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KATHMANDU - THE BIG ESCAPE: OUT OF ASIA ! ODER: SIMPLY ... NAMASTÉ !
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Ausschlafen! Duschen & dann - Frühstück: Seit meinem Eintreffen in Kathmandu wieder ein früher Tages-Höhepunkt, auf den ich mich uneingeschränkt freue! Heute teste ich die mexikanische Variante (eine riesige, mehr als sättigende Tortilla ... mit Käse, Bohnen & Chorizo) kombiniert mit ’Yankee’-Kaffeesitten - sprich: Fill-Ups - All you can Drink ... for fourty Rupees! Das Café (eine Dependence des renommierten Mikes Breakfast) im lauschigen & üppig, aber kontrolliert-wuchernden Garten zog mich bereits gestern Morgen vom unmittelbar angrenzenden Rum-Doodle-Restaurant aus mit angenehmer, europäisch-klassischer Musikuntermalung an. Heute nun bemerke ich (immerhin schon nach zwanzig Minuten), daß die Restaurantleitung durch geschicktes Ausnutzen eines ’Sprungs in der Platte’ das Streichquartett dazu verdammt hat ’... eine never-ending Endlosschleife aufzuführen’. IRGENDWANN mache ich den Kellner auf den technischen Defekt aufmerksam, worauf dieser mir vollkommen überrascht erklärt, ’die Platte laufe schon seit mehreren Wochen jeden Tag ... äh ... einwandfrei?’ Aber er schafft umgehend Abhilfe & ich darf meinen Tagebuch-Eintrag zu neuen, bombastisch-sinfonischen Orchester-Klängen beenden. Gestärkt marschiere ich anschließend (letztmalig) ins komfortable Kathmandu Guest House zurück: Meine Indien-Rekonvaleszenz erkläre ich mit dem heutigen Tag für abgeschlossen - ich packe & ziehe um ins nahe, einfache Hotel Shikhar! Gegen eine Woche Bezahlung im voraus kann ich Madhu (die freundliche ’Front-Frau’) auf sechs Dollar pro Übernachtung herunterhandeln - rauchend studiere ich in meinem neuen Domizil meine reichlich vorhandenen Kathmandu-Infos & ... bereits eine Viertelstunde später steht mein heutiges Nachmittags-Programm fest: Ich entscheide mich für eine Besichtigung des Swayambhunath Temple (auch ’Monkey Temple’ genannt) ...
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... der weit über 2.000 Jahre alt sein soll, ... über einer aus Stein & Lehm geformten Chaitya ein massives Kupfer-Kuppeldach sowie an den vier Seiten des Stupa-Turms jeweils ’die alles sehenden Augen Lord Buddhas’ besitzt & ... knappe fünf Kilometer westlich vom Zentrum Kathmandus auf einem 77 Meter hohen Hügel (natürlich bezogen auf Valley-Level!) thront. Mein Anmarsch führt mich zunächst durch die schmalen Gassen Thamels & Chetrapathis ...
 
... zu den heiligen Gestaden des (fast) ausgetrockneten Vishnumati River. Auf den Stufen einer Tempeltreppe hockend (HILFE - ich werde immer asiatischer!) beobachte ich eine Gruppe lasziver Schweine, die mit sichtbarem Wohlbehagen unzweideutige Posen in die schlammigen Flußreste walzen.
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Unmittelbar an der gegenüberliegenden Uferseite des Flusses beginnt der leichte, aber stetige Aufstieg zum Swayam Hill & ... schon nach einer halben Stunde (ich hatte einen längeren & anstrengenderen Marsch befürchtet) stehe ich vor dem dichtbevölkerten Eingangsportal zur Tempelanlage: Jahrmarkt-Atmosphäre! ... ... wie an allen touristischen Sehenswürdigkeiten. Eine Steintreppe erklimmt mit nur mäßiger Steigung die Hälfte des Hügels - hier wird ein zweites Portal von drei knatschbunten Buddhas bewacht & ...
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... hat man diese unbeanstandet passiert, so darf man den nun BRUTALEN Anstieg (ohne einen einzigen schattenspendenden Baum in der Nähe), nahezu senkrecht HINAUF zum Gipfel des Hügels in Angriff nehmen ... ... WIE AUCH IMMER! Äh ... das mittig der Steilst-Treppe verlaufende, gußeiserne (& schweiß-bedingt arg oxidierte) Geländer dient nicht nur mir als unverzichtbare Kletterhilfe.
 
Erstmal (& vor allem) ... ein Seven-Up gegen den Flüssigkeitsverlust. Meine mit klebrigen Fingern unternommenen Versuche einer authentischen Ablichtung der sich mir bietenden, grandiosen Panorama-Motive (hinunter ins Tal sowie auf Kathmandu) werden wohl leider ebensolche (nämlich NUR Versuche!) bleiben: Denn der Jahreszeit durchaus entsprechend wird die Fernsicht durch extrem diesige Wetterkonditionen beeinträchtigt & ich muß mir (auch betrübt) eingestehen, daß ich mindestens einen, wenn nicht gar zwei Monate zu spät in Nepal eingetroffen bin. Die erstaunlich weitläufige Tempelanlage (auf dem engbegrenzten Berggipfel) besteht neben der Haupt-Stupa ...
   
... aus zwei kleineren Reliquien-Tempeln (namens Sitara & Vasundhara), ... einem (für mich Ungläubigen natürlich verboten-unzugänglichen) Kloster ... diversen Nebengebäuden & Altären sowie ... ungezählten Gebetsglocken, -mühlen & -fahnen. Vornehmlich die im bereits weichen Nachmittagslicht mattgold-glänzenden, großen & rund um den Haupt-Tempel angeordneten Prayer Wheels üben (nicht nur, aber auch auf mich!) eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus: Eine kopf- & schwanzlose Schlange aus in sich gekehrten Gläubigen sorgt während ihres permanenten Rundgangs für eine ’hochprozentige Gebets-Konzentration’ im uns umgebenden Äther - während sich der sanft über den Swayam Hill (& mithin die an meteorologisch günstigen Standorten plazierten Prayer-Flags) streichende Wind auf seine Weise an dieser ’buddhistischen Luftveredelung’ beteiligt.
