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‘HILL-RETREAT‘ IM HOHEN NORDEN INDIENS ! ODER: DAS ‘ETWAS ANDERE‘ INDIEN ! ODER: AUF DEN SPUREN RUDYARD KIPLINGS / TEIL 2 !
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Sieben Uhr Früh ... Aufstehen - Duschen - Frühstücken (‘Very Light Version‘). All dies bevor ich meinen Tag WIRKLICH beginne: Und zwar ... ... mit einer entspannten ‘Balkon-Stunde im Beisein meiner Affen & Berge‘! Diese morgendliche Ruhe im Einklang mit der monumentalen Natur sind die mit Abstand schönsten Erinnerungen an Dharamsala (hm - in Gedanken bin ich schon wieder unterwegs!). Ich wünschte nur, ich könnte diese Momente gedankenloser genießen: im HIER & JETZT! Entweder bin ich immer noch nicht richtig angekommen ... oder doch nur (wie ich befürchte) ein TOTAL VERKOPFTER ZIVILISATIONS-KRÜPPEL, der zwar von Natur & Stille & Kontemplation schwärmt - im Grunde aber gar nichts damit anzufangen weiß ... Wie singt Konstantin Wecker (so schmerzhaft passend): ‘Und das soll dann alles gewesen sein - probieren, studieren, stolzieren - um unser Versagen dann irgendwann - etwas besser zu interpretieren ...?‘ ‘On my Way DOWN ... to the Station‘ reiche ich der bereits gestern mich so fordernd anlächelnden, uralten Frau (die auf dem mittleren Absatz der endlos langen Treppe kauert) ein paar Rupees - wobei es gar nicht so einfach ist, Geldscheine in ‘Handstummel im leprösen Endstadium‘ zu drücken !? Erst im nachhinein wird mir bewußt, daß ich (unbewußt!) versucht habe jeglichen Hautkontakt zu vermeiden: Ekel? ... oder Angst vor Ansteckung? Erstaunlich pünktlich rollt unser Bus vom Bahnhofsgelände. Unvorsichtigerweise habe ich zugelassen, daß mein Rucksack auf dem Dach des Busses festgezurrt wird & ... befürchte nun in jeder Kurve (& bei jedem Schlagloch) ‘ein blaues Bündel links neben mir in den Straßengraben segeln zu sehen‘. Überhaupt ... ... unser mal wieder so (allerdings nur) genannter De-Luxe-Bus: Es handelt sich natürlich um den gleichen, vollkommen verschlissenen ‘Bottom-End‘-Bus mit eisenharten Holz-Sitzbänken .... wie ich ihn bisher nur in Indien (& in Indien nur) angetroffen habe. Unser Fahrer hockt hinter einem mich frappant an die ‘Blues-Brothers‘-Bühne erinnernden, engmaschigen Eisen-Drahtgeflecht-Käfig - der ihn im Falle eines talwärtigen Sturzes (vermutlich) vor den unkontrolliert umherfliegenden Knochensplittern der Fahrgäste schützen soll. Dieses zusätzliche Gefühl der Sicherheit (die ‘Illusion der Unsterblichkeit‘ ...?) läßt ihn (den Fahrer) mit unverantwortbar-überhöhter Geschwindigkeit (& ohne Unterlaß sein ‘Horn‘ betätigend) den verdammt engen Asphaltstreifen ENTLANGBRETTERN! Naja - halt wie jeder andere, ‘normale indische Verkehrsteilnehmer‘ auch - denn: PKW-Fahrer sind auch nicht besser ... Ein durchaus repräsentatives Exemplar dieser gar nicht speziellen Spezies hupt uns mit haßerfüllten Scheinwerfern WILD an (während er gleichzeitig hinter seinem augenscheinlich wutschweiß-nassen Lenkrad wie ein RASENDER DERWISCH gestikuliert). Schließlich (sehr viel später) ergreift unseren Busfahrer ein mich TOTAL überraschendes Gefühl des Mitleids & ... er gestattet ihm (mit allem hätte ich gerechnet - damit allerdings nicht) ihn zu ÜBERHOLEN! EIGENTLICH ... erwarte ich ja den PKW nun mit mindestens doppelter Geschwindigkeit dem Horizont entgegenrasen zu sehen - aber: weit gefehlt! Unmittelbar nachdem er den Überholvorgang abgeschlossen hat läßt der Fahrer den Wagen ausrollen - keine 100 Meter vor uns kommt er zum Stand & ... ... ein junger Inder entsteigt (sichtlich gut gelaunt!) seiner ‘Blechkiste‘ & verschwindet in einem nahen Haus. UN-GLAUB-LICH ... (& doch WAHR)! Die Autobremse gehört eindeutig zur niedrigsten Stufe des indischen Kastensystems - zu den ‘Unberührbaren‘. Es ist EINE FRAGE DER EHRE ... daß auch in noch so brenzligen Situationen der rechte Fuß immer auf (oder wenigstens schwebend über) dem Gaspedal bleibt. In Indien wird schlicht & ergreifend NIE gebremst: Hier wird beschleunigt ... oder (falls das möglich ist!?) ausgewichen! Übrigens steht uns über die gesamte Strecke der heutigen Tagesetappe nur eine asphaltierte Spur (mit einem jeweils einen Meter breiten Ausweichschotter-Streifen rechts & links der Straße) zur Verfügung. IRGENDWANN (& ... das bereits kurz nach Beginn der Busfahrt!) beschließe ich, mir über die lebensgefährdende Fahrweise der Inder keine Gedanken mehr zu machen. Hm - in zwei besonders brenzligen Situationen verspüre ich dann folgerichtig auch keinerlei Angst (fatalistisch AKZEPTIERE ich, daß an meinem bevorstehenden Tod nichts mehr zu ändern ist!) - die einzige Gefühlsregung, die durch meinen gleichermaßen kühlen wie eindeutig leeren Kopf huscht ist ein spontanes Bedauern darüber, daß ich bei der Eröffnung meines Testaments nicht anwesend sein kann ...!? Bis Kangra ...
