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WELCOME TO PANAMA-CITY, BUT ... ... NEVERTHELESS: ALWAYS WATCH OUT ! ODER: UND DANACH: REIF FÜR DIE INSEL !
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Ich stehe ziemlich unter Strom - oder gar unter Schock? Anyway ... Es ist jetzt genau drei Stunden her, daß man mir (mit Gewalt) meine ‘Reise-Jungfräulichkeit’ genommen hat. Im nachhinein betrachtet hat es wohl so kommen müssen ... ... & vermutlich ist es sogar gut, daß mir dies VOR Kolumbien widerfahren ist. UND: Ich weiß natürlich wieder GANZ GENAU, warum ES passieren mußte & weshalb ich wo & wann welche Fehler gemacht habe ... Übrigens: Es ist Samstag Nachmittag - Vier Uhr Ortszeit. Ich sitze im ‘Sea-View-Restaurant’ des ‘Club de Yates y Pesca’ (Jacht- & Fischerei-Club) an der Bahia de Panama unter einem (seit mehreren Tagen ERSTMALIG wieder) strahlend-blauen Himmel ... ... & versuche mich zu beruhigen. Um mich wieder ‘runterzuholen’, hier zunächst die recht unspektakulären Ereignisse des gestrigen Freitags. Ausschlafen! Naja - die Nacht war ziemlich laut & mein Schlaf unruhig. Gutes Frühstück im ‘Coca-Cola-Café’. Anschließend marschiere ich zur ‘Plaza de Cinco Mayo’. Hier befindet sich der zentrale Bus-Terminal für alle Zielorte im näheren Umkreis von Groß-Panama-City.
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Ich habe beschlossen, einen etwas näheren Blick auf den Panamakanal zu werfen & besteige einen Bus (mit ‘Destinación: Gamboa’), der mich zu den Miraflores Locks bringen soll (den letzten Schleusen des künstlichen Wasserweges vor Erreichen des Pazifik). Zunächst kurven wir durch den P.C.-Vorort Balboa (übrigens Namensgeber der offiziellen Panama-’Dummy’-Währung: ein Balboa entspricht exakt einem US-Dollar), der ‘fest in amerikanischer Hand’ ist: Hier befinden sich die ‘Panama-Canal-Headquarters’ sowie die Wohnquartiere der für die Sicherheit des Kanals zuständigen amerikanischen ‘Besatzer’. Nach der Invasion der US-Streitkräfte im Jahr 1989 wurde Panama übrigens zum vorgelagerten amerikanischen Brückenkopf im Kampf gegen die kolumbianische Kokain-Mafia ausgebaut & ... ... von hier aus flog die US-amerikanische Luftwaffe seither schon so manchen Einsatz gegen kolumbianische Drogentransporter & Koka-Plantagen. Das Zentrum Balboas markiert ein großes, abstraktes Denkmal für Colonel George Washington Goethals - den amerikanischen Chef-Konstrukteur des Kanals. Dahinter ragt der dichtbewaldete ‘Cerro Ancon’ (Heimat der amerikanischen ‘Albrook Airforce Base’) etwa 100 Höhenmeter in den azurblauen Himmel. Der Hügel bietet offenbar gute Weit- & Ausblicke auf den Kanal, die ‘Bridge of the Americans’ sowie Panama-City - daher merke ich ihn mir für den morgigen Tag als ‘Pan(or)ama-View-Point’ vor. Die Landstraße führt zunächst an der alten, um 1850 erbauten Eisenbahnstrecke Panama-City - Colon entlang. Die Gleisstrecke wurde bei der US-Invasion zerstört & ist bis heute (leider!) noch nicht wieder in Betrieb genommen worden. Am Bahnhof Balboas zeigen sich neben den Gleisen eine Reihe völlig demolierter Bahnwaggons, deren Aussehen auf einen ‘Cruise-Missile’-Volltreffer schließen läßt ... ... & dies, obwohl bekannt war, daß die Eisenbahn ausschließlich für zivile Personenbeförderung genutzt wurde! Nun ja - vermutlich haben die amerikanischen ‘Peacekeeper’ (mit ‘vermutlich gutem Grund ...!?’) in jedem der zerschossenen Waggons das Versteck General Noriegas ... äh ... vermutet. Nach etwa 15 Bus-Kilometern erscheint ein Hinweisschild mit der Aufschrift ‘Miraflores Locks’. Ich steige aus & muß noch etwa zwei Kilometer querfeldein wandern ...
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... bis ich vor dem Eingangstor der stacheldraht-bewehrten, einem Hochsicherheitstrakt ähnelnden Anlage stehe. Neben dem Eingang parken eine Handvoll Touristenbusse ... & eine Menge Devotionalien-Verkäufer warten auf zahlungskräftig aussehende Kundschaft (sprich: ich bleibe weitgehend unbehelligt!). Ich erklimme die (nicht allzu hohe) Aussichtsplattform. Als ein (leider nur kleines) Schiff die Schleusen Richtung Colon passiert, darf ich einige Aufnahmen von den ‘LICs’ (äh ... Locks In Action) schießen.


Man händigt mir ein informatives Faltblatt mit historischen & technischen Daten über Bau & Betrieb des Kanals aus ... ... & zu den gleichen Themen gibt’s dann (wahrscheinlich für die Analphabeten!?) in einem kleinen Vorführraum einen kurzen Dia-Vortrag: Die Dias sind zwar ECHT SCHEISSE (also ... äh ... wenigstens im Vergleich mit meinen ‘Super-Shots’!) - aber das in der Mitte des Raumes befindliche, riesige topografische Modell der gesamten ‘Canal-Area’ (Maßstab: FAST 1:1!) ist SCHON äußerst beeindruckend. Der Panamakanal (& die spektakuläre Brücke an dessen südlichem Eingang) zeigt sich mir von Miraflores aus nur sehr unvollständig & unfotogen. Das nächste (größere) Schiff wird erst in drei Stunden erwartet - mangels ‘Action’ besteht also eigentlich kein Grund, noch länger hier zu verweilen. Ich folge also den Stacheldraht-Zäunen zurück zum Highway (ein ‘Nebenkanal’ wird gerade geflutet: ‘By-the-Way’-Shot!) ...
