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LatAm 13

IMMER RICHTUNG SÜDEN:
A
UF DER FLUCHT ... ÄH ... VOR DEM GROSSEN REGEN !
ODER: DER WEG IST DAS ZIEL ...!?
S
URE - BUT ... NOT (ALWAYS) ... REALLY !

... von Riobamba nach Cuenca (Ecuador) ... sowie weiter -
über die Grenze - nach Tumbes und Piura (Peru):

Freitag, 02. Mai bis Sonntag, 04. Mai 1997

Heute ist mein erster ‘Travel-til-You-Quit-the-Wet-Season’-Tag: Während der kommenden drei Reisetage will ich ‘ein paar Kilometer Richtung Süden machen’!
Die heutige Etappe soll mich (über eine Distanz von nur 250 Kilometern) durch die ecuadorianischen Anden nach Cuenca, der drittgrößten Stadt Ecuadors (im Süden des Landes) führen - & das bedeutet:
Seize Horas - mas ó menos!
Also - um mir ein wenig Spielraum ‘nach hinten’ zu verschaffen:
... (mal wieder) Früh raus & früh los!
Um Sechs Uhr Aufstehen & Duschen - Packen & Auschecken - dann Marsch zum ‘not-so-near Bus-Terminal Riobamba’. Um Halb Acht Uhr halte ich mein Cuenca-Boleto in Händen: Abfahrtzeit ist Halb Zehn Uhr!
MUCHO TIEMPO ... !
Ich mach’s mir in einem Cafe mit Blick auf den Bahnhof gemütlich: bei Tagebuch & Frühstück (inklusive Hollywood-Monumental-Historien-Schinken ...
... siehe gestern: Hm - LECKER!).
Pünktlich um Halb Zehn Uhr (fast überflüssig zu erwähnen) geht’s los. Nach drei Schleifen durch die Stadt droht der Bus aus allen Nähten zu platzen & ich muß meinen reservierten, privilegierten Sitzplatz (vorne links, unmittelbar hinter dem Busfahrer - mit viel Beinfreiheit sowie Stauraum für meine beiden Rucksäcke) vehement einklagen, um die spektakuläre Busfahrt auch wirklich geniessen zu können.
Zunächst reiht sich Siedlung an Siedlung (was Riobamba größer erscheinen läßt, als es in Wahrheit ist). In den Food-Stalls am Rande des Highways wird so ziemlich alles angeboten, was dem körperlichen Wohlbefinden zuträglich ist! Erstmalig erhalte ich Gelegenheit, ‘Cuy’ in Augenschein zu nehmen ...
... die noch in früheste Inka-Zeiten zurückreichende, ecuadorianische Kulinarität par excellence - sprich: Geröstetes Spanferkel ... ‘am Stück’!
Naja - sieht schon ‘a weng streintch’ aus:
Vorne der vollständig erhaltene Kopf mit glasigen Augen & abstehenden Zwirbel-Ohren - nach hinten hin verläuft dann die ehemals perfekte Schweine-Anatomie übergangslos ‘im Nichts’. Die Behältnisse sind übrigens immer so plaziert, daß das Ferkel dem potentiellen Kunden genau in die Augen sieht ...
... egal, aus welcher Perspektive dieser (der Kunde!) es (das Schwein!) betrachtet - oder umgekehrt!
Äh ... ULLA (nein, ich will mir keine drehen!) - ich hab’ da mal ‘ne Frage:
Fällt DAS (also ‘Cuy’) auch schon unter (wie Du es bezeichnet hast) ‘perverse landes-typische Speisen’ ...?
Dann quält sich der Highway in die weitgehend unbewohnten (unbewohnbaren) Höhenzüge der ecuadorianischen Anden. Übrigens: in Riobamba starten wir bei einer Altura von 2.900 Metern über NN - mein heutiges Tagesziel Cuenca befindet sich auf 2.500 Metern über dem Meeresspiegel - aber zwischen den beiden Orten werden wir einige Tausend Höhenmeter (nach oben UND nach unten!) überwinden müssen.
Das Wetter scheint zunächst wie bestellt für eine angenehme, entspannte Gebirgs-Busfahrt: Uns ‘behütet’ eine dichte, geschlossene & schattenspendende Wolkendecke, in die unser Bus immer wieder hinein (& durch die er genauso oft hindurch) muß.
Die Straße besitzt einen groben Schotterbelag & ist für mich zeitweise nicht einmal mehr zu erahnen. Hm - & meine Sicht ist nur unwesentlich schlechter, als die des einen knappen Meter vor mir in seinem Schalensitz kauernden Busfahrers. Die Region macht einen unwirklichen, leicht gespenstigen Eindruck ...
Nachdem ich beschlossen habe, darauf zu vertrauen, ‘daß der Fahrer schon wissen wird, was er da macht’ ... entwickelt sich der Trip zu einer interessant-aufregenden Berg- & Talfahrt!
Nach etwa zwei Stunden verabschieden wir uns (erstmal) von den Wolken & beginnen einen langen, spektakulären Abstieg hinein in ein tiefes Tal. Einen ganzen Höhen-Kilometer unter uns befindet sich die kleine Stadt Alausi, die Startpunkt eines bei ‘Train-Spotters All Over The World’ berühmten Eisenbahn-Teilstücks ist:
des ‘Nariz del Diablo’ (sprich: der Teufelsnase)!
Durch eine labyrinthische (nur scheinbar chaotische), nicht enden wollende Aneinanderreihung gleichermaßen haar-nadelig wie -sträubender Schleifen, Kehren & Rangiertrassen ... winden sich die Bahngleise aus den tiefsten Niederungen des Tales entlang gähnender Abgründe ‘Up, Up & Away’ ...
... über die den engen ‘Teufelskessel’ begrenzenden Höhenzüge hinaus auf die allseitig-umliegenden Hochebenen. Ausnahmsweise (äh ... ‘Zur Feier der Nase!’) gestatte ich mir einige, wenige Fotos aus dem fahrenden Bus heraus!

