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LEMUREN IN FREIER WILDBAHN - TEIL III: INDRIS & MAKIS IM PERINET NATIONALPARK ! ODER: AUF DEN SPUREN DER GRÖSSTEN ... ... & LAUTESTEN (!) LEMUREN MADAGASKARS !
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... von Antananarivo nach Andasibe nahe dem Perinet Nationalpark ... sowie ebenda Trekking (Madagascar)
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Nach der frühen ‘Guten-Morgen!’-Dusche beschließe ich, mir trotz meines heutigen Reisevorhabens ein wenig Zeit zu gönnen. Ich will den Tag in einem neuen Frühstücks-Café begrüßen & steige hinunter ins Stadtzentrum ... ... aber alle (insgesamt drei!) angesteuerten Restaurants sind sich einig: ‘Was? Sonntag Morgen? Und sooo früh ???’ So lande ich schließlich doch (wieder nur) im ‘Blanche Neige’, bestelle einmal das (fast) komplette Speisenangebot & ... ... finde neben den üblichen, französischen ‘Petit-Dejeuner’-Bestandteilen ein Spiegelei sowie eine kleine Bratwurst auf meinem VIEL ZU GROSSEN (weil: trotzdem ‘ach-so-leeren’!) Teller. Eine ‘pralle Tüte’ (äh ... aus dem Eiscafé ‘Honey’) ... ... bringt mich zwar nicht über, aber auf den oberstädtischen Berg. Nachdem ich im Hotel mein ‘Bündel’ gepackt habe, verabschiede ich mich von meiner Herbergerin & lasse mich anschließend von einem ‘2CV’-Taxi (Echt Irre!) durch den chaotischen Straßenverkehr (der auch am Sonntag Vormittag vollkommen verstopften Innenstadt) zur entlegenen ‘Taxi-Brousse-Station Est’ chauffieren: Laut Reiseführer verkehren von dort eine Vielzahl Minibusse & ‘505s’ im Stunden-Rhythmus zum zweieinhalb Auto-Stunden nordöstlich der Kapitale sich im undurchdringlichen Busch versteckenden, kleinen Ort Andasibe - dem Basislager am westlichen Rand des ‘Perinet Nationalparks’, der für seine ‘Indri’-Population berühmt ist. Hm - falls die WICHTIGSTE Information im Buchstaben-Dickicht des letzten Absatzes verlorengegangen sein SOLLTE - hier deren nochmalige Wiederholung: Im STUN-DEN-RHYTH-MUS! Naja - DAS behauptet jedenfalls der ‘LP’-Autor Paul Greenway & ... ... mag ja sein, daß dies NORMALERWEISE auch zutrifft: Aber NICHT, wenn ICH in der Gegend bin !!! DENN ... ... zwar bin ich relativ schnell im Besitz eines Bus-Tickets für ‘die direkteste aller Direkt-Verbindungen’ (man verspricht mir, mich unmittelbar vorm Eingang des ‘Hotel Buffet de la Gare’ abzusetzen), ... AUCH darf ich mir im ‘erschreckend’ modern & komfortabel sich präsentierenden Toyota-Kleinbus meinen bevorzugten Sitzplatz aussuchen (ich entscheide mich für die fenster-seitige Hälfte des Beifahrersitzes), ... ALLERDINGS müssen noch SECHS (!) weitere Freiwillige zur Mitfahrt ÜBERREDET werden! Daher kann sich (wie man mir freundlich grinsend bedeutet) ‘die Abfahrt noch EIN WENIG verzögern!’ Naja - wenn ich IRGENDETWAS in Afrika gelernt habe, dann, was von DIESEM SPRUCH zu halten ist !!! Aber - ich bin wild entschlossen, mir die gute Laune nicht verderben zu lassen & besinne mich auf die so erfolgreiche (weil LUST-spendende) ‘Manakara-Taktik’: - stimme mich durch einige ‘aus den tiefsten Tiefen meiner unteren Bauch-Chakren’ (exakt zwölf Zentimeter unterhalb des Sonnengeflechts!) ans Tageslicht beförderte ‘OMs’ auf Ruhe & Gelassenheit ein, - präpariere & konditioniere mich durch fünfmaliges, lautes Aufsagen meines mir von mir persönlich zugeteilten ‘Sonntags-Mantras’ (sprich: IRGENDWANN - HEUTE - in Andasibe eintreffen - IST, nein: WÄRE ein Riesenerfolg!), - & verlebe in der Folge einen gänzlich unhektischen ‘NICE (though LOST) Sunday Morning at the Station’! Tagebuch & ‘Lonely-Planet’-Studium. Diverse Snacks aus den unter Dampf stehenden Garküchen. Ein paar (wenige) Atmo-Shots ...
... & auch sonst gebe ich mich der sonntäglichen Atmosphäre hin: Für mich (& die anderen Kinder?) gibt es ein antiquarisches Karrussel, auf dessen uralten, verwitterten Holzpferdchen & -schiffchen sich nicht ein einziges Gramm Farbe mehr findet.
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UND zum Karrussel ge-HÖRT eine Musikanlage (mit riesigen, dröhnenden & scheppernden Lautsprecher-Boxen), die das weitere Einzugsgebiet Antananarivos mit den ‘aktuellen Malagasy-Sommer-Pop-Hits’ beschallt! Um es abzukürzen: Bis Halb Zwei Uhr (also gute vier Stunden!) muß ich ausharren, bis der Fahrer (letztlich doch recht unerwartet: ‘Wie? Wirklich JETZT schon ...?’) seinen Minibus startet & unsere Reise Richtung Osten beginnen kann. Aber bereits die äußeren Umstände der Busfahrt entschädigen für die lange Wartezeit: Das Sonntags-Wetter zeigt sich von seiner sprichwörtlichsten Seite - die zu einer ‘netten, kleinen Spritz-Tour’ passende Begleitmusik (amerikanische Popsongs von Tina Turner, Supertramp & ähnlich nicht-belastenden Interpreten), erschallt in eben erträglicher Lautstärke aus der klanglich exzellenten Bordanlage - außerdem erteilt der junge & SYMPATHISCHE Busfahrer seinen Kunden (überraschenderweise!) die uneingeschränkte ‘License to Smoke’ (letzteres übrigens gleichermaßen großzügig wie nicht ganz uneigennützig: Denn ER SELBST raucht AUCH ‘Kette’). Na also: REISE-HERZ! WAS MEHR begehrst Du ??? (äh ... DU & Deine rasselnd pfeifende ‘Reise-Lunge’)? Die Bezirke am östlichen Stadtrand Antananarivos sind ganz offensichtlich den wohlsituierten Bevölkerungsschichten vorbehalten. Die zwar modernen, aber auf antik getrimmten & immer sehr gepflegt wirkenden Steinhäuser weisen nicht selten die Abmessungen regelrechter Landgüter auf! Ob die Eigentümer dieser ‘Properties’ allerdings der madegassischen Bevölkerung angehören ... ... bezweifle ich spätestens, als unser Minibus an einem Anwesen vorüberfährt, dessen Zufahrts-Allee von einem gold-farbenen & blitz-sauberen Hinweisschild geschmückt wird: ‘Villa Hansen’! Zu dem an ein ‘Loire-Schloß aus der Zeit des Louis Quatorze’ erinnernden Prunkbau, gehört nicht nur ein riesiger, garten-architektonisch wohl-durchdacht gestalteter sowie üppig & artenreich begrünter (Schloß-) Park - sondern auch ein wehrhafter, von einer scharf-kantigen Glasscherben-Barriere ‘gekrönter’, etwa drei Meter hoher & aus massiven Natursteinquadern errichteter Schutzwall, der das gesamte Terrain durchschlupf-los einfaßt, für niemanden übersehbar als Privatbesitz markiert & ... ... dem vordergründigen Zweck dient, einen unbefugten Zutritt von ‘Obdachlosen, Bettlern (Schwarzen ...?) & sonstigen, das soziale Gewissen belastenden Subjekten’ ZU VERHINDERN! Hm - Erinnerungen an die im letzten Jahr in Guatemala & Honduras erlebten ‘Hochsicherheits-Trakt-, Trikt- & Trutz-Burgen’ (im Besitz von Herrenmenschen mit ähnlich-verräterisch klingenden germanischen Namen) werden wach ... Der eh schon das Aussehen eines Parks besitzende Vorort Tanas, geht nahtlos in einen akkuraten, augenscheinlich von Menschenhand angelegten Stadtwald über, der im Schutz schattenspendender, monumentaler Eukalyptus-Riesen dem ‘gemeinen Sommerfrischler’ (äh ... ‘finanzkräftiger Hautfarbe’!?) saubere Rast- & Grillplätze sowie die zugehörige Infrastruktur bietet. Die über gutmarkierte Waldwege dahin-flanierenden Menschen sind allesamt ADRETT gekleidet. Naja - halt sonntagsmäßig ... ‘Horst - Du alter Schlunz! Nimm Dir an denen mal ein Beispiel!’ (oder lieber doch nicht ... !?). Auffallend viele Kinder & Jugendliche (ganze ‘Armeen’) tragen ihre Schul- & sonstigen Uniformen spazieren, wobei der Anteil ‘bekennender Baden-Powell-Jünger’ (Standarten, Wimpel & natürlich ‘Wanderklampfen’ mitführend) besonders hoch zu sein scheint. Es folgen eine Reihe kleinerer ‘Villages’ (die sich gleichfalls äußerst adrett & ‘aufgeräumt’ präsentieren) ... ... bis sich nach einer knappen Fahrt-Stunde endlich der östliche Rand der, den zentralen Teil der ‘Hauts Plateaux’ bildenden, weiten Tana-Hochebene zeigt: Aus 1.300 Höhenmetern (über dem ‘Indischen-Meeres’-Spiegel) bietet sich ein beeindruckend-weiter Fern- & Panorama-Blick in ein tief unter uns sich bis zum Horizont ausbreitendes (& die letzten, etwa 150 Kilometer bis zur Ostküste Madagascars hin nur noch minimal an Höhe einbüßendes) satt-grünes Tal! Der Verlauf unserer sich an die Berge & Hügel anschmiegenden Piste ist bis zum schwindel-erregenden Grund des Tales gut sichtbar, obschon sie dort lediglich als dünner, schwarzer Strich ‘ankommt’. Über eine komfortable Asphaltstraße führt unser (nichtsdestotrotz!) dramatischer Abstieg vorbei an talwärts schießenden, immer kristall-klaren Rinnsalen (sowie kleinen Wasserfällen & schäumend-sprudelnden Katarakten) zunächst mitten durch dichten Mischwald-Dschungel. Mit zunehmender Annäherung an die fruchtbare, weil wasserreiche Ebene, nimmt jedoch der Anteil terrassierter Reisfelder an der Landschafts-Gesamtfläche stetig zu ... ... bis ER (der Anteil!) auf Höhe des schnell dahinfließenden, breiten ‘Mangoro’-Stromes schließlich EXAKT 100 Prozent erreicht! Ein ums andere Mal ERWÄGE ich zwar, meine Kamera zu zücken (zumal mein exponierter Sitzplatz eine gute Aussicht bietet & ausreichend Bewegungsfreiheit fürs Handling zulassen WÜRDE) ... aber IRGENDWIE will mich auch nicht der geringste Mini-Schub eines Foto-Fiebers befallen: Daher beschließe ich, die stimmungsvolle ‘Sunday-Afternoon-Sight-Seeing-Tour’ NUR SCHAUEND (& un-gestört) zu genießen & vertage die Erfüllung meiner Dokumentations-Pflichten kurzerhand AUF SPÄTER ... (sprich: bis zur Rückfahrt ‘Le Jour Après Demain’!). Nach zwei zügig absolvierten Fahrtstunden legt unser junger Chauffeur (mit Erreichen der geschichtsträchtigen Ortschaft Moramanga) unvermittelt einen kurzen Snack-Stop ein, der von ALLEN Businsassen nicht nur freudig begrüßt, sondern auch seiner Bestimmung entsprechend genutzt wird: An einem von schieren Kunden-Trauben be- & umlagerten Steh-Imbiss decken sich meine Mitreisenden mit schieren Unmengen von ‘Lebensmitteln aller Art’ ein (gerade so, als läge eine mehrwöchige Safari durch unbesiedeltes Ödland vor uns) !? ICH ... gebe mich mit einer Cola & zwei Croissants zufrieden, die ich mir im Schatten der enttäuschend unspektakulären Hauptsehenswürdigkeit der Stadt einverleibe: Eines Denkmals ... ... welches an die chinesischen Fremd-Arbeiter erinnert, die den ‘Highway’ unter größten Entbehrungen durch den dichten Dschungel von Tana bis nach Toamasina an der Ostküste der Insel (damals von den französischen Kolonisatoren übrigens noch Tamatave genannt) vorantrieben. Das hektische, (trotz Sonntag!) geschäftig wirkende kleine Städtchen verdankt auch seine heutige Bedeutung noch diesem Straßenbau-Projekt: Der Ort fungiert als Verkehrsknotenpunkt zwischen Tana, Toamasina & dem ‘Perinet Nationalpark’ (der von Moramanga aus über eine Richtung Norden von der Hauptstraße abzweigende Piste erreichbar ist) ... ... & LEBT von der (wie wir!) einen Zwischenstop einlegenden & (wie wir ... also: ich meine natürlich DIE ANDEREN!) ALLES, was auch nur entfernt VERDAUBAR zu sein SCHEINT, gnadenlos aufkaufenden & umgehend in sich hineinstopfenden ‘Les-Immer-Essen’-Transit-Kundschaft! Nach einer halben Stunde haben alle Passagiere ihre Sitzplätze wieder eingenommen. Wir begeben uns auf die letzten dreißig Tageskilometer & folgen noch eine weitere, gute Stunde der endlosen Aneinanderreihung von durch üppiges Dschungel-Dickicht verdunkelten Tälern (die von nur sporadisch sicht-, immer aber erahn-baren hochaufragenden, bewaldeten Hügeln & Bergen gebildet werden) ... ... BIS wir (urplötzlich & noch vor dem Ortseingang zur kleinen Holzhütten-Siedlung Andasibe) auf mein Tagesziel, das ‘Hotel Buffet de la Gare’ treffen: Wie der Name der (ehemaligen) Nobel-Herberge bereits vermuten läßt, residert das Hotel natürlich an der kolonialen Eisenbahnstrecke ‘Tananarive - Tamatave’ & ... ... es nimmt den größten Teil der im Jahre 1938 erbauten, einer ‘Alpinen Lodge’ (mal wieder!) nachempfundenen Bahnhofs-Station ein. Leider wurde der Personentransport auf der Bahnlinie vor ein paar Monaten eingestellt. Und so bleibt mir ein weiteres, vermeintliches Highlight meiner Afrika-Reise vorenthalten: Nämlich ... ... den madegassischen Dschungel & die in den Wipfeln der Baumriesen herum-tollenden & -kreischenden ‘Indris’ (sowie weniger spektakuläre Lemuren) aus einem komfortablen Eisenbahnabteil heraus beobachtend & genießend, ... schließlich die üppige Flora & Fauna (doch) ‘hinter mir lassend’, ... auf dem Bahnsteig eines idyllischen & alles andere als afrika-typischen (weil UN-hektischen!) ‘französischen Berg-Bahnhofs’ ankommend! Tja - SOOO (ungefähr!) stellt sich ‘der durchschnittlich-gemeine Mittel-Europäer’ (zugegeben: klischeehaft) SEIN Madagaskar vor !? Aber in Ermangelung eines Zuges kann ich mir MEIN ‘Wunsch-Traum-Bild’ nicht erfüllen. Mir bleibt nur die vergleichsweise unspektakuläre Annäherung im Minibus & ich betrete das koloniale Bahnhofsgebäude durch den Hintereingang - der allerdings in Wirklichkeit (mittlerweile) der Vordereingang ist: Restaurant, Bar & Rezeption des Hotels teilen sich in einen riesigen Saal, der vermittels massiver Holzsäulen & -träger sowohl geschickt unterteilt, als auch atmosphärisch aufgewertet wird. Die beiden uneingeschränkten Blickfänge aber sind ... - ein beeindruckend-großer, aus kaum behauenen Natur-Steinen zusammengesetzt & gemauerter, offener Kamin, - sowie das im Zentrum des Raumes auf einer wurmstichigen Holzkommode thronende & bis aufs kleinste Detail originalgetreu rekonstruierte Modell einer mittelalterlichen Caravelle (einer ‘Kriegs-Caravelle’ ... wie an den lee- & luv-seitig aus dem Schiffsrumpf drohend herauszielenden Kanonen eindeutig abzulesen ist). Im Gegensatz zum ‘Hotel Station des Thermes’ in Ranomafana, stecken die Kellner HIER auch wirklich in (den von meinem Reiseführer fest versprochenen!) antiquierten, aber sehr stilvollen schneeweißen ‘Livrees’! DIES ... ... als Indikator für das im ‘Buffet de la Gare’ herrschende Preisniveau (Gott-sei-Dank: MISS-) deutend, befürchte ich schlimmste Turbulenzen in meiner eh schon arg gebeutelten Reisekasse: ABER ... ... das mir angebotene, zwar etwas heruntergekommen wirkende, jedoch ausgesprochen geräumige & komfortable (sowie über ein RIESIGES ‘Grand Lit’ verfügende) Doppelzimmer, kostet NUR läppische fünf US-Dollar! ‘Well - TO-Day ... ... Seems to be My Lucky Day!’ Ohne Zögern checke ich ein, stecke durch großflächiges (& ... -zügiges) Verstreuen meiner Klamotten MEINEN neuen ‘Claim’ ab & ... ... nehme anschließend (quasi im Handstreich!) das gesamte Restaurant in Besitz (äh: ‘Low Season’): Kaffee sowie Reiseführer-Studium!
