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‘EINE INSEL MIT ZWEI BERGEN ... !’ ODER: TREKKING IM LAGO NICARAGUA !
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FRÜH RAUS ... ‘Hm - WIE OFT habe ich meine Tagebuch-Einträge eigentlich schon mit DIESER Bemerkung begonnen? Anyway ...’ Heute aber nun wirklich, denn es steht mal wieder ein langer Reisetag an! ICH WILL AUF DIE INSEL! Duschen - Packen - Auschecken. Die ersten (letzten?) Hotelgäste sitzen schon wieder (noch immer?) vor dem Fernseher neben der Rezeption & ... ... ‘ziehen sich Zeichentrickfilme rein!’ Desayuno Tipico enfrente - en el ‘Restaurante Al Ancla’. Immer mehr Gäste drängen auf die Terrasse mit dem schönen Ausblick auf die Iglesia de Guadelupe (der Laden scheint beliebt zu sein) ... ... & der UNGLAUBLICH DICKE, schon zu dieser frühen Tageszeit erbärmlich schwitzende Wirt schleppt ständig neue Tische aus dem Innenraum heran. Ich breche früh auf, da der letzte ‘Morgen-Bus’ nach Rivas schon um Halb Zehn Uhr Granada verläßt. Letzter Stadtrundgang (diesmal mit Gepäck - trotzdem: ‘Some Shots) ...



... zum ‘Special-Rivas-Bus-Terminal’ hinter dem Mercado. Der nächste Bus fährt in zehn Minuten ab. Also noch genügend Zeit für einen schnellen Kaffee, eine Hechel-Zigarette & einen flüchtigen Blick auf das Marktgeschehen.
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Der Bus ist bis auf den letzten Platz gefüllt - also heißt es (mal wieder): Knie unters Kinn & ... lächeln! Der durchfahrenen Landschaft merkt man die Late Dry Season nun doch zunehmend an: alles ist braun & wirkt verdorrt. Die Rinder auf den ‘Weiden’ scharen sich um die wenigen, verbliebenen grünen Flecken - fliehen die Sonne (wenn möglich) - & bevorzugen augenscheinlich Standorte in der Nähe der spärlich vorhandenen (natürlichen oder künstlichen) Wasserreservoire. Menschen zeigen sich um diese ‘mörderische Mittagszeit’ nur sehr vereinzelt & halten sich verständlicherweise lieber im Schatten ihrer Hütten & Häuser auf. Wir fahren (außer Sichtweite) am Lago Nicaragua entlang - aber schon nach einer halben Fahrtstunde zeichnen zwei hohe Berge ihre akkurate Kegelform deutlich in den wolkenlos-blauen Himmel: Vulkan Concepcion (1610 Meter hoch) & Vulkan Madera (1340 Meter hoch) - die beiden höchsten Bewohner meines Tages-Etappenziels Isla de Ometepe (der größten Insel im Lago Nicaragua)! Der Highway beschreibt grundlos einige weitgeschwungene Kurven & die Volcano-Views (vor allem auf den höheren & näher, da nördlich gelegenen Concepcion) wirken ständig neu. SCHOCK! Selbst auf die noch relativ große Entfernung ist deutlich auszumachen, daß der Berg ab etwa halber Höhe ‘nackt’ (sprich: baumlos) in der Sonne glänzt ... ... & ich stelle mein für morgen geplantes Vorhaben, den Vulkan ‘mal so (quasi: en-passant) zu erklimmen’, kleinlaut zumindest in Frage. Kurz bevor wir in die Stadt Rivas einfahren, springe ich vom Bus (wörtlich!): In einer kleinen Seitenstraße befindet sich die ‘Parada’ für den Bus nach San Jorge, vier Kilometer östlich des Highway am Lago gelegen & ‘Jumping-Off-Point’ der Fährboote nach Moyogalpa (auf der Isla de Ometepe). Nach einer end- & schattenlosen Warte-Viertelstunde erscheint tatsächlich ein klappriger Mini-Bus & ich quetsche mich zwischen die Plastik-Enten, ‘Nivea’-Bälle & riesigen Kühltaschen der zahllosen Einheimischen. ‘Ob die alle ... also ich meine: die ALLE auf meine ... Insel wollen?’ Aber: Keine Panik! Eine weitere Viertelstunde später erreichen wir San Jorge & alle Befürchtungen lösen sich in Wohlgefallen auf: der Heimatort meines Fährboots verfügt über einen bei der einheimischen Bevölkerung sehr beliebten Badestrand! Bus an Bus parken am Ende der Straße & unmittelbar am Seeufer. Zwischen den zahlreichen Cafes & Restaurants wuseln Legionen von Nicas herum (kein einziger Touri!). Die Badelustigen stehen dicht an dicht in der knöcheltiefen Brandung & betrachten eher gelangweilt den See (übrigens: umfallen kann keiner, da ... äh ... ‘dicht an dicht’). Weiter vorne türmen sich die (für einen ‘Freshwater-Lake’ unerwartet) gewaltigen & (mich sehr!) beeindruckenden Brandungs-Wellen. Ich stecke vermittels aufklappbarem Jägerzaun mein Strandterrain ab, blase mein Schlauchboot auf, montiere den ‘Teleskop’-Spinnaker hinterm Bug, hisse die deutsche Flagge & ... Nein: Quatsch! Ich lasse das Strandleben natürlich rechts (südlich) liegen & strebe dem Anlegeplatz der Insel-Fähren zu.