LA0915-AlausiAtmoStadtTal+Berge

In der Folge (als Folge?) bessert sich das Wetter ...
... ein wenig. Die heute Morgen noch undurchdringliche, graue Wolkendecke erhält immer größere, blaue Risse & Flecken.
Hm - ob wir etwa die ‘Wet Season’ schon hinter uns gelassen haben ...?
Schleife um Schleife, Serpentine um Serpentine, Haarnadelkurve um Haarnadelkurve - unsere ‘auch nicht gerade UN-spektakuläre Bus-Achterbahn-Fahrt’ scheint kein Ende nehmen zu wollen!?
‘Bettino - an DIESEM Trip hättest AUCH DU sicherlich viel Freude gehabt!
Hm - fast wie Deutzer Kirmes!’
50 Kilometer nördlich von Cuenca führt der Highway (final) auf das Niveau des Rio Tomebamba hinunter, den wir bis zum Erreichen des heutigen Etappenziels nicht mehr aus den Augen lassen. Wir durchkreuzen die atmosphärische Kleinstadt Biblian sowie die etwas größere Provinzhauptstadt Azogues - beide mit weithin sichtbaren, schmucken ‘(but somehow foolish) Iglesias on the Hill’.
Dann reiht sich entlang des Highways & Flusses Vorort-Siedlung an besiedelten Vorort - bis ...
... um Halb Vier Uhr, nach exakt sechs Stunden (wie vom Ticketverkäufer in Riobamba vorausgesagt: Wer hätte DAS gedacht?), fährt unser Bus in den im Nordosten der Stadt befindlichen, zentralen Busbahnhof ein.
Am Info-Schalter checke ich die weiterführenden Busverbindungen, schultere anschließend (also: ‘Un poquito despuès de FUMAR!’) meinen Rucksack & marschiere zum Stadtzentrum ...
... wobei die Orientierung auch ohne Stadtplan relativ leicht fällt:
Einfach immer Richtung zunehmender Anzahl Menschen pro Quadratmillimeter!
Ich inspiziere die vorab ausgewählten vier Hospedajes Muy Simple & ...
... entscheide mich schließlich für die Kompromißlösung: großes & sauberes Zimmer in einem vertrauen-erweckenden Haus (mit, äh ... netter, junger Frau an der ... äh, Rezeption) - ohne Fenster zwar, aber mit Heißwasser-Dusche ‘Just Around the Very Near Corner’. Naja - zwar nicht DAS ‘Bloody Cheap Offer’ ...
... aber das Zimmer ist ‘seinen Preis wert’.
Einchecken - Auspacken - Eindecken (mit ‘Survival-Food’: Zigaretten & Panaderia-Snacks). Es ist noch SEHR früh & ich unternehme (obwohl eigentlich eher lustlos) einen ruhigen, ziellosen Spaziergang durch das sehr geschäftig wirkende Stadtzentrum. Ich gehe sehr sparsam mit meinem (täglich kostbarer werdenden) Rest-Filmmaterial um: ‘In Toto’ schieße ich 3 (in Worten: drei!) Aufnahmen ...
Die mittlerweile wieder geschlossene, bedrohlich graue Wolkendecke (mit eindeutiger Tendenz hin zu ‘Dunkel-Schwarz’) trägt auch nicht gerade dazu bei, daß meine Lust auf Sight-Seeing wächst.
Was soll’s (was sein muß, ...) - also:
- der über monumentale Abmessungen verfügende (jedoch für Truppenaufmärsche ungeeignete, da stark ‘bebaumte’) Parque Calderon,
- die beiden an West- & Ostseite des Parks errichteten ‘Facing Cathedrals’ (deren Titulierungen ‘Vieja y Nueva’ auch schon ALLES über ihr Erscheinungsbild verrät),

LA0916-CuencaCatedralViejo

- enge Kopfsteinpflaster-Gässchen, die hinunter bis ans Ufer des Rio Tomebamba führen (der die Grenze zwischen Alt- & Neustadt markiert),
- in östlicher Richtung dem Fluß folgend, die Puente Roto - eine alte & klobige Natursteinbrücke, die (eine Altstadtgasse fortführend) knapp vor Erreichen des Flußufers etwa fünf Meter oberhalb des Wasserspiegels ‘im Nichts verendet’,
- sowie (schließlich) die als Top-Attraktion (!?) angekündigten Inca-Ruinen.
DIESE ...
... bestehen aus:
- drei oberflächen-unbehandelten Steinsäulen (mit quadratischer Grundfläche),
- einem kleinen, unscheinbaren Torbogen,
- sowie einer gänzlich unspektakulären & konturlosen Grabstätte (die durchaus auch als Fundort einer ‘versprengten’ WWII-Fliegerbombe ... äh ... nach MISS-glückter Entschärfung, durchgehen könnte).
DIESE ...
... ‘archäologischen Kostbarkeiten’ sind zudem gänzlich unfotogen im rückwärtigen Garten eines modernistischen Privathauses arrangiert ...
... & die zwischen die ‘Inca-Schätze’ gepflanzte exotische Flora scheint mir noch der interessanteste Teil dieser Sehenswürdigkeit zu sein. Naja - die grossen & bedeutenden Inca-Kultstätten warten ja wohl (hoffentlich!) in Peru auf mich ...
Von hier aus ziehe ich eine weitausholende Ost-Nord-Schleife zurück zum Stadtzentrum ...

