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Buch   LatAm 09      I

COSTA RICA - FAST FORWARD !
ODER: IN COSTA RICA -
DIE BEIDEN UNTERSCHIEDLICHEN SEITEN
DER
GLEICHEN (REISE-) MEDAILLE !

... Fortuna San Carlos & Wanderung um den Volcán Arenal ... weiter
nach San José (Costa Rica) ... sowie David & Panama-City (Panama):

Karte-Story-LA-09

Donnerstag, 03. April bis Montag, 07. April 1997

Um Acht Uhr verläßt der erste (& einzige) Morgenbus Richtung Tilaran die Stadt.
Daher ...
... um Halb Sieben Uhr raus - Duschen & MT - anschließend marschiere ich in den Ort (mein Guest-House befindet sich etwa zwei Kilometer westlich des Stadtzentrums von Fortuna San Carlos) & teste den ‘Schicki-Micki-Laden’.
Naja - was bleibt mir sonst auch übrig:
Kein ‘Local’ ist so früh unterwegs (jedenfalls nicht in Restaurants oder Cafés) & daher ist um diese frühe Zeit auch nichts geöffnet ...
... außer einer ‘drei-fingrigen Handvoll Touri-Futterkrippen’.
Pancakes & Cafe Negro - dazu eine Postkarte an ‘meine REWE-Mädels’ (die ich anschließend umgehend zur Post bringe ... äh, also: die Karte!).
Mir bleibt noch eine Viertelstunde bis zur Abfahrt des Busses & ich nehme lesend am Straßenrand Platz. In dem Moment, da der Bus am fernen, östlichen Ortseingang erscheint ...
... stößt der Arenal (den ich keine Sekunde aus meinem entfernteren Blickfeld lasse) zum erstenmal am heutigen Tage mit lautem Getöse eine weithin sichtbare Dampfwolke aus. Ich schaffe gerade noch zwei schnelle Fotos ...

LA0522-FortunaSanCarlosVulkanArenal+Highway02LA0524-FortunaSanCarlosVulkanArenalPustend

... dann muß ich auch schon in den anfahrenden Bus springen.
SHIT! ...
... denke ich - nicht ahnend, WIEVIELE weitere Gelegenheiten sich mir heute noch bieten werden, den ‘ViA’ (Volcano in Action) abzulichten.
Ich lasse mich zum Balneario Tabacon (den heißen Thermalquellen) chauffieren. Hier steige ich aus & nehme die weitere Gestaltung meines Vormittagsprogramms in die eigenen Hände (wobei es allerdings eher auf meine Füße ankommt):
Ursprünglich hatte ich vor, von hier aus die etwa zwölf Kilometer bis Fortuna San Carlos (um den Vulkan herum) zurück zu marschieren. Während der morgendlichen Busfahrt konnte ich mich aber davon überzeugen, daß Flora & Fauna entlang dieses Straßenabschnitts sterbens-langweilig sind ...
... & so schlage ich spontan die entgegengesetzte Richtung ein:
Bis zum Ostufer des Lago Arenal sind es acht Kilometer. Und dort muß ich halt mein Glück ‘per Anhalter (durch die Galaxis Costa Ricas)’ versuchen ... oder auf den ‘Drei-Uhr-Bus’ von Tilaran nach San Carlos warten.
Dann allerdings wäre der letzte Bus des Tages nach San José weg. Aber darüber will ich mir jetzt (noch) keine Gedanken machen (müssen) ...
A Ver!
Zunächst einmal schieße ich einige ‘VERY CLOSE Volcano Shots’ von der aktiven Westseite des Arenal, die gänzlich unbewaldet ist & (deutlich erkennbar) mit erkaltetem Lavagestein überzogen ist.

LA0527-NaheFortunaSanCarlosVulkanArenalImGrünenLA0529-NaheFortunaSanCarlosVulkanArenalWestseite

Gerade als ich mich auf die, keine ‘Volcano-Spots’ (mehr) zulassende Dschungel-Wanderung begeben will ...
... erfolgt die nächste, lautstarke Vulkan-Eruption:
Und DIE hört sich schon VERDAMMT BEEINDRUCKEND an!
Im Laufe des Vormittags ereignen sich übrigens noch fünf oder sechs weitere ‘Ausbrüche’. Jedesmal klingt es so, als wäre DAS jetzt ‘der ganz große Knall’ ...
... wie damals (im Jahre 1968), als die durch eine große Explosion ausgelösten Lavaströme nicht nur weite Teile des Umlandes unter sich begruben, sondern auch einige Dutzend Menschenleben forderten.
Ich beginne meine Dschungel-Wanderung & marschiere zunächst einige kleinere Hügel hinauf & wieder hinunter - bis ich an einem Rastplatz (nahe eines kleinen Flusses) ankomme & ein ohrenbetäubendes Gebrüll vernehme:
‘Howler Monkeys’ - oder spanisch: ‘Mono Congo’ - im ‘Ganz Großen Brehm’ vermutlich als ‘Der Gemeine Brüll-Affe’ ausgewiesen ...
... die gleiche Affen-Spezies, die ich schon auf der Isla de Ometepe (in Nicaragua) gesehen habe.
Heute SEHE ich ‘meine (ziemlich direkten!) Vorfahren’ zwar nicht, darf mich aber bei einem (mit ‘Van & local Guide’) anrauschenden US-Ami-Pärchen ihrer realen Anwesenheit versichern ... denn diese wollen gestern Abend AN GENAU DIESER STELLE ‘A Whole Bunch Of Them’ in den Baumriesen gesehen haben.
Auf dem ‘vertraglich fixierten Besichtigungsprogramm des Gringo-Couples’ stehen heute übrigens ‘Toucans’. Doch die ‘Riesen-Schnäbler’ lassen sich nicht blicken. Auch wenn der Guide zweimal ins entfernte Dickicht weist & behauptet ...
Aber das ist schließlich sein Job!
Also: wenigstens so zu tun, als ob ...
ICH bin NICHT enttäuscht - setze meine Wanderung (alleine!) fort & ... genieße die typischen ‘New-York-Häuserschluchten’-Perspektiven (obschon nach einer guten Stunde meine Nackenmuskulatur vom steten Absuchen der in schwindelerregender Höhe sich befindenden Baumkronen SCHON ARG zu schmerzen beginnt!).
Ich lasse mich faszinieren von ...
... riesigen & farbenprächtigen Schmetterlingen,
... einer kleinen & flinken, kolibri-ähnlichen Vogelart, die in den metallic-leuchtenden ‘Lack-Varianten’  Rot, Blau & Gelb existiert (wobei deren Flügel & Schwanzfedern jeweils in farb-kontrastierendem Schwarz ‘nicht-erstrahlen’) ...
... sowie den un-GLAUB-lichen (& unglaublich LAUTEN!), zu einem homogenen Urwald-Klangteppich verschmelzenden Geräuschen der Inseketen-Myriaden, von denen es in Costa Rica 35.000 (wohlgemerkt: verschiedene!) geben soll.
Mehr als einmal bedauere ich LAUT ...
... daß sich Geräusche nicht auf Zelluloid bannen lassen! Aber selbst der bloße (& vermeintlich unspektakuläre) Urwald bietet ein spektakuläres Bild:
... in mehreren Schichten, bis zu einer Höhe von mehr als 50 Metern reichende & übereinander zu wachsen scheinende Laub- & Nadelbäume,
... riesige Fächer & Wedel schwingende Baumexoten,
... Schling- & Kletterpflanzen, die bei ihren akrobatischen Turnübungen keinen Zentimeter Dschungel aussparen,
... Farne, Flechten & Moose, deren Aufgabe es zu sein scheint, selbst die kleinste Farb-Abweichung (in Waldboden-Nähe) mit dem letzten Zipfelchen ihres maß-geschneiderten ‘grünen Mantels’ zu überziehen,
... agaven-förmige Schmarotzer auf den zum Nährboden der Folge-Generation sich entwickelnden (sprich: dahinmodernden & -faulenden), umgestürzten Baum-Stämmen & -Ästen,
... in sämtlichen Farben des Regenbogens schillernde & alle erdenklichen Form-Mutationen aufweisende Orchideen (sowie sonstige ‘Blüten-Treiber’)!
Das menschliche Auge (jedenfalls meines!) vermag die Vielfalt der sich schamlos der Verschwendungssucht hingebenden Natur nur sehr oberflächlich zu erfassen. Ein ums andere Mal begebe ich mich mit Hilfe des Teleobjektivs meiner Kamera (die Horizontalen & Senkrechten abfahrend) auf immer wieder neue Einblicke offenbarende, visuelle Entdeckungsreise.
Abgesehen von den wenigen, schattenlosen Geländepassagen (während derer mich die hochstehende Sonne gnadenlos zur Eile antreibt), komme ich nur sehr langsam voran. Zumal ich natürlich (auch) immer ein Auge auf den Vulkan richten muß (so er denn gerade mal wieder ‘visible’ ist)!

LA0530-NaheFortunaSanCarlosVulkanArenal

In einer dieser ‘Freiland’-Passagen weidet eine Rinderherde, der ich mich (trotz ‘Bullenhitze’) einfach nähern MUSS! DENN ...
... die Mitglieder dieser Großfamilie SCHEINEN nicht nur, sondern SIND WIRKLICH ‘die Fleisch gewordene Dummheit’:
Es reicht nicht, daß ... ER DA OBEN ... sie mit unproportional-langen, einem Dackel entliehenen ‘Schlapp-Ohren’ gestraft hat - NEIN!
Darüberhinaus starren ihre riesigen, wässrigen ‘Glubsch-Augen’ mit einem derart großen Unverständnis alles Neue (also auch mich!) an, daß es verdammt schwerfällt ihrem Blick standzuhalten! UND ...
... die Stoiker-Blicke werden immer bohrender & starrender, je näher man IHNEN (den ‘dümmsten Rindern der Welt’) aufs glatte, hellbraune Fell rückt. Allerdings wirken SIE (die Blicke) nie & zu keiner Zeit neugierig ...
... was ja auf eine wie-auch-immer-geartete Motivation für ihr Tun schließen ließe. DIESE (die Motivation) existiert aber ganz augenscheinlich nicht.
IRGENDWANN ...
... bin ich der Situation rein PHYSISCH nicht mehr gewachsen. Und ich marschiere in dem Wissen, daß diese bedauernswerten Kreaturen sich in einem früheren Leben etwas UNGEHEUERLICH SCHLIMMES haben zu Schulden kommen lassen müssen ...
... äh ... weiter. Nicht jedoch, ohne vorher ein paar (allerdings schmerzende!) Beweisfotos zu schießen.

LA0539-NaheFortunaSanCarlosRinderherdeLA0537-NaheFortunaSanCarlosRinderherde

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Die restlichen beiden Kilometer bis zum Erreichen des Lago Arenal sind dann noch einmal ein einziger Naturgenuß & ich gebe mich (treibend bis schwebend) der friedvollen Atmosphäre hin.
Hm - noch in dieser Stimmung gefangen (& wohl etwas unaufmerksam) ...
... nehme ich an der Uferböschung des Lagos Platz & zünde mir eine wohlverdiente Zigarette an. Und dann?
Ja - DANN & noch bevor ich den ‘Passivrauch’ meines ersten, tiefen Lungenzuges an die so scheinbar friedlich mich umgebende Atmosphäre abgeben kann ...
... durchfährt mich eine Eruption, welche die morgendlichen ‘Ausbrüche’ des Arenal locker in den Schatten stellt:
Mit traumwandlerischer Sicherheit habe ich das Zentrum eines gut-getarnten Ameisen-Staates zu meinem Rastplatz auserkoren!
Und während der nächsten halben Stunde gebe ich den beiden (in Sichtweite) in ihren Touri-Booten auf Kundschaft wartenden, interessiert dreinblickenden ‘einheimischen Seebären’ eine kostenlose Einführung in die selbst für mich bis dahin nicht für möglich gehaltene, immense Bandbreite der unterschiedlichen ‘Schritt-kombinationen professionellen deutschen Ausdruckstanzes’ (& ... während ich dies hier niederschreibe, beginnt’s von neuem zu jucken!).
JUCKE-FUCK!
Nachdem sich meine Aufregung ‘etwas’ gelegt hat, schieße ich ein paar Fotos am & vom See. Obwohl - die vom Ostufer aus einsehbaren Lagunen wollen mir bei weitem nicht so idyllisch erscheinen, wie die während der gestrigen Busfahrt ‘gespotteten’.

