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LANGEWEILE ... ... NACH TREKKING & VOR TIBET ! ODER: LAZY KATHMANDU-DAYS !
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Um Fünf Uhr klingelt mein Wecker: Duschen - Packen - allerdings keine Chance auf Kaffee (geschweige denn Somethin’ Breakfast-like). Vor meinem Hotel warte ich auf Bus Nr. 27 - der auch pünktlich um Halb Sieben Uhr erscheint & (immerhin!) einen super-bequemen Sitzplatz für mich bereithält ... ... mit Beinfreiheit ’bis knapp an die Fahrer-Bandscheiben’ heran. Irrfahrt durch das ins weitläufige Gelände sich zersiedelnde Pokhara & Einsammeln der restlichen Fahrgäste vor den diversen Hotels, Herbergen & Gasthäusern. SURPRISE! ... ... (& freudig-überraschtes ’Hello!’) als auch die ’norwegische Hochgebirgs-Viererbande’ zusteigt. Die ÜBLE Rüttelstrecke bis zum Straßenabzweig nach Ghorka, die landschaftlich zu den schönsten Passagen des Trips gehört (zumindest wenn es nicht - wie heute - in Strömen regnet!) ...
 
... bewältigen wir erstaunlich schnell. Allerdings haben wir ein anderes Problem: Hm - der Busfahrer scheint seinen Dienst (LEIDER!) nicht mit leerem Magen angetreten zu haben! Obwohl es bereits nach Neun Uhr ist, deutet nichts auf einen bevorstehenden ’Break-Fast-Break’ hin & ... ... auch Mugling (kilometermäßig exakt Halbzeit!) verschwindet eine Stunde später zügig im Rückspiegel meines satten Vordermannes ... HUUUNGER! Bis weit nach Zehn Uhr müssen wir DARBEN! Dann ENDLICH lenkt der offenbar sadistisch veranlagte Chauffeur seinen Bus vom Highway herunter, bringt ihn (den Bus) nur Augenblicke später vor einer autobahnraststätten-ähnlichen Anlage im Grünen zum Stehen & dessen (äh ... des Busses) hungrige, noch-so-eben lebende Fracht sicht- & hörbar zum Aufatmen. In der Freiluft-Gaststätte herrscht Hochbetrieb! Mehrere menschliche Businhalte werden von den herumwuselnden Bediensteten abgefertigt. Ich entscheide mich für Kaffee (’Aaah!’), Gemüse-Omelette & eine Chicken-Thukpa ... ... sowie ein nettes & informatives Gespräch mit den ’Norwegian Woodies’. Die vier sind gerade mal zwischen 19 und 20 Jahren alt (was mich denn doch ein wenig überrascht: etwas älter hätte ich sie aufgrund ihres souverän-erwachsen wirkenden Auftretens schon geschätzt!), haben gerade ihr Abitur gemacht & befinden sich nun auf ihrer ersten, großen Fernreise: ... von Vietnam via Thailand, Bali & East-Coast Australia nach Nepal, ... von hier geht’s über Delhi in irgendeine dänische Kleinstadt, wo ein großes Musik-Festival stattfindet (von dem ich allerdings noch nie gehört habe: ’Naja - die Küken gehören ja auch einer anderen Generation an, Du alter Sack!’) ... & dann zurück in die norwegische Heimat. Die für dieses Mammutprogramm veranschlagte Gesamt-Reisedauer beträgt drei Monate - immerhin (!) ... ... ich kenne ’ungenannt-zu-verbleiben-vergeblich-hoffende Germanen’ die einen vergleichbaren Trip in knappen fünf Wochen DURCHGEZOGEN haben (’Gell, Bettino?’ ’Selber Gell!’). Die mit lebhaften Augen & einer süßen Rundbrille ausgestattete ’Kürzeste’ der vier Norwegerinnen (die sich bislang immer eher im Hintergrund aufhielt) macht einen sehr interessierten Eindruck & stellt fortwährend neue Fragen zu allen möglichen, meine Reise betreffenden Themen. Leider ist die frühe Mittagspause mit einer knappen Dreiviertelstunde etwas kurz bemessen - aber, naja ... ... die Vier fahren schließlich auch nach Kathmandu, wo sie sich (bis zu ihrem Abflug nach Delhi) noch ein paar Tage vom anstrengenden Mountain-Trekking erholen wollen. Während der zweiten Hälfte einer insgesamt sehr angenehmen Busfahrt unterhalte ich mich mit B.B. Chang, einem neu zugestiegenen, freundlichen Local eher fortgeschrittenen als mittleren Alters, dem es sichtlich Spaß macht, Tips & Informationen zu ’seinem Nepal’ an interessierte Touris weiterzugeben: - nachdem ich ihm von meinen beiden Trekking-Touren vorgeschwärmt habe verspricht er mir genauere Infos (aus ’erster Hand’) über einen nahe Kathmandu startenden Trekk zu besorgen, der zum gut 40 Kilometer (eine Strecke!) entfernten, 7.246 Meter hohen Mount Langtang führt - mal sehen: vielleicht greife ich ja doch nochmal ins Geschehen ein ...? - als wir auf den anachronistischen Militär-Dienst der Gurkhas bei den ’Royal Forces’ zu sprechen kommen, berichtet er mit unüberhörbarem Stolz von seinem Vater, der ’gedient’ & damit das Fundament für die selbständigen Existenzen sämtlicher Familienmitglieder gelegt hat (denn für nepalesische Verhältnisse sollen die von der britischen Armee gezahlten Gehälter & Ruhestandsgelder geradezu fürstlich sein), - während er von einem großen Fest im Pashupatinath-Tempel erzählt, dessen Höhepunkt die Verteilung von ’religious Dope’ an alle Besucher ist ... ... weisen seine von tiefen Falten geränderten Augen einen strahlenden Glanz auf, den ich ihnen bei diesem Thema gar nicht zugetraut hätte. WAT’N QUATSCH! Zum Kiffen ist man nie zu alt! (für Wolfgang N. selig: ’AUF deutschem Boden soll nie mehr ein Joint ausgehen ...’). Gegen Halb Zwei Uhr trifft unser Bus an der Kantipath-Road-Endhaltestelle in Kathmandu ein. Die Norwegerinnen machen sich auf den Weg zur GPO (nachfragen, ob ’Post aus der Heimat’ ...). Hm - ich beneide die Glücklichen! Obwohl: eigene Selberschuld! Ich könnte ja jetzt schon ’hinter Bangkok’ sein ... ... aber DANN hätte ich nicht die Himalayas erlebt! Und überhaupt: ICH BEREUE NICHTS! Ich schultere meinen Rucksack & marschiere durch die wohlvertrauten Thamel-Gassen ...