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... wo mich plötzlich (& doch nicht WIRKLICH überraschend) DER HUNGER ‘übermannt’!
Zwischenzeitlich hat die Dämmerung eingesetzt & so darf ich eine Lonely-Planet-Empfehlung in der Nähe meines Hotels ansteuern. Aber auch dieser Tip erweist sich als Pleite ...
... äh ... habe ich eigentlich schon erwähnt, daß ich die Firma ‘Lonely Planet’ in Mittel- & Südamerika HASSEN gelernt habe?
Ein Blick auf die ‘Lista de Precios’ reicht, um das Restaurant als ziemlich überteuerten Touri-Laden zu entlarven: Als ich nach der ‘Comida Corriente’ (dem üblicherweise billigen Tagesgericht) frage, empfiehlt mir der ‘arrogante, grün-ohrige Kellner-Schnösel’ in einer nerv-tötenden, endlosen Aufzählung die (sämtliche!) teuersten Spezialitäten des Hauses!
Ob soviel Unverfrorenheit (um mich herum schaufeln sich die einheimischen Gäste riesige Portionen ‘Reis mit ... Sauce (?)’ in die sich hörbar weitenden, elastischen Mägen) vergeht mir schlagartig jeglicher Hunger & ich bestelle ... ein Bier!
‘Si - una Cerveza Sóló - Por Favor!’
Die feindlichen Blicke der beiden Kellner im gut gefüllten Restaurant ignorierend, vollende ich während der folgenden anderthalb Stunden meinen heutigen Tagebuch-Eintrag & suche dann das Restaurant in meinem ‘Hotel Norte’ auf:
Sättigende, wenn auch SEHR flüssige (also: ... eigentlich NUR flüssige!) ‘Sopa A La Reina’ sowie ein Kaffee.
Tja - DENEN hab’ ich’s mal wieder gezeigt ...
... also: denen ALLEN!
Später, im Hotelzimmer, ‘wälze ich meinen Reiseführer die hin & die her’.
Ich kann mich nicht entscheiden: Hm - soll ich nun über Loja & Macara die extrem zeitaufwendige & vermutlich äußerst beschwerliche Gebirgs-Grenz-Überschreitung nach Peru auf mich nehmen (& erst in der nord-peruanischen Küstenwüste, kurz vor Erreichen Piuras, in die ‘äquatoriale Brutalo-Hitze’ eintauchen) ODER ...
... die einfache & schnelle, aber ‘HEISSE’ Reiseroute wählen (sprich: der ‘Panamericana’ über Machala an der Pazifikküste sowie Huaquillas & Tumbes nach Piura folgen) ???
Am Ende meiner hin- & hergewälzten Überlegungen, muß ich mir LAUT meine unsagbare Unentschlossenheit eingestehen & ...
... entschließe mich, die Entscheidung morgen Früh zu treffen (ganz spontan!).
Anschließend stimme ich mich noch ein Kapitel lang (mit Vargas-Llosa) auf Piura ein, bevor ich mich aufs Ohr haue. Vorher ‘eiche’ ich jedoch noch meinen (vermutlich sich Tag für Tag zunehmend heimisch fühlenderen) brasilianischen Wecker auf Halb Sieben Uhr & ...
... schlafe DANN (umgehend sowie erwartungsfroh) einem langen Reisetag (wohin-er-mich-auch-immer-führen-mag?) entgegen ...

