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EVERY TIBETEAN CHILD SHOULD BE ALLOWED TO GROW UP IN TIBET - AS A TIBETEAN ! ODER: ‘INDIAN FLUX‘ & ... ... GENESUNG IN DEN (DURCH DIE?) HIMALAYAS !
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‘... Schlapp - Schlapp & ... nochmal Schlapp!‘ Trotz gestriger Genesungs-Ansätze habe ich die halbe letzte Nacht wieder ‘FLUXEND auf dem Scheißhaus‘ zugebracht. Der ‘CD-Shop-Besitzer von gegenüber‘ scheint zu Mitleid fähig: Er läßt seine UN-SÄG-LICH-EN indischen Pop-Schnulzen heute erst um die Mittagszeit auf die durch mich vertretene Menschheit los ... ... dann allerdings gnadenlos (& wie gehabt!). Nach ‘Breakfast in Bed‘ (Tee & leicht gebutterter Toast: mehr ist einfach nicht drin ... zu behalten) beginne ich mit Rudyard Kiplings Spionage-Roman ‘Kim‘ - unerwartet viel Mühe mit dem schwerst-verständlichen Indian-Pidgin-English-Dialekt des 19. Jahrhunderts.
 
Um Zwölf Uhr (Scheinkorrelation zur vehement wieder einsetzenden ‘Indian-Pop‘-Berieselung ...?) fühle ich mich soweit wiederhergestellt (leer!), daß ich einen Rikschah-Ritt zum fernab des Stadtzentrums in der staatlichen Jugendherberge residierenden Touristenbüro WAGE: spärliches, aber interessantes Info-Material über Amritsars Sikh-Sehenswürdigkeiten sowie ... die mich überraschende Auskunft, daß es einen täglichen Direktbus nach Dharamsala (dem Exil-Domizil des Dalai Lama ‘am Fuß der indischen Himalayas‘) geben soll !? Da sich der Busbahnhof laut Stadtplan in unmittelbarer Nähe des Info-Büros befindet KÄMPFE ich mich (trotz erster Anzeichen wieder einsetzenden Unwohlseins) auf dessen vermuteten Standort zu - bereits von weitem ist er am (vermeintlich!?) absolut chaotischen BUS-GEWUSEL zu erkennen: Hm - wären nicht ALLE Busse permanent in Bewegung (anfahren, umparken, rangieren, vorfahren, zurücksetzen), so könnte vermutlich kein einziger Bus je den Bahnhof verlassen ... ‘UNBELIEVABLE!‘ Nachdem ich erfahren habe, was ich wissen muß (vielleicht breche ich bereits morgen gen Dharamsala auf ... oder aber ‘zusammen‘!) - muß ich registrieren, daß dicke Schweißtropfen auf meiner Stirn stehen ... ... obwohl’s zur Zeit in Amritsar gar nicht soo extrem heiß ist!? Zurück ins Hotel, wo ich zwei Stunden ‘in tiefster Bewußtlosigkeit in meinem frisch bezogenen Bett‘ verbringe - am späten Nachmittag (wieder wach & natürlich wieder fit! Naja ...) gönne ich mir eine Rikschah & lasse mich zum Golden Temple kutschieren:
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- ein schneeweißer Gebäude-Komplex aus Marmor bildet ein riesiges Quadrat, das in den vier Himmelsrichtungen von zwei-mal-zwei (gegenüberliegend-identischen) reich-ornamentierten Eingangsportalen überragt wird, - im Zentrum der Anlage befindet sich der im Jahre 1579 angelegte, ebenfalls quadratische Sacred Pool, - in diesen wurde neun Jahre später eine Insel gepflanzt & ... auf dieser der Goldene Tempel errichtet, dessen Außenwände (ab halber Höhe) in einer ersten Schicht mit Kupfer, darüber mit Blattgold verkleidet sind, - im Tempel-Inneren wird der ‘Guru Granth Sahib‘ (das Heilige Buch der Sikhs) aufbewahrt. Will man den Tempel betreten ... so muß man sich seiner Schuhe entledigen, die Füße waschen & ein Kopftuch anlegen (falls man nicht schon einen der so typischen Sikh-Turbane ums Haupt geschlungen hat). Natürlich tummeln sich im Teich dicke, fette & ‘heilige‘ Karpfen - aber nicht nur die! Da das Wasser ebenfalls heilig ist, steigt so mancher Sikh erst aus seinen Kleidern & dann bis zum Hals in den Teich - mir (dem doppelt ‘Ungläubigen‘) präsentiert sich der Eindruck einer ferngesteuert durchs Wasser gleitenden ‘Turban-Armada‘ ... Trotz schierer Menschenmassen (die offenbar zielstrebig um den Pool hasten) herrscht in der Anlage eine äußerst entspannte & friedvolle Atmosphäre, die auch ‘der Ungläubige‘ genießen darf & ... kann - apropos: Die Tatsache, daß ich eine ganze Reihe Touristen unter den Tempelbesuchern ausmache nährt meine Hoffnung in Zukunft ‘nicht mehr ganz so oft das alleinige, einzige Opfer ‘aufdringlicher, einheimischer Wichtigtuer’ zu sein!‘ Nachdem ich (Stunden später!) meine Badelatschen wiedergefunden habe ...