LA0545-NaheFortunaSanCarlosAtmoLagoArenal

Ich habe KEINE Ahnung, wie spät es ist ...?
Mit den letzten Vulkan-Fotos habe ich jedoch ‘so ziemlich alles im Kasten’, was ich mir von diesem Tagesausflug versprochen hatte. Naja - rotglühende & zähfließende Lava hatte ich NICHT WIRKLICH erwartet!
Also begebe ich mich auf den beschwerlichen Rückweg - meinen rechten Daumen von Zeit zu Zeit weit & waagerecht vor mich hin streckend. Die vorbeirauschenden Touris glotzen mich jedoch allesamt NOCH BLÖDER an, als die heute Morgen erlebten ‘dümmsten Rinder der Welt’ & ...
... rauschen vorbei.
Nach zwei Kilometern Fußmarsch hält ein Pick-Up (‘five Road-Worker on their Way to their Job’) & ich darf mir, auf der Ladefläche stehend, den Wind durch meine Haare ... äh ... fahren lassen.
Leider biegen die netten Locals etwa zwei Kilometer vor Erreichen des Balnearios von ‘meinem’ Weg ab. Und so muß ich weitere vier Kilometer auf meinen zunehmend schwieligen Fußballen zurücklegen ...
... bevor ER unerwartet & plötzlich da ist - DER (trotz des regelmäßigen ‘Vulkan-Gepuupse’) ABSOLUTE HÖHEPUNKT des Tages:
Eine nicht genau zu identifizierende ‘wilde Kreatur’ kreuzt (von rechts!) meinen Weg. Ein Säugetier - soviel ist gewiß! Hm - meinem nur flüchtigen ‘Augen-Blick’ bietet sich eine kuriose Mischung aus riesiger Bisamratte, gürtellosem (weil behaartem) Gürteltier & Wildkatze. UND ...
... ebenso plötzlich, wie er mein Blickfeld betrat, verschwindet der flinke Kerl (grußlos!) im Dickicht an der gegenüberliegenden Straßenseite.
Ich versuche zwar noch, den ziemlich kraftlos aussehenden, streunenden Köter, der mich während des letzten Kilometers begleitet hat, hinterher zu hetzen ...
... dieser aber WEIGERT sich!
Hm - entweder er ist ZU entkräftet,
... oder er versteht kein ‘Espanol a la Colonia’.
ODER ABER ... er hat einen anderen (& womöglich VERDAMMT TRIFTIGEN!) Grund, sich mit diesem Exoten nicht anzulegen !?
‘Höre ich da einen sensations-heischenden Ignoranten fragen, ob ich denn wenigstens ein Foto von der BESTIE gemacht habe?’ (hm - langanhaltendes & verständnisloses Kopfschütteln ...).
Wie bestellt bremst kurze Zeit später ein Einheimischer seinen PKW & gibt mir einen kosten-(& treppen-)losen ‘Lift’ nach Fortuna San Carlos. Er arbeitet als Ingenieur in Nuevo Arenal & ist nun auf dem Weg in seine Heimatstadt Ciudad Quesada (fünfzig Kilometer südöstlich des Vulkans).
Apropos ‘Vulkan’: Netter Plausch ...
... in dessen Verlauf mir ‘El Ingeniero’ erzählt, daß die Besteigung des Arenal seit dem letzten Jahr von den Behörden strengstens untersagt ist (‘Es Muy Peligroso!’).
DA NÄMLICH ... wurden zwei am westlichen Kraterrand stehende ‘Alpinisten’ von einer unerwartet heftigen Dampf- & Staubwolke erfaßt & ...
... ins Vulkan-Innere geschleudert !!!
Eigentlich ‘überflüssig’, zu erwähnen, daß die beiden nicht mehr ‘aufgetaucht’ sind (äh - weder in ‘Bruchstücken’ noch als ‘Grillkohle’) ...

LA0546-NaheFortunaSanCarlosVulkanArenal+Baumfächer

... TROTZ sofort eingeleiteter Suchaktion!
Kurz nach ‘High Noon’ erreiche ich meine Privat-Pension. Der Direkt-Bus in die Hauptstadt verläßt die ‘Parada EN la Ciudad’ um Viertel vor Ein Uhr - also:
Neuer Rekord im ‘Schnell-Packen’!
Nach der herzlichen Verabschiedung von meinen (etwas traurig, keinesfalls aber ... äh ... ‘dumm’ dreinblickenden) Gastgebern, sprinte ich in die Stadt. Letztlich bleibt mir sogar noch Zeit für ein ‘schnelles (& ... doppelt ‘guinness-verdächtiges’) Bier im Stehen’.
Die Busfahrt nach San José (etwa 150 Kilometer) soll laut Auskunft des Busbegleiters etwa dreieinhalb Stunden in Anspruch nehmen.
Nach etwa einer Fahrtstunde beginnt die Bergtour über & durch die nördlich von San José sich (west-östlich) erstreckende, zerklüftete Cordillera Central ...
... ‘hart’ am 2.704 Meter hohen Volcan Poas entlang durch die idyllischen Berg-Städtchen Ciudad Quesada, Zarcero & Naranjo nach Alajuela. Hier erreichen wir (nach einem letzten ‘Abstieg’) die zentrale Hochebene Costa Ricas:
Die Meseta Central - auf 1.100 Metern über NN sich eben ausbreitend, in allen Himmelsrichtungen von bis zu 3.000 Meter hohen Vulkanen eingerahmt & mehr als der Hälfte der Gesamtbevölkerung Costa Ricas Lebensraum bietend.
Während der letzten, flachen Teilstrecke führe ich eine ‘Conversación Espanol Muy Simple’ mit zwei Schülern auf dem Heimweg, die sich brennend für meine unterwegs gesammelten mittelamerikanischen Geldscheine sowie meinen ‘Damned Fucking Lonely Planet’ interessieren.
Um Halb Fünf Uhr fahren wir in den zentralen Busbahnhof San Josés ein, der den schönen Namen ‘Coca-Cola-Terminal’ trägt ...
... naja - immerhin scheint Heuchelei NICHT zu den schlechten Eigenschaften des ‘gemeinen Costa Ricaners’ zu zählen: das ist doch schon mal was!
Ich nehme mir Zeit, schultere den Rucksack & checke fünf einfache Hotels. Leider muß das mit Abstand atmosphärischste aufgrund meines einzigen, aber ‘knallharten Killer-Kriteriums’ frühzeitig ausscheiden:
In allen Räumen des uralten ‘Gran Hotel Imperial’ (sehr gemütlich ausschauende Cafeteria & offensichtlich beliebter Backpacker-Treff!) herrscht ...
... ABSOLUTES RAUCHVERBOT!
Lange bin ich unschlüssig. Schließlich werde ich aber (beim sechsten Versuch!) im ‘Hotel Rialto’ fündig: gutes & großes Bett - warme (!) Gemeinschaftsdusche auf dem Flur - ‘For-Free’-Kaffeeautomat (& ein überquillender Aschenbecher! ‘Yippiiee!’) an der Rezeption ... & das Zimmer kostet nicht mal fünf Dolares.
Zufrieden packe ich aus (‘Also: Das war nämlich so ...’). Anschließend unternehme ich einen Dämmer-Spaziergang durch die engen Straßen um den nahen Parque Morazan & ...
... lerne so (augenscheinlich) den Rotlichtbezirk San Josés kennen.
Apropos ‘Frauen’:
Seit vorgestern weiß ich, was ich in den letzten Wochen ... naja - ich will nicht sagen: vermißt habe ... aber doch wenigstens nicht zu Gesicht bekommen habe!
DENN HIER, in Costa Rica ... gibt es wirklich ‘A Whole Lot of Bunches’ verdammt attraktiv ausschauender Frauen, die mit fließend (mich!) aufreizenden Bewegungen & (meine!) erotische Phantasie beflügelndem, laszivem Gang durch die Straßen schlendern. Hm - wenn ich nicht das Gefühl hätte, genau zu wissen, wo es mich magnetisch hinzieht (‘Ich denke oft, zwar nicht an Piroschka, aber: an Deutschland!’- Frau S-Punkt B-Punkt aus M. an der I.!), DANN ...
Anyway ... der Anblick einer derart großen Anzahl ‘exotischer Landes-Schönheiten’ läßt jedenfalls das eh schon tolle Wetter noch um einiges strahlender erscheinen!
REALLY!
Chinesisches Abendmahl im ‘highly recommended El Campesino’ ...
... & DA muß ich meinem ‘LP’ (ausnahmsweise!) einmal Recht geben!
Was allerdings hier in Costa Rica nervt, ist eine 25-prozentige-’was-auch-immer’- Steuer, die manchmal (leider nicht immer, was eine Kalkulation unmöglich macht) auf die Nettopreise draufgerechnet wird & meine Tages-Finanzplanung verstärkt in Unordnung bringt ...
‘Du hast Probleme!’
Stimmt! Eigentlich kann ich nicht klagen: bislang halten sich die Kosten der Reise (jedenfalls noch) auf einem unerwartet niedrigen Niveau!
Um Halb Neun Uhr begebe ich mich zurück in mein Hotelzimmer & ...
... einer der schlimmsten Abende meines bisherigen Trips nimmt seinen Anfang:
Mein Zimmer befindet sich unmittelbar neben der nur durch eine Sperrholzwand abgetrennten Rezeption. Und da diese nicht nur mit dem Kaffeeautomaten, sondern auch mit einer gemütlichen ‘Soft-Seat-Group’ ausgestattet ist, versammeln sich dort (abends) natürlich sämtliche ‘Sackgänger-Touris mit Sendungsbewußtsein & überlaut-dröhnenden Sprechwerkzeugen’.
Zunächst läßt einer dieser typischen ‘Menschheitsbeglücker aus dem Nichtraucher-Dorado (mit den drei bekannten Inversalien)’ das gesamte Stadtviertel an seinen ‘Diarrea’-Weisheiten teilhaben ...
... mich (ausdrücklich!) eingeschlossen! Ich versuche währenddessen Tagebuch zu schreiben, aber dem Eintrag zum Mittwoch merkt man unschwer an, daß ich unter einer (erklärbaren!) Konzentrationsschwäche leide (& ... ich schreibe noch größeren Schwachsinn als üblich).
Aber DAS war nur das vergleichweise harmlose ‘Opening’!
Um Zehn Uhr betritt ‘der absolute Bringer des Abends’ die für ihn vorbereitete Bühne: Ein ‘Local’ ...
... der in einer extrovertierten Mischung aus vollkommen überzogen-affektiertem Englisch & eher amerikanisch-anmutendem Zungenschlag (Hm - ‘Amerika & Anmut’? Wenn das keine Kontradiktion an / in sich ist ...!?) die mich (noch!) umgebenden Gebäudemauern an den Rand des Einstürzens bringt ...
... & selbst sämtliche heute Abend im Hotel (woran-auch-immer) verstorbenen Gäste wieder ‘erweckt’.
Nach jeder einzelnen, seiner unbeschreiblichen verbalen Plattheiten, verfällt er (ob seines für jedermann & -frau offensichtlichen Humors) in einen wiehernden Lachkrampf, gegen den selbst ‘Willi Schweitzerhofs berühmt-berüchtigte Schwaben-Lache’ wie ein pantomimisches Verziehen der Mundwinkel wirken MUSS.
IRGENDWANN (mittlerweile unmittelbar vor meiner Zimmertüre stehend) erzählt er einem offensichtlich wehrlosen Hotelgast etwa 18 Mal den gleichen ‘Witz’ ...
... dessen sich mir zwar verschließende, seiner Meinung nach aber brüllend-komische Pointe darin besteht, daß er (der Idiot!) ‘gestern vor einem Jahr aus dem Gefängnis entlassen wurde ... !?’
Da sein Opfer nicht die gewünschte Reaktion zeigt, wiederholt er immer & immer wieder die gleichen schwachsinnigen Sätze, die stets (& letztlich) in einem, in SEINEM prustenden Lachanfall untergehen. ICH ...
... lasse währenddessen meinen Blick durchs Zimmer schweifen & begebe mich (visuell & geräuschlos) auf die (allerdings vergebliche!) Suche nach schweren Möbelstücken, die ich von innen gegen meine Zimmertüre rücken könnte.
Übrigens: das Türschloß meines Zimmers ist etwa so stabil wie ein ausgeleierter Klettverschluß. Hm - um es geradeheraus zu sagen:
Ich Fühle Mich NICHT WOHL!
Wer weiß ...?
Vielleicht hat der Typ ‘ne Knarre?
Und vielleicht hat’s ihm im Gefängnis ja gar nicht SOOO schlecht gefallen?
Und (letztes!) vielleicht ist ja auch der Umstand, daß ich bislang noch keine Bekanntschaft mit ‘Violencia en Centroamerica’ gemacht habe, nicht (wie bislang von mir angenommen) auf Glück zurückzuführen ...
... sondern Teil einer ausgeklügelten & Staatsgrenzen überschreitenden gesamt-lateinamerikanischen Verschwörung, deren ‘Show-Down’ schon vor Wochen vom ‘Syndicático’ auf den Abend des 3. April 1997 terminiert wurde!
Tatort: das ‘Hotel Rialto’ in San José / Costa Rica ...
WIE ...? ICH ÜBERTREIBE ...?
Mag sein ...
... Fakt aber ist, daß es noch weitere zwei (!) Stunden dauert, bis der ‘Killer’ von seinem Vorhaben abläßt & endlich Ruhe gibt.
Obwohl: was heißt hier Ruhe? Durch die nicht-verschließbaren Oberlichter der flurseitigen Wand meines Zimmers lausche ich noch lange seinem (durch regelmäßiges ‘Coughing & Spitting’ unterbrochenen) Schnarchen ...
Als ich endlich DOCH Schlaf finde ...
... drängt sich prompt ein extrem blutrünstiger Alptraum in mein Unterbewußtsein (so ‘ne Art ‘Schlingensiefsches Kettensägen-Massaker in Sunny Costa Rica’):
Ich muß mich (unterstützt durch einige gesichtslose Helfer) gegen eine Bande mordlüsterner ‘Clockwork Orange’-Typen zur Wehr setzen - erfolgreich zwar, aber meine Gegner sind ‘nicht so leicht kleinzukriegen’. Sie haben erschreckende Ähnlichkeit mit einer Horde wilder Pitbulls, deren Extremitäten & Organe jeweils einzeln zu ‘atomisieren’ sind, bevor sie endlich ‘ewige Ruhe geben’.
Ich wache schon nach kurzer Zeit röchelnd & nach Luft ringend auf (meine Nase läßt mir mal wieder nichts, vor allem aber keine Luft ‘durchgehen’), brauche eine geraume Zeit, mich zu orientieren & weiß nicht, ob ich das Alpdrücken auch akkustisch begleitet habe (& wenn ja, ob mir das ... hier ... peinlich ist ... oder sein sollte ... oder was ...?).
Ich rauche eine halbe Schachtel ‘Rex’ (meine in Costa Rica favorisierte Zigarettenmarke). Erst dann finde ich wieder in die ‘Bewußtlosigkeit’ zurück:
Dieses Mal (Gott-sei-Dank!) traum- oder doch wenigstens erinnerungs-los!
AUSSERDEM (hm - ‘Ich traue mich kaum es niederzuschreiben, Ulla!’):
Erste Anzeichen von ZAHNWEH!
Natürlich NUR psychosomatisch (ich weiß!) ...
... & trotzdem SO VERDAMMT REAL!
AU BACKE! ...