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Hm - wirklich dorthin zu gelangen, ist allerdings nicht ganz so einfach: denn das Hafengebiet ist weiträumig abgezäunt & nur an einer Stelle bietet der brutal aussehende Stacheldraht einen Durchschlupf von schätzungsweise einem Meter Durchmesser. Alle ‘Überfahrt-Willigen’ müssen sich durch dieses Nadelöhr ins Hafengelände ‘rollen’ & ... ... so auch ICH (das einhöckrige ‘Gringo-Kamel’!). Zwei ‘Nußschalen’ liegen am Pier: die erste sticht um Vier Uhr in See - die andere immerhin schon um Drei Uhr. Es ist kurz nach ‘Mediodia’ (‘Wieso mußte ich eigentlich heute Morgen so früh ... ?’) - also: zurück zum Public Beach & ... ‘Do the Robbin Horst!’ Das Tourist-Office ist eine ‘Oase der Ruhe’: bei Bier & Kaffee verfasse ich meinen heutigen (also den gestrigen) Tagebuch-Eintrag. Anschließend (es ist immer noch ‘Damned Early’) T.C. Boyle, Kaffee & ‘Frijoles Con Crema’ in einem, an ein bayrisches Wiesenzelt erinnernden Strand-Restaurant. Währenddessen werden an den Nebentischen brutzelnde, zischende & mächtig viel Dampf produzierende ‘gebratene Schweinereien’ verzehrt (wobei die Gäste den bestellten Speisen nach dem Servieren erstmal fünf Minuten den Rücken zukehren müssen: Sicherheitsanweisung vom ‘Jefe de Cocina’!). Gegen Halb Drei Uhr verfrachte ich mich & mein Gepäck über die bedenklich schwankenden Hilfs-Planken auf den Kutter ... ... der übrigens wirklich sehr klein ist & schon am Anlegeplatz wild schaukelt & schlingert. Auch ein paar (wenige) Touris sind an Bord: unter anderen ein kompaktes, deutsches ‘Doppel-Pärchen’ (sehr kurzes ‘Klein-Gespräch’). Irgendwann nach Drei Uhr tuckert unser Kahn tatsächlich los & schon nach wenigen Auftakt-Wellen befinden wir uns inmitten stürmischster See (-Not). Das Boot beschreibt unablässig VOLLE 180-Grad-‘Komm-auf-die-Schaukel-Luise’-Schwünge von Steuer- nach Backbord & ... wieder zurück (‘Heißa!’). Ein Mitglied der Schiffs-Crew ist für die gesamte Dauer der Überfahrt damit beschäftigt, mittels riesigem ‘Schneeschieber’ das unkontrolliert (?) einströmende Wasser aus dem Maschinenraum auf die Schiffsplanken zu ziehen (von wo es unter der Reling hindurch wieder dahin zurückläuft, wo es hergekommen ist). Die ‘lustige Seefahrt’ dauert eine knappe (& doch verdammt lange) Stunde.

Fast alle Locals liegen währenddessen langausgestreckt & flach (mit ausdruckslosem Gesicht & geschlossenen Augen) auf den Holzplanken. Alleine vom Hinschauen wird mir schon schlecht & ich weiß genau: Würde ICH DAS machen ... ... dann würde sich mein heute Morgen genossenes Desayuno Nicaragueno umgehend wieder den direkten Weg ans Tageslicht ... zurück (naja ...). Um Halb Fünf Uhr tuckern wir in den ruhigen Hafen von Moyogalpa ein ...

Ich folge der Hauptstraße hügelanwärts & bin positiv überrascht, wieviele Hospedajes & Comedores der kleine Ort zu bieten hat. Das ‘Hotelito Aly’ ist nahezu leer (wie erwartet: heute endet die ‘Semana Santa’) & ich darf mir das schönste Zimmer aussuchen: großer & billiger Raum mit vier Betten, einem Fan, Fenster-Ausblick in den wild-grünen, atmosphärischen Innenhof & einer mich einladend anblickenden Hängematte unmittelbar vor der Zimmertüre. Ich bin SEHR zufrieden mit mir & ... ... spendiere mir ein kühles Cerveza Victoria: SALUD! Auspacken, eiskalte Dusche & kurzes ‘Matten-Probe-Rumhängen’, bevor mich das vielversprechende, warme Spänachmittags-Sonnenlicht aus meinem Öko-Idyll hinaus & in den Ort treibt. Kurzer Orientierungs-Lauf durch das verträumt & überschaubar wirkende Moyogalpa: - Stippvisite in der wohltuend einfach ausgestatteten Dorfkirche (vor der eine Blaskapelle ‘fröhliche Sakralmusik’ intoniert), - staunende Blicke auf den über der Stadt thronenden Vulkan Concepcion (der zwar NUR 1.600 Meter hoch, aber wahrlich beeindruckend ist), - üppige Vegetation & vorwitzige ‘Urracas’ (eine einheimische, blaue Kakaduart), die mich durch den Ort eskortieren, - kurzer ‘Loop’ durch eine außerhalb des Dorfzentrums gelegene einfache, aber nicht ärmlich wirkende Hüttensiedlung, - Hunde, die (erstaunlicherweise) eher bedauernswert als angriffslustig wirken, - schwere Ochsenkarren & stolze Nicas ‘hoch zu Roß’. Ich schieße während des Rund-Trips eine ganze Reihe atmosphärischer Fotos ...