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... präsentiert sich die Landschaft zunächst extrem hügelig - auf südliche Fahrtrichtung einschwenkend wird es zunehmend ebener & dichte Pinienwälder säumen die über Jawalamukhi nach Nadaun am Ufer des breiten Beas River führende Piste. Hier (nach drei Fahrtstunden & exakt 100 zurückgelegten Kilometern) stoppt unser Fahrer wort- & erklärungslos seinen Bus: Mittagspause! Ungewollt werde ich Augenzeuge einer spontanen, WÜSTEN Keilerei zwischen zwei jungen ‘Heißspornen‘ (naja - AUCH MIR ist heiß! Aber: ‘Ist das ein Grund sich derart ...?‘). Zeitweise kann ich die übelst aufeinander eindreschenden Kontrahenten zwar nicht mehr sehen (wie gesagt: Ungewollt!) - ihren Standort vermag ich jedoch jederzeit als Zentrum einer über den gesamten Busbahnhofsplatz mitwiegenden, schrille Anfeuerungsrufe ausstoßenden, wenigstens hundertköpfigen Unterstützergruppe auszumachen. Zwischenzeitlich befürchte ich gar, daß unser Busfahrer in den ‘Boxer-Aufstand‘ verwickelt ist ( ... weil es nun mal ‘ums Verrecken‘ nicht weitergehen will) ... ... glücklicherweise erweist sich diese Befürchtung jedoch als unbegründet. Um Ein Uhr geht es ENDLICH (sehr plötzlich & vorwarnungslos) weiter: Keine Minute zu früh finde ich mich im Schatten wieder - zusätzlich kühlt der durch die heruntergekurbelten Fenster angenehm durchs Businnere streifende Fahrtwind ‘meine von der prallen Mittagssonne ... äh ... leicht gerötete Gesichtshaut‘. Bis Ghumarwin (nächster Zwischenstop um Drei Uhr: eine Tüte Erdnüsse sowie eine ‘indische Milchschnitte‘) beschreibt die Straße zwar einen extrem kurvigen Verlauf - größere Erhebungen bleiben uns jedoch erspart. Die südlichen Ausläufer des Himalaya ständig (zur linken) im entfernten Blickfeld kreuzen wir durch weitgehend landwirtschaftlich genutztes Terrain (dessen Farbe permanent zwischen satt-grün & rötlich-braun wechselt). Den modernen & sich durchweg in einem guten Zustand befindenden Häusern nach zu urteilen ... scheinen die hiesigen Bauern nicht unbedingt der ärmsten indischen Bevölkerungsschicht anzugehören (& wohl kaum Hunger leiden zu müssen). Apropos ‘Hungerleider‘: Plötzlich erscheint eine etwa zehnköpfige, untätig & träge herumsitzende Geierkolonie in meinem dahinfliegenden Gesichtsfeld & ... ... bei der ‘Feier‘ (auf die sie offensichtlich warten) könnte es sich durchaus um das nächste Dorf-Begräbnis handeln: Denn in exakt dieser Gegend sollen noch eine größere Anzahl praktizierender ‘Parsen‘ leben - Anhänger einer Religion die sich auf Zarathustra bezieht, ihren Ursprung in Afghanistan & Persien hatte & während ihrer ‘Hoch‘-Zeit (um etwa 800 AD) vom Mittelmeer bis ins entfernte Indien verbreitet war. Bemerkenswert erscheint mir die Religionsgemeinschaft vornehmlich wegen ihrer weitsichtigen & zukunftsweisenden ‘Begräbnis‘-Rituale, die von ‘größtem Respekt vor der Natur & deren Rein-Erhaltung‘ zeugen: ... weder begraben sie ihre Toten (Verunreinigung der Erde), ... noch verbrennen sie diese (Verunreinigung der Luft) ... nein! Ihr ‘ökologischer‘ Glaubensansatz gebietet ihnen die Verstorbenen den Geiern zum Fraß vorzuwerfen ( ... die des Schutzes vor Verunreinigung scheinbar nicht für würdig befunden werden!). Trotzdem - eine SAUBERE Sache (wie ich finde!) ... was mir die spontan befragten Geier übrigens bereitwillig bestätigen! Die letzten 100 Schotter-Kilometer (vor Erreichen meines Tagesetappenzieles Shimla) halten schließlich die ‘Most Breathtaking Sceneries‘ meiner gesamten bisherigen Reise für mich bereit! ... sie bieten sowohl eindrucksvolle Topographie: abgrundtiefe Täler sind von steil aufragenden, schroffen Bergen umgeben - die durch das Anlegen von Terrassen landwirtschaftlich nutzbar gemachten, verdammt steilen Hänge scheinen durchgängig & gleichmäßig mit Reis bepflanzt (welcher sich jedoch bei näherem Hinsehen als Getreide herausstellt) - die Achterbahn-Piste vollzieht jeden noch so dramatischen Auf- & Abstieg der Höhenzüge nach (& belohnt uns anläßlich diverser ‘Kamm‘-Überquerungen mit atemberaubenden, beidseitigen, quasi-simultanen Einblicken in die tief, tief unter uns sich ausbreitenden Täler) ... ... als auch (sowie) ein nicht minder eindrucksvolles Farbenspiel: in den niederen Regionen eher satt & weich, in Richtung Berggipfel matter & gräulicher (aber