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DIE HEIMAT VON CHIQUITA & MC DONALDS ... ... VON HONDURANISCHEN BANANEN-PLANTAGEN & NICARAGUANISCHEN RINDER-WEIDEN ! ODER: TOO MUCH WEAPONS IN CENTRO-AMERICA !
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Gegen Halb Sechs Uhr wache ich auf - aber ich nehme mir Zeit: in Ruhe ... Duschen - Rauchen - die Stille & das Meeresrauschen genießen. Dann Packen & Auschecken. Um Viertel vor Sieben Uhr stehe ich (nach einer kurzen Foto-Safari durch den Ort Tela) ...


... reisefiebrig am Bus-Terminal. Der nächste Bus nach El Progreso verläßt den Bahnhof um Sieben Uhr - also eigentlich noch genügend Zeit für einen ‘Quick Eye-Opener In Black’: aber um diese frühe Stunde hat Nix geöffnet & mir bleibt daher nichts anderes übrig, als den Bus ‘nüchtern’ zu besteigen ... Schöne, mit der Zeit aber doch eintönige Busfahrt (‘Bananen - nichts als Bananen!’). In El Progreso dann ‘Changing of the Busses’. Während der einstündigen Busfahrt nach San Pedro del Sula schließe ich Bekanntschaft mit zwei jungen US-Amerikanerinnen, die seit mehr als vier Monaten gemeinsam durch den nördlichen Teil Centro-Americas reisen (Guatemala & Honduras, vornehmlich aber Mexiko). Langsam wird nun das Geld knapp & die beiden wollen von SPS so schnell wie möglich weiter nach Mexiko ... & von dort aus heimfliegen. Übrigens: die ‘Stillere’ hat einen ‘verdammt gefährlichen Augenaufschlag’! In SPS suchen wir gemeinsam die Standorte unsrer unterschiedlichen Bus-Terminals (in meinem Reiseführer!) - stellen fest, daß wir zunächst den gleichen Weg haben - marschieren gemeinsam los & dann ... sind die beiden urplötzlich im Labyrinth der belebten, engen Gassen verschwunden! Ich weiß, ich dramatisiere! Aber in Tela (im ‘Sarahs’) habe ich mindestens viermal (!) andere Traveller mit dem freundlichsten Lächeln, zu dem ich fähig bin, gegrüßt. Aber niemand hat die Lippen auch nur zu einem knappen ‘Buenas’ auseinandergekriegt ... ... & nun: verschwinden die beiden Ami-Girls grußlos! Naja - vermutlich bin ich einfach nur zu forsch losgestürmt (annehmend, die beiden würden mir schon folgen). Nein - ich will ja gar nicht, daß mich alle DUFTE finden! Aber ein wenig Aufmerksamkeit, freundliche Ansprache, einfach ‘Wahrgenommen-Werden’ ... ... ist das denn zuviel verlangt? Verdammt: Ich Will Nicht Ignoriert Werden !!! (äh ... hat jemand was gesagt? Mir war so, als ob ... ?). In San Pedro del Sula suche ich zunächst den El Rey-Bus-Terminal ... & in dessen Nähe dann ein einfaches Café (auf): Endlich Frühstück, auch wenn es sich nur um das seit Guatemala einheitliche, ‘standardisierte Schnell-Brechen’ handelt (& die Sets einzig an der unterschiedlichen Qualität des Kaffees zu unterscheiden sind). Vor dem langen Bus-Trip in den Süden des Landes gönne ich mir ein kurzes Durchschnaufen & studiere die Zeitung ‘La Prensa’ (übrigens: ‘die Presse’ - wie originell ...). Im Mittelpunkt der Berichterstattung ‘Internacional’ stehen eindeutig die salvadorianischen Parlamentswahlen! Die FMLN hat ARENA zwar nicht als stärkste Partei des Landes ablösen können, aber immerhin fast gleichgezogen: ARENA knapp über 35 Prozent - FMLN gut 34 Prozent. Die FMLN feiert das als großen Wahlsieg! Und glaubt man den Beteuerungen der PCN (drittstärkste Partei mit über 8 Prozent) mit niemandem koalieren, aber fallweise ‘die bessere Politik’ unterstützen zu wollen - dann ist die Alleinherrschaft von ARENA gebrochen ... ... & in El Salvador geht ohne die FMLN nichts mehr. Übrigens: Hector Silva (FMLN) zieht als Bürgermeister ins ‘Ayuntamiento’ von San Salvador ein & kündigt umfangreiche Reformen an. Interessant ist, wo er die Schwerpunkte während seiner dreijährigen Amtszeit setzen will: Jugendpolitik & Müll-Recycling! Es scheint so, als ob dieser Politiker gewillt wäre, ‘in die Zukunft zu denken’! (ein Widerspruch in sich selbst ...?). Nach meinem ‘Late-Morning-Breakfast’ kaufe ich im El-Rey-Office ein Busticket: zweieinhalb US-Dollar für die 250-Kilometer-Strecke bis Tegucigalpa. Der Bus soll um Halb Zwölf Uhr starten & mir verbleibt somit noch eine halbe Stunde, mich (Reiseführer lesend) auf die Kapitale vorzubereiten. Bevor ich ins Bus-Innere darf, muß ich einen ausgiebigen Security-Check über mich ergehen lassen (inklusive Abtasten meines Körpers nach was-auch-immer). Dann aber - Surprise! Der Komfort des Busses nimmt (locker!) die absolute Spitzenposition meiner bisherigen Bus-Erfahrungen ein: superweicher Soft-Seat mit viel Beinfreiheit - ausgestreckt reichen meine Beine nicht an den Vordersitz heran! Allerdings nervt mich etwas anderes (naja - ich finde ja immer ‘irgendwas’): Eine Truppe einheimischer ‘Halbstarker’ (mit ihren minderjährigen Frauen & deren fast erwachsenen Kindern reisend) zelebriert angeberisch & lautstark ihre Macho-Coolness ... & die blöden (obwohl: schwarzhaarigen!) Frauen finden das offensichtlich auch noch toll! Überhaupt: Wollie - Du hast schon recht! Mittelamerika ist eine SCHEISS-Reise-Region! Dieses permanent demonstrierte & überall als normal akzeptierte Macho-Gehabe der Goldkettchen & Heiligen-Reliquien-behängten ... an zwölf Fingern beringten ... vor lauter Muskeln (teils eingebildeten, die dadurch aber nicht weniger behindern) kaum noch gehen könnenden ... cool & witzig & überlaut schwadronierenden ... ‘Kommandos’ an die nieder-rangigen Familienmitglieder (& ALLE außer ihm sind niederrangig!) erteilenden ‘Krönungen der Schöpfung’ ... ... geht mir schon ganz gehörig AUF DEN SACK! Mag ja sein, daß ‘die Frauen zuhause die Hosen anhaben’! Aber diese für die Öffentlichkeit zur Schau gestellte Rollenverteilung ... auch (wie in Kuba erlebt) das ständige, süßliche ‘Hündchen-Komm-Her!’-Pfeifen der Männer in Richtung ihrer sich ein paar Zentimeter entfernenden weiblichen ‘Wurmfortsätze’ ... zeigt doch deutlich, daß die spanischen Conquistadores bis in die heutige Zeit hinein einen nicht geringen Einfluß (& weiterhin Vorbildfunktion?) ausüben ... Ich weiß: Ich ereifere mich! Aber (ohne Quatsch) - ich beginne mich auf Kolumbien zu freuen, wo niemand dem anderen durch Gesten & Imponiergehabe irgendetwas beweisen muß - wo man sich stattdessen kaltblütig & emotionslos ‘über den Haufen knallt’ ... einfach & ehrlich & ohne Schauspielerei! So - DAS mußte mal raus - obwohl (erstmalig während dieser Reise): ‘Hat irgendwer irgendwann irgendetwas erwähnt, das darauf schließen lassen könnte, daß diese Reise Spaß machen soll ... ?’ Die Busfahrt ist bei weitem nicht so spektakulär, wie die während des Trips am vergangenen Freitag genossene Landschaft (als der Bus eine westlichere Route nahm): Ein schnurgerader, glatt-asphaltierter Highway durchschneidet gnadenlos die sanft (rechts & links der Straße) ansteigenden, eintönigen Hügel Zentral-Honduras’ - das Panorama wirkt auf Dauer jedoch sehr ermüdend ...