... ‘Zwei Tage im April, die mein Leben verändern!’ ...
Und zum Aufregendsten zählen, was mir bislang während dieser Reise widerfahren ist: FILM AB!
Traurig - aber wahr: das Wohlbefinden des Reisenden (& ganz besonders: des ‘Allein-Reisenden’) hängt in erheblichem Maße von seinem Gesundheitszustand ab. Die beiden folgenden Tage sind zwar weniger ereignisreich als der bisherige ‘durchschnittliche Reisetag’ ...
... bescheren mir aber ein permanentes Wechselbad der Gefühle!
Freitag Morgen ...
... erstmal Ausschlafen! Ich fühle mich ausgesprochen gut, als ich geschniegelt & gestriegelt (Dusche, MT & eine Komplett-Garnitur Frischwäsche) mein fensterloses Hotelzimmer verlasse (als Einzelgast läuft man nirgendwo in Mittelamerika Gefahr, am frühen Morgen durch ‘unangenehm ins Bett einfallende Sonnenstrahlen’ geweckt zu werden - denn: ‘Solange noch eine Besenkammer im Hotel ...’) & dem frühlingshaft-temperierten San-José-Morgen entgegentrete.
Ich kaufe eine Tageszeitung & schlendere dann (zwei Weißbrötchen ‘auffe Faust’ essend) ziellos, aber tief die frische Luft einatmend, durch die recht geschäftig wirkenden Straßen. Schließlich kehre ich in einem einfachen ‘Soda’ ein & gönne mir ein richtiges Frühstück: Huevos, Gallo Pinto y Cafe Negro.
Ich blättere die Zeitung durch - 24 Seiten stark, davon 23 Seiten ‘Nacional Y Centroamerica’ sowie (immerhin) 1 Seite ‘El Mundo’.
Hier entdecke ich eine mich brennend interessierende Nachricht (es handelt sich zwar NUR um eine kurze Notiz, aber immerhin ...):
Helmut Kohl hat seine Bereitschaft zu einer fünften Kanzler-Periode bekanntgegeben (Schäuble kriegt als Trostpflaster eine neue ‘Breitwand-Rollstuhl-Bereifung’ ... äh, vermute ich mal) & die SPD gerät zunehmend in Zugzwang, da sie immer noch keinen ‘starken Mann’ präsentieren kann!
Im spanischen O-Ton klingt das übrigens noch weit eindeutiger & aussagekräftiger: ‘Partida Socialdemocrata (SPD) todavia sin verdadero (sprich: ‘wirklichen oder wahren’ ... der Übersetzer-Schwätzer) Lider!’
Wie wahr, wie wahr!
Nach dem Frühstück drehe ich eine relaxte Sight-Seeing-Runde durch das weitläufige Stadtzentrum San Josés:
- der nahe Parque Morazan & das, diesen überragende (sowie atmosphärisch konterkarierende) ‘Aurola Holiday Inn’,

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Äh - ja ...

- der vor üppigster Vegetation überquellende Parque Espana (Riesen-Nadelbäume & Bambus-Wälder) ... mit grün-spanigen Conquistadores-Replikationen,

LA0556-SanJoseDenkmalAmPlazaEspana

Äh - ja ...

- schließlich der, die östliche Begrenzung des Stadtkerns repräsentierende Parque Nacional mit dem gleichnamigen, zentral errichteten ‘Monumento’ (ein klobiger Marmorsockel mit einer vielköpfigen Statuengruppe On-Top, welche die Vertreibung des amerikanischen Freibeuters William Walker durch die mittelamerikanische Völkergemeinschaft memoriert).
Apropos William Walker: Dieser hatte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die geniale (& ‘leicht’ größenwahnsinnige) Idee, das gesamte mittelamerikanische Terrain unter seine Herrschaft zu bringen. Und zwar gewaltsam! ...
... ohne daß er sich auf eine wie auch immer geartete Legitimation hätte stützen können.
Die dort lebende Bevölkerung sollte kurzerhand versklavt werden. Und mit ihrer ‘Hilfe’ wollte er die gigantischste, je erdachte Kaffee- & Bananen-Plantage organisieren. Natürlich ‘auf eigene Rechnung’!
Diese Story besänftigt meinen zwischenzeitig hier in Lateinamerika immer mal wieder aufsteigenden Haß auf seine heutigen ‘Landsmänner’:
Denn DER war wirklich KOMPLETT DURCHGEKNALLT ...
... & das ‘heutige Usa’ ist gegen DEN ‘echt DUFTE’!
‘Take some Nice Shots in the bright Morning-Light!’

