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Asia 17

TREKKING - TEIL II: ANNAPURNA BASECAMP !
ODER: AUF DEN SPUREN MAURICE HERZOGS !

( ...
ERSTER HALB-REISEBERICHT !)

... Trekking von Pokhara durch die nepalesischen Himalayas - über Tolka, Chomrong, Bamboo, Deurali & das Machapuchre Basecamp - zum Annapurna Basecamp ... & wieder zurück nach Pokhara

Montag, 03. Juni bis Donnerstag, 06. Juni 1996:

Halb Sechs Uhr klingelt mein Wecker: Duschen & Rauchen - den kleinen, zum ’Trekking-Bag’ umfunktionierten Foto-Rucksack packen (mit ALLEM, was man für eine Woche in den Bergen braucht) - Frühstück auf der kleinen Dachterrasse meiner Guru-Lodge (mit Blick auf den Fewa Lake) - um Sieben Uhr kann’s losgehen!
Ich lege mir noch einen kleinen Zigaretten-Vorrat an & starte dann (noch frohgemut) meinen Marsch zum Terminal der ’Baglung-Bound Busses’. Unterwegs zeigt sich Mount Machapuchre (bei nahezu wolkenlosem Himmel) erstmalig seit meinem Eintreffen in Pokhara klar & NAH - nach zwei ’Bilderbuch’-Fotos ...

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... bremse ich (in dem Wissen, daß ich ’M.M.’ in zwei bis drei Tagen so nah auf den ’Fishtail’ rücke, daß ich mich über jeden jetzt ’verschossenen’ Shot ärgern werde) meine augenblicklich mich zu übermannen drohende Fotografier-Wut & ...
... konzentriere mich wieder auf das Wesentliche:
Denn ...
... der vermeintlich ’nette Wander-Aufgalopp’ zum Busbahnhof entwickelt sich (einigermaßen unerwartet) zur ersten Trekking-Teilprüfung des Tages!
Die beiden ersten angesprochenen Passanten beantworten meine ’How Far ...?’-Frage jeweils mit einem beruhigenden ’... Well - not far! Just One Kilometre!’
Nach weiteren fünfzehn Minuten (strammen Marschierens!) erntet die gleiche Frage allerdings ein nicht mehr ganz so beruhigendes:
’Oh - not far! Just Two Kilometres!
In der Folge vertraue ich auf meinen erwiesenermaßen ausgezeichneten Orientierungssinn - frage niemanden mehr & kultiviere stattdessen (agressiv schweigend) meine zunehmend miese Laune.
Nach anderthalb Stunden erreiche ich endlich den Bahnhof - steige in einen Bus (mit Fahrtrichtung Phedi) & darf den Busbegleiter eine halbe Stunde bei seinen vergeblichen Bemühungen beobachten, weitere Passagiere zur Mitfahrt zu animieren. Schließlich fährt der fast leere Bus los (?) ... & zwar NON-STOP zum nördlichen Ortseingang Pokharas: wo wir weitere fünfzehn Minuten potentieller Passagiere harren - wiederum vergeblich!
Um ein weiteres Ansteigen meiner miesen Laune zu vermeiden, einige ich mich (mit mir selbst) auf die fatalistische Formel: ’Mein vorab ausgeschautes Tages-Etappenziel Landrung KANN ich nicht mehr schaffen und ich werde heute halt so weit kommen ... äh ... wie ich halt komme!’
If It’s Meant to Be ... (oder so ähnlich).
Letztlich ist es fast Zehn Uhr als ich den Bus in Phedi (dem südöstlichen Start- und/oder Endpunkt des ’Annapurna-Base-Camp-Trekks’) verlasse - das ...
... aus fünf Bretterbuden, einem Steinhaus sowie einer ziemlich versteckt hinter Felsen & Büschen startenden, steil ansteigenden Natursteintreppe (versehen mit dem allerdings eindeutigen Hinweisschild ’Dhampus!’) besteht.
Ein junger Nepalese nimmt sich ungefragt meiner an & fragt mich mit jovialem Unterton ’... wo ich denn hin will?’ Meine nach bestem Wissen & Gewissen erteilte, wahrheitsgemäße Antwort bedenkt er mit einem zwar schweigenden, nichtsdestotrotz aber ’tausendbändigen Blick’ - dessen erste Seite mit dem auf seiner krausen Stirn deutlich ablesbaren Satz beginnt:
Ohne ‘Guide’ & SOOO ... (Gepäck? Ausrüstung? Aussehen?), schaffst Du das ‘BaseCamp’ NIEMALS!
Ich bedanke mich bei ihm mit einem lächelnd-wortlosen ’Thanxx!’ - genau DAS war der letzte PUSH, den ich noch brauchte: mein ’Competitive Fire’ ist entfacht - die miese Laune augenblicklich verflogen - bis in die Haarspitzen motiviert, fühle ich unbändige Kräfte von meinem sich spürbar straffenden Körper Besitz ergreifen & ...
... umgehend nehme ich den langen (zwar schweißtreibenden, aber: ICH FÜHL’ MICH GUT!) Aufstieg in Angriff, der sich in weitausholenden Serpentinen den Berg hinaufwindet.
Nach einer halben Stunde gönne ich mir eine erste Rast & einen kurzen Plausch  mit einer jungen Holländerin & ihrem nepalesischen ’Wegweiser’ - als die beiden mir erzählen, daß ihr Tagesziel der Ort Dhampus ist, kann ich mir ein innerliches Grinsen nicht verkneifen: ’Pah - Dhampus! Laut Karte nicht mal fünf Kilometer von Phedi entfernt!?’
Dann geht’s weiter ENDLOS den steilen Hügel hinauf. Ich muß zwei oder drei Zigaretten- sowie (zusätzlich!) drei bis vier reine Verschnauf-Pausen einlegen, bevor ich endlich OBEN (?) ankomme ...
... & das weit unter mir sich ausbreitende Yamdi Khola Valley (das ich vor einer knappen Stunde im uralten Bus entlanggerumpelt bin) ...