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... & nehme den nächsten Bus zurück nach Panama-City-’City’. Langer Spaziergang Richtung Osten (Panama Nuevo): Die Reisebüros haben bis Zwei Uhr Mittagspause & ... ich schließe mich an. ‘Yucca-Chicken-Soup’ & Kaffee sowie Tagebuch. Schließlich (Just-in-Time) ... ... ‘mache ich rüber’ in meine Agencia de Viajes. Die (immer noch SEHR) nette Angestellte verkauft mir ein ‘Avianca’-Flugticket nach Bogota für den kommenden Donnerstag: 9.30 Uhr! DANN ... ... wird’s allerdings komplizierter! Sie versucht meinen Rückflug nach Frankfurt auf den 1. Juli umzubuchen. Aber für mein ‘Special Arrangement’ sind alle Termine voll! Daher befinde ich mich zunächst nur auf einer Warteliste. Aber am Montag ‘wird sie mit Jorge (von ‘Continental Airlines’) sprechen’ UND ... bei Bestätigung meines angestrebten ‘Julio Primero’ für mich SOFORT einen ‘LAB’-Flug (übrigens: Lloyd Air Bolivia) von Santa Cruz / Bolivien nach Mexiko-City reservieren. Hm - & zwar exakt fünf Tage vor meinem Rückflug nach Europa. Also: Carmen - if it’s meant to be ...? Gut gelaunt verlasse ich das Reisebüro & schlendere an der Bahia de Panama entlang zurück nach Casco Viejo: Einkauf von Bier & Soda - dann die übliche (& wie üblich wohltuende) ‘Afternoon Shower’ - schließlich ‘Finishing my Yesterdays Diary-Writing’ sowie lange Lesung (Glenn-Gould-Biographie). Bei Einsetzen der Dämmerung unternehme ich einen den Tag abschließenden, entspannten Spaziergang ‘um den Block’.


Ich fühle mich zunehmend wohler & sicherer in diesem ‘verrufenen Viertel dieser verrufenen Stadt’ UND ... ... naja - DAS muß ja Konsequenzen haben (siehe unten!). Heute ist Freitag Abend & ... den Rest meiner Wachzeit (die ich lesend & Reiseführer studierend im Hotelzimmer verbringe) begleitet mich die musikalische Untermalung einer ‘Cantina Muy Ruidoso enfrente del Parque Herrera’. Gegen Mitternacht werde ich durch einen krachenden Knall (einen Schuß?) aufgeschreckt: ohrenbetäubendes, nervöses Gebell der um den Park streunenden Hundekläffer - aufgeregtes Fußgetrampel & lautes Türen-Schlagen in meinem Hotel - aber KEINE Polizei-Sirenen! DANN ... ... herrscht wieder der vorherige (LEISE wäre jedoch maßlos untertrieben) Geräuschpegel & IRGENDWANN (weit nach Ein Uhr) fallen mir die vom Nichtstun bleischweren Augen zu ...
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... Der Samstag beginnt EIGENTLICH sehr vielversprechend: nach den beiden letzten, eher miese-wettrigen Tagen erstrahlt der wolkenlose Himmel in makellosem Blau. Um Neun Uhr gönne ich mir ‘Panqueques y Cafe Negro’ in meinem neuen Non-Smoker-Stammcafé & schreibe eine Postkarte an Gerrit & Kerstin. Dann kurzer Einkaufsbummel: die Kugelschreiber drohen mir auszugehen & sicherheitshalber decke ich mich im ‘westlichen’ Panama nochmal mit einer Mega-Packung Aspirina ein (Hope I won’t need ‘em!). Gegen Zehn Uhr (schon) befinde ich mich am Busbahnhof hinter der ‘Plaza de Cinco Mayo’ & ... eine halbe Stunde später in ‘American Balboa’. Ich streune durch die gepflegten, parkähnlichen Wohnkasernen - mache ein Foto vom ‘Goethals-Monument’ ...