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... zum wohlvertrauten Hotel Shikhar. Unterwegs checke ich allerdings die eine & die andere Alternativ-Herberge - auch (Ich gestehe!) bezüglich ihrer ’ESPN-Sports-Channel’-Empfangsmöglichkeiten & ... ... entscheide mich letztlich (nach härtesten Preisverhandlungen) DOCH wieder ’für Madhus Lächeln’: Sie überredet mich zu einem ’Single (friendless ...?) Room’ ohne ALLES, der auf spontane Anfrage hin jedoch jederzeit mit einem Ventilator und / oder Fernseher nachgerüstet werden kann (flunkert sie ...!?). Ob man im Hotel allerdings auch ESPN ... OKAY - ich hör’ ja schon auf! Auspacken - Duschen - dann treibt mich der ’Huuunger!’ an den Tatort meiner extremsten Kathmandu-Magenverrenkungen zurück: im Green Leaves Restaurant sehr gutes, umfangreiches & sättigendes ’All-You-Can-Eat’-Bufett & ... ... I CAN Eat A REAL LOT! Abstecher in die ’fuckin’ G’s Terrace’ - nicht des deutsch-tümelnden Ambientes wegen, sondern weil’s dort den besten Limonentee Kathmandus gibt (& ... äh ... eine neue ’Kicker’-Ausgabe im Zeitungsboard steckt, die ihr penetrant-vernehmliches ’Read Me! Read Me!’ durch die Straßen Thamels säuselt): - Leverkusen hat im letzten Spiel doch noch den Abstieg vermieden (Trauer in Köln, der ’Nacht ... -wächterstadt ... am Rhein’!) & der BVB wird letztlich mit klarem Vorsprung Deutscher Fußball-Meister 1996, - Andy Möller gibt ein, neues Selbstbewußtsein demonstrierendes, langes Interview, das mit einer für einen Profifußballer ungewöhnlich hohen Anzahl korrekt geschriebener Fremdwörter geradezu gespickt ist (Hm, DA wär’ ich gern LIVE dabeigewesen ... !). ’Rund-um-(den-Ball-)informiert’ ... kehre ich um Fünf Uhr in mein neues Zimmer im Shikhar zurück. Die Sonne knallt gnadenlos durch den Moskito-Maschendraht vor meinem Fenster ... & ich freue mich schon jetzt auf eine HEISSE NACHT! Ich stelle erste, konkrete Überlegungen zu meiner bevorstehenden (?) Heimreise an & einige mich (nach zunächst anhaltend-ratlosem Grübeln) auf folgende Wegstrecke: im grenzüberschreitenden Bus von Kathmandu nach Ghorakpur (Indien) - weiter mit dem Zug durch Uttar Pradesh via Lucknow & Agra (natürlich wegen des Taj Mahal!) nach Delhi - von der indischen Kapitale mit ’irgendeiner Billigfluglinie’ nach Athen - & schließlich per Schiff & Zug (über Italien) HEIM nach ’Köln am Rhein’. Der mich gänzlich unpassend frösteln machende Nachteil dieser Variante ist ein erneutes (freiwilliges!) Eintauchen in den ’glutheißen Backofen Nord-Indiens’. Andererseits aber liegen entlang dieses Weges noch ein paar fotografisch lohnende Stationen vor mir UND ... ... ich kann den unumgänglichen ’Zwangs-Flug’ denkbar (physisch vertretbar!) kurz halten. Da die Vorteile meiner Meinung nach eindeutig überwiegen ... ... bin ich SEHR ZUFRIEDEN mit mir & meinen Planungen (wohl wissend, daß solche Planungen weit schneller GEKIPPT als GEMACHT sind). Um Halb Neun Uhr ’fliegt mich der Hauch eines Hungergefühls an’. Ich nutze diesen unerwarteten (kharmatischen ...?) ’Anflug eines Antriebs’ zu einer ’Schnitzeljagd der besonderen Art’: - zunächst bemühe ich mich vergeblich, Carmens ’Kathmandu-Absteige’ ausfindig zu machen (wenn ich mich recht entsinne, sprach sie von einem ’small Guest-House near the Potala’ ...!? Oder so ähnlich) - in einer kleinen Thamel-Seitengasse entdecke ich zwar ein ’Hotel Potala’ & checke ein paar kleinere Lodges ... ... aber eine Mexikanerin Carmen Sanchez (Hindu-Name: ’Sada’) ist & verbleibt (zumindest für heute) in Kathmandu ebenso unbekannt wie ... - die beiden, für mein heutiges Abendmahl in die engere Wahl gezogenen Restaurants ’Rimini’ (nepalesische Spezialitäten, wie der unzweideutige Name schon vermuten läßt!) & ’Him Thai’. Tja - ’... everything has shifted in FAST SHIFTING ASIA!’ Für heute belasse ich es bei der (allerdings auch recht halbherzig) durchgeführten ’Such-Aktion’ & wende mich dem mutmaßlichen Höhepunkt des Abends zu: ... einer Pizza Diabolo, die allerdings kaum hält, was der Name verspricht (denn das mit dem ersten Bissen UMGEHEND in meine Augen schießende Nass besteht zu maximal einem Prozent aus Tränen, der Rest ist ’Schwitzwasser’!). Leicht gefrustet ’refugiriere’ ich (bei ’Warm Beer & Free ... äh ... Popcorn’) in der Blue Note Jazz Bar, in der am heutigen Abend ’Satchmo’ (roots-ignoring & ... ungestraft) VOR SICH HIN SCHNULZEN darf: ’La Vie en Rose’ & ’Moon River’ (siehe Karte an Ulla ... ach ja: hier schreibe ich - leicht angetrunken - eine Postkarte an Ulla). In meinem Stammkiosk (Mineralwasser & Zigaretten für die Nacht) renne ich ein letztes Mal für heute in das ’norwegische Elchinnen-Rudel’ (äh: der ’kleinste Elch’ ist wirklich nett!) - bevor ich mein knappe 20 Kubikmeter großes ’Treibhaus’ betrete & ’one of those well-known Tropical Nights’ verleben darf: ’Sardino in Olio’ - schließlich (doch) Fenster AUF - Moskito-Fantastilliarden REIN - sinnlose, aber die Zeit vertreibende ’Linus’-Aktionen (mithilfe eines Handtuchs als Schmusedecken-Surrogat) - kein noch so kleines, Schlaf versprechendes Sandkorn an meinem entfernten (& doch erschreckend begrenzten) Insomniac-Horizont ... ... & trotzdem: IT’S GOOD to be back in Kathmandu ... |
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... Um Sieben Uhr ist die Nacht für mich zu Ende. Ich fühle mich körperlich ZIEMLICH FERTIG (naja, ich hatte eine anstrengende ’Fighting-Night’), zwinge mich noch eine Stunde dösend & rauchend im Bett zu verbringen & werde schließlich durch ’heftigstes Klopfen’ an meine Zimmertür endgültig wachgerüttelt: Zwei Polizisten haben die Hotellobby ’gestürmt’ & wollen sämtliche Hotelgäste sowie deren Reise-Pässe sehen. Ich deute diesen ’Überfall’ als Zeichen (von wem auch immer gesandt?), ’... denn doch endlich meinen Arsch final hochzukriegen!’ Also - ab ins Green Leaves Restaurant: Steak-Breakfast As Usual - Tagebuch schreiben - sowie das Fernseh-Programm in der Indian Times studieren! Es muß doch rauszukriegen sein, in welchem asiatischen Kanal die ’Euro Soccer Chips 96’ übertragen werden ...? Aber auch hier finde ich nur den Hinweis auf zeitversetzte Aufzeichnungen in ESPN. Nach dem Frühstück streune ich durch die Stadt ...