 
 
... schlendere ich den schon bekannten Weg (durch die Altstadt) zurück zum Gandhi Gate. Ich fühle mich relativ gut & beschließe (äh ... daß das nicht so bleiben kann - sprich) eine Kleinigkeit zu essen! Naja - schließlich muß ich wieder zu Kräften kommen! Allerdings übe ich mich (noch) in ungewohnter Vorsicht & begnüge mich mit einer sehr dünnen Tomatensuppe sowie einem halben Cheese Biriiany (Gemüse-Reis mit Käse) ... Keine Probleme! Im Hotel angekommen begleiche ich (das Vertrauen in meinen wiedererstarkten Schließmuskel wächst von Stunde zu Stunde!) meine Zimmerrechnung - ich bin wild entschlossen nun doch bereits morgen Amritsar zu verlassen! Das heißt ... ... wenn alles glatt geht (oder besser: ‘dicht hält‘). Nach einer knapp bemessenen Gute-Nacht-Lektüre verfasse ich den heutigen (noch knapperen) Tagebuch-Eintrag - nehme einen letzten Schluck aus meiner Mineralwasser-Flasche - rauche eine letzte Zigarette - horche ein letztes Mal in meinen Magen-Darm-Trakt hinein & ... ... SCHIESSE DANN (wieder etwas zuversichtlicher!) DAS LICHT AUS ... |
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... Nachtrag zu gestern Abend: Der ‘CD-Freak von gegenüber‘ macht am Abend länger (naja - er hat ja schließlich morgens auch später begonnen!). Scheinbar spürt auch er unsere letzte, gemeinsame Stunde nahen - denn er hält noch ein kleines ‘Fare-Thee-Well‘-Hupferl (speziell!) für mich bereit: ‘Child In Time‘ ... ... in einer indischen Cover-Version. Äh - sehr schön getragen ... also - ich meine: vorgetragen! Ian Gillan würde sich im Grabe umdrehen, wäre er tot (hoffentlich muß er sich das nie anhören ... sonst ist er’s bald!). Back to NOW! Meine heutige, erste Tages-Halb-Etappe führt mich (im Ravi Express ... um 9.10 Uhr) von Amritsar nach Pathankot - der nördlichsten Stadt des indischen Punjab-Teils. Weiter Richtung Norden schließt sich bekanntlich der Bundesstaat Jammu & Kashmir an - der jedoch (allerletzte Informationen!) wegen der bevorstehenden Wahlen zum indischen Parlament momentan für Touristen OFF-LIMITS ist: ‘SHIT!‘ Denn trotz der bekannten Probleme in & mit Kashmir ( ... dem seit Jahrzehnten mehr als schwelenden Grenzkonflikt zwischen Indien & Pakistan, ... dem von pakistanischer Seite ‘so genannten Befreiungskampf der indischen Kashmiri gegen die Provinzregierung & das indische Militär‘, ... der Geiselnahme von fünf westlichen Touristen vor etwa einem Jahr) hatte ich bis zuletzt gehofft - zumindest mit dem Gedanken gespielt - eventuell ja doch ... ... nun haben mir die indischen Behörden die Entscheidung abgenommen! Meine überarbeitete Reiseplanung sieht stattdessen vor mich von Pathankot aus so weit wie möglich Richtung Osten (bzw. Himalaya) in den indischen Bundesstaat Himachal Pradesh vorzukämpfen. Mein erstes, ausgewiesenes Tages-Etappenziel ist Dharamsala: die indische Stadt, in der sich das Tibetean Government-In-Exile des Dalai Lama niedergelassen hat. Zwar ... ... existiert auch ein Direktbus zwischen Amritsar & Dharamsala (Fahrzeit NUR fünf Stunden!) - da ich mich aber einigermaßen wiederhergestellt fühle entscheide ich mich spontan für die landschaftlich anspruchsvollere Hardcore-Version. Frühstück auf dem Bahnsteig (Samosas in Spicy Sauce & Milch-Kaffee) - der in Sekunden-Bruchteilen heillos-überfüllte Zug fährt pünktlich in den Bahnhof ein - dann geht’s drei Stunden durch schnell ermüdende, flach-eintönige Landschaft mit den immer gleich chaotischen indischen Dörfern: ... im Zentrum Kühe & Wasserbüffel, ... Hütten (& Menschen!) konzentrisch um dieses Zentrum angeordnet ... & um die Hütten herum bilden hohe Wälle aus käserad-förmigem, gepreßtem Kuhmist (der als