf weitgeschwungenen Serpentinen zeigt sich die gewaltige Staumauer des Damms: Sie weist (fluß- und seeseitig!) eine überraschend schwache Neigung auf ... weniger als 45 Grad!
In weitem Abstand zum Staudamm wurde das gesamte Terrain vermint & Hinweisschilder warnen (mittels eindeutiger Piktogramme ... & damit selbst für mich unmißverständlich) davor, der Anlage ‘zu nahe zu treten’.
Am flußseitigen, unteren Ende der Staumauer sprudelt (einem Geysir gleich) eine hohe Wasserfontäne - doch in Relation zu den atemberaubenden Abmessungen der Staumauer wirkt diese lediglich wie ein ‘Fliegenschiß’ ...
Nach weiteren vier oder fünf großen Bergschleifen gestattet die Bergstraße den ersten Blick auf (in) den Stausee, dessen aktueller Wasserspiegel sich um einige Meter unterhalb des begehbaren Staumauer-Abschlusses befindet.
Etwa zwanzig Kilometer folgen wir (natürlich niveaugleich) dem südlichen Seeufer. Dann erreichen wir Tembladera, einen kleinen Ort am ‘Ost-Ende’ des Stausses (der gleichzeitig ‘Basecamp’ für die, die Stau-Anlage betreibenden & wartenden Arbeiter & Ingenieure ist).
Von hier aus steigt der Schotter-Highway wieder steilst berganwärts. Unter uns befindet sich das weiterhin leuchtend-grüne Tal des ‘oberen Rio Jequetepeque’ (vornehmlich wird Reis angebaut, aber auch vereinzelte Bananen- & Maisfelder sind auszumachen) & über uns türmen sich die schroffen, grün-braunen Berge.
GRÜN ...
... übrigens wegen der dichten Kakteen-Vegetation!
Zunächst nur aus sehr wenigen, großen Kakteen bestehend, die jedoch um eine unendliche Vielzahl (& Vielfalt) kleinster Kakteen-’Bodenbedecker’ ergänzt werden (die nur dann zu erkennen sind, wenn unser Bus SEHR NAH an der Bergwand entlang fährt). Je mehr Höhenmeter wir ‘gewinnen’, umso dichter wird der Wald der (einige Meter hohen!) Riesen-Kakteen ...
... schließlich SCHEINT am entfernten Berghorizont eine vielköpfige, grün-bejackte (US-?) Armee aufmarschiert zu sein ... äh ... der ich zurufen möchte:
GREEN GO!
Apropos ‘Green Go’: In Chilete (‘Early-Diner-Stop’ auf etwa halber Strecke zwischen Chiclayo & Cajamarca) bin ich erstmalig HOCHERFREUT, als man (nein: Frau!) mich so betitelt!
Der Bus stoppt - Fahrer & Beifahrer stürmen (wie immer!) wortlos ins nächste Restaurant - der Busmotor läuft natürlich (wie immer!) währenddessen weiter ...
... & (wie immer!) weiß keiner, wie lange die Fahrtunterbrechung dauern wird.
Ich schlendere durch den Ort, rauche ein paar Zigaretten, schieße ein paar Fotos, genieße das beeindruckende Bergpanorama & ...

   LA0936-MagdalenaNaiveWandmalereiLA0937-MagdalenaMeinElCumbeBus

... JUST IN DEM MOMENT, da ich mir in einem Laden etwas Brot als Proviant für die Weiterfahrt kaufe, fährt der Bus (WORTLOS!) an. ‘Gott-sei-Dank’ (?) werde ich während diesem, meinem Tun allerdings von einer ‘Indio-Schutzpatronin’ nicht aus den Augen gelassen ...
... die sich furchtlos vor den Bus wirft & mehrfach SO LAUT:
EL GRINGO - EL GRINGO! ruft, daß es durch den ganzen Ort hallt.
‘Muchisimas Gracias, Senora!’
Mittlerweile (es ist etwa Sechs Uhr) präsentiert sich der Himmel partiell bewölkt. Und im Zusammenspiel mit der tiefstehenden Abendsonne ergeben sich einige schöne ‘Sol-y-Sombre’-Spielereien auf den Bergfelsen. Der Busfahrer hantiert mit der freien Hand (äh ... in der ‘anderen’ hält er seine Zigarette!) am Videorecorder herum: Ein untrügliches Zeichen dafür, daß die peruanische Nacht in Kürze über uns hereinbrechen wird.
Zwischen dem eher lustlosen ‘Verfolgen’ eines ziemlich schlecht gemachten Remakes des Hitchcock-Klassikers ‘The Wrong Man’ (im Original natürlich mit Joseph Cotton & natürlich: Suuuper!), werfe ich immer mal wieder einen Blick hinaus in die tiefschwarze Nacht: Befindet sich meine Fensterseite gerade NICHT am Berghang, dann kann ich im schwachen Scheinwerferlicht des Busses gerade mal bis zum Straßenrand blicken. Dahinter tut sich der (unsichtbare zwar, aber nichtsdestotrotz) ‘gähnende’ Abgrund auf.
Hm - schon ein IRRES (!) Gefühl ...
(& so gar nicht zum ‘Gähnen’).
Gegen Acht Uhr (der Film hat sich gerade in einem mich verärgernden, weil überraschend-wohlgefälligen Happy-End aufgelöst, in dessen Verlauf sich der ‘gute Onkel’ ... Nein! Man soll keinen Film-Schluß verraten ... & schon gar nicht den Schluß eines SCHLECHTEN Films) sehe ich WEIT UNTER MIR (?) die spektakulären, mindestens 1.000 Lichter einer Stadt!
Tja - Cajamarca befindet sich auf einer Altura von 2.600 Metern über NN. Um dorthin gelangen zu können, müssen wir allerdings vorher noch einen Anden-Pass überwinden, der gut 500 Meter höher als die Stadt liegt ...
... UND der darauf folgende ABSTIEG ähnelt (VERDAMMT!) dem Nacht-Anflug auf einen ‘Aeropuerto’ inmitten einer hell-erleuchteten Stadt:
‘UN-DES-CRI-BA-BLE !!!’
Um Halb Neun Uhr kommt unser Bus im kleinen Bus-Terminal Cajamarcas zum Stand. Ich (der einzige Touri) werde schon von Taxifahrern & ‘Hotel-Touts’ erwartet, die sich (im / welch Schock) auf mich stürzen ... & mich entgeistert bis fassungslos anstarren, als ich erstmal zwei Zigaretten in mich HINEINGIERE.
Als sich (endlich!) alle verzogen haben, schultere ich meinen Rucksack & schlendere in die Stadt hinein, die einen sehr atmosphärischen, ersten Eindruck auf mich macht (vielleicht auch wegen der Nachtstimmung):
- drei Hotels sind ‘Completo’,
- zwei Hotels scheinen mir (für das gebotene Zimmer) ‘A Weng Overprized’.
Hm - ich drohe leicht kribblig zu werden & muß mich (autogen) beruhigen:
‘Ruhig, Horst! DEIN Hotel kommt noch!’
Und also geschah es:
... MEIN ‘Hotel Prado’!
Großes & verwirrend-verwinkeltes Haus (so wie ich’s mag!) - hilfsbereite & freundliche ‘junge Jungs’ an der Rezeption - riesiges Zimmer ‘unterm Dach’ (mit vier Doppelstock-Etagenbetten!) - saubere Gemeinschafts-Toiletten & -Duschen ...
... UND (naja: vergleichsweise) ‘Barato’!
Ich drehe eine erste Runde um die vegetationsreiche ‘Plaza de Armas’, verspüre zeitgleich (& nicht wirklich überraschend) einen Bären-Hunger & kehre (immer noch FAST zeitgleich) in einem einfachen ‘Chifa-Restaurante’ (der peruanischen Variante des ‘Chinesen umme Ecke’) ein:
sehr gute ‘Wantan-Frito’ (kannte ich bislang nur als Suppe!?), ‘Arroz a la Cubana’ (Erbsen-Reis mit gebratenen Bananen) sowie ein Pilsener MUY Grande.
Um Elf Uhr (nach einem kurzen Verdauungs-Spaziergang ... inklusive ‘Atmosphäre-Schnuppern’) begebe ich mich zurück in mein Hotelzimmer & lese noch ein Kapitel ‘Vargas-Llosa: Das grüne Haus’.
Übrigens - Mechtild: Das Buch gefällt mir trotz Deiner Warnung ausgesprochen gut!
Zugegeben: es finden sich einige drastische, frauenverachtende Schilderungen. Aber wenn Du einmal durch ‘Latino-Americano El Mucho Macho“ reisen wirst, dann wird Dir auffallen, daß Vargas-Llosa SCHLICHT ein verdammt guter Beobachter ist & in dem Buch sicherlich nicht SEINE Meinung über Frauen verbreitet (äh ... nehme ich mal zu seinen Gunsten an!).
Anschließend (& mit einem SEHR guten Gefühl):
EINSCHLAFEN!
Drei Tage ‘Glutofen peruanische Küstenebene’ haben ausgereicht, um bei mir (HIER & JETZT in Cajamarca) das Gefühl von ‘nach Hause kommen’ aufkommen zu spüren ...