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... erklimme die steile Marmortreppe zu den hinter dem Denkmal auf einer Anhöhe residierenden Canal-Headquarters - & halte Ausschau nach der besten Route zur Besteigung des vor mir aufragenden Ancon Hill. Meine Bergtour findet allerdings ein jähes Ende, als mir auf halber Höhe des Berges ein US-Wachmann klarmacht: ‘Stop! No Trespassing!’ Die ‘Heights’ sind US-Hoheitsgebiet & der kahlgeschorene (äh ... sympathische!) ‘Marine’ läßt keinen Zweifel daran, daß hier (genau HIER!) ein ‘für die Erhaltung des Weltfriedens UNABDINGBARER SCHIESSBEFEHL’ existiert. DAS ... ... muß ich nicht unbedingt am (noch unversehrten), eigenen Körper austesten. Ich ziehe einen weiten Bogen um den Berg und passiere ‘by the way’ das panamaische Justizministerium (ziemlich klassizistisch!) sowie ein gigantomanisches US-Military-Hospital, das augenscheinlich modernsten medizinisch-technischen Standard aufweist (‘Für unsre armen Jungs im bösen Feindesland nur das Beste!’). Am südlichen Fuß des Berges strande ich schließlich an einem vierspurigen, nach Westen verlaufenden Highway, der nach weiteren zwei Kilometern mit einem weit ausholenden & leicht ansteigenden Schwung zur Ostseite der ‘Puente de las Americas’ hinaufführt. Ich halte mich in südlicher Richtung & hoffe derart, irgendwann auf den Balboa Yacht Club zu stoßen, der am Beginn der ‘Calzada’ (dem Damm, der das Festland mit den vorgelagerten Inseln verbindet) sein Domizil hat: ‘Aaahh! Eine schöne (+ vornehmlich inwendig kühlende) Rast mit Blick aufs Meer & die großen Pötte! Das wärs!’ Aber: weit gefehlt! Ich gelange zwar zum Pazifik ... ... am Ende der sich an den Strand schmiegenden Straße zeigt sich allerdings die vertraute Silhouette von Casco Viejo (?). SHIT! Also muß der ‘Causeway’ noch ein gutes Stück weiter westlich übers Meer schweben. Ich folge der Uferstraße bis zu einem kleinen Fischmarkt: Zwei Auktions- & Lagerhäuser - ein Essens- & Getränkestand - am Strand eine Reihe kleiner Fischerboote. Der Marktflecken wird von einigen Dutzend Fischern, etwa ebensovielen Geiern (?) & einer Handvoll Pelikanen bevölkert ... ... & mir kommt nicht einmal für den BRUCHTEIL einer Sekunde in den Sinn, daß ich mich hier eventuell in einer gefährlichen Gegend aufhalte !!! Ich plaziere meinen Rucksack auf den Rumpf eines umgedrehten Fischerbootes & schieße ein paar Aufnahmen (für die immer wieder gern geöffnete Schublade) ‘Pelikane unter Geiern’.
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IRGENDWANN ... ... ruft mir aus etwa zwanzig Metern Entfernung ein älterer Fischer (mit funkelnden Augen & bösem Gesichtsausdruck) etwas zu. Ich verstehe zwar kein einziges seiner Worte, vermute aber, daß ihn meine Anwesenheit stört ... ... was mich wiederum überhaupt nicht stört! Gerade mache ich mir ein paar Notizen zu den eben geschossenen Fotos ... ... als plötzlich ein junger ‘Local’ neben mich tritt & mich fragt, wo ich hingehe. Ich antworte (kaum meinen Blick vom Notizblock hebend): ‘Nach Casco Viejo’ ... & deute mit einem Kopfnicken die Küstenstraße entlang. Hm - das nächste, woran ich mich erinnere, ist der Anblick eines langen, blinkenden Messers in seiner rechten Hand, das er aus einer Entfernung von zwanzig Zentimetern auf meinen Bauch richtet ... ... während er gleichzeitig (kurz & knapp) hervorpreßt: ‘Okay - Give Me Money - NOW!’ Mein Herz macht spürbar einen Satz & der Atem schaltet augenblicklich in einen höheren Gang. Einigermaßen überrascht stelle ich fest, daß ich instinktiv ‘auf COOL mache’: Ich bedeute ihm mit einer beschwichtigenden Handbewegung ruhig zu bleiben, packe meine Kamera weg & verschließe den Fotorucksack, in dessen Innentasche sich neben meinen Papieren, Flugtickets & Travellerschecks immerhin auch 400 Cash-Dollar befinden. DANN ERST ... ... nehme ich das Portemonnaie aus meiner Gesäßtasche & stelle (während ich es öffne) fest: ‘Scheiße! Heute Morgen habe ich einen 50-Dollar-Schein eingesteckt, um meine Hotelrechnung zu bezahlen & ... ... die Idioten konnten nicht wechseln!’ Naja - was bleibt mir übrig? Ich reiche ihm die wie frisch gedruckt aussehende, unzerknitterte Banknote. Denn sein energischer Gesichtsausdruck macht mir (in Tateinheit mit dem ‘drohenden Messer’) UNMISSVERSTÄNDLICH KLAR, daß JETZT NICHT der Zeitpunkt für kleinkariertes Feilschen ist. Er stopft den Geldschein in seine Hosentasche, läßt dann das Messer sinken & verschwindet schnellen (aber keineswegs überhasteten) Schrittes. Ich bemerke, daß uns ein paar Männer (gleichermassen sprachlos wie gleichgültig) anstarren, bemühe mich, einen gefaßten Eindruck zu machen & strebe an ihnen vorbei zurück auf die Straße nach Casco Viejo. Einem der ‘Zeugen’ raune ich noch zu: ‘Und? Habt ihr alles mitgekriegt?’ ... ... aber das ist nur ein sinnloser Ausdruck meiner puren Hilflosigkeit. Vermutlich denken eh alle: JAHRELANG hat die ‘erste’ die ‘dritte’ Welt ausgeraubt! JETZT geht’s halt mal andersrum! ... ... & sieht man mal von meiner momentanen, schuldlosen (?) Involviertheit in diesen uralten Konflikt ab ... äh ... dann kann ich sie ja auch irgendwie verstehen !!! Obwohl: es ist schon EIN ECHTES SCHEISS-GEFÜHL, wenn jemand mit gezücktem, blankem Messer vor Dich hintritt & Dir dabei diesen zu ALLEM entschlossenen Gesichtsausdruck zeigt! Hm - was soll’s ... ... IEGENDWANN mußte es einfach passieren: Zum einen habe ich in den zurückliegenden acht Wochen SO VIELE Stories mit ähnlichem (oder schlimmerem!) Inhalt hören müssen, daß ich schon galgenhumorig befürchtete, die ‘armed Robber’ hätten was gegen mich ... ... & zum anderen habe ich mich heute doch verdammt leichtsinnig verhalten! DIE LEHREN: - SELBST BEI TAGESLICHT sollte ich Gegenden meiden, ‘in denen ich nichts verloren habe’ ... & geradezu wie ein Eindringling wirken MUSS! - und falls ich TROTZDEM in eine solche Gegend gerate, dann sollte ich durchaus auch einmal in Betracht ziehen ... vielleicht ... eventuell ... doch mal ein Taxi zu besteigen (hm, auch wenn das mit meinem Backpacker-Ehrgefühl kollidiert: mit Prinzipien alleine kommt man auch nicht weiter ... siehe ‘Flug nach Bogota’, gell?). Was mich jedoch WIRKLICH ÄRGERT ist, daß sich so viel Geld in meiner Geldbörse befand ... & das aus reiner Nachlässigkeit! HÄTTE ich (wie während der letzten Tage bewusst praktiziert) 10 oder maximal 20 Dollar in meiner Geldbörse gehabt, wäre der ‘Räuber’ ebenfalls zufrieden gewesen. ALSO - NOCH ‘NE LEHRE: In Zukunft werde ich morgens, VOR Verlassen des Hotelzimmers konsequent & ‘überfall-gerecht’ mein Portemonnaie ‘bestücken’ - um den potentiellen Schaden wenigstens so gering wie möglich zu halten (wenn solche Überfälle schon nicht auszuschließen sind) ... Übrigens benötige ich nach dem Überfall noch eine gute Stunde, um durch verwirrendes Straßen- & Menschengewimmel zur ‘sicheren Avenida Central’ (in Santa Ana) zurückzufinden ... ... die allerdings laut LonelyPlanet & ‘US-Henry’ (siehe Montag Nachmittag) gar nicht SO SAFE sein soll! Währenddessen vermute ich hinter jedem, mir von Einheimischen erwiesenen freundlichen Lächeln einen professionell-abschätzenden ‘Pre-Robbery-Look’ (‘Na? Wieviel wird mir dieser goldige Touri-Esel wohl einbringen?’). Ich fühle mich ÄUSSERST UNWOHL ... ... bin mehr als froh, als ich (endlich) Santa Ana erreiche & kurz darauf mein aufgewühltes, heißlaufendes Gemüt(chen) im sicheren Hotelzimmer (doppel-endlich!) mit einem GROSSEN Bier abkühlen darf. Es ist Ein Uhr Mittags & ich lese (um auf andere Gedanken zu kommen) ein sehr langes Kapitel ‘Glenn Gould’. Vorher nehme ich allerdings eine zumindest ebenso lange ‘Take-This-Shit-Away-From-Me’-Dusche! Gegen Drei Uhr mache ich mir klar, daß ich etwas unternehmen MUSS. Schließlich kann ich mich jetzt nicht bis zu meinem Abflug nach Kolumbien (& DANN ...?) ängstlich im Hotel verkriechen. ALSO ... ... raus auf die Straße & (Mutprobe!) durch Santa Ana sowie Caledonia (laut LP: ‘A VERY Dangerous Quarter!’) zur Bahia de Panama: Das Wetter verhöhnt mich noch immer (es ist ein wunderschöner, sonniger Samstagnachmittag) & ich mache ein paar Tele-Shots vom ‘Monumento Balboa’, das sich in einem kleinen, begrünten Park unmittelbar am Strand befindet.

Von dort aus schlendere ich (weiter dem Strand folgend) zum nahen ‘Yacht- & Fischerei-Club Panama-City’. In dessen schickem AC-Restaurant reagiere ich mich (bei einer leckeren Tasse Kaffee: ‘Diagonal im Wok gedünstet, Helge!’) an meinem einzigen mir verbliebenen Freund, meinem Tagebuch ab: That’s what Friends are For! Im Fernseher wird derweil die panamaische Version von ‘MTV’ geboten ... ... & ich schaue mir (heutzutage, im Zeitalter des Videoclips, wird Musik ja ‘geschaut’) ein paar gutgemachte Nummern mir völlig unbekannter Bands an. Anschließend raumgreifender & ‘den Kopf leerblasender’ Spaziergang entlang der ‘Avenidas Cuba y Peru’ ...