auch mit schärferen Konturen) - durch die (je nach Busstandort) tief bis sehr tief stehende, rötliche Spät-Nachmittagssonne erscheinen die Bergpanoramen (tausendfach variiert!) immer wieder neu koloriert & schattiert. Bei jedem weiteren, sich mir geradezu aufdrängenden GRANDIOSEN Ausblick bedauere ich aufs Neue, daß ich mich in einem ‘rastlos Kilometer fressenden Blechkasten‘ befinde. Natürlich HAB’ ICH’S VERSUCHT ... ... letztlich aber bleibt mir doch nichts anderes übrig als einzusehen, daß (in Anbetracht der mittlerweile geringen Tageslichtstärke und einer ‘nicht-stoßgedämpften, jämmerlich rappelnden Rappelkiste‘) KEINE NOCH SO EXTREME ‘Blenden-Belichtungszeit-Kombination‘ Anlaß zu berechtigten Hoffnungen auf eine auch nur einigermaßen ansprechende Qualität meiner Fotos gibt! Hm - SCHADE ( ... eigentlich)! Zunächst nur unmerklich, später spürbar verliert unser Bus an Tempo - bis er schließlich in einer durch ‘Pick-Ups & wild durcheinanderwuselnde Passanten‘ total verstopften Straße (in Dharlaghat - etwa 60 Kilometer vor Shimla) zum Stehen kommt. Sprechchöre werden skandiert - in einer stadion-ähnlichen (talwärtigen) Anlage hat sich eine riesige, knallbunte Menschenmenge zusammengefunden: Eine Wahlkampf-Veranstaltung der in den Regional-Parlamenten traditionell stark vertretenen Kommunistischen Partei ruft mir in Erinnerung, daß in einem knappen Monat die indischen Parlamentswahlen stattfinden. Alle Beteiligten wirken engagiert bis kämpferisch - der Geräuschpegel nähert sich Dezibelwerten, die an den Startbahnen internationaler Flughäfen erreicht werden ... & das, obwohl (wie ich den nationalen Zeitungen entnehmen kann) alle brisanten innenpolitischen Themen bis nach den Wahlen aufgeschoben werden. Hm - scheinbar ist Indien doch gar nicht soo weit von Deutschland entfernt! Während unsres letzten, kurzen Tee-Stops in Shala Ghat (nur mehr 30 Kilometer nordwestlich von Shimla) schieße ich zwei frühabendliche Landschaftsfotos: The Himalayas ... from Far-Away! Dann geht alles sehr rasch! Die nur kurze Dämmerung mündet übergangslos in stockfinsterer Nacht & gleichzeitig treffen wir am zentralen Busbahnhof in Shimla ein. Mein Rucksack hat unser gemeinsames Tages-Etappenziel ebenfalls erreicht & (ebenso wie ich) die Busfahrt heil überstanden: Wir sind (beide!) überglücklich, als man uns wieder zueinanderläßt. Getrübt wird diese, unsere Wiedersehensfreude allerdings durch eine sich augenblicklich bildende & UNS umringende ‘Gepäckträger-Traube‘ & ... ich muß verdammt hart kämpfen, um nicht (schon wieder) von meinem Rucksack getrennt zu werden. Nach zehn Marsch-Minuten bin ich schweißgebadet! Shimla ist keine Stadt, sondern ein undurchsichtiges, chaotisches Straßen-Labyrinth - erschwerend kommt hinzu, daß es keine Straße gibt die nicht nach spätestens 100 Metern in eine steil nach oben führende Treppe mündet (daher der hier so verbreitete Beruf des ‘was-auch-immer-Trägers‘). Nachdem ich nicht mehr umhin kann mir einzugestehen, daß ich mich TOTAL VERFRANST habe ... ... engagiere ich einen Guide - der aber eigentlich ‘Porter‘ ist & ständig versucht (Berufsehre?) mir meinen Rucksack zu entreißen! Er verlangt NUR fünf Rupees für den Transport meines Gepäcks - woraufhin ich ihm zehn Rupees FEST zusage: ‘Just for guiding me to ‘Hotel Ashoka’ ... but: Please! Keep your hands Off my Backpack!‘ ICH hab’ nämlich auch meine Ehre & ... trainiere für Nepal. Zum Hotel geht’s natürlich immer bergauf - mehrfach stehe ich kurz davor aufzugeben ... ... but finally! Als wir (mein Rucksack & ich) das Hotel ENDLICH erreicht haben, will er (der Guide, der eigentlich ein ‘Porter‘ ist) plötzlich zwanzig Rupees ... & das obwohl er mich dreimal in die falsche Richtung geschickt hat (sinnloserweise natürlich stets hügelanwärts)! Ich habe definitiv keine Lust mit ihm zu diskutieren & stelle ihn daher (zugegeben: ein WENIG arg BOSSY) vor die Alternative: ‘Ten Rupees or ... Nothing!‘ Um zehn Rupees ärmer sowie um ein Kilo (Schweiß!) leichter schaue ich mir das mir angebotene Zimmer an & (‘ICH schleppe meinen Rucksack HEUTE keinen einzigen Meter mehr!‘) ... ... nehme es! Einen ‘Welcome-to-Shimla-Pot-of-Coffee‘ (vom freundlichen Zimmer-Service-Mann im selbigen geselbigt) - dazu zwei genüßlich gepaffte Zigaretten - anschließend Duschen & (kurz) Durchpusten ...