... Noch während ich unter der Morgendusche stehe, treffe ich bereits die erste Entscheidung des Tages:
Heute geht’s raus aus den Anden (erstmalig seit Bogota!) & runter ans Meer!
Hm - hoffentlich hol’ ich mir keine ‘Low Altitude Sickness’ ...
Ich werde versuchen, die drei Teil-Etappen bis Piura (Peru) in nur zwei Tagen ‘zu machen’ - & ergaunere mir so einen zusätzlichen ‘Dia En Los Andes’ ...
... also: später!
Schon um Halb Acht Uhr stehe ich vor dem Ticketschalter am Busbahnhof & kurz darauf halte ich ein Boleto für den ‘9-Uhr-Bus’ nach Machala in meinen Händen. Im zweiten Stock des Bahnhofsgebäudes gibt’s ein (der Einrichtung nach an ‘seelige DDR-Zeiten’ erinnerndes) Restaurant:
Gutes Frühstück - vor allem die Sättigungsbeilagen (!) ...
... & kurze Tagebuch-Session.
Wieder einmal muß ich mir gegen eine scheinbare, lokale Übermacht meinen reservierten Sitzplatz (vorne links: im ‘Nacken des Fahrers’) erkämpfen. Aber nie waren Hartnäckigkeit & Starrsinn (sowie ‘eine gute linke Gerade’) so wertvoll wie heute. Denn ich begebe mich auf eine dieser Busfahrten, zu deren Beschreibung ich neue Superlative erfinden möchte / müsste.
Aber der Reihe nach!
Zunächst einmal lerne ich (heute) das ‘abgefahrenste Busfahrer-Beifahrer-Tandem’ meiner gesamten bisherigen Reise kennen:
Der Busfahrer entspricht EXAKT dem Cliché, das man aus schlechten ‘Immer-die-Autofahrer’-Komödien kennt! ‘Wollie - DIE Filme (mit Heinz Erhardt), die abhängig von der Qualität des Dopes einen Lachanfall nach dem nächsten auslösen ...’
Alt & klapprig ... wird ER vom Beifahrer zum Bus geleitet. Blind wie ein Maulwurf tastet er sich hinters Steuer. Wehe aber, wenn er dieses zu fassen kriegt ...
Das ist übrigens keineswegs eine Übertreibung!
Während der Fahrt blinzelt er immer wieder abwechselnd ins Seitenfenster & den Rückspiegel - dabei schüttelt er den Kopf als würde er ‘aber auch REIN GAR NICHTS’ sehen!
Aber nichtsdestotrotz:
Äh ... für ‘rein nach Gehör’ fährt er erstaunlich sicher!
Der Beifahrer (ein noch sehr junger Typ) hat offensichtlich eine lange, harte Nacht hinter sich. Jeden beschäftigungslosen Moment nutzt er gnadenlos zum Sekunden-Schlaf - egal welche Körperhaltung er gerade innehat ...
... & das, obwohl die Beifahrer ‘hier unten’ normalerweise doch immer so hyperaktiv (fast wie gedopt) durch den Bus turnen ...
Aber das alles tut der Spektakularität des heutigen Streckenprofils keinen Abbruch. Obwohl ich ja eigentlich befürchtet hatte, daß die Fahrt extrem langweilig wird:
Denn es gibt nur EINE Richtung ...
... & die heißt ‘Abajo!’ (also: ‘runter!’).
Zunächst geht es über den guten Loja-Highway etwa zwanzig Kilometer in südlicher Richtung. Wunderschöne Almen-Landschaften (Alpen-Idyll at ist Best!) inklusive der obligaten (allerdings nicht lila, sondern ...) hellbraunen & schwarzweiß-gescheckten Milchkühe.
Eine augenscheinlich extrem schlecht befahrbare Nebenstraße (einspurig & schwach asphaltiert) biegt Richtung Südwesten ab: DAS ist unsre Richtung & ...
... von nun an geht’s NUR NOCH ‘DOWN, Down, down!’
Wir umkurven & über-serpentinieren ‘eine gute Handvoll Viertausender’, bevor wir in ein riesiges Tal blicken: das ‘Valle del Sol’!
Hm - für eine Klassifizierung zum Canyon sind die Berghänge zwar nicht steil genug, die Abmessungen allerdings rechtfertigen durchaus den Vergleich.
Ein Bergriese steht dem nächsten auf den Füßen. Das Tal hat (tendenziell) jedoch eine deutlich abschüssige Neigung. Besonders imposant ist ...
... zurückblickend zu verfolgen, aus welch schwindelerregenden Höhen sich unser Bus zum jeweiligen Betrachtungspunkt vorgearbeitet hat!
Und ein Ende ist nicht absehbar!
Nur am Rande bemerkt: es hat (immer wieder neu!) etwas ‘Rührendes’, zu beobachten, wie (scheints’s) übermüdete weibliche Bus-Passagiere ihren Kopf nach links & rechts solange schläfrig pendeln lassen, bis ER (der weibliche Kopf) auf der ‘breiten Schulter’ eines mitreisenden (unbekannten!) männlichen Passagiers eine bequeme Ruhestatt gefunden hat. Die Berührungsängste (falls überhaupt vorhanden) scheinen in jedem Fall geringer, als die unendliche Müdigkeit ...
... ein in deutschen Bussen oder Bahnen völlig unvorstellbares Bild!
Nach zwei Stunden REISST unser ‘Oldie-Fahrer’ das Steuer herum, wir verlassen die Hauptstraße & kurven einen hohen Berg hinauf. An das obere Ende seines Südhanges schmiegt sich das idyllische, kleine Städtchen Santa Isabel:
- wunderschön erhaltene, alte Natursteinhäuser,
- kopfstein-gepflasterte Straßen & Gassen,
- sowie die AUCH AKKUSTISCH passenden Personen-Nahverkehrs-Mittel ‘Pferd & Maulesel’ (‘Klack-Klack-Klack’ ...)
LATE Breakfast-Stop!
Samstag ist Markt-Tag & in dem bunten Treiben gelingt mir die Ablichtung eines fotogenen ‘Cuy’-Verkaufsstands (‘Sau am Stück’ - you remember?) ...
... allerdings nur von meinem Sitzplatz im Businneren aus.
WE’LL SEE! (oder auch nicht ...).
Anyway: ‘Good Job, Mole-Driver!’
Der Umweg hat sich gelohnt! Nachdem bis auf vier oder fünf Passagiere der gesamte lebende Businhalt ausgewechselt wurde, rollen wir den Hügel wieder hinunter zur Hauptstraße ...
... & setzen unsere Tal-’Schußfahrt’ fort.
Das Tal verengt sich zusehends & geht schließlich in die steile Schlucht des reißenden Wildwassers Rio Maria über. Noch eine gute Stunde zeichnen wir Verlauf & Gefälle des unmerklich breiter werdenden Flusses nach. Dann erst zeigt sich am fernen Horizont das westliche Ende der Kordilliere ab ...