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... & zwischen den wenigen Sight-Seeing-Höhepunkten döse ich mich immer mal wieder für eine halbe Stunde an interessantere Schauplätze (sofern die ohne Unterlaß geräuschvollen ‘jungen Familien’ dies zulassen). Eins der wenigen Highlights ist (etwa 80 Kilometer südöstlich von San Pedro del Sula) der Lago Yojoa - ein riesiger, ruhig zwischen den ihn umgebenden (etwa 2000 Meter hohen) Bergen sich kräuselnder See. Mehr als eine halbe Stunde nimmt dessen halbseitige Umrundung in Anspruch. Er (der Lago) soll durch giftige Abwässer derart verschmutzt sein, daß ‘Leben im See’ schon fast an ein Wunder grenzt - was die ungezählten Restaurants entlang des Seeufers aber keineswegs davon abhält, auf großen Werbereitern frischen ‘Pescado del Lago’ anzupreisen. Es folgen ... weiter südöstlich der Highway-X-Ing-Point nahe Siguatepeque (mit der Abzweigung Richtung Westen nach Santa Rosa de Copan) sowie ... die alte honduranische Kapitale Comayagua. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll diese ihren Hauptstadt-Status verloren haben, weil sich einige Stadtobere im Jahre 1880 abfällig über die Frau des damaligen Staatspräsidenten äußerten & dieser daraufhin die Kapitale kurzerhand ins 82 Kilometer entfernte Tegucigalpa verlegte. Hm - wenn’s schon nicht stimmt, so ist es doch wenigstens gut erfunden ... Um Vier Uhr erreichen wir die entfernteren Vororte Tegucigalpas. Nach einer weiteren halben Fahrtstunde stoppt unser Bus im El Rey-Terminal in Comayagüela - der Business-&Market-District-Stadthälfte, die durch den Rio Choluteca (von den Einheimischen kurz & knapp Rio Grande genannt) vom nördlich gelegenen, historischen Tegucigalpa getrennt wird. Beim Auschecken im Busbahnhofsgebäude gibt’s einen Riesen-Streit: Einer honduranischen Mitreisenden ist ein Gepäckstück abhanden gekommen & sie brüllt mit ihrem unglaublichen ‘Latin-American English’ (like from ‘Blue in the Face’) das Gebäude nahe an den Rand des Einsturzes. Wie die Story letztlich ausgeht, erfahre ich nicht mehr: Ich schultere meinen Rucksack, frustriere (eigentlich überflüssig zu erwähnen ... hm - wie so manches in diesen Aufzeichnungen!) mal wieder eine verdutzte Hundertschaft Taxifahrer & begebe mich zu Fuß in die vermutete Centro-Tegucigalpa-Spur. Am nächsten Bushaltepunkt (der nie durch ein Hinweisschild, immer aber durch eine vielköpfige Menschentraube gekennzeichnet ist) erwische ich einen Bus Richtung Parque Central - schnaufe kurz durch ... & steige kurz vor Erreichen des Parks aus: Zimmersuche! Im Hotel Iberia (mit Blick auf die schneeweiße, romantische Iglesia Los Dolores) werde ich fündig: Einchecken - meine Sachen im Zimmer verstreuen - lang ausgestreckt auf dem (sehr guten) Bett liegend eine Zigarette ‘paffen’. Dann ... ... treibt’s mich nach draußen. Noch ist es hell - also! Ich schnuppere am Parque Central etwas Großstadt-Luft - werfe einen Blick auf die an der Ostseite des Parks befindliche Kathedrale (eine Besichtigung muß ich auf unbestimmte Zeit verschieben, da gerade eine Messe stattfindet) - bestaune das mächtige Reiterstandbild des Generals Francisco Morazan (der als ‘Vater des honduranischen Befreiungskampfes gegen die Spanier’ in die Geschichtsbücher eingegangen ist ...
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... & von 1830 an Präsident der kurzlebigen ‘Vereinigten Staaten von Zentralamerika’ war) - & schlendere einmal die Avenida Barahona (die Shopping-Mall & Fußgängerzone Tegucigalpas ... mit hunderten Geschäften sowie wenigstens einem Dutzend ‘Panaderias’) rauf & runter. Als die Dämmerung einsetzt, überrede ich mich im Restaurante Duncan Maya einzukehren, einem rustikal-gemütlich eingerichteten Etablissement mit ‘Kaffeehaus-Flair’: filigrane Bistrotische & -Stühle - aufwendige Dekoration der Wände mit alten Bildern sowie einem (keinem Stil verpflichteten) Sammelsurium unterschiedlichster Artefakte - eine Crew freundlich-lächelnder (& den Gästen ein ‘Willkommenseins’-Gefühl vermittelnder) KellnerInnen. Das Lokal ist gut gefüllt. Zu jedem Getränk gibt’s knusprige Chickenwings & Potatoe-Chips gratis - hier (fernab vom ‘Mutterland’) scheint die große, spanische ‘Tapa’-Tradition noch lebendig. Zwei Stunden halte ich’s an diesem heimeligen Ort aus: Tagebuch schreibend, Reiseführer studierend & die unverkrampfte Atmosphäre genießend! Als ich mich schließlich zur Besichtigung der Kathedrale aufraffe ... ... hat sich stockfinstere Nacht über die honduranische Kapitale gebreitet. Das Kirchenhaus schafft es dann (in kürzester Zeit!) meine ungewohnt gute Grundgestimmtheit zu pulverisieren: Der riesige & protzige Barockalter besteht ebenso wie die vor dem Altar aufgereihten, thronartigen Sessel für die Kirchenfürsten zu 100 Prozent aus massivem Gold und/oder Silber. Ich spüre, wie mir beim ‘Abschreiten’ der angehäuften, unermeßlichen Schätze die Galle höher & höher steigt. Einer Bettlerin, die mit geöffneten Handflächen vor der Kathedrale hockt & mich erwartungsvoll ansieht, kann ich (noch unter Schock stehend) nur ein ausdrucksloses Kopfnicken in Richtung ‘christliche Nächstenliebe-Schatzkammer’ schenken. Und wenn dann ‘El Papa’ seinen Besuch ankündigt, dann rappeln sich selbst ‘die Verwesenden’ von ihren Krankenlagern hoch ... ... & scheuen keinen noch so weiten Weg, nur um IHN zu sehen! Naja - wenn sie wenigstens Eier oder Tomaten mitnehmen würden (aber womit sollen sie die denn auch bezahlen ... ?). Diese ‘gottverdammten Scheiß-Katholen’ ... hm, vor allem in Lateinamerika (wo neuesten Schätzungen zufolge mehr als die Hälfte aller Katholiken leben!): Ein weiterer Grund, warum ich dieses Mittelamerika wohl nie verstehen werde & sich meine Sympathie für diese ‘religiösen Lemminge’ in allerengsten Grenzen hält! Ich versuche mich abzulenken ... ... & konzeptioniere umständlich insgesamt drei ‘Nacht-Langzeit-Stativ’-Aufnahmen von der Kathedrale (mit ‘zunehmendem Horst ... äh ... Mond’). Währenddessen quatscht mich ein augenscheinlich zumindest angetrunkener Honduraner ziemlich dumm & von der Seite an. Da ich ‘nicht GANZ so bereitwillig auf ihn eingehe, wie er es von mir erwartet’ ... ... zieht er schließlich empört & laut fluchend von dannen! Was soll’s: Ich habe keine Lust, es JEDEM PENNER Recht zu machen (& bei meiner momentanen, miesen Laune schon gar nicht). Ein Stück ‘Brasselkuchen’ sowie ein authentisches Baguette (fürs Hotelzimmer). Hier lese ich (endlich) ‘meinen Fuentes’ aus: optimistisch-hoffnungsvoller Schluß mit ‘Pacifica’ als der neuen, humanen & gerechten Welt! Um Halb Elf Uhr fallen mir zwar die Augen zu, gleichzeitig aber habe ich einen unbändigen Durst (& kein Kaltgetränk ‘zur Gurgel’). Außerdem nervt mich eine penetrante Einzelmücke ... Tja - & somit wird’s vor Mitternacht (wieder mal) nichts mit Einschlafen: ‘Aber Morgen wird ausgeschlafen!’ ‘Versprochen?’ ‘Mal sehen!?’