 
 
... & beginne meinen zur Gänze dem Thema ’Organisation’ gewidmeten Tag: - mit dem CHECK einiger Hotels (die billigeren durchsuche ich nach Carmen, die teureren nach ESPN), - anschließend erkunde ich in verschiedenen Color-Labs near New Road das verfügbare Angebot an möglichst licht-un-empfindlichen KODAK-Diafilmen (mein Fotomaterial neigt sich bedenklich einem schnellen Ende entgegen!), - & schließlich erfrage ich bei diversen Fluggesellschaften deren (gute ...?) Verbindungen Richtung Europa. Übrigens: Mit Ausnahme des letzten Programmpunktes bleiben sämtliche Erkundungen erfolglos: No Carmen ... nor ESPN ... neither Slidefilms! Der Kathmandu-Flugmarkt bietet mir alternativ zu der gestern Abend DEFINITIV BESCHLOSSENEN Heimreise-Variante (’Ha-ha-ha! Gestern Abend: Verdamp Lang Her!’) vier mögliche Optionen: - einen ’Gulf-Air’-Flug über Delhi & Bahrein nach Athen (für 775 US-$), - einen ’Thai-Air’-Flug über Bangkok nach Athen (für 715 US-$), - einen ’Singapore-Air’-Flug über Singapore nach Athen (für 700 US-$), - oder einen ’Lufthansa’-Flug über Karachi nach Frankfurt (für nur 580 US-$). Nach dieser (nur einem schlichten Informationsbeschaffungs-Bedürfnis Rechnung tragenden) Tour trete ich, trotzdem heftigst GRÜBELND den Rückzug in mein Hotel an ... ... werde aber schon nach wenigen Metern von einem in dieser Heftigkeit bislang noch nicht erlebten Monsun-Schauer in den nächsten trockenen Unterstand GEJAGT. Und hier ... genau HIER (!) reift im Laufe der folgenden, einstündigen Zwangs-Pause (übrigens unter dem positiven Einfluß des ’Verzehrs’ einer zusätzliche Klarheit bringenden, kompletten Schachtel ’Erleuchtungs’-Zigaretten) eine einsame Entscheidung heran: ICH FLIEGE HEIM ... ... & zwar so schnell wie möglich! Ich nutze eine kurze Phase graduell schwächeren Regens um zurück zum Lufthansa-Stadtbüro zu hasten. Die deutsche Nobel-Linie fliegt zweimal pro Woche (mittwochs & sonntags) von Kathmandu aus Frankfurt an. Nachdem wir die Zahlungsmodalitäten geklärt haben & sämtliche benötigten Infos (beiderseitig) ausgetauscht sind, bricht der Computer zusammen (vermutlich unter der Last der auch für ihn spürbaren Verantwortung) ... ... & zwar genau in dem Moment, da meine Reservierung für den Flug am kommenden Mittwoch eingegeben wird. Da mein Name bereits im Buchungssystem angekommen ist, kann mir niemand mehr meinen Platz im Flieger wegschnappen. Ich aber habe die Möglichkeit, mich bis zum vereinbarten Zahlungstermin (Montag Morgen Neun Uhr!) noch so oft ich will um & neu zu entscheiden: denn ... ... das örtliche Lufthansa-Personal arbeitet (aus Gründen der ’Bewahrung des Brauchtums beider Staaten’) weder am morgigen Samstag (dem höchsten nepalesischen Wochentag) noch am darauffolgenden deutschen Sonntag! SUUUPER! Denn ... ... in dem Moment, da sich diese Option so unerwartet auftut spüre ich, wie die noch vor einer Stunde so felsen-fest-stehende Entscheidung zu bröckeln ... äh - ja! Bewaffnet mit einer kulinarischen Reminiszenz an Europa (Baguette & original österreichische Salami aus dem ’Vienna-Deli’) kehre ich in mein Hotelzimmer zurück, welches sich jedoch (am späten Nachmittag!) derart BRÜLLEND-HEISS präsentiert, daß ich den Menschen an der Rezeption (Madhu hat heute dienstfrei!) informiere: ’I NEED a Fan - Right NOW!’ Äh ... worauf mich der Hotelangestellte mit großen, treuherzigen Augen fixiert & erklärt, ’daß es im gesamten Hotel keinen einzigen mobilen Fan gibt!’ Äh ... worauf ich ihm ruhig, aber bestimmt (& erbärmlich schwitzend) erkläre, ’er könne schon mal (für morgen Früh) meine Rechnung fertig machen!’ Die folgenden beiden Reiselektüre-Stunden sehen mich ein ums andere Mal unter die Dusche flüchten (The Unbearable Sweatness!) & trotzdem: Um Neun Uhr halt’ ich’s nicht mehr aus. Mich zieht’s ’ins lufthauchige Leben’. Mit dem Vorsatz, ’irgendwo draußen etwas zu essen & dann einen Streifzug durch die (klimatisierten!) MC-Läden der Stadt zu machen’, trete ich auf die Straße, passiere den Tom-&-Jerry-Pub & ... ... dort trifft mich fast der Schlag! Nein: nicht die Hitze! Nur ein zwar kleines, aber deutlich lesbares Hinweisschild, das (unmittelbar neben der Eingangstüre) informiert: Today - 9.15 h p.m. - LIVE - Euro ’96 - Portugal vs. Turkey! Als sich auch nach dem zweiten Augen-Reiben am Wortlaut der Ankündigung noch nichts verändert hat, erklimme ich die Treppe zum im zweiten Stock befindlichen Pub & ... tatsächlich: Die unverwechselbaren, rot-grünen Trikots der Portugiesen flimmern über eine Großbildleinwand, die hinter dem langen Tresen (in der zunehmend sich füllenden Bar) aufgebaut ist! Tuborg bestellen - ’Flöppe’ anzünden - meine Beine weit ausfahren & mich wohlig in meinen bequemen Sessel zurücklehnen ... ... DIES ALLES ist EINE harmonische Bewegung! Während des Spiels unterhalte ich mich mit einem fußballbegeisterten englischen Pärchen, das heute erst (aus Thailand kommend) in Kathmandu eingetroffen ist: sie ist Coventry-City-, er ist West-Ham-United-Fan & ... ... auch sonst sind sie immer unterschiedlicher Meinung (ziemlich witzig - das!). Auch bemerke ich einige bekannte Gesichter: unter anderem (eher unwillig) die ’heiße, nicht nur strohblonde australische Braut’ aus der Guru-Lodge in Pokhara sowie (uneingeschränkt erfreut) die ’vier norwegischen Musketeusen’. Beim späteren Verlassen des Pub fragen sie, ob ich morgen auch (zum Spiel der Engländer gegen die Schotten), ... daß ich unbedingt müßte, ... denn eine der vier (allerdings nicht die mit der süßen ’Pfeiffer’-Rundbrille) hat Geburtstag. Naja - das klang ja fast wie eine Einladung ... Schöner & relaxter Abend. Nach meinem zweiten Tuborg habe ich allerdings mal wieder das Gefühl, kurz vor einer Alkoholvergiftung zu stehen (das liegt alles nur an dieser ’Mörder-Hitze’ ... glaube ich). Ich verabrede mich mit den Engländern für den nächsten Abend. Die trockenen Kommentare der ’Fans von der Insel’ machen JEDE noch so langweilige Soccer-Partie interessant (SOGAR England gegen Schottland ...!? Hm - hoffentlich fließt morgen nur Bier!). Ich wanke gut gelaunt in mein Hotel, erschlage (mich irgendwo zwischen Ritual & Reflex befindend!) ein paar Moskitos - bis ... ... ja - bis ich einigermaßen überrascht feststelle, daß mich (in der Verfassung, in der ich mich befinde) die ’Blutsauger’ eigentlich gar nicht stören. UND LASS’ ES ... |
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... Früh wach, denn: Es ist IRRE HEISS in meinem Zimmer! Eiskalt Duschen & raus aus diesem ’Hot Spot’. Ich erklimme über eine steile Steintreppe die Dachterrasse des Bistro-Cafés, frühstücke im Schatten eines großen Sonnenschirms & widme mich der immer wieder faszinierenden Kathmandu Post. Top-News heute: - Singapore will bis zum Jahr 2000 mindestens 20 Prozent seines Obst-&-Gemüse-Bedarfs aus eigener Produktion decken (& zwar durch intensive Nutzung seiner begrünten Wolkenkratzer-Dachflächen für landwirtschaftliche Zwecke: ’Singapore-Rooftop-Potatoes!’), - ein Gouverneuer (& militanter Nichtraucher!) im indonesischen Sulawesi weigert sich Dokumente in Empfang zu nehmen, die nach Nikotin riechen & ... hat in seiner Behörde ein Rauchverbot mit der Begründung verfügt: Rauchen schadet nicht nur der Gesundheit der Mitarbeiter, sondern zerstört auch Computer! - die einzige Europa-Meldung gibt kurz & knapp das niederschmetternde Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie wieder, die von einer renommierten deutschen Universität durchgeführt wurde: Rund 15 Prozent der deutschen Erwachsenen-Bevölkerung sind Analphabeten!? (was dem Asiaten vermutlich ’runtergeht wie Soja-Keim-Öl’ & mich ... spontan meine Augen niederschlagen macht). Beschämt kehre ich letztmalig ins Shikhar zurück, packe meinen Rucksack & checke aus: Madhu (leicht ... äh ... ’bedröppelt’) fragt mich wieso & wohin ich denn nun gehe? Ich erkläre ihr kurz meine Beweggründe & ... ... sie scheint mich zu verstehen. In der keine 100 Meter entfernten Holy Lodge (eine schon etwas länger zurückliegende Empfehlung von Marietta & Sören, dem Danish Long-Distance-Runaround-Couple ... das seine Trainings-Einheiten mittlerweile wieder in den Wäldern um Kopenhagen absolviert) beziehe ich ein Zimmer, das etwa doppelt so groß & trotzdem deutlich billiger ist als ’meine Höllengruft im Shikhar’ ... ... UND (most important!) mit einem gut funktionierenden, riesigen Ventilator (sowie auch-sonst-eindeutig-besser) ausgestattet ist. Meine Laune verbessert sich schlagartig (mindestens um den ’deutschen Analphabeten-Prozentsatz’). Ich bestücke meinen Foto-Rucksack mit Literatur & allem, was man für einen faulen Samstagnachmittag auf dem Jaishi-Dewal-’Aussichts’-Tempel am Hanuman Dhoka benötigt ...