 
... & ende schließlich am Strand. In einer stimmungsvollen ‘Open-Air-Beach-Bar’ erlebe ich schließlich den Sonnenuntergang, der sich hinter den Hügeln am nördlichen Ufer des Lago Nicaragua vollzieht: SUUUPER! Ich lasse (bei Dos Cervezas ... nein: bei, nicht in) meine Seele baumeln - beobachte ‘das Leben am & im Wasser’ (elegante, weiße Reiher ‘Hunting Small Fishes’ sowie etwas weniger elegante, farbig-gepunktete Schweine, die den Uferschlamm durchpflügen) - & gebe mich dem ziellosen ‘Simmelieren’ (wie der Kölner zu sagen pflügt ... äh ... pflegt) hin. Als es am Nebentisch laut wird (drei zu-ALLEM-wild-entschlossen wirkende Caballeros gießen sich ‘Flor de Cana’ - pur & aus großen, randvollgefüllten Gläsern - ‘hinter die Binde’) spüre ich ... ... daß es EXAKT NUN Zeit ist, den Heimweg anzutreten. Mein Diner hatte ich bereits am Nachmittag (in San Jorge) - also mach’ ich’s mir mit zwei Bieren & T.C. Boyle in meiner Hängematte gemütlich: ‘Nearly Finishing Worlds End!’ Kurz darauf vollziehe ich (in schneller Folge!) die letzten, bewußt-gesteuerten Handlungen des Tages: - noch ein ‘finaler, kalter Guß’ (von außen: gegen die kaum erträgliche Hitze!), - Bereitstellen von Mineralwasser für die Nacht (gegen die zu erwartende, trockene Kehle), - exaktes Ausrichten des Mini-Ventilators (auf dass sein Effizienzgrad, für mich, möglichst groß ... !?), - Auspusten der (mangels Luftzug flackerfreien) Kerze ... ... letzteres nahtlos übergehend in: SCHNARCH & RATZ - TZ-Tz-tz ...
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... Ich bin VERDAMMT SAUER !!! Es ist Dienstag Morgen (Sieben Uhr!) & gerade hat die Fähre den Hafen von Moyogalpa verlassen ... & zwar OHNE MICH! Bei meinem Eintreffen um Viertel vor Sieben Uhr stehen alle Passagiere gemütlich vor dem versperrten Eingangstor am Pier & ... ... NIX tut sich (nicht)! Ich trinke (in Sichtweite & den Anlegeplatz beobachtend) einen Kaffee - man öffnet das Tor - ich zahle & marschiere sofort los. Aber JUST in dem Moment, da ich die Maschendraht-Pforte erreiche ... ... wird sie wieder verschlossen: DAS BOOT IST VOLL !!! Mit mir bleiben noch fünf weitere ‘Passage-Willige’ übrig & wir warten vergebens: Die ‘uniformierten Saft-Säcke’ überhören unsere Argumente, Beschwerden & Flüche & lassen uns (kalt lächelnd) abblitzen. Die nächste Fähre wird voraussichtlich um Viertel nach Acht Uhr die Insel verlassen (‘mas o menos’ ...). Mein bis ins Detail ausgetüftelter Tages-Zeitplan ‘ist fürn Arsch’ & mir bleibt viel Zeit fürs ‘Diario’! GRRR !!! Anyway ... COOL DOWN, MAN! Zurück zum Montag: Um Sieben Uhr sitze ich im (so früh am Morgen denn doch angenehm) kühlen Innenhof meiner Hospedaje beim Frühstück. Heute ist zwar nicht Donnerstag (?), aber trotzdem steht Trekking auf dem Tagesprogramm: Erkunden & Erwandern der Inselregion ‘um den Vulkan’! Von einer Besteigung des Concepción habe ich ja schon gestern (anläßlich des ‘First Close Look’) Abstand genommen ... äh ... nehmen müssen! Um Acht Uhr ergänze ich mein Survival-Kit um das überlebenswichtige Trinkwasser & marschiere (ziemlich orientierungslos ... äh) los. Zehn Minuten später GLAUBE ich (?), den von meiner Zimmerwirtin beschriebenen (natürlich UN-beschilderten), richtigen ‘Camino’ gefunden zu haben & ... folge ihm - einen weiten Bogen in zunächst westlicher & später südlicher Richtung um den Vulkan beschreibend:
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schattige & ebene Allee - (noch) Easy Walkin’ - Rinderherden, frei umhertrabende Wild-Pferde (mit Fohlen) sowie alte bis sehr junge Cowboys, die meinen Weg kreuzen. Hm, tja ... & DANN ergibt sich eine dieser blöden Situationen, die mir von Zeit zu Zeit klarmachen, daß meine ‘geistige Flexibilität’ doch ZIEMLICH untrainiert ist: Ein alter, urig aussehender Nicaragueno kommt mir hoch zu Roß (& in Begleitung seines vermeintlichen Enkels) entgegen. Ich grüße die beiden freundlich & mit erhobener Hand. Daraufhin streckt mir ‘El Viejo’ seine Hand entgegen & murmelt etwas Unverständliches. ICH ... ... (immer & überall Bettler & Händler befürchtend) wehre ab, sage ‘No - Gracias!’ & gehe weiter. Erst als die beiden schon außer Sichtweite sind, wird mir urknall-plötzlich klar, daß der Alte ‘Que Tal?’ (Wie geht’s?) gefragt hat & mir seine Hand zum bloßen Einschlagen entgegengestreckt hat. SHIT! Das Leben IST eine unendliche (& unglückselige) Aneinanderreihung verpaßter Gelegenheiten! Mich (leicht) ärgernd, marschiere ich (trotzdem!?) weiter. Nach einer weiteren halben Wanderstunde stehe ich vor der schwersten Entscheidung des gesamten Tages: Mein (als solcher zumindest angenommener) Hauptweg wird von einer, wie ein altes & ausgetrocknetes Flußbett aussehenden Schlucht gekreuzt. Rechts & links der ‘Rodelbahn für Mega-Schlitten’ steigt eine hohe Böschung steil bis senkrecht an. Etwas verunsichert frage ich einen mir aus der Schlucht entgegenreitenden ‘Caballero’ nach dem Weg ... ... worauf dieser (wortlos!) über seine Schulter nach hinten weist. Naja - ich wäre EH in die Schlucht eingebogen (die augenscheinlich exakt auf den Vulkan zusteuert): ‘Schließlich hatte ich ja nicht vor, die gesamte Insel einmal zu umwandern - ODER?’ Urrucas verfolgen mich ... krächzen mich wild an & lassen sich (‘In Shot-Able Distance’) auf den Ästen der umstehenden Bäume nieder. SOBALD ich jedoch die Kamera hebe ... (hm - das kommt mir IRGENDWIE bekannt vor!). Aus der Böschung dringt ständiges Rascheln an mein Ohr: Eidechsen, die sich durch meine Anwesenheit gestört fühlen & ihre Standorte wechseln. Die Stimmung ist friedvoll & ich fühle mich ausgesprochen wohl (obwohl die Sonne schon sehr hoch geklettert ist & die Hitze mit jeder Minute spürbar zunimmt). Mit meinem Wasservorrat gehe ich knausriger um als ein Karawanenführer, der (quer durch die Sahara) auf Timbuktu zumarschiert ... ... & das ist (wie sich später noch zeigen wird!) auch GUT so! Der Weg führt über sandigen, vulkanasche-farbigen & schwer begehbaren Untergrund (äh: ... noch ‘ne Timbuktu-Parallele). Ständig halte ich nach etwas festerem, steinigem Boden Ausschau. Umgestürzte (den Trail ‘überspannende’) Baumriesen behindern zusätzlich das Vorankommen. Gleichzeitig wird die Schlucht immer enger. Zunächst begegnen mir noch vereinzelt Ochsenkarren - später bin ich das einzige (sichtbare) Lebewesen weit & breit. Das sich abzeichnende Unausweichliche ... ... bleibt natürlich nicht aus: Irgendwann verliere ich jegliche Orientierung. Ein als solcher zu erkennender Weg existiert schon lange nicht mehr ... & ich muß mir (abwechselnd durch dichtes Gebüsch sowie über parzelliertes, halbhoch eingezäuntes Weideland umherirrend) meine eigene Schneise ‘schlagen’. Hm - Gott-sei-Dank habe ich heute Morgen meine Machete noch einmal (instinktiv!) über den Hospedaje-Schleifstein gezogen ... Von Zeit zu Zeit gibt mir ein ‘vereinzelter Einzel-Reiter’ wenigstens DAS GEFÜHL, daß ich mich immer noch in der Nähe bewohnter, zivilisierter (?) Regionen aufhalte. Nachdem ich ein halbes Dutzend Zäune er- & überklettert habe, entdecke ich einen schmalen Neben-Pfad, der exakt auf den Concepción zu zielen scheint: MY Way ... !
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Langsam, aber stetig, nimmt die Steigung zu (im etwa reziproken Verhältnis zu der Länge meiner ‘nicht mehr ganz so elastisch-federnden’ Schritte). Plötzlich zeigt sich eine Handvoll Affen, die hoch oben in nur einem, DEM Einzelbaum, ihre kaum wahrnehmbaren, da von der Mittagshitze auf das absolute Minimum reduzierten Bewegungen ... äh ... vollziehen. Ich tippe auf ‘Howler Monkeys’ (sicher bin ich mir allerdings nicht). Ich nähere mich dem Affen-Baum (nein: mit OHNE Brot) extrem vorsichtig & versuche einige Tele-Shots. Aber in dem Moment, da ich den für mich weder erkenn- noch abschätzbaren Sicherheitsabstand unterschreite ... ... wird die komplette Affenbande (pechschwarz-glänzendes Fell, meerkatzen-ähnlicher, langer Schwanz & ‘Human Looking Faces’) sichtlich unruhig. Und mir bleibt nur (will ich sie nicht verscheuchen) der geordnete, bedächtige Rückzug. FUCKIN’ SHIT! ... ... denn mein Objektiv-Extender klemmt (& so werden die ‘NUR 210-mm-Shots’ vermutlich lediglich meine eh schon so umfangreiche Archiv-Rubrik: ‘Nichts-Sagende Such-Bilder’ erweitern). ICH ... steige weiter vulkan-anwärts. Währenddessen zeigen sich in meinem Rücken die ersten ‘Views’, die untrüglich (& erstmalig seit meinem Eintreffen am gestrigen Abend) BEWEISEN, daß ich mich TATSÄCHLICH auf einer Insel befinde: Mein ‘Weit-Blick’ reicht (über die Baumwipfel hinweg) auf den Lago & das nordwestliche Ufer der Isla de Ometepe. Meine Wasservorräte gehen dramatisch zur Neige ... ... & so beschließe ich (nach NUR etwa einem Drittel der zu bewältigenden Höhenmeter), ‘... diese, meine halbherzige Vulkanbesteigung abzubrechen’. Äh ... ... daß sich (NOCH ein gutes Stück) oberhalb meines Standortes ein gänsehaut (bei mir!)-produzierendes, furcht-einflößendes Gebrüll (von wem auch immer?) aus dem grünen Dickicht löst, hat mit DIESER, meiner FREIEN ENTSCHEIDUNG übrigens NICHTS ZU TUN ... ... äh: ja! Ich schieße ein paar (die letzten) Vulkan-, See- & Landschafts-Panorama-Fotos.