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... Heute lasse ich mir wirklich Zeit (erstaunlich, was?). Nach Acht Uhr schäle ich mich aus den nicht vorhandenen Federn (‘You Lazy Bone, You!’) & erwecke mich mit Hilfe einer eiskalten Dusche - falls dieser Begriff mein Tun trifft (denn nur morgens & abends hat’s Wasser ... & dann auch nur tropfenweise). Als ich um Halb Neun Uhr im Restaurante Duncan Mayan eintreffe, bin ich der erste Gast (der Boss läßt ob des zu erwartenden Frühstücks-Ansturms von seinen Lieferanten Unmengen Frischgemüse durch den Speiseraum in die Vorratskammer schleppen). Nach einem kurzen Blick in die Speisekarte entscheide ich mich spontan für das ‘Desayuno Duncan Special’. Neugierig bis erwartungsvoll sehne ich mein Frühstück herbei ... ... bin dann aber ob der ausgefallenen Speisenkomposition doch ehrlich überrascht (erschüttert?): Spiegeleier, Bohnen, honduranische Spezial-Wurst sowie gebratene Bananen (Hm - lecker!), Crema & Cafe Negro. Hungrig mache ich mich über dieses so unerwartete Speisenset her - nur sporadisch unterbrochen durch meine Reiseführer- & ‘Prensa’-Lektüre. Heute Morgen steht zunächst Organisatorisches auf dem Programm. Langer Marsch durch die östlich des Stadtzentrums gelegenen Viertel (sehr atmosphärische, Up’N’Down verlaufende, enge Gäßchen).
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Dann stoße ich auf den Boulevard Morazan ... & der mich ab: Die typisch-westhemisphärische Shopping- & Restaurant-Meile, wie ich sie bereits in Gua-City & San Salvador erleben durfte! McDonalds, Wendys, Dunkin’ Donut, C&A, Aldi (okay - ich übertreibe!). Aber da muß ich durch ... ... denn in einer Seitenstraße des Boulevards befindet sich im vierten Obergeschoß eines modernen Hochhauses das nationale Tourist-Office (übrigens: eine Etage über Siemens). Die nette, englisch-sprachige Angestellte weiß zwar so gut wie nichts über den La Tigra Parque Nacional, diesen kennt allerdings ihr Kollege wie seine Westentasche. Nur spricht der kein Wort Englisch. Aber gemeinsam bringen wir vier (sie, er, ich & meine Spanischkenntnisse) meine Planungen für den morgigen Tag ein gehöriges Stück voran. ‘Die Nette’ nennt mir schließlich noch die Adresse einer Travel-Agency, in der ich das Ticket für den Nebelwald-Park gegen Zahlung von nur 5 US-$ erhalten werde (wenn ich mich auf sie beziehe!) ... während das Ticket am Parkeingang satte 10 US-$ kostet! Da sich die Agentur unmittelbar neben der Botschaft von Panama (meiner nächsten Orga-Adresse) befindet, könnte ich also zwei Moskitos mit einem ‘50-Lempira-Schein’ ... Naja - wenn’s doch nur mal so wäre?! In der Agency soll ich ziemlich offensichtlich verarscht werden: man (bzw. Frau) will mir ein 10-$-Ticket zum Sparpreis von 10 $ verkaufen. Nachdem ich (schon leicht angesäuert) ihr auseinandersetze, daß ich ‘Nada Dolares’ dabeihabe, fordert sie 130 (!) Lempira von mir ... ... & dieser unverfroren SEHR GROB geschätzte, unverschämte Wechselkurs bringt mich endgültig in Rage! Ich bedanke mich übertrieben artig für die Mühe, die sie sich mit mir gegeben hat - wünsche ihr ein ‘scheiß-freundliches ADIOS’ & lasse sie mit ihrem Ticket (& einem unter die ‘Temperatur beim absoluten Stillstand jeglicher Moleküle’ sinkenden Lächeln) dumm im Raum stehen! Im Hinausgehen höre ich zwar noch mehrere Stimmen, die aufgeregt hinter mir herrufen & mich zur Umkehr bewegen wollen ... ... aber: wenn ich mich erstmal ärgere, dann gibt’s kein zurück (mehr) & keine Chance zur Versöhnung. Tja - so bin ich nun mal (& kann nicht anders): Knallhart! Vor Selbstbewußtsein schier berstend, begebe ich mich zur Botschaft von Panama & erhalte die erhoffte (erwartete!) Auskunft, daß deutsche Staatsbürger für Panama kein Visum benötigen (Well - It’s Nice to be a Preiss! ... naja, manchmal). Da die Botschaft Costa Ricas ‘VERY, very far-off the City-Centre’ residiert, verschiebe ich deren Besuch auf später (sprich: Managua). Ich passe mich zunehmend den klimatischen Verhältnissen meiner Reiseländer an (in Tegucigalpa herrschen tropische Temperaturen!) & habe daher meine heutige Tagebuch-Session in die unerträglich heißen Mittagsstunden eingeplant: Zur ‘Beförderung dieser geistigen Anstrengung’ (& zum Ausgleich des zu erwartenden dramatischen Flüssigkeitsverlustes) kaufe ich im nahen Super-Mercado größere Mengen vergeistigter Getränke (Cerveza Salva Vida) & ziehe mich ins Hotel zurück. Unmittelbar vor meinem Zimmer hat’s einen schattigen Gemeinschaftsbereich mit bequem aussehenden Sitzgruppen. In der Gemütlichsten breite ich mich aus, mache es mir bequem & ... fühle mich wohl! Hm - bis dieser IDIOT ungefragt an meinen Tisch herantritt! Seine honduranische Damenbegleitung ‘geht schon mal vor’ (ins Hotelzimmer, das von der Room-Maid noch schnell gesäubert wird ... vorher!) - während er versucht, mir ‘ein Ohr abzukauen’. Er ist Amerikaner & meint, ich (als Deutscher) müsse nach La Ceiba an der Karibikküste reisen ... ‘weil da so viele Deutsche sind!’ Gelangweilt erkläre ich ihm: That’s why I’m HERE! (verschweige aber den in meinem Kopf kreisenden Gedanken, daß ich US-Amerikaner noch weniger ausstehen kann) ... ... & so weiter ... & (mir wird) sooo schlecht! Schließlich ist sein Zimmer ‘fertig’ (?) & er zieht sich zum Mittags-Schläfchen zurück. Die Tür ist kaum ins Schloß gefallen, da ertönt das monotone Geräusch quietschender Bettfedern. Hm - der Ärmste scheint einen sehr unruhigen Schlaf zu haben!? Das Ganze kommt mir vor wie eine Original-Szene aus der Kinokomödie ‘Delicatessen’ ... Naja - den ‘Extranjeros’ wird’s hier im Hotel allerdings auch sehr leicht gemacht: An jeder Zimmertüre ist ein professionell gestaltetes Werbeschreiben für professionelle ‘Masajes’ angeschlagen, nach denen man/n sich ‘erleichtert & wie neu geboren fühlt ...’ (natürlich klinisch-rein & absolut therapeutisch - vermutlich erfolgt die Bezahlung durch Vorlage eines internationalen Krankenscheins!?). Ich ziehe mich in mein ruhiges Zimmer zurück & beende dort meinen Tagebuch-Eintrag. Um Zwei Uhr starte ich zu meinem ‘After-Noon-Sight-Seeing-Program’: Ich schlendere zur westlichen Brücke über den Rio Choluteca (unterwegs ein paar Atmo-Shots: überall feiern die Geier was-auch-immer) ...