Brenn- & Heizmaterial Verwendung findet) einen weiteren, den äußeren Kreis! In Pathankot (etwa 150 Kilometer nördlich von Amritsar) angekommen versuche ich mich zum sogenannten ‘Toy Train‘ (einem uralten britischen Kolonialzug, der die in gebirgigem Terrain übliche, schmalere Gleisspur nutzt) durchzufragen ... ... der von hier aus bis in die ‘Nähe’ von Dharamsala gehen soll !? Naja - so jedenfalls wurde es mir in Amritsar berichtet ... aber in Pathankot scheint diese Zugverbindung völlig unbekannt zu sein. Schließlich treffe ich (eher zufällig) auf einen eigentlich zwar unbeteiligten, nichtsdestotrotz aber netten & hilfsbereiten Bahnangestellten, der mir den entscheidenden Hinweis gibt: ‘Platform D!‘ Hm - bin ich (wirklich) über Gebühr mißtrauisch wenn ich den Verdacht hege, daß Touristen diese Verkehrsverbindung bewußt verschwiegen wird - damit diese gezwungen sind den teureren Bus oder (besser noch!) ein Taxi zu nehmen? Anyway ... - um 12.15 Uhr startet der Zug nach Jamala Mukhi (‘Nie gehört!‘), ‘and from There you Can Take a Bus ... SOMEHOW!‘ Ein Gemüse-Curry im Bahnhofs-Restaurant (‘One for the Road!‘) - anschliessend (es ist kurz nach Zwölf Uhr) haste ich zum Bahnsteig D - keine Minute zu früh: Im letzten der sechs ‘Spielzeug‘-Waggons darf ich mich noch einigermaßen bequem (zwischen zwei korpulente Inder) auf eine beinharte Holzbank quetschen & ... ... ungeduldig bis abenteuerlustig erwarte ich die bevorstehende Abfahrt. Bis es ‘zum Äußersten‘ kommt vergeht allerdings noch eine gute Stunde: Ich (Idiot, ich!) habe mich immer noch nicht an die ‘speziell-asiatische Auffassung von Zeit & Termin‘ gewöhnt & ärgere mich ... ... naja - EIN WENIG (& eigentlich nur, weil ich befürchten muß in Jamala Mukhi keinen Anschluß-Bus mehr zu bekommen). Die verbleibende Wartezeit wird von meinen Mit-Passagieren genutzt unser Abteil über die durch die Außenwände vorgegebenen Grenzen hinaus zu beladen: beständig werden Gepäckstücke durch die engen Fensterluken ins Innere des Waggons gereicht - auf eine Vier-Personen-Holzbank quetschen sich locker acht Inder (teilweise stehen die Passagiere hinter ihren sitzenden Mitreisenden auf den Bänken) - zu guter Letzt zwängen sich noch ein paar der Sportlicheren durch die Fenster in den bereits fahrenden Zug, während sich die Mutigsten mit sichtbar anschwellenden Oberarmmuskeln von außen an den Zug hängen. Um Halb Zwei Uhr geht’s endlich los - der Zug gewinnt schnell an Höhe & die Landschaft ändert ihr Aussehen: zwar herrscht weiterhin satt-grüne Vegetation vor, die Flächen sind aber kaum mehr kultiviert - der Dschungel setzt sich aus Laub- & Nadelbäumen sowie Palmen & Bambus zusammen (‘Indisches Allerlei‘) - das uns begleitende & den Weg weisende Bächlein wird zusehends & vermittelt schließlich die Illusion eines Sees, dessen gegenüberliegendes Ufer nur noch zu erahnen ist. Auch die Fauna gewinnr an Vielfalt: im Umfeld der immer seltener werdenden Ortschaften durchsuchen vereinzelte Affen den sich türmenden, beträchtlichen Zivilisationsmüll & ... am Rande einer tiefen Schlucht sehe ich SIE im Dutzend träge in der Nachmittagssonne hocken (offensichtlich ‘... auf die nächste Feier wartend‘): die häßlichsten GEIER, die sich denken lassen! Meine Kamera befindet sich sicher verpackt im Rucksack unter der Sitzbank & ist dort (wie mir ein kurzer Blick durchs Abteil bestätigt) für mich schlichtweg unerreichbar! Naja - was soll’s: Die schönsten Bilder sind eh im Kopf! Gegen Halb Sechs Uhr erreichen wir den kleinen Bahnhof von Jamala Mukhi. Ein junger indischer Mitreisender, der sich irgendwann als Angehöriger der indischen Armee zu erkennen gibt & ... mit dem ich trotzdem ein nettes Gespräch führe (natürlich inklusive der Frage: ‘So what do the Germans think about the Reunification?