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... bevor mich ein mächtig auf sich aufmerksam machender Hunger 100 Höhen-Meter downhill treibt: Ins ‘Restaurant Goofa‘ (vornehmlich einheimische Gäste: sehr einfach ... aber sehr gut!) - wo ich mir ein vorzügliches Chicken Tandoori spendiere! Nach meiner finalen Rückkehr ins Hotel packe ich sicherheitshalber zwei zusätzliche Wolldecken auf mein Nachtlager (hier oben auf 2.200 Metern über NN kann es nachts bitterkalt werden!) - lese zwei Kapitel ‘Kim‘ (jetzt, da ich in ‘Shimla - where it Happens!‘ angekommen bin: noch interessanter!) & ... ... träume mich schließlich Richtung ‘Far-West‘ ... |
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... Heute verlebe ich einen ganz der Ruhe & Entspannung gewidmeten Tag. Naja - schließlich hat Shimla seinen legendären Ruf als ‘Hill Retreat‘ erworben: Als vergleichsweise angenehm temperierte Sommerresidenz der ‘die schwül-heiße Kapitale Delhi fliehenden‘ britischen Kolonialregierung! Wie ich gestern Abend bereits ‘am eigenen Leib‘ erfahren durfte ist Shimla dramatisch in die südlichen Ausläufer des Himalayas gebaut ...
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... zwischen den die innerstädtischen Extrema markierenden Prospect- & Jakoo-Hill (600 Höhenmeter Differenz: zwischen 1.850 und 2.450 Meter über NN) befindet sich Main-Town-Shimla sowie die Mall auf einer Höhe von 2.200 Metern über NN. Architektur & ausgedehnte, gepflegte Rasenflächen verleihen der Stadt einen ausgesprochen ‘britischen‘ Charakter - obwohl die Siedlung (wie ich Dank Rudyard Kipling weiß) lange vor Ankunft der Engländer gegründet wurde. Aber ... der Reihe nach! Noch im Bett liegend (& die nahen Himalayas fest im Blick: WOW!) vertreibe ich zunächst meine Rest-Müdigkeit mit dampfendem, starkem Kaffee. Der Hotel-Boy scheint sich meine gestrige, zurückhaltend formulierte Kritik zu Herzen genommen zu haben ... ... offensichtlich hat er heute Morgen einen zusätzlichen schwarzen Farbstift im heißen Wasser aufgelöst! Ich grüble einige Momente darüber nach, ob ich es WAGEN kann zu Duschen: So früh am Morgen ist es HIER OBEN noch SAUKALT & mein nur die absolut essentiellen Bedürfnisse befriedigendes Zimmer verfügt natürlich über keine Heizung. Schließlich aber siegt die entscheidende meiner ‘ach-so-zahlreichen deutschen Sekundär-Tugenden‘ (doch) & ... ... anschließend (also: nachdem ich weiß, daß ich es überlebt habe) fühle ich mich SUUUPER, bin hellwach & mache mich umgehend an die Erfüllung meiner anstehenden Organisationsaufgaben! Ich verpacke die ersten acht belichteten Filme meiner Reise - versiegle das Päckchen sicherheitshalber dreimal flächendeckend mit Klebeband (eine komplette Rolle!) - & verbringe es anschließend zur Hauptpost an der nahegelegenen Mall. Äh ... nahegelegen ergibt sich übrigens zwingend aus der Tatsache, daß zwischen meinem Hotel & der Flaniermeile Shimlas NUR 100 Höhen-Meter liegen!). Die zu durchlaufenden Prozeduren am Postschalter sind äußerst langwierig - was allerdings weniger seinen Grund in einer ‘übermäßig gewissenhaften Arbeitsweise der Beamten‘ hat (wofür ICH natürlich Verständnis hätte!). Nein - im Gegenteil: Die sich offensichtlich in keinster Weise der Wichtigkeit dieses, meines Auftrags bewußten indischen Postangestellten machen auf mich nicht gerade einen professionellen, geschweige denn einen engagierten Eindruck ... ... & so schaue ich meinen Filmen (wissend, daß ich sie gerade ... naja - halt ... AUFGEGEBEN habe) ängstlich & lange hinterher. Nachdem ich mich im örtlichen Tourist Information Centre mit erstaunlich umfangreicher Lektüre zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten Shimlas eindecken konnte (& -gedeckt habe! ‘Gedeckt habe? Da war doch was?‘) ... ... suche ich mir ein nettes Terrassen-Café: Samosa-Frühstück in der spürbar an Kraft gewinnenden Vormittags-Sonne - währenddessen grandiose Aus- & Fernblicke in eins der umliegenden, tiefen Täler sowie ... (nur mäßig grandioser, dafür aber) langer Tagebuch-Eintrag! Gegen Mittag starte ich zu einem ausgedehnten Spaziergang mit dem Fern-Ziel des am westlichen Stadtrand die Stadt überblickenden Prospect Hill - den noch höheren Jakoo Hill spare ich mir für morgen auf. Im ‘bewußt mäßigen Schlendertempo‘ setze ich mich in Bewegung & ... empfinde augenblicklich die gleiche Anstrengung wie bereits gestern (anläßlich meiner späten Ankunft). Naja - gestern Abend hatte ich allerdings auch zwanzig Kilo Gepäck auf meinen schwächlichen Schultern. Hm - ich muß wohl oder übel akzeptieren, daß die Luft in 2.200 Metern Höhe scheinbar DOCH schon spürbar dünner (als im Rheinland) ist ... ... obwohl ich das eigentlich nicht glauben MAG. Bedenkt man hingegen, daß sich Shimla auf exakt gleicher Höhe wie Mexiko-City befindet ... dann sollte ich nicht allzu beunruhigt sein: Ich kann mich gut an die dort im Jahre 1968 ausgetragenen Olympischen Spiele sowie die Aussagen der teilnehmenden Sportler erinnern, die vorzugsweise über die (aufgrund der Höhenlage!) ‘... extremen Belastungen für den Kreislauf des durchschnittlichen Flachland-Europäers‘ räsonierten. Sämtliche Bauten entlang der Mall präsentieren sich zwar in einem bemerkenswert gut erhaltenen (restaurierten?) Zustand - dominiert wird die ‘Flaniermeile Shimlas‘ jedoch durch drei überragende Gebäude:
 