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Dann suche ich mir eine bequeme Steinbank, lese ein langes Kapitel ‘Hundert Jahre Einsamkeit’ & beobachte zwischendurch das Treiben im Park.
Weiter in östlicher Richtung (außerhalb des Stadtzentrums) befindet sich die alte, kaum noch genutzte ‘Old Atlantic Railway Station’:
Die einzige, noch aufrecht erhaltene Zugverbindung, führt dreimal pro Woche nach Cartago am Fuße des 3.432 Meter hohen Volcan Irazu (mittlerweile zwar ‘schlafend’, allerdings begrub er noch 1963 das 30 Kilometer entfernte San José unter einer geschlossenen Aschedecke).
A VER! ...
... denke ich (zum momentanen Zeitpunkt: NOCH).
Anschließend checke ich die Busverbindungen nach Puerto Limon am karibischen Meer: Dessen Hafen ist der ‘Jumping-Off-Point’ zum sich bereits auf panamaischem Terrain befindlichen Parque Nacional Bastimentos ...
... einer Inselgruppe, auf der sich unterschiedlichste karibische Meeresschildkröten zum ‘nesteln’ einfinden & in deren Süßwasser-Lagunen sich die Kaimane ‘nur so tummeln’ (sollen ...).
OTRA VEZ: A VER!
Auf dem Rückweg ins Hotel erstehe ich eine ‘Giga’-Ananas (einerseits Vitamine, zum anderen Verdauungs-Regulator). Ich habe das Gefühl, daß die seit gestern Abend mittelstark spürbaren Zahnschmerzen (wenn schon nicht psychomatisch, dann) NUR Symptom einer ‘komplexen & ganzheitlichen Schlappheit & Müdigkeit’ sind (sein könnte?).
Ich WILL einfach nicht glauben (keine Ahnung, warum ...?), daß es eine rein physische, (dento-) logische Begründung für die Schmerzen gibt ...
Im Hotelzimmer ausgiebiges Zelebrieren eines gewaltigen ‘Pina-Cocktails’. Der anschließende (& gar nicht mal SO heiße) Kaffee läutet ein neues Kapitel meiner vermuteten Hypochondrie ein:
Hm - von NUN an STÄNDIGE (& stetig STÄRKER werdende) Zahnschmerzen!
Der erstmalig exakt lokalisierbare ‘Happy-Aua’-Zahn ist (wie ich schon gestern Abend beim Verzehr des sauguten Vegetable-Chop-Suey zu spüren bekam) ENORM TEMPERATUREMPFINDLICH!
Zwei Stunden liege ich flach auf dem Bett & ‘horche in mich (vornehmlich: die Mundhöhle!) hinein’. Der Versuch, zu Relaxen, ist nur mäßig erfolgreich.
Um Fünf Uhr starte ich zu einer spätnachmittäglichen Foto-Safari durch die Stadt - aber weit komme ich nicht ...
Am klotzig wirkenden, kolonialen ‘Correo’ (Hauptpost) komme ich mit einem älteren Costa Ricaner ins Gespräch. Der englischen Sprache mächtig (?) erzählt er mir, daß er früher für die Regierung gearbeitet hat & sein Job ihn durch alle Länder Mittelamerikas geführt hat (bis hin nach Venezuela). Heute verkauft er (auf einer Steinmauer am Rande des farbenprächtigen Blumen-Marktes hockend) einfache Namens- & Adress-Schilder aus Aluminium.
Auf meine Frage, ‘ob er denn vom Staat keine Rente beziehen würde?’ ... antwortet er: ‘Doch! Sicher! Noch heute Morgen hat mir eine amerikanische Touristin aus Arkansas ein Schild abgekauft!’ Naja - SEIN Englisch kann ‘in etwa’ mit MEINEM Spanisch konkurrieren ...
Spaziergang zum Gran Hotel Costa Rica (der nobelsten Herberge San Josés) in der Nähe des Teatro Nacional. Ich ergattere einen der begehrten Tische in dessen Open-Air-Cafe & versenke mich in eine ausgiebige Tagebuch-Session:
- relaxte, weitgehend schmerzfreie (?) Stimmung,
- ‘SUPER-SCHARFE TICAS’, die vom ‘Dirty-Upper-Gringo-Dozen’ mit kaum verhüllt zur Schau gestellten ‘Yo!-Soy-Hombre-Blanco!-Con-Mucho-Dolares!’-Allüren in ihre nahen Hotelzimmer abgeschleppt werden (wobei sich die Girlies ‘nicht wirklich’ dagegen ... äh ... wehren ... äh ... zu scheinen),
- sowie das GROTTEN-SCHLECHTESTE MARIMBA-DUO ALLER ZEITEN - der linke (also: der auf den hoch-tönigen Holzplatten herum-klöppelnde ‘Musiker’) trägt allerdings eine verschärft-coole Sonnenbrille (immerhin!).
Am Nebentisch labern zwei maximal 18-jährige ‘Local Boyz’ eine etwa 50-jährige amerikanische Touristin wortgewandt & systematisch zu:
Die Wortfetzen, die ich auffangen MUSS, bedeuten mir, daß es ziemlich sülzig (romantisch?) zugeht. Das Lächeln der ‘Touri-Tante’ wird immer breiter (& ... äh: ‘goldiger’). Als sie schließlich gehen muß, posaunt sie über den Platz, daß sie ‘sich freuen würde, die beiden wiederzusehen: sie wohne übrigens hier im Hotel...’
Schließlich flüstert sie ihnen noch eine Zahl zu, die ich zwar nicht hören kann, die mich allerdings auch (im Gegensatz zu den beiden, GANZ NAH an ihren Mund heranrückenden ‘Special-Hour-Boyz’) nicht sonderlich interessiert.
Tja - Costa Rica hat EINIGES zu bieten ...
... (auch &) jedenfalls für ‘Dollar-TouristInnen!’
Nach Einbruch der Dunkelheit begebe ich mich auf einen Abend-Spaziergang durch ‘Dark & Very Lively San José’. Zunächst entdecke ich eine wunderschöne, namenlose Kirche in einem kleinen Park gegenüber des ‘Coca-Cola’-Busbahnhofs:
Ein Gottesdienst wird abgehalten & ... der Pfarrer redet sich ziemlich in Rage. Er verdammt jegliche Form von ‘Trabajar’, die nicht für ‘El Senor’ geleistet wird. Irgendwann beschleicht mich das Gefühl, er meint mich (!) ...
... als er ‘Arbeiten in der Kirche’ als Todsünde bezeichnet! Dabei habe ich nur einen kurzen Blick in meinen ‘Lonely-Planet’ geworfen ...
EHRLICH!
Im Parque Central findet (zu sphärischen ‘Eberhard-Schöner-Weltmusik’-Konserven-Klängen) eine atmosphärische Pantomimen-/Ballett-Aufführung statt.
So weit - so gut! Als allerdings ...
... ein junger Mann (mit ätzenden, weil unpassenden ‘Nike’-Turnschuhen) ‘eindeutig-religiösen EL-SENOR-Verherrlichungs-Dünnschiß’ ins Mikrophon sabbert ...
... WEISS ICH, daß es nun Zeit ist zu gehen!
In meinem Hotelzimmer ist es erstaunlich ruhig. Hm - um so lauter (& ohne Unterbrechung) hämmert mein Zahn. Ich versuche zwar die Schmerzen zu ignorieren, dies gelingt mir aber kaum bis gar nicht. Nach nur einem halben Kapitel ‘Garcia-Marquez’ breche ich daher meine Belletristik-Lesestunde ab & widme mich momentan wichtigerer Lektüre:
Den Rest des Abends plane ich meinen weiteren Reiseverlauf ...
... äh: unter besonderer Berücksichtigung von ‘Zahn Nr. 6 - links unten - porzellan-überkront’!
Ich diskutiere (mit mir) zwar nicht den Abbruch der Reise, denke allerdings LAUT über den ‘nächsten & nächst-BESTEN Platz’ für eine (vermutlich ausgedehnte & mehr-sitzige) Zahnwurzelbehandlung nach.
Schließlich einige ich mich darauf, Morgen Früh im Tourist-Office die Adresse der besten Zahnklinik in San José zu erfragen, anschließend dort eine erste Notversorgung durchführen zu lassen & am nächsten Tag auf dem schnellsten Wege nach Panama-City ‘hinne zu machen’ - sprich:
Entweder den ‘Tica’-Direktbus zu nehmen (mit einer zwanzigstündigen Nonstop-Fahrzeit) oder die Strecke auf zwei Tages-Etappen zu verteilen (& einen Übernachtungs-Stop in David / Panama einzulegen).
Mit diesen ... äh ... ‘nach vorne gerichteten Gedanken’, schlafe ich kurz nach Mitternacht (ohne Aspirin! - & doch erstaunlich gut & schnell) ...
... äh: EIN ...