... Ausschlafen!
Gegen Neun Uhr finales ‘Lifting’ (also: ‘Up!’).
Morgentoilette & raus auf die Straße:
Ein wolkenloser, dunkelblauer Himmel wölbt sich über Cajamarca.
Im Schatten ist es zwar recht frisch - der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt kommt der Körper aber schnell auf ‘normale Betriebs-Temperatur’.
Wie ich schon gestern Abend bemerkte:
HOME COMING!
Frühstück im wunderschönen, alten ‘Conquistadores’-Patio des ‘Restaurante El Real Plaza’ (ich fühle mich in einen Werner-Herzog-Film versetzt):
großer, quadratischer Steinplatten-Innenhof (mit schmiede-eisernem Brunnen im Zentrum), rundumlaufendes, zweistöckiges Gebäude mit spanischen Holzbalkonen (zum Patio hin), Bilder mit Szenen aus der Konquistadoren-Zeit an den Wänden sowie viel ‘Topf-Grün’ zwischen den zu einem großen Quadrat angeordneten Tischen!
Ich erwarte (sekündlich!) den Auftritt von Robert de Niro ...
... der mit seiner schweren Ritterrüstung im Schlepp-Netz durch den Eingangs-Torbogen stolpert, seinen in der Morgensonne blitzenden (trotz blut-verkrusteter Klinge!) Degen vor sich herschwingt & ...
Nein: DIESE Szene ist ja aus ‘Mission’ (& hat mit Werner Herzog nun wirklich überhaupt nichts zu tun - aber der sich NICHT zeigende Robert de Niro könnte im Gegenlicht auch als Klaus Kinski durchgehen, oder !?).
Anyway ...
Ich sitze bei Kaffee & Sandwiches an einem ‘Sonnen’-Tisch, schreibe eine ‘Funny-Card an meine REWE-Mädels’, grinse (darob) unmotiviert in der Gegend herum ...
... & (unabsichtlich) zu zwei SEHR skandinavisch aussehenden jungen Frauen am Nebentisch hinüber:
Lange Tagebuch-Session!
Anschließend bringe ich die Postkarten auf ihren Weg nach Good Ol’ Germany (sprich: ins nahe ‘Correos’ ... in Cajamarca scheint ALLES ‘nah’) & ...
... kümmere mich dann um mein eigenes Fortkommen:
(Fern-) Ziel Rio Amazonas!
Die Auskünfte in den Büros der wenigen Busgesellschaften sind sehr vage & teils widersprüchlich: fest steht, daß es keinen Direktbus von Cajamarca nach Chachapoyas (am Osthang, also HINTER den peruanischen Anden) gibt. Ich muß in jedem Fall einen Zwischenstop in Celendin am Rio Maranon (einem der drei Amazonas-Quellflüsse) einlegen ...
... & OB von DORT & WENN JA, WANN ein Bus nach Chachapoyas ‘geht’ (leider im wahrsten Sinne des Wortes: MINDESTENS 12 Fahrtstunden für 150 Kilometer!), DAS steht in den Sternen.
Hm - scheint so, als würden nun die abenteuerlicheren Etappen beginnen ...
Aber zunächst:
Sight-Seeing-in-the-Sunny-Sun!
Die zentrale ‘Plaza de Armas’ gleicht einer Oase ...

LA0938-CajamarcaBegrüntePlazaDeArmasLA0939-CajamarcaAtmoPlazaDeArmas

... wenngleich auch die von ‘Kunst’-Gärtnern zu grünen Skulpturen ‘verarbeitete’ Flora etwas SEHR kitschig wirkt:
DER GIPFEL ist ein zum ‘Guitarrero (in Lebensgröße) gestylter’, grüner Hecken-Busch, von dem ich (nur aus Dokumentationsgründen) ein Foto schieße ...

LA0940-CajamarcaBuschGuitarrero

... übrigens: eines von (relativ) VIELEN am heutigen Tag!
Der Platz wird von zwei Sakralbauten dominiert. Beide sind Pracht- & Schau-Exemplare für DAS Kunsthandwerk Cajamarcas:
‘Stone-Carving in Perfection’!
An der Ostseite der Plaza befindet sich die etwas gedrungen & unscheinbar wirkende Kathedrale (leider für Besucher geschlossen!) - die Westseite wird von der weit imposanteren ‘Iglesia de San Francisco’ beherrscht, deren Innenausstattung (abgesehen vom Haupt- & den beiden Seiten-Altaren) wohltuend nüchtern daherkommt - kühle, geräuscharme & SEHR friedvolle Atmosphäre!

   LA0941-CajamarcaKathedraleLA0945-CajamarcaIglesiaSanFrancisco

Vom Südostrand der Plaza führt die schmale ‘Avenida 2 de Mayo’ zum die Stadt überblickenden Hausberg ‘Cerro Santa Apolonia’ hinauf. Die letzten 200 Meter zur (knapp unterhalb des Berggipfels errichteten) ‘Iglesia de Fatima’ führen über eine steile, extrem hoch-stufige Natursteintreppe, die vermittels mehrerer Treppen-Absätze ‘touri-freundlich’ (?) unterteilt ist.
Parkbänke laden zum Verweilen ein ... & auch meine müden AUGEN finden Entspannung:
- kunstvolle, naturalistische Marmor-Skulpturen,
- EINE ‘Steinfigur der leicht schlüpfrigen Art’ löst in mir starke Assoziationen an die belgische Hauptstadt aus ...
Äh ... keine Ahnung, wieso?
Trotzdem: ‘Männeken-Klick’!