- die in gotischer Bauweise errichtete Christ Church - deren ‘weit zurückliegende Glanzzeit‘ ihren symbolischen Ausdruck darin findet, daß (glaubt man der Turmuhr) ‘die Zeit seither stillsteht ...‘, - weiterhin die Stadt-Bibliothek (im Tudor-Stil), - sowie das ‘etwas hölzern‘ wirkende (& nicht zuletzt durch einen markanten, grün-weißen Fassadenanstrich aus der umliegenden Häuserzeile herausgehobene) Haupt-Postamt im eher eigenwilligen ‘Sub-Trop-Monsoon‘-Architekturstil der ‘britischen East-India-Company‘. Die in sämtliche Himmelsrichtungen einen offenen Aus- & Fernblick bietende, großzügig wirkende ‘Mountain-Ridge-Mall‘ wird in regelmäßigen Abständen durch kleine, oasen-ähnliche Parks aufgelockert - in denen sich lebens- bis überlebensgroße Marmor- & Bronze-Abbildungen der mit der Geschichte Shimlas verbundenen (regionalen & überregionalen) historischen Persönlichkeiten tummeln: - Dr. Y.S. Parmar - Stadtvater Shimlas & Begründer des indischen Bundesstaates Himachal Pradesh, - Lala Lajptrai - Patriot des Punjab (‘... whatever that means!‘), - Indira Gandhi - zweimalige indische Ministerpräsidentin sowie Tochter des ersten Regierungschefs eines unabhängigen Indiens Jawaharlal, genannt ‘Pandit‘ Nehru (ihre überragende Reputation in Shimla brachte ihr übrigens auch die Ehre der Namensgeberin für die ortsansässige Universität ein), - & NATÜRLICH Mahatma Gandhi ... dem man jedoch mit der Wahl des Werkstoffes Bronze für sein ‘glänzendes Denkmal‘ keinen Gefallen getan hat: Die Statue wirkt wie die Abbildung eines bedeutenden Marathonläufers & (zumindest für mein Empfinden) keineswegs so respektvoll, wie es dem ‘Staatsbegründer & über alle Landesgrenzen hinaus bis in unsere heutige Zeit verehrten Welt-Friedens-Politiker‘ eigentlich zukäme.
  
Ich überlasse mich der (unter dem positiven Einfluß der nahen Himalayas ...?) so friedvollen, überhaupt nicht indisch-chaotischen Atmosphäre - fotografiere wenig, nehme stattdessen jedoch umsomehr Eindrücke in mich auf: Eine junge, erfrischend emanzipiert wirkende Inderin spricht mich an - befragt mich zu meinen Erfahrungen in Indien - & begleitet mich (interessiert & interessant plaudernd) gemeinsam mit ihrer eher schweigsamen Freundin bis zum Bahnhof ... ... wo ich die Verbindungen, Fahrtzeiten und Fahrpreise der verschiedenen Züge Richtung Delhi & Bombay (Mumbai ... wie man in Indien sagt & schreibt!) studiere. Noch aber will ich mich nicht festlegen: ‘Time Will Tell!‘ Es folgt der steile Anstieg zum ‘Indian Institute of Advanced Studies‘ (der biologischen Fakultät der Indira Gandhi University of Shimla). Übrigens: das ‘State Museum‘ lasse ich unterwegs in dem Irrglauben rechts liegen heute sei Dienstag & somit Museums-Ruhetag (ich Idiot, ich!) ... Mit Durchschreiten des Eingangsportals zum ‘Institute‘ wird mir bestätigt, was ich eigentlich schon seit gestern Abend wenn schon nicht weiß, so doch zumindest stark vermute - daß nämlich Shimla in einer englischen Grafschaft liegt & wir uns seit gestern im ausgehenden letzten Jahrhundert befinden: ... mit viel Liebe zum Detail angelegte, ‘blumige‘ Gartenanlagen, ... Rasenflächen in einer Qualität, die in mir den spontanen Wunsch auf eine Partie Crocket (nein: nicht Cricket!) oder Boccia auslöst, ... ein artenreicher, sich über mehrere Gewächshäuser erstreckender botanischer ‘Research Garden for Specific Indian Plants‘ & ... ... schließlich ‘das schloßartige Hauptgebäude selbst‘ - das sich bei näherer Betrachtung zwar stellenweise als etwas ramponiert herausstellt, in der Gesamtansicht aber einen uneingeschränkt imposanten Eindruck macht (& dem kolonialen Vize-Kanzler Britisch-Indiens während der in Delhi unerträglich heißen Sommermonate bis in unser Jahrhundert hinein als schlichtes Domizil diente). Der Ausblick von der rückwärtigen Instituts-Parkanlage auf die südwestlichen Ausläufer des (allerdings doch noch recht fernen) Himalaya-Massivs nötigt mich zu ein paar ‘lang-brenn-weitigen‘ Panorama-Aufnahmen ... ... mit anschließendem (lust-) wandeln & (durch-) ziehen ... äh ... mehrerer indischer Zigaretten. Gut gelaunt & völlig entspannt folge ich schließlich einem sich schier endlos durch dichten Mischwald hügelabwärts windenden Pfad - bis ich mich UR-PLÖTZ-LICH inmitten des lebhaftesten ‘Monkey Business‘ wiederfinde: Neben den bereits in Dharamsala beobachteten Menschenaffen mit rötlich-braunem Fell (eine mutmaßliche Schimpansen-Unterart) beeindruckt mich vornehmlich eine graufellige Meerkatzen-Art ... ... weniger aufgrund ihrer extrem-markanten Gesichtszüge (obwohl: ‘Es ist schon spannend, wenn man so unvermittelt in einen vorgehaltenen Spiegel glotzt!