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... betrachten darf. Voller Vorfreude wende ich mich dem vermeintlichen Abstieg ins nächste Tal zu - aber weit gefehlt!
Mein Blick trifft auf ein weitverzweigtes, unübersichtliches Netz aus Haupt- & Nebenpfaden, die allesamt hügelanwärts führen: vor mir baut sich die nächste Bergkette auf! Eine Viertelstunde vertraue ich (siehe oben!) meinem ’erwiesenermaßen ausgezeichneten Orientierungssinn’ (?) - bis mir ein Nepali zubrüllt ’... ich hätte mich verlaufen (ICH!?) & müsse HIER OBEN rauf!’ (kraxel - schwitz: FUCK!).
Immerhin zehn Minuten (!) schaffe ich es, dem mir gewiesenen NEUEN Haupt-Weg (äh ... problemlos!) zu folgen - dann wird mir urplötzlich klar:
SCHEISSE! Ich hab’ mich schon wieder verfranst!
Mit ’laut scheppernden Blechbüchsenarmee-Roll-Roll-Geräuschen’ lasse ich meinen Orientierungssinn final zu Tale fahren, suche mir in der Folge (ständig von einer Spur auf die nächste wechselnd) den jeweils steilsten bergan steigenden Geröllpfad & ... treffe nach einer völlig orientierungslosen, schweißtreibenden halben Wanderstunde auf ein kleines Gehöft, dessen Bewohner mir (HALLELUJAH!) freundlich bestätigen, daß ich mich WIRKLICH & WAHRHAFTIG & TATSÄCHLICH auf dem Weg nach Dhampus befinde.
Um es kurz zu machen - bis Dhampus, NUR fünf Entfernungskilometer nordwestlich von Phedi (auf dem Kamm der zweiten Hügelkette) gelegen ... (ver)brauche ich neben einem kompletten Liter Mineralwasser fast drei Stunden! Hier allerdings teilen sich die Berge, mir bietet sich ein phantastischer Ausblick ins (nächste) weite & saftig-grüne Mardi Khola Valley - erstmalig seit Beginn der Trekking-Tour muß ich die Straße von Pokhara nach Baglung nicht mehr sehen & ...
... auch die bislang mit dem Wind hügelanwärts jagende Auto-Geräuschkulisse hat aufgehört, meine Ohren zu beleidigen:
ICH BIN ANGEKOMMEN!
EASY WALKIN’ ... bis Pothana, der nächsten Siedlung etwa drei Kilometer westlich von Dhampus - wo ich mich an einem Polizei-Kontrollpunkt anmelden muß, der vollkommen sinnlos einhundert Höhen-Meter (!) oberhalb des Ortes auf halber Strecke in einer steilen Gebirgswand klebt. Meine Frage ’... warum sie ihren Posten nicht direkt auf dem Gipfel des Hügeld eingerichtet haben?’, beantworten die beiden Beamten mit einem wortlosen Lächeln. Zu ihren Gunsten nehme ich mal an, daß sie kein (jedenfalls nicht mein) Englisch verstehen.
In einem gemütlichen Gasthof (mit spektakulären Fernblicken hinab ins Tal) verbringe ich meine Mittagspause - fasse mich heute jedoch extrem kurz: einerseits fürchte ich den zunehmend kalkulierbaren, mittlerweile verläßlichen ’Afternoon-Monsoon’ - andererseits möchte ich meinem ursprünglich geplanten Tages-Etappenziel Landrung zumindest noch ein gutes Wanderstück näher kommen.
Daher geht’s bereits nach einem kleinen Snack, nur kurzem Lüften meiner ’Karo’-Socken (Nein - nicht Muster: GERUCH!) & dem Erneuern des Heftpflasters an ’meinem bösen Aua-Zeh’ ... WEITER!
Übrigens wird meine Trekking-Geschwindigkeit heute durch eine völlig ungewohnte ’fotografische Selbstbeschränkung’ noch zusätzlich erhöht - was mir jedoch kein wirkliches Opfer abverlangt: denn zum einen sind die ’richtigen Berge’ (die mit dem ’Sahne-Schnee-Häubchen’ obendrauf) wolkenverhangen & zum anderen bieten mir die Regionen unterhalb von 3.000 Höhenmetern landschaftlich NICHTS, was ich nicht schon während des Jomsom-Pokhara-Trips gesehen (& fotografiert!) zu haben glaube.
Zumeist führt der Trail durch dichten Mischwald - der aufgelockert wird durch einige fast parkähnliche, über bequeme Rasenflächen verfügende & daher für (allerdings sehr vereinzelt nur eingelegte) Raucherpausen geradezu prädestinierte Lichtungen. Während der ersten Stunde meiner zweiten Tages-Halbetappe führt der Pfad zudem wieder steil berganwärts - mit Erreichen des 2.500 Meter Höhenniveaus wechseln sich kurze Auf- & Abstiege stetig ab - bevor es nach dem Passieren des kleinen Bergdorfs Bichowk (etwa fünf Kilometer nördlich von Pothana) dramatisch steil hinunter ins Tal des Modi Khola geht ...
... jenes Flusses, dem ich in den kommenden Tagen bis hinauf zum Machapuchre BaseCamp (auf etwa 3.900 Höhenmetern) folgen werde.
In einer letzten, steilen Steigung (für heute) windet sich der Pfad schließlich vom Bett des Modi hinauf nach Tolka: zwar ist es gerade mal Halb Drei Uhr, aber dunkle Wolken ballen sich Unheil verkündend zusammen & ...
... einer spontanen Eingebung folgend ’steige ich in der erstbesten, sich mir in den Weg stellenden Lodge’ ab!
Naja - knappe zwölf Kilometer in vier Stunden sind nicht gerade eine berauschende Tagesleistung! Und obwohl ich für das Zustandekommen dieses schwachen Ergebnisses durchaus gute Gründe anführen KÖNNTE ... steht schon jetzt fest:
MORGEN GEHT’S FRÜH IN DIE SPUR!
Das Gasthaus verfügt über einfache Zimmer sowie (als Obergeschoß-Anbau) über eine atmosphärische, überdachte Holzterrasse - die für den durch (mal leichten, mal stärkeren, in jedem Fall beständigen) Monsunregen geprägten Rest des Tages zu meinem Aufenthaltsort wird. Ich bin zwar nicht kaputt (wovon auch?) - aber doch froh, meine geschundenen Füße hochlegen zu dürfen.
Zunächst BERAUSCHE ich mich an vorzüglichem Apfel-Pfannkuchen (naja - in den Bergen schmeckt halt nun mal ALLES besser als in der Ebene!) sowie Kaffee &  Home Made Wine. Später versuche ich mich (Tagebuch schreibend) mit Hilfe eines NICHT EBEN KLEINEN JOINT in die zur speziellen (keineswegs deprimierenden!) ’Himalaya-im-Regen-&-unter-Wolken’-Atmosphäre passende, melancholiche Stimmung zu versetzen ...
... was mir auch gelingt (Kein Wunder - bei DEM Teil!).
Später erhasche ich zu einem einfachen Nepali-Abendessen (Reis, Kochgemüse & Dhal: daß ich dieses untouristische Menu ordere, macht bei meinen Herbergern übrigens großen Eindruck!) ein paar ’Spots’ auf die kurzzeitig sich von ihrer sichtbaren Seite zeigenden, rund-um-&-nahe-liegenden Berge.

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Zwar kann ich die verschiedenen Schnee-Gipfel nicht eindeutig bestimmen ...
... SICHER aber ist, daß Mount Machapuchre seine unverwechselbare Doppelspitze weiterhin unter ’Wolken-Verschluß’ hält (vermutlich haben einige der weniger spektakulären Annapurna-Nebengipfel die schlechtwetter-bedingte Gelegenheit genutzt, sich auch einmal in den Vordergrund zu spielen).
Bevor ich mich zurückziehe, besorge ich mir ein paar Kerzen (HIER OBEN gibt’s natürlich keinen Strom!) sowie eine zusätzliche Wolldecke (HIER OBEN hat’s eine ’Arsches-Kälte’!) & ...
... packe mich dann (gemeinsam mit ’Lord Jim’ & dem ’Hammer-Joint’!) in mein vom Kerzenschein stimmungsvoll illuminiertes Hütten-Bett:
HIER OBEN ist’s auch sehr gemütlich!
Bereits um Halb Zehn Uhr lösche ich die Kerzen & entschlummere, ohne mir wie während der letzten Tage in ’Bloody (Sting) Hot Pokhara’ Gedanken um Moskitos machen zu müssen. Noch ein Vorteil HIER OBEN ...
... nur ein weiterer von vielen, die (in ihrer Gesamtheit) mich nicht umhin kommen lassen, festzustellen: Ich fühle mich HIER OBEN (ZUHAUSE!) ...
... VERDAMMT WOHL ...