LA0947-CajamarcaSteinSkulpturAmCerroSantaApolonia

Entlang der Treppe reihen sich ‘Artesanias’: Andenken-Shops, die vornehmlich Töpfer- & Web-Arbeiten zum Kauf anbieten. Ich verliebe mich auf den ersten Blick in ein Paar Riesenstiefel aus rotbraunem Ton (Schuhgröße: MINDESTENS ‘240’!), die aber LEIDER (knapp!) zu groß für meinen Rucksack sind ...
Auf dem Kirchenvorplatz (On-Top) tummeln sich die Touristenmassen ...
... jedoch ausschließlich, augenscheinlich gutbetuchte Peruanos, die wegen des (scheint’s) sehr begehrten Gruppen-Fotos ‘Fatima Y Mio’ den beschwerlichen Aufstieg auf sich genommen haben. ICH stehe (als Europäer) mal wieder sehr alleine da ...
... was mir allerdings keineswegs unangenehm ist.
Naja - wie heißt es in meinem Reiseführer so treffend:
‘Cajamarca ... is not a Major Centre of International Tourism, because it lies Some Way Off the Gringo-Trail!’
STIMMT!
Ich suche mir auf der den Kirchplatz umfassenden, halbhohen Steinmauer (etwas abseits) ein ruhiges Beobachtungs-Plätzchen: Shots ...
... vom ‘Cerro’, der Kirche, dem großen, weißen & hölzernen Gipfelkreuz sowie der ‘unter mir’ sich ausbreitenden Stadt (& deren heterogenem Wirrwarr roter Ziegelstein-Dächer).

LA0946-CajamarcaCerroSantaApoloniaLA0952-CajamarcaIglesia+CruzBlancoLA0953-CajamarcaZiegeldachStadtAtmo

Durch atmosphärische, ruhige Seitengäßchen (Kopfsteinpflaster, kleine Plazas, alte Kolonialbauten) lasse ich mich zurück zur Hauptstraße, der ‘Calle A. Puga’ treiben, der ich in westlicher Richtung zum Bus-Terminal folge. Hier kaufe ich ein Ticket für den morgigen (täglichen & einzigen) Bus nach Celendin:
Abfahrtzeit 11.30 Uhr (Fahrtzeit etwa vier Stunden).
Nach dem Abhaken des letzten (& einzigen) Punktes auf meiner heutigen Orga-Liste, ‘gehe’ ich meinen ‘Main Afternoon-Sight-Seeing-Point’ an: die etwa sechs Kilometer vor den (westlichen) Toren der Stadt - auf einem großen Freigelände - sich erstreckenden ‘Banos del Inca’.
Ich folge der asphaltierten Ausfallstraße & erreiche nach etwa zwei Kilometern Fußmarsch die Universität Cajamarcas, deren Eingangsportal von einem ‘zwar naiven, nichtsdestotrotz aber gigantischen’ Wandgemälde geschmückt wird: Protagonisten der verschiedenen akademischen Studienrichtungen sind in ihren (nachmaligen) Einsatzgebieten im peruanischen Berufsalltag dargestellt ...
... so der Arzt, der Lehrer, der Chemiker sowie ‘El Ingeniero y El Topografico’.
Hm - daß ich immer die männliche Form benutze, hat einen schlichten Grund:
auf dem Gemälde befindet sich keine einzige Frau ...
Selektive Wahrnehmung?
Der Campus wird von einer großen Anzahl Studenten bevölkert ...
... der Anteil weiblicher Studenten scheint aber weit geringer als an den bislang (zugegeben: nur aus der Ferne) erlebten mittelamerikanischen Lehranstalten!
Daher müßte das Gemälde am Uni-Eingang, statt ‘naiv’, vielleicht doch eher ‘realistisch’ genannt werden ...
In der Folge führt die Straße ...

LA0955-CajamarcaRuhender+FliessenderVerkehr

... durch eher ländliches Terrain: kleine Bauernhöfe (äh: ‘Fincas Chica’) sowie das üblich-verdächtige Nutzvieh (Kühe & Rinder) auf den umliegenden Weideflächen.
Kurz vor Erreichen der Ortschaft ‘Banos del Inca’ überquere ich einen kleinen, unglaublich verschmutzten & mit mehreren ‘Abfall’-Dämmen angestauten Fluß, dessen Grund von einer Vielzahl spaten-bewehrter Peruanos durchwühlt wird. An Goldgräber will ich nicht so recht glauben - hm, dann schon eher ‘Weißblech-Wäscher’ ...
Linker Hand der Straße lädt ein kleiner ‘Kurpark’ zur Rast - dahinter befindet sich (versteckt im Grün) der Eingang zum prä-kolumbianischen Bad.
Einigermaßen überrascht registriere ich, daß ‘Bauchladen’-Händler Seife & Shampoo zum Kauf anbieten ...
... denn (Surprise!): der eindeutig größere Anteil des Publikums sucht diesen geschichtsträchtigen Ort mit dem vergleichsweise profanen Wunsch auf, ‘ein Bad zu nehmen’.
Ich erstehe ein ‘Boleto Visitante’ (schließlich ist heute ja nicht Samstag!) & begebe mich auf einen ziellosen Schlender-Spaziergang durch die weiträumige Anlage. Rechts & links des Haupt-Schotterweges reihen sich kleine Badekabinen. Der Weg endet schließlich vor einem großen Holzpavillon, in dem Kunsthandwerk ausgestellt ist (& zum Kauf angeboten wird).
Unmittelbar neben dem Pavillon befindet sich die Hauptsehenswürdigkeit des historischen Teils der Anlage:
ein überdachtes, unscheinbares Tauchbecken (etwa fünf Meter im Quadrat), welches noch aus uralten Inka-Zeiten stammt. LEIDER handelt es sich jedoch um einen ziemlich düsteren, unfotogenen Raum - daher: KEIN Foto!
Hinter dem Pavillon erstreckt sich eine große, gepflegte Liegewiese, in dessen Zentrum sich acht rauchschwaden-verhangene Bassins befinden. Mehrere Hinweis-Schilder warnen: ‘Peligro! 78 Grado!’
Die Luft ist von Schwefelgeruch erfüllt & am Boden der Bassins zeigen sich deutliche Spuren rot-braun-gelblicher Ablagerungen.

