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TREKKING - TEIL I: DER ‘JOMSOM-TRAIL‘ ! ODER: DAS TAL RUFT ! ODER: VON MUSTANG UND MULI !
( ... ERSTER HALB-REISEBERICHT !)
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... Der Wecker HEBT (um Halb Fünf Uhr) ZU KLINGELN AN: aber ICH ZIEH’ SCHNELLER! Wie immer (!), wenn etwas ’Spannendes’ ansteht, kann ich mich auf meine ’innere Uhr’ verlassen ... & die läßt mich heute bereits um Vier (!) Uhr hochschrecken. Nach der Morgen-Dusche erwartet mich die vermutlich schwierigste (& weitreichendste) Aufgabe des gesamten Tages: Selektives Packen! Denn den großen Rucksack mache ich zum wörtlich übersetzten ’Backpack’ (sprich: er soll im Hotel zurückbleiben!). Hm - allein die Kameraausrüstung füllt den winzigen Fotorucksack schon zu MEHR als Dreivierteln (?) ... ... & zusätzlich muß ich mich für maximal eine Woche Trekking ausstatten! Mein Gott: WERDE ICH STINKEN (!) - wenn ich nach Pokhara zurückkehre! Gegen Halb Sechs Uhr ist’s vollbracht - ich schließe mein Zimmer ab (das dermaßen gut & billig ist, daß ich mich entschlossen habe, es NICHT aufzugeben, sondern für die Dauer meiner Trekking-Tour weiter zu bezahlen) & gehe den langen Marsch zum Flughafen an ... ... die mich beständig anhupenden & anschließend beständig kopfschüttelnden Taxifahrer beständig ignoriered. Da ich die Entfernung unter- und/oder meinen Trainingszustand (mal wieder!) überschätze ... befürchte ich schon der letzte (& verspätete) Flugpassagier zu sein: Der Flieger nach Jomsom (100 Kilometer oder eine knappe halbe Flugstunde nördlich von Pokhara am Südrand der nepalesischen Provinz Mustang gelegen) soll laut Flugplan um 6.30 Uhr abheben. Bei meinem Eintreffen am Flughafen (kurz vor Halb Sieben Uhr) aber bin ich erst der zweite Fluggast. Nach einem gründlichen Sicherheits-Check (mein Sturmfeuerzeug muß ich einer Stewardess aushändigen, das Schweizermesser hingegen wird nicht beanstandet ...?) bleibt mir noch Zeit für ein erstes ’Vor’-Frühstück im kleinen Wartesaal (starker Kaffee sowie ein Snickers). Um Viertel vor Sieben Uhr werden wir über die Rollbahn & zur voll ausgebuchten ’Chessna’ geführt - in der etwa zwanzig Personen Platz finden: Abflug & kurze, heftige Steigphase ... ... unmittelbar nachdem das Flugzeug die horizontale Flugposition erreicht hat MUSS der Pilot auch schon ’voll in die Eisen’ gehen (will er nicht den Airport Jomsom verpassen ... & in Tibet notlanden müssen). Ich sitze in der ersten Reihe & kriege (bei geöffneter Cockpit-Türe) ALLES mit! Zwischen den sich türmenden Wolken erheische ich zwei bis drei freie Aussichten auf den Mount Dhaulagiri (8.167 Meter über NN) - schieße vier oder fünf Fotos - beginne gerade mich auf die stark gewölbten Fenster einzustellen & ...
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... da setzen wir auch schon auf der Landebahn auf & rollen zum Tower. Letztlich ging die Landung so überraschend vonstatten, daß mir nicht einmal Zeit blieb über die Schulter des Piloten hinweg einen ’Strip-Shot’ anzubringen. Noch auf der Landebahn stehend schieße ich die ersten spektakulären Himalaya-Fotos: Ein unverstellter Blick auf die in der Morgensonne glänzenden (& eindeutig mir zublinzelnden) Mount Tilicho (7.134 Meter über NN) & Mount Nilgiri-South (7.061 Meter über NN) beschert mir meine ersten schnee- & eisbedeckten Bergriesen VON SEHR NAH!
  
Wie bereits in Nagarkot habe ich (dieses Mal allerdings wohl zu Recht) das Gefühl ’... in Nepal & in den Himalayas angekommen zu sein!’ Vor dem Flughafengebäude (auf der engen & einzigen Straße Jomsoms) werden Ponys & Mulis zu Karawanen zusammengestellt: die durchweg gut genährten Kletter-Spezialisten sind zwar mitleiderregend mit sie um ein Vielfaches (zumindest an Gewicht!) überragenden Lasten bepackt - aber ... ... mit hübsch-bunten Sattel-Teppichen & nicht minder farbenfrohem Kopfschmuck herausgeputzt: SO läßt sich das Gewicht vermutlich leichter (er-) tragen! Auch eine Handvoll ’vereinzelter Einzel-Yaks’ (wie ich später erfahre, handelt es sich um spezielle Yak-Rind-Kreuzungen: Yaks sind in der ’dicken Luft’ unterhalb 3.000 Höhenmeter nicht überlebensfähig!) werden an strategisch-wichtigen Positionen in die Transport-Treks ’eingebaut’.