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... & befinde mich nach deren Überquerung augenblicklich im ‘wuseligsten & wimmeligsten Markt-Gewummel’ des Mercado San Isidro. Vornehmlich faszinieren mich die etwa zwanzig Verkaufsstände, an denen Stockfisch angeboten wird - äh ... oder ‘sowas ähnliches’. Keine Ahnung - jedenfalls handelt es sich um bis zu anderthalb Meter lange, flunderdünne Fischhälften (mit Kopf & Schwanz): knochentrocken & eisenhart - wie ich mittels ‘Klopf-Test’ feststellen kann. Hm - schaut man länger & genauer hin, dann kann man einige der Prachtexemplare (noch) den Passanten zuzwinkern sehen! LEIDER (aber) sind die Lichtverhältnisse in den engen & dunklen Gäßchen sehr schlecht - daher keine Fotos! Die Suche nach einem Suyapa-Bus erweist sich zwar als schwierig & enorm schweißtreibend ... ‘but finally’: Endlose Fahrt (teils wegen hohem Verkehrs-Aufkommen in den engen Gassen - teils wegen der bekannten ‘Fahrgast-Aufspür-Pirouetten’) mit Bus No. 31 durch Comayagüela. Schließlich (& endlich) biegt der Bus in eine autobahn-ähnliche Ausfallstraße ein & ... ... schon kurze Zeit später zeigt sich die riesige Basilica de Suyapa: auf einen kleinen Hügel plaziert (7 Kilometer südlich des Stadtzentrums) wirkt sie auf den ersten Blick kolonial & vermeintlich geschichtsträchtig - obwohl mit ihrem Bau erst im Jahre 1954 begonnen wurde & die endgültige Vollendung des ‘göttlichen Bauvorhabens’ immer noch aussteht. Zu Füßen des Kirchenhügels erstreckt sich übrigens in einem weitläufigen, parkähnlichen Gelände die UNAH (‘Universidad Nacional Autonoma de Honduras’). Der sanft zur Basilika hin ansteigende Hügel ist ein sehr gepflegt wirkender, gigantischer Friedhof & ausnahmslos ALLE Gräber werden von frischen Blumen geschmückt. Die Blumenverkäuferinnen bieten (strategisch günstig postiert) vor dem Eingangstor zum Friedhof ihre Waren an & können dem Andrang der Trauernden ‘kaum Frau werden’. Über das Friedhofsgelände wuseln etwa ein Dutzend ‘Mourners Local Helper’, die aus einem nahegelegenen Pool kanisterweise Wasser für die Grabpflege heranschleppen. Die Szenerie erinnert an die (in diversen Hollywood-Streifen als ‘Atmo-Erzeuger’ abgelichteten) adretten & übergut-gepflegten US-amerikanischen Soldatenfriedhöfe: Ich beobachte eine ‘Clase-Arriba-Senora’, die aus ihrem knallig-roten Sportwagen aussteigt & (beständig in ihr Handy schnatternd) mit ihren beiden Töchtern vor ein noch relativ frisch aussehendes Grab tritt. Es handelt sich vermutlich um das Grab ihres kürzlich verstorbenen, steinreichen Gatten, der ins Testament einige für seine junge Witwe unverständliche Klauseln eingebaut hat ... ... die diese nun mit ihrem sehr jungen Rechtsanwalt bespricht. Ihre beiden Töchter tauschen währenddessen die alten gegen frische Blumen aus. Nach nicht einmal fünf Minuten ‘flüchten’ sie den Friedhof (schon wieder) & die Senora schaut (während sie ihren roten Flitzer aufheulen läßt & ... natürlich immer noch ins Handy brabbelt) sssehr ernst: Naja - wahrscheinlich ist sie von Trauer überwältigt! ‘Take some Pictures’ (von Friedhof & Basilika, deren Eingangspforte leider verschlossen ist) ...
 
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... und lasse mich dann zur Bushaltestelle an der Universidad zurücktreiben. Während ich auf den Bus Richtung Ciudad Viejo warte, bietet sich mir der schon bekannte ‘herz-aufreißende Augen-Blick’: auf die attraktivsten, weiblichen ‘Jung-Grazien des Landes’ (... äh - ja: Wo fährt der Bus?). Am Estadio Nacional (etwa zwei Kilometer südlich des Parque Central) verlasse ich vorzeitig den Bus - arbeite mich (fotografierend ...

... bei allerdings schon tiefstehender Spätnachmittags-Sonne) durch den Berufsverkehr langsam Richtung Hotel vor & kaufe (on the way) eine frische Ananas & ein Baguette: Alles deutet auf einen gemütlichen Abend im Hotelzimmer hin. Im Moment habe ich keinen Bock auf ‘Diner for One’ ... ... & das liegt NICHT NUR an meiner harten Sparwelle. Nach ‘denn doch irgendwie vollbrachter Duschung’ (äh ... ‘No Pressión!’) verstaue ich meinen ‘Fuentes’ ganz unten im Rucksack ... ... & beginne mit meiner neuen Reiselektüre: T.C. Boyles ‘Worlds End’. Morgen muß ich sehr früh RAUS. Daher lösche ich heute Abend auch schon sehr früh das Licht. Allerdings hält mich ein weder zu ortendes, noch eindeutig zu identifizierendes, verwirrend-animalisches Geräusch (Vogel oder Ratte? ... in, neben oder über meinem Zimmer?) noch eine geraume Weile wach. Hm - bloß nicht ignorieren! ‘Buenas Noches, Lat(r)ino-Horst! Laß Dir nix gefallen ... ... Dich nicht unterkriegen ... ... & freu Dich: Denn Morgen geht’s mal wieder in die Natur!’ ...