‘) weist mir den Weg zum Busterminal ... ... wo mir JEDER (auch ungefragt!) erklärt daß es keinen Bus GIBT! Die Nummer kenn’ ich schon: Im touristischen Transportgewerbe wird gelogen, ‘daß sich die Eisenstangen um Pferde-Vorderläufe biegen - stimmt’s Mechtild?‘ Ich nehme vor einem aufdringlichen Minibus-Fahrer Reißaus, der mir den Trip nach Dharamsala (‘Private & Bloody Cheap, my Friend!‘) für zehn Dollar anbietet & laufe direkt in die Arme eines vor seiner Praxis in der Abendsonne sitzenden, freundlichen Arztes ... ... der mir ohne Umschweife den Weg zur richtigen, zur Dharamsala-Bus-Haltestelle erklärt. Zehn Minuten später sitze ich (ein 13-Rupee-Ticket in den noch trockenen Händen) im Bus & die landschaftlich schönste, in jeder Beziehung atemberaubende Busfahrt meines gesamten bisherigen Lebens kann beginnen! Übrigens: bis Dharamsala sind es zwar nur 33 Kilometer - die haben es allerdings in sich! Die folgenden anderthalb Stunden sind geprägt durch ... ... dramatische Schluchten, (die sich mit vertikal aufragenden Felsformationen zu einer beeindruckend-bizarren Gebirgslandschaft ergänzen), ... halsbrecherische Schotterpisten ohne Markierungen, Pfeiler oder Geländer, die sich (von einer engen 180-Grad-Kurve in die nächste stolpernd) um aussichtslose Hügel & schroffe Berge winden, ... schwindelerregend tiefe Flußtäler zwar locker überspannende, jedoch nicht gerade Vertrauen erweckende, weil sichtlich noch aus Kolonialzeiten stammende, uralte Steinbrücken, ... sowie ein Busfahrer, der sich jeglicher Kategorisierung (weil einzigartig!) erfolgreich widersetzt! - Sein stoisch-konzentrierter Blick weicht nicht von der Straße - es sei denn, ein anderes Fahrzeug steht uns in einer besonders engen Kurve frontal gegenüber: DANN schaut er (die linke Hand am Gangschaltungsknüppel, während sein rechter Fuß mit dem Gaspedal ‘spielt‘) dem uns gegenüberstehenden Fahrer solange starr in die Augen, bis dieser (mit Recht um sein Leben fürchtend) schließlich sein Fahrzeug zurücksetzen MUSS! - Er nutzt jede sich bietende Minimal-Chance vor uns fahrende Fortbewegungsmittel zu überholen (was auch immer es sein mag). - Er hupt noch öfter als die übrigen, keineswegs ‘signal-faulen‘ indischen Verkehrsteilnehmer. Und trotzdem: Nie zuvor fühlte ich mich in einem Bus so SICHER wie heute (& das bei diesen so gefährlich erscheinenden Straßenverkehrs-Bedingungen). Dennoch bin ich froh als wir Main-Town Dharamsala erreichen. Übrigens: Den Dalai Lama treffe ich heute Abend nicht (mehr) ... unter anderem auch aus einem furchtbar einfachen Grund: Er wohnt nämlich gar nicht hier! Er hat seine bescheidene Klause acht Pistenkilometer berganwärts im oberen Ortsteil McLeod Ganj (äh ... morgen mehr!). Rekonvaleszent wie ich mich immer noch fühle habe ich keinerlei Probleme mich davon zu überzeugen, daß ich mir heute (ausnahmsweise!) einmal ETWAS GUTES gönnen darf. Und so steige ich kurzentschlossen im besten Haus am Ort ab: dem ‘Hotel Dhauladhar‘ ... ... nicht zuletzt auch der in meinem Reiseführer mit den superlativsten Superlativen beschriebenen, spektakulären Up- & Downhill-Views wegen. Hm - zugegeben: Ein Zimmerpreis von zwölf US-Dollar ist (zumal für indische Verhältnisse) nicht eben wenig & ... dennoch preiswert! - wie mir beim Anstieg vom Busbahnhof hinauf zum Hotel die (trotz Dunkelheit!) schon erahnbare TRAUMHAFTE Lage der rustikalen Nobelherberge beweist! Auspacken - Duschen - auf meinem Balkon rauchend ATME ich die mich unstrittig (& augenblicklich) tief beseelende Himalaya-Atmosphäre ...
