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UND TROTZDEM KOMMT DER FRANZOSE ... ‘RUM’ (NAJA - WENIGSTENS IM FRANKOPHONEN AFRIKA) ! ODER: ALLEIN IN MADAGASKAR ... ... UNTER FRANZOSEN & DEUTSCHEN !
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... von Ranohira nahe dem Isalo Nationalpark nach Fianarantsoa ... sowie weiter nach Antananarivo (Madagascar)
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Donnerstag, 21. Mai bis Samstag, 23. Mai 1998
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Die beiden nächsten (NUR-Reise-) Tage bilden unweigerlich eine Einheit - denn ich habe mich am frühen Morgen entschlossen, mir den Umweg über Toliara zu schenken (Großstadt sowie Strandleben !?) ... ... & mich bereits heute auf den laaangen (& mindestens zwei-tägigen!) Trip nach Antananarivo zu begeben. Aber erstmal Frühstücken ... Obwohl: Begonnen hat der heutige Morgen (um Sechs Uhr!) mit heftigen Klopfgeräuschen an meiner Zimmertüre! Patrice hat im Ort von einem ‘Private Toliara-Lift’ erfahren & informiert mich, daß der Fahrer des ‘504’ in zehn Minuten losbrausen wird & ... falls ich mitfahren will ...? NOCH weiß ich nicht, welch glücklicher Glücksfall ein solches Angebot ist. Da ich mich aber gerade ENTSCHIEDEN habe (& ‘Tana soll es sein!’), muß ich Patrice einen Korb geben: ‘Mais - Merci-Bien!’ ICH LASSE MIR ZEIT ... ... & die Angebote auf MICH zukommen! Währenddessen beobachte ich von meinem gemütlichen Terrassen-Sitzplatz aus (über den Rand meiner dampfenden Kaffeetasse hinweg) ...
... wie alle Reisewilligen konspirative Gespräche (mit jedem!) führen, geschäftig die Hauptstraße hinauf & hinunter wuseln & sich bemühen, Reisegruppen mit gemeinsamen Reisezielen zusammenzustellen. Auch ‘die junge Französin mit dem Waldorf-Lächeln’ (die ich im Zug nach Manakara kennenlernte) ist in der Stadt & fragt mich, ob ich Interesse an der Anmietung eines ‘Taxi Privée’ habe? ABER ... ... nicht genug, daß sie ‘auf dem ein-deu-tig falschen Weg ist’ (nämlich: nach Toliara) - NEIN! Außerdem (& das ist das Entscheidende!) ... ... HABE ICH MEIN FRÜHSTÜCK NOCH NICHT BEENDET - VERDAMMT !!! Gegen Halb Neun Uhr (ich habe gerade genüßlich meine dritte Tasse Kaffee ausgetrunken), spricht mich die Chefin einer fünfköpfigen, mittel-alten Franzosen-Clique an: Die Gallier haben einen ‘Peugeot Cinq-Cents-Quatre’ (inklusive Fahrer) gechartert & noch EINEN freien Sitzplatz in ihrer Privatkutsche zu vergeben ... ... in nur ZWEI Tages-Etappen soll es ‘straight’ bis nach Tana gehen! NA ALSO: ‘Alles kommt zu dem der wartet ...!’ Oder: ‘In der Ruhe liegt die Kraft ...!’ Oder (die eher fernöstlich-philosophische Variante): ‘Setze Dich einfach schweigend ans Ufer des Flusses & warte, bis der Leichnam Deines Feindes ...’ Äh - WIE? ... ... naja! Ich sage natürlich SOFORT zu - packe in Rekordzeit meine Klamotten zusammen & darf (keine zehn Minuten später: alleine!) den Beifahrersitz des SEHR geräumigen ‘Blech-Franzosen’ BESITZEN: ‘FORMIDABLE!’ Die nochmalige Schilderung der landschaftlichen Schönheiten entlang & während dieser schon einmal erlebten Autofahrt erspare ich mir. Die ‘Kreuzfahrt in der komfortablen Nobel-Karosse’ erweist sich als (fast schon unanständig!) bequem! Ich werde von meinen Mitreisenden in Ruhe gelassen & darf ... (da nur ein einziger der fünf Franzosen ein paar Brocken Englisch spricht, ich mich aber weiterhin konsequent an meinen Mehrheitsbeschluß halte, ‘stur-uni-glotten Franzosen mit ebensolcher Sturheit zu begegnen’) ... gleichermaßen lustvoll wie ausschweifend meinen eigenen Gedanken nachhängen. Ich mache mir (ganz egoistisch, ICH!) den Umstand zunutze, daß unser Privat-Fahrer natürlich auf die individuellen Wünsche seiner Privat-Kunden eingehen MUSS & verursache in den landschaftlich anspruchsvolleren Panorama-Regionen diverse Foto-Stops (die von meinen ‘Compains Francaises’ übrigens IMMER enthusiastisch begrüßt, NIE aber selbst initiiert werden !?): ... surreal, weil einfach ZU SCHÖN wirkende ‘Savane-Brun, Route-Rouge, Ciel-Bleu-et-Nuages-Blancs’-Bildmotive,
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... sowie einige spektakuläre Gesteinsmonolith-Schnappschüsse im ‘Reservé Naturelle Intégrale d’Andringitra’!