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... & schlendere gut gelaunt südwärts, bis ich plötzlich in meinem Rücken ein aufgeregtes Rufen vernehme: mein Name ... ??? (& zudem ’nearrrly corrrrectly prrronounced!’). Verwundert drehe ich mich um & ... ... blicke in das strahlende Gesicht Carmens, die mit ausgebreiteten Armen (in bekannter Jeanne d’Arc-Pose) mitten auf der Straße steht! In einem kleinen, etwas abseitigen Garten-Café frühstückend, sah sie mich die Straße entlanggehen - war jedoch keineswegs überrascht: wußte sie doch bereits gestern Abend (Telepathie ...? Kharma ...?), daß sie mich HEUTE & HIER treffen wird! Nach zehntägigem Meditationstraining begleitete sie gestern Nachmittag zwei Lehrgangsteilnehmerinnen zum Flughafen, die bis zuletzt versuchten, sie zum Mit-Flug nach Delhi zu überreden. Aber Carmen lehnte ab, weil sie das starke & sichere Gefühl hatte, ’... mir heute in die Arme zu laufen!’ IF IT’S MEANT TO BE, ...! Heute nun ist Carmens definitiv letzter Tag in Kathmandu. Morgen fliegt sie nach Delhi, von dort will sie für etwa zehn Tage nach Himachal Pradesh (wozu ich ihr einige Tips geben kann), bevor sie nach Poona zurückkehrt. Wir verbringen einen ereignislosen, aber wortreichen ’laid-back Afternoon on Top of the World’: Ich zeige ihr DIE STADT ...
  
... denn sie hat außer den Souvenir-Geschäften um ihr Gasthaus (Carmen hat ’Una Familia Muy Grande’ & jeder muß ein Andenken aus Nepal erhalten!) kaum etwas von Kathmandu gesehen - naja ... ! Auf dem weitläufigen Rasen im Ratna Park hockend, schildere ich ihr meine Erlebnisse während des ’ABC-Trips’ (beiderseitiges Augenleuchten!) & sie mir ihre Erfahrungen beim Meditations-Training (äh ... eher auf die Erzählerin beschränkter Enthusiasmus): DAS ... größtenteils aus Einzel-Meditation bestand, ... teilweise mit stundenlangem Sprech- und/oder Bewegungs-Verbot belegt war & (als Vorbereitung) ... um ausgiebige Meditationsanleitungen sowie (als Nachbereitung) ... um die allabendliche Diskussion der teilnehmer-individuellen Gefühle & Empfindungen ergänzt wurde. Der nächste Kurs hat (leider!) schon gestern begonnen. ’Oh - that’s SOOO SAD!’ lüge ich (aufatmend). Sie versteht & lacht - setzt schließlich aber (doch noch) ernst hinzu: ’REALLY, Horst - you Should try it! Somewhen ...! ’SURE Carmen - surely I WILL!’ Uns alle Zeit der Welt lassend, schlendern wir im weiten Bogen zum Naraya’s Garden Restaurant, wo ich (äh ... zu gratiniertem Spinat mit entzauberten Pilzen) anhand meines Geburtsdatums, das Carmen wie selbstverständlich präsent hat, eine detaillierte numerologisch-psychologische Deutung meiner Persönlichkeitsstruktur erfahre: - daß ich ein ’Seeker’ bin, wußte ich schon (durch Carmen) - neu ist hingegen, daß ich mich nicht mit Oberflächlichkeiten zufrieden geben & den Dingen auf den Grund gehen will (?), - weiterhin bin ich ausgesprochen kreativ (?) & habe bei ’Potential & Capacity’ eine ELF ... genau wie ’Osho - the Ultimate’ (ich bin mir nicht wirklich sicher, ob ich darauf stolz sein soll!?), - meine Final-Zahl (die für ’Bestimmung’ steht) ist die SECHS: ’A Very Good Number!’ - die mich über den bloßen ’Seeker of the Essential’ hinauswachsen läßt & (in the long run ...) auch eindeutig als ’Finder’ ausweist! Ob ich’s nun wahrhaben will oder nicht: Ich befinde mich auf dem direkten Weg vom NOCH NUR potentiellen zum ’willentlich-angestrebt & (nicht zuletzt durch seine schöpferische Schaffenskraft) befähigt Erleuchteten in Vollendung’! Tja ... ... & daher wär’s eigentlich an der Zeit, mich schleunigst um Verlag, Steuerberater, Immobilienmakler sowie einen guten Limousinen-Ausrüster zu kümmern! Übrigens: letzteres meine, Carmen gegenüber verschwiegene Eigeninterpretation der für ’Hedonismus’ stehenden, hervorragenden FÜNF an der vorletzten Stelle meiner ’dänischen Geburtstags-Zahlenreihe’ ...). Ich frage Carmen, ob es auch Zahlen gibt, die auf eine negative Strukturierung hinweisen? Sie bejaht vehement ... ... & erläutert die ’Bad Numbers’ anhand ihrer eigenen, numerologischen Determiniertheit. Naja, nachdem sie alle negativen Aspekte hinreichend ausgebreitet hat, übereinstimmen wir (spontan & lachend), ’daß das SO schlecht nun auch wieder nicht ist!’ Wir sprechen lange über ihr geplantes ’Begegnungs- & (alternatives) Heilbehandlungs-Zentrum’ in Mexiko sowie meine weiteren Reisepläne. Die Zeit verfliegt & (ähnlich wie bei unserem letzten, gemeinsamen Diner in Pokhara) fühle ich mich Carmen sehr nah ... & umgekehrt (wie sie mir bedeutet). Nach Sieben Uhr verabschieden wir uns. Zwar bereits zum dritten Mal innerhalb von zwei Wochen, dieses Mal aber wissen wir, daß es für längere Zeit sein wird: Ich muß ihr VERSPRECHEN, nach Poona zu schreiben (& ihr zwei oder drei ’Ghorepani-Bergpanorama-Fotos’ nach Mexiko zu schicken). Sie will mich in zwei Monaten (während ihrer finalen Heimreise) von London aus anrufen & fordert mich nochmal eindringlich auf, meinen fürs nächste Jahr geplanten Anden-Trip mit einem langen Besuch in Cuernavaca (südlich von Mexico-City) zu beginnen & ... ... letztlich muß ich sie bitten, nicht jeglichen Spielraum für Spontaneität wegzuplanen & stattdessen lieber auf ihren eigenen Wahlspruch zu vertrauen: If it’s meant to be, it Will happen! ’SURE!’ Später am Abend ... statte ich dem Tom-&-Jerry-Pub doch noch meinen Besuch ab (obwohl ich keine allzugroße Lust auf Menschen habe!). Dieser (der Pub) ist denn auch (nicht unerwartet: There are Lots of British Guys Around Here!) dermaßen ÜBERFÜLLT ... ... daß ich mich genervt in eine drei Blocks entfernte, ’erträglich-überfüllte’ & ebenfalls ’performende’ Bar flüchte. Übrigens erregen Tuborg & Birthday-Cookies (die eigentlich für das verpaßte ’Norwegian Woodie’ bestimmt waren) meine Aufmerksamkeit & Zustimmung weit mehr als das langweilige Briten-Derby. Der Sieg der Engländer (nach verschossenem ’Scotch-Penalty: OOOH - NOOO !!!’) ist mehr als glücklich. Und das mit Abstand BESTE am gesamten Spiel sind die Kommentare des britischen (?) Reporters sowie ... ... DER O-Ton einiger interviewter schottischer Fans: We support TWO Teams! Scotland ... & EVERY Team, who’s playing England! Das Spiel Spanien gegen Frankreich schenke ich mir (Happy B-Day!) - denn: auf mich wartet ein neuer Lebensabschnitt - eingebettet in ein geräumiges, gemütliches, vor allem aber ANGENEHM KÜHLES Zimmer! Und so entschwebe ich heute bereits nach kurzer ’Lord Jim’-Lektüre VÖLLIG ENTSPANNT aus meiner Holy Lodge (Nein! OHNE Dankgebet!) der kathmandischen Nacht entgegen ... |
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... SPÄT wach! Tja - LANGE mußte ich auf diesen Eintrag warten ... Heute Morgen lasse ich mir Zeit, lege vor dem Duschen gar noch eine ’Extrarunde: Gyms ‘n’ Smoking’ ein & mache mich erst um Zehn Uhr auf den Weg zum Green Leaves Restaurant ... da springt mir plötzlich ein Schild mitten ins Gesicht: Cheapest Flights to Europe - AEROFLOT! Meine SOFORT eingeholten Erkundungen ergeben, daß AEROFLOT vierzehntägig (samstags) zu einem Preis von 400 US-Dollar von Kathmandu nach Moskau fliegt. Für weitere 50 US-Dollar kann man den sogenannten ’Anschluß’-Flug von Moskau nach Frankfurt buchen (sprich: NEUN Stunden nach der weit nach-mitternächtlichen Ankunft in der russischen Metropole geht’s weiter). Hm - hört sich gut an (ein bißchen hardcore-mäßig): Genau das Richtige zum Abschluß meiner Asien-Reise! Ich stelle für nachmittags den Kauf eines Tickets in Aussicht & werde von einem angeschlossenen (erschreckend freundlichen!) Reisebüro-Agenten (KGB ...?) gleich noch mit diversen Broschüren zu diversen Tibet- & Bhutan-Touren ausgestattet. Gott-sei-Dank (!) verlängert ein prasselnd niedergehender Platzregen meinen Frühstücks-Aufenthalt & so bleibt mir ausreichend Zeit die (wirklich sehr interessanten!) Prospekte & Angebote zu studieren. Zurück im Hotel präpariere ich meinen Rucksack bi-funktional: denn auf dem Nachmittags-Programm steht entweder das Royal Museum of Natural History (am Fuße des Swayambhunath Hill) ...
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... oder (wie profan!) das öffentliche Schwimmbad im Balaju Waters Park.
 
Um Ein Uhr trabe ich los & ... ... um es vorwegzunehmen: Aus beidem wird nichts! Ich lasse mich durch die engen Gassen Chetrapatis hügelabwärts (in westlicher Richtung) dem Vishnumati River entgegentreiben, bis ich mich (am Flußufer angekommen) plötzlich mitten in den Vorbereitungen eines Hindu-Begräbnisses wiederfinde: - auf der Uferpromenade wird ein floß-ähnliches Rohrgestell zusammengezimmert & mit Blumen sowie bunten Bändern & Tüchern geschmückt, - daneben wird Stroh geschüttelt, gebündelt, wieder geschüttelt, nochmals gebündelt & schließlich zu handlichen Garben zusammengeschnürt, - unmittelbar vor meinen Füßen zeichnet sich deutlich (allerdings von einem schneeweißen Laken bedeckt) die Gestalt der/des Verblichenen ab, - etwa zwanzig Personen beiderlei Geschlechts (WIE ...?) wuseln (für mich zwar undurchschaubare, aber zweifellos) Funktionen wahrnehmend, allesamt in piekfeinen Anzügen oder Saris steckend, über die an dieser exponierten Stelle in einen kleinen Platz einmündende Uferpromenade. Naja - Uferpromenade ist entschieden übertrieben. Es handelt sich vielmehr um ein ziemlich verdrecktes Flußufer, das von Schweinen, Kühen & jugendlichen Nepalesen (letztere mit ’Spezialzangen’ ausgerüstet) auf Brauch- und/oder Essbares durchwühlt wird. Ich fühle ein ’leichtes Kräuseln meiner Magen-Innenwände’ ... ... als ich (etwas abseits) rund 50 Rinderbeine sich zu einem wirren & NICHT EBEN KLEINEN rötlich-braunen ’Schlacht’-Hügel türmen sehe. Dessen (des Hügels) ’ins extrem Triefige spielende’ Konsistenz läßt weder einen Schluß auf das Mindesthaltbarkeitsdatum der abgehackten, haarigen Haxen, noch auf den Zeitpunkt zu, wann diese letztmalig (vermutlich schwer) haben tragen müssen: ... entweder handelt es sich bei den Zwischen-Festkörper-Flüssigkeiten um frisches, allerdings extrem verschmutztes Blut oder ... ... die Gebeine befinden sich (unter tätiger Mithilfe der heißen Außentemperaturen & Myriaden zersetzender Fliegen-Legionen) in einem bereits späten Stadium eines spirituellen Transformationsprozesses vom noch-so-eben Festkörper über eine modrig-glibbernd-glänzende Vorstufe hin zu einem finalen, nur (wenn überhaupt) glänzenden & entschieden vergeistigt-tranzendentalen Zustand. WÜRG ...! Ich folge dem Flußufer bis zur nahen (zum Swayambhunath Hill überholenden) Brücke & richte mich auf einem dicken Abwasser-Rohr ein, das unmittelbar neben dem Geländer über die Brücke führt: Von hier aus bin ich in der Lage, eine ’200-ASA-200-mm-Teleobjektiv-plus-Konverter-Papparazzo-Foto-Serie’ zu schießen ...