 
Die Karawanen ziehen allesamt Richtung Norden (ins Hinterland Mustangs) & sind die einzige Möglichkeit, Waren in das ’alte Königsreich Lo’ an der tibetischen Grenze zu schaffen - schon der Anblick der Karawanenführer ist optischer Beleg für die Jahrtausende alten Handelsbeziehungen zu den nördlichen Nachbarn: ... stark hervortretende Wangenknochen, ... markante Nasen sowie ... eng beieinanderstehende Augen ergänzen sich zu einer ausgeprägt mittelasiatischen Physiognomie. Oder hat sich die extrem karge Landschaft schlicht in die Gesichtszüge der Bevölkerung eingegraben? Anyway ... ... (oder besser: Apropos ...): HIER OBEN, auf 3.000 Metern üNN ist kein durchgängiger Wald mehr anzutreffen (den werde ich allerdings während meines Abstiegs noch im Übermaß zu Gesicht bekommen!): - Flechten, Disteln & niedrige, dornige Sträucher bilden (ergänzt um sehr vereinzelte, wenig kräftig & gesund aussehende ’Krüppel’-Bäume) einen fleckig-öden Vegetations-Teppich, - Felsen, Stein & Geröll aber bedecken den weit größten Teil des zumindest hügligen, wenn nicht gebirgigen Terrains, - sieht man vom Schnee-Weiß der Gletscher & dem Azur-Blau des strahlenden, frühmorgendlichen Himmels (sowie den bereits erwähnten künstlichen Farbtupfern) ab, so prägen eindeutig blaß- bis schmutzig-braune Erdtöne die nichtsdestotrotz malerische Hochgebirgs-Szenerie! Nach einem kurzen Rundgang durch die Ortschaft (sowie ein paar ’Schnupper’-Fotos)
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... melde ich mich vorschriftsmäßig beim Police Check Point: Da meine Trekking-Erlaubnis erst ab morgen gültig ist, muß ich dem Beamten meine Bearbeitung des Lustspiels ’Als ich mich damals, in Jomsom, mal einen ganzen Tag lang nicht bewegte!’ zum besten geben & ... den Rest des heutigen Tages hoffen, daß mir unterwegs (denn NATÜRLICH starte ich heute schon!) kein Polizist mehr ’über den Trail’ läuft. Im Touristenbüro erfahre ich anschließend ABER AUCH REIN GAR NICHTS, was ich nicht schon vorher wußte. Hm - meine bereits in Pokhara gehegte Vermutung, ’die doofen Touris sollen absichtlich dumm gehalten werden, damit sie sich an die Trekkingveranstalter wenden MÜSSEN ...’ erhärtet sich. Oder fragt niemals nie keiner nach, weil ja eh JEDER seine Tour bei einer der zahllosen Agencies bucht? Chicken Or Egg? Apropos ... TROTZDEM überaus gut gelaunt betrete ich ein um diese frühe Uhrzeit völlig verwaistes Café (mit Blick auf den Flugplatz & die im Hintergrund immer noch beeindruckenden Himalaya-Gipfel): Mein gesamtes Augenmerk gilt NATÜRLICH dem behutsamen Akklimatisieren meines Körpers an die klimatisch-meteorologischen Extrem-Bedingungen 3.000 Meter über dem Meeresspiegel (mit einer solchen Höhe habe ich schließlich während dieser Reise noch keine Erfahrungen gemacht!) ... ... & WIE macht man das am Besten? RICHTIG! Indem man sich erstmal ein die Magenwände extrem stretchendes & somit (vom Magen ausgehend) die Adaption des gesamten Organapparates an den (sich mit den herrschenden Gravitationskräften je bekanntlich verändernden) Luftdruck förderndes ... äh ... RIESIGES TREKKING-FRÜHSTÜCK REINPFEIFT! Außerdem - JETZT (knapp ’On Trekking-Job’) darf ich ja! Gegen Halb Neun Uhr packe ich meine ’nur dreieinhalb Sachen’, verlasse (der Hauptstraße in südwestlicher Richtung folgend) die Stadt & bin augenblicklich allein mit mir & der kargen Natur: ... ein steiniger, gut auszumachender Pfad weist mir den Weg, ... alle fünfzehn Minuten begegnet mir eine Muli-Karawane,
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... die Menschen beantworten mein ’NAMASTÉ’ durchweg freundlich lächelnd ... (die Esel geben sich ebenso durchweg gleichermaßen wort- wie gestenkarg: Naja, noch bin ich hier in Mustang - unter meinesgleichen - ein unbeschriebenes Blatt!). ICH FÜHLE MICH VERDAMMT GUT! Bis nach Marpha (der ersten, in meiner detaillierten Landkarte verzeichneten Ortschaft entlang der Strecke) sind es acht Kilometer - für die ich mir üppige zweieinhalb Stunden gönne. Nun ja - das ständige Ein- & Auspacken der Kamera ...
  
... (ganz zu schweigen vom akribischen Suchen nach dem besten, dem einzigen Standort zur Ablichtung auch des neunhundertfünfundachtzigsten, spektakulären Felsmotivs ... DAS wird sich in den nächsten Tagen noch legen!) braucht halt seine Zeit. Marpha ist ein atmosphärischer, kleiner Ort, der aus engen, kopfstein-gepflasterten Gäßchen, schmucken & gepflegten Naturstein-Häusern (über jedem zweiten flattert eine tibetische Gebetsfahne im starken Wind), zwei kleinen Tempelchen & ... fünfzehn (!) Gasthäusern besteht.
 
An beiden Ortseingängen teilt ein ungewöhnlicher, mannshoher ’Mittelstreifen’-Wall die Durchgangstraße (über eine Länge von je etwa 100 Metern) in zwei Spuren - bei näherer Betrachtung entpuppt sich der Wall als Monument, das die Einwohner Marphas aus übereinandergeschichteten (mit ’eingekeilten’ Schriftzeichen versehenen) Steinplatten unterschiedlichster Größe errichtet haben.
 
Im rustikal eingerichteten Gastraum einer Lodge nehme ich (Tagebuch schreibend) ein zweites Frühstück zu mir: Kaffee & Früchte-Muesli mit ’Curd’ (falls ich es noch nicht erwähnte: Curd ist ein in Indien & Nepal beliebter Natur-Quark) sowie (hintendrauf!) einen ’Chang’ ... ... das von den nepalesischen Bergbewohnern selbstgebraute, trübe, bittere & starke Gersten-Bier - das übrigens auch die Vorstufe zum noch um einiges stärkeren Home Made Wine darstellt (äh ... siehe unten). Um Halb Zwei Uhr gehe ich die zweite Tages-Halb-Etappe an (viereinhalb Kilometer sind es bis zum nächsten Ort Tukuche). Ich folge dem breiten Tal des Kali Gandaki River (das sehr viel breiter ist als dessen bloßes Flußbett) - die beiden letzten Kilometer (vor Tukuche) führen durch eine surreal wirkende Felsenwüste: Der Trail läuft messerscharf an einer im Nordwesen dramatisch (nahezu senkrecht) emporschießenden Granit-Steilwand entlang - das weitläufige Flußtal ist mit bizarren, sichtlich tonnenschweren Felsmonolithen übersät - an vermeintlich strategisch wichtigen Punkten entlang des Hauptverkehrsweges dienen die Felsbrocken als ’Litfaßsäulen’ ...
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... zeigen dem müden Wanderer die Entfernung bis zum nächsten Ort an, weisen den politisch Interessierten auf die ’richtige’ Partei hin oder werben (schnöde) für Gasthäuser & Restaurants. Ich mache mir kaum mehr die Mühe, meine Kamera zurück in den Rucksack zu packen & schieße (mich in einen wahren Fotografier-Rausch steigernd) ein Bild nach dem anderen. ’Mechtild! ... ... sogar ein paar freilaufende, allerdings nur mäßig-wilde Hochland-Pferde verirren sich vor mein Objektiv!’