... Um Sechs Uhr läßt mich eine ganze Palette, sehr verschiedener Wahrnehmungen langsam aus meiner Traumwelt in den Zustand des Bewußten hinübergleiten:
- zum einen REGNET es (Gott-sei-Dank aber handelt es sich nur um einen prasselnd niedergehenden, kurzen Schauer!),
- weiterhin steigt aus der exakt unter meinem Zimmer sich befindenden ’Küchen-Stroh-Hütte’ ein angenehm-süßlicher Duft auf & ... in meine Nase: Sandelholz als Beigabe zum morgendlichen, auch wärmenden Feuer in der Kochstelle,
- von IRGENDWOHER ertönt ein leises, trotz des konzertanten Vogelgezwitschers deutlich vernehmbares Radio - dessen Local Channel mich (bereits vor dem Frühstück) mit stimmig-traditionell-nepalesischer Volksmusik füttert,
- & schließlich dringt aus dem Nebenraum ein eigenartiges, bass-lastiges Gemurmel an mein Ohr - das zwischenzeitlich zwar (reichlich unmelodiös) in höhere Lagen ansteigt, jedoch nur um kurz darauf wieder in das monotone Gebrummel zurück zu fallen (wie ich später erfahre, habe ich den ’Hausherrn’ bei seinem alltäglichen hinduistischen Morgengebet belauscht).
Sieht man einmal von der (mir spontan ’einen gehörigen Schreck in der Morgenstunde einjagenden’) Geräuschkulisse des Platzregens ab ... so handelt es sich insgesamt um einen ’multidimensionalen Weck-Ruf der eher angenehmen Art’!
Katzenwäsche vor einem von Minute zu Minute sich spektakulärer präsentierenden Gebirgspanorama (unter Vollmond) ...

AS1158-TolkaVollmond+Tagesanbruch


... leider nicht am lodge-eigenen, atmosphärisch vor sich hin gurgelnden Bergquell, sondern unter Zuhilfenahme eines von IRGENDWOHER zur Herberge führenden Plastik-Wasserschlauchs (Anyway ...). Mein Frühstück zelebriere ich (natürlich!) auf meiner Holzterrasse ...
... wobei die gesamte, fünfköpfige Familie von der ’unübersehbar die entscheidenden Hosen tragenden’ Gasthaus-Chefin zum Bewirten des einzigen Gastes eingespannt wird: Dhanyabad ...! Dhanyabad ...!
Es ist noch früh - das Wetter wird zusehends besser - ich lasse mir Zeit & hole (bei Kaffee & Zigaretten) die mir gestern verwehrten Landschafts- & Bergpanorama-Aufnahmen nach.
Um Acht Uhr geht’s los! Die Morgensonne wärmt & lockert in kürzester Zeit meinen in der nächtlichen Kälte eingefrorenen Bewegungsapparat & zunächst folge ich eine angenehm-leichte Stunde einem sanft-’gefälligen’, breiten Trail, der in einem weiten, harmonischen Schwung um einen Berghang herum nach Landrung führt.

AS1160-NaheLandrungModiKholaRiverValley


Hier windet sich der sich verjüngende Pfad dann dramatisch zum östlichen Ufer des Modi Khola hinunter:
... einem reißenden Wildwasserfluß mit spektakulären, gischtgekrönten Stromschnellen - die weiter nördlich vermutlich von ebenso spektakulären ’Hängern’ überbrückt werden ...!?
Einen ersten Hinweis auf diese, meine Vermutung entnehme ich übrigens meiner Landkarte, die mir nach vier stromaufwärts erwanderten Trail-Kilometern eine Ortschaft mit dem vielversprechenden Namen Naya Pul (sprich: neue Brücke!) ankündigt - prophylaktisches ’UFF!’
Irgendwann habe ich (mal wieder!) den Haupt-Weg verloren - stehe plötzlich mitten im Wald (aus den Baumkronen erschallt mir das unverhohlene Gelächter einer etwa dutzendköpfigen Bande kleiner, sich allem Anschein nach köstlich amüsierender Affen entgegen) & ... fühle mich ziemlich verloren.
Mir bleibt keine andere Wahl, als dem Flußlauf durch das immer dichter sich zusammenschließende Dickicht zu folgen & darauf zu hoffen, daß ich früher oder später (hoffentlich einigermaßen schmerzlos!) auf den Büffel-Trek stoße, den ich vor einer halben Stunde überholt habe. Aber dieses Dschungel-Intermezzo hat auch sein unbestreitbar Gutes - bringt es mich doch in hautnahen (naja - zeitweise sogar entschieden zu engen!) Kontakt zur üppigen Vegetation meiner ach-so-geliebten, unberührten Natur:
- eine enorme Artenvielfalt unterschiedlichster Farn-Spezies schmarotzt (’huckepack’) auf knorrigen, ’gefallenen bemoosten & lianten Urwald-Riesen’,
- (noch!) ’aufrechte’ Nadelbäume suchen mit ihren nicht allzu tief greifenden Wurzeln im weichen Waldboden verzweifelt nach Halt ... & neigen sich doch allesamt bereits bedenklich in Wind- und/oder Regen-Richtung (’I remember Alaska - Hilde!’, ... wo man solche Wälder nordamerikanisch-lakonisch ’Drunken Forests’ nennt),
- Myriaden unterschiedlichste Blütenformen besitzende & in sämtlichen Regenbogenfarben schillernde Orchideen üben auf kaum weniger artenreiche Falter- & (sonstige) Insekten-Armeen eine nicht zu übersehende Anziehung aus (’... und der auf den ersten Blick so leblos erscheinende Wald LEBT DOCH!’).
Nach einer halben Stunde ’Chingachcook auf erfolgloser Fährtensuche’ finde ich, ebenso überraschend wie ich IHN verloren hatte, wieder (auf) den ’rechten Weg’ (zurück). Der letzte Kilometer nach New Bridge führt dann unmittelbar am immer ungeduldiger tosenden Fluß entlang: In einer tiefen Schlucht ’unterwandert’ der nun sandige Pfad eine dunkle, tropfende Naturröhre (die von endlos aneinandergereihten Felsüberhängen gebildet wird) & erblickt erst kurz vor Erreichen der angekündigten Brücke wieder das Tageslicht. Apropos: zwar ist die kaum einen ’Durchhänger’ erkennen lassende Brücke optisch ziemlich eindrucksvoll, mittlerweile aber bin ich eindeutig stärkeren Tobak gewöhnt!
Am anderen Ufer des Modi Khola angekommen, beginnt SOFORT der lange & wie ich schon bald feststellen werde, extrem schweißtreibende Aufstieg nach Chomrong - meinem (falls das Wetter mitspielt!) heutigen Tages-Etappenziel auf 1.950 Höhenmetern. Mittlerweile ist es Elf Uhr & ich befinde mich exakt innerhalb der Entfernungs-An- & Zeit-Vorgaben des Department of Tourism Nepal, die (in den raren Bergdörfern auf riesigen, bunten Schautafeln vermerkt) dem ’lonesome, guideless Trekker’ eine verläßliche Orientierung ermöglichen.

