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... Donnerstag gleich Wandertag! Naja - diesen Eindruck erhalte ich jedenfalls beim Durchblättern meiner (letzten) Aufzeichnungen & ... so auch heute: Der Vulkankrater des Masaya steht heute auf dem Besichtigungsprogramm & wird mal wieder meine geballten ‘Walking-Abilities’ fordern. Um Sieben Uhr verlasse ich meine Hospedaje, halte Ausschau nach einem Frühstücks-Restaurant & werde in einer Seitenstraße fündig: Der mich wild ankläffende Köter wird an die Kette gelegt - ein sich (unter dem offensichtlichen Gewicht) biegender Tisch wird von den übriggebliebenen, leeren Bierflaschen des gestrigen Gelages geräumt - & schon kann ich meine Bestellung aufgeben: äh ... ... ‘Gallo Pinto’ (pikant gewürzte Bohnen, mit Speck knusprig angebraten) sowie ‘Huevos’ & zwei Blechtassen dampfenden Kaffees. Ein SAU-guter ‘Eye-Opener’ & mit (umgerechnet) nicht einmal ‘Dos Dolares’ spottbillig. Ein kurzer Umweg (ich habe mein Base-Cap im Hotel vergessen & ‘oben ohne’ ist mir heute & hier zuuu gefährlich) - dann marschiere ich vorfreudig & zuversichtlich zu der von meinem Hotelier beschriebenen Bus-Station. Aber: ‘Local Buses in Managua - Unbelievable!’ Ein einziges, undurchschaubares Chaos! Hat man die einzelnen Stadt-Routen nicht detailliert im Kopf, so ist man hoffnungslos verloren. Fahrpläne existieren natürlich nicht, die befragten Busfahrer sagen erstmal immer ‘Si!’ & ... ... während der Fahrt stellt sich dann heraus, wohin der Bus WIRKLICH fährt !? Ich besteige also einen Bus mit der ‘Wunsch-Destinacion: Mercado Central’ & ... ... lande (non-stop, also direkt, quasi unmittelbar & sowohl verzögerungs- wie auch umweglos) am: ‘Mercado Oriental’. Das ist aber nicht SO schlimm, denn von hier aus SOLL es einen Direktbus zum Mercado Central geben. Alles klar? Alles klar! Und wirklich: Ich benötige NICHT MAL VIER WEITERE (also: genau drei!) Bus-Trips, um schließlich WIRKLICH am Mercado Central anzukommen. Aber die nächste ‘ÖPV-Klippe’ lauert schon auf mich: Ich erkläre dem Busbegleiter des ‘Masaya’-Busses, daß ich am Eingang zum Masaya Nationalpark (VOR Erreichen der Stadt gleichen Namens) aussteigen möchte. ‘Si, Senor - Claro! Nada Problemas!’ Der Bus ist rappelvoll. Ich befinde mich eingezwängt in einer Doppelreihe zwischen den Sitzplätzen stehend & sehe absolut nichts. Daher frage ich irgendwann (sicherheitshalber!) einen Mitreisenden, der sich auszukennen scheint, nach meinem ‘Jumping-Off-Point’ ... ... & so erfahre ich, daß wir den gerade hinter uns gelassen haben! SHIT! Ich zwänge mich mit, an vorsätzliche Körperverletzung grenzendem Ellbogeneinsatz Richtung hinterem Ausgang & brülle dem Busbegleiter zu, er soll den Bus anhalten. Als ich (drei Kilometer hinter dem Abzweig!) endlich vom Trittbrett abspringen kann, schaut er (der Busbegleiter) zwar ein wenig verunsichert (fast so, als wolle er sich: Nein! DAS bilde ich mir sicherlich nur ein) ... ... aber kein noch so leises ‘Perdone!’ entwischt seinen versiegelten Lippen. WAS SOLL’S? Ich habe nur leichtes Marschgepäck dabei & versuche positiv zu denken: Ich bin allein mit mir & der Natur (& dem Highway)! Keinerlei Geräusche belästigen mich (bis auf die von den massenweise vorbeirauschenden Autos produzierten)! Die Sonne lacht (naja - eigentlich ist es eher ein ‘gnadenloses Knallen’)! ... ... & trotzdem: MIR GEHT’S DOCH VERDAMMT GUT - ODER? Nach einer Viertelstunde erreiche ich den Eingang zum Masaya Nationalpark, entrichte meine Eintrittsgebühr (zwanzig Cordoba) & bin, ausgestattet mit einer so gut wie nichts aussagenden Skizze des Parks (auf der Rückseite des Tickets) mir selbst überlassen: Die Entfernung zum Krater beträgt sieben Kilometer & öffentliche Verkehrsmittel (Shuttle-Bus o.