  
Trotz des nicht abreißenden Stromes neu eintreffender Besucher herrscht HIER OBEN (Dem Himmel ein weiteres Stück näher ...!?) eine friedvoll-besinnliche Atmosphäre - die ich nicht nur in mich aufzunehmen versuche, sondern am liebsten hermetisch gegen die in Thamel lauernde, geschäftige Hektik versiegeln würde. Den ’Abstieg in die irdische Welt’ zögere ich daher (umgekehrt zwar, aber durchaus vergleichbar dem aus tiefsten Tiefen zur Wasseroberfläche aufsteigenden Taucher) auf halber Strecke durch eine längere Akklimatisierung-Siesta auf einer Parkbank im schattigen Grün so lange wie möglich hinaus: ... mich mit den mir wie ’Weise aus dem Morgenland’ erscheinenden Tempel-Affen über ’Buddha & Nepal’ unterhaltend ... sowie (aus Dankbarkeit für mir erwiesene ’Erleuchtung’) an diese zwei Tüten Erdnüsse verfütternd. Aber auch ’der himmlischste Frieden geht (wie man weiß) ...’ - am sehr späten Nachmittag begebe ich mich mit einem bewußt weit gewählten Loop zurück zum Hotel. Nach einer zweistündigen (meinen Beinen verdiente Entspannung gönnenden) ’Catch-22’-Lesung teste ich das zum Hotel gehörige, einfache Garten-Restaurant & ... mache erste Erfahrungen mit der tibetischen Küche (Darjeeling zählt IRGENDWIE nicht!): Exotisch bis streng (!) gewürzte Chicken Thukpa - ein extrem dickflüssiger Huhn-Gemüse-&-Nudel-Eintopf ... der in der original-tibetischen Hammel- und/oder Yak-Version vermutlich noch um einiges strenger daherkommt! Dazu übrigens kein Bier - sondern Limonen-Tee. Ich bin unschlüssig, ob ich mich ’auf ein Kaltgetränk’ (also doch!) in eine der massenweise vorhandenen Touri-Bars pflanzen soll - entscheide mich aber letztlich (& somit doch nicht!) für einen nächtlichen, mich mit den kryptischen Straßen- & Winkelzügen Kathmandus hoffentlich etwas vertrauter machenden, ausgedehnten Orientierungs-Spaziergang. Denn die Stadt KANN auf einen tumben Mitteleuropäer (wie mich!) schon etwas verwirrend & unübersichtlich wirken ...! ’Na - was können die Nepalesen denn tun, damit Du Dich hier wohlfühlst? Vielleicht die Stadt mal eben ein bißchen auf New Yorker Schachbrettmuster-Niveau trimmen - HÄ?’ ... ’Ich meine ja bloß!’ ... ’Eben - Du meinst mal wieder bloß! Mach halt die Augen auf & schau nicht nur den Frauen hinterher, wenn Du durch die Stadt rennst!’ ALSO! Ich mache die Augen auf & ... ... folge dem Tridevi Marg (östlich) sowie der Kantipath Road (südlich) durch Kathmandus Oberstadt (teure Souvenir- & Antiquitäten-Geschäfte sowie Hotels, Banken & die großen Fluglinien) runter bis zum Beginn des Thundikel - der stadtzentralen Grünanlage mit ’sakralem Pool’ & Stadion ... ... taste mich halbrechts (äh ... südwestlich) durch enge Gassen & über die beiden Pagoden-Plätze Asan Tole & Indra Chowk - bis ich auf den alten Königspalast (Hanuman Dhoka) am das Altstadtzentrum markierenden Durbar Square stoße ... ... On the Way ... Stativ-Nachtaufnahmen vom sehr atmosphärischen, eher kleinen Mahavishnu Temple ...
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... schlage an der nordwestlichen Ecke des Durbar Square die exakte Nord-Richtung ein, suche & finde die Chetrapathi Road & ... lasse mich von dieser wieder mitten ins lebhafte Thamel geleiten. ’Hm - Langsam kapier ich’s!’ Zur Belohnung gibt’s ein gewohnt super-gutes Pistazien-Eis (aus meiner Stamm-Bäckerei vorm Kathmandu Guest House) & gut gelaunt kehre ich kurz darauf in mein neues Domizil zurück. Beim Betreten des Hotelzimmers fällt mir erstmalig auf, daß mein Raum keinen Ventilator besitzt - aber: Kein Problem! Man öffnet einfach das Fenster & schon bringt die leichte Abendbrise die gewünschte Abkühlung ... ... gleichzeitig bringt sie allerdings auch das komplette Repertoire von J.C.Fogertys Creedence Clearwater Revival (das gerade in der Bar auf der gegenüberliegenden Straßenseite RUNTERGENUDELT wird) mit in mein Zimmer. Naja - die ehemalige Hippie- & Aussteiger-Metropole erinnert sich allem Anschein nach zuweilen doch noch ganz gern an die glorreichen Sixties ‘n’ Seventies (& ... nicht nur im selbstredenden ’Freak-Street’-Viertel). Tapfer alle Geräusche ignorierend kann ich mich auf meine Bettlektüre konzentrieren - bis ... die ’Hardcore-Disco-Fraktion’ bei der gegenüber stattfindenden, nächsten ’Repertoire-Abstimmung’ gewinnt (UFF!) & mir keine Wahl läßt: Ihr habt’s nicht anders gewollt! Ich springe aus dem Bett & stürze runter ... äh ... ins Restaurant, wo ich mich mit zwei Flaschen Tuborg (Extra Large!) versorge. Und bereits nach einer halben Stunde habe ich mir die benötigte Lider- (& auch sonstige) Schwere angetrunken ... Obwohl - sooo besoffen bin ich nun auch wieder nicht: ICH VERTRAGE EINFACH NIX MEHR (!) ... |
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... Wieder mal (lasse ich mich) AUSSCHLAFEN & ... kröne die (sich hinziehende) Aufwach-Phase mit einem deftigen ’Steak’-Frühstück im Rum Doodle - das mir von den getesteten Frühstücks-Cafés (vornehmlich wegen des schönen Gartens) bislang am besten gefallen hat. Ich schreibe Tagebuch - fühle mich gut & übe mich in einer Disziplin, die mir EIGENTLICH ziemlich fremd ist: Easy Going ... - Laissez Faire ... - oder (wie der des Polyglotten nicht mächtige Rheinländer zu sagen pflegt): ’Komme losse ...!’ Meine heutige Foto-Safari führt mich zunächst nach Osten. Das Immigration Office (natürlich Off-Work: Samstag gleich Feiertag! ’Remember ...?’) links liegen lassend schlendere ich zum ’aktuellen’ Königspalast: In einer weiträumigen Parkanlage, die von einem locker vier Meter hohen Eisengitter-Zaun gesichert wird befindet sich ein (im auf Tradition großen Wert legenden Nepal so nicht erwartetes) hyper-modernes Gebäude-Arrangement, das von einem gewaltigen & futuristisch anmutenden Turm weit überragt wird. Die Chancen, ins Innere der Anlage vorzudringen sind für mich (unbewaffnet wie ich bin!) gleich NULL - nur einmal pro Jahr öffnet die ’schlichte Königsbleibe’ ihre streng bewachten Pforten für einen Tag der Öffentlichkeit: Aber selbst wenn man mich gelassen hätte ...? Ich schieße zwei Doku-Aufnahmen ’Palast hinter Gittern’ ...