 
’Ooohhh!’. Um Halb Fünf Uhr LAUFE ich in Tukuche ein & lasse mich von einer freundlichen, redegewandten Nepalesin bereitwillig überzeugen, daß ihr Gasthaus die beste von drei unmittelbar nebeneinanderliegenden Unterkünften ist: dem schmackhaften Gemüse-Chowmien, dem leckeren schwarzen Tee & (vor allem!) dem schattigen & angenehm lauschigen Innenhof zufolge hat sie nicht übertrieben ... ... sage ich jetzt mal so (ohne die beiden Konkurrenzunternehmen von innen gesehen zu haben). Netter Plausch mit einer Stuttgarterin - die mit ihrer Freundin ein halbes Jahr Indien kreuz & quer bereist hat, bevor sie (nun) spontan beschlossen haben, noch einen Trekking-Monat in den nepalesischen Himalayas dranzuhängen. Vor fünf Tagen sind die beiden in Pokhara losmarschiert & ihr nächstes Ziel (Up-Hill!) ist Muktinath: zwanzig Kilometer nordöstlich von Jomsom (auf knapp 3.800 Metern über NN) den Endpunkt des halben (westlichen) ’Annapurna-Circuits’ markierend. ÜBERHAUPT ... ist die gemütliche Herberge gut besucht: außer den beiden deutschen Frauen sind zwei Amerikaner anwesend, ein ziemlich ’schlafmütziger’ Schweizer (’Naa-jaa ... Wiee - Diee - Schon - Reee - Denn!’) sowie eine Handvoll weiterer internationaler Gäste, die ich aber nicht (mehr) kennenlerne - denn: Nach Beendigung meiner Mahlzeit mache ich den folgenschweren Fehler, zu BESCHLIESSEN, daß es noch früh (ZU FRÜH für die Abend-Rast) ist. Aufgrund der positiven Erfahrungen in Marpha & Tukuche (irrigerweise!) davon ausgehend, daß ich überall, egal in welcher Ortschaft entlang des Touri-Trails, eine nette Unterkunft finden kann (!) ... ... marschiere ich WEITER. Wegen des schlechten Dämmerlichts & aufziehender Bewölkung lege ich kaum mehr Foto-Stops ein & ...
 
... EINEN ZAHN ZU! Bis Larjung (etwa viereinhalb Kilometer südwestlich von Tukuche) benötige ich durch flaches Terrain daher nur eine knappe Stunde. Dort allerdings erwartet mich bereits mit weit ausgestreckten Armen & so, daß ich sie nicht umgehen kann, die GANZ GROSSE PLEITE! Es gibt zwei ’Kaschemmen’ im Ort: die ERSTE muß für mich extra aufgesperrt werden (die Umstände der Suche nach dem hierfür benötigten Schlüssel legen die Vermutung nahe, daß hier schon SEHR lange kein Gast mehr eingekehrt ist!) & in der ZWEITEN ... ... steige ich ab (naja - was bleibt mir auch anderes übrig? Hier ist zumindest ’ein bißchen’ Leben!). Das Zimmer kostet dreißig Rupees (& ist wie alle Tea-House-Unterkünfte entlang der nepalesischen Trekking-Routen extrem billig). Das Essen hingegen ist nicht nur extrem teuer, sondern zudem auch eine Geduldsprobe (länger als eine Stunde läßt mich die nicht gerade bemüht wirkende Herbergerin im ungastlichen Gastraum, der gleichzeitig auch privater Wohnraum & Küche ist, schmoren) & ... ... Very Strange Lookin’! Ich will überhaupt nicht wissen, was ’diese falsche Schlange’ (falsche Schlange?) ... Obwohl: der Hunger treibt’s rein! Um Acht Uhr ziehe ich mich in mein Zimmer zurück: Es wird SAU-KALT! Ich muß die unter den Matratzen befindlichen Yak-Felle hervorzerren & fühle mich fortan (’einge-yakt bis zur Halskrause’ & trotzdem noch erbärmlich frierend!) wie ein Dolpa in seinem Rundzelt. Später (nach Neun Uhr: der Strom ist gerade zum drittenmal ausgefallen, ich lege eine Lese-Pause ein & rauche im Dunkeln eine Zigarette!) wird’s im Wohnzimmer meiner Herberger hörbar gemütlich: Ein gemischt-vielstimmiger (leider nur) Unisono-Chor dringt - rhythmisch unterstützt durch etwa zwanzig-händiges Klatschen sowie einen Tabla-Spieler - relativ monoton zwar (da melodisch kaum variierend), atmosphärisch aber vortrefflich zu meiner Basis-Klause passend an mein ’augenloses Ohr’ & ... ... sorgt für den einzigen ’Lichtblick’ an diesem buddha-verlassenen Ort! Apropos: Nachdem das Licht (unerwartet) doch noch einmal den Weg in mein Zimmer findet, HETZE ich mit ’Lord Jim’ in die Illusion tropischer Hitze - kurz darauf (zu früh für eine vollständige ’Erwärmung’) SCHIESST sich die Glühbirne selbst & final aus. ’Vor lauter Kälte laut schlotternd’ ... praktiziere ich hilflos ein paar buddhistisch-angehauchte, autogene Übungen: ’Arme & Beine sind schwer & OM! Du atmest OM & gleichmäßig! Dein Sonnengeflecht ist das universale Zentrum deines individuellen OMS!’ ... ... & OMME dann ein! Oder genauer: Ich VEROMME es ... |
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... Ich öffne sehr früh (nicht wecker-bedingt, sondern ’... ob des im gesamten Haus geräuschvoll erwachenden Lebens’) meine mißmutigen Augen - schiele durch das dem Zimmer nur wenige Lichtstrahlen gönnende, ’schießschacht’-ähnliche Fenster (auf den hinterm Haus dahin-mäandernden Kali Gandaki) - & ... ... meine Laune bessert sich! Verspricht doch bereits dieser erste, noch arg begrenzte Eindruck für heute Morgen: Nice Views ‘n’ Great Shots! Aber: Bloß Net HUUUDELE! Zuerst (also als zweites, nach ’trocknem Zähne-Scheuern’: Wasser gibt’s hier auch nicht!) brauche ich mal einen Kaffee - der sich als erstaunlich gut, weil extrem stark herausstellt - & ... ... meine Laune steigt weiter! Frühstück verschiebe ich auf später (aufs erste gemütlich aussehende Café, das sich mir in den Trekking-Weg stellen wird): JETZT habe ich Wichtigeres zu tun! Vorsichtig luge ich um den Türrahmen der nur einen schmalen Spalt breit geöffneten Eingangspforte meiner Lodge & ... ... WOW! BANG! SCHEPPER! Der metallene ’Lila-Laune-Anzeiger meines nach oben offenen Stimmungs-Bärometers’ (Hi, Kathrin!) knallt mit einem vernehmlichen (& doch Phantom-) Sirren gegen den nichtvorhandenen, oberen Anschlag! Denn: DA LIEGT ER ... ... der MOUNT DHAULAGIRI !!!