Dann mache ich mich mit einer nur noch zu einem Viertel gefüllten Wasserflasche an den langen Abstieg. Die Steilpassagen bewältige ich zwar in überraschend kurzer Zeit. Die sich anschließende Flachstrecke durch Wald- & Weideflächen zieht sich dann aber noch einmal quälend in die Länge: mehrfach bin ich mir sicher ... JETZT ... hinter der NÄCHSTEN Wegbiegung ... ... aber genauso oft (minus eins! Genauer vermag ich’s nicht zu sagen ...) baut sich noch ein weiterer, unüberwindbar scheinender letzter Hügel vor mir auf! Als ich nach fast sechs Stunden (meist ‘Strammen Marschierens’) die ersten Häuser Moyogalpas ERBLINZELE ... ... bin ich (ausnahmsweise OHNE Übertreibung) FIX & FERTIG !!! Zunächst gleiche ich meinen völlig desolaten Flüssigkeitshaushalt aus. In Tegucigalpa berichtete mir Aad von seinen Erfahrungen mit ‘Dehydration’ (& DAS hörte sich ALLES ANDERE ALS LUSTIG an). Weit entfernt bin ich heute NICHT von seinen geschilderten Symptomen - also: Cola & Bier (nein: getrennt!) am Fährhafen - Beine hoch legen & weit auf den See hinausblicken - Durchschnaufen !!! Anschließend robbe ich ins Hotel zurück: HEUTE mach’ ICH ... NIX MEHR! Ich hieve meinen zentnerschweren Kadaver in die Hängematte & unterhalte mich mit Nick (einem Australier), der ebenso wie ich das Problem ‘Panama-Colombia-X-Ing’ wälzt. Seine dänische Freundin hat’s da einfacher: Sie fliegt nächste Woche von Costa Rica aus (schon wieder) zurück nach Europa ... ... & beneidet uns. Relaxter ‘Schwatz-Lese-Hängematten-Dös’-Nachmittag - diverse Kaltgetränke (meine Hospedaje erweist sich zunehmend als ‘Extremely Convenient’, was übrigens erst der Hängematten-’Lägerige’ hinreichend zu schätzen weiß!) - sowie mehrere Refreshing Cold Showers. Nebenbei lese ich T.C. Boyles ‘Worlds End’ ... äh ... AUS! Hm - bin jedoch vom Schluß etwas enttäuscht: Alles ist einen Tick zu vorhersehbar. Und bei der während des letzten Buch-Drittels aufgebauten Spannung, hatte ich mir ein furioseres & überraschenderes Finale erhofft (trotzdem: Boyle hat - wie ich aus eigener, leidiger Erfahrung weiß - weit schwächere Romane ‘verbrochen’). Am späten Nachmittag beginne ich dann übergangslos mit Gabriel Garcia Marquez’ ‘Hundert Jahre Einsamkeit’ (ich bin im Lesefieber!). Sehr viel später zieht’s mich nochmal ans Wasser & ... ... in meinem Stamm-Open-Air-Restaurant (am Fähr-Dock) gönne ich mir ein warmes Diner: ein ganzer, gebratener Lago-Fisch (SEHR LECKER zwar ... äh ... er weist allerdings eine, jeder mir bekannten Fischanatomie vollkommen widersprechende Grätenanordnung auf ...!?) sowie Reis, Bohnen, Salat & die unvermeidlichen Bananen-Chips, ohne die eine mittelamerikanische Mahlzeit anscheinend nicht komplett ist. Gut & ‘kanonenkugel’-rund abgefüllt (auch aufgrund der diversen Kaltgetränke des Nachmittags, unter denen sich auch das eine UND das andere Bier befand), schwanke ich nach Zehn Uhr zurück in meine Hospedaje ... ... wo ich der ‘Danish-Aussie-Combination’ zum Abschied unterschiedliche Wünsche mit auf ihre unterschiedlichen Wege gebe. Dann ziehe ich mich mit meiner neuen ‘Einsamkeit’ in mein Zimmer zurück. EXTREME EINSCHLAF-PROBLEME! Da der ‘Hospedaje-Counter’ bei meiner Rückkehr schon verdunkelt war, konnte ich mir kein Kaltgetränk für die Nacht besorgen. Und DIES WISSEND ... ... werde ich (natürlich!) im Stunden-Rhythmus regelmäßig wach: Es ist BRÜLLEND-HEISS & ich habe (nein: LEIDE!) Durst !!! Während meiner dritten Wachphase, so gegen Ein Uhr nachts, lutsche ich aus purer Verzweiflung eine meiner Vitamintabletten (nur um den trockenen, bitteren Geschmack im Mund zu verlieren). UND ... ... anlässlich meines nächsten ‘Awakenings’, ereignet sich dann die bislang schwärzeste Stunde meiner gesamten, bisherigen Reise: Angetrieben von unentschuldbarer, mich schlicht übermannender, reiner GIER, schleiche ich (gleichermaßen katzen- wie verbrecher-gleich) durch den stock-dunklen Rezeptionbereich & ertaste eine der Mineralwasserflaschen, deren Standort ich noch vom Vormittag erinnere. NEIN! Heute Morgen hatte ich DIESE, meine Tat noch nicht ‘im kranken Sinn’ (EHRLICH!) ... ... anyway: Diebstahl - Raub - KAPITALVERBRECHEN! Ich SCHÄME MICH JA SOOO !!! Aber nur kurz ... ... DANN (nämlich) husche ich, meine Schritte mit traumwandlerischer Sicherheit durch den anspruchsvollen Innenhof-Parcours setzend, zurück in meine ‘Räuberhöhle’, löse zwei Vitamintabletten im erbeuteten Diebesgut auf & ... Gluck-Gluck-Gluck! Aaah! Rülps & ... ... DOPPEL-RÜLPS! Nochmal (auch wenn’s mir niemand abnimmt): Ich SCHÄME MICH JA SOOO !!! Ohne einen Gedanken an die drohende Moskito-Plage zu verschwenden, lasse ich schließlich durch das weitgeöffnete Fenster (‘Habe ICH etwas zu verbergen?’) Frischluft in mein Zimmer & ... ... schlafe umgehend ... ... (& mit reinem, quasi: ‘mineralwasser-klarem’ Gewissen!) ... ... EIN! NA ALSO - GEHT DOCH! ...