LA0957-CajamarcaThermalquellenBanosDeInca

Ein junges Local-Pärchen hockt (sich WEIT über den Beckenrand lehnend) an einem der Heißwasserbassins & taucht ovale, weiße, zerbrechlich wirkende & in kleine Plastiksäckchen verpackte ... äh ... ‘Objekte’ in das glucksend-dampfende Naß:
GENAU! Die ‘unvermeidlichen Eierkocher’!
Ich lasse mich auf einer Steinbank nieder & beobachte (ähnliche ‘Rauch’-Schwaden wie die Bassins produzierend) das muntere Kur-Treiben.
Kaum habe ich Platz genommen, spricht mich eine junge Peruanerin (auf Englisch ... & die üblichen Reise-Themen) an. In kürzester Zeit versammelt sich um uns herum eine kleine Menschentraube, die (freundlich & aufmunternd lächelnd ... äh ... ‘die Traube’) an unserer beider Lippen hängt ...
... offensichtlich jedoch, ohne ein Wort zu verstehen. Den Abschluß der Konferenz bilden ‘die üblichen Presse-Foto-Termine’:
ICH, das Zentrum (oder doch eher die Staffage ...?) bei / in mehreren Gruppen-Arrangements & Familien-Ensembles bildend!
Ein junger Peruaner, der im Dschungelort Pucallpa (am Rio Ucayali) beheimatet ist, kann mir Interessantes über den Amazonas erzählen: laut seiner Aussage dauert die Bootsfahrt von Pucallpa nach Iquitos NUR drei Tage & nicht (wie mein ‘SCHEISS-Lonely-Planet’ behauptet) sechs bis zehn Tage ...
... natürlich immer vorausgesetzt, man findet ein Boot!
Hm - erstmal muß ich’s nach Chachapoyas ‘machen’ & DANN ...
A VER ... !?
Rückmarsch nach Cajamarca. Mittlerweile ist es Vier Uhr. Ich bin (rechtschaffen!) hungrig, kehre in einem einfachen Restaurant ein ...
... & bestelle die ‘Comida Corriente’:
Hühnersuppe mit Nudeln, Kartoffeln & zwei (übrigens: voll funktionsfähigen!) Hühner-Krallen, die ich (geprüft zwar, letztlich aber doch unverzehrt) in die Küche ... äh ... ‘zurückgehen’ (Hahaha!) lasse - weiterhin ein ‘Reis-Kartoffel-Fleischreste’-Mix (mit ‘Animally SPICY Green Salsa’) - sowie ein vornehmlich aus Wasser bestehendes Frucht-Kaltgetränk.
EIGENTLICH ... wundere ich mich ja schon seit Wochen, daß ich während dieses Trips noch kein einziges Mal Durchfall hatte ...
... tue DIES (also wundern) aber lautlos:
Ich will nichts beschreien!
Durch die geschäftigen Straßen der Stadt (in jeder zweiten ‘Tienda’ wird ‘Queso Tipico’ angeboten: ziemlich große, gelbliche, aus Ziegenmilch hergestellte Käse-Räder) schlendere ich zurück ins Hotel: zwei Stunden lege ich meine müden Beine hoch & lese ‘meinen’ Vargas-Llosa sowie diverse ‘GEO-Berichte: Südamerika’.
Abends teste ich in einem zwar riesig großen, aber sehr atmosphärischen Kellergewölbe-Restaurant erstmalig das berühmte ‘Cuzquena Negra’ ...
... welches mit ‘Arequipena Negra’ um den Titel ‘Bestes Bier ... wo gibt ... in Peru’ konkurriert: das Bier stammt natürlich aus Cuzco, wird aus vergorenem Malz hergestellt, hat immerhin 5,6 Alkoholprozente & erinnert (vom Geschmack her ... äh ... ‘Sorry, Dave!’) ein wenig an ‘Guinness’.
Netter Plausch mit einer am Nebentisch hockenden Studenten-Clique (auch über das authentische peruanische Volksweisen interpretierende, virtuose ‘Gitarren-Charango’-Duo).
Nach meinem zweiten ‘Cuzquena’ bin ich (um es vorsichtig auszudrücken) MITTEL-SCHWER ANGETRUNKEN & ...
... unternehme (unter einem prall mit Sternen gefüllten, klaren Nachthimmel dahin-wandelnd ... äh ... -wankend) einen relaxten ‘Tief-Durchatmen’-Spaziergang durch die dunkle Stadt:

LA0960-CajamarcaPlazaYCerroByNight

Bislang habe ich in Peru ein ausgesprochen positives Gefühl, fühle mich sicher & verspüre wieder zunehmend Lust auf Unternehmungen! Naja ...
... wenigstens im Vergleich zu meinen deprimierenden Panama-Erfahrungen ...
Gegen Mitternacht (‘Back in my Room!’) setze ich zu einer letzten Lesestunde an. Dann ist Nachtruhe angesagt ...
... was allerdings nicht für alle Hotelgäste zu gelten scheint: wie schon in der vorigen Nacht werde ich (in regelmässigen Abständen) durch ‘idiotische bis / und penetrante TürklopferInnen’ geweckt ...
Aber SOWAS ...
... regt mich schon LANGE nicht mehr auf!
Äh ... würde ich es sonst NICHT erwähnen? ...

... HEUTE lasse ich mir (mal ... aber WIRKLICH) Zeit!
Der Bus Richtung Celendin startet erst um Halb Zwölf Uhr & in Cajamarca habe ich nichts Wichtiges mehr zu erledigen ...
... jedenfalls nichts, was nur zwei Stunden in Anspruch nehmen würde.
Um Halb Neun Uhr begebe ich mich zum ‘Desayuno Tipico’, in das gleiche Restaurant wie gestern Abend:
- zwei ‘Tamales’ (wenig Huhn-, aber viel Gemüsefüllung im Maisteig, mit Bananen-Blättern ummantelt & gedünstet ... diesmal DARF man die Verpackung mitessen!)
- sowie ... Mucho Café Negro.
Nur kurzer Tagebuch-Eintrag.
Hm - ‘kurz’, weil mir die Zigaretten ausgegangen sind & ...
... ‘in dieser klaren, reinen Luft kann ich keinen vernünftigen Gedanken fassen!’
Bei einer Indiofrau (mit kleinem Verkaufsstand) decke ich mich mit ‘nikotinhaltigen Rauchwaren’ ein: ich habe mich entschlossen, in Zukunft die offiziellen Geschäfte zu boykottieren & meinen Tabakbedarf (wenn immer möglich) bei den wirklich Bedürftigen zu decken.
Support your local Dealer! ...
... auch wenn’s hier (auf der Straße) etwas teurer als im Laden ist.
Im Grün der ‘Plaza de Armas’ sitzend, schnuppere ich ein wenig Atmosphäre ...