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... später (auch mein Körper fordert sein Recht) chinesisches Sweet-‘n’-Sour-Abendessen im ‘viewless Viewpoint‘-Restaurant des Hotels. Einem ersten Erkundungs-Spaziergang (äh ... mit zusätzlicher verdauungstechnischer Motivations-Komponente) durch den kleinen Bergort stellt sich ein wolkenbruchartiger Gewitterregen in den Weg. Hoffentlich ... ist dies kein repräsentativer Hinweis auf die üblicherweise (hier oben - auf 1.250 Höhenmetern) herrschenden Wetterbedingungen !? Im sehr geräumigen & mit viel Holz ausgestatteten Zimmer ZWINGE ich mich stattdessen zu einer Stunde ‘Verdauungs‘-Fernsehen: Im ESPN-Channel wird das europäische Fußball-Champions-League-Viertelfinale (‘The Second & Final Leg‘) zwischen Ajax Amsterdam und Borussia Dortmund übertragen. ‘Fleming Poulsen - Du hast uns nie enttäuscht ( ... laa-laa-lalala!)‘. Nach nur einem halben Kapitel ‘Kim‘-Bettlektüre fühle ich mich rechtschaffen müde & wohltuend ... glücklich (?) - denn: Noch nie war ich dem Himmel so nah! Hm - denk’ ich noch (schnell), bevor ich (schnell) ... ... EINSCHLAFE ... |
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... SEHR FRÜH werde ich durch beständiges Gepolter sowie irrelautes Gekreische vor, auf & über meinem Balkon geweckt. Noch schläfrig ziehe ich die schweren, lichtundurchlässigen Vorhänge zur Seite & ... ... finde mich unmittelbar unterhalb der etwa 4.500 Meter hohen Dhauladhar-Bergkette (einem westlichen Ausläufer des Himalaya-Massivs) wieder: ‘The View REALLY Knocks me Off My Feet !!!‘ Erst taumelnd, schließlich sitzend ... genieße ich (mit offenem Mund staunend & zahllose WOWS end- & zwischenraum-los aneinanderreihend) den ‘genial komponierten‘, fotogenen Kontrast aus ... ... von Dharamsala zunächst sanft, später steil ansteigenden, natur-grünen Hügeln (mit bunten Häusern & Hütten als zwar sparsam, aber effektvoll eingestreuten Farbtupfern), ... den scharf-kantigen, schnee- & eis-bedeckten Gipfeln des kilometerweit über mir majestätisch thronenden Gebirgszuges sowie ... einem tiefblauen, wolkenlosen ‘Bilderbuch‘-Himmel (in allerdings bereits gleissender Morgensonne).
 
AUGENBLICKLICH bin ich hellwach! Übrigens: Die freundlichen Kreaturen, die mich beharrlich auf diesen grandiosen Ausblick aufmerksam zu machen suchen, sind eine Gruppe verspielter & übermütiger ‘Monkey Rascals‘ - die über sämtliche Dächer der umliegenden Häuser turnen & einen ‘Heiden-Radau‘ (ich ... der ständig herumpolternde Atheist darf das sagen) veranstalten.