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Die EIGENTLICH für den frühen Nachmittag fest eingeplante, erste ‘Indri’-Safari muß ich (LEIDER!) streichen. Die Ranger Station am einzigen Eingang zum ‘Perinet Nationalpark’ befindet sich gute zwei Kilometer von meinem neuen Domizil entfernt & in spätestens einer Stunde wird sich die Sonne für heute final verabschiedet haben. Naja - was man(n) morgens beim Frühstück IMMER ALLES SO PLANT ... !? ... ohne der restriktivsten aller denkbaren Restriktionen hinreichende Beachtung zu schenken - die da lautet (also sinngemäß): ‘Horst - Du Traumtänzer! Zugegeben ... ... Du bist hier in Madagascar! DAS aber gehört IMMER NOCH (& zwar nicht zu unrecht) ... zu AFRIKA!’ Nach einer kurzen Erkundung des zwar in üppig wucherndes Grün gepflanzten, ansonsten aber recht unspektakulären, näheren Bahnhofsgeländes ...
... ziehe ich mich in mein Hotelzimmer zurück & genieße am weit geöffneten Fenster: - den kurzen Blick auf ein vor dem Bahnhof ‘akkurat (in Reihe!) Wache schiebendes Ravinala-Palmen-Spalier,
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- den etwas weiteren Blick auf den, bis unmittelbar ans Bahnhofsgelände heran wuchernden, madegassischen Dschungel, - & beides vor dem ganz weiten Blick auf den am entfernten, grünen Horizont ALLES in einen (über eine enorme Nuancierungs-Palette verfügenden) sehr weichen Rot-Ton tauchenden, madegassischen Sonnenuntergang. WOW !!! Lange ‘Musil’-Lesung bei Schummerlicht (in stabil-horizontaler Rückenlage auf meinem gemütlichen, allerdings überdeutliche Assoziationen an ein Trampolin in mir weckenden Bett) - bis ... ... ja: bis mir mein Wecker (in kongenialem Zusammenspiel mit einem mich wild anknurrenden Magen!) bedeutet, daß es exakt NUN Zeit ist, mich ins Restaurant zu begeben! Zwar sind die Preise für Speisen & Getränke alles andere als bescheiden - aber auch das kann mich nicht von meinem Vorhaben abbringen: HEUTE ABEND ... gönne ich mir mal was! Und WAS? Na: das ‘Menu Royal’! Logisch ... ... zunächst einen sau-guten Tomaten-Käse-Salat, ... gefolgt von ‘Ro-Mazava-Traditional’ (DEM Klassiker unter den madegassischen National-Speisen) - sprich: ein dickflüssiger Gemüseeintopf mit Reis sowie Huhn, Rind oder Zebu als Einlage, pikant bis scharf gewürzt & ohne einen guten Durstlöscher nahezu UN-GENIESS-BAR (‘Strange, but Very Tasteful!’), ... zum Abschluß ‘Früchte der Saison’ (naja, SO wurde die Banane wenigstens auf der Speisekarte angekündigt!), ... dazu gibt’s ein großes ‘Three Horses Beer’ & (äh: hintendrauf) einen Kaffee. Inklusive der Getränke kostet mich das Abendessen (bei Kerzenschein & in auch-sonst stilvoller Umgebung) zwar SATTE, für madegassische Verhältnisse SCHON ZIEMLICH RESPEKTABLE ACHT (!!!) DOLLAR ... ... aber ich fühle mich auch ‘wie der Gegen-Papst (oder doch der Anti-Christ ...?) in Madagascar’! UND ... ich MUSS mir vorbehaltlos zustimmen, als ich (mein omnipräsentes Knausertum beschwichtigend!) anmerke, ‘daß ich mein hart verdientes Zwischen-Ruhestands-Geld schon sinnloser zum Fenster hinausgeworfen habe!’ Apropos ‘sinnlos’: Äh ... ... der stein-alte, weiß-livrierte Kellner strahlt eine Souveränität & ‘Grandezza’ aus, die ich in dieser Formvollendung noch nicht erlebt habe! Seine (offensichtliche!) Glanznummer ist ... ... ‘das einarmige & trotzdem schaum-minimierende Einschenken des Bieres in einen durch bloßen, leichten Druck des Flaschenhalses auf den Glasrand in luftiger Schwebe balancierten & derart (schräg) fixierten, langstieligen Glaskelch!’ SEHR BEEINDRUCKEND, DAS - EHRLICH! NATÜRLICH ... ... versuche ich, in einem unbeobachteten Moment diesen, seinen akrobatischen Trick zu kopieren. Naja - die Tischdecke war EH schon schmutzig ... Gegen Zehn Uhr kehre ich geräuschvoll in mein Hotelzimmer zurück: ‘Nein - ich bin NICHT sturzbesoffen!’ Aber die alten Holzdielen knarren in einer selbst mich zu Tode erschreckenden Lautstärke ... Ich belasse es bei einer nur kurzen ‘Gute-Nacht’-Lektüre, stelle meinen Wecker auf Halb Sechs Uhr ein (morgen RUFEN die ‘Indris’ ... & zwar nicht nur laut, sondern auch FRÜH!), schließe meine vermeintlich müden Augen & ... ... quäle mich (plötzlich wieder hellwach!) noch über ein Paar zwar dunkle, aber eindeutig schlaflose Stunden. Bis ich schließlich DOCH ... ‘SOMEWHEN - (Very) Far after Midnight ... ... (Very: But) Finally ...’