... Samstag Morgen!
Laut ‘Lonely-Planet’ öffnet das örtliche Touristenbüro um Neun Uhr seine Pforten. Also verlasse ich gegen Acht Uhr mein Hotel (nachdem ich letztlich denn doch zwei Aspirin-Tabletten einwerfen mußte).
Leichtes & ‘kau’-freundliches Frühstück im gleichen Soda wie gestern. Pünktlich um Neun Uhr stehe ich vor dem Platz, an dem sich die Tourist-Info befinden soll ...
... doch das einzige, was sich hier befindet ist eine große Baustelle!
SO ‘NE SCHEISSE!
UN NU ...?
Mehrere unfreiwillige Stops einlegend, frage ich mich zum neuen Standort des Info-Büros durch. Eine halbe Stunde später ist’s vollbracht & ...
... vom uniformierten Sicherheitsmann erfahre ich (durch die Gitterstangen des Eingangstores hindurch): ‘Hoy? - Cerrado!’ ...
... was bekanntlich soviel heißt wie:
Heute? - Geschlossen!
DOPPEL-SCHEISSE !!
Ich vertraue (wieso eigentlich?) der mehr als drei Jahre alten Ausgabe meines ‘Lonely-Planet’ & marschiere zuversichtlich (wieso eigentlich?) zur ‘in the Very Far South of Town sakralierenden Clinica Biblica’:
Diese soll die beste Privat-Klinik in Costa Rica sein.
Das Gebäude ist riesig & äußerst verwinkelt. Ich benötige eine Viertelstunde, um die Notaufnahme (‘Emergencias’) ausfindig zu machen - die (wie ich mich mit eigenen Augen vergewissern kann) auch über ein Behandlungszimmer mit dem Hinweisschild ‘Odontologica: Senora Doctora Francesca’ verfügt.
Meine Personalien werden aufgenommen, ich muß 10.000 Colones (cash) als ‘Deposito’ hinterlegen & darf im (FAST leeren: ist das ein gutes Zeichen?) Warteraum Platz nehmen.
Hm - die Klinik macht nicht gerade den Eindruck, als befände sie sich auf dem Gipfel des medizinisch-technischen Entwicklungsstandes (um es VORSICHTIG zu formulieren) & erinnert mich, meine letztjährigen Zahnklinik-Reiseerfahrungen Revue passieren lassend, weit eher an ‘Doktor Eisenbart’ in Pokhara / West-Nepal als an die hypermoderne 24-Stunden-Zahnklinik in Budapest / Ungarn.
Ich muß zugeben, daß ich ‘ganz schönes Muffensausen’ habe!
Galgenhumorig skizziere ich gedanklich eine Reise-Reportage mit dem Titel:
‘Die exotischsten Zahnkliniken (& schmerzvollsten Behandlungspraktiken) zwischen Nord- & Südpol - ein mitfühlender Tatsachenbericht!’
Bevor ich mich jedoch noch weiter in mein ‘Bad Kharma’ steigern kann ...
... werde ich von einer Zahnarzthelferin ‘erlöst’, die nicht nur Hosen trägt, sondern bis zum Abschluß der etwa zweistündigen Behandlung den überzeugenden Eindruck vermittelt, sie wäre ‘die wahre Chefin’ der zahnärztlichen Abteilung des biblischen Krankenhauses.
‘La Jefa Verdadero’ ...
... ist hingegen eher zurückhaltend (bis schweigsam) - und scheint seit meinem Erscheinen im Behandlungszimmer (Operationssaal?) über der alles entscheidenden Frage zu brüten:
‘Wie gelange ich (verdammt nochmal!) auf dem schnellsten chirurgischen Wege von seiner rechten Hüfte durch die Bauchhöhle & die (durch einen Röhrenschnitt-Einsatz sicherheitshalber zu verstärkende) Luftröhre unmittelbar, also - quasi: DIREKT zur kranken Zahnwurzel ... ?’
Nachdem sie (die Ärztin) sich denn doch entschlossen hat, mit mir zu reden, stellen wir erstmal übereinstimmend fest, daß es da wohl ein Kommunikationsproblem gibt. Und eine schleunigst ‘von irgendwo’ herbeigeholte Helferin dolmetscht mehr schlecht als recht. Schließlich ist alles klar (was eigentlich?) & mein Kiefer wird geröntgt.
Lange betrachten sich ‘die beiden Chefinnen’ die Aufnahme, diskutieren heftig & nehmen keinerlei Notiz von mir (der ich - ängstlich! - im bis zum Anschlag nach hinten geklappten Behandlungsstuhl kauere. Ich bedinge mir (noch bevor ich gefragt werden kann) eine Betäubungsspritze aus & verneine während der folgenden 30 Sekunden dreimal die Frage der plötzlich ungeduldigen Zahnärztin, ‘... ob denn die Narkose schon wirkt?’
UND DANN:
Endloses Bohren - ständiges Wechseln der ungezählten, verschiedenen Bohrköpfe - schließlich riecht es ziemlich verbrannt (aus meinem Mund!?).
Aber - Gott-sei-Dank (!) spüre ich ABSOLUT NICHTS ...
... oder bin ich etwa schon in dem Stadium, ‘wo mer nix mieh fööhlt ...?’
Meine zunehmend miese Laune bleibt nicht unverborgen (obwohl ich mir Mühe gebe, möglichst zuversichtlich dreinzuschauen). Die leicht gelangweilt wirkende Helferin fühlt sich offenbar für das Arbeitsklima verantwortlich, stellt ihren ‘Little Ghetto-Blaster’ an & ...
... gröhlt die spanischen Pop-Songs mit.
Zwischen & während der verschiedenen Bohrgänge unterhalten sich Ärztin & Helferin (immer wieder laut losprustend) über ‘alles mögliche’.
Naja - wenn ‘frau’ SO ins Gespräch vertieft ist, dann KANN ‘frau’ schon mal vergessen, den Speichel aus der inneren (Patienten-)Kinnpartie abzusaugen:
Huppala! ...
... mehrfach droht mir (ziemlich konkret) ein ‘Tod durch Ertrinken’!
Hm - die Zahnärztin wirkt IRGENDWIE nicht zufrieden. Sie versucht mehrfach (& genauso oft erfolglos) mit den feinen Behandlungs-Nadeln in die Wurzelkanäle vorzudringen & greift anschließend wieder zum Bohrer. Naja ...
... vielleicht berechnet sich ihr Honorar ja nach zurückgelegter Bohrstrecke?
Aber auch ICH bin nicht zufrieden:
Schlicht & ergreifend, weil ich ÜBERHAUPT NICHTS SPÜRE! Ich erinnere mich nur ZU gut daran, daß ich in Budapest (trotz Betäubung!) beim ersten Eintauchen der ersten Nadel in den kranken Zahnwurzelkanal ‘... wie ein HB-Männchen in die Luft gegangen bin!’
IRGENDWO HAKT ES!
Aber WO ...?
Die Ärztin ist ratlos. Also: nochmal röntgen! Dieses Mal mit zwei, in den Wurzelkanälen steckenden Nadeln: MUND AUFLASSEN! ...
... hm - ich bin ja nicht lebensmüde!
Anschließend wieder endloses Kommentieren der ‘ach-so-lustigen Urlaubsfotos’. Dann erneutes, ausgiebiges ‘Nadel-Zwirbeln - rechtsdrehend - im Uhrzeigersinn’.
Nur EINMAL spüre ich einen leichten, kaum wahrnehmbaren Stich ...
... was aber wohl weniger am Erreichen der ‘tiefsten Tiefen’, als vielmehr an der nach knapp zwei Stunden ‘nun doch fühlbar nachlassenden’ Betäubung liegt.
IRGENDWANN (allerdings ohne jeglichen für mich nachvollziehbaren Grund) ... wird die Behandlung für abgeschlossen erklärt! FÜR MICH klingt das eher nach:
Bedingungsloser Kapitulation vor dem übermächtigen Zahnfeind ...
Übrigens: In die Wurzelkanäle erhalte ich KEIN Medikament (lediglich ein wenig Watte). Zusätzlich drückt mir ‘frau’ zwei (immerhin unbenutzt aussehende) Tampons in die Hand: ... für mich ... zum Wechseln ... also, der Zahnfüllung!
Die Ärztin verfaßt ein Rezept für die ‘Farmacia’ (das eine komplette & zwar eng beschriebene DIN-A5-Seite umfaßt) & erklärt mir, daß ich unten (‘Abajo!’) noch zwei Spritzen (in linke UND rechte Arschbacke) erhalte ...
... ‘für gegen zum Antibiotika! ...
... & daß ich DIESE drei Mittel ...
... also die Tabletten dreimal täglich je 4 ...
... & die Zäpfchen ...’
ICH ABER höre SCHON LANGE nicht mehr zu & zeige ALLEN nur ‘Maske Nr. 14’, die in meinem persönlichen ‘Pantomimen-Tool-Register’ beschrieben ist mit:
(sichtbarer) Gesichtsausdruck ‘INTERESSE HEUCHELN!’ ...
... vor der ‘zehn Zentimeter weiter hinten’ (unhörbar, weil: stumm- & doch) brüllenden Auto-Suggestion ‘NIX WIE WEG HIER!’
ECHT EH, DIE SPINNEN (die Costa RicanerInnen!) ...
... ich habe doch keine ‘Operation an der offenen Leber’ über mich ergehen lassen müssen (oder? ... Herr Jelzin)?
Gegen die Spritzen (die übrigens verdammt weh tun: auch noch nach einer halben Stunde) kann ich mich nicht wehren. Naja - was soll’s ...?
Ich zahle die Rechnung (etwa 80 US-Dollar) mit meiner Kreditkarte & muß dann schleunigst an die frische Luft:
(natürlich!) erstmal EINE RAUCHEN!
Naja - aus der einen werden drei ...
... dann wende ich mich (solange noch ein winziger Rest Betäubungsmittel in mir drin ist & ... wirkt!) auf ziemlich wackligen Beinen den anstehenden organisatorischen Aufgaben des Tages zu:
Zunächst suche ich (allerdings vergeblich: SHIT!) den Terminal der Busgesellschaft ‘TRACOPA’, die laut ‘LP’ zu relativ günstigen Fahrtarifen täglich zwischen San José und David (in Panama) pendeln sollen.
Mein nächster Weg führt mich zum ‘TICA’-Busbahnhof & dieser (der Bahnhof) ist ausnahmsweise mal da, wo er (laut Stadtplan) hingehört:
Ich erfahre, daß es einen täglichen Direktbus von San José nach Panama-City gibt (Abfahrtzeit in San José: Zehn Uhr abends / der Bus erreicht Panama-City am Nachmittag des Folgetages um Vier Uhr). Der Fahrpreis beträgt 4.200 Colones ...
... was exakt dem vierten Teil einer Zahnwurzelbehandlung in der ‘Clinica Biblica’ entspricht (oder - komplizierter ausgedrückt: 20 US-Dollar!).
Im ‘TICA’-Büro erhalte ich die kostenlose Zusatz-Info, daß ‘TRACOPA’ seit neuestem im ‘Coca-Cola-Terminal’ residiert - also:
Langer Fußmarsch an den Westrand des Stadtzentrums ...
... bei dramatisch ZUNEHMENDEN Außentemperaturen ...
... sowie (nicht minder) dramatisch ABNEHMENDER Standfestigkeit meiner nur noch mit Mühe & unbändiger Willenskraft in der Vertikalen zu haltenden Beine.
Der Bahnhof macht den erwartet chaotischen Eindruck & es dauert eine Weile, bis ich mich zum richtigen Office durchgefragt habe - ‘but finally’:
Der tägliche Nacht-Direktbus nach David in Panama startet um Halb Acht Uhr abends & kostet 1.895 Colones (etwa 9 US-Dollar).
MEHR ... will ich heute eigentlich gar nicht wissen! Ich mache mich an den langen Rückweg zum Hotel (äh: ‘... nicht, daß ich noch auf der Straße umkippe!?’).
Unterwegs tätige ich die dringendsten ‘Samstags’-Einkäufe:
O-Saft - eine englisch-sprachige ‘Tico Times’ - zwei Schachteln Zigaretten sowie ein paar Stücke ‘Nasses’ - dann ...
... sage ich mir (für den Rest des Tages):
LASSES!
Dösen - Lesen - ‘in mich (& meine Zahnruine) Hinein-Horchen’:
Ich verstehe das nicht! Selbst nach finalstem Abklingen der Betäubung spüre ich immer noch nichts! SEHR merkwürdig!
UND ...
... wenn man am wenigsten damit rechnet - wenn man eigentlich nur noch seine Ruhe haben (besser noch: sterben!) will ...
... DANN: folgt unweigerlich ‘wieder eine dieser verrückten Situationen’, die mir immer wieder bewußt macht, WIE SCHNELL doch meine Gemüts- & Gefühls-Verfassungen wechseln & WIE STARK diese von ‘scheinbar unbedeutenden Umwelt-Einflüssen’ abhängen:
Es ist mittlerweile Sechs Uhr Abends & ich beginne (verhalten) dem ‘Schweigen meines belämmerten Zahnes’ zu trauen. Währenddessen spielt im Nebenzimmer ein leises, aber doch deutlich vernehmbares Radio ‘richtigen Jazz’!
Ich erkenne einen frühen (streicher-losen & gänzlich ‘un’-schmalzigen) Wes Montgomery - weiterhin einige Nummern von Billie Holiday - & (als Krönung) einen ‘von Coltrane beeinflußten’ Tenorsaxophonisten, der von einem ‘riffigen’ Gitarristen sowie einem pulsierenden Drummer ziemlich auf Trab gebracht wird ...
Wie betäubt lausche ich diesen paradiesischen Klängen aus einer so weit entfernt geglaubten Welt & ... ich werde auch nur MÄSSIG sauer, als sich ‘der Sackgänger von vorgestern Abend’ kurzzeitig mal wieder zu Wort meldet:
Meine Laune steigt minütlich um mehrere Prozentpunkte. Schließlich ...
... ertappe ich mich beim Schmieden von Reiseplänen! Ich checke die alten Vorhaben auf ihre Machbarkeit: Puerto Limon & die ‘Schildkröten-Inseln’ (des ‘Archipielago de Bocas del Toro’).
Naja - wenn ich denn zwei oder drei Tage später als versprochen zur weiteren Zahnbehandlung in Panama-City erscheine - was soll’s ...?
Ich fühle mich VERDAMMT GUT !!!
Warme & belebende Dusche!
Später verfasse ich (in meinem - nun plötzlich!? - atmosphärischen Hotelzimmer) den ersten Teil des heutigen / gestrigen Tagebuch-Eintrags ...
... zu mittlerweile klassischer Musik: Ich erkenne (breit bis dümmlich) lächelnd, einige Debussy-Klavierstücke (unter anderem die ‘Suite Bergamasque’).
Nicht wirklich überraschend ‘sticht mich um Halb Neun Uhr nochmal der Hafer’ (oder wie das heißt ...?) & kurzentschlossen verlasse ich das Hotel, um mich ins ‘Saturday-Night-Fever’ San Josés zu stürzen ...
... naja - not really:
In einem großen, kargen, neon-leuchtigen ‘Pollo-Restaurante’ genehmige ich mir eine ‘Cerveza Muy Barato’ & verfolge (nicht wirklich interessiert, aber doch) einen inländischen ‘Music-TV-Channel’, dessen Programm (UB40 u.ä.) auf einem riesigen Monitor im hinteren Bereich des Gastraumes empfangen wird.
Während ich den frühabendlichen Tagebuch-Eintrag fortführe ...
... schaut mir plötzlich eine dicke, fette Kakerlake über die rechte Schulter - und nachdem sie lässig das behaarte rechte über das (ebensolche) linke Bein geschlagen hat, VERMEINE ich ein deutliches ‘Eres un Letra Muy Bonito!’ zu vernehmen!
Aber noch bevor ich ein / mein verdutztes ‘Que?’ hervorpressen kann ...
... rennt sie längst schon wieder ihre einsamen, autistischen Bahnen (rechts neben mir) ‘an der Wand entlang’.
Die ... äh ... ‘Bahnhofsmission’ schließt schon um Halb Zehn Uhr. Ich wechsle daher nochmal den Standort & nehme ein ‘VERY Expensive Beer’ im traditionsreichen ‘Soda Palace’ (an der Ecke ‘Avenida y Calle Dos’). Allerdings ist von der ehemals einzigartigen Atmosphäre des bei Einheimischen & Touristen gleichermaßen beliebten Musikclubs (& Treffpunkt der in den umliegenden Restaurants & Bars arbeitenden Mariachis) nicht mehr viel zu spüren:
Vier-Fünftel der Fläche des einstmals riesigen Cafés werden nun von ‘Burger King’ belegt. Auf der verbliebenen Restfläche finden gerade mal zehn kleine Bistro-Tischchen Platz.
Tja - ‘the Times they are A-Changing’ ...
... natürlich AUCH in Costa Rica. Ich schaue / höre einigen Mariachis beim Üben (& Stimmen ihrer Instrumente) zu & freue mich (schlicht ... äh ... wie ich bin) am Wiedererwachen meiner Lebensgeister.
Und als ich ‘Around Midnight’ gut gelaunt in mein Hotelzimmer tänzele, sieht die Welt schon wieder weit rosiger aus als noch gestern Abend.
Naja - mal sehen ...
... wie lange DAS anhält? ...