‘) als deren an Flugfähigkeit erinnernde Sprungkraft. Trotz miserabler Lichtverhältnisse schieße ich eine Reihe Teleaufnahmen durchs dichte Geäst - entdecke nach jedem VERSCHOSSENEN Bild (natürlich!) ein noch schöneres Motiv & ... ... kann letztlich diesen lebhaften Ort erst verlassen, nachdem ich mich (quasi unter Androhung physischer Gewalt) ZWINGE meine Kamera wegzupacken! Den Prospect Hill, der von näherem betrachtet doch nicht sooo spektakulär zu sein scheint ... schenke ich mir (großzügig). Stattdessen schlendere ich durch die engen Gassen Downtowns (& vorbei am auf Stelzen in einen Hügel gebauten Busbahnhof) wieder zentrumwärts. Über eine der zahlreich vorhandenen, steilen Treppen schlage ich mich zur auf einem Kruzifix-Grundriß erbauten ‘St. Michaels Cathedral‘ durch - an der mich (fotografisch!) vornehmlich die unmittelbar nebenan martialisch residierenden, riesigen Military Headquarters interessieren, die ein eigenes Stadtviertel bilden: Deren Gebäude erinnern an einen alten, vollkommen heruntergekommenen ‘Knast‘ (die ‘aktuellen Insassen‘ würden diesen Eindruck bestimmt bestätigen!) & ... der rundumlaufende, übermannshohe Stacheldrahtzaun ist nicht gerade dazu angetan mich von diesem, meinem Eindruck abzubringen. CLICK & ... nix wie weg! Schwer atmend (der ‘High Altitude‘ & meiner schlechten Laktat-Werte wegen!) an der Mall eintreffend gönne ich mir in einer hübschen Grünanlage eine dringend benötigte Verschnaufpause ...
 
... & beobachte in der einsetzenden Dämmerung das so wohltuend ungeschäftig wirkende ‘Feierabend-Flanieren‘ der vollzählig versammelten, einheimischen Stadtbewohnerschaft. Nachdem sich die Sonne (für heute) verabschiedet hat wird umgehend wieder eine empfindliche Kälte spürbar: Zurück ins Hotel & (erstmal) Kaffee in meinem Zimmer - dann ... ... Lesen (nur Lesen: ‘Heute gibt’s nix Warmes mehr zum Abend - höchstens noch eine Extra-Decke ...!‘) - EINE MENGE ‘Kipling‘-Kapitel später lasse ich den Tag ruhig, gut verpackt im Bett liegend (& dümmlich lächelnd) ausklingen: ‘See Ya!‘ ... |
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... Um Sieben Uhr STEHE ich (unausgeschlafen & doch HELLWACH) senkrecht in meinem Bett: Sechsundzwanzig indische ‘Girlies‘ haben das Hotel im Handstreich genommen! Sie knallen Türen - treten ‘den Boden mit Füßen‘ (aber wie!?) - brüllen sich ohrenbetäubend laut & ohne zwischendurch Luft zu holen (vermutlich perfekte Anwendung der ‘Zirkularen-Schnatter-Technik‘!) die neuesten Neuigkeiten zu & ... ... ich befinde mich (zufällig!) immer EXAKT im Zentrum ihrer unaufschiebbaren Versammlung. Genervt bestelle ich erstmal eine Kanne Kaffee & ... blicke in das vor Aufregung glühende Gesicht des nicht mehr wiederzuerkennenden Hotel-Boys, der mir (stammelnd) seine Sicht der Dinge erläutert: ‘Sure - they’re loud & noisy - but also ... NICE!‘ So früh am Morgen (& so abrupt aus meinen Träumen gerissen) kann ich seine Begeisterung nur sehr eingeschränkt teilen. Ich schalte (zwecks Geräuschkulisse!) den Fernseher ein & schreibe Tagebuch ... bis ich (gegen Halb Neun Uhr) das einem Bienenstock gleichende Hotel verlasse, um mir einen ETWAS RUHIGEREN Frühstücks-Ort zu suchen. Ich beschließe, das Ashiana Restaurant einem Vergleichs-Test zu unterziehen - denn ... es befindet sich im Obergeschoß des vorgestern Abend besuchten & ausgezeichneten Goofa Restaurant: Hm - eindeutig weniger schmuddelig (& insgesamt auch etwas luxuriöser eingerichtet) - im Speisesaal aber liegen exakt die gleichen Speisekarten (mit identischen Preisen!) aus wie im Goofa. Beide Restaurants werden vom State Tourist Department betrieben (& teilen sich vermutlich auch eine gemeinsame Küche). Ich versuche hinter den Grund zu kommen, warum es wohl diese beiden so unterschiedlichen Ausstattungsvarianten gibt ...? Aber eine plausible Antwort will mir nicht einfallen: Auch eine Aufteilung nach ‘Locals‘ & ‘Tourists‘ KANN nicht der Grund sein ... denn in beiden Restaurants sind unübersehbar Exemplare ‘beiderlei Nationalitäten‘ vertreten. Anyway ... Ich studiere ausgiebig die Indian Sunday Times, deren beherrschendes Thema die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Taiwan sind. Ausgiebig werden auch die internationalen Einflußnahme-Versuche kommentiert: - Chinas Drohgebärden Richtung Taiwan (inklusive Truppenmanöver vor Taiwans Küste), falls sich der neue Präsident endgültig vom Festland loszusagen gedenkt ... - die quasi im Gegenzug ausgesprochene US-Zusage einer militärischen Intervention im Falle eines Angriffs der Rotchinesen auf Taiwan ... Poker? Ernsthafte Kriegsgefahr mit weltweiten Risiken? Oder doch nur Chinas Fingerzeig Richtung Hongkong - nach dem Motto: ‘Zieht euch warm an - wir kommen ...!