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... Um Halb Sechs Uhr erinnert mich mein Wecker an meine Verabredung. Um Sechs Uhr sitze ich beim Frühstück (der Morgen dämmert schon heftigst). Und um Halb Sieben Uhr (VOLL im Zeitplan!) marschiere ich los ... ... in Richtung Nationalpark! Nach einem knappen (bis dahin) ‘Kilomètre Très Atmospheric’ schließt ein Mountain-Bike(r) zu mir auf: Eugene ... ein ‘Guide Special’, der mich bereits gestern Nachmittag, kurz nach meiner Ankunft im ‘Buffet de la Gare’ von seinen (für mich!) unverzichtbaren ‘Führer-Qualitäten’ zu überzeugen versuchte (die Buschtrommeln funktionieren umso besser, je rarer die Touristen gesät sind!) ... ... glaubt mich systematisch VOLL-QUATSCHEN (mich an sich binden!) zu müssen & will einfach nicht kapieren, daß er mich einfach nur NERVT: DENN ... er zerstört mit diesem, seinem aufdringlichen Tun, GNADENLOS meine kontemplativ-friedvolle ‘Quietly-Walking-(ALONE-through)-the-Early-Morning-Rain-Forest’-Stimmung! Hm ... ... & überhaupt: Thema ‘Guides’! Ich kann ja durchaus VERSTEHEN, daß ‘der gemeine (& mittellose) Madegasse vom fetten Tourismus-Kuchen sein, seiner Meinung nach ihm zustehendes Stück abhaben will’. Und ich WEISS auch, daß sein immenser Stolz (der leider viel prägender ist, als seine, meiner Meinung nach durchaus wünschenswerte Faulheit) ihm verbietet, Geld für eine nicht erbrachte Leistung anzunehmen. UND DOCH: ICH ... würde LIEBEND GERNE ‘meinen ideal-typischen Guide’ dafür bezahlen, daß er mich am Eingangstor zum Nationalpark mit Handschlag begrüßt, mir durch einen lächelnd-beredten Gesichtsausdruck (ansonsten aber STUMM!) ‘A Nice Stay in the Reserve’ wünscht & diesen (meinen angenehmen Aufenthalt) dann dadurch befördert (nein: ihn erst ermöglicht) ... ... daß / indem er mir als langsam am Horizont verschwindender, FIXER (sprich: zurückbleibender!) Punkt hinterher winkt - während ich mich unbehelligt & ALLEINE auf den Weg machen darf! VERDAMMT !!! In dieser einzigartigen, friedvollen & (mit Ausnahme von Naturlauten!) LAUT-losen Natur, BRAUCHE ich keinen Entertainer, der wie ein ‘Rumpelstilzchen’ um mich herum hüpft ... & mich mit seinen Belanglosig- und / oder Selbstverständlichkeiten nicht nur langweilt, sondern ganz entschieden um DAS WESENTLICHE bringt! Aber ... ... der ‘Guide Officiel’ ist in allen madegassischen Nationalparks leider ‘obligatoire’, was mich zur folgenden, mir leicht als (günstigstenfalls!) ‘allgemeine Misanthropie’ oder (weniger wohlwollend, allerdings eindeutig MISS-gedeutet) ‘Madegassen-Hassen’ ausgelegten Selbstverteidigungs-Strategie ZWINGT: Meinen Begleitern mehr oder weniger DEUTLICH zu verstehen geben (naja - halt im reziproken Verhältnis zu deren Sensibilität), daß ich sie notgedrungen (weil: den hiesigen Gesetzen - widerwillig! - gehorchend) neben mir DULDE ... ... sonst aber auch NICHTS! Äh ... SCHNITT! Am ‘Check-Point’ erstehe ich mein Eintritts-Ticket, entscheide mich spontan für den mittel-langen, etwa vierstündigen ‘Circuit Moyen’ (wegen dessen ausgeprägtem ‘Indri-Watching’-Schwerpunkt) & begebe mich, nach Zahlung von weiteren 40.000 F-Mg (für meinen Begleiter) auf den weitverzweigten Trampelpfad-Parcours! Ach ja - übrigens: ... mit Eugene! Hm - obwohl ich EIGENTLICH beschlossen hatte (zugegeben: ein eher kindisches Strafvorhaben für seine frühe & hartnäckig-unsensible Störung!), mir einen anderen Naturführer zuteilen zu lassen ... Aber: zur Zeit ist kein anderer ‘Guide’ anwesend! (‘Lucky You-Gene, You!’). Auf dem extrem flachen, hügellosen Terrain, breitet sich dichter & trotzdem ‘irgendwie kultiviert’ wirkender Urwald aus. Von Anbeginn an drängt sich mir der Eindruck auf, daß der ‘Perinet National Park’ landschaftlich deutlich gegenüber der abwechslungsreichen Topografie & vor Fruchtbarkeit strotzenden, wildwuchernden Flora des unvergleichlichen ‘Ranomafana National Park’ abfällt. Aber ich bin ja nicht wegen der Berge, Bäume & Sträucher hier ... Obwohl: ob DAS wohl auch ALLE HIER wissen ??? Während meine Spannung mit jedem erwanderten Buschmeter zunimmt ... ... weist mich Eugene ein ums andere Mal auf SENSATIONELLE, park-endemische Pflanzen am Wegesrand hin. Aber seine sich in der Aufzählung ‘welcher Heilpflanzen-Extrakt bei welcher Alters-Krankheit angewendet wird ...?’, extrem erschöpfenden Ausführungen, sind für MICH (auch aus weniger naheliegenden Gründen!) ... ... nicht SOOO interessant! Schließlich passieren wir über eine wacklige, alte Holzbrücke einen gemütlich vor sich hingurgelnden, kleinen Fluß. Unmittelbar hinter der Brücke öffnet sich der Dschungel & ... nein: vor uns liegt die park-eigene Fischfarm!