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... Um Halb Sechs Uhr schrillt mein Wecker! Duschen - Packen - KEIN Frühstück. Um Halb Sieben Uhr stehe ich vor dem Eingangstor zum Hafengelände von Moyogalpa ...
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... & zu den nächsten anderthalb Stunden: siehe Vortag! Gegen Halb Neun Uhr ‘sticht die zweite Nußschale des Tages (die obere Hälfte!) in See’. Solange wir uns im Windschatten der Isla de Ometepe befinden (‘Mechtild - Luv oder Lee? Das weiß ich immer nie!’), liegt der Lago ruhig & spiegelglatt vor uns. Kaum aber, daß wir die Windschattenseite verlassen haben ... Äh - habe ich bereits am Sonntag von ‘stürmischer See’ gesprochen? DAS war GAR NICHTS ... ... & kein Vergleich zu heute !!! Naja - der Lago de Nicaragua ist immerhin ‘der Welt zehntgrößter See’ & unser Schiff wirklich eine sehr kleine ‘Barca’. Ich muß mich immer wieder mit beiden Händen festklammern (woran auch immer) & gestehe mir nach weniger als fünf Minuten ‘Achterbahn a la Nicaragueno’ ein, daß eine Durchquerung der während dieser Jahreszeit äußerst stürmischen, karibischen See von Panama nach Kolumbien definitiv NICHT auf meine Wunsch-Liste gehörte... ... äh ... hätte ich NUR 1000 Wünsche frei. Unser ‘Capitán Oso Azul’ verfolgt abwechselnd zwei diametral gegensätzliche ‘Schipper’-Strategien: Einmal pflügt er möglichst frontal in die bis etwa zwei Meter hohen Wellenberge, was nicht immer gelingt (& dann zu heftigstem Schaukeln unsres Bootes von rechts nach links & zurück führt ... ... & verdammt viel Ähnlichkeit mit der Vorbereitung einer ‘Eskimo-Rolle’ hat). Dann wieder überläßt er sich, das Boot & MICH (!) den Naturgewalten von Wind & Wasser & läßt sich schräg in die Wellen hineintreiben (was zu sehr unterschiedlichen Bootsgeschwindigkeiten führt: auf dem Wellenkamm scheinen wir zu stehen - im dahinter gähnend uns erwartenden Loch hingegen ‘geht dann die Post ab’). Mir ist nicht recht klar, ob er das absichtlich macht oder (hilflos?) einfach nur ausprobiert, was besser funktioniert. Auf jeden Fall macht mir beides keinen allzu großen Spaß & ich sehne mir ‘Land unter die Füße’. Immerhin bin ich noch in der Lage, anerkennend zu registrieren, mit welchem Höchstmaß an Geschick & Körperbeherrschung die Crew-Member währenddessen über die schmale Holzreling ‘turnen’ ... oder aber lässig (freihändig!) auf dieser sitzen & ‘ihre Matrosen-Seele baumeln lassen’. Nach einer Stunde ist es (Hallelujah! ... & zwar mehrere!) vollbracht. Ein letzter Blick zurück aufs Binnenmeer bestätigt mir, daß die Wellen (die gegen den heute verwaisten Strand anrollen) um einiges höher & urgewaltiger sind als am ‘ruhigen’, vorigen Sonntag. Ich bin froh, daß ich (abgesehen von Kaffee) noch nichts gefrühstückt habe. Apropos Frühstück: an der Bus-Haltestelle in San Jorge gönne ich mir eine Fanta & ein trocknes, großes Brötchen (das muß mich nach Costa Rica bringen!). Kurze Zeit später fährt ein leerer Minibus vor & gegen Zehn Uhr erreichen wir (ich & eine Handvoll weiterer früher Fahrgäste) den Bus-Terminal in Rivas, der letzten größeren nicaraguanischen Stadt etwa 35 Kilometer nördlich der Grenze zu Costa Rica. Hier werde ich einmal mehr Zeuge einer dieser ‘für uns Eurozentristen’ VÖLLIG UNBEGREIFLICHEN Begebenheiten zum unerschöpflichen Thema: ‘Öffentlicher Personenverkehr in Centro-America’. Ein Bus mit der Aufschrift Frontera Sur fährt vor. Der Bus ist zwar für jeden erkennbar voll, trotzdem aber stürzen etwa 100 potentielle Fahrgäste herbei, quetschen ihren Hausrat & das Handgepäck durch die glaslosen Fensterrahmen ins Businnere, drücken & schieben ihre Kinder in die Rücken der in den beiden Türbereichen bewegungs- & hoffnungslos eingequetschten ‘Glücklichen’ und schwingen sich selbst aufs luftige Dach des Busses. Auf meine Frage, ‘wann denn wohl der nächste Bus nach Costa Rica den Terminal verläßt?’ (übrigens: Ich beteilige mich NICHT an der ‘Erstürmung eines zivilen Busses durch unzivile Zivilisten unter bürgerkriegsähnlichen Bedingungen’) ... ... antworten mir die untätig herumstehenden Terminal-Offiziellen mit einem vielsagenden Schulterzucken. Ich beschließe, mich diesem ‘Volkssport’ (aktiv!) zu verweigern, hocke mich vor ein nahes Restaurant & rauche genüßlich eine Zigarette: Und wenn ich den ganzen Tag hier verbringen muß ... ! Fünf Minuten später rollt der nächste, leere (!) ‘Frontera-Bus’ auf den Parkplatz. Ich schlendere gemütlichen Schrittes zum Bus hinüber, belege einen bequemen Doppelsitz, verstaue mein Gepäck im gähnend-leeren hinteren Busbereich ... ... & kann doch den Blick nicht vom ‘Objekt einheimischer Begierden’ wenden: Dem ‘etwas anderen Costa-Rica-Bus’ - der (keine fünfzig Meter entfernt immer noch ‘boardend’) aus allen Schweißnähten zu platzen droht & um den die Kämpfe an Heftigkeit noch zunehmen. Kurz darauf verläßt MEIN Bus (halbgefüllt & laut hupend) den Busbahnhof ... ... aber niemanden scheint dies auch nur im entferntesten zu interessieren! Hm - ich VERSTEH’S einfach nicht (obwohl: Es MUSS einen Grund für das alles geben, ODER !?). Über einen sehr schlechten (& ‘extremly bumping) so-called-Highway’, steuert unser Bus sein Ziel im äußersten Süden des Landes an - immer ‘hart am Lago entlang’ (& in Sichtweite der beiden attraktiven Insel-Vulkane). Als wir den Abzweig zum bei Pauschal-Touristen beliebten Badeort San Juan del Sur passieren, wird mir klar, warum sich in meinem Reiseführer die Anmerkung ‘Bring Insect Repellent’ findet: graue Moskitoschwärme verschleiern den Seeblick & durch die kompakte Masse potentieller ‘Malaria-Carriers’ hindurch, gleiten hunderte kleiner Vögel (mit weitaufgerissenen Schnäbeln ihr ‘ganz privates Schlaraffenland’ sichtlich genießend). Die Fenster des Busses werden geschlossen (& zwar von ‘ziemlich hektisch’ wirkenden Fahrgästen). Der Zustand der Straße wird (kaum vorstellbar, aber wahr!) NOCH schlechter & unser Bus rumpelt im Schritt-Tempo dahin. Um Halb Zwölf Uhr erreichen wir Sapoa: die aus drei flachen (& offiziellen) Gebäuden bestehende, letzte nicaraguanische Ortschaft vor der Grenze. Ich habe die Erfahrungen mit der ‘Nica-Lunchtime’ (anläßlich meiner Einreise) noch im Hinterkopf & spute mich ... Aber: Man scheint hier auf mich gewartet zu haben ... & man schickt mich von einem Beamten zum nächsten (& wieder zurück). Ich muß ‘Dos Dolares por Salida el Pais’ zahlen & ... ... schließlich wird sogar (erstmalig während meiner Lateinamerika-Reise!) mein Rucksack durchsucht. Als sich ENDLICH der finale ‘Ex-Migración’-Stempel in meinem Reisepass befindet ... ... ist der ‘Border-Shuttle’ (der hinter dem Zollgebäude wartete) natürlich weg. Bis Penas Blancas (Grenzstation auf der Seite Costa Ricas) sind’s vier Kilometer, was selbst für einen ‘Trekker wie mich’ too much ist ... SHIT! Ich hocke mich an den Straßenrand, warte auf den nächsten Bus & beschließe, es ruhig angehen zu lassen. Was soll’s: Ich komme heute halt so weit, wie ich halt heute komme ... !? BASTA! Um Halb Ein Uhr betrete ich das ‘Costa Rican Immigration Building’ & erblicke sofort den weithin sichtbar ausgeschilderten Fahrkartenschalter der internationalen Busgesellschaft ‘Tica’: die gegen 20 US-Dollar ‘Return-Tickets’ nach Managua verkauft. Ich zögere einen Moment ... ... habe ich doch im ‘Lonely-Planet’ gelesen, daß die hiesigen Behörden bei der Einreise die Vorlage eines ‘Return’- oder ‘Onward-Tickets’ verlangen. Aber - GUT, daß ich zögere! Denn ich ignoriere den Ticket-Counter & NATÜRLICH fragt mich NIEMAND nach einem Ticket - womit ich allerdings nun ein neues Problem habe: Tja ... WAS (um-Alles-in-der-Welt) fange ich jetzt bloß mit den gesparten 20 $ an? Ich entrichte das ‘Eintrittsgeld’ für Costa Rica (75 Colon, was etwa einem halben US-Dollar entspricht) & zehn Minuten später verkündet ein großes Schild (verheißungsvoll): ‘Welcome To Freedom & Democracy!’