... & erstmalig seit zwei Wochen nähere ich mich wieder DEN Höhenlagen, mit denen ICH (Ein Kölner in Südamerika!) am besten vertraut bin.
Back in ‘Chiquita’-Country! ...
... die Ebene zwischen Anden & Pazifik ist ein riesiger, lückenloser Anbauplatz für das ‘gelbe Gold’.
Etwa dreißig Kilometer vor Erreichen des Meeres (nahe dem Ort Pasaje) biegt eine Nebenstraße Richtung Süden ab & läuft schnurgerade auf den ecuadorianischen Grenzort Huaquillas zu. Da ich sehr gut im Zeitplan liege, wechsele ich kurz entschlossen die rollenden Busse (Nada Problemas!) ...
... & schon um Zwei Uhr erkenne ich anhand der Händler-/Schmuggler-Schwärme, daß die Grenze nicht mehr fern sein kann !?
Es ist UN-ER-TRÄG-LICH HEISS (hm - kaum im Flachland angekommen, schon ‘nölt’ er wieder rum!) & ich gönne mir in einem Open-Air-Café, dessen gesamtes Inventar in meiner Lieblingsfarbe ‘Schwarz’ gestrichen zu sein scheint (bei näherem Hinsehen stelle ich allerdings fest, daß es sich bei dem Anstrich nur um einige Hundert Millionen ‘Winzlings’-Fliegen handelt!) ...
... einen (zusätzlich!) schweiß-treibenden Kaffee sowie ein Stück Creme-Kuchen.
‘LECKER !!! Fehlt eigentlich nur noch der Eierlikör ...’
Übrigens: der Hang der ‘gemeinen Ecuadorianerin’ JEDEN & ALLES zu ‘verniedlichen’ verwirrt mich immer wieder. Nicht nur, daß der Kaffee hier ‘Cafesito’ heißt ...
... heute Morgen bestellte ich zum Frühstück einen ‘Jugo de Naranjas’ - woraufhin mir die Kellnerin mit ernster Miene erklärte:
‘No Hay Naranjas - Hay Naranjillos!’
ALSO ...
... wenn ich nicht genau WÜSSTE, daß es keine Orangen waren:
Ich glaube, der Unterschied wäre mir nicht aufgefallen!
Stark geschwächt (bis schwach gestärkt) gehe ich schließlich die Ex- & Im-Migrations-Prozeduren an, die wohltuend (mittlerweile aber fast schon gewohnt) unbürokratisch & schnell vonstatten gehen. Die Schlange vor dem ecuadorianischen Büro löst sich derart schnell auf, daß ich mich nur sehr knapp mit einem netten Brasilianer unterhalten kann, der von Beruf ...
... na?
Was ist?
Richtig: Fußballtrainer! ...
... & sich auf der Durchreise nach Kolumbien befindet.
Mir blieb nicht einmal Zeit, ihn zu fragen, ob er in Bogota ‘Pausen-Koks’ für das nächste WM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft ...
‘KWATSCH! Die Brasilianer sind doch als amtierender Weltmeister von der Quali befreit, Du Depp!’
‘Ach so, ja ...’
Nachdem ich den peruanischen Einreisestempel in meinem Pass habe, beginnen die wirklich harten Verhandlungen:
- zum einen mit den Money-Changers, mit denen ich mich nicht über den Wechselkurs ‘Dolares Americano’ in ‘Sol Nuevo’ einigen kann
(‘Hans - die wollen MIR weismachen, ICH könne nicht Kopfrechnen!’),
- zum anderen mit den Taxifahrern, die ich stoisch bis unnachgiebig (einen kurzen Moment lang hasse ich mich selbst, ob meiner Herzlosigkeit!) für eine halbstündige Fahrt im ‘Collectivo’ von zehn auf (übrigens: korrekte!) zwei ‘Soles Nuevo’ herunterhandele
(äh ... ich gerissener ‘Negociadoro’, ich!).
Um Halb Vier Uhr erreiche ich Tumbes, mein heutiges Tages-Etappenziel im hohen Nordwesten Perus & ...
... es ist MUCHO CALOR!
In meiner immergleichen Hotelzimmer-Beschaffungs-Anfrage wird die ‘heiße Dusche’ wieder durch den ‘Ventiladór’ ersetzt - und schon in der ersten Absteige erhalte ich die Bestätigung meiner Reiseführer-Info: Das peruanische Preisniveau liegt um ziemlich genau 100 Prozent über dem ecuadorianischen!
Nach drei inspizierten Hotels entscheide ich mich spontan zugunsten meiner Reisekasse & gebe mich mit einem schmuddligen (was eindeutig geschmeichelt ist!) Zimmer zufrieden - mit (zwar ohrenbetäubend lautem, aber immerhin!) Fan.
Auspacken lohnt sich heute nicht!
Ich unternehme einen kurzen Orientierungs-Spaziergang & lande schließlich an der (trotz der tropischen Außentemperaturen) äußerst kalt wirkenden Plaza de Armas.
Hm - ziemlich (viel) ‘Concrete’, das!
In einem vollkommen leeren Open-Air-Café (in der gesamten Stadt ist nicht allzuviel los!) gönne ich mir ein ‘kühles Blondes’ & beschäftige mich mit meinem Tagebuch ...
... während die Besitzerin des Cafés mit einer ‘klatsch-roten Fliegen-Knatsche’ einen erstaunlich treffsicheren, kurzfristig auch ein ums andere Mal erfolgreichen ...
... ‘in the Long Run’ aber EINDEUTIG AUSSICHTSLOSEN Kampf gegen eine ‘geflügelte Übermacht’ führt.
Vermutlich WEISS sie um die Vergeblichkeit ihrer Bemühungen & ...
... die Geräusche, die ihr ‘stetes Moskito-Morden’ produziert, dienen nur dazu, ihre Nerven zu beruhigen. Naja - wie dem auch sei ...
... bei MEINEN (Nerven) bewirken SIE (die Geräusche) das genaue Gegenteil!
Bevor die Dämmerung einsetzt, schaue ich mich in der Stadt noch kurz nach ‘lohnenswerten Foto-Motiven’ um (ich bin ja schließlich nicht zum Vergnügen hier!):
Und schieße 3 (in Worten: drei!) Aufnahmen.
Später: zwei Flaschen ‘Cristal Grande’ (meine beiden ‘Personal Saturday-Evening-Highlights’!). Hm - ich weiß ja nicht, welchen Anteil die Hitze hat ...
... aber DANACH bin ich leicht bis mittelschwer angetrunken!
‘Short Loop in the Dark’ & ...
... um den zentralen Platz. Ganz allmählich trauen sich die Menschen wieder aus ihren kühlen Häusern & ein bescheidenes ‘Saturday-Night-Fever’ greift um sich.