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Nach der ersten, gut einstündigen Steigung (inklusive der Überquerung eines Modi Khola-Nebenflusses) erreiche ich Himalpani Hot Springs - eine bloße Ansammlung von ungefähr fünf Lodges, die dramatisch in den Berghang gebaut sind.
Ich orientiere mich kurz, geselle mich dann zu zwei sympathisch aussehenden US-Girls (die mit ihrem ’Porter/Guide Way Down’ unterwegs sind) & wir verleben quatschend unsere gemeinsame Mittagspause.
Quatschend worüber ...?
Na - ist doch klar: übers Reisen! Die beiden sind auf dem Weg via Bangkok nach Vietnam (nein: nicht zu Fuß!).
Übrigens ...
... äh ... die ’nettere’ (der beiden) besitzt genau DEN Augenaufschlag, auf den ich immer mit grösster Verunsicherung reagiere: den gleichen hat auch Helena - Carmen hat ihn überhaupt nicht (leider?!) - & Iris hat ihn (soweit ich mich erinnere ...!?) ansatzweise.
Äh - was wollte ich sagen ...?
Nach einer kurzweiligen, halben Raststunde mache ich mich (grübelnd!) an die Bewältigung der restlichen Tagesstrecke - obwohl: für Grübeleien bleibt mir schon bald keine Luft mehr, denn jetzt klettert der Pfad (aber wirklich!) STEIL - STEILER - AM STEILSTEN den Berg hinauf!
Zwischen endlos-langen, aus unzähligen Felsstufen bestehenden Treppenpassagen weist der Trail auch immer wieder längere Abschnitte glatten Steilpfades auf, die sich (ohne einen einzigen, haltgebenden Steintritt) als extrem schwierig begehbar erweisen: Gott-sei-Dank ist der Untergrund noch trocken (ich versuche mir gar nicht erst auszumalen, was hier alles passieren könnte, wenn jetzt, ... aus vormals heiterem Himmel, ... plötzlich ein sehr früher Monsun-Platzregen ...?).
Ähnlich dem gestrigen Brutalo-Anstieg (hoch nach Dhampus) zerschlägt sich jede Hoffnung auf ein baldiges Ende umgehend: Nach jedem mühsam erkletterten, vermeintlichen Gipfel wird der (deprimierend-demotivierende & ... hämisch grinsende!) nächste, noch höhere Bergabsatz sichtbar. Gute anderthalb Stunden benötige ich (von meinem Lunch-Stop-Startpunkt aus), bis sich ENDLICH die ersten, noch im Berganstieg entlang des Trails residierenden ’Outer Chomrong-Lodges’ zeigen.
Da es noch relativ früh ist & auch das Wetter noch mitspielt ... lasse ich das erste halbe Dutzend, augenscheinlich menschenleere Herbergen links liegen (’rechts’ würde übrigens unweigerlich einige Hundert Meter ’freier Fall’ bedeuten!) & marschiere weiter zum rustikalen, von einer Reihe Bergtouristen mit Leben erfüllten Chomrong Guest-House.
Noch bevor ich mich um ein Zimmer bemühe, führt mich mein erster Weg ins Restaurant, wo ich (zunächst) meine Beine ausstrecke, (dann) einen Riesen-Pott Kaffee ordere & mir (schließlich) noch eine vorzügliche Himalaya-Lasagne einverleibe! ’PUUUH ...!’
Im Gastraum treffe ich Franka & Jan wieder - die Holländer, die sich mit Carmen & mir die Lodge in Shikhar geteilt haben. Die beiden befinden sich auf dem Rückweg vom ’ABC’ (wie hier JEDER ’Annapurna-BaseCamp’ abkürzt) nach Pokhara & sehen nach mittlerweile mehr als drei unterbrechungslosen Trekking-Wochen mit unverhohlener Vorfreude ihrem Relax-Urlaub in Thailand entgegen.
ÜBERHAUPT wird das Guest-House ...

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... von einer gleichermaßen gemischten wie illustren Gesellschaft bevölkert - aber dazu später mehr! ICH ...
... muß mich zunächst einmal um meine Bleibe kümmern: Nach einem Zimmer organisiere ich mir das für eine Übernachtung in den Himalayas unabdingbare, komplette ’Survival-Set’ (ein Handtuch, warmes Bettzeug, einen Stuhl sowie Kerzen & einen Aschenbecher) - pflanze mich auf den rustikalen Holzbalkon (leider ohne ’Mountain-Views’: die Wolken haben den nachmittäglichen Kampf gegen die Berge mal wieder für sich entschieden!) & lese zwei lange Kapitel ’Lord Jim. Währenddessen rauche ich den ersten (& übrigens einzigen!) Joint des Tages.
Später (mittlerweile hat die stockfinstere Himalaya-Nacht ihren schwarzen Mantel über Chomrong ausgebreitet) macht mir mein Magen gänzlich unprosaisch, nämlich mittels unmißverständlicher Geräusche ... äh ... klar, ’daß er (GEFÄLLIGST!) vorm Schlafengehen noch etwas zugeführt haben möchte!’ Also begebe ich mich vom ersten Stockwerk hinunter ins Restaurant & ...
... platzte mitten hinein in die schon angesprochene ’illustre Trekker-Gesellschaft’, die den Geburtstag eines jungen israelischen Wanderfreundes feiert. Jeglichen eventuellen Widerspruch meinerseits von vornherein als zwecklos vom Tisch wischend, werde ich bestimmt, aber freundlich aufgefordert mich an selbigen (den Tisch!) zu hocken & ... ein lockerer, entspannter Hütten-Abend nimmt seinen Anfang!
Wir sind zehn Personen: vier HolländerInnen (Two Couples is 4), zwei Israeli, ein Kanadier (der sich sehr für mich zu interessieren scheint - aber: völlig harmlos!), zwei Nepalesen & ... ach - ja!
Der zweite Israeli hat den Job des Zeremonienmeisters übernommen, der sich in der einen Aufgabe zu erschöpfen scheint, dafür Sorge zu tragen, daß die vor den Teilnehmern der Feier stehenden, großen Kaffeetassen IMMER bis zum Rand mit Bagpiper-Whisky gefüllt sind.
Aber natürlich wird nicht nur gesoffen - natürlich nicht: Nein!
Auch eine kleine Geburtstagstorte (mit einer Kerze!) konnte organisiert werden. Bevor ICH mich jedoch an den klebrig-süßen Kuchen heranwage, beruhige ich meinen nervösen Magen noch schnell mit einer große Thunfisch-Pizza: nach DER (sowie meiner ersten Tasse Whisky) geht’s meinem Magen spürbar besser!
Es entwickelt sich ein interessantes Round-Table-Gespräch, an dem sich alle Anwesenden beteiligen (müssen). Denn neben eher lustigeren Anekdoten wird auch immer wieder die ’Expertenmeinung ... zu ernsteren Themen’ eingeholt - die behandelten ’Topics’ ergeben sich zwanglos, quasi naturbedingt aus den verschiedenen, vertretenen Nationalitäten:
- so etwa ’Israel & das Militär’ - ein für die beiden Israeli verständlicherweise sehr sensibles Thema, das aber trotzdem erstaunlich offen diskutiert wird,
- weiterhin ’Quebec & die Probleme zwischen französisch- & englisch-sprachigen Kanadiern’ - dieser Konflikt scheint die Öffentlichkeit in Kanada weit mehr & heftiger zu beschäftigen (bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen) als man es in der übrigen Welt registriert,
- zu guter Letzt muß ich (unvermeidlicherweise) noch über ’Fortschritte & Probleme der deutsch-deutschen Vereinigung’ REFERIEREN - wobei mir scheinen WILL, daß meine direkten Nachbarn (die NiederländerInnen ... also: geografisch gesehen) meine recht kritischen, um nicht zu sagen apokalyptischen Einschätzungen mit zwiespältigen Gefühlen aufnehmen.
Auf dem Höhepunkt des in der dünnen Himalaya-Luft vortrefflich gedeihenden ’Gemeinschaftsgefühls’ (wir stehen kurz vor Gründung der ’Real United Nations’) informiert uns ein Angestellter des Gastgeber-Gasthauses, ’... daß es ihm leid täte, aber in zehn Minuten würde das Licht im Konferenzsaal gelöscht - nicht von ihm, sondern von der königlich-nepalesischen Stromgesellschaft!’
Seeehr laaangsaaam ...
... beschließen wir die Diskussionsrunde - & die Teilnehmer dieser denkwürdigen, völkerverständigenden Veranstaltung ziehen sich aus dem großen Plenarsaal in ihre Delegationsräume zurück.
Mit einem Gefühl großer Zufriedenheit & innerer Ruhe ... lese ich bei Kerzenschein noch ein Kapitel ’Lord Jim’ & erkläre (nachdem die Glut meiner für heute letzten olympischen Zigarette erloschen ist) den zweiten Tag meiner schrittweisen Annäherung an das ’Annapurna Sanctuary’ ...
... ’für BEENDET!’ ...