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Um eine ‘knappe Handvoll’ flacher Holzhütten sind ungefähr 20 große, von mäßig hohen Erdwällen eingefaßte Zucht-Teiche angelegt. Eugene berichtet, daß die ‘Produktion’ vornehmlich Karpfen sowie ‘Tilapia’ (einen im gesamten Osten Afrikas verbreiteten, wohl-schmeckenden Süßwasser-Speisefisch) umfaßt ... die entweder wieder in die Zucht wandern oder an Restaurants der näheren & weiteren Umgebung verkauft werden. Die anerkannt exzellente Qualität der Fisch-’Erzeugnisse’, sichert den staatlichen Farmbetreibern bis ins ferne Tana einen festen Abnehmerkreis. ‘Öööh - Äääh ... Oui, Tres Bien - Eugene!’ Aber wenn ich GANZ ehrlich bin, dann muß ich gestehen, daß ich AUCH DAS nicht SOOO interessant finde: Hm - mir steht der Sinn EINDEUTIG nach anderem! Also frage ich ihn ... ohne Umschweife & wohl wissend, daß ich mich hiermit als oberflächlicher, an NICHTS ... als spektakulär-sensationellen Sensations-Spektakeln interessierter ‘08/15’-Tourist zu erkennen gebe: ‘Mais, Eugene ... ... OÙ SONT LES ÖÖÖNDRIIIES ??? Et ... POURQUOI je n’écoute RIEN ???’ Eugene erklärt mir (geduldig), daß der mit bis zu zehn Kilogramm Körpergewicht schwerste & größte Lemur, ein ausgesprochener Langschläfer ist & morgens keinesfalls & niemals nicht VOR ACHT UHR aktiv wird! ‘ACH SOOO ... !!!’ Außerdem ... ... äh: streunen die überdimensionalen Teddys (ihre Standorte permanent wechselnd) HALT-los im riesigen, unüberschau- & noch weniger kontrollierbaren Dschungel-Areal des Nationalparks umher ... ... äh: wobei sie sich in relativ kleinen Gruppen (bis maximal 8 Familienmitgliedern!) recht unaufgeregt & leise fortzubewegen wissen... ... äh: was das Aufspüren der ‘Schrei-Hälse’ nicht gerade zu einer leichten Übung macht, falls sie nicht ... ... äh - ja: falls sie nicht anhand ihrer markerschütternden Schreie geortet werden können ... ... äh: was jedoch auch nicht SO einfach ist, da ihr Gebrüll über eine Distanz von mehreren Kilometern nahezu gleichbleibend laut vernehmbar ist & daher kaum Rückschlüsse auf deren aktuellen Standort zuläßt ... ... äh - hm: ‘Simple Eugene Says!’ Die erste ‘Indri’-Familie, die mir Eugene (quasi: zum Frühstück!) verspricht, SOLL aber relativ problemlos aufzustöbern sein, da die vierköpfige Gruppe derzeit in ihrer Mobilität ein wenig eingeschränkt ist: Die Mutter muß einen gerade mal sechs Tage alten Baby-Wurm mit sich herumschleppen & geht daher momentan (vornehmlich bei den üblicherweise so flink & akrobatisch ausgeführten ‘Hupfern von Ast zu Ast’) ETWAS bedächtiger an ihr sprung-haftes Tagewerk! Naja - wir werden (hoffentlich!) sehen ... Nachdem wir eine halbe Stunde den unerwartet breiten Pfaden durch den Urwald gefolgt sind, fordert Eugene mich (plötzlich) auf, eine Rast einzulegen ...!? ER werde in der Zwischenzeit die Teddys ausfindig machen & MICH (anschließend!) hier wieder abholen. SEHR widerwillig (nur) leiste ich der Anweisung ... ... nein: ‘Dem Befehl meines Führers’ Folge. Hm - ich fühle mich in meiner EHRE verletzt - und geradewegs so behandelt, als sei ICH ‘ein Baby-Klotz am Bein meiner Indri-Mutti’ !? Aber: Was bleibt mir übrig? Aus dem ALLER-letzten Rest des, auf diesen Afrika-Trip mitgenommenen (& nun, nach gut vier Monaten DOCH zur Neige gehenden) Dreh-Tabak-Proviants ... ... rolle ich mir ‘eine schlappe Grisel-Zigarette’ (naja: in der letzten Nacht sind mir die madegassischen ‘Good Looks’ ausgegangen & die ‘Epicerie’-Infrastruktur hier im Dschungel läßt doch ARG zu wünschen übrig!) & ... GENIESSE (mich rauchend auf dem moosig-weichen Waldgrund herumlümmelnd) das mir aus den schwindel-erregend hohen, um mich herum mächtig gen Himmel schießenden Baumriesen entgegen flötende ‘La-Vie-En-Verte’-Vogelkonzert! Plötzlich KREUZT ‘ein verstreuter Einzel-Japaner’ ... äh ... erst (unsicht-, wohl aber hörbar) durchs Gebüsch, dann AUF & schließlich meinen Weg: Er erzählt mir, daß er gestern Morgen eine Wanderung mit Führer unternommen & mithin das Recht erworben habe (inoffiziell zwar, aber von den Rangern still-schweigend akzeptiert), am darauffolgenden Tag OHNE Begleiter den Nationalpark zu durchstreifen. Hm - AUGENBLICKLICH ist mir, als sähe auch ich einen Streifen ... & zwar ‘einen entschieden EINSAMEN Lichtstreifen am entfernten, dunklen Horizont!’ Kurzer Plausch - nein: (ohne Einschränkung) nette Unterhaltung ... ... nach der ich übrigens zu zweifeln beginne, ob er WIRKLICH japanischer Herkunft ist? Zumal er (darüberhinaus ... ‘WIE?’) nur EINE Kleinbildkamera & KEIN Teleobjektiv mit sich führt ...!? Hm - SEHR VERDÄCHTIG !!! Bevor wir unser unterhaltsames Gespräch vertiefen können, kehrt Eugene zurück & vermeldet (sichtlich stolz!), daß seine Späher-Mission von Erfolg gekrönt war: Zwar schlafen die ‘Indri-Mützen’ noch hoch oben (& ... ‘für Anfänger wie uns unsichtbar’) in den Baumwimpfeln - in deren unmittelbarer Nähe aber tollt eine gut zwanzig-köpfige Gruppe hyperaktiver ‘Brauner Makis’ herum ... ... & genau DIE schauen wir uns zunächst an! HELP !!! I’m Really running out of ‘High-Speed’-Films !?! Daher ermahne ich mich zu größtmöglicher fototechnischer Zurückhaltung: Ich gebe mir Mühe (ja: zwinge mich geradezu) extrem zu ‘selektionieren’ ... ... aber die putzmunteren Kerlchen treiben ihre Späß- & Spielchen DERART AUFREIZEND & PROVOZIEREND mit uns, daß ich NATÜRLICH alle guten Vorsätze fahren lasse.
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Als ich nach einer kurzen, aber orgiastischen Viertelstunde wieder zu Bewußtsein komme, trete ich (spät genug!) ... VOLL auf die Film-Bremse! ZUUU SPÄT ??? Naja - nur noch lächerliche zwanzig Bilder bleiben mir für die (hoffentlich noch folgenden!) ‘uneingeschränkten Stars dieses Morgens’: FUCK !!! WIR ZIEHEN WEITER! Denn: Was stört es die Fotografen-Karawane, wenn ein ‘Brauner Maki’ ... ... obwohl: LEICHT fällt es mir nicht! Zwar beunruhigt mich EIN WENIG, daß ich heute Morgen noch keinen einzigen der berühmten, trommelfell-zerfetzenden Territorial-Schreie dieser ‘lautesten aller madegassischen Halbaffen’ vernehmen durfte. Und: Zweifel unterschiedlichster Art (‘Ist dies hier der richtige Ort? Weiß Eugene was er tut? Habe ich eventuell über Nacht mein Gehör verloren?’) steigen in mir auf ...? Aber bereits wenige Augenblicke später, muß ich bei allen zu Unrecht Beschuldigten (vornehmlich: bei meinen Ohren) Abbitte leisten, denn: stattdessen (‘Wie?’) darf ich SIE mit meinen eigenen Augen sehen! Hm - zwar NOCH aus der Ferne (sprich: SIE, weit oben auf dem Dschungel-Blätterdach sich gleichermaßen unbefangen wie genüßlich wachräkelnd) ... ... durch mein Teleobjektiv betrachtet, geben SIE sich jedoch schon zweifelsfrei & ÜBER-deutlich als ‘die GANZ besondere Lemuren-Art’ zu erkennen: Mit ... ... ihrem zottelig-langhaarigen & schwarz-weiß-kontrastierenden Fell, ihren weit aufgerissenen, bohrend blickenden & doch kristall(-glas)-klaren ‘Knopf-Augen’ sowie exakt kreisrunden, hoch- & steif(f)-stehenden Ohren ... ... gleichen SIE (aufs Haar!) den ‘ein jedes Kinderherz schneller schlagen lassenden, putzig-exquisiten Marken-Kuschel-Plüsch-Tieren eines gut-sotierten UND hochpreis-segmentigen Spielwaren-Fachgeschäfts’! Allerdings NUR ... ... solange SIE sich in Ruhestellung befinden! Setzen SIE jedoch ihre ‘nicht-enden-wollend’-langen Gliedmaßen zur Fortbewegung ein, dann wirken SIE urplötzlich alles andere als putzig ... ... & dem ehrfürchtig staunenden Beobachter steht der Mund einfach nur noch SPERR-ANGEL-WEIT OFFEN !!! Hm - heißt es! ‘UND ... ???’ Eugene beruhigt unsere Ungeduld (meine ... & die des Japaners, der sich uns angeschlossen hat) & ORAKELT, daß sich die ‘Indris’ in Kürze ‘aus den höchsten Höhen des Dschungels in unsere platten Niederungen’ begeben & zwecks Futtersuche die ‘frühstück’-reichen Regionen in Erd-Nähe (etwa zwei bis drei Meter oberhalb des Waldbodens) auf- & absuchen werden! ‘Was heißt hier: ORAKELT? Höre ich da einen Schimmer eines Hauchs eines Zweifels an Eugenes Vorhersage? NATÜRLICH ... ... kommt es erstens genau SO & zweitens wie Eugene denkt!’ Immer näher rückt die Familie auf uns hernieder: ‘Papa-Indri’ ... ‘Mama-Indri’ ... ‘Indri-Kindri’ (allerdings schon SEHR erwachsen ausschauend & sich bewegend) ... sowie ‘Baby-Indri’ (kaum bis gar nicht ausschauend, da nicht größer als eine Maus & sich ins zottelige Bauchfell der Mutter vergrabend). Während des Sprungs (sich einzig auf die Spann- & Schnellkraft ihrer unteren Extremitäten verlassend) scheinen sie in der Luft zu stehen. Bei der Landung klammern sie sich souverän & immer (!) erfolgreich mit ihren langen Greifarmen am Stamm des Zielbaumes fest. In Spuck-Distanz unseres Beobachtungs-’Hock’-Ortes, gehen sie schließlich zum angenehmeren Teil ihres ‘Morning Hopping’ über & unterziehen die Blätter-Qualität der neuen Futterplätze einem genüßlichen Geschmacks-Test. KLICK - KLICK - & ... Doppel-KLICK !!! Mittlerweile haben sich (im Schlepptau ihrer ‘Guides’) noch gut 10 weitere Touristen am Ort des Geschehens eingefunden & ... ein unausgesprochener Wettstreit entbrennt: Wer ist in der Lage, die Migrations-Route der haarigen Hochseil-Artisten am besten zu ‘lesen’ & antizipativ vorherzusehen? Sprich - schon mit der Kamera im Anschlag bereit zu stehen, wenn die einzelnen Mitglieder der ‘Indri’-Familie gerade in hohem Bogen angeflogen kommen. Nach einer sehr kurzweiligen (weil arbeitsreichen und freudvollen) Foto-Stunde, ist schließlich auch mein allerletzter ‘200-ASA’-Film bis über den äußersten Filmrand hinaus VERSCHOSSEN & ich beschließe, daß es (für mich!) genug der Treibjagd ist.