LA0921-TumbesChristusStatue

MICH (jedoch) ...
... begleitet (nur) ein einsames Sandwich auf meinem ‘Schlangenlinien’-Weg zurück ins Hotel.
‘Ventiladór: Marchar!’
Duschen - Vargas-Llosa - Reiseführer!
Bereits um Zehn Uhr schalte ich den meine Gehörgänge (denn doch ZU SEHR!) folternden Ventilator aus & schlafe (überraschenderweise: bereits nach relativ kurzer Zeit) ein.
Ach ja: Nachmittags habe ich ein Ticket für den morgigen Früh-Bus nach Piura erstanden - also ...

... Um Sechs Uhr schrillt mein Wecker - gnadenlos ... äh ... los.
Von meinem gestrigen Dämmer-Spaziergang bin ich ziemlich lädiert ins Hotel zurück gekehrt (in Füße & Unterschenkel ‘paßt kein einziger Mückenstich mehr rein’!).
Aber das ist halt der Preis, den ich zu zahlen habe, damit ich nachts nicht mehr frieren muß ...
Ich muß den netten, jungen Hotelmanager aus dem Bett werfen, da um diese frühe Uhrzeit (zumal am Sonntag) die Eingangstüre des Hotels natürlich noch verschlossen ist: Perdón y ... ADIOS!
‘Cheap & Basic Breakfast’ ... an einer Garküche nahe meiner Busgesellschaft:
Zwei Kaffee & trockene Hörnchen (die ‘Empanadas’ sehen mir eine Spur ZU dubios aus ...) sowie eine Schachtel ecuadorianische ‘Lark’-Cigaros.
Kurz vor Acht Uhr besteige ich (bewaffnet mit einer Tageszeitung) den Bus.
Zwei Schlagzeilen beherrschen die peruanische ‘Prensa’:
- zum einen der Tod einer jungen, peruanischen Sängerin, die (während eines Platzregens bei einem Open-Air-Konzert) durch ihr Mikro einen tödlichen Stromstoß erhielt,
- sowie die ENDLOS-Diskussion über die Geiselbefreiung in der japanischen Botschaft in Lima!
War diese nun eine geniale ‘GSG9-Militär-Operation’ (mit ausschließlich humaner Zielsetzung) ... oder doch eher eine kühl geplante, politisch-strategische Aktion, um (ohne Rücksicht auf Menschenleben) das ‘Proyecto Fujimori’ zu forcieren?
Sprich: um dessen Wiederwahl sicherzustellen ...
... man munkelt mittlerweile (ziemlich offen) von einer Amtszeit bis 2010!
‘Aber wer wird denn wohl ERNSTHAFT einem Politiker (noch dazu in Südamerika) Unlauterkeit in seinen Motiven unterstellen wollen ... ?’
‘Na also - eben!’
MEIN (zugegeben: euro-zentristisches!) Hauptthema ist hingegen das kontrovers diskutierte Schattenkabinett des frisch-gewählten neuen britischen Premiers Tony Blair: Hm - ‘blinde’ Politiker gibt’s ja bekanntlich wie Sand am Meer ...
... daß sich aber mal einer traut, offen & ehrlich zu bekennen:
Yes, I’m Blind & I’m Proud! ...
... das finde ich schon (irgendwie) bemerkenswert ... äh - ja!
Von der etwa fünfstündigen Busfahrt durch spiegelebenes Wüstengebiet (entlang der nord-peruanischen Küste) verspreche ich mir optisch nicht allzuviel UND ...
... ich werde in diesen, meinen tiefgesteckten Erwartungen nicht enttäuscht:
- rechter Hand (also im Westen) befindet sich der horizontlose Pazifik, mit Schwärmen komplizierteste Formationen fliegenden Fregattvögeln sowie vereinzelten Pelikan-Solisten,
- linker Hand (ostwärts) erstreckt sich eine endlose Stein-, Geröll- & Felsenwüste mit ‘dem etwas anderen Federvieh’: GEIER!
... & zwar geballt, sobald sich eine der wenigen, kleinen Siedlungen durch UN-VOR-STELL-BAR große Müllberge ankündigt.
Nach anderthalb Stunden durchfahren wir Cancas - einen kleinen Fischerort, dessen Hafen allerdings eine erstaunlich große Bootsflotte beherbergt. Foodstalls säumen die Durchgangsstraße & offerieren ‘alles um den Fisch’ ...
... vom ‘Catch of the Day’ (frisch & komplett - mit Kopf & S-Blase) bis zum präparierten & portionierten, mundfertigen ‘Ceviche’.
Hierbei handelt es sich (übrigens) um eine peruanische Spezialität:
Fisch oder Meeresfrüchte in Limonen mariniert (also: quasi ‘A La Limo-Nade’) & mit Zwiebeln sowie Popcorn garniert! Dieses landesweit verbreitete Gericht soll nicht nur SUPER schmecken, sondern (je nach hygienischer Sorgfalt bei der Zubereitung) auch einen SUPER-Nährboden für Cholera abgeben ...
... was jährlich einige Hundert Menschen (nach Verzehr dieser ‘kulinarischen Überraschungseier’) mit dem Leben bezahlen.
Nein! NOCH habe ich ‘Ceviche’ nicht gekostet ...
... aber ich habe den festen Willen, wenigstens EINE Partie dieses ‘peruanischen Roulettes’ mitzuspielen (naja - vermutlich kriege ich EH nur eine Chance!).
Vereinzelt verweisen von Hand beschriftete Schilder auf kleine Beach-Resorts (Tourismus ‘im großen Stil oder Umfang’ sucht man an diesem Küstenabschnitt jedoch vergeblich) ...
... & SEHR vereinzelt mache ich einsame Einzel-Hütten in der Wüste aus.
UND neben diesen Hütten parkt IMMER ein Pick-Up US-amerikanischer Provenienz (aus der ‘Pre-Roosevelt’-Ära), der, ohne eine Spur Lack oder Farbe auf dem nackten Blech, dem Verrosten überlassen ist.
Nach einer weiteren Fahrtstunde heißt es plötzlich: Alle aussteigen!
Unser Bus fährt in einen gigantisch-futuristischen, völlig surreal in die karge Mondlandschaft platzierten Gebäudekomplex ein ...
... ZOLL-CHECK!
Wir Passagiere werden durch einen endlos langen Korridor geschleust & einer gründlichen Leibesvisitation unterzogen. Der Bus rollt währenddessen über eine im Asphalt versenkte ‘TÜV’-Bühne & wird penibelst auf Drogen durchsucht. Einige Militärs (mit ‘besonders ausgeprägten Riechorganen’) verschwinden in der Bühne ...
JUST in dem Moment, da ich meine Kamera anzuheben versuche (um meiner Chronistenpflicht nachzukommen), bauen sich zwei ‘Schnüffler’ vor mir auf ...
... ‘im vollen Wichs’ & mit ihren MP’s im Anschlag, bedeuten sie mir unmißverständlich: ‘No Foto, Senor!
Es Una ZONA MILITAR!’
Als unser Bus schließlich wieder anfährt ... äh ... schieße ich (ich Feigling, ICH!) natürlich doch noch mein (allerdings: ‘Blick-Zurück’-) Foto!