... Sehr früh wach & das nicht grundlos:
Mein Zahn pocht mit wiedererstarkter Heftigkeit - gerade so, als hätte die gestrige Behandlung gar nicht stattgefunden !!!
Mein Entschluß steht fest: Ich werde zügig nach Panama-City durchreisen, mich dort um fach-MÄNNISCHE (‘Wie ...?’) Zahnbehandlung bemühen, mir Zeit für eine ausreichende Rekonvaleszenz gönnen ...
... & dann in Ruhe (& hoffentlich schmerzfrei!) ‘Südamerika planen / machen’.
Also - die erste Hälfte meines Latin-America-Trips geht unweigerlich & letztlich doch schneller als (noch gestern Abend) erwartet dem Ende zu:
BASTA!
Am heutigen Sonntag scheinen alle Sodas & Cafés in San José geschlossen. Da ich eh keine allzugroße Lust auf Frühstück habe, schütte ich mir einen ‘Hotel-Kaffee’ in die rechte Herzkammer  (knapp an meinem ‘bösen Aua-Zahn’ vorbei) & marschiere dann zum ‘Big Traffic-Hub’ - dem ‘Coca-Cola-Bus-Terminal’ im Westen der Stadt.
Hier erstehe ich (nach relativ kurzer Grübelphase) ein Ticket für den Bus nach Paso Canoas an der Grenze zu Panama. Der Bus startet um Elf Uhr, wird aller Voraussicht nach sieben Stunden bis zur Grenze benötigen (& kostet knapp 8 US-Dollar).
EIGENTLICH ... hatte ich ja vor, anschließend noch ein paar ‘City-Shots of San José zu NEHMEN’. Aber die Sonneneinstrahlung an der namenlosen ‘Iglesia enfrente el Terminal Coca-Cola’ ist dermaßen ‘zwielichtig’, daß ich gleichermaßen spontan wie irreversibel beschließe: San José wird in meiner Dia-Kollektion (äh ... wegen Krankheit!) nur sehr schwach vertreten sein!
PUNKT (... & ‘Aus die Maus’)!
Zurück ins ‘Rialto’ (Seufz!). Packen - an der Rezeption nehme ich mein zweites Frühstück ein (Kaffee & zwei Zigaretten) ...
... ‘Then it’s Time to Say Goodbye!’
Während des zwei Kilometer langen Fußmarsches (mit 20 Kilogramm Gepäck) weist mich mein Körper wiederholt darauf hin, daß er ‘nicht ganz auf der Höhe ist’.
Hm - Zahnschmerzen ALLEINE ...
... sind anscheinend noch nicht schlimm genug! Naja - vielleicht hauen ja auch die ‘Antibiotika-Bolzen’ jetzt erst richtig rein?
Als ich den Terminal erreiche (schwankend zwar, aber kerzengerade: wie ‘Fips Adrops, Herr Hüsch!’), bin ich schon SEHR erleichtert! Ich kaufe eine Flasche ‘Aguazul Grande’ (für unterwegs: Trinken sowie Spülen ...?) & nehme erschöpft im Wartesaal meiner Busgesellschaft Platz.
Aus meinen kaum geöffneten Augenwinkeln heraus nehme ich plötzlich ‘Licht am Ende des pechschwarzen Tunnels’ wahr:
Eine WIRKLICH TOLL aussehende, SEHR attraktive ‘Tica’ ...
... die mit fahrigen Fingerbewegungen durch ihre langen, schwarzen Haare offensichtlich zu verbergen sucht, daß meine Anwesenheit sie nervös ...
‘DAS HÄTTEST DU WOHL GERNE !?
Scheinbar schlagen Dir die Zahnschmerzen direkt auf Dein weiches Hirn!’
Letztlich ist mir aber selbst DIESE Tätigkeit (also: ‘Wahrnehmen’) heute zu anstrengend. Zumal sie ... äh ... in einen anderen Bus einsteigt ...
Um Elf Uhr ‘En Punto’ geht’s los:
Meinen bequemen Doppelsitz feiere ich mit einem verhaltenen ‘Hallelujah!’ - aber wirklich nur mit einem verhaltenen, denn meine Zahnschmerzen nehmen stetig zu.
Daher ...
... schenke ich der durchfahrenen Landschaft auch nur wenig Aufmerksamkeit (zunächst ist’s ziemlich hügelig, falls ich mich recht erinnere?). Ich versuche zu dösen, werfe (erst) nach zwei Stunden im Bus die erste Aspirin des heutigen Tages ein & ... habe in der Folge etwas Ruhe.
Um Zwei Uhr passieren wir San Isidro de El General: Das Basislager für Trekking-Touren zum nahen ‘El Chirripo’ (mit 3.819 Metern der höchste Berg Costa Ricas). Hm - & WAS mache ICH?
Anyway ...
Eine Stunde später kehrt die gesamte Busbelegschaft in einem ‘Highway-Restaurant near Buenos Aires’ ein (Lunch-Stop!). Ja !!! ...
... der kleine Ort heißt wirklich so (ich wußte gar nicht, daß sich Costa Rica dereinst mit Argentinien im Krieg befand ...?).
Naja - welchen Grund könnte es für diese Orts-Namensgebung schon sonst geben, außer: der Absicht des costa-ricanischen Militärs, der einheimischen Bevölkerung übers Radio mitzuteilen, daß sich ‘die glorreichen Truppen Costa Ricas kurz vor Buenos Aires befinden ... !?’

LA0558-NaheBuenosAiresCostaRicaCarrateraInteramericanaLA0560-NaheBuenosAiresCostaRicaHighway+Tankstelle

Übrigens: (fast) alle hauen sich mit enormen Fleisch- und / oder Geflügelportionen die Mägen voll. Nur ICH ... nippe (einseitig) an einem lauwarmen Kaffee & hoffe, daß mein Zahn nichts merkt & (‘Psst!’) durchschläft.
Bis Palmar Norte folgt der Highway (natürlich die ‘Carretera Interamericana’) dem Flußbett & der wilden Schlucht des Rio Grande de Terraba & unser Busfahrer erhält Gelegenheit, auf der engen & kurvenreichen Straße alle Register seines Könnens zu ziehen.
Währenddessen ertönen aus dem Bord-Radio die kaum hörbaren, akkustischen Signale einer vermeintlichen Fußball-Liveübertragung: letzte Zweifel hierüber räumt der Reporter aus, als er ein (für und gegen wen auch immer) erzieltes Tor in ‘Manero Brazileno Tipico’ zelebriert ...
... bereichert noch um Hall- & Echo-Effekte sowie Wiederholungen, Überblendungen & weitere Tontechniker-Tricks!
‘GOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOL !!!’
Nachdem wir Palmar hinter uns gelassen haben, verläuft die ebene Straße schnurgerade (durch die Ausläufer des Parque Nacional Corcovado, des größten ‘pazifischen Küsten-Regenwalds’ Mittelamerikas) auf die panamaische Grenze zu & am nahen Golfo Dulce entlang. Ein Gewitter zieht auf & der Sonnenuntergang fällt mit einem dröhnenden Regenschauer zusammen, der die Straße in eine seifige Schleuderstrecke verwandelt ...
... was unser Busfahrer natürlich in keinster Weise zur Kenntnis zu nehmen gewillt ist (wir sind eh ‘Un Poco Tarde’).
Um Halb Sieben Uhr ‘schliddert’ unser Bus über die Asphalt-Rutschbahn nach Paso Canoas hinein. Plus eine Stunde ...
... ergibt Halb Acht Uhr ‘Panama-Timezone’: Hm - hier ein Zimmer suchen (& morgen eine SEHR LANGE Etappe nach Panama-City) oder doch versuchen, über die Grenze & bis nach David in Panama zu gelangen? DAS ...
... ist HIER & HEUTE (natürlich NICHT!) die Frage!
Ich vergewissere mich bei den panamaischen Grenzern, daß auch um diese späte Uhrzeit noch ein Bus Richtung David fährt, hole mir auf Costa-Rica-Seite meinen Ausreisestempel, marschiere zum 200 Meter entfernten ‘Immigration Building’ Panamas & ...
... werde dort von der (nun aber wirklich nicht MEHR) erwarteten Zöllner-Frage überrascht: ‘Onward-Ticket?’
Ich reiche (wie selbstverständlich) mein Flugticket ‘Mexiko-City-Frankfurt’ über den Tisch & ... es funktioniert. Wortlos stempelt der Beamte ‘seinen Willkommensgruß’ in meinen Pass.
Umgehend begebe ich mich auf die außerhalb der üblichen Bank-Öffnungszeiten recht schwierige Suche nach einem ‘Money-Changer’ - werde (‘finally’ doch!) fündig & tausche meine Rest-Colones zu einem akzeptablen Kurs in die ‘offizielle Moneda Nacional’ Panamas: Es handelt sich um ‘mir irgendwie bekannt vorkommende’ grüne Scheine mit dem Aufdruck ‘Dola’ (oder so ähnlich). Übrigens ...
... sind diese (wie ich später erfahre) auch in den USA als Zahlungsmittel gültig (naja - das hängt wohl IRGENDWIE mit dem Panamakanal zusammen !?).
Ein einsamer Minibus parkt mit laufendem Motor in Sichtweite. Hier, an der Grenze bleibt mir nichts mehr zu tun - also mache ich’s mir im engen Bus gemütlich. Übrigens: mein den gesamten Nachmittag schweigsamer, kranker Zahn wollte die Grenz-Überschreitung nicht verpassen & ... ist mittlerweile wieder hellwach!
EINE quälend lange Stunde dauert die Busfahrt nach David (drittgrößte Stadt Panamas & etwa 50 Kilometer östlich der Grenze zu Costa Rica gelegen) ...
... obwohl unser Busfahrer sich auf stockdunkler Landstraße einige ‘Privat-Rennen’ mit anderen Verkehrsteilnehmern liefert: es scheint, daß die durchs Businnere dröhnende Reggae-Musik einen nicht unerheblichen Einfluß auf die Aggressivität seines Fahrstils ausübt.
Als ich am Busterminal an Davids Stadtrand aussteige, habe ich leichte Orientierungschwierigkeiten (Ja - Ich!):
Der Stadtplan im ‘Lonely Planet’ ist ECHT SCHEISSE!
Natürlich existieren in der Stadt keinerlei Straßenschilder & nach Neun Uhr abends läßt sich kaum mehr ein Passant auf der Straße blicken, den ich nach dem Weg fragen könnte. Aber: wenn die Not am größten ist, findet man in Mittelamerika immer (mindestens) einen Freund ...
... & so auch diesmal.
Zwei ‘freundliche Oskars’ kümmern sich RÜHREND um mich:
Mich in eine dunkle Seitengasse nötigend, checken sie meinen Pass, wollen meine ‘Destinaciónes’ wissen (woher & wohin) & stellen mir dann noch eine Reihe weiterer Fragen, die ich allerdings nur (wahrheitsgemäß) mit meiner Lieblingsfloskel ‘No Entiendo!’ ‘nicht’-beantworten kann.
Hm - das panamaische Spanisch ist NOCH unverständlicher, als die bislang in Mittelamerika schon erlebten Dialekte (& DIE waren schon hart!).
Erst später erinnere ich mich an die Horror-Stories anderer Traveller über korrupte & kriminelle Polizisten, die nach Feierabend eine weitere Schicht einlegen ...
... allerdings ‘auf der anderen Seite des Gesetzes’.
Nun ja: wieder mal (Toi, Toi & ... Toi) Glück gehabt!
Schließlich stolpere ich (entschieden zufällig) über den Parque Central & suche eine nahe ‘LP’-Empfehlung auf: Der junge Hotelangestellte bietet mir ohne irgendein sichtbares Anzeichen von Schamgefühl eine ‘echt mega-miese Mansarde’ an & verlangt (freundlich lächelnd) sechs (!) US-Dollar für die Gruft!
Spontan lehne ich sein ‘verlockendes (& sicherlich gut GEMEINTES) Angebot’ ab, schüttele mich einmal kurz & ... GEHE.
Dann aber ...
... weiß ich auch nicht mehr so recht weiter: Mein Zahn HÄMMERT ... & auch sonst fühle ich mich ziemlich BESCHISSEN!
Ich beschleunige meinen Schritt & strebe der ‘Pension Costa Rica’ zu (zwei Blocks südlich des Parque Central). Die Angebote HIER sind allerdings von vergleichbar (mieser!) Qualität:
Ich kann wählen zwischen ... einem heruntergekommenen, nackten Zimmer ‘ohne Alles’ (allerdings MIT Bad) für 8 US-Dollar ... oder einer ‘Celda Sin Bano’ für 4 US-Dollar (in Größe & Ausstattung ziemlich originalgetreu den ‘Suiten’ im ehemaligen US-Staatsgefängnis Alcatraz nachempfunden: ‘Ya Remember, Bettino?’).
Zugegeben: eine schwierige Entscheidung!
Schließlich aber sage ich mir, daß ich im teuren Reiseland Panama meine Ausgaben ‘im Auge behalten muß’ & ... gehe (freiwillig) in den ‘offenen Strafvollzug’.
Auspacken lohnt sich nicht! Ich werfe meinen Rucksack auf die Holzpritsche & marschiere zurück zum Parque Central. Ich brauche dringend Flüssigkeit, um die zweite ‘Aspirina’ des heutigen Tages runterspülen zu können & ...
... DAS ist (ausnahmsweise!) keine ‘trinker-faule Ausrede’.
Einzig ein einfaches chinesisches Restaurant hat seine Eingangstüre noch nicht verrammelt: panamaische ‘Record’-Zigaretten (okay!?), eine Riesenportion Chop-Suey (zwar ohne Nudeln, aber mit einer guten ‘Huhn-Gemüse’-Proportion & insgesamt sehr lecker!) sowie ein ‘Cerveza Nacional’ in der hübschen, aus Guatemala noch bestens bekannten ‘Null-Komma-Neunundfünfzig-Liter-Variante’.
Auf die Plätze - Fertig: Und ...
... EIN ASPIRIN & SPÜLEN ... Spülen ... spülen ...
Um Halb Elf Uhr kehre ich von meinem ‘Freigang’ zurück & schließe mich in meiner Einzelzelle ein. Mein Zahn-Krater schläft bereits seit einer halben Stunde (‘Bayer’-sei-Dank!) ...
... & ICH?
HIER, in den hinteren, billigen Räumen, logieren ausschließlich alte Männer (wie ich!) und / oder Penner (nochmal: äh ... dito!). Diese haben die besten Jahre schon lange hinter sich & kämpfen gegen die typischen gruppenspezifischen Krankheiten & Unpäßlichkeiten (& da die Zimmer zum rückwärtigen Zellengang hin nur durch einen groben Drahtverhau abgetrennt sind, bleibt KEIN Geräusch privat):
ALLE ... leiden unter ‘Flatulenz im Endstadium’ (so oder so ...!?) sowie extremem Raucher- und / oder Trinker-Husten.
Die ohne Unterbrechung an- & wieder abschwellende Geräuschkulisse erinnert zeitweise an ein riesiges Orchester, deren Mitglieder ihre exotischen Instrumente vor dem Konzert zu stimmen versuchen ...
... was allerdings NIE & IN KEINEM FALL gelingt!
ZWAR ... schenkt mir ‘El Senor’ zwei Stunden traumlosen Schlafs. Ab Zwei Uhr aber finde ich keine Ruhe mehr, wälze mich im Bett, rauche zwei Schachteln ‘Record’, lese mehrere Kapitel / Jahre ‘Einsamkeit’ & ...
... LEIDE DURST !!!
Übrigens (denn ...): HIER, im Flachland (& keine zehn Kilometer vom pazifischen Golfo de Chiriqui entfernt) ist es VERDAMMT HEISS ...