  
... die den recht schleppenden Fortgang der Fire-Burial-Ceremony akribisch zu dokumentieren versucht. ’By-the-(Waste-Water-Tube)Way’-Kontakt mit einem jungen Nepalesen, der mich über meine Reiseerfahrungen in Nepal befragt ... & ungewöhnlich viel Zeit auf seinen Prolog verwendet, der letztlich doch (quasi: naturgesetzlich!) in ein ’Dope-Buy-Offer’ münden MUSS. Eine kunterbunte, chaotische Prozession FORMIERT (?) sich & watet schließlich (SEHR viel später) durch das knietiefe Wasser des Vishnumati dem am gegenüberliegenden Ufer residierenden Shobha Bhagwati Temple entgegen: Hier findet ... auf einer unmittelbar vor dem Tempel errichteten, von allen Seiten her einsehbaren Säulenterrasse, die eigentliche (Frei-Luft- &) Feuerbestattungs-Zeremonie statt. Um den finalen Schuß (’Bein in Flammen!’) nicht zu verpassen, muß ich meinen Standort wieder ans Ufer des Flusses verlegen. Bis ich diesen (den ’Hot-Spot-Shot’) allerdings setzen darf, dauert’s noch eine gute Stunde: ... endlose Predigten, ... offensichtlich gelangweilte Trauergäste (die ihre Köpfe unablässig in sämtliche Himmelsrichtungen drehen & wenden: gerade so als könnten sie ’dort irgendwo ablesen, wie lange DIESER WAHNSINNIGE denn wohl noch vorhat, zu reden?’ ’GÄÄHN!’) sowie ... stoisch am anderen, an ’meinem’ Ufer ihren JOB erledigende, bezahlte Trauermusiker (die vermittels ihrer Trommeln, Cymbals & Glocken einen permanent an- & abschwellenden, immer jedoch dichten Rhythmusteppich produzieren). ENDLICH ... wird eine sichtbar lodernde Fackel herbeigetragen (’Sätt hätt jätt vun Ollümpija!’), die der oberste Hohepriester zunächst dreimal im Uhrzeigersinn, dann dreimal in entgegengesetzter Richtung um die aufgebahrte, mit Tüchern, Blumen & Kränzen (sowie sonstigen ’Brandbeschleunigern’) geschmückte Leiche kreisen läßt. Auf ein zumindest für Ungläubige wie mich unsichtbares Zeichen hin, stoppt die Musik sehr abrupt. Die Trauergemeinde räumt den Tempel-Vorplatz & watet (dieses Mal in lockerer Formation) durch den Fluß zurück an ’mein’ Ufer: JETZT GEHT’S LO-HOOS! Fünf Pyromanen machen sich in Seelenruhe an ihre Arbeit. Zeitweise hat es allerdings den Anschein, die Ruhe ist nur gespielt & in Wahrheit weiß keiner wie’s geht: ... hier ein kleines Strohbündel, ... da noch ein vermutlich in Kerosin getränktes Leichentüchlein, ... dort ein kurzzeitig züngelndes (& schnell wieder verlöschendes) Flämmchen ... Währenddessen beobachte ich (zur verkrampften Salzsäule erstarrt) jedes kleinste Detail des Schauspiels durch den Sucher meiner Kamera, DIE (mit Teleobjektiv & Konverter zusätzlich beschwert) meinem rechten Arm bereits nach kürzester Zeit das authentische Gefühl vermittelt, ’... gerade an der bayerischen Meisterschaft im Maßkrug-Stemmen teilgenommen zu haben!’ Aber: Ich harre aus ... ... obwohl mich zwischenzeitlich eine ältere Frau (mit üblen Brandnarben im Gesicht) aggressiv anmacht & ich durch ihr Gezeter (Cigarettes! Chocolate! Bakshish!) beinahe doch noch den ENTSCHEIDENDEN MOMENT verpasse. Ich beginne schon (leicht demoralisiert) zu mutmaßen, daß ’die WAHRE Kunst dieser Feuerteufel’ darin besteht, den Leichnam zu verbrennen, OHNE eine sichtbare Flamme entstehen zu lassen (die Verblichenen also zu ’verkohlen’) ... ... da lodert urplötzlich ein gefrässig-hochschlagendes Feuer auf (allerdings nur für eine erstaunlich kurze Zeitspanne !?) Zweimal drücke ich in kurzer Folge den Auslöser meiner Kamera ...
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... äh - der Rest läuft automatisch ab: Piep - Piep - Piep & ... (langes, metallisches) SIRRR! Der Film ist voll! Ich packe meine Sachen zusammen, verspüre im selben Moment ein starkes Hungergefühl (Leichenschmaus ...?) & sättige dieses (in einem einfachen Restaurant an der Freak Street) mit einem schlechten Chicken Chowmien: Das Highlight des Restaurants ist ein junger, globetrottender Schweizer, der in kabarett-reifem Englisch auf sein Gegenüber einredet. Hm - nicht eigentlich falsch, aber mit einer derart ’breiten & gemütlich klingenden PRRO-NAUN-ZI-ÄI-SCHEN’, daß sich offensichtlich ALLE Gäste im Restaurant gut unterhalten bis köstlich amüsiert fühlen ... ... was ihn aber (mindestens ebenso offensichtlich) in keinster Weise stört oder gar verunsichert! Während des Essens fasse ich zwei seit dem Vormittag in mir arbeitende & nun gleichermaßen vehement wie spontan sich Bahn brechende Entschlüsse. Ich marschiere ’Straight to Marco Polo Travels’ & buche ... ... zunächst einen Tibet-Bus-Trip, der am kommenden Samstag in Kathmandu startet, insgesamt sieben Tage dauert (inklusive zweieinhalb Tage in der ’verbotenen Stadt Lhasa’!) & am darauffolgenden Samstag mit einem Flug von Lhasa nach Kathmandu seinen hoffentlich glücklichen Abschluß findet (apropos ’Flug’ ...), ... sowie meinen finalen AEROFLOT-Rückflug von Kathmandu via Moskau nach Frankfurt. Da die Anschlußstrecke von Moskau nach Frankfurt täglich bedient wird, habe ich die Möglichkeit, vor Ort zu entscheiden, ob ich vielleicht doch noch ein paar Tage ’Moskauer Sommer’ dranhängen will. Sehr mit mir zufrieden starte ich anschließend zu einem Abend-Spaziergang durch die engen Seiten- & Nebengäßchen in der Nähe des Hanuman Dhoka. Die wunderschönen, alten Holzschnitzereien an den Häuserfassaden, Balkonen, Fenstern & Türen faszinieren mich im fahlen Dämmerlicht noch weit stärker als bei Tageslicht betrachtet - überhaupt ... ... präsentiert sich Kathmandu im geschäftigen Treiben des frühen Abends viel asiatischer als tagsüber. Erinnerungen an die stimmungsvolle Dämmer-Busfahrt durch Trichy (in Indien) werden wach: Auch hier befindet sich in jedem Hauseingang, neben jedem Laden & in jedem Gebäude-Untergeschoß eine kleine Werkstatt, in der bis weit nach Sonnenuntergang (im un-ergonomischen Zwielicht, aber mit ’Bienenfleiß’) den jeweiligen Handwerkskünsten nachgegangen wird. Dies alles WIRKT bestenfalls idyllisch - natürlich weiß ich, daß es sich in Wahrheit um ’Knochenarbeit’ handelt & die Menschen schuften, um schlicht zu überleben ... Auch sind die großen, berühmten & in den Reiseführern verzeichneten Tempel nicht immer die interessantesten: Hunderte homogen in die Häuserzeilen integrierte Mini-Tempelchen, Stupas & Götter-Statuen erregen meine Neugier ebenso wie die in den Hinterhöfen (versteckt & schwer zugänglich) nur von ’Viertel/Veedel’-Nepalesen besuchten Small Places of Worship. Schwer beeindruckt (ECHT!) nehme ich mir vor, nach Abschluß des Tibet-Trips zumindest EINE weitere (dann allerdings fotografische!) ’Kathmandu-Dämmerrunde’ zu DREHEN ... Um Halb Neun Uhr ist es dann Zeit für ... somethin’ completely different. Ich besorge mir im Kiosk (Around the Holy Lodge Corner) noch ein paar Soccer-Zigaretten & ... ... wer deckt sich da gerade mit Mineralwasser für IHRE letzte Kathmandu-Nacht ein? Richtig: das ’norwegische Gute-Laune-Quartett’! Obwohl ... freundlich lächelnd & gesprächig wie immer, allerdings nicht ganz so fröhlich wie sonst (Und ich dachte schon, ‘die Skandinavierin an sich’ ist immer guter Dinge!) gestehen mir ’die Vier’ ihre Erleichterung, morgen Kathmandu verlassen zu können. Während der letzten Tage wurden sie von ähnlichen Motivationsproblemen geplagt wie ich - aber gemeinsam finden wir schnell den Schuldigen: Dieses beschissene, depressionsförderliche FUCK-Wetter! Anyway ... Nette Verabschiedung: ’No more bumping into each other!’ ’Perhaps, in Norway, who knows?’ Hm - gestern Carmen & heute ... Wieder wird es ein Stück leerer in Kathmandu (kälter kann ich bei DEN herrschenden Temperaturen ja schlecht sagen)! Rüber ins Red Rock Cafe, wo die Partie zwischen Portugal & Kroatien gerade angepfiffen wird. Naja ... nicht direkt - aber direkt per Satellit übertragen. Kroatien (bereits qualifiziert) schont sich fürs Viertelfinale & kriegt verdientermaßen eine ’saftige Packung’! Apropos: Chicken Chowmien & Jasmin Tee ... ... wenn ich schon hier fernsehe, dann kann ich ja auch mein Diner-Money hier spenden. Bis zur Top-Partie des Tages (oder besser: der fortgeschrittenen nepalesischen Nacht!) ’Germany vs. Italy’ bleiben mir zwei Stunden zur freien Verschwendung. Ich begebe mich auf einen kurzen Spaziergang durch die stockdunklen, (fast) menschenleeren Gassen des nächtlichen Kathmandu - muß an Ulla & ihre Vorhaltungen (’Nachts - Allein - im Kölner Volksgarten!’) denken & ... ... unbeabsichtigt wohl den ’kapitalen Schwulenstrich’ tangiert haben: Im nachhinein bin ich mir zwar nicht mehr ganz SO sicher, ob der kaum mehr als 15 Lenze zählende Nepelese mir wirklich ein ’Honey’ ... oder doch nur das ganz NORMALE ’Money’ zugeflüstert hat!? Seinem süßlichen Tonfall nach zu urteilen tippe ich aber doch eher auf ersteres, frage nicht weiter nach & trete, meinen Schritt ’accelerierend’ die Flucht nach vorn (& in die ’Erleuchtung’) an. Dann wird es Zeit für den ’Galopper des Jahres’! Obwohl ich ja eingestehen muß (’Mechtild!’), daß ich meine Meinung über den ’begnadetsten deutschen Stolperkönig’ in den letzten Jahren SCHON ein wenig revidiert habe - aber ... ’Mal ehrlich, Mechtild - MIR kannst Du’s ja sagen: Täuscht mein Eindruck, daß Deine gleichermaßen große Affinität zu Pferden & ‘Klinsi’ einen gemeinsamen, animalischen Ursprung hat ...?’ Anyway ... Ich muß eine verdammt lange Zeit (lang) an die Eingangspforte HÄMMERN, bevor man mich ins mittlerweile (Halb Ein Uhr!) im ’Closed-Shop-Modus’ betriebene Red Rock Café einläßt. Unter den vornehmlich britischen TV-Zaungästen herrscht eine kaum überhörbare, offen anti-deutsche Stimmung. Nachdem ich mich in der Halbzeitpause OUTE (die Boyz ‘n’ Gals gleichzeitig jedoch auffordernd, auf mich keine Rücksicht zu nehmen: da ich nicht FÜR die Deutschen, allerdings entschieden GEGEN die Italiener eingestellt bin) ... ... werden die von mir mit einem aufmunternden Lächeln entgegengenommenen, wüsten Verunglimpfungen etwas moderater. Leider gewinnt der so vielversprechend beginnende Fernsehabend gleichzeitig aber auch an Langeweile! Übrigens - passend zum jämmerlich mäßigen Niveau des Spiels: Wir einigen uns schließlich auf den Kompromiß, daß die ’Scheiß-Deutschen’ für die sympathischen Tschechen spielen ... & die ’Spaghettis’ (SO DUMM, wie sie sich anstellen: mehr als eine halbe Stunde mit 11 gegen 10 deutsche Spieler!) den für ein Weiterkommen benötigten Sieg schlicht nicht verdient haben! ALLE sind’s zufrieden & ... ... damit genug von der ’schönsten Nebensache der Welt’! Um Halb Drei Uhr werfe ich den bedauernswerten Nachtwächter der Holy Lodge aus seinem provisorischen ’Not’-Bett & ... ... mir (freundlich grüßend) fällt ERST JETZT seine frappante Ähnlichkeit mit Hotte Buchholz auf. Oder genauer: mit dem mutmaßlichen ’Ruski-Yankee’-Doppelagenten Otto Piffl, der in Billy Wilders ’Eins-Zwei-Drei’ von der Stasi eine lange Nacht ununterbrochen BESCHALLT & (ebenfalls) am Schlafen gehindert wird: Sie trägt ‘nen Itzi-Bitzi-Teenie-Weenie-Honolulu-Strandbikini ...! Dann: Nachtruhe! ’Buona Sera, Arrigo (Sacchi) ... ... & (Hi-hi-hi!) ARRIVIDERCI! ... |
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... Ausschlafen - Frühstücken - Kathmandu-Post-Lektüre. Anschließend begebe ich mich auf die Suche nach der Royal Nepali Academy, wo heute ein großes nepalesisches Musik-Spektakel stattfinden soll. Schon seit Tagen werden von den lokalen Radiostationen permanent Veranstaltungshinweise gesendet, die immer mit der finalen Aufforderung schließen: You HAVE to Come - because ... it’s Free!’ Na - wenn DAS kein Grund ist? Also: NIX WIE HIN! Das Hauptgebäude der Akademie hat ein äußerst prunkvoll ausgestattetes Foyer. Rechts & links des Eingangsbereiches führen große Marmor-Freitreppen hinauf zum Auditorium, das sich natürlich ’stockdunkel’ präsentiert. Lediglich die Bühne ist schwach (& farbig) beleuchtet: Ich gönne meinen blinden Augen einige Momente der Adaption, belege dann einen der wenigen freien Sitzplätze (im gut gefüllten ’Because-it’s-Free!’