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... Zwar habe ich meinen brasilianischen Wecker auf frühe Sechs Uhr programmiert - aber schon vorher werde ich durch die unzweideutigen Trommelschläge eines Platzregens geweckt. Ein Blick aus der Hotel-Eingangspforte bestätigt meine schlimmsten Befürchtungen: Tegucigalpa steht komplett unter Wasser ... ... & würde heute Morgen auch als ‘Ve-guci-nedig’ durchgehen! Ich überlege für die Dauer zweier Zigarettenlängen, ob sich unter diesen Bedingungen der frühe Aufbruch überhaupt lohnt - herrsche mich dann aber an: LOS JETZT, RAUS ... ... Du ‘Träne-auf-Reisen’, DU! Also - ich schnappe mir meine Regen-Jacke & marschiere zum Parque Herrera. Erstaunlich schnell finde ich den in keinster Weise gekennzeichneten Bus nach Jutiapa (am Fuße des auf 2.000 Metern über NN befindlichen La Tigra Parque Nacional) & ... ergattere sogar noch einen halben Sitzplatz: meine linke Arschhälfte schwebt zwar nicht schwerelos, aber dennoch ‘völlig losgelöst von der Erde’ im luftleeren Mittelgang des Busses. Um Sieben Uhr ist der Bus ‘ausreichend überfüllt’ & es kann losgehen - sprich: Im Schrittempo arbeiten wir uns (mehr stehend als rollend) durch den dichten Berufsverkehr zum Parque Central vor - dann eine Umkreisung desselben - & ... ... als wir ihn (den Park) endlich final hinter uns lassen ist die erste Fahrtstunde auch schon rum (aber das macht nichts, da es immer noch in Strömen regnet). Die nördlichen Vororte Tegus gehen zunächst in eine hügelige Wald-, & später in eine Parklandschaft über. Hier oben scheinen sich die Chalets der ‘reicheren’ Honduraner zu befinden. An deren Eingangspforten entdecke ich eine Reihe verdammt-deutsch-klingender Namensschilder (z.B. ‘Hävermeyer’) & ... ... ich habe den Eindruck, daß der Stacheldraht um diese Anwesen besonders stachelig (fast runenförmig ...?) & hoch ist! Je weiter wir uns (dieses Finca-Viertel durchfahrend & schließlich hinter uns lassend) jedoch berganwärts vorarbeiten, umso schlechter wird die Schotterstraße ... & umso einfacher werden die sich an diese drängenden Behausungen. Wir passieren eine Reihe kleiner Ortschaften, deren jede eine eigene kleine Schule besitzt. Entsprechend hoch ist die Fluktuation der Fahrgäste (& ... der Altersdurchschnitt im Bus steigt rapide an). In Los Limones ‘verendet’ unser Bus. Der Nebelwald macht schon hier (auf nur 1.300 Metern Höhe) seinem Namen alle Ehre & ich beginne über die sehr steil ansteigende Geröllstraße meinen beschwerlichen Aufstieg: Laut Auskunft im Tegus-Tourist-Office sind’s bis zum Eingangstor des Parks etwa drei bis vier Kilometer!? Wie ich am eigenen Leib verspüren muß (& wie mir später auch von einem netten Holländer bestätigt wird > siehe unten) sind es in Wahrheit aber mindestens acht (!) Kilometer. UFF! Mittlerweile hat der Regen zwar ausgesetzt (& phasenweise lassen sich vereinzelte Sonnenstrahlen blicken) - die Großwetterlage aber ändert sich nicht & es wälzt sich eine undurchdringliche Wolkenbank nach der anderen hügelanwärts & zu mir hinauf.
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Ich marschiere langsam, wähle meine Schrittlänge bewußt kurz (‘nepal-style’) & trotzdem ähnelt mein Atmen schon nach kürzester Zeit einem unkontrollierten Hecheln! ‘Naja - ich werde wohl noch viel trainieren müssen, bis man mich mal an die Anden ranläßt ... !’ Trotzdem: sehr schöner, wenn auch anstrengender Walk durch eine Natur, die den Kopf von allem Unrat reinigt. Anfangs durchquere ich noch einige kleinere Siedlungen. Deren Einwohner schicken mir Blicke hinterher, die zwischen freundlich & ungläubig anzusiedeln sind - ungläubig wohl deshalb, weil sich hier nicht allzuviele Touris ‘per Pedes hochquälen’. Dieser Eindruck verstärkt sich noch, als ich das Angebot zweier Pick-Up-Fahrer ausschlage, die mir einen ‘Uphill-Lift’ offerieren: ‘No - Muchas Gracias!’ (... der Weg ist das Ziel!). Schließlich stoße ich nur noch auf Einzelhütten ... ... & deren letzte stellt die ‘definitive Sachlifizierung des Berghütten-Idylls an sich (mit zugehörigem Ambiente)’ dar: Natursteinmauern & Strohdach - daneben ein kleiner Teich inmitten einer satt-grünen Wiese (mit bunten Wildblumen) - vor der Hütte ein Pferd, ein Hund, eine Ente & ein Huhn. Äh - wäre die Ente eine Katze (& das Pferd ein Esel, was ja nur ein gradueller Unterschied ist ... ‘Gell, Mechtild?’), dann könnte ich mir einbilden, den ‘honduranischen Partnermusikanten der Stadt Bremen’ begegnet zu sein. Eine Hinweistafel am Parkeingang ...
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... informiert mich, daß ich seit Los Limones 500 Meter ‘an Höhe gewonnen habe’. Kurzer Plausch mit den beiden mitteilungsbedürftigen (hier oben ist es sehr einsam) Parkwächtern: Eigentlich habe ich keine allzu große Lust, 10 US-Dollar nur dafür zu zahlen, daß ich mir die Natur ansehen darf, die ich während der beiden letzten Stunden schon ‘For Free’ genossen habe ... !? Äh - diese, meine Bedenken wälze ich BEWUSST LAUT! Der jüngere der beiden Ranger registriert meine Zerrissenheit (spät ... but: ‘better late than never’) & bietet mir das ‘Local Ticket’ zum Kauf an. Dieses entspricht exakt dem Ticket für ‘Extranjeros’. Allerdings ist statt 10 US-Dollar hier ‘10 Lempira’ (was einem knappen Dollar entspricht) aufgedruckt. Ich ziere mich (drehbuchgemäß) EIN WENIG, lasse mich schließlich aber doch überreden ... ... & erklimme kurz darauf zwei weitere, noch an Steigung zunehmende Kilometer, bevor ich ENDLICH das Centro Visitantes erreiche! Dem Verdursten nahe erhalte ich die Hiobsbotschaft, daß es hier oben weder Kaffee noch Bebidas gibt (SHIT!) - dafür aber eine individuelle Ranger-Betreuung inklusive Erläuterung der verschiedenen, durch den National-Park verlaufenden ‘Senderos’ ... ... äh - gleich: Pfad (Logisch!) ... ... weil ‘Sendero Luminoso’ gleich: der leuchtende Pfad. ‘PERU - ICH KOMME!’ Bevor ich mich in die wilde & menschenleere Einsamkeit begebe, habe ich eine flüchtige Unterhaltung mit Aad - einem jungen Holländer, der mir abrät zum am anderen Ende des Parks gelegenen, zweiten Gate zu marschieren (was ich eigentlich vorhatte), denn den letzten, den ‘Zwei-Uhr’-Bus von San Juancito nach Tegucigalpa ‘könne ich nicht mehr erreichen’. Er empfiehlt mir stattdessen einen guten ‘Bird-Watching-Spot’ im Park (‘Thanxx! ... & See Ya!’). Der Pfad steigt weiterhin steil an. Mittlerweile befinde ich mich auf einer Altura von knapp 2.000 Metern üNN & ... ... ich muß mir eingestehen, daß ich die weiteren (etwa zwanzig!) Kilometer bis zum südlichen Parkeingang bei San Juancito vermutlich nicht überleben würde. Ich lasse mir daher Zeit & rauche ein ums andere Mal ‘überflüssige Verschnauf-Zigaretten’. Auf dem feuchten Untergrund kauernd & fasziniert dem vielstimmigen Chor der Waldbewohner lauschend, spüre ich ... ... wie die Märchenwald-Atmosphäre (massiv!) Besitz von mir & meinen Gedanken ergreift: Farn, Moos sowie exotische Schlingpflanzen, Schmarotzer-Lianen & Orchideen in den unterschiedlichsten Farben auf, unter & neben knorrigen Baumriesen ... ein unablässiges ‘Wasser-Tröpfeln’ vom hohen, nahezu geschlossenen Blätterdach hinunter auf den immer-feuchten Waldboden ... dazu laute, hysterisch-kreischende (die ansonsten absolute Stille durchschneidende) & nach einiger Zeit gut zu unterscheidende Vogelstimmen ... ... (leises) WOW! Schließlich erreiche ich den beschriebenen Abzweig am Sendero de las Cascades. Der ‘Bird-Spotting-Train’ ... äh ... ‘Trane-Birding-Spot’ ... anyway! Eine schwebebalken-ähnliche Bank dient mir als Liegestatt ... & View-Point mit ungewöhnlicher Perspektive (so ‘ne Art Aussicht einer freiwillig verunfallten Schildkröte). Übrigens: Mittlerweile befinde ich mich auf exakt 2.060 Höhenmetern & weiter hinauf treibt’s mich heute nicht mehr! Ich liege (nur!) da & lausche (einfach!) ... meist mit geschlossenen Augen.