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In voller 8.167 Höhenmeter messenden Größe scharf & schnee-weiß (tauto ... äh: logisch!) sich vom wolkenlosen, tief-blauen Morgen-Himmel absetzend! Nordöstlich ihm zur Seite gestellt (ihn scheinbar noch überragend) einzel-spaliert Mount Tukuche ...
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... zwar nur 6.920 Meter hoch, sich jedoch näher an MICH biedernd (& daher nicht minder ATEMRAUBEND): ’Klick! Klick! Un noch ens Klick! Dat woor ne joode Bä-häh-härsch ...!’ Während der ersten, eigentlich schon dem Trekking zugedachten halben Stunde, komme ich keinen Millimeter auf dem Trail voran! Während des gesamten Morgens muß ich kräftig auf die ’Foto-Bremse’ treten & trotzdem: Um die Mittagszeit liegen die ersten drei, randvoll mit Mustang-Motiven belichteten Filme sicher aufbewahrt in meinem Rucksack!
  
  
Der Kali Gandaki schlängelt sich durch sein sehr breites Bett & führt zahlreiche Nebenflüßchen mit sich, die unvermittelt zum Neben-FLUSS anschwillen können. Tja - folgt man dem gut markiert außerhalb des Flußbetts verlaufenden Pfad, so hat man keinerlei Probleme: allerdings mißt die Wander-Strecke dann (im Vergleich zum geradlinigeren Flußverlauf) etwa die doppelt Länge ... ... & man hat sich dem endlosen, vollkommen sinnlosen Up ‘N’ Down des Weges (mit Höhenunterschieden von bis zu 200 Metern) zu fügen. Kurz gesagt: Ich überlasse den Trampelpfad natürlich den Mulis (& artverwandten ’Tramps’) ...
 
... & marschiere direkt am Fluß entlang. Naja - eigentlich bin ich ganz zufrieden mit mir: In kürzester Zeit entwickle ich mich zu einem passablen ’Wasser-Hüpfer’ ... & nur einmal verfehle ich knapp, aber sehr effektvoll (!) den im Wasser bereitliegenden Stepping Stone! Trotz der nun permanenten Abkürzungen zieht sich der mit sechs Kilometern angegebene ’Spaziergang’ (nach Kalopani) extrem in die Länge ...
 
... & es wird Halb Zwölf Uhr bis ich’s mir vor meinem (nun aber wirklich verdienten) Trekker-Frühstück ENDLICH bequem machen darf: ... Schuhe aus, ... die indianisch rauchenden & dromedarisch stinkenden Socken in die von mir abgewandte Windrichtung gehängt (’Das gesamte Königreich soll wissen, daß es mich noch gibt!’), ... meine Füße (an denen die Socken selbst für mich unüberriechbar NICHT spurlos vorübergangen sind) hochgelegt ... ... dann kann’s losgehen! Kaffee, ein Mega-Muesli, drei Spiegeleier auf einem ’wahren Kartoffel-Dhaulagiri’ ... sowie (quasi als nahtlose Überleitung zum Lunch) hinterher noch einen Gemüseeintopf. ’Hah - SUUUPER! What A Wonderful World ... Helge!’ Netter Plausch mit dem Besitzer der durch mich vermieften See-Ya Lodge, der mir für den Abend das Mustang Guest-House in Ghasa empfiehlt & mir für dessen Besitzerin Grüße aufträgt. Kurz bevor ich zu meiner Nachmittags-Etappe aufbreche, steuert Carmen (ihren nepalesischen Führer & Rucksack-Träger im Schlepptau) das Gasthaus an. Eine halbe Stunde später (mein Aufbruch verzögert sich ’ein wenig’) kennen Carmen & ich unser beider Leben: Sie ist Sannyassin & Mexikanerin (in der Reihenfolge!) - hat in Mexiko zehn Jahre als Astrologin gearbeitet - die letzten sechs Monate in Poona (Indien) zugebracht, um dort ayurvedische Heilmethoden & Meditation zu studieren - & ... ... ist vor einer Woche nur deshalb nach Nepal gereist, weil ihr indisches Visum abgelaufen war & sie vor Beantragung einer neuen Aufenthaltserlaubnis das Land verlassen mußte. JETZT allerdings ’... fühlt sie die Kraft der Berge’ & will ihnen (mit Hilfe Brikhas, ihres gemieteten nepalesischen Helfers) ’... so nah wie irgend möglich sein!’ Spätestens im November fliegt sie zurück nach Mexiko, um mit Freunden in Guarnavaca (südlich von Mexiko-City) ein ’meditativ-transzendentales QiGong-Reiki-Tantra-Zen-Begegnungszentrum’ (oder so ähnlich) zu eröffnen. Carmen macht einen sehr sympathischen Eindruck (obwohl sie ... naja!). Von Anbeginn unsrer (’TM’-) Begegnung spüre ich eine große, unerklärliche (!?) Vertrautheit & im Laufe des Nachmittags ergeben sich noch einige Gelegenheiten, unsere Unterhaltung fortzusetzen ... ... denn meine Trekking-Geschwindigkeit ist nicht so konstant wie das Tempo des mich immer wieder ein- & überholenden mexikanisch-nepalesischen Tandems: noch marschiere ich relativ schnell, mache aber viele & ausgehnte Foto-Stops. Südlich von Kalopani ...