Obwohl: WEN hier WAS treibt & WER hier eigentlich WEN jagt ...? Diese Frage ist zumindest offen! Sich an mein persönliches Vormittags-Drehbuch haltend (& gerade so, als hätten sie mich belauscht) stellen die ‘Gum-Jumper’ EXAKT zum gleichen Zeitpunkt ihre Aktivitäten ein (‘Breakfast Is Over!’) ... & verziehen sich (wieder) in die höheren Regionen des licht-undurchlässigen Blätter-Hochwaldes: ‘FARE-THEE-WELL !!! ... ... ihr (vermutlich ungewollten, aber zweifelsfrei SEHR talentierten) fliegenden Clowns, die ihr die Herzen selbst sich (manchmal) für erwachsen haltender Menschen zum kindlich-befreiten Lachen bringen könnt!’ Nein: dies ist KEINE Ironie ... ... sondern ehrlich & wahrhaftig empfunden! Der sich anschließende Spaziergang durch dichten Dschungel zurück zum Parkeingang (mittlerweile doch ‘irgendwie schon tausendmal gesehen’), nimmt nur eine knappe halbe Stunde in Anspruch. Und als wir wieder am ‘Ranger’-Posten EIN-laufen, ist es (gerade mal) Halb Elf Uhr. Ich verabschiede mich von Eugene & gehe umgehend (sowie BESTENS GELAUNT!) daran, meine während der zurückliegenden drei Stunden unterdrückten, nun aber VEHEMENT ... ... äh ... DRÄNGENDEN Bedürfnisse zu befriedigen: ‘Back to Andasibe-Village!’ Hier kaufe ich zunächst Zigaretten, inkorporiere simultan drei Glimm-Stengel (oder doch -Stängel ...? Hm: ‘Scheiß-Rechtschreibreform!’) & lasse mich anschließend (rechtschaffen müde) im rustikal eingerichteten Gastraum des ‘Restaurant Les Orchidées’ nieder: Zweites, warmes Frühstück - bestehend aus ... ... natürlich ‘Ro-Mazava’ (‘Never Change a Winning, ‘coz Filling Meal!’) - heute mal in der Suppen- statt ‘Stew’-Variante, aber sehr schmackhaft! (& ‘nur halb so teuer, wie ...’ - aber ich will nicht permanent über die hohen Lebenshaltungskosten in Madagascar lamentieren), ... sowie mehrerer Kannen dampfenden Kaffees (der Marke: ‘Madagascars Beste Bohnen-Dröhnung’). Gestärkt & (kugel-)rund-um zufrieden, unternehme ich SEHR VIEL SPÄTER einen entspannten Foto-Spaziergang durchs äußerst atmosphärische, mittägliche Andasibe (naja, ein paar licht-UN-empfindliche Filme sind mir noch geblieben): - das einzige Steinhaus (natürlich die Kirche!) bildet mit seinem großen Vorplatz das offensichtliche Zentrum der winzigen Siedlung, - von diesem Zentrum ‘ausgehend’, laden zu beiden Seiten der einzigen, staubigen Dorfstraße knappe zwei Dutzend offensichtlich ur-alte, wind-schiefe & baufällige Holzhäuser (mit ebensolchen Balkonen) zur ‘geflissentlichen Ablichtung authentisch-madegassischen Landlebens’ ein, - gleichermaßen bereitwillig wie ungefragt ‘sich in meine ursprünglich als Still-Leben konzipierte Bildkompositionen drängende Local Kids’, machen die üblicherweise nur mit recht aufwendigen Finten zu bewerkstelligende ‘Anreicherung meiner langweiligen Foto-Motive um ein paar lächelnde & lebendige Neben-Darsteller’ (‘Ein Paparazzo werde ich wohl NIE!’) HEUTE zum ungewohnt-leichten Kinder-Spiel!
Zurück im ‘Buffet de la Gare’ leihe ich mir bei einer netten Hotelangestellten ‘Nadel & Faden’ aus: Während der morgendlichen ‘Chase-The-Indris’-Hetze ist ein Trageriemen meines Fotorucksacks abgerissen (SHIT!) & so darf ich die folgenden, anderthalb Stunden (meine komplette Mittagspause!) als zwar gänzlich unbegabter, aber im vollendet-professionellen ‘Wibbel’-Sitz auf meinem Bett hockender Amateur-Näher verbringen! Es ist bereits Vier Uhr (!) ... ... als ich den zweiten Tages-Höhepunkt angehe - obschon ich DAS (also: daß es einer wird!) zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen kann: Mir Zeit lassend, schlendere ich ein weiteres, zweites Mal (am heutigen Tag) zum Eingang des ‘Perinet National Parks’, zeige dem leicht verdutzten Kontrolleur (um diese späte Tageszeit verirrt sich normalerweise kein Touri mehr in den Park) mein ‘Drei-Tages-Ticket’ & ... ... ignoriere (schlichtweg!) seine krampfhaft-verzweifelten Bemühungen, mir einen ‘Guide’ andienen zu WOLLEN: Heute Nachmittag bin ICH mein eigener Führer! Zwar kenne ich die Strecke (vorbei an Fischfarm & den Karpfenteichen hin zum Start des ‘Circuit Moyen’) schon - jedoch: HIER nun ALLEINE umherzustreunen ... ... jede exotische Blume (‘Très interessant!’) & jedes ‘Strange-Looking Fern’ (dito!) ausgiebig in Augenschein nehmen & anstaunen zu dürfen, ohne beobachtet zu werden (‘Wirklich? OHNE beobachtet zu werden?’) - mir vor dem ‘finalen Setzen des (Kamera-)Schusses’ alle Zeit der Welt lassen zu können ...