‘ Nach dem Frühstück LASSE ich mich zum Bahnhof HERAB ... & erstehe ein Zweite-Klasse-Ticket für den Toy-Train von Shimla nach Kalka sowie den Anschlußzug (in der Ebene nun wieder normalbreite Spur) zur Main Station New-Delhi. Die Buchung meines Anschluß-Anschlußzuges von Delhi nach Bombay erweist sich jedoch als unerwartet problematisch: Für den 8-Uhr Frühzug am Folgetag sind alle Plätze reserviert. Ich habe nur Platz Nr.26 auf der Warteliste - für den gleichen Zug am darauffolgenden Tag stehe ich aber immerhin schon auf Platz Nr.4! Naja - ich werde wohl mein (bevorrechtigtes!) Glück am Tourist Ticket Counter der New-Delhi Station versuchen müssen. Ein letztes Mal (wirklich?) bewältige ich den steilen Anstieg Richtung Stadtzentrum: IRGENDWO hinter der Christ Church soll der lange (brutale!) Aufstieg zum 2.450 Meter hohen Jakoo Hill beginnen!? Ich aber ... ... verfranse mich TO-TAL in den unübersichtlichen Treppen- & Straßen-Anstiegen der für Shimla-Verhältnisse eher ärmlichen Stadtrand-Wohnviertel - irgendwann geht’s nicht mehr weiter! Ich muß (erstmal) umkehren & ... darf erst nach der (eher zufälligen) Entdeckung eines winzigen Hinweisschildes einen zweiten, entschieden zuversichtlicheren Versuch starten. Bereits nach kurzer Zeit beklage ich (zwar stumm, aber immer noch ungläubig) die ‘üblichen‘ Atembeschwerden aufgrund sauerstoffarmer Höhenluft. Ich verpflichte mich zu noch langsamerem Bergsteiger-Tempo & ... MUSS trotzdem auf halber Strecke zum Gipfel eine längere Rast einlegen: Mountain- & Monkey-Watching ...
  ... while (nevertheless: Blue in the Face) Smoking ! Dann ... wird die Steilheit der steilen Steigung allerdings erst richtig steil! ICH benutze (die mitleidigen Blicke der ansonsten geradezu unverschämt fröhlich berganwärtshüpfenden Frauen, Kinder, Rollstuhlfahrer & sonstigen Krüppel ignorierend) selbstbewußt die am Wegrand ins Gelände gegrabenen „Treppenstufen für mitteleuropäische Weicheier“ & kaufe sicherheitshalber (man weiß ja nie ...?) am ersten sich mir in den Weg stellenden Andenken-Stand des Steilstücks Proviant ein: Eine Tüte Erdnüsse ... äh ... die ich in die (linke!) Brusttasche meines Holzfäller-Hemdes stecke. Ist ja wohl klar was nun kommen MUSS - oder? Keine zwanzig Meter vor mir erblicke ich die erste ‘Tempel-Affen-Bande‘, die (schrill kreischend) um zwei junge Inder herumtollt & sich mit Fladenbrot füttern läßt. ‘Ziemlich chaotisch!‘, denke ich noch ... ... da ist es auch schon um mich geschehen: den Foto-Rucksack mit meiner rechten Hand lässig geschultert, die linke Hand in der Hosentasche vergraben (‘Tja, was hat die denn da auch zu suchen?‘) ... verkörpere ich das geradezu ideal-typische, weil gleichermaßen wehr- wie (sowieso immer!) chancenlose Opfer einer gezielten Affen-Attacke! Einer meiner ‘Ur-Ahnen‘ springt plötzlich (überfall-, aber alles andere als artig) hinter einem Busch hervor & klettert ... äh ... affengleich IN MICH HINEIN! Also - er: ‘the Free-Climber‘ ... & ich: ‘the Wall‘! Mir bleibt nur verdutzt zu beobachten, wie er mir die noch in Plastik verpackten Erdnüsse geschickt (jeder Handgriff sitzt!) aus der Brusttasche STIEBITZT. Bewegungslos zwar (denn ich bin immer noch nicht in der Lage, eine meiner beiden Hände zu befreien) - aber anerkennend nickend schaue ich ihm hinterher! Noch einen weiteren Entfernungskilometer heißt es für mich ‘Schwitzen‘ - obwohl es durch schattenspendendes & angenehm nach Harz duftendes Nadelgehölz geht. ENDLICH, am Berggipfel angekommen empfängt mich eine ‘geballte Ladung Tempel-Affen‘ - nicht unerwartet, schließlich ist der Hindu-Tempel dem Affen-Gott Hanuman geweiht. Er (der Tempel) ...
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... ist zwar recht klein - ob seiner exponierten Lage soll er aber dennoch der meistbesuchte Shimlas sein: - die Hindu-Besucher erzeugen mittels in unterschiedlichen Tonhöhen ‘geklöppelten‘ Glocken ihre persönlichen, jeweils sehr individuell klingenden ‘Tempel-Tonarten-Melodien‘ (was dem jeweiligen Klangmeister Glück & Wohlstand einbringen soll), - der hügelseitige, ebene & rasenbedeckte Tempelvorplatz lädt den Touristen zum Verweilen & die ‘Gläubigen‘ ... zum Picknick ein. Beiden Konfessionsgruppen bietet er darüberhinaus atemberaubende All-Round-Views auf & in die umliegenden Berge & Täler. ICH ... mach’s mir in der Sonne bequem - atme & fotografiere die mich umgebende friedvoll-dreifaltige Atmosphäre (aus Mensch, Affe & Natur) ...