  
... ändern sich Landschaft, Fluß & Trekking-Piste radikal: - der dramatische Abstieg auf nur mehr 2.000 Höhenmeter führt in dichten Nadelwald (in Indien & Pakistan war ich über meine chronisch-verstopfte Nase ja noch hoch erfreut, hier nun bedaure ich diesen, meinen ’körperlichen Defekt’ erstmalig ... obwohl: man kann den Harz- & Waldgeruch förmlich sehen, zudem macht es Spaß über den weichen Nadelboden zu laufen!), - der Kali Gandaki muß sich durch eine ältere Gebirgsformation quälen (mit extrem harten, die ’Grabungsarbeiten’ des Flusses erschwerenden Gesteinsarten!), was ihn in seinem nun sehr schmalen Bett gefährlich-reißerisch nicht nur erscheinen läßt, - die bis unmittelbar an den Wasserlauf heranreichenden Bergwände (’Naja - vermutlich wohl eher umgekehrt, woll?’) sind nun entsprechend steiler & mithin nimmt auch der Verlauf des Trails an Dramatik zu:
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... er weist zahllose Ups ‘N’ Downs auf, ist extrem schmal (Jetzt BLOSS kein Rinder-Trek!) & phasenweise (tunnelgleich!) unter schwindelerregenden Überhängen versteckt. Fast schon erwartet (zumindest befürchtet!) folgt wenig später ’der meine Nerven kitzelnde, absolute Höhepunkt dieses Nachmittags’. Seit Jomsom fegt ein stürmisch-böiger Wind mit hoher Geschwindigkeit durchs Tal des Kali Gandaki ... ... & DER (also: der Wind!) versetzt die Hängebrücke, auf die ich mich (meinen Schritt unwillkürlich verlangsamend, aber immer noch) hin-bewege in unregelmäßige Pendelbewegungen. Die bereits aus einiger Entfernung respekteinflössende, auf mich wartende PRÜFUNG erscheint mir nach einem näheren Blick auf die stark schwankende Brücke keineswegs leichter: - ausgelatschte, an den Seiten deutlich absplitternde (morsche?) Holzplanken säuseln mir mit dem Wind ihr deutlich vernehmbares ’Glaube mir! Vertraue mir!’ zu, - je ein verrostetes, vermutlich durch Angstschweiß oxidiertes Drahtseil spannt sich (in einer Höhe von etwa einem Meter) rechts & links der Gehschwellen ... sie sollen wohl ein Gefühl der Sicherheit vermitteln & sind für mich doch nur ein weiterer Beweis für den ’haltlosen Zustand’ der Brücke, die ... - zudem gut fünfzig Meter lang ist, ziemlich ’durchhängt’ & daher an ihren beiden Enden eine (den Besitz des zumindest ’kleinen Free-Climbing-Scheins’ durchaus wünschenswert erscheinen lassende) immense Steigung aufweist. ’PUUUHHH!’
 
Ich betrachte die ’Suspension Bridge’ eine Weile (übrigens: ich weiß zwar, daß diese Bezeichnung nicht auf Alfred Hitchcock zurückgeht, aber ruhiger läßt mich dieses Wissen auch nicht werden!) ... ... allerdings nur eine kurze Weile (Bloß nicht zuuu lange!) - hefte dann meine sich in einen starren, festen Blick verwandelnden stahlblauen (?) Augen aufs gegenüberliegende Ufer & RENNE LOS: ohne Zwischen-Stop - meine Knie (trotz ’Wackelpuddings in den Scharnieren’) fest durchgedrückt & ... LAUT VOR MICH HIN PFEIFEND (’was vom River Kwai’ - wenn ich mich recht erinnere). Am rettenden Ufer ankommend registriere ich (keuchend zwar, aber glücklich!), daß mein Puls mit techno-verdächtigen, mindestens 200 Hammerschlägen pro Nano-Minute stampft: UFF! GESCHAFFT! ... ... sowie kleinlautes: ’Bis zum nächstenmal!’ (dem natürlich noch ein großmäulig-halbstarkes ’Alles Halb So Wild!’ folgen MUSS - naja ...). Mein heutiges Tages-Etappenziel Ghasa verteilt sich auf drei (jeweils zwei Kilometer voneinander entferntliegende) Ortsteile. Das Mustang Guest-House befindet sich natürlich in der letzten, der südlichsten Siedlung - um Fünf Uhr bin ich endlich da: die junge Wirtin ist sssehr nett (einen ’wie-auch-immer-alten’ Wirt kriege ich bis zu meinem Abmarsch am folgenden Morgen nicht zu Gesicht) - das Zimmer ist einfach, sauber & billig - das Essen (Ich habe einen Bärenhunger!) ist um mehrere Klassen besser als mein gestriges Abendmahl in Larjung. Mit mir & der Welt zufrieden betrachte ich nach dem Essen (auf der schmalen Terrasse vor meiner Herberge sitzend, rauchend & Home Made Wine schlürfend) das sich zunehmend idyllisierende Himalayan-Village Life: - die ihr Tagewerk beendenden Bauern sowie schleppenden Schrittes heimkehrende Trekk-Führer (vor, hinter oder inmitten ihrer Ponies, Mules & Buffaloes), - immer (& immer grundlos!) jeden, am liebsten aber ihre Artgenossen ankläffende, frei umherstreunende Hundemeuten, - über den Naturstein-Pfad scharrende Hühner sowie deren (allerdings eindeutig stolzierende!) Gatten, - interessant camoufflierte Bienenstöcke, die (einem Briefkasten zum Verwechseln ähnlich) in ausgehöhlten Baumstämmen unter- & an den Häuserwänden angebracht sind (’Nein! Hier möchte ich nicht Postbote sein müssen ...’), - Rare Locals (Me Passin’ ... Up & Down the Hill) - Touristen sind um diese späte Tageszeit nicht mehr unterwegs: die genießen allesamt (in oder vor ihren jeweiligen Gasthäusern die strapazierten Füße entqualmend) die einzigartige Abendstimmung inmitten einer naturgewaltigen Hochgebirgs-Szenerie, - sowie meine Wirtin, die (entspannt im Lotussitz hockend & doch hochkonzentriert) mit flinken Fingern den auf der Terrasse thronenden Webstuhl in Bewegung hält & zum (eindeutig beruhigenden) KLAPPERN bringt. Eher widerwillig löse ich mich nach Sieben Uhr aus diesem Still-Leben & schleppe mich unter die Dusche - genieße aber schließlich (nachdem ich die wohltuende Wirkung verspüre) die lauwarme Herrlichkeit bis zum letzten Tropfen. Mit einem letzten Blick durch meinen ’inkorporierten Ein-Millimeter-Fisheye-Sucher’ checke ich anschließend die meine Bleibe umstehenden Höhenzüge: Aber die (unzweifelhaft vorhandenen!) schneebedeckten Gipfel üben sich in dezenter Zurückhaltung - sparen ihre gesamte Ausstrahlungskraft für den morgigen Tag auf & ... verbleiben heute Abend (leider!) INVISIBLE.