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Die Zeit vergeht wie im Fluge (was während der beiden letzten, der insgesamt sechs Fahrtstunden, fast wörtlich zu nehmen ist, da unser Chauffeur ‘seiner Mühle ordentlich Pfeffer unterm Heck macht ...’). Schon um Halb Vier Uhr erreichen wir Fianarantsoa. Ich lasse mich von der ‘French Connection’ (sowie der Aussicht auf eine frühe, morgige Weiterfahrt) beeinflussen ... ... & checke im zentralen ‘Hotel Moderne’ ein (‘En Face de la Gare!’): HEUTE gönne ich mir mal einen Hauch von Hedonismus! Naja - sehr schöner (wenn auch überflüssigerweise mit Teppich ausgelegter) Luxusraum mit eigener Warm-Dusche ... äh ... für knappe 9 US-Dollar. Zunächst aber heißt es: Kalkulation des jeweiligen, passagier-individuellen Fahrtkosten-Anteils (gemeinschaftlich & in der ganz großen Runde!). ‘Meine französischen Freunde’ haben zum vorab ausgemachten Preis von 35.000 FMg pro Sitzplatz den kompletten Peugeot gemietet ... ... & sehen sich (während der Fahrer ‘um jeden Sou feilscht’) nun mit dem Problem konfrontiert, neun konstante Einzelkostensätze aufzuaddieren & anschließend auf sechs Kostenträger gleichmäßig zu verteilen ... ... WAS, wenn man von den einfachsten Rechenregeln & -operationen noch NIEMALS NIE NICHT IRGENDETWAS gehört hat, offenbar nicht leicht ist !? AU BACKE! Da ICH NUR zugestiegen bin, schlürfe ich auf der Hotel-Terrasse schweigsam meinen Kaffee & ... HALTE MICH RAUS! (obwohl es mir - zugegeben - VERDAMMT schwer fällt). Meine mich geradezu körperlich schmerzende Zurückhaltung wird mir letztlich jedoch durch eine erste, ‘vage’ Hochrechnung erheblich erleichtert - auf deren Basis ‘die, Adam Riese (vermutlich) für eine Heldengestalt aus der keltischen Mythologie haltenden, gallischen Denksportler & Rechenakrobaten’ meinen Obulus an den Gesamtkosten (gleichermaßen plötz- wie eindeutig fälschlich) mit 40.000 ‘Francs-Malagassy’ angeben ... ... worauf ICH SOFORT zahle (!), mich freundlich verabschiede & fröhlich pfeifend schnurstracks unter die heiße Dusche marschiere! Ebendort: befreiendes ‘... Aaaahhh!’ Exakt mit Einbruch der Dunkelheit (über Fianarantsoa) ... ... BRICHT auch ein durchaus erklärlicher (!) Hunger über mich herein: Ich meide das feudale Hotel-Restaurant (schließlich hat das vergleichsweise teure Hotelzimmer bereits meinen kompletten Tages-Kostensatz verschlungen!), schlendere ins ‘Village’ & spendiere mir (im Speisungs-Lokal des ‘Hotel Escale’) ein einfaches & billiges Abendessen. Hm - der lange Rückweg, vorbei an einigen suspekt-dunklen Gestalten durch die suspekt-dunklen Gassen Fianars, erweist sich zwar als ‘A little bit Thrilling ... ... but: Anyway ...’ Anschließend genieße ich (für ein langes Bier & eine kühle Tagebuch-Session) die angenehm-frische Abendluft auf der Terrasse des ‘Hotel Moderne’, bevor ich mich ins Hotelzimmer zurückziehe & ... nach vollendeter Bettlektüre (gegen Mitternacht) das Licht lösche. Bereits um Halb Acht Uhr (morgen Früh!) SOLL ‘unsere Fähre Richtung Tana die Leinen los machen’ - also: Schnell Schlafen! ...
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... ‘Punkt Sechs Uhr!’ ... zeigt mein Wecker, als ER mich verabredungsgemäß ‘aus der Kiste rappelt’: Auf - Duschen - Packen ... DANN erst (& doch immerhin) Wach Werden! Kurz vor Sieben Uhr sitze ich unter einem wolkenverhangenen ‘Ciel’ (es ist verdammt frisch in Fianarantsoa!) an einem Terrassen-Tisch des ‘Papillon’ & zelebriere das kolonial-landesübliche ‘Petit Déjeuner Francais’. Um Halb Acht Uhr trifft auch unser Privat-Chauffeur am vereinbarten Abfahrtsort ein & erklärt mir (UN-aufgefordert - wieso eigentlich MIR ...?), ‘daß es heute Morgen unerwartet große Probleme bereite, auch nur EINEN Passagier mit dem Fahrtziel Tana aufzutreiben!’ Er habe bereits eine geschlagene Stunde an der ‘Taxi-Brousse-Station’ zugebracht - aber: ‘Rien Ne Va (plus) ...!?’ Hintergrund dieser, seiner ‘listigen’ KOMÖDIE (& die hat gerade erst begonnen!), ist seine gestrige, lange Auseinandersetzung mit ‘Mes Amies Francaises’ über Sitzplätze & Fahrpreise: Letztlich ... hat man sich darauf geeinigt, daß ER (der Fahrer) sich heute Morgen um drei zusätzliche Passagiere bemühen soll & WIR (seine Charter- & Stamm-Klienten) somit für den Trip nach Tana nur den normalen Fahrpreis von je 35.000 F-Mg zu zahlen haben! ‘Okay ...?’ ‘Okay!’ Naja - soweit jedenfalls die getroffene Abmachung! Unser ‘Rouleur’ aber hat NATÜRLICH nicht ‘den Hauch einer Spur eines Interesses, sein fragiles Gefährt mit neun Personen vollzupacken’ ... wenn er aus nur sechs zahlungskräftigen Touris PROBLEMLOS den exakt gleichen Gesamt-Fahrpreis herauspressen kann! Um diese, seine Gedanken nachvollziehen zu können, bedarf es nicht einmal der (auf Reisen durch den ‘Schwarzen Kontinent’ ansonsten unverzichtbaren) Grundkenntnisse des ungeschriebenen Standardwerkes ‘Einführung in die Speziellen Aspekte der Speziellen Afrikanischen Logik’ & ICH ... ... durchschaue diese, seine ach-so-offensichtliche Strategie NATÜRLICH im Bruchteil einer Sekunde! Aber ... Hm - der ‘durchschnittliche Franzmann’ BRAUCHT ebenso wie die ‘durchschnittliche Franzfrau’ (zumal der-/diejenige, der/die außer Französisch NIE eine richtige Sprache gelernt hat, die ihn/sie in logischem Denken geschult & geistige Flexibilität sowohl gefordert als auch gefördert hätte) für diese niveau-mäßig kaum mehr zu unterbietende Denksport-Aufgabe ... (äh: um es vorsichtig auszudrücken!) ... ... naja - ETWAS LÄNGER! ‘ET BON!’ Unser Gepäck wird auf dem Dach des ‘Taxi Privée’ festgezurrt & wir fahren zum nahen Terminal der Buschtaxis: ‘LOOKING FOR PASSENGERS!’ (hm, wie diese naiven Franzosen immer noch glauben) ... In regelmäßigen, etwa zehnminütigen Zeitabständen, holt unser Fahrer zum immer-gleichen Monolog aus & erklärt wortgewaltig meinen mit jedem neuen Anlauf ihn zunehmend mitleidsvoll (IHN!) anblickenden ‘KollegInnen’ ... ... wie ‘außerordentlich (& unerklärlich?) schwer es doch (ausgerechnet heute!) ist, Reisewillige mit dem Fahrtziel Tana aufzuspüren ...!?’ Ich halte mich derweil bewußt abseits - schlendere (ich WEISS, daß ich alle Zeit der Welt habe!) über den hektischen Park- & Marktplatz - & nehme ein zweites Frühstück ein: ‘Petites Grillades’ (frittierte Teigtaschen mit superscharf gewürzten Gemüse-, Reis- und/oder Geflügelfleisch-Füllungen). Hmmmm ...! SEHR lecker! Noch eine weitere halbe Stunde, wohne ich (außer Hörweite, einen Anstands- oder besser: einen Scham-Abstand wahrend!) der sechs-köpfigen Laiendarsteller-Schar bei ihrer morgendlichen ‘Comédie-Francais-Malagasy’ bei - DANN ... ... KANN ich einfach nicht mehr an mich halten & kläre Christophe (den ‘basis-anglo-phonen Franzosen’) in bewußt überschaubar gehaltenen Haupt-Sätzen über ‘das Leben im Allgemeinen & unsere Situation in Fianar im Speziellen’ auf: CHRISTOPHE, wir haben exakt ZWEI Möglichkeiten ... - entweder ... wir entscheiden uns, den Rest des Tages (sonnenbadend?) an der ‘Taxi-Brousse-Station’ hier in Fianar zu verbringen (& ... den derweil mit Tana-Passagieren vollgepackten Fahrzeugen beim Verlassen des Bahnhofsgeländes nachzuschauen / zuzuwinken), - oder aber ... wir tun genau DAS, was unser Fahrer seit nunmehr einer Stunde zu provozieren versucht - & zwar: IHM das großzügige Angebot unterbreiten, für alle neun Sitzplätze finanziell aufzukommen! Hm - meine (berechtigte) Angst, ‘daß dies für einen Franzosen zu schnell und/oder zuviel war’ (& Christophe immer noch nicht KAPIERT hat) ... ... läßt mich abschließend noch hinzufügen: ‘Denn FAKT ist, daß unser Chauffeur keinen weiteren Fahrgast finden WIRD! NICHT, weil er keinen finden kann, sondern (schlicht & ergreifend!) weil er keinen weiteren Fahrgast finden WILL!’ Ob dieser, meiner ach-so-überraschenden Eröffnung, ergreift sichtbar EHRLICHE BESTÜRZUNG Besitz von Christophe & seinen Landsleuten ... ... & sie beginnen (nach einer ‘als fünf-köpfige Salzsäule in Agonie & Konsternanz verbrachten, knapp zweiwöchigen Schrecksekunde’) UMGEHEND, diese NEUE Lage ausführlich ZU DISKUTIEREN! ‘WILMAAA ...!!! Ich werde hier noch WAHNSINNIG ...!!!’ Schließlich kürze ich den quälend auf der Stelle tretenden Entscheidungs-Findungs-Prozeß ab & ... informiere (mit einem keineswegs nur ‘gespielt’ gelangweilten Gesichtsausdruck) unseren Fahrer, daß jede/r von uns 50.000 F-Mg für die Fahrt nach Tana zahlen wird! Oder anders ausgedrückt: Ich überreiche Ihm die JEDE seiner (gerechten!) Bedingungen vorbehaltlos akzeptierende Kapitulationsurkunde & ... ... erkläre Ihn zum alleinigen, überlegenen Sieger des, für nicht-genannt-wollende Angehörige einer bestimmten Nationalität (‘Nein - nicht mal DAS kriegen sie mit!’) überhaupt nicht stattgefunden habenden, früh-sportlichen Wettstreits. Woraufhin sich ... sein Gesicht in ein einziges, breites Grinsen verwandelt, ... sein den gesamten morgen so-mutlos-schlaff wirkender Körper sich augenblicklich strafft (hm, die vormalige Depression scheint wie verflogen !?) ... ... ‘ET: ALLONGS-ONG-FONGS!’ Keine drei Minuten später finden wir uns auf der ‘Route National No. 7’ wieder & brausen Richtung Norden! NICHT ... ... daß etwa der falsche Eindruck entsteht, ich wäre besonders stolz auf mich! Aber meine (zugegeben: AUCH auf Vorurteilen beruhende ... äh ... aber deshalb nicht weniger berechtigte!) ‘TIEF-Achtung für den gemeinen Franzosen’ hat im Laufe des heutigen Vormittags neue Nahrung erhalten & ist noch weit UNTER ‘Null Grad Kalvin’ gesunken! ... ...ja - GENAU: DER Temperatur, bei der selbst französische Moleküle absolut still stehen (obwohl ich nach meinen heutigen Erfahrungen eher der Vermutung zuneige, ‘daß die IMMER STILL STEHEN!’). Eine Schilderung der Sehenswürdigkeiten entlang der bekannten Piste ... ... äh: dito (wie gestern) ... ‘Lunch-Stop’ in Antsirabe! Ich nutze die vereinbarte, einstündige Mittagspause, um mich von meinen französischen Begleitern abzusetzen (Angst vor Ansteckung mit den heimtückischen Bazillen der ‘French-Madness-Disease’ ...?) & ...