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... zurück nach Santa Ana. Kauf meiner üblichen ‘Abend-Dröhnung im Mercado umme Ecke’. Im Hotelzimmer Tagebuch sowie ‘Glenn-Gould’-Lesung. Hm ... ... EIGENTLICH könnte der heutige Tagebucheintrag hiermit enden - aber: Weit gefehlt, denn DAS BESTE kommt ja noch! Gegen Neun Uhr begebe ich mich ein Stockwerk tiefer, in den Fernsehraum meines Hotels, wo (vom nationalen Fernsehkanal) eine US-amerikanische Box-Veranstaltung übertragen wird! Der erste Kampf (zwischen einem Mexikaner & einem ‘Gringo’) ist ziemlich langweilig ... äh ... weil auf hohem Niveau: Der Mexikaner beherrscht den US-Boxer sieben Runden lang & wird dann (gleichermaßen überraschend wie unbefriedigend) durch einen einzigen, gezielten Nieren-Treffer des Yanks in die Knie gezwungen. Der zweite Kampf des Abends ist dann jedoch der unübertreffliche Höhepunkt der Veranstaltung ( ... des Abends? ... des gesamten Tages? ‘Wohl kaum!’): Ein riesiger, gut 2,10 Meter lichte Höhe messender, ‘raben’-schwarzer US-Boxer mit dem treffenden Namen WHITE ... ... tritt gegen einen untersetzten, weißen (& ebenfalls US-amerikanischen) Boxer an, der breiter als hoch ist, mindestens 385 Pfund Lebendgewicht auf die Waage bringt & dessen perfekt rasierte Glatze die schmalste Partie seines gesamten Körpers ist (Nicht einmal F.J.S., der grosse bayerische Vorsitzende, hatte einen SOLCHEN Stiernacken!). Er führt den (ebenfalls äußerst treffenden!) Künstlernamen BUTTERBEAN - frei übersetzt also etwa: ‘Prinzeßböhnchen’. Eine wüste & unkontrollierte Keilerei beginnt, die meine mitschauenden ‘Local Box-Fans’ zu hellen Begeisterungsstürmen & schallendem Gelächter veranlaßt. Der ‘Goliath’ wirkt mit seinen vorgetragenen ‘Windflügel-Dreschern’ derart ungelenk, daß man befürchten muß, er wird (über kurz oder lang) durch die eigenen, unbändigen Fliehkräfte final zu Boden geschickt. Der ‘stiernackige Büffel’ hingegen scheint sich überhaupt nicht um die Schläge seines Gegners zu kümmern. Er marschiert stoisch nach vorne & ... ... landet schließlich im Verlaufe einer ‘aus dem Nichts’ hervorgezauberten & in eben dies (nämlich: ‘ins Nichts’) führenden (etwa) Zehnerkombination EINEN (!) ... ... DEN ‘LUCKY PUNCH’ (O-Ton W.S.). Fast hat es den Anschein, daß der ‘Riese’ nicht wegen seines offensichtlichen ‘Glaskinns’, sondern aus purer Ehrfurcht auf die Knie fällt. Naja - wegen der umgeschnallten Box-Handschuhe kann man es zwar nicht eindeutig erkennen. ABER: Ich MEINE beobachtet zu haben, daß seine sich zittrig verkrampfenden Hände deutliche Merkmale des ‘Falt-Versuchs’ zeigen ... Nach diesem ... äh ... ‘Boxkampf’ kann nichts mehr kommen ... ... & so ziehe ich mich (äh ... irgendwie) tief beeindruckt in mein Zimmer zurück! Duschen (nur wegen des Erfrischungseffektes: die Luft ist aufgeheizt & selbst am Abend noch enorm schweißtreibend) - ein für heute letztes Kapitel ‘G.G.’ ... ... dann schlummere ich zu den Salsa-Rhythmen der ‘Cantina Enfrente’ (irgendwann ‘After Midnight’) ein. Hm - mir scheint, daß ich das heutige ‘Horror-Erlebnis’ erstaunlich gut weggesteckt habe (an-, aber nicht ausgeknockt!). Trotzdem - oder besser: genau deshalb werde ich wohl aufpassen müssen, es nicht als Lappalie abzutun! Denn ... ... wie Du mit Recht sagtest (bzw. ‘schrieptest’), Wollie: ‘Nevertheless: WATCH OUT!’ ...
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... Schon im ersten, bewußt erlebten Moment des Tages (im Aufwachen) macht mir mein ‘armer, schwarzer Krater’-Zahn klar ... ... daß er nicht gewillt ist tatenlos zuzusehen, wenn ich ihm meine Aufmerksamkeit entziehe (& mich um Sekundär-Probleme kümmere!). Ich versuche dies zu ignorieren, lasse mir nach dem Aufstehen Zeit, mache ein paar Rumpfbeugen (& verwandte Leibesübungen a la ‘T.V.J.’: Ich muß auf meine körperliche Fitness achten ... ... obwohl: neue ‘Nahkampf-Techniken’ wären vermutlich sinnvoller!) & marschiere dann (aufrechten Ganges & ‘jedem potentiellen Feind ins Schwarze seines Killer-Auges blickend’) zur ‘Plaza de Cinco Mayo’: LOOKIN’ FOR TROUBLE & ... Breakfast! Die meisten Geschäfte & ALLE Restaurants (ausser ‘BurgerKing & McD.’) sind am Sonntag Morgen geschlossen. Das einzige Leben auf der sonst so geschäftigen Avenida Central rührt von der Unmenge, am Straßenrand hinter ihren Klapptischen hockenden Losverkäufer! Übrigens: Habe ich schon erwähnt, daß es doch, trotz des gescheiterten Versuchs im 19. Jahrhundert (noch und/oder wieder) eine ‘Union der Vereinigten mittel-amerikanischen Staaten’ gibt? Sie konstituiert sich allerdings weniger durch von Macht-Eliten aufoktroyierte politische Bündnisse, als durch ein zutiefst basis-demokratisches Votum der Bevölkerung. Keine ‘offizielle Volksabstimmung’ ... ... eher eine Wahl, bei der täglich neu ‘mit den Füßen’ abgestimmt wird. Es handelt sich hierbei um drei Hobbies / Eigenarten / Sonderheiten, die über die Staatsgrenzen hinweg in allen Ländern gleichermaßen ausgiebig gepflegt werden (& vermutlich nur mit einem speziellen ‘Latino-Gen’ erklärbar sind): - Das Thema ‘Zapaterias’ (die centro-amerikanische ‘Schuh-Geilheit’, die meiner Meinung nach eindeutig dem Bizarr-Sex-Bereich ‘erotischer Fetischismus’ zugeordnet werden muß) habe ich an anderer Stelle schon ausreichend gewürdigt ... - Das nächste ‘Einigungs-Merkmal’ stellen die ‘Farmacias’ dar, die selbst in der Provinz in für Mitteleuropäer unvorstellbarer Anzahl anzutreffen sind. In jeder Kleinstadt existieren Unmengen ‘24-Hour-Drugstores’ & ... ... nie war die wörtliche Übersetzung dieses englischen Terminus in die deutsche Sprache