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Meine Zimmerwirtin stattet mich mit einer Kerze aus (die ’staatlich-nepalesischen Elektrizitätswerke’ haben den Weg nach Ghasa noch nicht gefunden) - ich ziehe mich in meinen an den existentiellen Grundbedürfnissen des Menschen ausgerichteten (& damit völlig ausreichenden) Schlaf-Kojen-Holz-Verschlag zurück ... ... & KNACKE (hundemüde!) bereits um Halb Acht Uhr erstmalig WEG. Bereits zwei Stunden später kehre ich jedoch (weil: leicht fröstelnd) wieder in das reale Kali-Gandaki-Valley zurück - packe mich unter eine wärmende Wolldecke, lausche der nur durch vereinzelte ’Kläffer’ beschädigten, himmlischen Stille & ... ... WÄRME mich (zusätzlich!) bis weit nach Mitternacht in ’Lord Jims Remote Tropical Outpost of Patusan’. Mit einem allerletzten Höhepunkt (äh ... ’Tast-Pissen in der / die Gemeinschafts-Toilette des stockfinsteren Hofes!’) endet mein an Höhepunkten so reicher, zweiter Mustang-Himalaya-Trekking-Tag: SCHNARCH! Nobody Cares ... ... cos I’m the only Guest (in) House! ... |
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... Mit einsetzender Morgendämmerung (um Halb Sechs Uhr) werde auch ich wach. Im Haus ist kein einziges Geräusch zu hören - währenddessen rennen die ersten (vereinzelten) Hard-Core-Trekker bereits den Trail rauf oder runter: Duschen - (eher flüchtige) Morgentoilette - (umso ausgiebiger) Rauchen. Um Sechs Uhr befrage ich meine Wirtin nach meinen Chancen ... ... also: eventuell Kaffee & Müsli zu bekommen? ’No Problem, Sir!’ Während sie die Gaststube aufsperrt beziehe ich meinen Terrassen-Logenplatz vor dem Haus (‘Check-Point-Horstie’ beside the Trail!) & ... schreibe Tagebuch. Bereits zehn Minuten später bin ich mit dampfendem Kaffee versorgt - weitere zehn Minuten später öffne ich erstmalig die Augen & ... ... bin (nur DESHALB) in der Lage den ’mexi-palesischen Kondensstreifen’ zu identifizieren, der sich vom entfernten, nördlichen Ende des Trails mit gleichmäßigem Tempo auf mich zu bewegt: ’See Ya ... on the Way!’ höre ich Carmen noch knapp rufen - dann sind die beiden auch schon hinter der nächsten, abschüssigen Wegbiegung verschwunden. Nachdem ich auch den letzten Protein-Speicher meines Körpers gewissenhaft bis zum Rand aufgefüllt habe, begebe auch ich mich (es ist kurz vor Sieben Uhr) ’in die Loipe’ - die sich in engen Schleifen talabwärts (& direkt auf den Kali Gandaki zu) windet.
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Übrigens hielt ich dessen vernehmliche Geräuschkulisse heute Morgen zunächst für ein verdammt lautes Strom-Aggregat - fälschlicherweise ... ... wie mir mit jedem Schritt (downhill) nun bewußter wird! Nach etwa zwei Kilometern steht die ’erste Sonderprüfung des Tages’ an: eine zwar schwindelerregend hoch sich über den Fluß spannende, allerdings kaum schwankende, weil Massiv-Holzbrücke ... äh ... ’Halb So Wild!’ (im Gegensatz zum gestrigen ’Hänger’). Was mich jedoch etwas verwundert ist der Umstand, daß ich entgegen meiner ansonsten recht zuverlässigen ’Round Annapurna’-Landkarte den gesamten Morgen hindurch einem Pfad auf der linken (östlichen) Uferseite des Kali Gandaki folge ...!? Anyway ... Abenteuerliche ’Abs & Aufs’ ergänzen sich mit verdammt schmalen Weg-Passagen zu einer übers lockere Bergwandern hinausgehenden, ersten Vorstufe des Berg-Steigens - an den engsten Stellen kommt mir natürlich regelmäßig die unvermeidliche Muli-Karawane entgegen (vorsichtshalber beherzige ich den LonelyPlanet-Ratschlag: Immer an der Wand lang!) ...
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... die nun immer vertikal ansteigenden Steilhänge spiegeln eine enorme Bandbreite unterschiedlichst variierender Gesteinsarten wieder (besonders beeindruckend: ein ausgedehnter Schiefer-Stein-Wald ... inklusive der zugehörigen ’kommerziellen Abbau-Infrastruktur’).
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Ich erspare mir mit den immergleichen Superlativen die landschaftlichen Schönheiten entlang der Strecke zu beschreiben (obwohl sie es verdient hätten) - nur soviel: - der fast 1.000 Höhenmeter überwindende Abstieg von Ghasa nach Tatopani (meinem Tagesziel auf nur 1.100 Metern über NN) führt durch dichten Wald, der sein Aussehen in schneller Folge zwischen Nadeln & Laub wechselt, - zwar werden unverstellte Einblicke ins Tal des Gandaki seltener, akkustisch aber ist der Fluß ständig präsent - er tobt mit jedem zurückgelegten Flußmeter reissender in seinem unruhigen Bett ... & weist zunehmend Stromschnellen der Wildwassersport-Klassifikation ’Einfahrt schwierig - Ausfahrt unmöglich!’ auf. Um Halb Elf Uhr habe ich die ersten zehn Tages-Kilometer geschafft (zügiges Tempo, da nur wenige kombinierte Raucher-Foto-Stops) & erreiche nahe Dana die nächste, mal wieder etwas anspruchsvollere Brücke über den Kali Gandaki. Oder bilde ich mir das nur ein ...? Naja - erklärbar wär’s: denn kurz zuvor hatte ich eine ’nette Unterhaltung unter Kollegen’ mit Martin & Frank (zwei jungen Kanadiern, die sich auf den letzten Tagesetappen des ’Annapurna-Circuit’ befinden: etwa 200 Kilometer von Pokhara um die Annapurnas herum wieder zurück nach Pokhara) - die erfahren haben wollen, daß der Trail zwar NORMALERWEISE schon bei Rupse (drei Kilometer nördlich von Dana ... äh ... ’hübscher Wasserfall!’) ...