LA0963-CajamarcaPlazaIndiofrauen+Hutmode

... & lasse meine Gedanken ziellos schweifen. Plötzlich bemerke ich, daß die Eingangs-Pforte zur Kathedrale erstmalig seit meiner Ankunft in Cajamarca offensteht, mache mich UNVERZÜGLICH zur Besichtigung auf, aber ...
... in dem Moment, da ich den Treppenaufgang erklommen habe, kündigt ein Wächter die Schließung des Gotteshauses an:
‘Ahora Mismo!’
PECH! Für wen auch immer ...
... es hat nicht sollen sein!
Nur mäßig gefrustet (wenn ich EHRLICH bin) zurück ins ‘Hotel Prado’:
Packen, Rauchen, Auschecken & Verabschiedung von den netten ‘Herbergern’.
Kurz nach Elf Uhr treffe ich im Büro meiner Busgesellschaft ein ...
... wo ich schon ungeduldig erwartet werde!
Und zwar von einer Hiobsbotschaft:
‘Mein Bus hat heute keine Lust nach Celendin zu fahren!’
Nachvollziehbarere Begründungen werden mir zwar nicht angeboten - immerhin aber hat man mich bereits auf eine andere Company umgebucht, die um Ein Uhr einen Bus zum gleichen Zielhafen losschickt.
SHIT! - zwei weitere Stunden Zeit ...
... & NIX zu tun!?
Ich will mein Gepäck nicht unbeaufsichtigt am Busbahnhof zurücklassen. Daher mach ich’s mir im sich zunehmend mit Reiselustigen füllenden Hof meiner neuen Company gemütlich ...
... & stelle bei dieser Gelegenheit fest, daß meine Wolljacke ‘einen ausgesprochen bequemen Sitz’ hat (äh ... also: ‘drauf!’).
Reiseführer-Studium - meinen heutigen Tagebuch-Eintrag ‘finishen’ - Rauchen - (erbärmlich!) in der Sonne schwitzen! Die Zeit vergeht quälend langsam ...
Dankbar schließe ich die Bekanntschaft mit einem noch sehr jungen (& noch weitaus quirligeren) Mädchen, das mir zunächst seinen Hundewelpen vorstellt ...
... & mich anschließend mit Seifenblasen einnebelt:
Thanxx - for Entertaining Me!
Schließlich (SEHR viel später & um mehrere Liter überflüssigen Schweiß erleichtert):
‘Boarding-Time!’
Mit gutem Grund, der auch gleich wieder seine ungefragte Bestätigung erfährt, beeile ich mich, als einer der ersten in den Bus zu kommen:
Denn peruanische Busse sind für notorisches ‘Over-Booking’ berüchtigt!
Nachdem ich meinen ‘Sitzplatz Nr. 20’ erobert habe (Von HIER vertreibt mich niemand mehr!), darf ich in Ruhe beobachten, wie sich mehrere Personen handgreiflich um Plätze streiten, für die ‘Boletos Doble’ ausgegeben wurden.
Der Bus ist NATÜRLICH rappelvoll ... & die ‘zu-spät-gekommenen Platz-Reservierungs-Inhaber’ müssen sich mit Stehplätzen zufriedengeben.
Da ich meine im ‘Mochila Grande’ verstauten Filme nicht den extrem-hohen Temperaturen im Bus-Gepäckfach aussetzen will, muß ich diesen (den großen Rucksack) vor meiner engen Sitzbank verstauen ...
... was mich zu ‘einigermaßen ungesund-verdrehten Beinen & einer leicht ins Schwerbehinderte spielenden Körperhaltung’ nötigt. Aber schließlich handelt es sich heute ja NUR um läppische vier Fahrtstunden:
SO WHAT?
Bis Celendin sind’s laut Wegweiser am Stadtausgang Cajamarcas 120 Kilometer. Und die gestern ‘A Pie’ zurückgelegten sechs Kilometer bis Banos del Inca sind die einzigen asphaltierten. Hinter Banos steigt unsere, sich augenblicklich in eine ‘Rüttelstrecke Ersten Grades’ verwandelnde Piste in weitausholenden, die sanft ansteigenden Hügel umkurvenden Schleifen berganwärts:
- entlang der Piste zeigen sich in unregelmäßigen Abständen einfache, strohgedeckte Einzelhütten,
- Fußgänger marschieren die Schotterstraße ‘Erop un Erav’ (Indias ihre farbenfrohen Röcke & Schultertücher tragend, Indios durchweg in einfachen Ponchos steckend - sprich: großes, rauhes & quadratisches Wolltuch mit einem zwanzig Zentimeter langen Kopfschlitz in der Mitte),
- manchmal (selten) stoppt unser Busfahrer seinen nur mühsam vorankommenden ‘Blechhaufen’ (& IMMER steigen Leute zu - sprich: im Businneren wird es NOCH enger!).
Aus Richtung der nahen Berge rollen immer neue Wolkenbänke heran. Nach einer Fahrtstunde ist der vormals dunkelblaue Himmel hinter einer durchgehenden, lückenlosen Bewölkung verschwunden. Je höher wir steigen (& WIE wir steigen!), um so niedriger erscheinen die rasend-schnell über uns hinwegjagenden (& sich zunehmend verdunkelnden) Wolken.
Zunächst wird das Terrain noch großflächig landwirtschaftlich genutzt (Getreide & Kartoffeln). Mit zunehmender ‘Altura’ aber reichen selbst die unkultivierten Grasflächen nur noch den ‘genügsameren Vierbeinern’ als Weideland (kaum noch Kühe & Rinder ... vornehmlich Schafe).
Ich sehe einen einsam & verlassen im steilen Gelände herumstehenden Maulesel, dessen irritierter Gesichtsausdruck (wortlos) zu fragen scheint:
Was UM ALLES IN DER WELT mache ich eigentlich hier ...?
Nach zweieinhalb Fahrtstunden hat unsere Kletterpartie den höchsten Punkt erreicht: Pass in 3.500 (!) Metern Höhe. Kurzer Stop an einer trostlos in der Berglandschaft herumstehenden Restaurant-Hütte:
zwei Zigaretten in frischer Bergluft - ein paar Panorama-Shots ...

LA0966-CajamarcaCelendinAndenHillView3400m

... Plausch mit einem jungen Peruano, der sich HIER OBEN auszukennen scheint.
Er erzählt mir ...
... daß das Leben in dieser kargen Bergregion (mittlerweile regnet es!) verdammt hart ist, auch für die hier angebauten Nutzpflanzen (der trockene & felsige Boden läßt lediglich den Anbau von Kartoffeln & ‘Okras’ zu),
... daß Celendin sich ‘hinter dem ALLER-letzten, am entfernten Horizont erkennbaren Berg’ befindet (etwa anderthalb Busstunden ‘De Aqui’),
... & daß der Bus von Celendin (weiter) nach Chachapoyas (Fahrtzeit für die 150-Kilometer-Strecke zwölf Stunden! - ‘Mas O Menos’) nur sonntags verkehrt!
NA SUPER! ...
... gedanklich stelle ich mich schon einmal auf zwei lange Tage ‘In the Bleak & Very Middle of Nowhere’ ein!
VON NUN AN GING’S BERGAB!
Der Zustand der Straße verschlechtert sich & ...
... entsprechend (sprich: im reziproken Verhältnis) nimmt natürlich das Tempo unseres ‘Roller-Bus’ zu! Hm - ich tröste mich mit der Gewißheit, daß die Busfahrt am kommenden Sonntag MIT SICHERHEIT (VIEL!) schlimmer wird ...
Immerhin präsentiert sich das Wetter wieder zunehmend freundlich. Und die Steilhänge, die keine zwanzig Zentimeter neben meinem Busfenster ins Bodenlose abfallen, wirken in der weichen Nachmittagssonne nicht mehr GANZ so bedrohlich (äh ... sag’ ich jetzt mal so!).
Kritisch wird es immer dann, wenn uns ein anderes Fahrzeug entgegenkommt. DANN wird jeder Millimeter der ‘schottrigen & sichtbar LEBENDEN Geröllpiste’ neu vermessen. Erstaunlicherweise erblicke ich allerdings kaum Autowracks in den tief unter uns sich drohend auftuenden, steilen Schluchten:
Hm - was ...
... entweder an der dichten, undurchschaubaren Tal-Vegetation,
... oder aber an den in Peru bevorzugt verwendeten Auto-Lackierungen (Farbton: ‘Selva Verde’) liegen muß.
Einen ANDEREN Grund kann ich mir (jedenfalls momentan: ‘En Vista de la Muerte!’) beim besten Willen nicht denken !?
Die einen breiten & flachen Berg entlang laufende Piste zeichnet sich schon aus großer Entfernzng deutlich ab:
- braune Einschnitte unter- & oberhalb der Straße (im ansonsten uni-farbigen, grünen Berg),
- am ‘(Far, Far Away) End of the Road’ erhebt sich ein dramatisch ansteigender, schroff-felsiger hoher Berg,
- & an dessen Fuß duckt sich Celendin.
Ich habe keinerlei Infos über meinen anvisierten Zielort:
Mein ‘LonelyPlanet’ schweigt sich (mal wieder) aus & der junge Peruaner konnte mir lediglich sagen, daß es dort eine Handvoll einfacher ‘Hospedajes’ gibt.
Insgeheim erwarte ich eine maximal zehn einfache Hütten umfassende, kleine Bergsiedlung - die (wie Cajamarca) auf einem Höhenlevel von 2.600 Metern liegt (was für die heutige Fahrt ein Streckenprofil ergibt, das man mit ‘900 Höhenmeter rauf ... & wieder runter’ beschreiben könnte).
Überraschend entpuppt sich Celendin dann doch als relativ groß. Es verfügt über ein paar asphaltierte Straßen, einen gepflegt wirkenden, atmosphärischen zentralen Platz sowie eine große Kirche. Deren Kirchenschiff wird von zwei hohen, ‘baby-blauen’ Türmen flankiert, die weithin sichtbar sind & (Leuchttürmen gleich) eine gute Orientierung ermöglichen.