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... ALL DIES hat (‘Sorry, Eugene!’) schon eine besondere & ganz eigene Qualität! Naja: ich bin nun mal DOCH eher der ‘Lonely Cowboy’ & ... ‘der gemeine Lemur’ scheint dies nicht nur zu WISSEN, sondern (trotz seines ausgeprägt sozialen Gruppenverhaltens) auch zu LIEBEN! DENN: auch die wechselseitigen Schwingungen zwischen mir & meinen neuen (langhaarigen & zottel-felligen) Freunden, finden HIER & JETZT (& ohne die störenden Ausdünstungen Dritter: ‘Sorry Again, Eugene!’) in geradezu genial-kohärenter Form zu maximaler Interferenz! Äh - ja ... ... wie ich kurze Zeit später feststellen darf: Völlig unerwartet springt nämlich UR-PLÖTZ-LICH ein kleiner ‘Brauner Maki’ DIREKT AUF MICH ZU ... ... & landet (tiefe & knackende ‘Sägezahn’-Grunz-Laute produzierend: ... mich ansprechend? ... begrüßend?) weniger als zwei Meter von mir entfernt in (meiner) Augenhöhe auf einem in den schmalen Dschungel-Trek hineinragenden, dünnen Ast! ZWAR ... ... entfährt mir ungewollt ein überraschtes, (zugegeben: auch) leicht erschrockenes ‘HALLO’! Allem (sich kurz darauf ‘wie von selbst’ einstellenden) Anschein nach, handelt es sich bei dieser, meiner spontanen Äußerung jedoch EXAKT um die ‘Sesam-Öffne-Dich-Formel im Lemuren(-Märchen)-Land’! Mein ‘Willkommensgruß’ trifft auf einen, über exzellente akkustische Eigenschaften verfügenden Resonanz-(Wald-)Boden ... ... & in Windeseile verwandelt sich der nähere Busch-Abschnitt in eine knisternde, raschelnde, wuselnde & grunzende ‘FULLY PACKED Wildlife-Region’: - etwa 20 der kleinen, grau-braunen Faxen-Macher mit surreal RIESIG wirkenden, lid-LOS starrenden, glaskugel-ähnlichen Knopfaugen, fühlen sich von jeglicher Vorsicht und / oder Zurückhaltung entbunden (‘KLAR! Denn sie wissen sich unter Ihresgleichen!’) & ... - beginnen in einer langgezogenen Reihe, einem (für mich zwar unsichtbaren, aber existenten!) ‘optimalen Kreuzweg’ folgend, WILD von der einen Seite des Pfades auf die die andere zu WECHSELN ... - tollkühnste Sprünge in beängstigend sich durch-biegendes, letztlich aber doch immer tragendes leichtes Geäst & Blätterwerk vollführend ... - jeder einzelne (währenddessen) jedoch immer (noch) die Zeit findend, für den aufmerksamen, aber (leider!) ‘flug-UN-tauglichen Artgenossen mir der langen, schwarzen Nase’ ein paar schöne Posen & witzig-akrobatische Figuren in die federleicht-ausgeführten ‘Air-Jordan-Monster-Jumps’ einzubauen & ... - meine aufmunternden Grunz- & Schnalz-Laute (zugegeben: bei weitem noch kein akzentfreies ‘Lemurisch’, augenscheinlich aber DOCH verständlich genug!) mit nie vorher gesehenen (vorhergesehenen?) herz-zerreißenden, packeis-zerschmelzenden & bittersüßen ‘Gold’-Blicken erwidernd! ‘OH, MA - They Are (Definitely) Making Eyes On Me ... !?’ Nach Statur & Körpergröße könnte diese weit-verbreitetste & in nahezu allen Regionen Madagascars anzutreffende Lemurenart übrigens auch als ‘fliegende Katze’ durchgehen.
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Apropos: ‘Hi, Schnuffes! Kannst Du auch fliegen? Nein? Na, dann werd’ ich Dir wohl (neben ‘ner Dose ‘Red Bull’) ein paar ‘Übungs’-Fotos mitbringen müssen ...’ Ich fühle mich VERDAMMT GUT (& jeder kleinste Zell-Baustein meines wachen Körpers & ... äh ... Geistes STRAHLT & LACHT). Meine FreundInnen aber haben heute noch einen weiten Weg vor sich: Und so verschwindet (nach einer mit ausgiebigsten, wohlwollend-einvernehmlichen verbalen UND non-verbalen Gesprächen prall angefüllten, knappen halben Stunde) auch die letzte Nachzüglerin (natürlich wie immer: ‘Lazy Daisy’) hinter der undurchdringlich-grünen Blätterwand & ... ... urplötzlich kehrt wieder friedvolle Ruhe in diesen Waldabschnitt ein! Hm ... ... sieht man einmal ab, vom mich bereits den gesamten Tag begleitenden Vogelkonzert (das allerdings nun, mit zügig sinkendem Sonnenstand, noch an Stimmen-Vielfalt so wie auch an Lautstärke dramatisch zunimmt)! Ich setze meine Wanderung fort! Mein Ziel ist der ‘Lac Rouge’, der sich etwa drei Kilometer südlich des Eingangs zum National Park in einer abgelegenen & unzugänglichen Region des Naturschutzgebietes ausbreiten soll ... ... ‘unzugänglich’ übrigens auch auf eine andere als die erwartete Art: Die Bäume & Farne entlang der nicht-vorhandenen Wegesrand-Begrenzungen rücken immer näher an den nicht-vorhandenen Mittelstreifen des Pfades heran & bieten so den in ungezählten Varianten den Dschungel physisch ausmessenden Wald-Spinnen ein von diesen ausgiebig genutztes ‘Experimentierfeld zum Sammeln von Erfahrungen beim straßen-überspannenden Brückenbau in hängender Leicht-Bauweise ...’ Öfter als mir lieb ist, gerate ich in die Fänge der teils beängstigend großen ‘Viel-Beiner’ ...