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... zu erholen! Denn: seit heute Morgen erstarrt der ‘Pac des Cinq’ leider (!) nicht im erhofften, schambedingten Schweigen, sondern (‘Merde!’) ist nett bis zuvorkommend & sucht das Gespräch mit mir! Nach einer äußerst schmackhaften Riesenportion ‘Poulet Avec Ananas’ (... ‘a la Ochst’ - sprich: in Sojasauce ERSÄUFT!), bleibt gerade noch Zeit für zwei schnelle Zigaretten & ein (kurzes) Durchschnaufen. Dann ist die Pause auch schon vorüber & ich muß zurück zu meiner mich bereits ungeduldig (& freudig!) erwartenden Expeditions-Crew. Während der zweiten Tages-Halbetappe VERSUCHE ich mich an ein paar Spontan-Schüssen aus dem dahin-fliegenden ‘Peugeot 504’ heraus. Aber ich werde den sehr bestimmten Eindruck nicht los, daß ich die interessantesten Motive entlang der ‘leider-viel-zu-guten Asphalt-Rennbahn’ IMMER um (zwar nur wenige, jedoch die entscheidenden) Tausendstel Sekunden verpasse!
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Um Halb Fünf Uhr treffen wir in Antananarivo ein - der zwar unverändert atmosphärischen, aber entschieden NICHT Madagascar SEIENDEN (DAS weiß ich mittlerweile!) Hauptstadt. Letztlich schaffen wir es doch, unseren ängstlichen Fahrer zu überreden, uns nicht am ‘JotWeDe’-Busbahnhof abzusetzen, sondern die zentrale ‘Araben ny Fahaleovantena’ im Stadtkern anzusteuern: ER ... ... ‘hat Schiß vor den kapitalen Bullen’, die seinen Ausführungen zufolge nichts anderes als eine schlagkräftige & -wütige Taxifahrer-Lobby ist & ... die (aus vermutlich originär-pekuniärem Eigen-Interesse) PEINLICHST genau darüber wacht, daß ihrer schutz-(geld-?)befohlenen Stammklientel keine lukrative Touri-Fuhre verlorengeht. Nun ja - der von uns zu entrichtende Fahrpreis ist meiner mitleidlosen Meinung nach EIGENTLICH SO HOCH bemessen, daß ER (der Fahrpreis) ‘eine Tracht Prügel für den Chauffeur’ durchaus (mit) einschließen müßte! Verabschiedung von Christophe & seinen Begleitern: ‘Salut - et Bon Voyage!’ Äh ... ich meine (natürlich!) ... ... ‘Bye, Bye - and Have A Good Trip!’ Ich schultere meinen Rucksack, bahne mir einen Weg durch das dicht-gedrängte ‘Friday-Evening!-Thank-God!-It’s-Weekend!’-Menschengewimmel & steige die (NOCH) ungezählten Treppenstufen zum ‘Hotel Isoraka’ oberstadt-anwärts: Leider (!) ... ... sind die schöneren Zimmer (mit Balkon) allesamt belegt. Aber der mir angebotene, kleine (& allerletzte freie) Einzelraum ist bei einem Zimmerpreis von nur acht US-Dollar durchaus okay! Übrigens: NOCH ... ... kann ich lediglich AHNEN, welch riesiger Batzen Glück mir mit dieser ‘speziell für mich hergerichteten Abstellkammer’ in den Schoß fällt. Nachdem ich jedoch im Laufe des Abends noch mehrfach in die genervt-verzerrten Gesichter meiner (immer noch!) obdachlosen französischen ReisekollegInnen blicken muß (denen das lustige Spielchen ‘Ein Zimmer ... namens Susan ... verzweifelt gesucht!’, spätestens nach Einbruch der Dunkelheit sichtlich keinen Spaß mehr macht) ... ... verdichtet sich meine Vorahnung zur GEWISSHEIT! Tja - ich ‘Horst-im-Glück’, ICH! Auspacken (wohl eher: systematisch meine Klamotten möglichst unsystematisch im Zimmer verstreuen) - kurz Durchschnaufen & -ziehen (also: eine Zigarette) - dann lasse ich mich hinunter nach ‘Downtown’ treiben ... ... aber die Reservierungsbüros (sowohl von ‘Air Mad’ als auch von ‘AEROFLOT’) sind heute (am Freitag) ‘FERMÉ’. Hm - gestern wurde IRGENDWAS von einem Nationalen Feiertag gemunkelt ... Um meinen spürbar aufkeimenden Frust im Keim zu ‘vereisen’, spendiere ich mir ein gewohnt-supertolles ‘Glace Double: Gouts Vanille et Foret Noir’ (in meiner Stamm-Eisdiele ‘Café Honey’) ... bevor ich den Abschluß des ‘lichten Tages’ mit einem frühen Abendessen (inklusive ‘Pferde-Bier’) im SEHR einfachen, sich (daher ...?) zunehmend zu meinem Tana-Stammlokal entwickelnden ‘Restaurant Betoko’ feiere. Nach Einbruch der Dunkelheit klettere ich die steilen, endlos sich übereinander auftürmenden Steinstufen zum ‘Haute-Ville’ hinauf. OBWOHL (ja) mein Reiseführer davor warnt, NACHTS ... in Tana, Treppen zu steigen (von wegen: begrenzter Fluchtmöglichkeiten ‘in Case of A Sudden Attack’) ... ... aber DAS ist mir heute Abend SCHEISS-EJAAAHL: Ich fühle mich unbesiegbar! Tja ... & dann ... ... also dann ... nein: KEIN Überfall! Aber dennoch hält der (frühe) Abend noch einen ‘bunten Strauß blühender Frust-Blüten’ für mich bereit - denn: Im Terrassen-Restaurant des ‘Buffet du Jardin’ sichere ich mir den letzten freien Bistro-Tisch (so weit noch alles okay!), bestelle ein kühles Bier (weiterhin keine Klagen!) & ... bin zuversichtlich, ein bis zwei ruhige Tagebuch-Stunden in netter, madegassischer Freitagabend-Atmo verleben zu dürfen! BIS ... ... ja - bis plötzlich vom Nebentisch unüberhörbar-vernehmliches ‘DEUTSCH’ an mein Ohr dringt! Naja - ‘Deutsch’ ist eigentlich nicht ganz zutreffend !? Denn das von mir zunächst nur aus den A-Winkeln in A-Schein genommene ‘Deutsch-Meister-Trio’ besteht aus einem Sachsen, einem Schwaben sowie einem städtemäßig (&-auch-sonst) nicht eindeutig (eindeutig NICHT!) zurechnungs-fähigen Hanseaten! Die drei IDIOTEN eher fortgeschrittenen Alters (Hm, wieso unterstelle ich Naivling eigentlich unterschwellig, ‘daß Alter vor Blödheit schützt ...?’) diskutieren mit weltmännisch-polyglotter Gewandt- & Allwissenheit ... ... allerdings ‘einen Hauch von Mitgefühl für den armen, bedauernswerten Afrikaner, der es nun mal nicht besser weiß & kann (obwohl: einige von ihnen sind doch immerhin BEMÜHT!)’ STETS (wenn auch eindeutig: alibi-mäßig!) in ihren unsäglichen GEISTIGEN DÜNN-SCHISS einfließen lassend ... ... DAS HARTE LEBEN IN MADAGASCAR! Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Gemeint ist natürlich ... ... ‘das harte Leben des ZIVILISIERTEN MITTELEUROPÄERS’, den es leider ins unterentwickelte & rückständige, kurz: primitive (weil doch so erschütternd afrikanische) Madagascar verschlagen hat! Und angefangen bei ... - den ‘Langusten in Butter’ (‘Die frisch sein müssen!, sage ich immer zu meinem Koch, ‘sonst ziehe ich Dir die Ohren lang! Hahaha!’) über ... - das ach-so-witterungs-anfällige Satelliten-Fernsehen im ‘Hotel Colbert’ (das bei einem Zimmerpreis von 200 DM pro Übernachtung zwar ‘beste Haus in Tanas Oberstadt’: ‘Aber der Service hat in den letzten Jahren doch MERKLICH nachgelassen!’) & ... - den status-ungemäßen Dienstwagen (‘Mein Benz ist SO alt, daß mich die mitleidsvollen Polizisten, die sich offensichtlich nicht die Hände schmutzig machen wollen, schon gar nicht mehr kontrollieren!’) steigt man ... - über die Be-, oder besser: Ver-Urteilung des Verhaltens nicht-anwesender Projektkollegen (‘Frank war fachlich zwar gut, aber er hatte zu viele Frauengeschichten! Hm - was ja an sich nichts Schlimmes & nur NORMAL ist! Aber er hat einfach zu wenig SELEKTIONIERT ... & ALLES gevögelt, was ihm in die Quere kam!’) ... - in DAS HAUPT-THEMA des Abends ein !!! Sie prahlen mit ihren zahllosen ‘Malagasy-Affären’! Übrigens: meist indirekt, indem (abwechselnd) DER EINE gleichermaßen anerkennend wie genüßlich pikante Details über DEN ANDEREN HECHT (vor allem aber: ‘über die total versauten madegassischen Mädchen!’) ausplaudert! Eine selbst-(&-gegenseitig) beweihräuchernde, eine das Klischee noch überbietende, typische ‘Männerrunden-Stammtisch’- (eine ‘weißt-Du-noch-damals-im-Krieg?-&-es-war-nicht-alles-nur-schlecht!’) Stimmung GREIFT UM SICH! Und ... STEIGERT sich mit jedem neuen, anerkennenden Zunge-Schnalzen & aufmunternden ‘Zu-Nicken’ sowie jedem weiteren brüllenden Lacher & zufriedenem Schenkel-Klopfer hin ... zum ‘gemütlichen Sexismus’ (sowie kaum bis gar nicht camouflierten Rassismus - mit faschistoiden Zügen ...?) ... ... obwohl: Spätestens anläßlich meines letzt-erhobenen (ungerechten? einseitigen?) Vorwurfs, würden sich ‘Die Drei von der Tana-Tankstelle’ vermutlich VEHEMENT wehren! Vergessen sie doch NIE, sich zwischen ihren ausschweifenden, sprachlichen Ergüßen IMMER MAL WIEDER (‘denn wir sind ja SO betroffen!’) gemeinsam über die ‘schlimmen Zustände hier in Madagascar’ zu empören: ‘Wo schon dreizehn- bis vierzehn-jährige Kinder auf den Strich gehen & (ein die verbale Äußerung konterkarierendes, vor Geilheit TRIEFEND-NASSES, non-verbales LEUCHTEN erfaßt die Augen des Erzählers!) ... ‘für ein paar läppische Dollar einfach ALLES machen!’ ALLER-spätestens angesichts dieser letzten (& nicht mehr überbietbaren - obwohl: ‘Weiß man es?’) Scheinheiligkeit ... ... WIRD MIR ENDGÜLTIG SCHLECHT! Während ich gleichermaßen krampfhaft wie vergeblich versuche, Tagebuch zu schreiben ... schaue ich (durchaus absichtsvoll) zum Nebentisch hinüber & einem der ‘unbedarften, deutschen Schwätzer’ (die vermutlich hochbezahlte, steuer- und/oder spendengelder-finanzierte Jobs bekleiden) mitten ins Gesicht ... ... dabei die optischen Anzeichen eines unmittelbar bevorstehenden Übergebens (also: meinerseits!) nicht nur nicht verbergend, sondern die zu meinem (für jeden ‘Sehenden’ ersichtlich) gequälten Antlitz passende, akkustische KOTZ- & WÜRG-GERÄUSCH-KULISSE (spontan ... & ohne daß ich mich hierzu sonderlich zwingen müßte) produzierend! Und WAS ERNTE ICH (?) ... ... von meinem (durch mich!) ‘ach-so-abgestraften alemannischen Bruder’ ??? Hm - ein uneingeschränkt wohlwollendes & ebenso freundliches, ja: aufmunterndes (bis leicht verschwörerisch ...? wirkendes) LÄCHELN !!! Apropos ‘verschwörerisch’: Die unmittelbar mich umgebenden, übrigen Neben-Tische werden von einer ganzen Schar, eindeutig professionell ihre Blicke kreisen lassender, ‘Jeunes Filles Indigène’ bevölkert! IRGENDWANN ... wird mir die durch meine Landsleute eh irreversibel vermieste Atmosphäre im ‘Buffet’ (äh ... auch sonst) zu HEISS: Hm - ich muß zugeben, daß eine (ganz bestimmte!) ‘afrikanische Schönheit’ SCHON verdammt verführerisch aussieht! Also greife ich mir meinen Rucksack & schlendere (natürlich alleine!) zurück in mein Hotel! Dort angekommen, muß ich mir (von mir selbst) die Frage gefallen lassen, ob ich etwa (vielleicht ...?) ein ähnlich großes Arschloch bin, wie die ‘Three FUCKING German Idiots’? Naja - halt weil ich die EINE attraktiv fand ...!? Ich verständige MICH aber letztlich (mit MIR SELBST) auf die MICH kaum überraschend makellos exkulpierende Formel: Nicht DASS (mann eine hübsche Frau attraktiv findet), sondern WAS (mann daraus macht) & WIE (mann damit umgeht), ist entscheidend - PUNKT! Unmittelbar nach diesem ‘späten, gedanklichen Höhenflug’ stelle ich (dieses Mal: einigermaßen überrascht!) fest, daß mich der heutige Tag (der heutige Abend ...?) VERDAMMT VIEL ENERGIE gekostet hat. Und daher ... ... bereits um Zehn Uhr (& nach nur einem SEHR kurzen ‘Musil-Hupferl’): AUS DIE MAUS! ...
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... FAULER (& einigermaßen frustrierender ...!?) Tag in Antananarivo! Früh wach & AUF (nach fast zehn Stunden traumlosem Tiefschlaf ist das eigentlich nichts Besonderes). Für den ‘Poste-Restante’-Schalter ist es noch zu früh, aber ich beziehe schon mal einen ‘aussichts-reichen Lauer-Posten’: In einer nahen Bäckerei (mit Namen ‘Les Douze Apotres’ ... richtig: Die Zwölf A-’post’-eln!) erstehe ich ein paar Croissants, ‘post’-iere mich auf der Café-Terrasse des ‘Hotel Colbert’ (mit freiem Blick auf den Eingang zur Haupt-’Post’) & HAUE mir zwei große Tassen Kaffee in meine ‘post’-schläfrige Birne: TAGEBUCH! Um Halb Neun Uhr kündet deutlich sichtbar zunehmende Hektik vor dem palast-ähnlichen Kolonialgebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite von der Öffnung desselben. Aber bereits eine Minute später finde ich mich (FRUSTRIERT, weil: mit der niederschmetternden Auskunft in meinen klingelnden Ohren, ‘daß kein Brief für mich zur Abholung bereitliegt’) auf der Straße wieder ... ... auf dieser schmutzig-deprimierenden Straße ... in diesem (urplötzlich!) sich gewitterwolken-verhangen & häßlich-grau-trübe gebärdend-outenden madegassischen Kapitalen-Moloch! Hm - KEIN BRIEF! ... weder von Mechtild (der ‘schreibfaulen Schlampe’!), ... noch von ‘meinem lieben Schatzilein’ (wahrscheinlich ist das ‘knochenharte Praktikum in Bella Italia’ derart kurzweilig & amüsant, daß kein Gedanke mehr an den ‘alten Eritreer’ verschwendet werden kann - woll!?). Obwohl: vermutlich ist NUR die ‘ach-so-unzuverlässige Welt-Post’ schuld & mein Kummer völlig grundlos ... Wie dem auch sei: Morgen geht es erst einmal für drei Tage auf ‘Indri’-Safari (Richtung Nordosten in den tropischen Regenwald des ‘Perinet Nationalparks’) & ... ... anschließend sehen wir weiter (wobei ‘weiter’, aller sich derzeit abzeichnenden Voraussicht nach, wohl SEHR ZÜGIG ‘Köln am Rhein’ bedeuten wird!). Nach dem Frühstück marschiere ich zum ‘Air-Mad’-Büro im Stadtzentrum, wo ich die Möglichkeiten zu erkunden versuche, meinen ‘Tana-Nairobi’-Rückflug eventuell DOCH um drei Tage zu verschieben. Naja - 3 zusätzliche Tage in Madagascar wären SCHON SUPER! Aber ... ... die Angestellte der Fluggesellschaft (die LEIDER nicht ganz so dumm wie ERHOFFT ist!) unterbricht meinen beabsichtigt unbedarft, unwissend & unschuldig intendierten Redefluß & erklärt mir UMSTÄNDLICH, daß mein Flug-Ticket nur drei Wochen Gültigkeit besitzt. Obwohl - dies sei kein WIRKLICHES Problem! Denn sie hat eine genial-einfache Lösung für mich parat: ‘Sie müssen lediglich 291 Dollar für den zeitlich unbefristeten Flug nachzahlen & dann ...’ Dieses Mal falle ich IHR ins Wort, bedanke mich lächelnd für ‘ihre Hilfe’ & strebe schnurstracks der örtlichen ‘AEROFLOT-Dependence’ entgegen: ... wo ich meinen Rückflug von Tana via Moskau nach Düsseldorf NUN DOCH SCHON für den kommenden Donnerstag ‘zu buchen gedenke’ - für zwar horrende 660 US-Dollar, aber ich verspüre nun wirklich KEINERLEI LUST, 6 LANGE TAGE in meiner afrikanischen Lieblingsstadt Nairobi auf meinen Weiterflug nach Europa zu warten (‘Non, Merci!’). Aber NATÜRLICH haben ‘die Aero-Flotten’ (auch!) samstags geschlossen ... Trotzdem - mein Rückreise- (sowie mein Madagascar-Rest-) Programm stehen seit UNGEFÄHR ETWA GENAU JETZT unumstößlich fest: - morgen besuche ich den ‘Parc National de Périnet’ östlich von Tana (mit seiner tierischen Hauptattraktion: den ‘Indris’ ... der größten & lautesten Lemurenart Madagascars), - Dienstag Nachmittag oder Mittwoch Früh geht’s aller-letztmalig zurück in mein ‘Basecamp Antananarivo’, - hier werde ich dann ALLES daransetzen, ‘in die Donnerstag-Maschine von Aeroflot zu rutschen ... ... & FALLS das wider Erwarten NICHT klappt (äh: als mein allerletztes Trumpf-As im Ärmel, ERWÄGE ich ‘die Spende meiner relativ intakten Leber für den greisen Kreml-Säufer’! DIES allerdings wirklich NUR für den Fall, daß sich das Bordpersonal der ‘Iljushin’ nicht einmal von meinem ‘auf sizilianische & russen-mafiöse Angebote spezialisierten, doppelläufigen Stutz-Derringer’ beeindrucken läßt!) ... - DANN: ja ... dann fliege ich Freitag Vormittag mit ‘Air Mad’ (‘Mad Air’?) nach Nairobi, um den dortigen Billig-Flug-Markt zu analysieren & den nächst-billigsten Flieger mit der UNGEFÄHREN Bestimmung ‘Somewhere ... in the Wider Middle ... of Europe’ zu nehmen! PUNKT! Naja - Stand dieser ‘unumstößlichen Planung’: Samstag Mittag gegen Zwölf Uhr! Guter & billiger Lunch im gemütlichen, kleinen ‘Wohnzimmer-Restaurant Kanto’ nahe des AEROFLOT-Büros. Die verlockende Aussicht auf eine ‘Siesta’ treibt mich anschließend hügelanwärts in mein ‘Hotel Isoraka’: Tja - seit heute spüre ich SEHR deutlich, daß meine Afrika-Reise ihrem Ende zu geht! Ich verspüre keine allzu große Lust (mehr) auf Unternehmungen & ... fühle mich (nach nunmehr knapp 4 Monaten auf staubigen afrikanischen Straßen) doch ZIEMLICH ausgepowert. Um Fünf Uhr (nach dem Verfassen der definitiv letzten Grußkarten dieses Trips) schlendere ich zum ehemaligen ‘Zoma’-Markt, hocke mich unschuldig (& unbedarft wie ich bin) auf Kaffee & Tagebuch in den ‘Salon de Thé’ des kolonialen ‘Hotel Glacier’ & ... ... befinde mich unversehens inmitten eines guten Dutzend ‘sehr attraktiv aus- & angestrengt (vermeintlich) umher-, (in Wahrheit aber SEHR zielgerichtet!) ... äh ... SCHAUENDER, junger madegassischer Frauen!’ Hm - EIGENTLICH nicht direkt unangenehm, IRGENDWANN aber beginnt’s denn doch zu nerven! Daher starte ich bei Einbruch der Dunkelheit zu einem ziellosen ‘Altstadt’-Spaziergang: - durch enge Gassen (& zwischen geschäftigen Souvenir-Verkäufern hindurch) schlendernd, ATME ich die ganz spezielle, franko-afrikanische Atmosphäre Tanas, - die STEIL hügelanwärts (Richtung ‘Oberstadt’) führenden Treppen, wecken in mir Assoziationen an (verdammt weit zurückliegende!) erste Impressionen von & in Montmartre / Paris / France ... ... & lassen mich für Augenblicke das Trügerische der so-friedvoll-erscheinenden Idylle vergessen. Aber bereits hinter der nächsten Straßenbiegung werde ich unsanft auf den Boden der madegassischen Realität zurückgeholt: Dort ... ... wo ‘die Ärmsten der Armen’ nach den besten Schlafplätzen Ausschau halten & sich (mit nichts als ein paar vergilbten Zeitungsseiten ausgerüstet) in dunklen Hauseingängen & Toreinfahrten auf die kommende Nacht vorbereiten. Eine erschreckend große Anzahl (in jämmerlichste Lumpen gehüllter) Kinder befindet sich unter den Obdachlosen ... & obwohl ich WEISS, daß es sich um die ‘gleichen Kids’ handelt, die tagsüber mit lachenden Gesichtern (& hartnäckig wie die