... Nachdem ich mich um Fünf Uhr (nein - am Morgen!) vergewissert habe, daß der Blick auf die nahen Annapurnas & den Machapuchre von dichten Wolkenbänken  verstellt ist ...
... DREH’ ICH MICH NOCHMAL RUM - beschließe es heute ruhig angehen zu lassen (mein Tagesziel nach vier Stunden ’Trekking the Hard Way’ zu erreichen: egal, wo ich mich dann befinde!) - & schlafe aus ... immerhin bis Sieben Uhr.
Ausgiebiges Frühstück - vorher entschieden weniger ausgiebige Morgentoilette (unter freiem Himmel ... mit zwar kristallklarem, aber eisig-kaltem Gebirgswasser: BRRR!). Nach & nach ziehen alle Teilnehmer der gestrigen Geburtstags-Fete ihrer Wege - bis auf ’das andere Dutch-Couple’ (das guten Mutes Richtung ABC losstapft: See Ya On Top!) marschieren alle Down-Hill.
Ich bleibe schließlich als letzter übrig - zahle meine Rechnung - packe meine wenigen Trekking-Habseligkeiten zusammen - setze mich (zunächst) dem zunehmend wärmenden Einfluß der stetig dem Himmels-Zenith entgegenstrebenden Morgensonne aus & ... mich (dann auch) in Bewegung.
Die erste Sonderprüfung des Tages besteht aus einer endlosen Aneinanderreihung von Naturstein-Stufen, die hinunter ins Tal des Chomrong Khola führt. Laut Jan soll es sich um mehr als 2.000 (!) Stufen handeln! Während des Abstiegs eröffnen sich mir spektakuläre Ausblicke auf Chomrong, die mir erst jetzt deutlich vor Augen führen WIE DRAMATISCH der kleine Ort am Berg KLEBT ...
... unmittelbar oberhalb & neben noch um einiges dramatischer wirkenden Felsen-Steilhängen. Es ist verdammt beeindruckend, die als so beschwerlich empfundene Berg-Wanderstrecke des Vortages nun in ihrem gesamten, atemberaubenden Verlauf noch einmal nachvollziehen zu können (& im nachhinein wird mir nun auch klar, WARUM ich gestern Nachmittag so fertig war!).
Am Flußbett angekommen schwingt sich der Pfad mithilfe zweier schlicht den Wasserlauf (knapp) überbrückender, erbärmlich nachfedernder Baumstämme ans andere Ufer & von dort steigt er (der Pfad) den nächsten Berg ebenso steil wieder hinauf wie den vorigen hinunter. Am Flußbett pausend (& rauchend) beobachte ich eine kurze, staunende Weile vier mit RIESIGEN, ihre ’Körperkürze’ weit überragenden Rucksäcken bepackte, sich langsam aber stetig (kurz: nepalesisch!) den Berg HINAUFQUÄLENDE, junge Trekkerinnen: NORWEGERINNEN ...

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... wie ich eine knappe Stunde später erfahre, denn - ’nur leicht bepackt’ - hole ich die vier nach etwa 300 Höhenmetern ein & frage sie (erstmal!), ob sie sich auf dem langen Marsch ’Straight to China’ befinden?
Oder warum schleppt ihr euer gesamtes Gepäck durch den Himalaya ...?
Ihre entschieden zu freundliche Antwort (denn für ein solches ’Opening’ gehöre ich eigentlich ganz anders abgestraft!), ’... das GROSSE Gepäck haben wir in Pokhara zurückgelassen!’ ...
... SOLLTE mich eigentlich nun wirklich einmal sprachlos machen!
Hm - was mich jedoch in keinster Weise davon abhalten kann, trotzdem eine kurze Unterhaltung mit den ’frischen ex-Abiturientinnen auf Schulabschluß-Weltreise’ anzuzetteln. Nach einer viertelstündigen (auch Verschnauf-) Pause ziehe ich schließlich weiter & ...
... bekomme die vier (jedenfalls am heutigen Tag) nicht wieder zu Gesicht. Übrigens: ’Hans! ICH hatte überhaupt nicht den Eindruck, daß ALLE Norwegerinnen geldgierig sind ...!?’
Der Trail führt (ständig ansteigend) durch zunehmend dichteres Wald-Terrain & präsentiert sich schließlich so grauslich-dunkel, daß ich mir wie ’Hänsel (ohne Gretel: leider!) im Märchenwald’ vorkomme. Ich probiere mich an einigen Ansel-Adams-verdächtigen ’Shadow-&-Light’-Naturaufnahmen (sag’ ich mal ganz unbescheiden ... so!), lasse mir bewußt viel Zeit & versuche, den speziellen Zauber des (noch) kaum anstrengenden Spazierganges zu genießen.