 
... den Gandaki kreuzt, die dortige Brücke sei allerdings vor drei Tagen RUNTERGEKOMMEN! Tja - & mit ebendieser Info in meinem Kopf (HÄMMERND!) stehe ich, mir wie eine Ewigkeit vorkommende & doch wie im Zeitraffer verfliegende zehn Sekunden lang (Aug’ in Aug’!) der schwankenden (dieses Mal!) ’Suspense-Bridge’ in Dana gegenüber. Schließlich nehme ich Anlauf & strebe ohne einmal Atem zu holen (in einem RUTSCH!) das rechte Gandaki-Ufer an: mich an den kaum Widerstand, geschweige denn Halt bietenden Führseilen (trotzdem IRGENDWIE) entlanghangelnd & ... Groucho Marx’ ’Duck-Walk’ unbewußt imitierend (vermutlich um meinen Schwerpunkt auf eine möglichst geringe Höhe zu verlagern - oder!?). DRÜBEN ... werde ich von fünf jungen Nepalesen erwartet, die allem Anschein nach auch kein allzu großes Vertrauen in die Brücke haben. Naja - jedenfalls warten sie sicherheitshalber (so oder so) erst mal einen Testläufer, nämlich MICH ab ... ... bevor sie (dann allerdings ziemlich COOL) die Brücke passieren. Am Ortsende Danas gönne ich mir einen (meiner Meinung nach verdienten!) Stop & ein zweites Frühstück (oder frühes Mittagessen ...?) bestehend aus Gemüse-Macaroni & Home Made Wine. Eine halbe Stunde später treffen Carmen & Brikha ein (Wann hab’ ich die denn überholt?) - eine weitere halbe Stunde später stößt Monica, eine junge Amerikanerin mit Rucksack (& in entgegengesetzter Richtung marschierend) dazu ... & eine ’nette Lunch-Runde’ hat sich mal wieder (quasi: AUS DEM NICHTS) gebildet: entspannter Austausch der jeweiligen Reiseerfahrungen bis ... ... ja - bis Carmen plötzlich ihre speziell an ihren leichten Sehfehler angepaßte (& daher für sie besonders wertvolle) Sonnenbrille sucht. Carmen ist sich SICHER, daß sie die Brille beim Eintreffen in der Lodge noch bei sich trug & mutmaßt, nachdem sie sich hinreichend in Rage geredet hat (Ja, ja - die feurigen Latinas!) ziemlich offen einen Diebstahl durch die Wirtin. Sie fordert schließlich Brikha auf diese, ihre Vermutung an die ’nicht verstehen(wollen-)de’ Nepalesin weiterzugeben (offensichtlich von ihm ’Loyalität gegenüber seiner Arbeitgeberin’ erwartend) ... ... er aber hat Skrupel, windet sich & wähnt sich augenscheinlich in einem Interessenskonflikt. Die Situation wird immer peinlicher & führt natürlich zu nichts: Die Sonnenbrille ist (& bleibt) unauffindbar! Um Halb Ein Uhr (Carmen WILL sich nicht beruhigen!) ... mach’ ich mich vom Acker & nehme die zweite Tages-Halbetappe in Angriff: den sieben Kilometer andauernden (& knapp 400 Höhenmeter überwindenden) Abstieg nach Tatopani - was ’heißes Wasser’ bedeutet & ein kaum versteckter Hinweis auf die in der Nähe befindlichen ’Hot Springs’ ist. Die Landschaft verliert an Spektakularität (oder habe ich mittlerweile ’einfach alles schon mal gesehen ...?’) ...
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... ich mache daher nur wenige Stops - komme unterstützt durch ein stetiges Gefälle & einen gut begehbaren, breiten Wanderpfad schnell voran - & benötige für die sieben Kilometer (ohne mich übermäßig anzustrengen!) nicht einmal anderthalb Stunden. Monica hat mir das Hotel Dhaulagiri am Südende der Ortes (& ’... Close to the Hot Springs’) empfohlen - vorher aber treffe ich (vor einer kleinen Lodge) auf die ’Canadian Twins’. Eigentlich wollten die beiden heute noch weitermarschieren - Franks sichtlich angeschlagener Körper fordert jedoch lautstark eine Pause: dies eine Folge des (wie sie sagen) ’größeren ihrer beiden kleinen Probleme ...!’ Die beiden sind in Geldnöten. Nein - nur auf dem Trail! ... ... wo’s überraschenderweise doch recht wenige Banken & (nahezu ... also: eigentlich ... überhaupt keinen EINZIGEN) Geldautomaten gibt. Um so schnell wie möglich zurück nach Pokhara zu kommen, haben sie daher während der beiden letzten Tage GEPUSHT & gesundheitsgefährdende zwölf Stunden täglich im Gelände verbracht. Ich erneuere mein bereits in Dana gemachtes Angebot ihnen Geld zu leihen - sie bedanken sich überschwenglich, versprechen ’nochmal drüber nachzudenken’ & wir verabreden uns zum Abendessen (& -Bier!) im Restaurant des Dhaulagiri. Monica hat nicht zu viel versprochen: das „Hotel Dhaulagiri“ hat ... ... billige Zimmer (im bekannten ’very Basic - most Spartanic - but nevertheless fitting ... äh ... Fitting’), ... einen wunderschön gestalteten & idyllisch (vormittags vermutlich gar spektakulär unterhalb schneebedeckter Berge) gelegenen Garten mit Restaurant, ... eine ellenlange, die italienische Küche feiernde Speisekarte sowie eine sämtliche Körpersäfte (sämtliche? ’Iiieehh!’) sich sofort in meinem Rachenbereich einstellen lassende, appetitliche Cake-’N’-Pie-Bar, ... eine Happy Hour mit, bedenkt man die ’exponierte Lage’ Tatopanis, recht moderaten Bierpreisen (schließlich muß jede Flasche - nicht unbedingt einzeln, aber immerhin - von Lastenträgern hierhergeschleppt werden!), ... & somit auch die meisten (meist ausländischen Trekking-) Gäste. NEIN - ’somit’ bezieht sich natürlich nicht NUR auf den moderaten Bierpreis! Heute herrschen die Gruppen Deutsche, Holländer, Dänen & Briten (werfe ich Engländer & Schotten ausnahmsweise mal in einen Topf) vor - so früh am Tag übrigens noch nach Nationalitäten SORTIERT an separaten Tischen hockend. Als ’individualer Neuankömmling’ die Szenerie erst einmal beobachten wollend ... ... gründe ich meinen eigenen ’Stammtisch’ - schreibe Tagebuch & schlürfe zu vorzüglichem, frischem Apfelkuchen einen Becher ’Mustang Coffee’ - sprich: Kaffee mit einem Spritzer nepalesischem Apfel-Brandy (naja, doch wohl eher umgekehrt: ’Haut jedenfalls ganz schön rein!’). Es ist kurz nach Vier Uhr (& ... ’Happy Hour Just Begun - so: SMILE!’), als aus dem hoteleigenen Fernsehzimmer die unverwechselbare Geräuschkulisse eines unzweifelhaft italienischen