ä.) gibt’s natürlich nicht! Hm - aber wozu auch? Schließlich habe ich zwei gesunde Beine ... ... im Gegensatz zu ‘Walter’ - dem tragischen Helden aus T.C.Boyles ‘Worlds End’ (meiner momentanen Reiselektüre). Nach zwei Kilometern auf asphaltierter Straße & (noch) durch eine schattige Nadelwaldregion, betrete ich das kleine Visitors Centre, in dem Lage & Geschichte des Vulkans erläutert werden: Als die ‘Conquistadores Espanol’ im 16.Jahrhundert erstmalig in den tiefen Krater-Schlund blickten, errichteten sie umgehend ein großes Kreuz. Denn sie hielten den Krater für den Eingang zur Hölle & befürchteten, daß die gesamte ‘Belegschaft der Unterwelt’ ihre Neugründung Granada (dreißig Kilometer südöstlich am Lago Nicaragua) erst überschwemmen & dann verschlingen würde. Jaja - so waren sie, die toughen Spanier! Was immer sie mit ihren Musketen nicht ‘umnieten’ konnten, das wurde einfach der kirchlichen Gerichtsbarkeit übergeben ... ... & Gott wird’s schon richten! Der Getränke-Kiosk ist geschlossen ... & so gibt es keinen Grund, meine erste lateinamerikanische Vulkanbesteigung weiter hinauszuzögern. Schon nach der ersten Wegbiegung (& dem gleichzeitigen Verlassen der Baumregion), befinde ich mich in einer Mondlandschaft aus erkalteten Lava-Brocken sowie Krüppel-Gewächsen & mickrigen Bäumchen.

Über das flach ansteigende Areal verstreut, zeigen sich immer wieder kleinere Vulkankegel (manche ‘atmend’). Der mich umgebende ‘Äther’ ist prall angefüllt mit vielstimmigem Gezwitscher exotischer Vögel - vorherrschende Gattung: Ein etwa zwanzig Zentimeter langer, metallic-blauer Piepmatz mit keckem Schopfhaar & ausladenden Schwanzfedern (jedoch kein Vergleich zum berühmten Quetzal-Schweif). In der Ferne erblicke ich (auf einem hohen Hügel) ein winziges Kreuz: DAS wird wohl ‘meine Richtung’ sein - oder?
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Die Asphaltstraße steigt langsam aber stetig an. Sporadisch werde ich von Autos überholt, aber ich widerstehe der Versuchung, ‘den Daumen rauszustrecken’ (äh ... dann schon eher den Mittelfinger!). Ich fühle mich diesen nicaraguanischen Auto-Fetischisten, die mich wie den ‘Invasionär von der Vega’ anstarren ... ... ja ‘SO-WAS VON Ü-BER-LE-GEN!’ Nach weiteren zwei Kilometern (die Sonne knallt!) beschreibt die Straße eine scharfe Linkskurve & bietet im Scheitelpunkt einen spektakulären Blick auf den erstarrten Haupt-Lavastrom des letztmaligen Masaya-Ausbruchs. Von nun an verläuft die Straße schnurgerade (& erheblich an Steilheit zulegend) auf den anhand des Kreuzes zu erahnenden Vulkan-Standort zu. Unter dem Vorwand ... äh ... ein paar ‘Bird-Shots’ machen zu MÜSSEN, lege ich wenig später eine längere Rast ein (ehrlicherweise müßte ich allerdings zugeben, daß ich ‘einfach nur VÖLLIG FERTIG bin!’). Die hübsch-bunten, fotogenen Piepmätze (siehe oben) ‘verarschen’ mich auf die gleiche Weise wie (vorgestern) die Poneloya-Pelikane & ... ich mache kein einziges Foto! Allerdings sammle ich während des Stops unter einem schattenspendenden Baum ausreichend ‘Puste’, um das letzte & steilste Teilstück meiner Vulkanbesteigung nicht nur anzugehen ... ... sondern nach einer halben Stunde (allerdings schweißgebadet!) auch erfolgreich abzuschließen. Die Asphaltstraße mündet letztlich in einen großen, ebenfalls asphaltierten Parkplatz, der lediglich durch eine halbhohe Naturstein-Mauer vorm dramatisch ins ‘gelb-schwefelige Nichts’ abfallenden Kraterrand gesichert ist.