AS1185-ABCTripDschungelpfad


Nach Konsultation meiner (hm - ansonsten recht) guten Annapurna-Landkarte beschließe ich, die Mittagspause in Kuldighar zu verbringen. Kurz bevor ich den vermeintlichen Ort erreiche, beginnt es zu tröpfeln - erstmals während dieser Asien-Reise muß sich meine Goretex-Jacke beweisen & ...
... VERSAGT KLÄGLICH!
Trotz meines unübersehbaren Gewichtsverlustes sind mein ausgemergelter Körper & der kleine Rucksack eindeutig TOO MUCH für die schätzungsweise 18 Kleidergrößen zu enge Jacke (deren Reißverschluß sich selbst unter Aufwendung größter Mühen einfach nicht mehr schließen läßt).
Und in der Folge lautet das neue Trekking-Tages-Motto:
WEIT ... äh ... VORBEUGEN!
Nun ja - RELATIV trocken erreiche ich gegen Mittag ’das Dorf, das keines ist!’ Offensichtlich leben an diesem abgelegenen Ort keine Menschen. Ein Gasthaus oder ein Restaurant suche ich vergeblich. Die verfügbare Touri-Infrastruktur erschöpft sich in einem Freiluft-Lebensmittel-Verkaufsstand sowie dessen strohmatten-überdachtem, kleinen Unterstand (der bereits von einem halben Dutzend verstört dreinschauender WanderfreundInnen überbevölkert wird).
SHIT!
Ich erkämpfe mir einen trockenen Stehplatz - rauche ein paar Zigaretten - tausche mit einer sehr professionell gekleideten, downhill-marschierenden Japanerin Wetterprognosen aus - & muß (zu Anfang noch optimistisch, später nur noch hilflos) zusehen, wie sich ein neuer, grauer Wolkenturm nach dem anderen zwischen Hügel & Berge schiebt ... bis auch mir klar wird:
ES MUSS ETWAS GESCHEHEN!
Also schließe ich mich (zögerlich) vier jungen Nepalesen an, die mir noch versichern:  JUST One Hour EASY WALKIN & we will reach Bamboo! ...
... was gleichzeitig das erste & letzte ist, was ich von den vieren mitbekomme. Fünf Minuten später sehe ich nicht mal mehr einen Kondensstreifen von den ’lokalen TGV-Express-Trekkern’. Ich muß mich (im mittlerweile strömenden Regen) als Solist über den glitschigen Pfad quälen & habe (keine Ahnung WIESO!?) ...
... immer Harry Valerien vor Augen, der aus einer regengeschützten Sprecherkabine kommentiert: ’Und nicht zu sehr den Außen-Ski belasten! Jessas mei! Do haut’s ihm von die Haxn! Sakra - ma Leaba: Host Des Gsehn ...?’
Nach einer halben Stunde ’extremster Innen-Ski-Belastung’ ...
... erreiche ich zunächst einmal den nächsten ’Please Check Point’ (Tja - wie gern würd’ ich hier bleiben: PLEASE!). Bis auf die Knochen durchnäßt fülle ich das sich durch meinen bloßen Pudel-Anblick in ein feuchtes Nichts auflösende Formular aus - was der Beamte mit einem Lächeln & den vermutlich als Mutmacher gemutmaßten Worten quittiert: Just Twenty Minutes EASY WALKIN’ & you will reach Bamboo!
Eine dreiviertel Stunde später enden (ENDLICH!) die zwanzig längsten Minuten meines Lebens: ein ’lustig anzuschauendes, buntes Ortsschild’ ...
... heißt mich im Bergdorf Bamboo herzlich willkommen (!) - derweil ist meine Laune auch angekommen (& zwar bei exakt fünfzig ’Buster’ unterhalb des absoluten Stillstands jedweder Lachmuskel-Aktivität) & ...
... immer noch muß ich aufpassen, daß ich nicht von einem der in unvermindert-hoher Konzentration vom Himmel purzelnden Yaks (oder Rinder) erschlagen werde.
Das erste Gasthaus, das die Unvorsichtigkeit begeht, sich mir zu zeigen, setze ich durch bloßes Betreten in Sekundenschnelle vollkommen unter Wasser. Ich gleite in die Nähe einer ebenfalls vor sich hin triefenden Trekker-Gruppe & ordere (in exakt dieser Reihenfolge, bitte!) dampfenden Kaffee, Gemüsesuppe, Macaroni sowie eine heiße Dusche. Für MICH steht FELSENFEST:
HIER kriegt MICH HEUTE KEINER mehr weg!
Meine Leidensgenossen (just Tommies ‘n’ Aussies) beschließen hingegen um Ein Uhr (mehrheitlich!), daß es sich für heute ausgeregnet hat. Abenteuerlustig begeben sie (die Gruppen-Idioten, DIE!) sich kurz darauf wieder auf den Trail & nehmen die Etappe zum nächsten Bergdorf Himalia in Angriff.
Just Three Hours EASY WALKIN’ from here! ...
... rufe ich ihnen zum Abschied noch hinterher (ich Einzel-Arschloch, ICH!). Keine zehn Minuten später öffnet der Himmel erneut seine Schleusen & es GIESST stärker als zuvor (mein Mitleid für die ’ungeduldigen Reisenden’ hält sich jedoch spürbar in Grenzen).
Apropos ’Mitleid’: Meine ursprünglich als definitiver & mich mit dem Leben wieder versöhnender Tages-Höhepunkt geplante heiße Dusche ...
... besteht aus einem halbvollen Eimer lauwarmem Wasser, das ich mir, am ganzen Körper vor Kälte zitternd, sparsamst (Dröpje por Dröpje) über den shampoonierten ’Astral-Leib’ TRÄUFELE.
Überdies befindet sich die Duschkabine ’damned FAR-OFF’: ... im Sprint-Tempo über den Hof, ... nichts wie rein in mein Zimmer & ... unter die bestellte doppelt-warme Wolldecke, wo ich für die nächsten sechzehn Stunden verharre (erstarre?) ... lesend, rauchend, schlafend!
Lediglich zwei Abwechslungen hält dieser Tag noch für mich bereit:
Zunächst einen JOINT, der eine komplette Fußballelf (inklusive sämtlicher Ergänzungsspieler) problemlos & über Stunden hinweg ins ’steinerne Nirvana’ befördern könnte ... & der für den Rest des Abends seine Wirkung bei mir hinterläßt. Denn zusätzlich zum ’federleichten Schwebe-Gefühl’ stellt sich eine extreme Übersensibilisierung meiner Sinnesorgane ein:
vornehmlich mein Gehör ’knallt völlig durch’ & schallverstärkt jedes noch so leise Insekten-Geräusch zum UNERTRÄGLICHEN KRACH!
Hm - vielleicht sollte ich mir ja den nächsten Joint durch die Ohren reinziehen?
Desweiteren stellt sich natürlich (& doch völlig überraschend!) vom überaus anstrengenden Nichtstun (naja, wovon wohl auch sonst?) ein BÄREN-HUNGER ein. Daher lasse ich mir als späte Wiedergutmachung (wofür auch immer?) noch ein oppulentes Nachtmahl kredenzen. Allerdings ...
... habe ich größere Probleme, die (letztlich verzweifelten) Klopfzeichen des Lodge-Angestellten an meiner Zimmertüre von den ’sonstigen, über meinen gebeutelten Ohren tosend hereinbrechenden Geräuschen’ zu unterscheiden ...!?
Abschließend zum heutigen Tag bleibt mir nur resümierend (resignierend?) festzustellen: It’s DEFINITELY NO Fun ...  Walkin’ ... with Wet Clothes ... through Slippery & Dangerous Forests!
Alle Klamotten sind naß (naja, das ist halt der Nachteil, wenn man mit kleinem Gepäck reist!) - außerdem ist mir ARSCH-KALT - & ’... ich will AUF’N AAM!’
Per Stand heute Abend steht für mich fest:
Morgen Früh werde ich mich auf den ’Heimweg’ (nach Pokhara) machen! Ich muß mir (oder wem auch immer) schließlich nichts beweisen ... oder?
Mit diesem guten & positiven Gefühl (nach einem solch absoluten SCHEISS-TAG) schlafe ich gegen Neun Uhr abends ein:
’Bya - Bya - Himalaya!’ ...

... Aber am nächsten Morgen sieht natürlich (wie immer!) ALLES GANZ ANDERS aus! Ich wache in einem ’Loch’ auf - habe ich doch die nicht ganz unberechtigte Befürchtung: Wenn ich JETZT umkehre ...
... dann ist der gesamte Asien-Trip zu Ende!
Naja - im Moment habe ich jedenfalls nicht das Gefühl, daß außer ... Entspannen in Nepal, ... Bus- und/oder Bahnfahrt nach Delhi sowie ... Flug Richtung Europa ... noch viel kommt. Zumindest würde mit dem Abbruch des Trekks ’die lange Heimreise’ beginnen!
Mit diesen Gedanken im Kopf trete ich aus meinem Zimmer. Ein wolkenlos-azurblaues Firmament lacht mich an (AUS?) & probehalber lege ich die nassen Klamotten an:
IIIEEHH - Ekelhaft!
Aber bereits eine halbe Stunde später sind meine Lebensgeister (die physischen & die psychischen) neu erwacht: Unter freiem Himmel (& mit ebenso freiem Ausblick auf den nahen ‘Fishtail’) frühstückend ...