 
... & studiere die beiden Reiseführer-Kapitel Rajasthan & Uttar Pradesh. Nach einer mir pietätvoll gewährten, halben Eremiten-Stunde robben sich vier junge, wissbegierige Inder an meine Liegestatt heran & ‘... fragen mich die üblichen Fragen‘ - obwohl: ganz so üblich sind die Fragen doch nicht! In der Rubrik ‘Indian Sports (what one knows - what everybody should know)!‘ kann ich bei der Frage ‘So - what’s the Name of your FAVOURITE indian Cricket-Player ...?‘ nicht mal einen ‘Trostpunkt für sichtliches Bemühen‘ ergattern! Naja - ansonsten aber schlage ich mich wacker bis achtbar ... ... & das Abendland muß sich meiner nicht allzusehr schämen. Nachdem die (aufgrund der morgendlichen Eiseskälte ... immer noch) bläuliche Grundierung meines Gesichts einem (zugegeben: ebenso unnatürlichen!) rötlichen Farbton gewichen ist ... weiche auch ich: vom sonnengetränkten ‘View-Point on the hilly Hill-Top‘ in mein schattiges Hotelzimmer. Hier BEWAFFNE ich mich mit allen Utensilien, die man für die Erstellung eines Briefes ‘An die Lieben Daheim‘ braucht & begebe mich auf die Suche nach einem ruhigen, phantasie-anregenden Kneipenplatz in der Stadt - im alteingesessenen Indian Coffee House (an der Lower Mall) finde ich EXAKT das meinen Wünschen entsprechende (& meinem Vorhaben hoffentlich förderliche) Ambiente. In dem rustikal möblierten Etablissement werden einfache Speisen & (äh ... siehe Name!) hauptsächlich ein Getränk gereicht. Obwohl heillos überfüllt strahlt der Gastraum eine einladende, gänzlich unhektische Gemütlichkeit aus - was zum wohl größten Teil im entspannten Miteinander von Gästen & Kellnerschaft seinen Grund hat. Im hinteren Bereich erwartet MICH noch genau EIN unbesetzter, stein-alter Holztisch! Augenblicklich stellt sich (bei mir) beste Laune ein - ich nehme Platz, lehne mich entspannt zurück & betrachte mein neues Domizil etwas genauer: - die Kellner TRAGEN ... vermutlich noch aus Kolonialzeiten stammende folkloristische Uniformen (Anzug & Käppi erstrahlen schneeweiß, während die ebenfalls zur Uniform gehörenden Stirnbänder & Gürtel rot-gold-quergestreift sind, auf dem Käppi steht senkrecht nach oben weisend ein weißes Segel, außerdem sind die Kellner durchnumeriert: auf deren linker Jacket-Seite leuchtet eine goldene Ziffer auf kreisrundem, rotem Untergrund) sowie ... äh ... (unglaublich souverän & geschickt) schwerst-beladene Tabletts von einem Tisch zum nächsten, - das Publikum ist augenfällig (sowohl von der Altersstruktur als auch der sozialen & nationalen Zugehörigkeiten her) ‘... gemischt bis durchwachsen‘, - und über alledem thront Mahatma Gandhi, der mich (zahnlos, glatzköpfig & ... eindeutig aufmunternd) von der gegenüberliegenden Wand her anlächelt. ‘REALLY - that’s definitely MY Place!‘ Ich mach’s mir gemütlich & tauche für die Dauer von genau fünf Tassen Kaffee (zeittunnelgleich) zurück in die Vergangenheit - in die ersten beiden Wochen meiner nun schon fast sechswöchigen Asien-Reise (‘... verdamp lang her!‘). Als ich weit nach Sieben Uhr mein Hotelzimmer betrete bleibe ich beim beiläufigen, ‘rituellen TV-Zapping‘ (völlig unerwartet!) im Star-Movie-Kanal hängen. Hm - ich zermartere mir mein Hirn & doch will mir der Titel des Films einfach nicht einfallen: Zwei Amerikaner versuchen in Schottland ein Küstendorf zu kaufen, um dort ein Ölprojekt zu realisieren - verfallen dann aber dem Charme des einfachen & glücklichen Lebens der schottischen Dorfbewohner - oder waren’s Iren ...? Burt Lancaster spielt eine Nebenrolle! Na ...? Anyway ... - jedenfalls ein sehr stimmungsvoller Film, den ich mir bis zum Ende ANTUN muß! Gegen Neun Uhr bin ich einer Hunger-Ohnmacht nahe & schleppe mich (unter Mobilisierung meiner allerletzten Kraftreserven) ins Ashiana Restaurant: gutes Chicken-Curry neben mehreren (exakt: zwei!) großen Kingfisher-Bieren. Während des Rückwegs zum Hotel genieße ich den tollen (unwirklich nahen) indischen Sternenhimmel & verabschiede mich (äh ... dicke Rauchschwaden produzierend) von Shimla - der nun ‘nächtlich-illuminierten‘ & daher zusätzlich atmosphärischen Stadt am südwestlichen Rand der Himalayas. Trotz ‘sechsundzwanzig-kehligem, indischen Jungmädchen-Gezetere‘ ... begleite ich MEINEN FREUND KIM noch eine spannende Stunde auf seinen verschlungenen ‘Top-Secret-Special-Service‘-Pfaden durch den Norden Britisch-Indiens ... ... bevor ich schließlich ermattet zurückbleibe & in der/die Kühle der nordindischen Bergwelt entschlummere. Tja - die nächste Nacht (in Delhi) ...
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... wird mit Sicherheit EINE HEISSERE ...! |
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