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... & lenke dann mein Augenmerk einem weitaus interessanteren Spektakel zu ( ... that is just about to happen!): unmittelbar vor dem neuen Königspalast hat das Organisationskomitee Start & Ziel der diesjährigen, international besetzten ’Bicycle-Rickshaw-Championships of Nepal’ eingerichtet! Gut & gerne 100 (!) Rikschafahrer sind auf dem großen Sammelplatz mit ihren Lockerungs- & Aufwärm-Übungen beschäftigt.
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Der zweite von insgesamt acht Vorläufen wird gerade angekündigt - VIP- & Presse-Tribüne sind bis auf den letzten Platz mit Anzug- & Festkleid-TrägerInnen besetzt - & auch das Royal Nepalese Television hat mit mehreren Kameras Position bezogen! Der Rundkurs (500 Meter den abgesperrten Durbar Marg runter & rauf) wird von einer dichtgedrängt stehenden Menschenmasse gesäumt: Während die Touris (mit entsicherten Fotoapparaten in nervösen Händen) einen eher schau-lustigen Eindruck machen scheint das einheimische Fach-Publikum das sportliche Großereignis schon ’etwas ernster’ zu nehmen. Dann fällt der Startschuß: die Spitzengruppe (allesamt ’bis in die letzte Muskelfaser’ durchtrainierte Modell-Athleten) legt ein höllisches Tempo vor - nach etwa 200 Metern setzt sich ein Fahrer ab, vergrößert mit jedem Pedaltritt seinen Vorsprung & gewinnt den Vorlauf souverän in ’One-Minute-Oouu-Three’ ... ... einer PHANTASTISCHEN VORLAUF-BESTZEIT (wie uns der Stadionsprecher überflüssigerweise mitteilt).
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Die unvermeidliche, uniformierte Marching-Brass-Band untermalt die Zeitlupe der Fernsehanstalt ... äh ... die wir natürlich nicht sehen können. Stattdessen aber dürfen WIR (LIVE!) miterleben wie sich etwa zehn Minuten später der Vorlauf-Letzte ins Ziel kämpft: schweratmend (bis hörbar stöhnend), weit über seinen Fahrradlenker gebeugt & bei jedem der mitfühlbar schmerzenden Pedaltritte seinen marionetten-gleichen Körper von links nach rechts & wieder zurück wuchtend. Natürlich erhält ER vom fairen Publikum den größten Applaus: Transparente werden enthusiastisch geschwenkt (’No Power to No Cab-Driver!’ ... ’We Are the People!’ ... sowie der unleserlich auf eine nepalesische Flagge gekritzelte Name des neuen Volkshelden) - der WAHRE Olympische Geist weht durch das improvisierte Stadion - & ICH ... ... frage mich benommen, ob die Feuchtigkeit in meinen Augenwinkeln wirklich nur Schweißtropfen sind? Hm - das Spektakel nimmt mich doch zu sehr mit! Daher versage ich mir den nächsten Vorlauf & setze mich (der breiten Durbar Marg folgend) in südlichere, vermeintlich ruhigere & mein Herz weniger belastende Stadtgefilde ab. Den Clock Tower (äh ... ’Click!’) passierend ...
 
... erreiche ich den Ratna Park, auf dessen weitläufigen Grünflächen ein ’großes, wenn auch ziemlich unsportives Gedränge’ herrscht - immerhin hält das Eingangsportal zum Park ein schönes Lord Ganesha-Stein-Relief für mich (zur geflissentlichen Ablichtung) bereit: ’Dhanyabad!’ Durch ein historisches, mit steingemetzten Tier-Skulpturen reich ornamentiertes Stadttor schwenke ich westwärts in die New Road ein (auch als ’Schildergasse Kathmandus’ bekannt): angefangen bei Schmuck (für sie & ihn) über hochwertige Unterhaltungs- & sonstige Elektronik bis hin zur kompletten, aus kostbaren Tropenhölzern verfertigten Schlafzimmereinrichtung wird dem wohlhabenden Nepalesen (sowie dem nicht durch Rucksack-Restriktionen gehemmten ... oder aber über gute Verbindungen zur hiesigen Cargo-Branche verfügenden westlichen Touristen) in dieser knapp viertelmeiligen Shopping-Mile alles zum Kauf angeboten, was heutzutage für unabdingbar gehalten wird. ’Na - das ist ja wohl meine Straße ... ... und Tschüß!’ Die Freak Street zur Linken (noch) umgehend mündet die New Road in den zentralen Platz der historischen Altstadt Kathmandus: den Durbar Square - dessen unzweifelhaft grandioser Anblick nichtsdestotrotz dem ’kleinen Fotografen (mit großem Hang zur Systematik) in mir’ einiges Kopfzerbrechen bereitet. Denn es ist gar nicht so einfach, sich in dem (auf engstem Raum um den alten Königspalast sich drängenden) chaotischen Wirrwarr aus Haupt-Tempeln & Neben-Palästen, ... (symbolischen) Statuen & (konkreten) Denkmälern ... sowie Türmen, Torbögen, Säulen, Reliefs & Mosaiken zurechtzufinden! Gerade (& vor allem) wenn man (wie ich) mit den knappen Beschreibungen des ’Lonely-Planet: West-Asia’ auskommen muß! Anyway ...
 
 
Eindeutig identifizieren kann ich den Jaganath Tempel gegenüber des Haupteingangs zum Hanuman Dhoka (wie? woran? ... äh ... naja: an seinen berühmten erotischen Steinmetzarbeiten!) sowie den Shiva-Parvati-Tempel, aus dessen oberstem Fenster die Statuen der beiden Namensgeber-Gottheitenauf den Platz herabschauen. Übrigens: ... einträchtig nebeneinanderhockend! Eigentlich fehlen nur noch ’die untergelegten, brokat-bestickten Rosenmontagszug-Kissen’. Noch’n übrigens: Am Sims des ’Gottesfensters’ hat man Fotografien des aktuellen nepalesischen Königspaares angebracht & ... im direkten Vergleich schneiden die beiden ’Alt-Götter’ (optisch) gar nicht mal so schlecht ab. Big Bell & Big Drum sowie die Statue ’Kala Bhairabs’ (der Gottheit des Terrors) kann ich SO GERADE NOCH identifizieren! Auch wenn ich den ’God of Terror’ zunächst (unentschuldbarerweise!) mit dem Wächter & GUTEN Affengott Hanuman verwechsle ...
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... der ja dem Ramayana-Epos zufolge die schöne Göttin Sita nicht nur aus den ’Fängen des Bösen’ befreit, sondern auf der anschließenden Flucht mit nur einem Satz den Ozean ’mal eben überhüpft ...’ (hm - ich Dummerle, ich!). Tja - ansonsten streune ich viel (um nicht zu sagen: schwimme ich hilflos!) zwischen den unzähligen Monumenten umher - schieße ein paar Panorama- (& Paparazzo-) Aufnahmen von der obersten Plattform des Maju Deval Tempels ...