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... spüre ich den positiven Einfluß der (mich nicht nur ’trocken legenden’) Morgensonne. Spontan entschließe ich mich, den Trip fortzusetzen & marschiere gegen Halb Neun Uhr los ...
... allerdings ohne an ’ABC’ oder ein sonstiges Fernziel zu denken - immer nur den jeweils nächsten Ort im Kopf: Let’s See where WE’LL End Up!?
Die gestrigen Regengüsse haben den Pfad in eine extrem glitschig-schlüpfrige Rutschbahn verwandelt. Ich muß das Laufen komplett NEU erlernen - aber nach einer halben Stunde ’Practising’ in der angenehm-warmen Morgensonne kehrt auch der Spaß zurück ...
... obwohl sich die Vegetation zunächst ziemlich eintönig präsentiert (der Ort meines letzten Nachtquartiers hieß nicht zufällig Bamboo).
Abwechslung bringen lediglich (visuell) eine Reihe sich über vertikale Abhänge stürzende, spektakuläre Wasserfälle sowie ein ums andere Mal von mir geforderte, ’interessante’ Flußüberquerungen: Aus den durch die starken Regenfälle zu reißenden Wildwassern angeschwollenen Flüssen ragen (teilweise bereits überspült) im ungefähren Schrittabstand große Steinquader heraus, die es zu TREFFEN gilt!
Allzuviele Gedanken mache ich mir anläßlich der durchweg wackligen X-Ings jedoch nicht (mehr): ich vertraue auf mein Rhythmusgefühl (gutes Timing macht Balancefertigkeiten überflüssig) & ergänze dieses durch eine gehörige Portion Fatalismus. ’Naja - was kann denn nach dem gestrigen SCHEISS-TAG heute schon NOCH SCHLIMMERES passieren ... ?’
Um Zehn Uhr erreiche ich Dobang, das wie alle weiteren, noch folgenden ’Ortschaften’ lediglich ein aus drei bis vier Gasthäusern bestehender Versorgungs-Stützpunkt für Trekker ist. Jetzt - in der Nachsaison, ist darüberhinaus pro Ort nur noch jeweils eine Lodge geöffnet. Dobang ist mir nur einen kurzen Rund-um-Blick wert (’Schön ... äh ... hier!’) - dann PUSHE ich auch schon, das nächste Village Himalia fest im Blick THROUGH.
Auf halber Strecke zwischen Dobang & Himalia stellt sich mir plötzlich (mitten im Dschungel VÖLLIG SURREAL wirkend) ein kleines Hindu-Tempelchen im wahrsten Sinne des Wortes in den Weg. Der ansonsten schnurgerade Trail muß (vermutlich ähnlich überrascht wie ich) einen weitausholenden Schlenker vollführen.

AS1186-NaheHimaliaKleinerTempelImDschungel


Das mich IRGENDWIE (keine Ahnung, WARUM!) an die Autobahn-Kapelle in der Nähe von Wuppertal erinnernde, hinduistische Gotteshaus ...
... wurde übrigens vom Besitzer des Deurali Guest-House gestiftet - einem offensichtlich rührigen Zeitgenossen, der (wie ich später der Aufschrift einer Plakette entnehmen kann) auch ’den letzten Trail-Kilometer nach Deurali’ finanziert hat. Naja - wohl nicht ganz uneigennützig ...?
Der atmosphärische Ort ist mir einen längeren Nikotin-&-Foto-Stop wert - auch wegen des unmittelbar gegenüber des Tempels (an der östlichen Seite des Modi Khola) auf breiter Front sich eine steile Feldwand hinunterstürzenden Curtain Waterfall.

AS1187-NaheHimaliaCurtainWaterfall


Unnötig zu erwähnen, daß ich die Zigaretten-Kippen natürlich ...
Die Reststrecke nach Himalia bietet eine wieder abwechslungsreicher sich in Szene setzende Waldlandschaft: knorrige Nadelhölzer, schallschluckender Moosteppich sowie Lianen & andere (abseits des Trails das Dickicht unbegehbar erscheinen lassende) Schlingpflanzen - ’Fairy-Tale’-Atmosphäre!
Bei meinem Eintreffen in Himalia ist es gerade mal Halb Zwölf Uhr: der bunten Touri-Info-Schautafel auf dem zentralen Freiraum (Platz wäre eindeutig eine Übertreibung) des ’Berg-Fleckens’ zufolge bin ich heute bislang schneller unterwegs, als es die offiziellen Zeitvorgaben nahelegen & ...
... bis Deurali (nächster Ort) sind’s nur noch anderthalb,
... von dort zum MBC (Machapuchre-BaseCamp) zweieinhalb & ...
... hinauf nach ABC schließlich weitere anderthalb Stunden Fußmarsch!
Meine Abenteuerlust, nein: mein Entdeckergeist regt sich (obschon es angesichts des ausgelatschten Touri-Trails mehr als unwahrscheinlich ist, daß es in dieser Region noch IRGENDETWAS NEUES zu entdecken gibt!) & ich gebe mir das feierliche Versprechen:
Wenn WIR es heute ‘trocken’ bis Deurali schaffen ...
... dann ‘machen’ WIR morgen die beiden ‘BaseCamps’!
HIER OBEN sehen alle ’Orte’ gleich aus ... so gleich wie die standardisierte, vom ’ACAP’ (Annapurna Conservation Area Project) vorgeschriebene Speisekarte der Gasthäuser! Nur kurzer Lunch-Stop: die immergleichen ’Power’-Macaroni (mit Käse überbacken) sowie Kaffee. Bereits um Zwölf Uhr begebe ich mich zurück in die mittlerweile wieder recht trockene Spur.
Übrigens: Himalia befindet sich 2.900 Meter über dem Meeresspiegel. Hinauf nach Deurali werde ich (so der Regengott es zuläßt) weitere 300 Höhenmeter unter mir lassen & ...
... somit am Abend die Einstellung meines persönlichen (Poon-Hill-) Höhenrekordes feiern dürfen!
Die erste halbe Stunde wandere ich noch durch (allerdings schon sichtbar ausdünnenden) Bambus-, Farn- & Mooswald. Nahezu übergangslos zeigt sich die Landschaft plötzlich von ihrer schroffsten, extrem steinigen (& das Fortkommen erheblich erschwerenden) Seite:
... das Tal wird enger, ... die den nun deutlich schneller talwärts schießenden Modi Khola vergeblich zu zügeln versuchenden Felswände erwachsen noch steiler aus den wildschäumenden Stromschnellen ...