... Um Halb Fünf Uhr beschließe ich zu Duschen & breche anschließend Richtung Busbahnhof auf. Eine Stunde später betrete ich das stockfinstere Bahnhofsgelände.
Panama ist ‘eine Stunde zurück’ ...
... & somit wird es hier morgens später hell (äh ... als in Costa Rica).
Zunächst kaufe ich ein Ticket für den ‘Early-Bus’ nach Panama-City:
Abfahrt Sieben Uhr! Anschließend ...
... ‘Very Basic Breakfast’ im Restaurant - dazu mehrere Fanta & ‘Kaffee Satt’.
Mein Reiseführer warnt im Kapitel Panama eindringlich vor Dehydration (ja - der Äquator rückt immer näher!). Also: Viel Trinken ...
... was mir heute Morgen (nach DIESER Nacht!) nicht sonderlich schwerfällt.
Mein kranker Zahn hat (nebenbei bemerkt) anscheinend einen gesünderen Schlaf als ich (& sich heute NOCH nicht gemeldet!)-
Pünktlich um Sieben Uhr rollt unser Bus vom Bahnhofsgelände! Er ist zwar bis auf den letzten Platz ausgebucht (& im Laufe des Vormittags wird sich der Mittelgang zudem noch mit einer Reihe ‘Stehplatzkarten-Inhaber’ anfüllen). Ich aber habe einen bequemen Sitzplatz (mit ‘relativ’ viel Beinfreiheit).
Die erste Stunde der Busfahrt durch West-Panama verdöse ich ...
... genauso wie ... äh ... den größten Teil der beiden folgenden Fahrtstunden (naja: knastbedingtes Schlafdefizit).
Um Elf Uhr erreichen wir Penonome: Lunch-Stop ...
... nach etwa zwei Dritteln der knapp 450 Kilometer langen Fahrtstrecke von David nach ‘Panama Ciudad’.
Hm - ich hab’s zwar nicht BEWUSST miterlebt, aber der Zustand der ‘Panamericana’ (durch - zugegeben - sehr flaches, küstennahes Terrain) muß hier in Panama doch sehr gut sein. 300 Kilometer in nur vier Stunden: das ist absoluter Geschwindigkeitsrekord während meiner bisherigen Mittelamerika-Reise!
‘Sopa y Cafe Negro’ (von wegen Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes) sowie mehrere Zigaretten neben dem (im Leerlauf!) vor dem Restaurant parkenden Bus.
Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß natürlich in allen Bussen Centroamericas striktes Rauchverbot gilt? Nein?
Nun - dann habe ich das hiermit getan & ...
... ich hoffe, daß man mir meine Empörung anmerkt!
Die beiden letzten Bus-Fahrtstunden (hin zur ‘größten Freihandelszone der Welt’) führen zunächst durch eine savannen-ähnliche, flache Graslandschaft. Die Gegend sieht unwirtlich aus (nur sehr vereinzelte, mickrige Bäume) - scheint seit Wochen keinen Tropfen Regen mehr abbekommen zu haben - & wird doch (laut ‘LP’) intensivst als Weideland genutzt: Die armen Rindviecher ...
In der Folge verläuft der Highway (in Sichtweite zur Pazifik-Küste) an den beliebtesten Stränden & ‘Beach-Resorts’ des Landes vorbei:
Santa Clara, San Carlos, Coronado ...
... teils endloses, typisch karibisches ‘Sandstrand-&-Palmen-Idyll’ - teils ‘Wildes-Wellen-geWusel’ & (offensichtliches) Surf-Paradies.
Während der letzten 50 Kilometer bis zur Kapitale heißt es mal wieder kraxeln: Wir kreuzen die Cordillera Central (einen parallel zu Karibik & Pazifik verlaufenden - & West-Panama in eine nördliche & eine südliche Hälfte teilenden - Höhenzug). Im extremen Westen (nahe der Grenze zu Costa Rica) weist er mit dem Volcan Baru einen immerhin 3.475 Meter hohen Gipfel auf.
Schließlich geht’s nur noch bergab & unser Busfahrer holt (aber nun wirklich) ‘das Letzte’ aus unserem rollenden Untersatz heraus. Er bleibt eisern auf der linken Spur (die Straße ist unmerklich in einen komfortablen, vierspurigen Highway mutiert) & überholt alles, was sich zwischen uns & den entfernteren Horizont stellt.
Wie sich kurze Zeit später herausstellt, ist dieses Manöver nichts anderes als ein ausgiebiges ‘Anlauf-&-Schwung-Nehmen’ ...
... denn unmittelbar vor uns baut sich die beeindruckende ‘Puente De Las Americas’ (die Brücke über die pazifik-seitige Einfahrt zum Panama-Kanal) auf:
In ‘höchstem Bogen’ spannt sich die aus einem Gewirr von Eisenträgern bestehende (& der Konstruktion nach an den ‘Tour Eiffel’ erinnernde) Brücke hinüber auf die östliche Seite des Kanals.

LA0578-PanamaCityPuenteDeLosAmericanos

Ich werfe (mir meiner Höhenkoller-Gefährdung spätestens seit einigen extremen nepalesischen Hängebrücken, bewußt) vorsichtig einen Blick hinunter in Richtung ‘offener Pazifik’. Eine ganze Reihe (im doppelten Wortsinn) ‘größere Pötte’ ankern in Sichtweite, auf die Genehmigung zur Einfahrt in den Kanal wartend. Ein mittelgroßes Patrouillenboot der Küsten- & Kanalwache steuert direkt auf die Kanaleinfahrt (die Brücke & damit auch uns!) zu & zieht deutliche, gischt-gekrönte Wellen hinter sich her.
Unser Busfahrer nimmt nach erfolgreicher Überquerung des Brücken-Scheitelpunktes den rechten Fuß vom Gaspedal & läßt (anschließend) seine ‘Eierkreike’ bis zum nahen Terminal in Santa Ana nur noch ausrollen. Pünktlich um Zwei Uhr entsteige ich dem Bus & schnuppere (erstmalig seit zwei Wochen) meer-salzige Seeluft. Der Busterminal befindet sich unmittelbar an der Uferpromenade, die als ‘Avenida Balboa’ die gesamte, weitgeschwungene Bahia de Panama umkurvt.
Apropos: Vasco Nunez de Balboa war DERJENIGE Spanier, der am 26. September 1513 (während einer Landexpedition & von der karibischen Küste kommend) den ihm von Einheimischen beschriebenen ‘riesigen See’ entdeckte, der in unseren Tagen in allen Atlanten & auf allen Globen als PAZIFIK bezeichnet wird.
Die Meeresbrise bläst beständig stadteinwärts & läßt die Jahres-Durchschnitts-Temperatur von mehr als 30 Grad Celsius in Panama-City erträglich erscheinen. Was allerdings verheerende Fehleinschätzungen der Sonneneinstrahlungs-Intensität nach sich ziehen kann - also:
WATCH OUT ... & UP, Horst!
Ich schultere meinen Rucksack. ‘HALT!’ ...
... zunächst verschlinge ich NATÜRLICH eine Zigarette (‘Viceroy: Very Special Panamese Blend!’). DANN schlage ich, bei meinem ‘angeborenen, ausgezeichneten  Orientierungssinn’ NATÜRLICH problemlos (naja - David war eine ‘Verkettung unglücklicher Umstände’!) die ‘Destinación: San Felipe’ ein:
Dies ist der (auch Casco Viejo genannte) alte Stadtkern mit seinen als uneinnehmbar geltenden Befestigungsmauern auf einer nach drei Seiten meer-umtosten Landzunge.
DIESE ‘Altstadt’ ist allerdings nicht die ‘alte Stadt’ ...
... sondern folgte erst der ‘ganz alten, spanischen Gründung Ciudad de Panama’ (acht Kilometer östlich der Bahia) ...

         LA0596-PanamaViejoRuineDerKathedraleLA0589-PanamaViejoCraperInAWindow

         LA0594-PanamaViejoDenkmalSamuelLewisLA0586-PanamaViejoAussichtAmStrand

... die von dem britischen Piraten Henry Morgan im Jahre 1671 erst eingenommen & anschließend niedergebrannt wurde.
Die Avenida Central durchschneidet den Stadtteil Santa Ana & ähnelt während dieses Teilstücks frappant der ... äh ... ‘Kölner Schildergasse’:
Geschäft reiht sich an Geschäft & ...
... (ohne Übertreibung!) drei von fünf Läden sind ‘Zapaterias’.
Was allerdings nicht wirklich verwundern kann ... beobachtet man die Myriaden & Aber-Myriaden immer gutbeschäftigter, ständig ‘Shoe Shine! Shoe Shine!’ rufender Schuhputzer in den Parques Centrales ALLER mittelamerikanischen Städte.
Der ‘blank gewienerte Schuh’ als spezielle, lateinamerikanische Macho-Variante des Penisersatzes? (hm - bilde ich mir etwa nur ein, daß dem ‘bedienten Kunden’ beim ‘Polieren seiner Schuhe’ ein ‘irgendwie befriedigter’ Ausdruck im Gesicht ... äh ... ‘steht’? Ich schweife ab ...).
Am Parque Santa Ana durchschreite ich das koloniale, gußeiserne Stadttor & befinde mich augenblicklich in Casco Viejo:
- verwinkelte Kopfsteinpflastergäßchen,
- etwa ein Dutzend spanisch-katholische Sakral-Tempel (die gesamte Palette möglicher ‘Erhaltungszustände’ ist vorhanden: von ‘Rest-Ruine’ bis ‘Prunk-Protz’),
- alte Häuser & Paläste aus Kolonialzeiten, deren spezielle Atmosphäre vornehmlich von den (wunderschöne Schnitzereien aufweisenden & rundum-verlaufenden) Holzbalkonen herrührt,
- eine weitere ‘freundlich-fröhliche Atmosphären-Komponente’ erwächst aus den allseits kunterbunten, knatsch-farbigen Fassadenanstrichen (die jedoch so manches Mal die Grenze zum Kitsch überschreiten & in einigen Fällen gefährlich nahe ans ‘eher Peinliche’ heranreichen).