  
... & lasse bei sonnigem Wetter, angenehmen Temperaturen & in entspannter Atmosphäre ausgiebig die Seele baumeln. Die den Durbar Square überblickenden Aussichts-Plattformen des (westlichen) Maju Deval Tempels sowie des (südlichen) Trailokya Mohan Narayan Tempels sollen die ’informellen Kontaktbörsen’ Kathmandus sein ... was ich denn auch bereits nach kürzester ’Sitzungs-Zeit’ aus eigener Erfahrung bestätigen kann: - nach einigen, teils recht nervigen ’Heimsuchungen durch nepalesische Kinder’ (zwei junge Mädchen wollten mir unbedingt ‘NE MAAK verkaufen, die ihnen ein deutscher Touri geschenkt hat: ’How much is this in Rupees ...?’) ... - komme ich mit zwei (NATÜRLICH!) sommersprossigen & blaßhäutigen irischen Frauen ins Gespräch - die zwar gerade erst in Kathmandu angekommen sind, aber bereits morgen nach Pokhara weiterreisen: Tempel sind nicht ’ihr Ding’ - die Berge rufen & sie wollen zum Trekking (Jaja - die Hochland-Iren!) ... - desweiteren diskutiere ich mit einem jungen, exzellent Englisch sprechenden Nepalesen die regional- & weltpolitische Lage (Parlamentswahlen in Indien, China-Taiwan-Krise, die Opposition in Myanmar, ... aber auch Clintons Chancen auf Wiederwahl zum amerikanischen Präsidenten oder die neue fundamental-islamistische Regierung in der Türkei) - mangels zur Verfügung stehender Zeit aber können wir (LEIDER!) nicht alle Probleme lösen ... - schließlich laufen mir Marietta & Sören in die Arme (’the Danish Couple from Calcutta ...’) - die gerade ihre frisch erstandene, NEUE Nikon einweihen: zufälligerweise exakt das gleiche Modell, das ihnen im ’Darjeeling Express’ entwendet wurde! Hm - neben Hongkong & Singapur besitzt auch Kathmandu weltweite Reputation als ’Schnäppchen-Paradies für preiswerte Fotokameras’ ... ... übrigens auch für gebrauchte Ausrüstungen! Auf meine (hinter-) gedankenlose Nachfrage (hin) erklärt Sören jedoch, daß sie die Seriennummer ihrer gestohlenen Kamera nicht mehr ermitteln konnten ...!? Morgen brechen M+S nach Pokhara auf - wo sie (hm!) ein paar Tagen Trekking-Spaß nahe den Achtausendern des Annapurna-Gebirgsmassivs (der sie immerhin in Regionen bis 4.500 Meter über NN führt) noch eine kleine, fünftägige White-Water-Rafting-Tour folgen lassen werden! Najaaaa ... ... die beiden betreiben (semi-) professionellen Langstreckenlauf - sind daher körperlich TOPFIT ... & trotzdem: Wenn ich DAS immer so HÖRE ...? Dann ... juckt’s mich schon AUCH! Mal sehen - vielleicht werd’ ich (in Pokhara) ja doch noch ins aktuelle Sportgeschehen eingreifen ...?! Während unserer Unterhaltung habe ich (immer mal wieder) einen Blick in Sörens detaillierten Nepal-Führer geworfen & nach unserer Verabschiedung (’See You in Pokhara ... probably!’) beeile ich mich die ausgespähten, letzten Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Hanuman Dhoka aufzusuchen: ... den oktogonalen Krishna Tempel, ... den recht unspektakulären, kleinen Ganesha-Tempel (an der zum Vishnumati hinabführenden Pie Alley), ... Kasthamandap, das älteste Gebäude (& gleichzeitig Namensgeber) Kathmandus ... sowie die zu Ehren King Pratap Mallas errichtete, filigrane Stein-Säule.
 
Zwischenzeitlich haben sich dunkle Wolken über Kathmandu zusammengeballt & ich nehme wieder meinen Logenplatz am Maju Deval Tempel ein: ... just In Time! Denn mit ’schneidendem Blech’ wird das große Finale des seit den Mittagsstunden auf dem Durbar Square ausgetragenen Thai-Box-Turniers angekündigt! Eine riesige Menschenmenge schart sich um den mit Schaumgummimatten ausgelegten & markierten Box-Ring. Ich könnte zwar, selbst in zehnter Reihe stehend das Geschehen auf den Matten noch bequem verfolgen (da ja ’der gemeine Nepalese’ bekanntlich im Schnitt nur 35 Zentimeter groß ist - Kleinkinder NICHT mitgerechnet!) ... aber der Ausblick von der obersten Plattform des Tempels ist spektakulärer & regengeschützt. Trotz übertrieben gestenreicher Zeichensprache des Referees erschließen sich mir weder die Box-Regeln, noch die Kriterien seiner Punktwertung ... & so LIEGE ICH bei meiner eher gefühlsmäßigen Beurteilung der drei gesehenen Faust- & Fuß-Kämpfe REGELMÄSSIG VOLL DANEBEN. Egal - die wüsten Keilereien sind eh nur Pausenfüller ... denn zwischen den Kämpfen führe ich ein langes Gespräch mit einem älteren, naturalisierten Nepalesen (indischer Abstammung). - über die Auswirkungen der indischen Parlamentswahlen: nach dem Verlust der absoluten Mehrheit für die Congress Party ist die politische Situation (jetzt, vor den Koalitionsgesprächen) extrem unübersichtlich & eine Prognose zur zukünftigen Regierung seiner Meinung nach nahezu unmöglich, - sowie die ’nepalesische Sonderform der Demokratie’: mit vom Volk gewählten Politikern unter einem Monarchen mit sehr weitreichenden Vollmachten.