AS1189-ABCTripModiKholaWasserfallAS1191-ABCTripModiKholaKaskaden

... & auch die Anzahl der mir abverlangten Flußüberquerungen nimmt dramatisch zu (jedoch ohne mich vor unlösbare Aufgaben zu stellen).
Vormals kleine Rinnsale (vom gestrigen Regen ’gut genährt’) stürzen durch die unverhältnismäßig großen, tiefen Nebentäler in den GROSSEN FLUSS - währenddessen weiß sich der Trail keinen anderen Ausweg, als diese ’Side-Valleys’ (hilflos!) mit weitausholenden Schwüngen exakt nachzuzeichnen ...
... & verlangt derart ’dem gemeinen Trekker’ eine Unzahl kraftraubender Ups ‘N’ Downs sowie eine Gesamtwanderstrecke ab, die um ein Vielfaches die ’As-The-(Sheryl)-Crow-Flies’-Distanz übersteigt (SCHWITZ!).
Unvermittelt betrete ich das erste Eisfeld. Aus der Distanz betrachtet hielt ich es zunächst für ein weiteres Geröllfeld & ... auch aus nächster Nähe hat es wenig mit ’unberührter, anheimelnder Winterlandschaft’ gemein: dazu spielt der schmutzige Grund-Farbton schlicht zu sehr ins HAUFEN-mäßige! In dem Moment, da sich die ersten Häuser am noch entfernten Horizont abzeichnen ...
... zieht (in rasantem Tempo!) dichte Quellbewölkung am scheckig-blauen Himmel auf: Der ’Daily Afternoon Monsoon’ kündigt sich an (heute allerdings verdammt kurzfristig).
Ich beschleunige meine von Tag zu Tag gemsen-mäßigere Züge gewinnenden Trippel-Schritte (in Zentral-Nepal nennt man mich mittlerweile, zwar hinter vorgehaltener Hand, aber eindeutig respektvoll: den ’deutschen Bergfloh der Himalayas’) & erreiche JUST-IN-TIME Deuralis ’erstes Haus am Platz’ (oder genauer: das dem Trail nächstgelegene Panorama Guest House).
Übrigens: zwar knapp, aber doch eindeutig trockenen Hauptes! Und somit steht fest, daß es MORGEN mal wieder SEHR FRÜH raus aus den Federn geht:
‘BEE-CEES’ ... Ihr dürft auf mich ZÄHLEN!
Als ich an der Terrasse des Gasthauses eintreffe, bereiten sich die vier jungen Norwegerinnen (After a Late-Lunch) gerade sorgfältig auf ihren Abmarsch vor. Netter, kurzweiliger Plausch: es tut immer GUT, entlang des Trails in bekannte (& dazu noch freundlich-lächelnde) Gesichter zu blicken. Zum Abschied rufe ich ihnen ein wohlmeinendes ’Stay Dry’ hinterher (die nächste Lodge befindet sich im MBC - zweieinhalb Stunden ... äh ... ’Easy Walkin’ from Here’) & ...
... dieser ’Fluch’ (SORRY! Das war nun ganz bestimmt nicht beabsichtigt!) zeigt umgehend Wirkung!
Kaum sind die vier außer Sichtweite, setzt der Regen ein: zunächst leicht, dann trommelfeuerartig, schließlich regelmäßig an- & abschwillend (während der folgenden drei Stunden jedoch nie ganz aussetzend). Ein Koreaner schafft’s mit Hilfe seines nepalesischen Führers gerade noch rechtzeitig (vor dem ganz großen Regen!) in mein Domizil.
Zunächst eine heiße Limone (SUPER!) & Tagebuch - später entwickelt sich zwischen dem sehr schüchternen Koreaner (der sich unentwegt für sein Broken English entschuldigt: ’Äh - what shall I then there just say ...?’) & mir ein interessantes Gespräch:
Er kommt aus Südkorea, hat in Seoul ein Politikstudium abgeschlossen & befindet sich nun schon im zweiten Jahr an der Universität von Beijing, wo er International Business studiert. Er befragt mich (& diesmal kann ich die Frage sogar nachvollziehen!) nach den deutschen Erfahrungen bei der Vereinigung zweier so unterschiedlicher Staaten. Auf meine Nachfrage hin behauptet er zwar, daß in beiden koreanischen Staaten getrennte Referenda durchgeführt worden seien, die eine klare Mehrheit für ’einen gesamt-koreanischen Staat’ ergeben hätten (& somit sei die zur Zeit in Korea heftig diskutierte Frage nicht mehr ’ob?’, sondern ’wie?’) ...
... aber ob ich ihm DAS wirklich glauben darf? Ich frage mich, ob ich während meiner nun fast viermonatigen Reise wirklich alles mitgekriegt habe ...?
Nun ja - meine ’alte Kriegsverletzung’: Im Zweifel suche ich immer zuerst BEI MIR nach den Fehlern (äh ... was ja auch nicht selten ... - ’SCHNAUZE!’).
Er ist sehr geschichts-interessiert & reisefreudig - hat in 45 Tagen (naja - immerhin!) Europa inklusive Marokko besichtigt & ...
... war unter anderem in ’Kölle am Ring (woo ISCH jeborre ben!), woo HÄÄ och d’r DOOM JESEN HÄTT!’
’AUFHÖÖÖREN - HERR BECKER!’
Kurzzeitig zeigen sich die das Gasthaus umstehenden steilen Felsen & Berge einmal ’Cloud-Free’ (lang genug für ein paar schnelle Schüsse mir meiner Kamera) - im nächsten Moment aber ist alles wieder ’beim Alten’.

AS1194-ABCTripDeuraliGuestHouse


Um Fünf Uhr ziehe ich mich in meine (euphemistisch ’Room’ genannte) Holz-Box zurück & teste die wärmedämmende Wirksamkeit der mir überlassenen Wolldecke.
Naja - um einen wissenschaftlich fundierte Schlüsse zulassenden Ernstfall-Test handelt es sich eher nicht. Denn zeitgleich drehe ich mir einen imposanten Joint, den ich mir umgehend ’gleichermaßen’ zuführe (sprich: drehend ... also: REIN!). Und daher kann ich im nachhinein auch nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, ob’s  nun an der Wolldecke lag oder vielleicht doch eher ... ?
Sei’s drum: Auf jeden Fall ist mir nach einer halben Stunde wohlig warm!
Um Sieben Uhr klopft die Wirtin an meine Zimmertüre & verkündet den ’Last Call for Diner’. Ich verlasse nur zögerlich meine heimelige Schlafstatt & schleppe mich (fast widerwillig) zum ’Futter-Trog’, der sich aber mittlerweile fast ebenso heimelig präsentiert: Denn wie HIER IN DEN BERGEN üblich ...
... befindet sich unter dem großen Eßtisch eine etwa dreißig Zentimeter tiefe (gemauerte) Mulde, in der sich problemlos zwei Gasbrenner unterbringen lassen. Die weit überlappende, dicke Wolldecke reicht vom Tisch bis zu den rund-um-verlaufenden (ebenfalls gemauerten) Sitzbänken herunter & JEDER ’zibbelt, plebbelt & spraddelt’ die Decke so um die Oberschenkel herum, daß keinerlei Wärme dem Tisch-Unterbau ungenutzt entweicht. Apropos ungenutzt: Dieser warme Unter-Tisch-Hohlraum ist gleichzeitig ein optimaler Kleidertrockner - was ICH (Small Luggage & very FEW Clothes) natürlich intensiv zu nutzen weiß!
Ich stopfe eine Riesenportion Macaroni mit Ei, Gemüse & Käse (meine ’Haupt-&-Leib-Speise’ in den Himalayas - neben ’nepalesisch’) in meine gähnend ... äh ... leeren Kohlenhydratspeicher. Die abschließende Kanne schwarzen Tees genehmige ich mir in meinem Zimmer.
Ich muß an die ’Norwegian Girls’ denken - bin aber nicht ernsthaft in Sorge, weiß ich doch, daß sie ... erstens gut ausgerüstet sind (mit ’holistischen Ganzkörper-&-Rucksack-Regenmänteln’), ... zweitens langsam & sehr vorsichtig marschieren (was auf regen-schlüpfrigen Trails das Wichtigste ist!) ... & drittens ’aus einem Holz geschnitzt sind, das bekanntermaßen ein GANZ BESONDERES ist!’
Im fahlen Schein zweier auf der einfachen Nachttisch-Holzplatte festgebrannter Mini-Kerzen lese ich noch zwei lange Kapitel ’Lord Jim’ ...
... dann lege ich den heutigen Reise-Tag (im denkbar größten Gegensatz zum gestrigen Tag!) im Ordner ’Positive & Successful’ ab - der mir (’im fahlen Schein ...’) DOCH ETWAS (ge)fülliger erscheint als der Ordner mit der Aufschrift:
FUCKIN’ FUCK!?
(Letztes) übrigens: Nicht zu verwechseln mit ’Muckefuck’ - obschon dies immerhin eine gute ’Yak-Brücke’ zur korrekten PRONOUNCIATION schlägt.
Merke: ...
... FLÜCHE IMMER IRISCH!

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