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Den Höhepunkt der ‘Siesta mit scheunentor-weit geöffneten Sinnesorganen’ bildet die Beobachtung einiger Kolibris: einer schwirrt keine zwei Meter von meinem Liegeplatz entfernt die umstehenden, großen & roten Blüten an & saugt deren Kelche leer. Ich weiß genau - in dem Moment, da ich mich ‘bewöge’ & zur Kamera ‘grüffe’ ... wäre das kleine Kerlchen verschwunden! Also laß’ ich es lieber (gleich) bleiben. Quetzals kriege ich leider nicht zu Gesicht (obwohl Aad mir das eine oder andere Prachtexemplar fest versprochen hatte ...): Schade! Apropos ‘schade’: Es fällt mir zwar schwer, aber nach NUR zwei faulen Stunden muß ich mich auf den Rückweg begeben. Der letzte Bus zurück nach Tegucigalpa verläßt um Drei Uhr den Bus-Stop unterhalb des Parkeingangs & den will ich nicht verpassen. Nachdem ich die Grenze des Parks hinter mir gelassen habe, erhalte ich ‘Wander-Gesellinnen-Schaft’: Ein etwa sechsjähriges, honduranisches Mädchen (unablässig auf mich einbrabbelnd: ich komme mit dem Zählen meiner ‘Despacios’ & ‘No Entiendos’ nicht hinterher) hopst leichtfüßig (& ... naja: KINDERLEICHT!) vor, neben & zwischen meinen zunehmend schwerer werdenden Beinen her. Sie überholt mich - läßt sich außer Sichtweite zurückfallen - erscheint urplötzlich (einen Short-Cut nutzend) wieder vor mir ... ... & scheint mir ‘von diesem Wesen da oben’ mit dem einzigen Auftrag an die Seite gestellt, ‘... mich zu deprimieren & mir meine körperliche Un-Fitness vor Augen zu führen’! Was den beiden (ihr & ‘dem da oben’) übrigens prächtig gelingt! Als ich meinen Bus den Berg hinaufklettern sehe & -knattern höre (ich befinde mich schon ein gutes Stück unterhalb der Bushaltestelle) lasse ich diesen freundlich winkend passieren. Dann setze ich mich unter einen schattenspendenden Baum am Straßenrand & warte die Rückkehr der ‘Rappelkiste’ ab. Insgesamt stecken mittlerweile gut zwanzig Kilometer Trekking-Training in meinen Knochen (jeweils 700 Höhenmeter rauf & runter) & ich habe das Gefühl, rechtschaffen müde sein zu dürfen! Zehn Minuten später schlurft Aad heran. Wir warten gemeinsam auf den Bus, versorgen uns gegenseitig mit Survival Food (er schenkt mir eine Banane, ich ihm eine Zigarette) ... & erzählen uns unser Leben: Seine Freundin studiert ‘Latin-American Language & Culture’ in Holland & absolviert zur Zeit in Tegucigalpa ein einjähriges Praktikum (in einem von der EU finanzierten Projekt zur ‘Re-Integration von Straßenkindern’). Aad hat nach Beendigung seiner Schulausbildung die unterschiedlichsten Jobs gemacht (meist als Animateur in spanischen Ferienclubs gearbeitet, wo er auch Spanisch gelernt hat) & nun spontan ‘sein letztes Geld zusammengekratzt’, um seine Freundin nach Honduras begleiten zu können. Sie leben gemeinsam mit drei weiteren European Volunteers in einem großen Haus am Stadtrand von Tegucigalpa. Aad verbringt als ‘Hobby-Ornithologe’ drei Tage der Woche im La Tigra Park, um Vorkommen, Verbreitung & Anzahl der hier lebenden Quetzal-Populationen nach wissenschaftlichen Methoden zu erfassen (O-Ton Aad: ‘Die haben sowas hier noch nie gemacht!’). Nebenbei fotografiert er ... & macht (notgedrungen) eine Ausbildung zum Profi-Trekker: denn zweimal pro Woche muß er zu Fuß den steilen, elf Kilometer langen Anstieg von San Juancito nach El Rosario (dem südlichen Park-Entrance) bewältigen. In ihrer gemeinsamen Freizeit unternehmen die beiden ausgedehnte Exkursionen in die abgelegenen honduranischen ‘Outbacks’: Nächste Woche geht’s für zehn Tage (mit dem Boot) ins schwer zugängliche La Mosquita - der im äußersten Nordosten des Landes befindlichen Mangroven- & Dschungel-Region, die vornehmlich für ihre artenreiche, überquellende Tierwelt sowie die in Isolation lebenden (& so ihre kulturelle Eigenständigkeit bewahren könnenden) Miskito-, Paya- & Sumo-Indianerstämme bekannt ist. In Tegucigalpa angekommen setzen wir unseren interessanten Gedankenaustausch bei einem kühlen & wohlverdienten Bier fort ... ... & zwar in Aads Stamm-Restaurant Al Natural, einem atmosphärischen & ruhigen Gartencafe (mit zwei frei-fliegenden & viel-schwatzenden Papageien in den schattenspendenden Palmen & Farnen). ‘Nice ... to Bömp into You!’ Gegen Fünf Uhr kehre ich dann gut gelaunt in mein Hotel zurück. Ich lade mich zu einem ausgedehnten Picknick auf meinem großen Bett ein: Ananas, Baguette, O-Saft & ein ‘Salva Vida Grande’. Das alles habe ich mir redlich verdient (& ... ‘das Leben kann doch schön sein, oder?’). Später ... statte ich dem Duncan Mayan meinen Abschiedsbesuch ab: sehr nette Kellnerin (mit tollen, funkelnden Augen!) - gute Tapas (Linsensuppe sowie sauscharfe & -gute Fleischbällchen) - dos Cervezas - sowie ein geschwätziger Tagebuch-Eintrag. (Sehr viel) später ... drehe ich eine Abschiedsrunde um den schwach-illuminierten Parque Central & registriere (natürlich eher zufällig!) eine ganze Reihe verdammt nett aussehender ‘junger Frauen & alter Mädchen’ ... ... äh ... was mich (anläßlich meiner letzten Nacht in Honduras) zu dem ‘versöhnlichen’ Resümee kommen läßt: Hier, in Tegucigalpa, sind mir die mit Abstand attraktivsten Frauen meiner gesamten bisherigen Reise vor die getrübten Pupillen gelaufen ... ‘whatever that means!’ Mit T.C.Boyle (‘Alone!’) in meinem Hotelzimmer ... ... & noch vor Mitternacht dann ... ... denn morgen heißt es wieder sehr früh ... JA - SO IST DAS! ... hier in CENTRO-AMERICA! ...