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Es dämmert bereits, als ich den Rückweg zum Hotel antrete. Eher (nein: eindeutig!) zufällig entdecke ich in versteckt liegenden Hinterhöfen zwei ebenso versteckt liegende, kleinere Tempel (deren ersterer eine exakte Miniatur-Kopie des Swayambhunath Tempels darstellt) ... ... die ich ABZULICHTEN MICH BEMÜHE!? Nein - fotografieren kann man dieses, mein sinnlosen Tun angesichts des mich umgebenden, schummrigen Dämmerlichts wahrlich nicht mehr nennen - eher: Fixieren eines Motivs mit ‘offenem Visier’ sowie einer sich der Unendlichkeit annähernden Bestrahlungszeit! In dem Moment, da ich (ein weiteres Motiv bereits fest fixierend: & zwar ... mein Hotelzimmer vermittels meines geistigen Auges!) die Blue Note Jazz & Blues Bar passieren will ... interpretiert John Coltrane gerade (gut vernehmlich, weil durch das weit geöffnete Fenster hindurch) seine ’Ballads ... ... in his (though) Well-Known, but (nevertheless) always NEW Out-Knocking Manner!’ Hm - was mir nach nunmehr zwölf Wochen ’Asia the Hard Way (without Walkman)’ ganz besonders auffällt! Ich KANN nicht anders: Die Bar zieht mich mag(net)isch an! Ich genehmige UNS einen ’Not-All-Acquaintance-Be-Forgot-John!’-Daiquiri, knabbere (versonnen vor mich hin lauschend) Erdnüsse & lasse schließlich Hans Strathmann (gleichermaßen kryptisch wie postalisch) an meinem ’stillen Glück ach-so-fern von Daheim’ teilhaben. Als ich eine Stunde später den im ersten Obergeschoß ’idyllenden’ Jazzkeller verlasse ... ... holt mich zwar UMGEHEND die ’New-Asian-Pop-Shit-Damned-Disco-Reality’ wieder ein - trotzdem: ’Diese kleinen, glücklichen Fluchten - die machen’s doch aus, oder? (& außerdem ... was ist schon für die Ewigkeit?)’. Später, im Hotelzimmer REZITIERE ich LAUT (& doch für mich) etwa zehn Paragraphen aus meiner Reclam-Ausgabe des ’Dau-De-Dsching’. Aber auch die können, weil brauchen mir nicht zurückbringen ... ... was mir kein noch so ätzendes ’Saturday Night Disco Fever’ mehr nehmen kann! Ungewohnt entspannt schlafe ich kurz darauf ... ... (im HIER & JETZT) ein ... |
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... Früh auf - früh raus - & noch vor dem Frühstück raus auf den Markt, ... den hiesigen ’Rent-A-Bicycle’-Markt! Hm - einfach GENIAL (!) ... ... wie sich Angebot & Nachfrage (mal wieder) IN MIR vereinigen: Stadträder sind in Kathmandu MEGA-OUT - jeder will ein Mountain-Bike haben (oder zumindest ein Trekking-Rad, auch wenn der potentielle Mieter mehr als offensichtlich ansonsten mit Trekking nichts im Sinn hat) & so kann ICH ’für nicht mal einen Dollar’ (pro Tag) ein robustes & gut gepflegtes (’Altherren’-) Tourenrad ausleihen ... ... ohne Gangschaltung zwar, aber mit stabilem Gepäckträger - der mir wegen meiner Fotoausrüstung sogar fast noch wichtiger ist als das auf Asiens Straßen lebensnotwendige ’manual Ding-A-Ling-Horn’. Heute steht zunächst eine kleine Radtour zur Botschaft Myanmars (etwa 5 Kilometer südlich von Kathmandu in Patan, dem ehemaligen als ’City of Beauty’ bekannten Lalitpur gelegen) auf meinem Tagesprogramm. Apropos ... Unter dem Aspekt der political correctness weiß ich immer nie wofür ich mich entscheiden soll ... Myanmar oder Burma? Fakt ist, daß die Bezeichnung Myanmar im Jahre 1988 offiziell den auf die ethnische Volksgruppe der Bamar zurückgehenden, laut Aussage der Militärs (!) jedoch britisch-kolonial korrumpierten Landesnamen Burma ablöste & SCHWUPP ... ... schon ist der ’Schwarze Peter’ bei MIR! Denn ICH darf nun entscheiden, ob ich mit meiner Wortwahl die britischen Kolonialherren des letzten Jahrhunderts ... oder doch lieber ein die Opposition (& eigentlich demokratisch-legitimierte Volksvertretung!) mit brutalsten Gewaltmitteln unterdrückendes Terror-Regime unterstützen will ...!? Noch über diesem Dilemma grübelnd, geht der ’stolze Besitzer eines nepalesischen Tourenrades’ (zur Stärkung ... weil in Erwartung eines strapaziösen Tages) erstmal frühstücken: Gegen Neun Uhr (dann endlich) schwinge ich mich nach einem ausgiebigen (& von den umstehenden Nepalesen ausgiebig bestaunten) Security-Check auf meinen Drahtesel - übe mich auf der mittlerweile in- & auswendig bekannten Strecke zum Durbar Square in ’Rechtsrauchen ... bei Linksverkehr ... ohne Rücktritt’ ...
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... biege (schon nicht mehr ganz so hochamplitudige Schlangenlinien fahrend) in die New Road ein - & radle (hart am Tundikhel entlang) schließlich die stark befahrene Kandipath Road Richtung Süden. Kurz vor der Brücke über den Bagmati River bewundere ich für die Dauer von genau zwei Zigarettenlängen den von einer ungewöhnlichen (auf muslimische Einflüsse schließen lassenden ...?) Rundkuppel gekrönten & von vier monströsen Raubtier-Steinskulpturen bewachten Kalmochan Tempel. Auf der anderen Seite des Flußes läßt mich der brutal-stetige Anstieg der breiten Thapathali Road (hinauf nach Patan) die ersten 200 Meter noch KALT & dann ... ABSTEIGEN: Wem muß ICH denn noch was beweisen ...? Einen schweißtreibenden ’Schiebe’-Kilometer später zweigt eine kleine Seitenstraße in das ruhige & üppig-begrünte Botschaftsviertel ab. Da in meiner Botschaft zwar eine Menge Bedienstete, außer mir aber kein einziger Antragsteller herumschwirrt kann mich die SOFORT über mir hereinbrechende fürsorgliche Betreuung durch DREI (!) für Konsulats-Angelegenheiten zuständige Angestellte nicht überraschen: Was mich allerdings wohl überrascht ist deren Zusage mir gegen Zahlung von 10 Dollar noch heute (!) ein drei Wochen gültiges Visum auszuhändigen! Hm - was mich hingegen (letzte Korrektur: Versprochen!) ÜBERHAUPT NICHT ÜBERRASCHT nachdem ich die beiden, eher beiläufig erwähnten ’Pferdefüße’ der etwas eigenwilligen, landesspezifischen Visa-Regularien erfahre: - das Visum gilt erstens nur für die Einreise mit dem Flugzeug ... - & (zweitens!) bin ich verpflichtet, bei meiner Ankunft am Yangoon International Airport 300 harte US-Dollar zum miesen, staatlichen 1:1-Zwangs-Wechselkurs in FEC’s einzutauschen - eine ’Foreign Exchange Currency’ genannte (speziell für Geschäftsreisende & zahlungskräftigere Touristen geschaffene) künstliche ’Funny-Money’-Währung, mit der man nur in den großen internationalen Hotels & exklusiven Restaurants zahlen kann. Ich bin auch (aber nicht nur) ob dieser Eröffnungen MEHR ALS UNSICHER ob ich Myanmar (Burma) wirklich bereisen WILL - beschließe aber, mir das Visum auf jeden Fall zu besorgen & alles weitere später zu entscheiden: Denn ... ein Burma-(Myanmar-)Visum im Reisepass zu HABEN ist ja schließlich auch schon mal was!? Man MUSS ja nicht gleich bis zum Äußersten gehen ... ... & auch noch hin- & einreisen - ODER ...? Ich fülle also die Antragsformulare aus - überreiche der dreiköpfigen Konsulatskommission drei Pass-Photos (One for Each ...?) - & erhalte im Gegenzug die einfache Auskunft, daß mein ’frisch-visagierter’ Reisepass ab Drei Uhr am heutigen Nachmittag für mich zur Abholung bereitliegen wird. Äh ... bar jeden Gefühls einer stolzen Zufriedenheit (das sich üblicherweise einstellt, hat man etwas WICHTIGES erledigt) ... ... schwinge ich mich auf mein Fahrrad & strample dem Sight-Seeing-Höhepunkt meines heutigen Tages entgegen: Dem Pashupatinath Tempel - allerheiligstes Heiligtum eines jeden nepalesischen Hindus & fünf Kilometer östlich von Kathmandu-City an den Ufern des Bagmati gelegen.