LA0984-CelendinKathedrale+BrunnenLA0985-CelendinRathausAnDerPlazaCentral

Meine ‘Atahualpa’-Busgesellschaft residiert übrigens unmittelbar neben (quasi: in) der Kirche. Naja - bei so ‘nahem göttlichem Beistand’ verliert die Busfahrt (im nachhinein) natürlich erheblich an, um nicht zu sagen: jeglichen Schrecken ...
Eine Handvoll hyperaktiver Kids bestürmen mich ...
... & bieten mir Busse nach ‘Chacha’, spottbillige Zimmer ‘Con Agua Caliente’ sowie ihre Schuhputzdienste an. Schnell stellt sich heraus, daß lediglich die Offerten der dritten Kategorie keine schamlosen (wenn auch: freundlich-lächelnd vorgetragenen) Lügen sind!
Also: der nächste REGULÄRE Bus nach Chachapoyas wird am kommenden Sonntag um Elf Uhr vormittags Celendin verlassen (Ankunft in Chacha: ‘Somewhen Round Midnight’). Ein ‘des Englischen mächtiger’ Hotelmanager beruhigt mich allerdings mit seiner Aussage, daß täglich ‘A whole Bunch of Cars & Pick-Ups’ die Klettertour nach Chacha auf sich ...
... (& zahlende Passagiere GERNE mit) nehmen.
A VER ...
Ich checke vier einfache Hotels & entscheide mich schließlich (doch) für den ‘Patenten Ingles’ ... sowie ein großes, sauberes & vergleichsweise billiges Zimmer in seiner augenscheinlich noch recht neuen, kleinen Pension!
Zwar ‘CON Bano Privado’ - allerdings kommt aus dem Duschkopf nur kaltes Wasser (wie in der gesamten Stadt) ... & auch das nur bis Acht Uhr abends! Dann wird in Celendin (von wem auch immer !? Fujimori ...?) der ‘Haupt-Wasserhahn’ zugedreht!
Anyway ...
Bislang war’s ein SEHR billiger Tag & so fällt es mir nicht sonderlich schwer, mich zu einem ‘richtigen’ (warmen) Abendessen zu überreden ...
... äh - inklusive feucht-alkoholischer Sättigungsbeilage!
Nachmittags habe ich ein kleines Restaurant mit für diese Gegend vollkommen UN-typischem Bistro-Mobiliar entdeckt. Beim Betreten des Lokals fragt mich die sehr nette, junge Kellnerin (in schwarzer Lederjacke: nach Einbruch der Dunkelheit wird es auf 2.600 Metern Höhe empfindlich kühl), ‘ob ich Arzt bin ... ?’
Und spätestens, nachdem mich kurz darauf eine ältere Frau (vom Nebentisch aus) fragt, ‘ob ich Engländer sei ... ?’
... beschleicht mich der Verdacht, daß ich HIER, in Celendin, scheinbar einen Doppelgänger habe !?
Zwar zeigt sich ‘mein Double’ heute Abend nicht (mehr) ...
... stattdessen aber schließe ich die (wie sich in den nächsten Wochen zeigen wird) quasi-schicksalhafte Bekanntschaft mit ‘Lomo Saltado’ - DEM peruanischen Standard-Gericht:
Rindergeschnetzeltes (‘Waaahnsinn!’) mit Tomaten & jeder Menge Zwiebeln, ziemlich scharf angebraten & mit Chilis ‘befeuert’. Das Ganze wird mit einer Megaportion ‘Papas’ ge-’mängt’. Dazu gönne ich mir ein großes ‘Cuzquena’ (heute allerdings in der hellen Variante).
Um MINDESTENS zwei Kilogramm ‘gewichtiger’ (& trotzdem ausgesprochen GUT gelaunt) ...
... torkele ich anschließend auf die Straße & unternehme einen ‘Evening-Walk through Nearly Dark, but Extremely Atmospheric Town’.
Äh - habe ich eigentlich schon gesagt, daß ich mich in den Bergen (den Anden) sehr wohl fühle? Hm - trage mich mit dem Gedanken, in Kall-Sistig eine ‘Bürgerinitiative zur Aufstockung der Eifel-Höhenzüge’ zu gründen ...
Schließlich verende ich im zentralen Park, in dessen exakter Mitte sich ein durch vier Spotlights angestrahlter Springbrunnen mit ‘filigranem Skulpturen-Figürchen-Arrangement’ befindet. Die im großen Kreis um den Brunnen angeordneten Stein-Bänke sind ‘gut besucht & ... besetzt’. Der Platz ist offensichtlich das anerkannte Begegnungszentrum der Stadt & ...
... (wie ich kurz darauf erleben darf) der Ort zur Anknüpfung von Kontakten (Kontakthof?) zu den wenigen, durchreisenden ‘Aliens’!
ICH ...
... lese einen interessanten ‘GEO’-Bericht über ‘Villa El Salvador’ - eine von den dort lebenden, besitzlosen ex-Campesinos selbstverwaltete Satelliten-Stadt in der peruanischen Küsten-Wüste vor den Toren Limas.
Währenddessen ...
... umkreisen mich zwei noch SEHR junge Ninas (eine Weile), nehmen letztlich ihren gesamten Mut zusammen (was ihnen offensichtlich nicht leicht fällt) & fragen mich nach meinem Namen.
Nach meiner freundlich erteilten Antwort flüchten sie SOFORT (& laut kichernd) in den sicheren Schoß ihrer Familie zurück, die ihre Zelte auf einer Bank am gegenüberliegenden Ende der ‘Plaza’ aufgeschlagen hat UND ...
... keine fünf Minuten später hat sich der gesamte ‘Clan’ neben mir niedergelassen!
Eine zwar meine gesamte Aufmerksamkeit fordernde, aber doch zwanglose & sehr nette Unterhaltung (in Spanisch!) nimmt ihren Anfang.
ICH WERDE BEFRAGT:
Woher - wohin - wie lange - wie mir Peru gefällt - wieviele Kinder ich habe - wie ‘Vida en Alemania’ ist - wieviel Geld ich auf meiner Reise (denn so) ausgebe - wieviel Geld ich in Alemania verdiene ...?
Naja - halt das komplette Programm!
Schließlich bittet mich eine der beiden, kleinen ‘Freundschafts-Anbahnerinnen’ (unvermittelt & mit unwiderstehlichem Augenaufschlag) ein Lied zu singen.
Ich erkläre der mich mit großen Augen erwartungsvoll anstarrenden Menge (naja - so um die vierzig Menschen umfaßt der ‘Auflauf’ SCHON!), daß ich zwar kein Lied singen kann ...
... HÄTTE ich jedoch meine Gitarre dabei, dann KÖNNTE ich ...
... EVENTUELL ... !?
Ich weiß WOHL, daß sich das nun folgende wie frei erfunden anhören MUSS ...
... & trotzdem:
Wie auf ein verabredetes Zeichen kreuzt (von der gegenüberliegenden Seite der ‘Plaza’) ein junges Mädchen den Platz & trägt (lässig!) ein hölzernes, den ‘üppigen Formen eines drallen Frauenkörpers’ nachempfundenes, stahl-besaitetes Musik-Instrument unterm Arm!
Und TROTZ meines (gleichermaßen vehement, wie verzweifelt unternommenen) Abwiegelungsversuches stürmt JOSÉ (der Vater der ‘Kontakter-Kids’ & ... selbsternannte Rädelsführer) auf das überraschte Mädel zu & bequatscht sie (sie wehrt sich & ich schöpfe Hoffnung - ‘but: In Vain!’) so ausdauernd & lange, bis sie mir ihre Gitarre überläßt!
SHIT! Naja - eigene Selber-Schuld ...
... warum lehnst Du Dich auch immer so weit aus dem Fenster ?!
Gott-sei-Dank ist die Klampfe dermaßen verstimmt (& bund-un-rein!), daß der bloße, dreiminütige Vorgang des Instrumenten-Stimmens schon als ‘erster Song’ akzeptiert (& anerkennend bestaunt!) wird. Und jetzt?
Ich soll ‘irgendwas aus meiner Heimat’ spielen ...
... & SINGEN !!!
Ich winde mich - klimpere unschlüssig vor mich hin - & schlage schließlich vor, GEMEINSAM ‘Guantanamera’ zu singen.
Und DAS tun wir dann auch ...
Äh ... das heißt: Ich spiele & singe einige Male den Refrain ...
... & mein Publikum hört GEMEINSAM zu!
Es folgt ‘La Cucaracha’. Und schließlich versuche ich mich noch an meiner (ehemaligen! Lang, lang ist’s her!) Glanznummer ‘Petite Valse’ von Baden Powell ...
... der Erkennungsmusik zu Dietmar Schönherrs (Nein! NICHT ‘Raumschiff Orion’, Michael!) richtungsweisenden Talkshow:
‘Je später der Abend, umso schlechter die Gitarristen ...’ Hm - meiner (selbst, aber zutreffend eingeschätzten) künstlerischen Darbietung nach zu urteilen, ist es SEHR spät geworden!
Nach & nach verabschiedet sich meine gesamte Zuhörerschar von mir (einzeln & mit Handschlag) & ich muß die immergleiche Frage beantworten:
‘Ob ich schon morgen weiterreise? Nein?’
Gedanklich stelle ich mich schon mal darauf ein, daß die ‘Plaza’ morgen Abend vermutlich ‘voller Gitarren hängen wird’ ...
... auf deren Resonanzkörper Inschriften prangen - wie:
Hotz, spiel’ mich!
‘Solamente por Turistas Alemanas!’
(oder ... ‘Rettet die Kakerlake!’)?
Nach einem letzten, kurzen Plausch mit einem netten, älteren Peruano-Ehepaar (welches während der vergangenen Stunde interessiert, freundlich lächelnd, aber stumm zu uns hinüberblickte: ... besser als Fernsehen !?) ...
... besorge ich mir in einer nahen ‘Tienda’ einen alkoholischen Nachttrunk & begebe mich dann auf meinen Heimweg. UND ... während der folgenden 200 ‘Fuß’-Meter zum Hotel werde ich von allen Seiten freundlich gegrüßt (‘Hola, Hotz!’) & immer wieder gefragt: ‘A Donde Va?’
Naja - ob ich es nun will oder nicht:
Ich BIN zu einer Person des öffentlichen Lebens geworden ...
... & jeder meiner Schritte ist von GROSSEM öffentlichen Interesse!
Rein ins Hotel (auch der junge Nachtwächter fragt mich gleichermaßen freundlich wie überflüssig: ‘A Donde Va?’ - ‘Na, wonach sieht’s denn aus?’, habe ich natürlich nicht gesagt) - rauf ins Zimmer im obersten Geschoß - & TÜR ZU:
Hm - ich WEISS nicht, ob ich mich im Moment wirklich UNEINGESCHRÄNKT WOHL fühle ...
... aber ICH (bekennender Misanthrop, ich!) will mich bemühen, den wirklich netten Leutchen, hier in Celendin, soviel Freundlichkeit wie möglich zurückzugeben!
Studium der mir vom Hotelmanager überlassenen Infos & Landkarten zu Chachapoyas & Kuelap (einer Trutzburg aus ‘Vor-Inka-Zeiten’, zehn Kilometer südöstlich Chachas auf 3.100 Metern über NN - hoch in den Bergen - gelegen).
Gegen Mitternacht ...
... lösche ich das Licht & schlafe KURZ DARAUF (ungewohnt weil/und ... zufrieden lächelnd?) ... äh: EIN ...