aufschlußreicher! Denn hier kann selbst ein Kleinkind Medikamente erstehen, die in Deutschland nicht nur rezeptpflichtig wären, sondern deren bloßer Besitz eine Verletzung des ‘Betäubungsmittel-Gesetzes’, der ‘Bestimmungen zum Umgang mit besonders gesundheits-schädlichen Gefahrengütern’ und/oder des ‘Außenwirtschafts-Gesetzes’ darstellen würde. Kurz: die Region ist DAS SCHLARAFFENLAND für alle dem exzessiven Tablettenkonsum verfallenen ‘Pillen-Junkies’ ... - Und das dritte ‘Charakteristikum Latino-Americano’ sind die ‘Loterias’. Seit Mexiko begleiten mich Myriaden von Losverkäufern für staatliche, private, gemeinnützige, egoistische, eindeutig sinnlose, unzweideutig verbrecherische, süchtig-machende, seligkeit-versprechende & ‘was-sonst-noch-alles-für’-Zwecke ... ... & das Erstaunlichste ist: Alle Lose gehen weg wie ‘Tortillas Caliente’! Ich vermute, daß hinter diesem ‘Wunder’ eine starke Korrelation der Los-Nachfrager zur in diesen Breiten vorherrschenden ... äh ... ‘Staatsreligion’ steckt: Naja - man muß halt dran GLAUBEN! Apropos: ‘El Papa’ hat seinen fürs nächste Frühjahr angekündigten Besuch Tegucigalpas abgesagt ... & nicht nur Honduras, nein: SÄMTLICHE angrenzenden Staaten trauern tränenreich! Auch fällt am heutigen (geschäfts-beruhigten) Sonntag die große Anzahl umherwandernder Bettler, Obdachloser & sonstiger ‘Handicapped’ auf: Sie durchwühlen die Mülltonnen nach Eßbarem - sprechen die wenigen Touris (also: vornehmlich mich!) auf ‘Moneda’ oder einen ‘Cafe Libre’ an - kauern auf den wenigen Parkbänken oder in Hauseingängen - sind (wenn sie älteren Jahrgangs & männlich sind) meist in einfache, weite Ponchos gehüllt - laufen (wenn jugendlichen Alters) in zerfetzten Hosen & schlabbrigen T-Shirts sowie mit agressivem, teils bösem (?) Funkeln in den Augen ruhelos die Straße hinauf & hinunter. Mir fällt ein junger Mann auf, der sich mit dem rechten Arm auf eine abgewetzte Krücke stützt, in der linken Hand das eindeutige Handwerkszeug des Schuhputzers trägt (nämlich: Holzbänkchen & Lappen) & mit ‘ruckartig-epilleptischen Ganzkörper-Bewegungen’ die Straße herunter-’zuckelt’: Was mag in seinem Kopf vorgehen? Wieviel Verzweiflung mag ihn plagen, daß er, in ‘seinem Zustand’ einer Arbeit nachgeht (besser als Betteln ...)? Was mögen seine Kunden denken, wenn sie (vermutlich endlos lang) ausharren müssen, bis er ‘seinen Job’ an ihnen verrichtet hat? WIE GUT ist da doch unser bundesdeutsches Sozialnetz ... ‘Naja - wohl eher: wie eigeninitiativ-hemmend!’, höre ich Pfarrer Hintze (von der CDU) mit gefühlskaltem Grinsen laut bedauern. Schon seit einiger Zeit sind mir ‘diese traurigen Gestalten’ nicht mehr sonderlich aufgefallen. Gewöhnt man sich wirklich so schnell ... an ALLES ... ?
 
Unmittelbar am Busbahnhof residiert eine riesige Open-Air-Cafeteria. Ich zwänge mich auf einen viel zu hohen & viel zu engen Barhocker (‘School-Bus’-Feeling): ‘Veg’-Omelette, Brot & guter Kaffee. Lektüre der hiesigen ‘La Prensa’. Übrigens ... ... steckt hinter der ‘Be-Namsung’ so auffallend vieler mittelamerikanischer Zeitungen mit ‘La Prensa’ (die Presse) ein feinsinniger, psychologischer Trick: Immer wieder können diese Zeitungen in ihre Berichterstattung einfließen lassen (& sie machen ausreichend Gebrauch von dieser Möglichkeit), daß ‘Politiker X’ in einem Interview der ‘Prensa’ mitteilte ... ... & gaukeln damit dem unbedarften Leser vor, daß diese Zeitung ABER NUN WIRKLICH ÜBERALL ihre Reporter (‘vor Ort!’) hat & NUN ABER WIRKLICH an JEDEN Politiker herankommt ( ... Irgendwie clever! Woll, Herr Möllemann?). Apropos ‘Möllemänner’: Im erstaunlich umfangreichen ‘El-Mundo’-Teil der Zeitung wird über das scheinbar irreparabel verkorkste Verhältnis zwischen Deutschland und Iran berichtet. Teheran wirft Bonn Halsstarrigkeit seiner Behörden im ‘Mykonos-Prozeß’ vor. Daraufhin soll Kinkel seine ‘Politik des kritischen Dialogs’ für beendet erklärt haben. Dadurch hat er sich nicht nur mit dem Iran, sondern auch mit seinen EU-Kollegen überworfen (von denen er bislang vergeblich Unterstützung & ein einheitliches Auftreten gegenüber den ‘urplötzlich ach-so-bösen Mullahs’ einfordert). ‘WIE? Sind denn alle Big Deals schon abgeschlossen & keine Folgeaufträge mehr zu erwarten, Herr Kinkel? Oder warum dieser unerwartete Meinungsumschwung? Und ist denn dieses Vorgehen auch mit den deutschen Arbeitgeberverbänden abgesprochen?’ Oder stehen vielleicht irgendwo in ‘Groß-Deutschland’ Landtagswahlen an & die ‘Partei mit den drei Punkten (für grenzenlose Blindheit)’ braucht mal wieder egal woher & egal mit was Profil? Hm - Fragen, Fragen, Fragen ... ... die mich aber eigentlich gar nicht interessieren (oder doch?). Ich besteige einen ‘Balboa’-Bus & lasse mich an der ‘Muelle (Pier) 18’ absetzen. Von hier aus startet die sonntägliche Fähre zur Isla Taboga, die etwa 20 Kilometer ‘off-shore Panama-City’ im pazifischen Ozean liegt. Sie trägt den Beinamen ‘Insel der Blumen’, ist ob ihrer extensiven Pelikan-Kolonien berühmt & laut ‘Lonely Planet’ ein Erlebnis ‘... not to be missed’ - also! Am Pier angekommen, erstehe ich ein Two-Way-Ticket für satte 7 (!) US-Dollar (was meinen Etat mal wieder erheblich ins Schleudern bringt - aber: ‘Ist der Ruf erst ruiniert ...’). Bis zum Ablegen der Fähre bleibt mir noch eine gute Stunde Zeit & ich gönne mir einen (weiteren) ‘black Eye-Opener’ im nahen & teuren Touri-Restaurant - dazu Zeitungslektüre. Mit leichter Verspätung beginnt dann eine ‘Seefahrt’, die sich im kaum welligen Pazifik (wirklich) als ‘lustig & schön’ erweist. Spektakuläre & sehr nahe Ausblicke auf die ‘amerikanische Brücke’ ...