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Übrigens: Nachdem ich meinen Sitzplatz wieder eingenommen habe, muß ich feststellen, daß meine dort als Platzhalter deponierte Zeitung verschwunden ist.
Tja - in südamerikanischen Bussen darf man (ABER AUCH) REIN GAR NICHTS unbewacht zurücklassen!
Hohe, schnee-weiße Sanddünen türmen sich rechts & links der nun etwas weiter landeinwärts verlaufenden Straße. Einzig ein paar Dutzend kleiner Pump-Anlagen bieten Abwechslung für die Augen. Die deutlich sicht- & lesbaren Hinweisschilder:
‘Peligro! No Enciendo Fuego!’ ...
... machen auch dem Unbedarftesten den Grund für die Bohr- & Pump-Aktivitäten klar: Erdöl!
‘Mensch, Arkansaw-Bill (-y, the Kid) - wäre Nord-Peru nicht ein IDEALER Übungs-Platz für eine putzige, kleine Militäraktion ... äh ... zur Erhaltung des Welt-Friedens (NATÜRLICH mit einer streng humanitären Zielsetzung) ... !?’
OBWOHL ...
... dem Zustand des durch die Wüste verlaufenden Leitungsrohr-Systems nach zu urteilen (ziemlich dünne & zudem stark verrostete Pipelines!) würde sich eine solche Aktion vermutlich nicht lohnen ...
... also - ich meine: für den Welt-Frieden!
Fünfzig Kilometer vor Sullana wird die schon unwirtliche Landschaft NOCH ‘töter’:
KEIN Lebewesen - weder F. noch F. - verirrt sich in DIESE Wüstenregion ...
... oder genauer: KÖNNTE unter diesen extremen Umweltbedingungen überleben.
Und AUCH unserem Busfahrer scheint daran gelegen, diesen öden Landstrich so schnell wie irgend möglich wieder zu verlassen:
Hm - kein einziger Stop mehr!
Sullana kündigt sich (überraschenderweise!) einmal GANZ ANDERS an, als latein-amerikanische Städte dies gemeinhin tun:
Das direkte Umland wirkt wie eine ‘Oase aus Tausendundeiner Nacht’. Palmen- & Bananenhaine sowie Getreide- & Reisfelder, durch die grazile, weiße Reiher stolzieren. Der Bruch zur zuvor über Stunden erduldeten Einöde könnte nicht größer sein!
Mit dem Erreichen der ‘realen’ Stadtgrenze ist dieser Eindruck jedoch wieder wie weggeblasen: NIX WIE WEG & non-stop ...
... düsen wir eine weitere halbe Stunde durch spiegelglatte & karge Küsten-Landschaft.
Piura hingegen kündigt sich schon von Weitem wieder mit dem vertrauten Bild an (Gott-sei-Dank): eine riesige, stinkende Müllhalde neben der nächsten ...
... sowie Schwärme ‘häßlichster Aas-Fresser’.
Der Bus-Terminal befindet sich am nordwestlichen Rand des Stadtzentrums. Ich suche (leicht orientierungslos zwar ... aber DAS ist im Moment nicht so wichtig) das erste, sich mir in den Weg stellende Restaurant auf & ...
... spendiere mir einen sättigenden Brunch!
Naja - schließlich habe ich heute Morgen ‘fast nichts’ gefrühstückt ... & mein über den heißen Asphalt schleifender Magen produziert bereits Aufmerksamkeit erregende Scheuer-Geräusche ...
Frischer (!) Karibik-Fisch mit Papas y Ensalada sowie Mucho Café Negro!
In Piura ist es (selbstredend!) UN-ER-TRÄG-LICH HEISS ...
... zumal JETZT, kurz nach Mittag & bei absolutem Sonnen-Höchststand!
ICH aber ziehe (knallhart bis selbstverachtend) eine ausgiebige ‘Hotel-Recherche’-Runde durch die Stadt.
ALLERDINGS: SO VIEL ... gibt’s hier gar nicht zu recherchieren.
Peru ist halt einfach SAU-TEUER! SO ...
... & jetzt Schluß mit diesem ‘Scheiß’-Thema!
Für satte acht Dollar (‘AUFHÖÖÖREN ...!’) miete ich mich in einem sauberen & großen Zimmer - mit ‘Mini’-Fan & Gemeinschaftsdusche auf dem Flur - ein.
Kurzer ‘Orientation-Walk’ ...
An der Plaza de Armas pflanze ich mich in ein ‘In’-Eiscafé (im doppelten Wortsinn) & widme mich meinem Tagebuch ...
... sowie zwei SAU-GUTEN ‘Cremoladas’ - so ‘ne Art aufgeschäumter, eisiger Fruchtsaft ‘gegen den GANZ GROSSEN Durst’ (übrigens: die Lemon-Variante ist echt Spitze!). Der Großbild-Fernseher des Cafés zeigt währenddessen irgendein, niemanden interessierendes Fußballspiel der ‘Primera Division Peruano’ ...
Anschließend Dämmer-Spaziergang - Vormerken der lohnenden Fotomotive für den morgigen ‘Safari’-Tag - sowie ...
... (immerhin) ZWEI ‘Dämmer-Fotos’:

       LA0932-PiuraDenkmalFranciscoPizarroLA0930-PiuraAtmoPlazaDeArmas

Um Halb Acht Uhr bereits betrete ich, bewaffnet mit einem ‘Zwei-Liter-Bolzen’ Zitronenlimo (naja - es handelt sich eher um schlabbrige Brause) mein Hotelzimmer & freue mich auf einen gemütlichen Leseabend. Aber ...
... aus diesem, meinem frommen Wunsch wird natürlich NICHTS!
Im Nebenzimmer erzählen sich ein österreichisches Traveller-Pärchen & ein Peruano IHR LEBEN: in un-GLAUB-lichem (vor allem die ‘Nockerln-&-Schmäh’-Fraktion) & unglaublich LAUTEM Englisch (bei weit geöffneter Zimmertüre & offenem Fenster).
Um es kurz zu machen ...
... & ich verzichte hiermit FREIWILLIG auf die detaillierte Schilderung meiner (eh vornehmlich MICH als intolerant kompromittierenden) Vergeltungsaktionen ... äh ... wie ‘Scatting Jazz-Standards’, trommeln diverser wilder Drum-Soli auf diversem (un-wildem) Zimmer-Mobiliar oder ‘ätzendes Stuhl-über-Steinbodenplatten-Kratzen’ (alles übrigens VÖLLIG wirkungslos):
Ich verlege mich schließlich auf LAUTES LESEN!
Und DAS funktioniert (also ... im Nebenzimmer wird zwar nicht ein EINZIGES Phon zurückgeschaltet, aber meine Geräuschkulisse deckt ALLES zu):
Ich rezitiere einen langen ‘GEO’-Artikel über archäologische Ausgrabungsstätten in Peru - später doziere ich aus meinem Reiseführer - & gebe schließlich der gebannt lauschenden (vermute ich mal!) kompletten Einwohnerschaft Piuras zwei lange Kapitel ‘Vargas-Llosa’ (in ... äh ... Deutsch) zu Gehör ...
... unterbrochen nur von ausgiebigen Raucherpausen.
Nach Elf Uhr wird’s in meiner Privatpension dann ENDLICH ETWAS ruhiger:
Ich finishe (die wohltuende Ruhe in langen Zügen genießerisch atmend) mein für heute letztes Kapitel des ‘Grünen Hauses’ (erwähnte ich schon, daß die Geschichte größtenteils in Piura spielt?) ...
... & schlafe SOMEWHEN AROUND MIDNIGHT ein.
Morgen ist ‘Ausschlafen’ gestattet!
Naja - mal sehen ...
... wie lange mir meine Zimmernachbarn aus ‘Öster-ARM’ geben ... (?).

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