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Über schmale, nicht-asphaltierte Seitenstraßen benötige ich (in der brütenden Mittagshitze: Naja - dazu sach ICH NIX mehr!) eine gute Stunde - dann befinde ich mich UNGEFÄHR in der richtigen Gegend. Auf der Suche nach dem letzten, entscheidenden Hinweisschild ein labyrinthisches Gassengewirr abfahrend lande ich (zufällig) beim ’diesjährigen Gewinner des nepalweit durchgeführten Wettbewerbs: Unser Tempel soll schöner werden!’ ... ... ein namenloser, kleiner & blitzsauber hergerichteter Tempel - mit knatsch-roten Volant-Gardinen an den golden-glänzenden Dächern des dreistöckigen Sakralgebäudes, die einen malerischen Farbkontrast zum wolkenlos-dunkelblau sich über UNS wölbenden Himmel bilden. Aber: Wo Sonne ist ... Unmittelbar neben dem kleinen Tempel-Juwel bietet sich mir ein mich sofort in die Realität zurückkatapultierendes, erbarmungswürdiges Bild: Eine ’übelste Lepra-Merkmale’ aufweisende Kuh (ihre Vorderläufe münden knapp unterhalb der Kniegelenke in unappetitlichen, bös-geschwulstigen Verwachsungen) schleppt sich, mühsam & im Schneckentempo vorwärtshumpelnd die Straße entlang. Hm - ich wußte gar nicht, daß Lepra auch bei Kühen vorkommt? Obwohl: angesichts der (noch zögerlichen, aber immerhin) Untersuchungen bezüglich BSE-/Creutzfeld-Jakob-Korrelationen dürfte eigentlich auch dies nicht überraschen ... Makabres ’Apropos’: Mir fällt ein witziger (?) Wortwechsel ein, der mir (während meines Kalkutta-Aufenthalts) in einer indischen Tageszeitung auffiel. Frage eines durch die Horrormeldungen aus Großbritannien verunsicherten Leserbrief-Schreibers: Was ist eigentlich ‘Mad-Cow-Disease’ ...? Antwort des zuständigen Redakteurs: DAS ... was tagtäglich auf unseren Straßen stattfindet! Jetzt - Aug’ in Aug’ mit dieser jämmerlich-dahinvegetierenden Kuh fällt es mir (zugegeben) schwer über diesen Witz auch nur müde zu lächeln! Schnitt! Schließlich den Vorplatz des ’Pashupati’ (doch) erreichend bietet sich mir die übliche Jahrmarkt-Szenerie sowie ... das übliche Hinweisschild: Betreten des Haupt-Tempels für Nicht-Hindus natürlich strikt verboten! Nicht ohne Genugtuung vernehme ich die (mit unübersehbarem Stolz in seinen Augen vorgetragene) Anekdote eines jungen Nepalesen, ’ein ehemaliger, nicht-hinduistischer indischer Staatspräsident sei hier bei dem Versuch, den Tempel zu betreten, von der nepalesischen Polizei verhaftet worden!’ Naja - DANN ... Die Anlage erstreckt sich (über den Bagmati River hinaus) weit den gegenüberliegenden Hügel hinauf ... & von den dort (inmitten eines verwirrenden Stupa-Waldes) aufgestellten, schattigen Touri-Parkbänken kann ich (ohne die Andächtigen allzusehr zu stören) mithilfe meines Tele-Objektivs BEQUEM jedes gewünschte Detail ablichten:
  
  
... den Haupt- & die Nebentempel, ... das mehrere niedrige Gebäude umfassende Kloster, ... vornehmlich das andere, mein Bagmati-Ufer steinig bevölkernde (& aus der Nähe betrachtet gar nicht mal so verwirrend, sondern akkurat in Reihen angeordnete) Stupas, ... hyperaktive, das gesamte Gelände ständig ABRENNENDE (nein: nicht abbrennende! Das kommt gleich!) Tempelaffen, ... unmittelbar vor & unter mir der ’heilige Fluß’, an dessen westlichem Ufer eine knappe Handvoll Burial-Fireplaces schwach & flammenlos ’vor sich hin kokeln’ sowie ... eine zwischen all diesen benannten ’Stationen’ beständig hin- & herwechselnde (durchweg extrem farbenfroh gekleidete) Tempel-Besucher-Schar. Der View-Point ist in ein wunderschönes Natur-Ambiente integriert - ich fühle mich keineswegs ausgeschlossen ... bin vielmehr der Meinung, daß die ihren religiösen Pflichten nachgehenden Tempelbesucher einen wohlverdienten Anspruch auf Ungestörtheit haben (äh ... wie auch ich!) & hätte gerne noch länger an dem friedvollen Ort verweilt: ALLEIN ... ... ein junger Nepali, mit dem ich zu Anfang noch eine nette Unterhaltung führe ernennt sich urplötzlich & für mich nicht erkennbar (da stillschweigend & nach einsamer Entscheidung!) zu ’meinem persönlichen Tempel-Führer’! Unablässig vor sich HINBRABBELND ( ... ich habe ihn schon seit einer halben Stunde nicht mehr angeblickt, was ihn allerdings in keinster Weise von seinem sinnlosen Tun Abstand nehmen läßt) VERGÄLLT er mir ’die nach Verinnerlichung geradezu schreiende Atmosphäre’ mit einem monologisierenden Vortrag übelster (vor allem aber: ungewolltester!) Art. Nichtsdestotrotz ... ... (ICH lass mich doch nicht durch SOLCHE SACKGÄNGER in meinem Urteil beeinflussen!) vermerke ich den Besuch des Pashupatinath Tempels in meiner persönlichen Highlight-Liste (nein: nur gedanklich!) als die bislang mit Abstand lohnendste & stimmungsvollste Nepal-Erfahrung! Nachdem ich mich vermittels einer ’Chilled Seven-Up’ wieder auf Normaltemperatur heruntergekühlt habe, kann ich den nächsten Besichtigungs-Programmpunkt des Tages angehen - die Annäherung an den weitere zwei Kilometer östlich befindlichen Boudhanath Tempel mache ich mir jedoch selbst unnötig schwer: Ich verpasse den Zugang zur Hauptstraße & darf mich in der Folge durch kleine Siedlungen & über holprige Naturstein-Gassen ... Meter für Meter ... die ungefähre Richtung im Blick ... durchwursteln. Der Tempel ähnelt dem Swayambhunath Tempel ...