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... sowie einige große Pötte (unter teils sehr exotischen Flaggen) an den anderen Piers, auf denen sich die Mannschaftsgrade die Sonntags-Freizeit mit Deck-Schrubben vertreiben. Unsere Seeroute verläuft zunächst parallel zur ‘Calzada’ (dessen Abschreiten ich mir nach dem gestrigen ‘Noon-Horror’ aus nachvollziehbaren Gründen geschenkt habe) - hinter dem Damm (am östlichen Ufer der Bahia) zeichnet sich die zwar malerische, andererseits jedoch sehr modernistisch wirkende Skyline von Panama Ciudad Nueva ab ...
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... unsere Fähre wird von einer zumindest zahlenmäßig recht starken ‘Air-Force’ eskortiert (vornehmlich Möwen, aber auch vereinzelte Kormorane & Pelikane). Während der letzten zehn ‘See-Kilometer’ passieren wir ein ums andere Mal, vor der Einfahrt in den Panamakanal ankernde Ozean-Riesen (die Inselkette scheinbar fortsetzend), die auf die Erlaubnis der panamaisch-amerikanischen Behörden warten, die 80 ‘Kanal’-Kilometer bis Colon angehen zu dürfen. Und schon nach einer guten (im doppelten Wortsinn) Boots-Stunde macht unsere Fähre am weit in die flache Bucht hineinreichenden Steg in Taboga fest. Die Touris (‘Locals’ & ‘Extranjeros’ sind in dieser Kategorie etwa zu gleichen Teilen vertreten) verteilen sich auf die beiden, nahegelegenen Hauptattraktionen der Isla: den dichtbevölkerten Sandstrand einerseits sowie zum anderen mehrere kleine & überfüllte Strandbars ... ... während ich (& eine Handvoll Gleichgesinnter) den Trubel in Richtung Taboga-Village fliehe. HIER ... einige atmosphärische Fotos: von - einem kleinen, bunten & blumengeschmückten Altar zu Ehren des ‘Senor de los Milagros de Buga’, - einer zwar unscheinbaren, aber geschichts-trächtigen Inselkirche (sie soll die zweitälteste ‘Iglesia Espanol’ im gesamten mittelamerikanischen Raum sein), - einem Straßenschild mit der Aufschrift ‘Calle Francisco Pizarro’.
 
Letzteres übrigens ein Ausdruck der ‘besonders innigen Liebe zwischen Pizarro & Taboga’: Der brutalste aller spanischen Conquistadores startete von hier aus im Jahre 1524 seine Eroberung Perus ... ... & über Taboga, den ‘natürlichen’ Hafen Panamas (wegen der immensen Gezeiten-Unterschiede des Pazifiks konnten die großen Korvetten nicht in Panama-City andocken) wurden in der Folgezeit die zusammengeraubten Goldschätze Südamerikas nach Spanien verladen & verschifft. Am östlichen Ortsausgang weist mir ein Hinweisschild den (einfachen Schotter-) Weg zur südöstlichen Seite der Isla ... ... & zu den Pelikanen! Ich spüre augenblicklich, daß ich mich in einem Dilemma befinde (hm, der gestrige Tag scheint doch nicht SO spurlos an mir vorübergegangen zu sein): Der Pfad führt durch ein einsames Waldgebiet! Mein bisheriger Hang, gerade solche Erlebnisse zu suchen (Alleinsein & Wandern in / durch unberührte/r Natur) birgt jedoch größte Risiken, Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls zu werden !? Ich marschiere (grübelnd zwar, aber doch) ... weiter: Schließlich kann man Ängste nur überwinden, wenn man sich ihnen bewußt (& kontrolliert?) aussetzt - oder? Nach einer halben Wanderstunde sind diese Gedanken jedoch wie weggeblasen. Mein Blick schweift über die zerklüftete Südseite der Insel, die (bewaldet & unbegehbar steil) zum Meer hin abfällt. Aber selbst in dieser, so wohltuend unzivilisiert belassenen Natur (weit & breit weder Haus noch Mensch!) finden sich natürlich die ‘Schandflecken lateinamerikanischer Zivilisation’:
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Krebsgeschwüren vergleichbar sich vorwärts-fressende Müllhalden sowie das dazugehörige Bewachungspersonal (Keine Feier ohne Geier!). Hm - für mich (muß ich es wirklich noch erwähnen?) immer wieder neu ... ... UN-BE-LIE-VA-BLE! Schließlich verläuft (sich) der Trampelpfad im Dickicht. Ich schlage mich noch weitere 200 Meter durch das mit reichlich Fallen gespickte Grün (allerdings keine Schlangen - naja, wenigstens ist mir keine zu Gesicht gekommen!) ... ... bis ich ein Plateau oberhalb eines Felsvorsprungs erreiche, der steil & schwindelerregend senkrecht (etwa 100 Höhenmeter) zur wild schäumenden Meeresbrandung hinabstürzt: Have A Break! Rauchen sowie einige ‘Nature-&-Animal-Shots’.