Kletten) jeden Touristen um ein paar ‘Francs Malagasy’ angehen ... ... sind es doch nicht ‘die SELBEN’ !!! An Ernsthaftigkeit ihren älteren Leidensgenossen nicht nachstehend, können ihre plötzlich harten, illusionslos wirkenden Gesichtszüge nicht (mehr) verbergen, daß sie viel zu schnell viel zu ERWACHSEN (?) werden MUSSTEN! Antananarivo ist WAHRLICH kein Ort, der Melancholie (oder Sentimentalitäten) gestattet. Für solche Gefühle ist das Leben in dieser Stadt (& zwar ‘das Leben DER MADEGASSEN - Ihr teutonischen SACK-GESICHTER, IHR!’) einfach ZU HART! Und wie auf Bestellung ... Ich strande schließlich im ‘Buffet du Jardin’, verordne mir (gegen das mich umgebende Elend) ein Absacker-Bier, habe gerade den ersten langen Schluck durch meine knochentrockne Kehle zischen lassen ... ... da werde ich DAS WIRKLICHE ELEND DIESER WELT gewahr: Genau! Die ‘un-säg-liche German-Connection’! DIE von gestern Abend! Hm ... & obwohl sich die IDIOTEN am entferntesten Tisch des Gartenrestaurants eingenistet haben, geht mir deren bloße Anwesenheit DERART AUF DEN (Tränen- &-auch-sonst ...) SACK, daß ich zügig (insgesamt exakt drei!) austrinken MUSS & schon um Acht Uhr in mein Hotelzimmer zurückkehre. Während des Rückmarsches zum ‘Isoraka’ muß ich allerdings noch eine Runde ‘Made-Gassen-Laufen der nicht-GANZ-so-schmerzhaften Art’ über mich ergehen lassen: ‘Bon Soir, Monsieur !? Avez Vouz Une Cigarette - pour MOI ? Ou Un Peu de Temps ?’ ... mit hohen Stimmchen & viel-(ALLES?-)versprechendem Tonfall in meine Richtung gesäuselt. Anyway ... Abend-BROT (äh ... -Baguette) sowie ‘Fritteés Petites’ & Mineralwasser auf dem Gemeinschafts-Balkon vor meiner Mansarde. Später lange ‘Musil’-Lesung (die ‘frühen Clarisse-Kapitel-Entwürfe’ ... äh, falls das irgendwer/-wem, irgendetwas ... !?) ... ... & dazu Inhalation einer halben Schachtel ‘Zahnpasta’-Zigaretten ... SHIT! Nur EINEN Moment lang unkonzentriert & SCHON ... ... ist man Besitzer einer Packung E-KE-LI-GER Menthol-Zigaretten! Apropos ‘Zigaretten’: Hier, in Madagascar, raucht man sich übrigens SCHÖN! Die Zigarettenmarke des ‘gemeinen Malagasy’ (sowie eines einzelnen, nicht-genannt-wollenden deutschen Reisenden) hat den viel-versprechenden Namen GOOD LOOK! Nein - NICHT ‘Good Luck’! DAS könnt’ ich ja noch nachvollziehen (obwohl: sooo schlimm sind die ‘Torpedos’ nun auch wieder nicht ...). Hm - ich weiß ja nicht, ob ich befangen bin ... oder ob ich mich ‘sonstwie-einfach-nur’ IRRE ?! ABER: wenn man GENAU hinsieht, dann kann man mit bloßem Auge (& selbst auf GROSSE Entfernung) die ‘ungemeinen Raucher’ von den ‘gemeinen Nichtrauchern’ ... also: IRGENDWIE (naja, so will es mir jedenfalls erscheinen) ... (Noch’n) Apropos ‘Good Look’: Während meines spät-nachmittäglichen Spazierganges bei tiefstehender (vorteilhafter / unvorteilhafter ...?) afrikanischer Sonne, ergab meine (natürlich!) OBJEKTIVE & UNBEFANGENE Betrachtung der unterschiedlichen Darbietungen auf dem, die gesamte Stadt einschließenden LAUFSTEG, einmal mehr das EINDEUTIGE Ergebnis ... ... daß ‘die häßlichsten, dunkelhäutigen Einheimischen’ IMMER NOCH über ein, um mehrere Quantensprünge BESSERES Aussehen verfügen, als die attraktivsten (oder besser: die sich dafür haltenden) ‘bleichen Touris’! Und WER ... zur Gruppe dieser ‘bleichen Touris’ hinzugerechnet werden MUSS, entscheidet sich nicht zuletzt aufgrund der GESCHMACKVOLL-DEZENTEN ART dieser ‘speziellen Spezies der Weißen Rasse’ ... ... ihren besonderen physiognomischen Kennzeichen (entweder kalkwand-weiße oder alternativ krebs-rote Hautfarbe sowie ein Ausmaß an Fettleibigkeit, das ebendiese Haut Belastungen aussetzt ... welche nur im Bereich der ‘werkstoff-zerstörenden Material-Prüfung’ & hier wie dort bewußt in Kauf genommen werden) ... ... durch eine HÖCHSTEN ÄSTHETISCHEN ANSPRÜCHEN genügende, absolut stilsichere Auswahl des jeweils adäquaten ‘Haute-Couture-Accessoires’ zur vollen, ja: geradezu ‘ins Auge des Betrachters SPRINGENDEN’, Geltung zu verhelfen! OOOH - MANN, EH! ES GIBT TAGE ... ... DA WÜNSCHT’ ICH, MEIN NAME WÄR’ STEVIE WONDER !!! (& ... mein ‘Augen’-Merk zielt mit dieser neidvollen Feststellung NICHT auf dessen musikalische Fähigkeiten ab!). Äh - WO WAR ICH ??? Ach ja: Zehn Uhr & ... ... LICHT AUS! Denn: ich KANN & WILL ES nicht mehr sehen ...
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