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Länger als eine Stunde hänge ich an der Grenze rum. Dann endlich verläßt einer der raren Überlandbusse die Grenzstation: Mein heutiges Tagesziel ist die Kleinstadt Canas (an der ‘Highway-X-Ing’ zur Laguna Arenal & dem aktiven Vulkan gleichen Namens - übrigens: NICHT zu verwechseln mit ‘des Deutschen liebstem Ferien- & Baller-Dir-Einen-Domizil’). Der Bus hat zwar mitteleuropäisches Top-Niveau, ist allerdings (bei einem Fahrpreis von 7 Dollar für 150 Kilometer) auch recht teuer. Naja - schrittweise muß ich mich wohl oder übel von den spottbilligen mittelamerikanischen Reiseländern verabschieden: Honduras - Nicaragua - Costa Rica ... ... was jeweils genau EINEM Quanten-Preis-Sprung entspricht. Ich sitze auf der rechten Busseite & die mit jedem Kilometer Richtung Süden zunehmend brennende äquatoriale Sonne ‘rötet’ augenblicklich (& spürbar) meine empfindliche rechte Gesichtshälfte. Nach nur zehn Minuten kapituliere ich ... ... ziehe den Vorhang zu, sehe in der Folge von der durchfahrenen Landschaft nichts mehr & werde SCHLAGARTIG ‘UNENDLICH MÜDE’. Was mir (TROTZ ausgedehnter ‘Dös’-Phasen) allerdings nicht verborgen bleibt: Hier (in Costa Rica) wirken ... ... die Ortschaften gepflegter, ... die ‘Bar-&-Restaurant’-Hinweisschilder bunter & größer, ... die die Luft verpestenden Autos neuer. Costa Rica macht auf den ersten Blick den Eindruck eines SEHR HEISSEN US-Bundesstaates (was mir dieses Land nicht gerade sympathisch macht ...). Apropos ‘sympathisch’: ein weiterer Grund (für mich), nicht allzuviel Zeit in Costa Rica verbringen zu wollen, ist die offene Unterstützung der Nica-Contras (& deren ‘williger US-Helfer’) im nicaraguanischen Bürgerkrieg durch die costaricanischen Machthaber und Militärs. Also - ‘Sympathy for Sandino’! Gemeinsam mit einem ‘Danish Couple’ werde ich gegen Halb Fünf Uhr am Rande des Highways (nahe Canas) ‘ausgesetzt’. Kurze Orientierung ... anhand der großen Stierkampfarena ‘enfrente’ (dieser Teil des Landes ist für den großen Enthusiasmus seiner Bevölkerung für ‘Bull Fighting: the VERY Bloody Version!’ bekannt). Dann frage ich mich zum schmucklosen & gänzlich unatmosphärischen Parque Central durch. Ich checke drei heruntergekommene Hotels & ... entscheide mich letztlich für das einzige Zimmer mit Fenster (sowie ‘Fan & Shared Bath’). Die Unterkunft ist zwar mies - bei einem Mietpreis von NUR dreieinhalb Dollar aber (eigentlich) okay. Mein Magen signalisiert mir drastisch, daß ihm heute noch nichts zugeführt wurde (‘Die Leute kucken schon!’) & so suche ich das erstbeste, recht einfache chinesische Restaurant auf, daß sich mir in den Weg stellt: gutes (& billiges) ‘Chop Suey’ sowie zwei sehr kleine (& extrem teure) ‘Cerveza Imperial’. Und ... langer Tagebuch-Eintrag! Als die Dämmerung einsetzt (wie üblich sehr plötzlich), unternehme ich einen Verdauungs-Spaziergang durch die sensationslose, überschaubare Kleinstadt. Das einzig wirklich Außergewöhnliche ist der starke & böige Wind, der über die sauber asphaltierten Straßen fegt.
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Übrigens: Keine zwanzig Kilometer nördlich von Canas ist an einem nahe Tilaran gelegenen See das ‘Nationale Windsurfing-Centre’ beheimatet (... & die DORT herrschenden Windverhältnisse sollen noch um einige ‘Dunkerbekks’ über den in Canas blasenden Windböen liegen). Im, dem ‘Gran Hotel’ (naja: so HEISST meine heutige Unterkunft wenigstens!) gegenüberliegenden Super-Mercado Einkauf von Kaltgetränken für die Nacht. Hm - damit ich nicht wieder straffällig werden muß ... Um Sieben Uhr steuere ich durch den Empfangsbereich meines Hotels zurück in mein Zimmer. Ausgiebig Duschen (DIE tägliche Sensation!) sowie Reiseführer-Studium & ‘Garcia-Marquez’-Lesung ... ... zu dem ich noch nicht ‘den richtigen Draht gefunden habe’ (verwirrend viele, verschiedene Akteure sowie teilweise recht gestelzt & antiquiert wirkende Ausdrucksweise - obwohl: mal abwarten). Um eine selbst für mich extrem frühe Uhrzeit (Neun Uhr abends!) lösche ich das Licht - spüre ich doch, daß der heutige Tag für mich sehr zeitig begonnen hat. Übrigens: Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß es in Costa Rica nicht nur EXTREM WINDIG, sondern auch VERDAMMT HEISS ist ... ?
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