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Die Pelikane erinnern in ihrem Flugverhalten stark an ‘Skispringer auf der Ganz Großen Schanze (allerdings weniger Dieter Thoma als ‘Eddy the Eagle’). Vor allem die ‘Korrektur der Bretter während des Fluges zum Ausgleich heftiger Windböen’ ... ... hat etwas ungewollt Komisches & (für mich) ungemein Kurzweiliges! TIEF DURCHATMEN! Ich fühle mich sehr gut ... ... & ‘betrüge die (böse) Welt (da draußen) für eine erholsame Stunde (um mich)! Die Sonne knallt unbarmherzig vom wolkenlosen ‘Lichtblau’ hernieder (apropos: ‘Hans, nimmst Du denn auch fleißig die ‘Zweite Heimat’ für mich auf?’). Während des Rückmarsches zur Bucht lege ich die wenigen baumlosen (& damit sonnigen) Passagen rennend zurück ... ... um möglichst schnell wieder in den (allerdings nur unwesentlich kühleren) Schatten eintauchen zu können. Tja - & DAMIT ... sind die wenigen Highlights des Tages auch schon ‘Historia’! Ich gönne mir zwei Tassen Kaffee auf der gemütlichen ‘Holz-Stelzen-Terrasse’ des strandnahen Hotel Chu. Währenddessen läßt die Dorfjugend (in der Bar unmittelbar unter der Terrasse) ‘eine Sonntagskuh nach der anderen fliegen’ & grölt die aktuellen Salsa-Hits mit ... ... zwar eine einmal gewählte (& für richtig befundene?) Tonhöhe nie verlassend, die vertrackten rhythmischen Phrasierungen aber in Form eines individuellen ‘One-Note-Salsa’ erstaunlich exakt wiedergebend. Ortswechsel in eine Open-Air-Bar am Pier (mit Blick auf meine Fähre, die um Halb Sechs Uhr den Naturhafen Richtung Panama-City verlassen wird) - obwohl: Bis dahin bleibt mir noch viel Zeit! Kurzweiliger Plausch mit einem jungen Schweizer (der seit drei Monaten Mittelamerika durchstreift & morgen Früh nach Bogota fliegt) sowie einem ‘nicht mehr ganz so jungen belgischen Seebären’, der sich in seiner Heimat seine eigene 10-Meter-Yacht gebaut hat & seit mittlerweile sieben Jahren die ‘Sieben (Welt-) Meere’ unsicher macht: Den Atlantik hat er bereits als Allein-Segler überquert. Momentan überholt er seine Jolle (unter anderem durch temporeiches Kreuzen über die extrem seichten Sandpassagen vor der Isla, um derart den flachen Schiffsrumpf von Muscheln & sonstigen Fremdkörpern zu reinigen ...). Anschließend will er die Pazifikküste runter mit der ‘Final Destination: Islas Galapagos’. Das Gespräch ist derart interessant & ... äh ... ‘bierselig’, daß ich darüber (natürlich!) mein Schiff nach Panama-City verpasse! Naja ... ... dieses läßt allerdings auch nur ein einziges Mal sein Nebelhorn ertönen & legt dann (quasi gleichzeitig) ab: SHIT! Obwohl - SO schlimm ist es auch wieder nicht. Denn eine halbe Stunde später ‘sticht’ eine weitere Fähre einer anderen Company ‘in See’ ... ... die allerdings mein ‘Return-Ticket’ nicht akzeptiert - sprich: Ich muß weitere drei Dollar für die Überfahrt zahlen. ‘Jaja - wer nicht hören will (das Nebelhorn?), der ...’ Also geht’s heute (zur Strafe) mal wieder ‘ohne was Warmes’ (& barfuß!) ins Bett. Gegen Halb Acht Uhr erreichen wir den Hafen in Balboa. Anläßlich der finalen Durchfahrt unter der ‘Puente de las Americas’ hindurch, schieße ich mit licht-empfindlichem Filmmaterial ein paar Fotos von einem den Kanal Richtung Pazifik verlassenden ‘Riesenpott’ in der Abenddämmerung. WOW ... ... auf DIESE Bilder bin ich echt mal gespannt!
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Naja ... In der Altstadt Einkauf von Brot & Bier fürs Hotelzimmer - ebenda (auf dem Bett liegend) strecke ich kurze Zeit später meine Beine gaaanz laaang aus: Duschen - Essen - Rauchen - Lesen - Trinken ... usw. Und ausgesprochen FRÜH ... ... erkläre ich dann schließlich den Tag für beendet! (obwohl ich die wütend-kläffende ‘Streuner’-Hundemeute auf der ‘Plaza Herrera’ - unmittelbar unter meinem weit geöffneten Fenster - noch LANGE höre) ...
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