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Fotografierend, rauchend & ‘dem (zwar lautlosen, nichtsdestotrotz aber deutlich vernehmbaren) Ruf der Berge lauschend‘ rühre ich mich nicht vom Fleck - bis ... ... ja - bis jemand an meine Zimmertüre klopft: Es ist Halb Acht Uhr & der (mittels meines gestrigen Zwölf-Rupee-Trinkgelds korrumpierte? Nein: schlicht ...) unaufdringlich-bemühte Restaurant-Angestellte kredenzt mir meinen Morgen-Tee! Tja - das macht halt den Unterschied zwischen Absteige & Nobelhotel aus ... Eiskalte Dusche zu George-Winston-Like-Klavier-Klimperer-Berieselung (aus dem TV ... das so früh am Morgen noch OFF-AIR ist) - schließlich kräftigendes Frühstück (Bohnen, Toast & ... sehr guter Kaffee!) sowie ausführlicher Tagebuch-Eintrag. Zwar fällt es mir VERDAMMT schwer mich zurückzunehmen - aber: Erst die Arbeit ... !
 
In der vollkommen überfüllten, örtlichen Zweigstelle der subkontinentalen State Bank of India CASHE ich einen Reisescheck & ... darf (in einer endlos-langen Warteschlange stehend) einen endlos-langen Blick auf meine Mitmenschen werfen: Bedenkt man, daß die Hauptreisezeit bereits vorüber ist so halten sich erstaunlich viele Touristen in ‘After-Season-India‘ auf - allem Anschein nach tummeln sich ‘hier, in den Himalayas‘ zudem auch eine größere Anzahl ‘westlicher Permanent Residents‘ ... ... zwar typische, buddhistisch-rote Einheitsgewänder tragend - die sie letztlich kompromittierend OUTENDEN amerikanischen Marken-Turnschuhe unter dem weiten Umhang jedoch nur unzureichend verbergend. Im gutsortierten Touristen-Büro hält man eine hübsch-bunte Himachal Pradesh-Landkarte sowie ein informatives Faltblatt über Dharamsala für mich bereit. Schließlich folgt der letzte (& anstrengendste!) Programmpunkt meiner gedanklichen First-To-Do-Liste: Da ich mich entschlossen habe zumindest bis Sonntag an diesem ‘(H)Ort des Friedens zu verweilen‘ ... bleibt genügend ‘Trockenzeit‘ (dies mit Dry Season zu übersetzen wäre übrigens nicht ganz korrekt!) um HIER & JETZT (endlich!) ‘die erste, größere Selbst-Reinigung dieses Trips‘ (nein: nur meiner schmutzigen Wäsche!) in Angriff zu nehmen ... ... äh - ja! Nachdem mein ‘All-Tage-Werk‘ vollbracht ist ... fasse ich umgehend den Tages-Höhe-Punkt (auch visuell!) ins Auge & mache mich zum Berg-Domizil des Dalai Lama AUF: Der Haupt-Ortsteil Dharamsalas (mein Startpunkt) befindet sich 1.250 Meter über NN, McLeod Ganj liegt exakt 2.000 Meter über dem (auch indischen) Meeresspiegel & die Pisten-Entfernung zwischen den beiden Ortschaften beträgt acht Kilometer! Sprich: Ich darf mich auf eine Steigung von durchschnittlich knapp 10 Prozent & ... einen ersten Himalaya-Härtetest freuen! Da sich der vormals azurblaue Himmel zunehmend mit Wolken füllt greife ich mir (sicherheitshalber) meine Regenjacke - die ich mir jedoch der noch knalligen Mittagssonne wegen zunächst lässig um die abnehmenden Hüften (um die ‘lässig abnehmenden Hüften‘ ...?) schlinge. Die erste Hälfte meiner Wanderung ist (‘Wetter-Gott‘-sei-Dank) die schönere: hinter jeder Straßenbiegung ein neuer spektakulärer Blick ins Kangra Valley ...