... Heute ist der erste Tag meiner beiden ‘Lazy Days in Celendin’.
Niemand & nichts vermag mich zur Eile anzutreiben ...
... also: Ausschlafen!
Vorm Hoteleingang treffe ich auf den Peruano Ingles, unterhalte mich mit diesem über die verschiedenen Alternativen der ‘physischen Annäherung an Chachapoyas’ & entschließe mich (nach dessen kurz-drastischer Beschreibung der zu erwartenden Pistenzustandsbedingungen) mein Glück NICHT ‘auf der Straße zu suchen’ ...
... sondern mein Schicksal (& zwar erst am kommenden Sonntag) in die Hände eines PROFI-Fahrers zu legen.
Frühstück & Tagebuch in einem sehr kleinen & spartanisch eingerichteten Restaurant an der ‘Plaza Central’. Um Elf Uhr breche ich zu einem ‘netten, kleinen Nach-Mittags-Spaziergang’ auf:
Zwischen Celendin & dem etwa zwanzig Kilometer entfernten, süd-nördlich ‘gen Amazonas’ dahinfließenden Rio Maranon befindet sich ein etwa 3.200 Meter hoher, namenloser Anden-Gebirgszug. Zum Bergkamm führt die ‘Chachapoyas’-Straße hinauf & ich will versuchen, einen Blick VON OBEN auf den tief unten im Tal (auf nur 850 Meter über NN) mäandernden ‘Jungle-River’ zu werfen. Laut Auskunft des ‘Anglo-Peruaners’ sind’s etwa anderthalb Stunden ‘Slow & EASY Walking’ bis hinauf zum Pass.
Ich trabe durch die Stadt & die in östlicher Richtung verlaufende Schotter-Piste entlang. Nach etwa zwei zurückgelegten Kilometern stoppt ein uralter, klappriger LKW & der junge Fahrer fragt mich, ob ich mitfahren will?
Und OB ich will!
Schließlich reicht’s (mir), wenn ich die Bergstraße einmal langlatsche ...
... & bevorzugt natürlich hügelabwärts! Zwar sind’s bis zum Gipfel nur etwa fünf Entfernungs-Kilometer. Den Kilometersteinen am Straßenrand zufolge schlängelt & quält sich die Straße jedoch fünfzehn (!) Kilometer den Berg hinauf.
Oben angelangt erklärt mir der freundliche ‘Lift-Boy’ noch die markantesten Orientierungspunkte (tief unter uns im Tal). Ich bedanke mich bei ihm & er setzt seine Fahrt mit dem langen Abstieg ins Maranon-Tal fort.
‘By the Way’ ... genau SO fragt mich der LKW-Fahrer während der Fahrt (plötzlich & unvermittelt), ‘ob ich Neo-Nazi sei?’ Und ich weiß beim besten Willen nicht mehr, WAS ich ihm geantwortet habe ...
... so verdutzt wie ich in DEM Augenblick war!
DANN BIN ICH ALLEIN! Allein mit mir & der beeindruckend-gewaltig vor mir auf- & (vor allem) AB-ragenden Natur:
- auf der anderen Seite des Flußtals türmen sich mehrere, leicht wolkenverhangene ‘Viertausender’,
- der Rio Maranon ist (selbst auf DIE große Entfernung: fast 2.500 Höhenmeter unter mir ... noch) als breiter Strom auszumachen - schon HIER, wo er noch ‘relativ jung’ ist,
- & dann DER HAMMER (zwar keine Natur, aber in diese integriert):
DIE ‘STRASSE’ NACH CHACHAPOYAS!
Diesseits des Rio Maranon noch deutlich als Geröllpiste zu erkennen, zeichnet sie sich nach der ‘River-X-Ing’ nur noch als hauchdünner, zig-fach gewundener Bleistiftstrich in die felsigen, dramatisch ansteigenden Steilhänge der ‘Cordillera Central’!