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... Es ist Samstag Morgen! Ich sitze im schönen, begrünten Patio-Garten des Hotel Nicarao in Esteli (im hohen Norden Nicaraguas) beim Frühstück & aus dem Radio schnulzt Phil Collins was von ‘Another Day in Paradise’. Aber die Idylle trügt ... ... & ich stehe immer noch unter Schockeinwirkung! Gestern Abend (nach Zehn Uhr) vernehme ich plötzlich ein aufgeregtes Schreien auf der Straße vor meinem Hotel - mehrere schrille, sich überschlagende Stimmen brüllen immer wieder: ‘Hey, hey, hey!’ (& sonst nichts) - das Ganze hört sich an wie eine wilde Verfolgungsjagd & ich denke noch (halb scherzhaft): GLEICH KNALLT’S! Tja - und dann knallt’s! Nur ein isolierter, aber ohrenbetäubender Einzelknall. Glaubt man den im Kino vorgeführten Geräuschkulissen, dann ist dieser Knall viel zu laut für einen Schuß. Ich kann das Schwarzpulver förmlich riechen (obwohl ich natürlich nichts rieche) & mein Herzschlag setzt für einen kurzen Moment aus! Aufgeregtes Stimmengewirr, daß sich langsam entfernt - dann: Toten-Stille! Schließlich zögerliches Grummeln aus den umliegenden Häusern - Türen werden (hörbar vorsichtig!) geöffnet - man diskutiert verhalten ... auf die heulenden Sirenen von Polizei oder Ambulanz warte ich hingegen vergeblich. Habe ich nur dem üblichen ‘Nicaraguan-Friday-Evening-Fun’ beigewohnt ... ... oder bin ich etwa doch Ohrenzeuge eines Mordes geworden ... ? In meinem Hotel weiß heute Morgen ‘niemand von nichts’ ... ... natürlich! Nicht, daß ich Angst hatte (etwa: um mein Leben!). Nein - dazu war ich doch zu weit abseits vom Geschehen (& dafür sind die Mauern des Hotels denn doch zu dick): Aber einen gehörigen Schreck habe ich schon gekriegt ... ... & auch meine Träume werden wieder wirrer! Aber - zurück zum Freitag: Sehr früh wach. Um Halb Sieben Uhr verlasse ich das Hotel & begebe mich (ohne Frühstück!) auf die komplizierte Suche nach dem Terminal des ‘Special Local Bus’ zur nicaraguanischen Grenze - oder genauer: Einem Bus mit der vielversprechend klingenden ‘Destinación: El Paraiso’! Sowohl der Collectivo-Taxi-Stand als auch der in die südlichen Vororte Tegucigalpas fahrende Bus No. 26 bleiben unauffindbar. Aufs Geratewohl befrage ich die durch den Berufsverkehr Richtung Süden rasenden Busfahrer & lande (nach dreimaligem Umsteigen) schließlich im Stadtteil Miraflores: Irgendwo ... hier unten ... ungefähr ... müßte eigentlich ... !? Ein mich penetrant anhupender Taxifahrer weiß zwar weniger als nichts über den geheimnisumwitterten ‘Terminal Discua Litena’, verspricht mich jedoch gegen Zahlung von zwei Dolares hinzubringen (wohin auch immer?). Ich ... ... spüre ein unbändiges Selbstbewußtsein (bin beim Ehrgeiz gepackt), bedanke mich bei ihm & stapfe zu Fuß weiter. Hm - ich will ja nicht prahlen, aber auf meinen Orientierungssinn kann ich mich verlassen (äh, wo war ich? - ach so, ja ...). Nach einer Viertelstunde ‘strammen Trekking-Trainings’ sehe ich (endlich!) das herbeigesehnte Hinweisschild: ‘Transportes Discua Litena - Mercado Jacaleapa!’ (kleinlaute Anmerkung: was nun allerdings wirklich ‘mehr Glück als Verstand’ ist). Der nächste Direktbus nach El Paraiso verläßt den geschäftig wirkenden Terminal um Halb Neun Uhr (Super-Timing!) & mir bleibt somit ausreichend Zeit für zwei Becher Kaffee sowie ein flüchtiges Durchblättern der ‘Prensa’. Der Bus ist ungewohnt komfortabel & zudem nur zur Hälfte mit Fahrgästen gefüllt. Guter Dinge breite mich aus & genieße den ‘Höllenritt unseres Michael-Schumacher-Verschnitts’ durch das hügelige & sonnenverbrannte (vorherrschende Farbe: Braun!), südliche Honduras. Bis Danli (etwa 80 Kilometer südöstlich von Tegucigalpa) weist die Straße eine ebene Asphaltdecke auf - was unseren Busfahrer veranlaßt, sich derart ins Zeug zu legen, daß eine elegant gekleidete Frau mittleren Alters ‘jegliche Contenance fahren läßt & das grob-brockige Würfel-Husten beginnt’. Sie scheint (im Gegensatz zu mir) heute Morgen ein ausgiebiges Frühstück zu sich genommen zu haben. Hm - ‘irgendwas mit Bohnen ...’ Ab Danli (jetzt ‘Straight - as the Crow flies’ Richtung Süden & Grenze) mutiert der Highway in eine nur mehr aus Felsbrocken bestehende ‘material-zerstörende Teststrecke für Stoßdämpfer’. Eine knappe Stunde benötigt unser Bus für zwanzig Kilometer & mehr als einmal sehe ich (vor meinem geistigen Auge) den Busfahrer beim schweißtreibenden Reifenwechsel. Gut durch- & wachgerüttelt (& von jeglichem Ballast befreit) erreichen wir um Halb Elf Uhr El Paraiso, das große Ähnlichkeit mit den aus Hollywood bekannten Abbildern nordamerikanischer Geisterstädte aufweist (& nun aber auch GAR NICHTS PARADIESISCHES an sich hat).
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‘Switchen’ des Gefährts - zur Auswahl stehen Taxi, ... Mini-, ... oder Normal-Bus (alle ausnahmslos in katastrophalem Zustand). Ich entscheide mich für einen klapprigen Minibus & bin zunächst stolz auf meine professionelle Wahl. Dessen (des Minibus) un-glaub-licher ‘Estado Desolatissimo’ wird sich mir allerdings erst während der Fahrt in vollem Umfange offenbaren ... Ein Kaffee & zwei ‘Pasteles Muy Dulce’ - dann ab in den Mini-Bus & ‘Show-Rolling’: Zigaretten-Drehen ist in Mittelamerika der sicherste Weg mit Locals ins Gespräch zu kommen (& so auch diesmal). Der Bus, meine Freunde & ich werden in der folgenden halben Stunde zu einer verschworenen Einheit zusammengeschweißt: Der Busfahrer kämpft einen (weniger Fingerspitzengefühl, als Muskeln erfordernden) Kampf mit dem Busgetriebe. Schon auf ebener Strecke ist/wäre es schwierig, den Bus zu stetiger, wenn auch kaum wahrnehmbarer Vorwärtsbewegung zu veranlassen. Aber: die Straße steigt zur Grenze hin dramatisch an! Will ein Fahrgast den Bus verlassen (& alle bestehen darauf, immer GENAU DORT auszusteigen, wo er oder sie exakt hinmöchten ... sodaß unser bedauernswerter Fahrer sein ‘Wrack’ ein ums andere Mal im Abstand von weniger als zehn Metern zweimal ‘in den Stand zwingen muß’) ... ... so ist zunächst die seitliche Schiebetüre durch Entwirrung einer aufwendigen Drahtfesselung zu befreien & sodann (eigentlich gleichzeitig!) von zwei Fahrgästen im Schwebezustand zu halten, da die Türe nun durch nichts mehr vor der gnadenlosen & auch in Honduras wirkenden Gravitation geschützt wird. Anschließend muß die Befestigung wieder angebracht werden & schon (nach nur wenigen Minuten!) kann es weitergehen! Unter Berücksichtigung all dessen ... erreiche ich SCHON kurz vor ‘High Noon’ die Grenze. Und wenn ich hier ‘High Noon’ schreibe, so hat das durchaus seine Berechtigung - denn auf honduranischer Seite treiben mich die Grenzer an: ‘Um Zwölf Uhr machen die Nicaraguenos Mittagspause!’ Mit 25 Lempira kaufe ich mich aus Honduras frei, erhalte den benötigten Ausreisestempel in meinen Pass & haste rüber zur nicaraguanischen Seite. Am ersten Grenztor werde ich in eine ewig lange Prozedur verwickelt (Bilde ich mir dieses ironische Grinsen im Gesicht des Wachmannes nur ein?). Nachdem sich ENDLICH meine persönlichen Daten vollständig in den entsprechenden Spalten des ‘Einlaßbuches’ befinden, schickt man mich zum ‘letzten Gebäude auf der linken Seite: Migracion!’. UND - als ich dort eintreffe ... ... hat die Mittagspause natürlich GERADE begonnen: Es ist fünf Minuten nach Zwölf Uhr & die Pause dauert eine Stunde! Erfolglose Diskussion mit zwei Uniformierten (die ‘nur Zollbeamte & daher nicht zuständig’ sind: Perdone!). SCHEISSE !!! Nach Honduras kann ich nicht zurück ... ... & nach Nicaragua darf ich (noch) nicht rein! Ich bin gefangen im ‘Niemandsland zwischen den Demarkationslinien’. Allerdings (there’s always a good News ...) gibt’s in der Pufferzone zwei prall mit Betäubungsmitteln (Alkohol & Süßigkeiten) gefüllte Duty-Free-Shops - also: Verhungern und/oder verdursten muß ich wohl nicht! Ich wechsle meine restlichen Lempira & 50 Cash-Dollar in nicaraguanische ‘Cordoba’. Dann Frust-Rauchen & Langeweile-(Langweiler?)-Fotos.