 
... durch das ich gestern (von Pathankot kommend) mit dem Toy Train gefahren bin - nur sehr vereinzelte & immer ‘alleinstehende‘ Häuser - Cricket (Naja - was sonst?) spielende Kinder in den flacheren Berghängen - kleine Schaf-, Ziegen- oder Kuh-Herden, die sich im dicht-grün-bewachsenen Straßengraben laben - in jeder neuen Pistenkehre der immergleiche, kleine Wasserfall (der aus den hügelanwärts regenreichen Wäldern talwärts schießt). Nach drei Kilometern passiere ich den talwärtigen, ersten Wachposten von Dharamsala Gantt - einem großflächigen Militärgelände, das sich mit Unterkunftsbaracken, Fahrzeugpark & Übungs-Schießständen rechts & links der Straße in den Hügel ‘krebst‘. Zwar überblickt der Standort (taktisch sehr günstig im Berg gelegen) das gesamte hügelige Terrain - bis zur indisch-pakistanischen Grenze aber sind es (strategisch sehr ungünstige, weil entfernte) 200 Kilometer. Ich frage mich, was diese hohe ‘Killer-Konzentration‘ HIER bewirken soll? Besteht deren Auftrag vielleicht im ‘Schutz der tibetischen Exil-Regierung‘ ... ? ‘Dreamer! Nothin’ but a Dreamer!‘ Nach weiteren drei Kilometern (ich bin gerade im Begriff das militärische Sperrgebiet ‘hinter mir abzusperren‘) kündigt sich ein wolkenbruchartiger Regenguß an. Oder genauer: Keine 200 Meter vor mir gehen schon die ersten, sichtbar dicken Regentropfen nieder - während ich mich (hinter der wie mit dem spitzen Bleistift gezogenen Wetterscheide) noch im Trocknen & in der Sonne befinde. Kurz entschlossen bitte ich den derzeit Wachhabenden (der im Bruchteil einer Sekunde vom ‘potentiellen Mörder‘ zum ‘akuten Lebensretter‘ mutiert!) um Einlaß in sein enges Wachhäuschen & ... ... werde daselbst Zeuge (immerhin trockenhäuptiger Zeuge!) eines heftigen Platzregens - der letztlich in einen trommelfeuerartigen Hagelschauer übergeht & VERDAMMT KONKRET das Wellblechdach des (großzügig geschätzt) über vier Kubikmeter ‘umhülltes Nichts‘ verfügenden Unterstandes zu durchschlagen droht. Nach einer aufregenden halben Stunde verliert das Gewitter langsam seine brachiale Urgewalt - ich bin FROH, meine All-Wetter-Jacke in meiner Nähe zu wissen - setze derart gut beschützt meinen Weg bei leichtem, aber stetigem Nieselregen durch einen düsteren (und / weil zusätzlich wolkenverhangenen) Wald fort - & lege nur noch einen kurzen Zwischen-Stop an der atmosphärischen (leider jedoch verschlossenen) Naturstein-Kirche ‘St. John‘ ein ... ... deren halb verwunschen-märchenhaft, halb gruselig wirkender Friedhof mir ein (wegen der schlechten Lichtverhältnisse mit Sicherheit VERSCHOSSENES - aber dennoch) Foto wert ist. Im Gegensatz zum doch recht weitläufigen Dharamsala entpuppt sich McLeod Ganj als kleines, über gerade mal drei Straßen verfügendes NEST: - um den zentralen Platz verlaufen (ein exaktes Rechteck bildend) große, rote & mit tibetischen Schriftzeichen versehene Gebetsmühlen, - entlang dieses Platzes residieren auch die meisten der kleinen, immer ‘knatsch-bunten‘ Hotels (sehr schön: the Green Guest House ... selbstredend!), ‘Tibet-Run‘ Restaurants sowie eine schiere Unmenge Andenken & sonstige Devotionalien anbietende Geschäfte, - die Aussicht auf das Dhauladhar-Gebirge wäre (wäre sie denn frei ... was sie natürlich nicht ist!) von HIER OBEN wohl noch einen Tick spektakulärer als von Down-Hill-Dharamsala aus. Etwa einen Kilometer außerhalb des Ortes befindet sich das tibetisch-buddhistische Kloster mit ... ... einem zwar großen, aber schmucklosen Gebets-Tempel, ... der umfangreichen Bibliothek - die nicht nur alte, tibetische Originalschriften enthält, sondern gleichzeitig (als ‘zentrale Dokumentationsstelle‘) eine ständig wachsende Anzahl von Berichten über chinesische Greueltaten & Menschenrechtsverletzungen im besetzten Tibet beherbergt, ... dem Regierungsgebäude des tibetischen Exil-Parlaments sowie ... den Privatgemächern ‘seiner Heiligkeit des Dalai Lama‘, die (zumindest von außen betrachtet) erstaunlich (bis wohltuend) einfach & prunklos wirken.