LA0574-PanamaCityIglesiaLaMerced+Atmo

Ich steuere zielstrebig auf das alte Gran Hotel Central (am Parque Central) zu. Um die Jahrhundertwende, zur Zeit des (so unglücklich verlaufenen) französischen Kanalbau-Engagements, war es ‘die erste Adresse’ in der Stadt & ...
... hier stieg die Prominenz ab.
Und WER steigt HEUTE hier ab ...?
RICHTIG!
Das Hotel macht einen verdammt heruntergekommenen Eindruck. Die Fassade bröckelt, blättert & rieselt - vor ein paar Wochen mußte das atmosphärische, hoteleigene Restaurant geschlossen werden (leider!) - & trotzdem:
Ganz offensichtlich besitzt das Haus ein ganz spezielles Flair!
Und sieht (nebenbei bemerkt) immer noch weit besser aus als die daneben befindliche ‘GPO’ ...
... die nämlich besteht nur noch aus fensterscheibenlosen Außenmauern & einer Menge Bauschutt im Gebäudeinneren!
‘Tja, Wollie - & an einen SOLCHEN ‘toten Briefkasten’ schickst DU Post !?’
Ich checke ein (nein - nicht in der Hauptpost: im Hotel!) & ein freundlicher Hotelangestellter zeigt mir ein sehr geräumiges Zimmer mit hoher Stuckdecke, mit riesigem Hochzeitsbett (‘Cama Matrimonial’), einem ruhigen französischen Balkon mit Aussicht (auf / über eine stimmungsvolle Altstadt-Seitengasse) sowie ‘Bano Privado’ & beeindruckendem Deckenventilator.
WAS WILL ICH MEHR ...?
Das Zimmer kostet achteinhalb Dolares & ist für Panama-City-Verhältnisse spottbillig! Naja - mit der Hygiene nimmt man’s hier offensichtlich nicht so genau:
Hinter der Kloschüssel liegt ein (gebrauchtes) Kondom ...
... aber wer schaut auch schon in solche Ecken?
Und außerdem: Kondom ist besser als ... äh ... kein Kondom, oder?

LA0569-PanamaCitySelbstportrait

Ach ja - falls man es nicht schon erraten haben sollte:
Casco Viejo ist übrigens der Rotlichtbezirk Panama-Citys!
Auspacken - Duschen - dann stelle ich mir die knifflige Frage:
Wo mag denn nun wohl die ‘Correos Verdadero’ sein?
Nach Befragung mehrerer Passanten lande ich wieder in der Avenida Balboa (in Santa Ana). In einem provisorisch & überhaupt nicht standesgemäß wirkenden Flachbau (unmittelbar neben dem ‘David’-Busterminal), befindet sich die neue Heimat der Hauptpost von Panama-City ...
... wo ich mich dann SO-FORT über eine alte, unsympathische & unfreundliche Angestellte ärgern darf:
Sie blättert die unter dem Buchstaben ‘S’ postlagernden Briefe derart gelangweilt & unsystematisch durch, daß NUR eine Postkarte (von Dir, Wollie: ‘Thanxx!’) für mich ‘abfällt’ ...
... obwohl ich ja eigentlich meinte ... über ihre rechte ... wie ein Hexenbuckel aussehende ... Schulter hinweg ...
Naja - dann wird sie diese Prozedur während der nächsten Tage halt SOOO OFT wiederholen, bis sie es RICHTIG kann!
Übrigens kann sie mir NICHT erklären, warum ich den Poststapel nicht selbst durchsehen darf. Ihre gleichermaßen eindeutige wie (nicht!) einleuchtende Antwort auf diese, meine Frage besteht aus einem Wort: ‘NO!’
Ich bin leicht genervt & beschließe, daß ich jetzt ein Bier brauche. Aber in Santa Ana eine Bar zu finden, ist gar nicht so einfach: in den einfachen ‘Comedores’ gibt’s nur das ‘Arme-Leute-Nationalgetränk: Agua Dulce’ (in Wasser aufgelöster, brauner Zucker: Igittt!).
Aber schließlich werde ich doch noch fündig. Am Parque Santa Ana erwartet mich EXAKT DAS, was mir vorschwebte: Durch die Schwingtür am Bar-Eingang gelange ich in einen stockdunklen Raum, in dem ich (nach kurzer Gewöhnung an die nicht vorhandenen Lichtverhältnisse) eine endlos lange, rechtwinklige Theke erahne. An dieser kauert die vollzählig anwesende Ortsgruppe des ‘AAPC’ (Anonyme Alkoholiker Panama-City). Hm - wortlos zwar, aber eindeutige Trinkgeräusche produzierend.
Für einen ‘Balboa’ (nicht das gleiche, sondern dasselbe wie ein US-Dollar) erhalte ich eine volle Bierflasche (mit den erhofften Abmessungen) sowie einen kleinen Pappbecher, der mich an die Behältnisse erinnert ... äh ... die einem die Krankenschwester in die Hand drückt, wenn man im Krankenhaus ... äh ... eine Urinprobe ‘lassen’ soll.
Hinsetzen - eine Zigarette anzünden - den Pappbecher ‘bis zum Rand mit dem kühlen Nass füllen’ & dann ...
... in einem langen Zug hinunter damit:
AAAAAHHH ... !
Nach zwei Minuten (oder besser: meinem achten Pappbecher Bier!) spricht mich Henry an, der sich rechts von mir an die Theke klammert. Meine Augen gewöhnen sich langsam an die ‘Beinahe-Dunkelheit’ & ...
... ich identifiziere (noch bevor er das erste Wort ausspricht) die unzweideutigen optischen Merkmale (Hä ...?) seiner US-amerikanischen Herkunft!
Er zeigt mir erstmal seine Wunden:
rechtes Auge geschwollen - mehrere Finger weisen einen unnatürlich, blauen Farbschimmer auf - & auch an seinen beiden Oberarmen prangen je zwei große, eindrucksvolle Hämatome.
Schließlich (nach einer effektvollen Pause) berichtet er in gespielt-gleichgültigem Tonfall, daß er vor einer Stunde zusammengeschlagen & ausgeraubt wurde!
Am hellichten Tage ... unmittelbar vor einer ‘Farmacia’ ... keine 100 Meter von der Bar entfernt!
Äh - mir wird leicht mulmig ...
Er ist sichtlich stolz auf die Bemerkung der panamaischen Polizisten (anschließend auf der Wache), er sei ‘... der erste Touri, der sich gewehrt habe!’
NOCH schweige ich (mich auf das Wesentliche - mein Bier! - konzentrierend).
Er erzählt ...
... von Kolumbien (erklärt mir, wo ich unbedingt hin muß & was ich getrost vergessen kann),
... von seiner Krankheit (die Schläger haben ihm neben zwanzig Dollar auch sein gerade gekauftes ‘Krebs’-Medikament entwendet),
... vom Leben an sich,
... schließlich umreißt er noch in einfachen Worten SEINE (die richtige!) Sicht des Welthandels!
ICH (wie gesagt: konzentriert trinkend!) schweige immer noch ...
... während er nun auf sein offensichtliches Lieblings-Thema ‘Democrats & Republicans’ zu sprechen kommt:
Er sei Demokrat & komme aus der ‘Labour’-Bewegung. Seinem Sohn wären diese, seine ‘Roots’ aber leider nicht zu vermitteln. Geschichts-Bewußtsein spiele in der jüngeren amerikanischen Generation ohnehin keinerlei Rolle mehr!
DANN ... will ER von MIR wissen, ob’s denn SOWAS (also: Gewerkschaften!) auch in Deutschland gäbe? Hm ...
... nun haben sie also auch noch die Arbeiterbewegung erfunden!
Mein Mitleid mit ihm hat SPÄTESTENS JETZT ein Ende!
Ich nehme einen letzten, laaangen Schluck Bier, hole tiieef Luft & denke (bevor ich zu meinem Plädoyer ansetze):
OH, HENRY!
Ich monologisiere (ohne mich selbst zu überzeugen & die aller-jüngste Vergangenheit bewußt ausklammernd) über die deutsche Sozialdemokratie - ihre Anfänge im ausklingenden 19. Jahrhundert - sowie die untrennbare Verbundenheit & parallele Entwicklung zwischen / von SPD & Gewerkschaften ...
... & sage (mich wieder IHM zuwendend) schließlich, daß für mich zwischen amerikanischen Demokraten & Republikanern ABER AUCH GAR KEIN UNTERSCHIED bestünde! Daß SEIN demokratischer Präsident Clinton die Arbeitslosigkeit im ‘Land der begrenzten Unmöglichkeiten’ bekämpft, indem er die Mindestlöhne abschafft ...
... & das 200 Jahre nach Abschaffung der Sklaverei!
Er will etwas antworten (ich sehe es ihm GANZ DEUTLICH an!) ...
... schafft aber letztlich nur ein hervorgestoßenes:
SORRY - I’M DRUNKEN!
Da es ihm offensichtlich an Argumenten gebricht, will er mir ein Bier spendieren - was ich mit der Ausrede ablehne, ‘ ... ich müsse noch zur Post’.
Hm - unfair wie ich manchmal (?) halt bin (& ich schäme mich dessen nicht!) ...
... denke ich beim Verlassen der Bar, daß er EIGENTLICH VÖLLIG ZU RECHT ‘ein paar auf die große Schnauze’ bekommen hat.
Leider sind die ‘Rächer der Enterbten’ mittlerweile über alle Berge & ich kann sie zu ihrer guten Tat nicht mehr beglückwünschen.
Schade - eigentlich ...
Gut gelaunt ... unternehme ich einen ersten Orientierungs-Spaziergang durch die engen, atmosphärischen Kopfsteinpflastergassen Casco Viejos ...
... solange es noch hell ist!
Bei Nacht soll man hier Spaziergänge auf das absolut Notwendige beschränken. Obwohl ich sagen muß, daß mir Henrys Schilderungen seiner nachmittäglichen Erlebnisse eher Sicherheit (als das Gegenteil) gegeben haben:
Ich vertraue auf die Menschenkenntnis der hiesigen Straßenräuber ...
... & setze darauf, daß ausschließlich ‘Ass-Holes’ verprügelt werden!
Ich folge der alten, spanischen Befestigungsmauer (oberhalb der anrollenden, pazifischen Wellen) & genieße diverse ‘Buena Vistas’:
... auf die ‘Bridge of the Americans’, die übrigens (wie die gesamte ‘Canal-Area’) von einigen tausend amerikanischen GI’s bewacht wird (‘Tja, Henry - & wo waren DIE, als Du sie so dringend brauchtest?’ ‘Okay - ich hör’ ja schon auf!’),
... auf die mittels befahrbarem Damm mit dem festländischen Stadtteil Amador verbundenen, vorgelagerten Inseln Naos, Perico & Flamenco,
... auf die beeindruckende Skyline Nuevo Panamas am gegenüberliegenden Ende der Bahia de Panama;

LA0576-PanamaCityCascoViejo+PuenteDeLosAmericanosLA0572-PanamaCityMonumentoBelisarioPorras

LA0566-PanamaCityElCangrejo+WolkenkratzerLA0568-PanamaCityWolkenkratzer

... sowie auf die (heute mal wieder) sehr tief fliegenden Pelikane.
Ich fühle mich ziemlich gut (zumal mein ‘Aua’-Zahn mich in Frieden läßt) & merke mir diverse lohnende Spots vor. Heute habe ich NOCH keine Lust auf DIE GANZ GROSSE FOTO-SAFARI ...
... wissend (wohl auch), daß ich noch einige Zeit in dieser mir nach ‘First Sight’ ausnehmend gut gefallenden Stadt verbringen ... äh ... werden muß!
Einkauf von ‘Survival-Food’ (Brot & Zigaretten) sowie Überlebens-Säften (‘Jugo Naranja’ y ‘Un Paquete-de-Seis Balboa Extra Strong’) für einen relaxten Abend im Hotelzimmer, in das ich mich anschließend begebe.
Nach einem kurzen Kapitel ‘Cien Anos de Soledad’ (sowie zwei Bieren) fallen mir ABRUPT die Augen zu. Ich lehne mich zurück & ...
... LASSE ES GESCHEHEN.
Denn (eigentlich kaum verwunderlich): Während der letzten, kurzen Nacht in David, bei den ‘alten Männern’, habe ich nicht allzu viele ‘Panama-Hüte voller Schlaf’ abgekriegt - also ...

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