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Links des Parkplatzes duckt sich eine kleine Strohhütte an einen sanft ansteigenden, grünen Nebenhügel. Rechts führen etwa 200 Steinstufen auf einen, den Vulkanrand überragenden kleinen Berg, an dessen Gipfel sich das hölzerne ‘Cruz Espanol’ in den azurblauen Himmel reckt. Ich wende mich zunächst nach links! Willig ... ... den in der Strohhütte vermuteten Getränke-Verkaufsstand um sämtliche verfüg- & trinkbaren Flüssigkeiten zu erleichtern (gegen Bezahlung - versteht sich!). Die Auswahl ist jedoch recht beschränkt & so muß ich mich mit einer Trinkeinheit der einzigen, hier oben erhältlichen Erfrischung zufriedengeben: eine frische Kokosnuss, deren wässrig-milchigen Inhalt ich mittels Strohhalm in zwei langen Zügen in mich HINEINGIERE! GRANDIOSO! ... ... das beste Getränk meiner gesamten, bisherigen Reise! Mag ja sein, daß mein Urteilsvermögen durch die vorherige körperliche Anstrengung leicht getrübt ist - aber Objektivität ist ja ‘kein Wert an sich’ ... oder? Um die Breite eines meiner verschwitzten Haare KNAPP der Dehydrisierung (... oder so?) entronnen, gehe ich anschließend (erst ... & keinen Moment zu früh) die systematische Ablichtung des ‘Hölleneingangs’ an:
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Gelber Rauch steigt fortwährend aus den tiefsten, nicht mehr einsehbaren Tiefen auf & der schweflige Geruch von ‘faulen Eiern’ (naja, es ist schließlich Ostern!) belästigt meine ‘eigentlich recht geruchs-resistenten’ Nasenschleimhäute. Aber - wie ich meinen Standort auch wähle: IMMER ... ... befinde ich mich zu nah am Krater, um ein Panorama-Gesamt-Bild des Masaya schießen zu können! ‘Mensch Hans - ich hätte DOCH das 24-mm-Weitwinkelobjektiv (für NUR 750 DM) bei Foto Gregor in Köln kaufen sollen!’ FRUST! ... ... & daher nur partielle, aber hoffentlich doch die bedrohlich wirkende Naturgewalt dieses Vulkan-Schlundes ein wenig widerspiegelnde Ansichten. Übrigens: Irgendwie kann ich die ‘ollen Spanier’ schon verstehen! Ohne die schützende Steinmauer hätte ich (bei meiner erwiesenen Höhenangst!) hier am Kraterrand wohl ‘ganz schönes Fracksausen’ (bekommen ... äh ... gehabt). Am ‘X-S-Pan-Yol’ ...