 
... nein: ’ähnelt’ ist eindeutig untertrieben ... er gleicht ihm aufs Haar - ist lediglich etwas kleiner & besitzt am Haupteingang andere Tempelwächter: Elefanten statt Buddhas! Auch hier wieder beeindrucken mich (Auch weil sie der optische Bringer sind! ... sagte der Amateur-Fotograf!) die großen Prayer-Wheels sowie die mit Gebetstexten bunt-bedruckten, länglich-hohen Prayer-Flags am stärksten. Der Tempel erhebt sich inmitten eines engen, kreisrunden Hofes - der durch ein mit Andenken- & Devotionalien-Geschäften sowie Restaurants & Cafés (ALLES was der Touri wünscht! ... äh ... also ich?) BIS ZUM BERSTEN angefülltes, rund-um-verlaufendes Gebäudeensemble gebildet wird.
  
Nach einem bewußt nepalesisch-langsam ausgeführten Rundgang ziehe ich mich in eins der kaum mehr als zehn Meter vom Tempel entfernten Restaurants with a View zurück (’Siehste!’) ... ... & genieße (trotz einer am Nebentisch lautstark herumrabaukenden französischen Reisegesellschaft) zu Limonentee & Chicken-Thukpa zunächst NUR den phantastischen Ausblick - dieser & das atmosphärische, fernöstlich-religiöse Gesamt-Kunstwerk wird schließlich unverhofft auch noch akkustisch komplettiert: Ein in wallendes Wein-Rot gewandeter buddhistischer Mönch steigt auf das weißgetünchte Lehmdach des Stupa-Unterbaus & ... ’OMT’ (sich selbst mit Glöckchen & einer Handtrommel begleitend) Mantras in Liedform vor sich hin.
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Ich vergesse völlig die Zeit ... & werde erst ’im rein zufälligen Angesicht der Restaurant-Uhr’ daran erinnert, daß ich heute noch einen Botschafts-Termin habe. Bei immer noch fast senkrechtem Sonnenstand begebe ich mich kurz nach Drei Uhr auf die lange Reise in den Süden Kathmandus. Übrigens: erste Anzeichen einer ungewohnten Spannung ... äh ... der Haut! Um Vier Uhr treffe ich bei den Burmesen ein - erhalte meinen durch ein sehr exotisches Visum ’verschönerten’ Ausweis zurück & WERFE für diese, in meinem Kopf bereits längst als größte Überflüssigkeit meines gesamten Trips abgehakte Aktion ’die letzten, mir verbliebenen kleinen Dollarscheine zum Fenster raus’. Tja - jetzt besitze ich als allerletzte Cash-Not-Reserve nur noch zwei sechsfach-gefaltete & seit nunmehr fast drei Monaten in meinem Geldgürtel erbärmlich vor sich hinschwitzende ’Buck-Hunnies’ (oder doch eher ’Hundy-Bucks’ ...?). Zurück im heimischen Thamel deponiere ich meinen treuen Drahtesel bei seinem mich bereits mit besorgter Miene erwartenden Pfleger (’No Problems, Man! Easy Riding’!) - erinnere mich bei seinem (des PFLEGERS) Anblick an eine Empfehlung von Sören & Marietta (den ’niemals lügenden Dänen’) & ... ... spendiere mir zur Feier meines vorläufigen Abschieds von Kathmandu eine intensive, langandauernde & zumindest an die Grenzen der Biegsamkeit meines Astral-Körpers gehende (teilweise sogar darüber hinaus!) ayurvedische Öl-Massage! Ayurveda ist die ganzheitliche, jahrtausende alte hinduistische Naturheilkunde, die heutzutage vornehmlich in Süd-Indien & Nepal praktiziert wird & ... in diesen Regionen von der Schulmedizin ganz selbstverständlich als Ergänzung der eigenen Disziplin akzeptiert wird! Naja - eigentlich bleibt der Schulmedizin auch gar nichts anderes übrig ... sind die ayurvedischen Heilmittel & -behandlungen doch ungemein populär (vor allem, aber beileibe nicht nur bei der ärmeren Bevölkerung). Anyway ... Nach anderthalb Stunden ist jeder einzelne Muskel meines Körpers (von den Zehen bis zur Kopfhaut) durchgeknetet - ich fühle mich entspannt, zugleich aber auch ungemein vitalisiert. Die wohlige Wärme sowie ein angenehmes (Ameisen-) Kribbeln am ganzen Körper spürend ... ... bemühe ich mich anschließend schnellstmöglich in mein Hotelzimmer zurückzukehren, um dort (langausgestreckt auf dem Bett liegend) dieses Wohlbefinden solange wie irgendmöglich auszukosten. DARÜBER schlafe ich IRGENDWANN ein ... & nur wie durch einen Schleier nehme ich (unterbewußt) wahr, daß vor meinem Fenster ein von heftigstem Monsun-Regen begleitetes, krachendes Gewitter tobt. Nach Acht Uhr (nein: abends!) kehre ich langsam ins vollends Bewußte zurück - aber immer noch signalisiert mir mein Körper, daß ihm heute AUSSERGEWÖHNLICHES wiederfahren ist: Einerseits komme ich mir total zerschlagen vor - andererseits aber wird diese physische Mattigkeit durch eine geradezu beängstigend gute Laune (& Zufriedenheit?) mehr als kompensiert! Ich bin SUPER-GUT DRAUF - zusätzlich hat das Gewitter dem feucht-heißen, unerträglich schwülen Klima (vorübergehend) ein mehr als angenehmes Ende bereitet - kurzum: ES ZIEHT MICH UNTER MENSCHEN! ’Äh ... ich weiß! DAS kommt jetzt etwas arg überraschend!’ Obwohl der realexistierende, tierische ’einsame Wolf’ ja AUCH (spätestens seit den Arbeiten der auf ’Wölfisches’ spezialisierten Verhaltensforscher) als Legende entlarvt ist. Wie auch immer: Ich beschließe nochmal kurz im ’inoffiziellen Deutschen Haus’ Kathmandus (dem Restaurant G’s Terrace im Obergeschoß des Pilgrims Book House) reinzuschauen. ’Hm - sagtest Du nicht, es zieht Dich unter Menschen ...?’ In G’s Terrace werden (wie erwartet) sämtliche Klischees der Deutschtümelei im Ausland bedient: mit Ausnahme der Schwarzwälder Kuckucksuhr (die ich vermutlich schlicht übersehen habe) findet sich hier alles, ’was dem heimwehleidigen Deutschen in Fremdland die Tränen aus den Säcken & in die Augen treibt’ ... ... auf mehrere Hundert ’Stammtisch’-Quadratmeter verteilt & trotzdem unübersehbar zusammengepfercht. Der Einfachheit halber wird Deutschland übrigens mit dem ’Freistaat Bayern’ gleichgesetzt. Apropos Bayern: S’HAT auch deutsche Zeitungen! Souverän ziehe ich (einen leicht angeekelten Gesichtsausdruck zur Schau stellend) einen eleganten Bogen um die schmierigen Vertreter der Yellow Press (FAZ, Süddeutsche Zeitung, Spiegel) & ... grabsche mir den eine Woche alten ’Kicker’! Nach nur halbstündigem Soccer-Up-Dating (zu Limonentee: ’Peters Kölsch’ steht leider nicht auf der Getränkekarte) bin ich bestens über die Geschehnisse ’rund um die schönste Nebensache der Welt’ informiert & weiß nun ENDLICH ... - wie der neue Trainer des 1.FC Köln heißt, - was es bedeutet, wenn ein Bundesligakicker (oder sein Klub) ’Paragraph 11’ zieht, - und wie DER KAISER die letzten 100 Stunden vor seinem Dienstantritt als neu berufener Bayern-Coach verbracht hat ... Jäh in meiner Zeitungslektüre unterbrochen (Gott-sei-Dank!) werde ich schließlich von Rolf, dem mittelalten Besitzer der ’heimeligen deutschen Enklave inmitten asiatisch-tobendem, feindlichen Ausland’ - der mich mit den Worten begrüßt: ’STEAK IST AUS!’ ...