-Veranstaltungsraum) & darf mich im folgenden voll & ganz auf das nepalesische Kulturprogramm konzentrieren. Über die Bühne DERWISCHT (man kann es nicht anders bezeichnen!) ein dread-lockiger, barfüßiger & in einem schneeweißen Anzug jämmerlich schwitzender Sänger/Entertainer, der (auch!) seiner vornehmlich einheimischen Zuhörerschaft TÜCHTIG EINHEIZT: er pflegt (selbst während der Songs) den permanenten Dialog mit seinem Publikum & seinen ständig wiederholten Aufforderung zum Mitsingen wird gleichermaßen bereitwillig wie lauthals Folge geleistet - alle (außer einem!) scheinen die nepalesischen Liedtexte ’in- & auswendig draufzuhaben’ - jeder neue Song löst bereits nach den ersten, einleitenden Tönen einen jeweils orkanartigen Wiedererkennungs-Begeisterungssturm aus. Hm - apropos ’Töne’: Die extrem westlich-orientierte Popmusik ’... würde jeder Mittelstufenfeten-Schülerband an einem beliebigen deutschen Gymnasium zur Ehre gereichen’ (mehr aber auch nicht!). Die ellenlangen SOLI, die sich paritätisch & kursiv auf nepalesische Flöte, E-Gitarre & ’Schweine-Orgel’ verteilen, haben die Aufgabe ’... warum-auch-immer-gesangslose Passagen IRGENDWIE mit IRGENDWAS anzufüllen’ (mehr aber auch nicht!). Übrigens: In ’derartigen Bands’ steht IMMER die Frau (oder Freundin) des Bandleaders an der Orgel (rum) & ... sie sieht IMMER entweder wie Yoko Ono oder wie Linda McCartney aus. Bei der gerade ’ab-popenden’ Band ist sie (aus naheliegenden Gründen) eine exakte optische Kopie Yoko Onos! Bevor endgültig der falsche Eindruck entsteht, ich wolle hier irgendetwas be- oder gar verurteilen: Audience and Band Definitely have A REAL GREAT TIME! Und ICH lasse mich (durchaus bereitwillig) von der mich umgebenden, ausgelassenen Stimmung anstecken - auch wenn ich das NICHT SO ZEIGEN KANN ... ... äh ... wie ’die Anderen’. Naja - zum Mitsingen fehlen mir einfach die sprachlichen Voraussetzungen! Dann geht plötzlich das Licht an. Nach nur zehnminütiger Umbaupause betritt eine unglaublich COOL wirkende ’Gitarrenkapelle’ die Bühne & bereits die Ankündigung des Sängers verspricht einiges: WE ARE A LOSER BAND! (äh ... ’Hallo Hinrich!’). Sie spielen Straight-Forward Rock-&-Roll, versuchen ihrem (überraschend zurückhaltenden ...?) Publikum von Beginn an mächtig einzuheizen (der vermutlich programmatische Uralt-Klassiker ’Rock ‘n’ Roll Music’ wird vehement angegangen) ... ... augenblicklich aber bricht ’nun wirklich ALLES Pech & Unglück dieser ach-so-ungerechten Welt’ (konzentriert!) über der mitleiderregenden Combo zusammen. Mitten im ersten Stück muß der Drummer aussteigen. Offensichtlich besteht ein schwer reparabler Defekt an der Fußmaschine (sogleich ertönen erste, unverhohlen hämische Kommentare aus der ’irgendwie feindlich wirkenden Zuhörerschaft’). Gut zehn (!) riesige Werkzeugkisten schleppende Helfer stürmen die Bühne & machen sich am Schlagzeug zu schaffen ... ... während die beiden Gitarristen einen etwa halbstündigen Gitarren-Blues improvisieren. Der Lead-Gitarrist spielt verdammt GUT (besonders im direkten Vergleich zur ach-so-frenetisch gefeierten ’Stümper’-Vorgruppe) & schüttelt ein paar witzige Stegreif-Vocal-Strophen über das ERBÄRMLICHE PECH AM HACKEN DIESER LOSER-BAND aus seinem ärmellosen T-Shirt. Oder hab’ ich mich leimen lassen & alles (auch die buhenden & pfeifenden Zuhörer) gehört zur minutiös geplanten Performance ...? Nein - das WILL & kann ich einfach nicht glauben! Nachdem die Fußmaschine wieder funktioniert, machen sich die Jungs sofort (allerdings mit erkennbar skeptischen Mienen) an das nächste musikalische Kleinod: ’Roll Over Beethoven’ ... ... äh ... in dessen fortschreitendem Verlauf der Sänger eine Mikrofon-Rückkopplung produziert, die sich von ’kaum hörbar’ ... über ’eindeutig nervig’ ... bis zu einem unerträglichen, alle sonstigen Geräusche zu- & überdröhnenden, ’im Raum (nahezu sichtbar) stehenden’ BRUMMTON steigert. Leicht verunsichert schaue ich mich um, aber außer mir scheint’s niemand zu hören (geschweige denn zu stören?). IRGENDWANN halt’ ich es einfach physisch nicht mehr aus & verlasse das Gebäude (auch will ich der totalen Demontage der Band nicht beiwohnen: Sympathy for Heiner!). Aber selbst nach drei überquerten Straßenzügen dringt das markerschütternde ’Wummern’ noch an mein Ohr & ... ... die Royal Nepali Academy scheint (zumindest in dem Moment, da ich mich kurz umblicke) einem geheimnisvollen Rhythmus folgend zu HÜPFEN ...!? Zurück zum Hotel: kleiner Snack (hervorragender Apfelkuchen) & lange Lesung! Meine neue, mich von der ersten Zeile an fesselnde Reiselektüre (H.D.Thoreaus Aussteiger-Dokumentation ’Walden’) kommt mir, obschon bereits um 1850 verfaßt, ziemlich modern, ... ja: geradezu science-fiction-mäßig vor. Schließlich wird’s Zeit ... ... mich um die letzten organisatorischen Vorarbeiten für meine Tibet-Tour ...
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... zu kümmern. Im Büro des Reiseveranstalters wird mir jedoch nur mitgeteilt, daß sich mein Pass noch in der chinesischen Botschaft befindet & das (schon einmal verschobene) ’Kennenlern-Treffen’ mit meinen Tour-KollegInnen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden mußte. Ich soll daher heute nachmittag um Fünf Uhr ... ! Leicht genervt sage ich: ’Sorry - no Time! So what (äh ... now)?’ Wir einigen uns darauf, daß ein Mitarbeiter der Agentur (pünktlich!) um Sieben Uhr in meiner Lodge vorbeischauen & mir alles erklären wird. Duschen - (fiebrig) Lesen - Relaxen - (gedankliches) Packen. Und wirklich erscheint um Sieben Uhr ein JEMAND ... ... der mir meinen Pass übergibt, ansonsten aber ’von nichts auch nur den blassesten Schimmer hat’. Naja - immerhin kann er mir sagen, daß der Bus morgen Früh um Fünf Uhr die Tour-Teilnehmer vorm Ying-&-Yang-Reisebüro einsammeln wird. Als ich nach dem Abendessen meinem Hotel entgegenstrebe, muß ich mich an der letzten Straßenbiegung meiner Schuhe & Strümpfe entledigen. Die Straße steht über die gesamte Breite KNIETIEF UNTER WASSER ... ... & spätestens JETZT ist auch mir klar: Die Zeit der heftigen Monsun-Regen ist eindeutig nicht mehr ’About To Come’ - sondern bereits DA (sprich: HIER!). Ich kann mich einfach nicht durchringen, bereits heute Abend zu packen, verschiebe schließlich die Aktion einfach auf morgen & schlummere um Halb Elf Uhr mit einem erwartungsvollen, wenn auch zwiespältigen Gefühl (was der Tibet-Trip wohl bringen mag?) ... ... äh - ja: ... einfach WEG. |
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