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... inkorporiere ich (mir) schließlich die für das intensive Empfinden ganz besonderer Glücksgefühle unverzichtbaren, weil diese noch verstärkenden rituellen, prä-kolumbianischen Rauschmittel (sprich: ich rauche zwei Zigaretten!) & genieße (zufriedenst lächelnd) die wie speziell für mich arrangierte Szenerie: NATURE AT IT’S BEST! ON THE VERY TOP (AGAIN) ... ... REALLY: THAT’S WHY I’M HERE! Tja - in SOLCHEN Augenblicken lichtet sich der mich umgebende Nebel & mir wird sonnenklar ... ... daß ich auf meinen Reisen nur diese spektakuläre & einsame Natur suche! Also - ich stehe dazu: Dies ist ‘das Tagebuch eines einsamen Reise-Wolfes & bekennenden Hobby-Misanthropen!’ Auch wenn (& obwohl) ich manchmal gern anders wäre !? Der stetig hügelabwärts führende Rückmarsch zum Managua-Highway vollzieht sich dann weit schneller (& unter erheblich weniger Flüssigkeitsverlust) als der strapaziöse Aufstieg. Kurzer Stop am Vistors Centre ... ... wie kurz? Exakt so lange, wie es braucht, eine eiskalte Pepsi in drei Zügen hinunterzustürzen (RÜLPS! äh ... ‘Perdone!’). Halbstündiges Warten am Straßenrand auf meine ‘Public Managua-Connection’. Mit dem Zurücksinken in den weichen Bussitz setzt die Vorfreude auf die zu erwartende ‘Sight-Seeing-Tour-Managua’ ein: die GANZ GROSSE (!) Schleife - mit sämtlichen verfügbaren, einzig für mein persönliches Wohlbefinden reservierten City-Bussen! UND ALSO GESCHAH ES! Ich überspringe die folgenden anderthalb Stunden (Steinskulpturen an meiner Bus-Endstation ‘Plaza Espana’: KLICK!) ...

... & stehe kurz nach Zwei Uhr nachmittags vor der verriegelten Eingangspforte des Guest-House Santos ... ... & wer öffnet auf mein Klopfen sowie zwei (die Dringlichkeit meines Begehrens unterstreichende & an Authentizität kaum noch zu überbietende) ‘Hola!’-Rufe? Na? Genau: Ina - die junge Norwegerin, die ich gestern Morgen beim Frühstück in Leon kennengelernt habe! Sie ist erst um die Mittagszeit in Managua angekommen, hat bislang keinerlei Stadt-Orientierung & ist daher erfreut, daß ich mich anbiete, ihr ‘erstmal das Leben im Allgemeinen & in Managua im Speziellen zu erklären’ (Lebensmittelgeschäft, Tourist-Info, ‘El Centro’ usw.). Übrigens ... ... die Korb-Schaukelstühle im Innenhof sind wirklich ausgesprochen bequem! Schließlich verabreden wir uns für den späten Nachmittag zu einem gemeinsamen Spaziergang durch das Stadtzentrum. Den Rest des Nachmittags: Tagebuch-Schreiben - Rauchen - Lesen - meinen Flüssigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen (mindestens!) ... & zwar mit (wenig) Bier & (viel) O-Saft - sowie RELAXEN! Um Fünf Uhr brechen wir zu unserem Abendspaziergang auf. Ich fotografiere nur wenig: das ‘Monumento de la Revolucion’, die Atmo am Parque Central, dann (etwas ausführlicher!) die Kathedrale, mit Schwerpunkt auf den immer noch deutlich sichtbaren Erdbebenschäden an beiden Türmen. Anschließend nettes ‘Pollo y Cerveza’-Diner am Ufer des Lago Managua ... ... sowie ‘Conversación Inglès’: Ina ist gerade mal zwanzig Jahre jung, hat eben erst ihre Schule beendet & ist vom Reisen (ihrer ersten Reise!) derart begeistert & fasziniert, daß sie sich überhaupt keine Studienrichtung mehr für ihren anstehenden nächsten Lebensabschnitt vorstellen mag ... ... ‘wenn überhaupt, dann etwas Künstlerisches!’ Sie bedauert, gleichermaßen vehement wie trotzig, kein Junge zu sein, da sie sich alleine (erstaunlich genug, daß sie hier ALLEINE unterwegs ist) nicht alle Aktivitäten zutraut - wie z.B. die ‘Allein-Besteigung’ des Masaya (die ich ihr ebenso detailliert schildern muß wie meine Trekking-Touren in Nepal). Sie ist begeisterungsfähig (naja, vielleicht weil sie noch sehr jung ist) & ... ... überhaupt nicht ‘mein Typ’! Was unser Beisammensein eigentlich NOCH schöner macht! Naja - halt einfach NUR eine nette Reise-Bekanntschaft, ... zum Gedanken austauschen, ... Reiseeindrücke schildern, ... Klönen, ... & ‘Gut-Fühlen’. Apropos ‘Gut-Fühlen’: Während ich dies schreibe, ist es Freitag Nachmittag. Ich befinde mich in Granada & sitze in einem Café am Strand des Lago Nicaragua. Eine alte Frau tritt auf meinen Tisch zu, legt einige Packungen unidentifizierbarer Medikamente (deren Verfallsdatum bereits seit Jahren überschritten ist) vor mich hin, fordert mich (mit resignierter Stimme) auf, diese zu kaufen ... ... & noch bevor ich überhaupt hin- & zu ihr aufschaue, sage ich bereits mein vor Ort antrainiertes, stereotypes ‘No - Gracias’! Sie ist in erbärmlich aussehende Fetzen gekleidet, trottet (den rechten, bandagierten Arm schwer auf einen Krückstock gestützt) zum nächsten Tisch, bringt auch dort (ähnlich erfolglos) mit ausdrucksloser Miene ihre Bitte vor & schlurft schließlich mit gesenktem Kopf weiter. Niemand kauft etwas & ... ... das alte, gebrechliche Mütterchen tut mir plötzlich (als es zu spät ist, ihr etwas Geld zuzustecken: so plötzlich wie sie auftauchte, ist sie auch schon wieder verschwunden!) UNENDLICH LEID !!! Es sind vornehmlich die alten Leute, die mich zu Tränen rühren & deren Überwindung (Aufgabe?) jeglichen Stolzes, mich wütend werden läßt auf die hier Regierenden, Abkassierenden, dicke Autos & teure Villen Besitzenden ... ... & das NACH dem Rauswurf der Somoza-Clique durch die Sandinisten! Womit sich berechtigterweise die Frage stellt: Was hat’s letztlich für die einfache Bevölkerung gebracht ...? Es ist immer das gleiche: Geschichte wiederholt sich endlos (siehe Kuba, ... siehe El Salvador, ... siehe?). ‘Ja, Wollie - du hast völlig recht! DIES HIER ist keine Region, um sich wohlzufühlen!’ Und dafür gibt’s ‘zig’ unterschiedliche Gründe ... Ende Einschub (zum Thema ‘Gut-Fühlen’ ...). Gegen Neun Uhr sind wir (Ina & ich) zurück im ‘Santos’. Wir genehmigen uns noch ein letztes Bier im Innenhof - auf den angekündigten Film ‘Quo Vadis’ (mit Peter Ustinov) warten wir jedoch vergeblich. Statt dessen spuckt der Fernseher die Nachrichten (?) irgendeines Ami-Satelliten-Channels aus: Massen-Selbstmord einer dieser ‘US-Horror-Sekten’ (deren EINZIGE Existenz-Berechtigung in der schnellstmöglichen & meistbietenden Versteigerung der ‘TV-Rechte an deren möglichst blutrünstiger Auflösung’ zu sein scheint) mit ... vergiftetem Pflaumenmus. Desweiteren sagt Präsident Clinton ‘irgendetwas Belangloses’ zur Krebsvorsorge (was, ist egal - Hauptsache: er ist ‘im Bild’). Und der Sohn Martin Luther Kings trifft sich mit dem Mörder seines Vaters, ist nach einem ‘Vier-Augen-Gespräch’ von dessen Unschuld überzeugt (‘weil: er hat mir gesagt, daß er es nicht war!’ Ach ja ...?) & will sich für seine Freilassung einsetzen. Usw. - usw. - ÄTZEND! ‘News’ sind in US-Channels wirklich nichts anderes als ‘Müll-Recycling’. EIGENTLICH ... darf man sich nicht wundern, daß die ‘Green-Gos’ so sind, wie sie sind (obwohl die emotionslose Akzeptanz dieser Einsicht gerade in Mittelamerika wirklich nicht leicht fällt!). Entsprechend schnell ... ... reicht’s mir! Und schon um Zehn Uhr ziehe ich mich in mein Privatgemach zurück: Noch ein langes Kapitel T.C.Boyles ‘Worlds End’. DANN ist (für heute) meine Welt auch ‘am Ende’ ...
Nachtrag: Ina will erfahren haben, daß die ‘Panama-Kolumbien-Fähre’ vor zwei Wochen in der tobenden Karibik gesunken ist !? Hm - wenn dem wirklich so ist, dann bleibt mir wohl DOCH nur der Flug von Panama-City nach Bogota ... ... & ich kann meinen hehren Vorsatz ‘Spanisch-Lernen auf dem Schiff’ getrost vergessen! A VER ...
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