Fußball-Stadions an mein ungläubiges Ohr (das linke ... glaube ich) dringt. Ich werfe einen kurzen Blick auf die flimmernde Kiste ... ... & die beiden folgenden Stunden sind irreversibel verplant: IRGENDEIN selbst die entlegensten Himalaya-Regionen (via Satellit) erreichender Sportkanal überträgt das Finale der European Champions-League zwischen Borussen-Bezwinger Ajax Amsterdam (trotzdem: ’Flemming Poulsen - la-la la-la laa ...!’) & der favorisierten ’Alten Dame Juve’. Ich besorge mir ’ein lustiges Bier’ - geselle mich zu den übrigen ’lustigen Hooligans’ (ein Nepalese, ein Schotte sowie ein weiterer Deutscher) - & beteilige mich (mit jedem Schluck aus meiner Bierflasche spürbar besser gelaunt) an der zwar denkbar weitschweifigen, immer aber höchste Fachkompetenz beweisenden Diskussion jeder einzelnen Spielsituation! Mark ... ein mit seinen (naja - sagen wir mal: recht eigenwilligen) Kommentaren alles andere als geizig umgehender, mittelalter Schotte (der seinen Wohnort zwar mit San Francisco angibt, eigentlich aber permanent in der Welt umherreist) ... ... bringt sich vornehmlich dadurch ein, JEDES NOCH SO BRUTALE FOUL der Juve-Spieler in breitestem, schottischem Dialekt mit ’gesunder Härte’ abzutun: Beim ’showdown-(bös-)artigen, finalen Amoklauf eines tretwütigen italienischen Pitbulls’ (das Bersten niederländischer Knochen wird über die Außenmikrophone im Stadion ’auch dem blindesten Zuschauer deutlich vor Ohren geführt’ ... während die ’sehenden’ Beobachter Schwierigkeiten haben, den blutverschmierten Ball von den ’holländisch-offenen Beinen’ farblich zu unterscheiden) bestreitet Mark vehement, ... daß es ‘auf der Insel’ auch nur einen ‘Referee’ geben würde, der diese zugegeben kampfbetonte, aber letztlich doch sportlich-faire Aktion abgepfiffen hätte! O-Ton Mark: ’And He is Booked for THIS! UNBELIEVABLE ...!’ In dieser gemischt-internationalen Zuschauergruppe erhält das ansonsten recht langweilige Fußballspiel eine eigene, ganz besondere (& ziemlich witzige) Qualität! Anschließend begebe ich mich auf einen kurzen Kontrollgang durch Garten & Gastraum & ... there they are: Martin & Frank (the Canadian Mountain-Patrol)! ’Hi - Horst! Yeah, ah ... how shall we say? Well - you know ... Ah, yeah: WE CAME TO SEE YOU!’ Ich verstehe ... schiebe ihnen möglichst unauffällig 1.000 Rupees rüber, Frank notiert sich die Adresse meines Hotels in Pokhara & nachdem der geschäftliche Teil erledigt ist, steht einem ’Nice Saturday Evening amidst the Nepalese Himalayas’ nichts mehr im Wege. Wir bilden den ersten ’international besetzten, runden Tisch’ - also: ... Martin & Frank (die Kanadier), ... Mark (der Schotte aus Kalifornien), ... Daniela & Gerd (aus dem Schwabenland), ... Carmen, die kurze Zeit später eintrudelt (aus Mexiko - nein: nicht direkt, eher grundsätzlich) & ...? Ach ja - ICH! Martin berichtet, daß ihr Lodge-Manager (nachdem er erfahren hat, daß sie den Abend im ’Dhaulagiri’ verbringen) sie informiert hat, daß sich der Zimmerpreis damit verdoppelt! Tja - HARTE SITTEN, andererseits aber auch verständlich ... ... wenn man bedenkt, daß eine Flasche Mineralwasser genauso teuer ist wie zwei Übernachtungen im Doppelzimmer! Es wird ein gleichermaßen feuchter (insgesamt HAU ich mir vier große Flaschen ’Star Beer’ knapp hinter die ’Forehead’!) wie fröhlicher Abend - zu letzterem tragen nicht zuletzt einige das ’Wir-Gefühl’ befördernde Up-in-Smoke-Intermezzi bei: sowohl die Canadians als auch Gerd haben entlang des ’Jomsom-Trails’ die botanischen Besonderheiten der Region studiert & (schwerpunktmäßig in der extrem artenreichen, nepalesischen ... äh ... ’Gräser’-Welt) fleißig gewildert ... ... sodass WIR (Thanxx - you Three!) neben einer ’die unergründlichen Harnwege erforschenden Bier-Probe’ auch einen ausgiebigen ’Local-Marihuana-Blindfold-Test’ DURCHZIEHEN können. Die Wirkung ist jedoch keinesfalls (& Gott-sei-Dank) mit meinen hammer-mäßigen Mammalapuram-Erfahrungen vergleichbar. Hm - auch wenn ich mich ein wenig wundern muß ... warum Carmen (nach Marks Schilderung seiner nachmittäglichen Erlebnisse an & in den ’Heißen Quellen’) ihr zunächst nur zögerlich einsetzendes Kichern & Grinsen, nachdem es zu einem augenverdrehenden Lachen & schenkelklopfenden (meine Schenkel schmerzend klopfenden!) Brüllen angewachsen ist, ÜBERHAUPT NICHT MEHR UNTER KONTROLLE BRINGEN KANN ...? Naja - die ’wilden & albernen Töchter Moctezumas’! Schließlich veranlaßt der heftige Regenguß des unausweichlichen, nächtlichen Berggewitters zum einen die halbe Kneipe zum ausgelassenen Singin’-&-Dancin’-in-the-Rain-Finale & ... die letzten ’puristischen Nationalitäten-Runden’ sich im grenzüberschreitend nass-bunten Treiben aufzulösen. Es geht bereits auf Mitternacht zu, als sich Martin, Gerd & ich (in ’trauter Skatrunde’) den letzten, frisch-grünen Spliff reinziehen. Eigentlich wollte Martin sich das ofenrohr-ausmaße besitzende Teil“ ja als Betthupferl gönnen ... ... stellte dann aber in seinem Gasthaus (bereits im Bett liegend) fest, daß ihm die Streichhölzer ausgegangen waren. Gott-sei-Dank (!) ließ er seinem verständlichen, ersten Gedanken (’Oh - MY SHIT!’) kurzentschlossen den zweiten, richtigen Einfall folgen: Hi Again - U2! So ... ... that’s what Friends are 4! Als ich nach Mitternacht auf meine steinharte Pritsche falle, WEISS ich, daß mir das Aufstehen morgen früh (naja - sagen wir mal: morgen vor Mittag!) nicht leicht fallen wird. Da ich jedoch bereits im Laufe des heutigen Nachmittags beschlossen hatte, morgen (am ’heiligen Sonntag’) nur die Hälfte der knapp 1.600 Höhenmeter rauf nach Ghorepani zu MACHEN ... ... läßt mich dieses Wissen ziemlich kalt. Tja - Planung ist halt alles! ’Good Night ... ... you Snaps-Nose - YOU!’ |
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