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‘Und DIESE PISTE wollen wir (am Sonntag) mit einem Bus erklimmen ...???’
Ich taste den Verlauf der Straße mehrfach mit meinem Teleobjektiv ab ...
... & kann es einfach nicht glauben ?!
Well ... äh ... Yeah ... I’m SURE:
THIS is goin’ to be BIG FUN!
Ich genieße den spektakulären Ausblick, schieße eine Reihe Tele-Aufnahmen, rauche ein paar ‘Premier’-Zigaretten ... & lese schließlich (oder ist das etwa schon ‘beten’?) ein paar Verse des ‘Dau-De-Dsching’, den ich für DIESE RAREN, UNIVERSALEN GLÜCKSMOMENTE (immer!) griffbereit im Fotorucksack bei mir trage.
Nach einer kurzweiligen Stunde der Kontemplation, entschließe ich mich (wenn auch entschieden widerwillig) den Abstieg in Angriff zu nehmen. In SEHR mäßigem Tempo lasse ich mich von Kilometerstein zu Kilometerstein bergabwärts treiben.
Die ersten zehn Kilometer durch unberührte Natur vermag ich noch einschränkungslos zu genießen ...

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... DANN jedoch vermiesen mir zwei ‘zivilisatorische Störfaktoren’ GANZ ERHEBLICH meine ‘Wanderslust’:
Zum einen reiht sich (je näher ich der Stadt komme) eine wilde Müllhalde an die nächste! Was einerseits eine (selbst für MEINE olfaktorisch-abgestumpfte Nase!) SCHWER erträgliche Geruchsbelästigung zur Folge ... & andererseits zur Konsequenz hat, daß sich die ‘Basura’-Fliegen in Fantastillarden-Stärke von den Müllbergen weg & auf MICH stürzen!
Frei nach dem Motto: Der Müll LEBT! ...
... & er hat einen Namen - nämlich ‘Hotz’!
Desweiteren korrelieren die (um Zehnerpotenzen anwachsenden) am Wegesrand aufgeschichteten Festmeter Müll mit der Anzahl der sich in deren Nähe zunehmend wieder zeigenden Hütten ... & jede Hütte wird (weiträumig!) von MINDESTENS EINEM ‘Köter’ bewacht! Im günstigsten Fall NUR kläffend ...
... im ungünstigeren AUCH bissig!
UND ... nachdem ich einer aggressiven, fünfköpfigen Horde VERDAMMT GROSSER DOGGEN nur KNAPP mit heiler Haut entkommen bin ...
... liegt für die Reststrecke bis Celendin ein großer, scharfkantiger Felsbrocken schwer in meiner nervösen, rechten Hand:
Fuck YOU ... FUCKIN’ DOGS!
Als ich nach mehr als fünfzehn Kilometern schließlich im ‘Comedor Popular’ nahe des Marktplatzes eintreffe, bin ich nur noch (& uneingeschränkt) FROH, meine verdammt müden (& erschreckend untrainierten!) ‘Walking Tools’ ruhigstellen & langmachen zu dürfen: Kaffee sowie Huhn mit Bratkartoffeln ...
... beides übrigens SAU-BILLIG! Der ‘Comedor’ scheint sowas ähnliches wie die Armenspeisung des Ortes zu sein (‘naja - dann bin ICH, als Arbeitsloser, ja hier genau richtig!’).
Irgendwann (ich kürze ab, denn ‘das Highlight: WOW!’ hatten wir schon) schlurfe ich zurück ins Hotel. Eiskalte Dusche, dann ab unter die (bitternötige!) Wolldecke & ins Bett. Zwar hatte ich eigentlich Bettlektüre im Sinn ...
... dieser (der Sinn) ist aber derart geschwächt & getrübt, daß ich ‘IRGENDWANN einfach wegknacke’ ...
Brief an Svenja - Vargas-Llosa - später belohne ich mich (& den gelungenen ‘Naturfreunde’-Tag) mit einem ‘Cuzquena Grande’ sowie einer sauguten ‘Sopa A La Criolla’ (in meinem Bistro-Restaurant).
Ich schreibe weiter an dem ‘Svenja-Brief’ ...
... bis sich Flavio, der junge Besitzer des Restaurants, auf einen Plausch an meinen Tisch setzt (hm - ich bin der letzte Gast): Halb in Spanisch & halb in Englisch geführtes Gespräch! Flavio hat früher in einem Hotel in Lima gearbeitet & dort ähnlich gut Englisch gelernt wie ich mit Hilfe von Kassetten & Lehrbuch Spanisch.
Wir tauschen uns über Reisen aus, über Familie (natürlich!), sein Restaurant & ...
... den morgigen Muttertag! ER (ein südamerikanischer Mann!) erklärt mir halb kritisch, halb belustigt, ‘wie Muttertag in Peru funktioniert’:
ALLE PERUANISCHEN MÄNNER (im schluckfähigen Alter) besaufen sich drei volle Tage & drei volle Nächte lang VÖLLIG SINNLOS (oder besser: bis zur völligen Besinnungslosigkeit) & ...
... DAS WAR’S DANN!
Übrigens: meine ‘persönliche Betroffenheit’ von dieser (eigentlich ja gar nicht SO speziellen) ‘peruanischen Art des Feierns’ wird mir erst am nächsten, meinem großen ‘Quer-durch-&-über-die-Anden’-Reisetag bewußt ...
OJE !!!
Gegen Halb Zwölf Uhr verabschiede ich mich von Flavio (mit ‘Hasta Manana’ ...?) & schlendere in mein Hotel zurück. Im Nebenhaus wird Muttertag offensichtlich schon mal VOR-gefeiert: überlaute Disco-Musik & (später) erträgliche ‘Musica Romantica’.
Lange ‘Lesung’ ...
... morgen kann ich ausschlafen & bis weit nach Drei Uhr brennt in meinem Zimmer das Deckenlicht. Nachdem ich mir letztlich (auch noch) meine Sammlung ‘unterwegs erhaltener Briefe & PoKas von Daheim’ (Verabschiedung? ... wegen Vorahnung? ... ob des morgen anstehenden ‘Höllenritts’?) ‘zu Gemüte geführt’ habe ...
... schlafe ich mit dem GUTEN (!) Gefühl ein, daß es in Deutschland ein paar liebe Leute gibt, die auch an mich denken, wenn 20.000 Kilometer zwischen uns liegen:
GUTE NACHT, (Freundinnen &) ... Freunde!

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