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... er könne mir aber Würstchen mit Kartoffelsalat empfehlen! Vermutlich um mir zu beweisen, daß dies ein ORDENTLICHES Restaurant ist, hält er mir eine eingeschweißte, unzweifelhaft deutsch-beschriftete Wurstpackung (die er zuvor geräuschvoll aus der hinter der Theke befindlichen, riesigen Tiefkühltruhe hervorgekramt hat) vor meine Nase. Durch soviel unerwartete persönliche Zuwendung bös überrumpelt, bestelle ich (höflichkeitshalber) einmal die ’Wurst-Schweinereien’ ... sowie einen weiteren Small Pot of Lemon Tea. MAN sowie MANN (sprich: der Deutsche - ’Negativ immer männlich!’) hängt derweil mit glänzenden Augen am Großbild-Fernseher-Tropf & fiebert bei der Live-Übertragung des ’ich-weiß-nicht-wievielten-Laufs der Formula Nippon’ mit, deren haushoher Favorit Ralf Schumacher heißt (wie man mir ungefragt bedeutet). ICH ZUCKE FÜHLBAR ZUSAMMEN ... & begebe mich augenblicklich ans Aufspüren der mich denunzierenden Indizien: - der noch immer in meinen (nun) schweißnassen Händen sich kräuselnde ’Kicker’, den ich (nun) unauffällig im Zierfisch-Aquarium versenke (nachdem ich endlich den Schalter der grellen Innenbeleuchtung gefunden & betätigt habe)? - mein unüberhörbar-verräterischer rheinischer Akzent (O-Ton Ulla: Horst - sag’ doch mal ‘tsche-chi-sches Eich-hörn-chen’)? - oder doch mein tumb-schlichtes Analphabeten-Gesamterscheinungsbild? Ich mache mich (schweigend!) über die ’Spiegel’-Ausgabe vom 23. April her & goutiere (meine Stirn in ’IRGENDWIE intellektuell wirkende Falten’ legend) ... ... das Politbarometer: diese ’Wichser-Partei mit den drei Punkten (für Blindheit!)’ hat meine Abwesenheit doch tatsächlich schamlos ausgenutzt & ist in drei Landesparlamente zurückgekehrt! ’Tja - wenn die Katze das Haus verläßt ...’ (lang anhaltendes Kopfschütteln!), ... die widersprüchlichen Meldungen über das Attentat der Russen auf Dudajew: Ist er nun oder ist er nicht? (laut ’Spiegel’ ist man sich noch nicht sicher), ... einen Offenen Brief Wolf Biermanns zur offengelegten Stasi-Vergangenheit seines ehemaligen westdeutschen Schallplattenverlegers: ’Hätte mich auch gewundert, wenn’s ein Thema geben würde, zu dem Wolf B. keine (wie immer eindeutige!) Meinung hat!’ Währenddessen hält eine vielköpfige deutsche Reisegruppe den Speiseraum des Restaurants besetzt ... & die gesamte nepalesische Kellnerschaft in Atem - in zweierlei Hinsicht verwirrend-deutsche Stimmen-Kakophonie! Die mir servierten ’Würstchen’ kommen übrigens alles andere als german-like daher: Auf nur mehr durchs Mikroskop sichtbare Scheibchen gehäckselt & mit Chilis, Zwiebeln & Tomaten scharf angebraten ... würden DIE ’beim Chinesen (auf der gegenüberliegenden Straßenseite)’ vermutlich auch als ’Schweinefleisch süß-sauer - ohne süß’ durchgehen. Der Kartoffelsalat (mit Essig & Öl!) hingegen schmeckt original ’wie bei Muttern - im Südwesten dieser, eurer Republik’. Die extrem teutsche Atmosphäre, für die vornehmlich der ’abseitige (um nicht zu sagen: abartige) Kegelclub’ verantwortlich ist, wirkt VOLLKOMMEN SURREAL ... ... mehrfach muß ich mir bewußt ins Gedächtnis rufen, daß nicht einmal 250 Kilometer nordwestlich von hier die mit ihren Ziegenfell-Zelten umher-nomadisierenden Dolpa-Stämme ein kärgliches Leben ’im Einklang mit der Natur’ fristen (was im eisigen Norden Nepals zuallererst bedeutet: ein hartes Leben!). ’NIX WIE WEG - aus dieser künstlichen Realität!’ ... & zurück ins Hotel, wo ich bei offenem Fenster (die leicht abgekühlten Nacht-Temperaturen genießend) noch einen GEO-Bericht über das ’Königreich Mustang’ (in Nord-Nepal) verschlinge. Kurz darauf endet mein vorläufig letzter Kathmandu-Tag ... ... nicht jedoch, ohne in mein heutiges ’Gute-Nacht-Mantra’ den Wunsch und die Hoffnung einzuschließen ’... ich möge doch morgen (in Nagarkot) endlich die schneebedeckten Achttausender der Himalayas (von Angesicht zu Angesicht) ... ... zu Angesicht bekommen!?’ Und ... ... NAMASTÉ! |
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