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An der Eingangspforte zum Wohnhaus des Dalai Lama erbittet ein von-Hand-beschriftetes Schild (geradezu flehentlich!) Verständnis vom Besucher dafür, ‘daß der Dalai Lama aufgrund seines gedrängten Terminkalenders zwar keine Spontan-Privat-Audienzen erteilen kann - daß man sich aber an sein Büro wenden möge & dieses, wenn irgend machbar einen Termin vermitteln wird!‘ Hm - man versuche sich ein derartiges Schild am Wohnsitz eines westlichen Staatsoberhauptes vorzustellen (beispielsweise am Kanzler-Bungalow des ‘Dicken) ... ? In der Monastery herrscht eine äußerst friedvolle - gleichzeitig aber lebendige & freudvolle Atmosphäre: Eine Gruppe junger buddhistischer Mönche (fröhlich-schwatzend & mit lebhaft-ausdrucksvollem Mienenspiel) bittet mich ein ‘Faxen‘-Foto von ihnen zu machen & ... ... ich tu’ ihnen gerne diesen Gefallen! Obschon ich eingestehen muß, daß ich schon ein wenig überrascht bin - hatte ich doch eher mit ernst in ihr Gebet versunkenen & unablässig ‘Om‘-Mantras vor sich hin flüsternden Mönchen gerechnet ...!? Angesteckt von der mich anziehenden & aufsaugenden Atmosphäre gönne ich mir an diesem GANZ SPEZIELLEN ORT (‘Soviel ist klar!‘) den Luxus einer ungewohnt heiteren, beschwingt-besinnlichen, mit nichts als ‘einem riesig-großen Nichts‘ angefüllten Stunde ... Während meines Rückwegs in die Ortschaft McLeod Ganj präsentiert sich das Wetter immer dramatischer: durch die schlammigen Straßen kriechen (augenscheinlich schwere!) Wolken ... derweil vom Kangra Valley dichter, undurchdringlicher Nebel heraufsteigt! Ich unternehme einen kurzen Rundgang durch den weniger touristischen Wohn-Ortsteil der Tibetean Community in-Exile: ...
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... sehr ärmlich aussehende Hütten sind wie zufällig in ein nur sehr partiell gerodetes Waldstück ‘gepflanzt‘, ... nach dem Platzregen scheint ALLES im Schlamm zu versinken, ... & doch blicke ich immer wieder in lachende Kindergesichter. Ich rufe mir die große Plakatwand am Ortseingang in Erinnerung: ‘Every Tibetean Child should be Allowed to Grow Up in Tibet - as a Tibetean!‘
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Hm - keine Fotos! An diesem Ort befällt mich mal wieder ‘eine totale Skrupel-Blockade‘ (nein, die Skrupel gerade nicht!) & ... ich fühle mich wie ein Voyeur. Kurz darauf werde ich BRUTAL in meine (zugegeben: nicht ganz so ... aber immerhin) desolate Realität zurückkatapultiert: Heute fährt kein Bus mehr talwärts! SHIT! Das bedeutet also nochmal drei Stunden zügiges Wandern - davon mindestens zwei durch stockfinstere Nacht! Aber ... ... meine Rettung naht bereits: Und zwar in Form zweier freundlicher Mönche - die mich zu einem ‘Short Cut‘ führen, der unterhalb des Klosters beginnt & DIREKT nach Dharamsala führt. ‘THANXX - A Very Lot!‘ Mein Abstieg (mitten durch stockdunkle, dichteste ‘Suppe‘) erweist sich dann als viermal so kurz, viermal so schnell, ... aber auch viermal so anstrengend wie der nachmittägliche Aufstieg - vor allem für die Oberschenkel, die allerdings durch das tägliche Training (äh ... auf der ‘Asian Toilet‘) zusehends kräftiger werden! Schließlich erliege ich einem wahren ‘Sprint-&-Tänzel-Rausch‘ & ... nehme Abkürzungen, wo überhaupt keine sind (sprich: ich ersetze den Begriff Short Cut kurzerhand durch den ähnlich vielsagenden Terminus ‘As the Crow Flies‘!). Anyway ... In Dharamsala EINLAUFEND kaufe ich Bier & Erdnüsse ein (obwohl es schon weit nach Sieben Uhr am Abend ist wird’s kurzzeitig wieder etwas heller) & ... lasse mich dann vollkommen kaputt (in meinem dämmrigen Zimmer - im gesamten Ort ist die Stromversorgung zusammengebrochen) auf mein Bett fallen: ... eine Stunde (NUR) relaxen, ... ein kärgliches Abendmahl in meinem Hotelzimmer (Fladenbrot, Yoghurtsauce mit ‘Special Indian Spices‘ & Chai), ... einmal (erfolglos!) die TV-Channels durchge-zapt, ... ein (kurzes) Kapitel ‘Kim‘ ... ... & Licht aus! Tja - so unspektakulär KANN ... ... ein schöner, erlebnisreicher Tag sein jähes (horizontales) Ende finden! |
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