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... & anschließend darf ich dann ein eng-anliegendes, wie maß-geschneidert sitzendes ‘Haar-Netz’ mein eigen nennen: SHIT! Die Scheiß-Dinger KLEBEN WIE PATEX! Und deren restlose Beseitigung ist überdies DERART zeitaufwendig, daß ich nach der dritten ‘Gefangennahme’ genervt meine Schritte NOCH vorsichtiger als vorsichtig setze ... & jeden weiteren Kontakt mit dem ‘Madagascar-Wide-Web’ (mww.af ...?) UMGEHE - ich Technikfeind, ich! Einige vorsichtig gesetzte Schritte später, kündigt sich der ‘Lac Rouge’ durch ein kleines Wehr an seinem westlichen Zufluß zunächst akkustisch an. Kurz bevor ich ihn (den See) auch mit meinem Blick erfassen kann, wird dieser jedoch ab- & ins Dickicht gelenkt. Blätter-, Geäst- (ja: eindeutiges Baumstamm-) Wedeln sind die unübersehbaren Indizien für in meiner unmittelbaren Nähe stattfindende, EXTREM-sportliche Lemuren-Aktivität! ABER: obschon ich nicht nur über verschlungene, sondern selbst über nicht-vorhandene Pfade gewandt & geschmeidig (äh ... raubkatzen-gleich!) durch den kaum bis gar nicht durchdringlichen Dschungel SERPENTIE(RIE)RE ... ... will mir die ersehnte, die ‘vollformatige In-Augenschein-Nahme’ der beständig raschelnd auf sich aufmerksam machenden ‘Flying Cats’ NICHT gelingen! Dann muß mir also DOCH der idyllische, in der Abendsonne gleißende ‘Lac Rouge’ genügen: der See ... sowie die erste (bislang überhaupt nicht vermißte: KOMISCH!) Zigaretten-Pause dieser so entspannten & (deshalb?) so überaus erfolgreichen frühabendlichen Busch-Wanderung. Nachdem ich hinreichend Luft, Nikotin & Atmo in mich aufgesaugt sowie ein paar ‘Schlafzimmertapeten’-verdächtige Motive (‘See in üppiger Waldlandschaft’ - einzig die als Elfen verkleideten & einen Reigen tanzenden Lemuren wollen sich nicht einstellen !?) abgelichtet habe ... ... VERSUCHE ich, zwecks Abkürzung des langen Rückweges durch den Park auf die hinter dem See (parallel zur westlichen Parkgrenze) verlaufende, asphaltierte Straße nach Moramanga ÜBER-ZU-HOLEN. DA ... aber sind (waren) die staatlichen Parkwächter VOR, die den einzig möglichen Ort zur Überquerung des doch recht breiten See-Zuflusses vermittels eines äußerst wirren, gefährlich-martialisch aussehenden ‘Stacheldraht-Kunstwerks’ verbarrikadiert haben: FUCK !!! Letztlich bleibt also DOCH nur ‘der Rückweg über den Hinweg’. Die Abendsonne äugt bereits nur noch äußerst knapp über den nahen Horizont & ich spute mich: Denn auf einen ‘Nocturnal Walk’ will ich mich heute nicht (mehr) einlassen! Obwohl ... (wenn ich’s mir recht überlege) sich anläßlich einer solchen Tour vermutlich eine Menge bislang noch nicht von Angesicht zu Angesicht erlebter Waldbewohner erstmalig vor meinem Kameraobjektiv DRÄNGEN würden. Tja - Pech ist nur, daß ich heute ... ... AUSGERECHNET HEUTE (ausnahmsweise!) meine ‘5.000-Lux-Studio-Blitzanlage’ nicht eingepackt habe !? Trotz des leicht beschleunigten Marschtempos, GENIESSE ich (mich in völliger Abgeschiedenheit befindend) den stimmungsvollen Dämmer-Spaziergang durch einen ‘urigen Urwald’, der aufgrund der sich ständig verändernden Lichtverhältnisse seine Farben permanent wechselt. Gegen Halb Sechs Uhr grüße ich den NOCH etwas verdutzter (als anläßlich meines nachmittäglichen Erscheinens schon) dreinschauenden ‘Late-Park-Ranger’ & ... ... schlendere umgehend (ohne mein Tempo zu verlangsamen) über die komfortable Park-Zubringer-Asphaltpiste meiner komfortablen Schlafstatt entgegen. ABER ... ... NOCH ist dieser an ‘Wildlife-Spotting’ so reiche Tag nicht vorüber! Denn auf halber Strecke zu meinem Hotel RAPPELT’S SCHON WIEDER (MASSIV!) in ‘Gebälk & Geäst’: Wiederum ist es eine vielköpfige Gruppe flinker ‘Brauner Makis’, die sich für ihre perlenketten-gleiche Karawane allerdings eine extrem komplizierte Route ausgesucht hat! Die für (einen wie) mich zwar NICHT lesbare, von allen Banden-Mitgliedern jedoch traumwandlerisch GLEICH gewählte Streckenführung im Baum-Gelände (Hm - ich werde, will ich irgendwann einmal WIRKLICH dazugehören, wohl noch HART an meinen ‘Lemurabilities’ arbeiten müssen!), schließt einen VERDAMMT WEITEN SATZ (zwischen zwei Baum-Riesen) ein, der nur auf eine Art bewältigt werden kann! ‘Maki’ (man) muß ... - zunächst den einen (einzig erfolgversprechenden), schwindelerregend hoch nach oben ragenden, gleichzeitig sich aber extrem verjüngenden Ast im ersten Baum FINDEN ... - diesen bis zur Spitze entlang GLEITEN & währenddessen extremste Pendel-Bewegungen (beider: Lemur & Ast!) ignorieren ... - von dort kraftvoll ABSPRINGEN (was bei dem geringen Halt & Gegendruck, den der dünne Ast bietet, nicht ganz einfach ist!) ... - sich dann in der Luft ‘gaaanz LAAANG maaachen’ ... - schließlich (etwa zehn Meter unterhalb der Absprunghöhe) ‘irgendwie den einen rettenden Strohhalm’ im dichten Blätterwerk des zweiten Baumes ERWISCHEN ... - & ... LANDEN! Ein ums andere Mal kann ich diese, an ‘in Reihe geschaltetes Synchron-Schwimmen’ erinnernde Solo-Flugschau eines jeden einzelnen zur Staffel gehörenden Fliegers beobachten & ... jedesmal legt sich nach erfolgreicher Landung ein breites, meine mitfiebernde ‘Mit’-Spannung lösendes (& ... eindeutig: BLÖDES!) Grinsen auf mein verkramptes Gesicht. ALLES GEHT GUT (!) ... ... bis sich die beiden, offensichtlich noch sehr jungen & unerfahrenen Nachzügler an den Start des Hindernis-Parcours begeben: knisternde, mit bloßen Händen greifbare Spannung - die Punktrichter nesteln nervös an ihren bunten Bewertungs-Täfelchen - vom sich nur noch als EIN weit aufgerissener Mund präsentierenden Publikum ist kein Räuspern, kein Hüsteln & kein (sonstiger) ‘Muckser’ zu vernehmen! MEHRMALS spannt sich der kleine, drahtige Körper des scheinbar mutigeren, ersten Athleten bis in die letzte Muskelfaser. Aber der unmittelbar bevor zu stehen scheinende Sprung wird JEDESMAL im allerletzten Moment abgebrochen. Zuschauer mit sensiblerem Gehör müssen die Korrektur- & Hilferufe des verzweifelt Verzweifelnden (‘Mayday! Mayday! Großhirn an Sprungbein!’) mit anhören & ... ... LEIDEN (dicke Schweißperlen auf der Stirn) sichtbar mit! Höher & höher steigen die beiden, bedauernswerten Kerlchen in den brutalst hin & her schwankenden Absprungbaum: - was zwar einerseits die Chance auf einen extrem weiten Sprung, andererseits aber auch die bei der Landung entstehenden (& auszuhaltenden) Kräfte überproportional ERHÖHT, - was (dann) wiederum zwangsläufig, ob des immensen ‘Drucks auf den Skiern’ (?) eine saubere ‘Telemark-Landung’ schier UNMÖGLICH macht & unweigerlich zu schlechten Haltungs-Noten seitens der Punktrichter führen MUSS ... ‘OKAY! ... ... ICH HÖRE JA SCHON AUF!’ WIE ... die beiden ‘Jung-Makis’ die vermutlich größte Herausforderung ihres bisherigen Lebens letztendlich bewältigen, vermag ich trotz angestrengtem Augen-Blinzeln nicht (mehr) zu erkennen - denn zwischenzeitlich hat die stockdunkle madegassische Nacht unmerklich ihren tief-schwarzen Mantel über die gesamte Region gebreitet! In Andasibe ... ... herrscht totaler Stromausfall! Bei meiner Rückkehr sind das weitläufige Hotel sowie dessen lange, knarrende Holzdielen-Korridore an den strategisch-wichtigsten Verkehrs- & Versammlungs-Punkten von schwachem Kerzenschein erhellt: ‘TRÈS atmospheric’! Später am Abend: ‘Light Diner without Light’ (nur ein Salat!) - ‘Heavy Drinking’ (zwei große ‘THB’) - sowie ‘Candlelight-Diary-Session’ ... ... bis sich die Elektrizität wieder zurückmeldet. Zurück in meinem Hotelzimmer genieße ich dann (am weit geöffneten Fenster hockend) zwei lange Zigarettenlängen ... äh ... lang den SEHR nahen, funkelnden & PRALL-gefüllten Sternenhimmel. Und den späten Tagesabschluß bildet schließlich ein ‘langer’ Musil ... Morgen darf ich ausschlafen - denn in Perinet habe ich ALLES erreicht, was der eilig umher hetzende Kurzzeit-Besucher erreichen kann - also: ‘Sie haben ES (sich) VERDIENT !!!’
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