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Schließlich knallharter Boykott der beiden Duty-Free-Shops (obwohl: das kriegt natürlich mal wieder niemand mit!). Schon um Viertel vor Ein Uhr kehrt (überraschend früh!) der zuständige nicaraguanische Einwanderungsbeamte von seinem Lunch zurück, wischt sich mit einer Serviette die letzten Essensreste aus den Mundwinkeln ... ... & fertigt mich freundlicherweise vor Ablauf seiner Mittagspause ab: DANN ... nur noch zwei weitere Passkontrollen - ein letztes Grenztor - & SCHON darf ich meinen ersten (den rechten!) Fuß auf nicaraguanischen Boden setzen: GESCHAFFT! Der Bus nach Ocotal, der ersten nicaraguanischen Stadt mit einem Long-Distance-Bus-Terminal parkt bereits mit laufendem Motor vor einem einfachen Wellblechhütten-Kiosk, in dem ich mich mit ein paar jungen Nicas (eher rade- als bahnbrechend) unterhalte: als wir beim unvermeidlichen Thema ‘Fußball’ landen, erhalte ich ein mit ehrfürchtiger Miene ausgesprochenes ... ... ‘Alemania Es Una Buena Equipo Futbol!’ Ich revanchiere mich mit meinem Wissen um den aktuellen Stand der Mittelamerika-Hexigonal-Ausscheidungsrunde zur WM in Francia ’98 (was großen Eindruck macht, obwohl Nicaragua schon längst ausgeschieden ist). Übrigens: NIEMALS glaubt mir NIEMAND NICHT, daß mein Drehtabak WIRKLICH (!) NUR Drehtabak ist ... !? Um Ein Uhr nimmt der Bus seine Fahrt auf. Ich vertiefe mich in meinen ‘Lonely Planet’ (lese das Kapitel ‘History of Nicaragua’) & sehe bis Ocotal rein gar nichts von der nicaraguanischen Grenzregion, da wir die Stadt unerwartet schnell bereits vor Beendigung meiner Kurz-Lektüre erreichen. Hier hänge ich dann sinnlos länger als eine Stunde herum: zweimal erfahre ich zu spät, daß DIESER Bus nach Esteli fährt ... ... & in der Zwischenzeit ist dieser dann jeweils rappelvoll! Aber um Drei Uhr ist’s vollbracht & ich befinde mich auf dem (richtigen) Weg! Die Straße ist in einem erbärmlichen Zustand. Das Gelände ist flach & steht größtenteils als Weidefläche dem ‘Stolz Nicaraguas’ (den riesigen Rinderherden) zur Verfügung. Die vereinzelt zwischen der ‘wogenden Masse aus (noch lebenden) Steaks’ einherreitenden Cowboys tragen Hüte mit Ausmaßen, die einen Bonanza-Hoss vor Neid erblassen lassen würden. Auf Dauer sind die gebotenen Eindrücke allerdings eher ermüdend (auch wegen der extrem tiefliegenden Sitze sowie kaum sicht-durchlässiger, dunkelblau-getönter & unbeweglicher Fensterscheiben). Etwa dreißig Kilometer vor Esteli wird die Straße dann NOCH schlechter & steigt zudem konstant berganwärts: Nur mit Mühe erreicht der Bus die Hochebene ... ... & fortan rollen wir über eine schnurgerade, bis zum Horizont reichende Straße exakt auf Esteli zu! Rechts & links der Straße eskortieren uns in einem Abstand von jeweils etwa zwanzig Kilometern zwei eindrucksvolle Bergketten. Gegen Halb Fünf Uhr fahren wir in den südlich des Stadtzentrums gelegenen Terminal ein (der ‘in Melonen zu versinken scheint’: DER Haupt-Anbau-Frucht around Esteli). Ich rauche eine Orientierungs-Zigarette am Straßenrand - dann schultere ich meinen Rucksack & folge der Avenida Bolivar Richtung Norden. Der Straßenbelag des ‘Boulevards’ besteht lediglich aus einer ziemlich dicken Staubschicht & einen Moment lang wundere ich mich über das ärmliche Aussehen der Stadt - obwohl dies alles andere als verwunderlich ist: Esteli zählt halt nur knappe 30.000 Einwohner. Tja - ich bin in der Provinz angelangt & selbst in den Provinz-Metropolen werde ich vierspurige, asphaltierte Prachtalleen vermutlich vergebens suchen.


Apropos ‘suchen’: Zunächst einmal suche ich ein einfaches & billiges Zimmer für die Nacht. Von den vier Lonely-Planet-Empfehlungen existiert jedoch lediglich (noch?) das Hotel Nicaroa! Der mir angebotene Raum ist extrem spartanisch eingerichtet (& die Matratze von einem ‘Nur’-Holzlattenrost beim Probeliegen nicht zu unterschieden) - eine saubere Gemeinschaftsdusche befindet sich am gegenüberliegenden Ende der Anlage - der heimelige, begrünte Innenhof (gleichzeitig Open-Air-Restaurant) ist eindeutig der dickste Pluspunkt der Herberge. Hm - ‘Minus-Knackpunkt’ ist allerdings der geforderte Zimmerpreis: Satte sieben (!) US-Dollar. Von den mittelamerikanischen Billig-Reiseländern scheine ich mich mit der heutigen Grenzüberschreitung stillschweigend erstmal verabschiedet zu haben! Obwohl - noch gebe ich nicht auf: Ich laufe kreuz & quer (mit Rucksack!) durch die Stadt ... & vor verschlossene Türen. In einer erst kürzlich eröffneten, ziemlich modernistisch wirkenden Hotel-Anlage (mit Bar, Restaurant & deprimierend unatmosphärischem Swimming-Pool) erhalte ich wenigstens die Chance, das Nicaroa-Zimmer preis- & qualitätsmäßig einem Vergleich zu unterziehen ... ... & das Nicaroa schneidet eindeutig BESSER ab! Also: zurück ins Hotel Nicaroa - Einchecken - Auspacken. In einer Tienda erstehe ich (mittlerweile hat sich Dunkelheit über die Stadt gelegt!) O-Saft & Brot ... ... & wundere mich (ein letztes Mal für heute!) über das im Vergleich zu Honduras doch gigantisch hohe Preisniveau! Hm - in Nicaragua werde ich wohl ein paar Pfunde überflüssiges Lebendgewicht einbüßen ... Back to my ‘bloody Cheap’ Hotel ... ... ausgiebigst & erquickendst Duschen - Picknick im Hotelzimmer - schließlich beende ich (in drei Etappen) meinen heutigen Tagebuch-Eintrag (abwechselnd mit dem Lesen dreier Kapitel ‘Worlds End’). Tja - & DANN ... ... spielt sich DAS HIGHLIGHT des heutigen Abends ab, das ich zu Beginn dieses Eintrages schon erschöpfend geschildert habe. Ich brauche schließlich einige Zeit, um wieder einigermaßen zur Ruhe zu kommen & trete ... ... ‘somewhen Round Midnight’ ... ... meine erste Nachtruhe in Nicaragua an!
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