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Africa 22

LEMUREN IN FREIER WILDBAHN - TEIL II:
K
ATTAS & SIFAKAS IN RANOHIRA !
ODER: TIEF IM ... ÄH ...
... (
HEISSEN) SÜDEN MADAGASKARS !

... vom Ranomafana Nationalpark nach Ranohira nahe dem Isalo
Nationalpark ... sowie ebenda Trekking (Madagascar)

Montag, 18. Mai bis Mittwoch, 20. Mai 1998

Pünktlich um Sechs Uhr schrillt mich mein Wecker in die (nicht ganz so stabile) ‘vertikale Gesäß-Lage’ - denn ...
... EIGENTLICH sah meine heutige Tages-Planung vor:
Um Halb Sieben Uhr (& ohne Frühstück!) die 8-Kilometer-Strecke hügelanwärts zum Eingang des Nationalparks in Rekordzeit NEHMEN & ... von dort aus (spätestens um Acht Uhr!) zu einem ausgedehnten ‘Lemur-Spotting-&-Smooth-Shooting’-Busch-Spaziergang starten!
Nachdem ich aber (im Bett & aufrecht sitzend) die beiden ersten ‘Bonjour!’-Zigaretten in mich hinein gegiert habe, befallen mich ernsthafte Zweifel ‘ob der Sinnhaftigkeit dieses, meines geplanten Tuns’:
‘COZ - I’m Running Out Of Time!’ ...
... was allerdings nicht verwundern darf, denn ‘Madagaskar: in drei Wochen!’ ist nicht SO weit entfernt von der üblichen, japanischen ‘Blitz-Tour-Variante: zwölf europäische Hauptstädte in 48 Minuten!’
Anyway ...
Der gestrige, so unerwartet erfolg-, weil überraschend ‘halbaffen-reiche Halb-Tag im Nationalpark’, erleichtert mir die kurz darauf zu treffende Spontan-Entscheidung ERHEBLICH - & so beschließe ich ...
... mich bereits HEUTE so nahe wie IRGEND MÖGLICH an mein nächstes Etappenziel, den ‘Parc National de Isalo’ nahe der kleinen Ortschaft Ranohira (gute 350, größtenteils erbärmlich-schlechte Pisten-Kilometer südwestlich von Ranomafana) ANZUNÄHERN & derart einen kompletten Madagascar-Tag einzusparen!
Übrigens: was mein Vorhaben ‘so nahe wie IRGEND MÖGLICH’ angeht, sei an dieser Stelle bereits vorweggenommen, daß mich der heutige Tag als einen ausgesprochenen Glückspilz sieht: MEINE ERFOLGS-STORY WIRD FORTGESCHRIEBEN!
Hm - zunächst aber schreiben die jungen Betreiber meines ‘Hotel Station de Thermes’ IHRE Story fort - sprich: sie geben sich weiterhin alle erdenkliche Mühe, mir meine ausgesprochen gute Laune zu versauen!
Nachdem ich mit gepacktem Rucksack (reisefertig ... & auch sonst -hungrig!) im Restaurant Platz genommen habe, erwarten sie mich mit der Hiobsbotschaft:
‘Aujourd’hui - PAS de Pain!’
(obwohl: es hätte schlimmer kommen können).
Also: ‘Café Avec ... Rien!’
DANN zeige ich dem berühmten Kurhotel, das sich allerspätestens mit dem heutigen Morgen als Enttäuschung ERWIESEN hat, meine ‘finale kalte Schulter’ ...
In einem einfachen Bretterbuden-Café (in Sichtweite der Buschtaxi-Haltestelle), scheint man um mein leibliches Wohlergehen erheblich besorgter: Das wort-wörtlich ‘aus dem Russischen ins Französische übersetzte BUTTER-BROT’, Orangenlimonade sowie Zigaretten werden umstandslos bei den umliegenden ... äh ... ‘um-fliegenden Händlern’ zugekauft - ein riesiger Pott Kaffee wird aus der lokal-eigenen Küche beigesteuert - UND ...
... ohne meinen ausdrücklichen Auftrag zwar, ganz entschieden jedoch mit meinem stillschweigenden Einverständnis, befragt ein junger Angestellter (der mutmaßliche Enkel der steinalten, alles-im-Griff-habenden & unablässig freundlich lächelnden Café-Chefin) die Fahrer aller den Ort passierenden Vehikel nach einem für mich passenden LIFT. Kaum habe ich mein Brot ‘verdrückt’ ...
... da heißt es auch schon: EINSTEIGEN & FESTHALTEN!
Letzteres übrigens keineswegs eine bloße Floskel ...
... & trotzdem: Die nun folgende Fahrt auf der Ladefläche eines klapprigen ‘Pick-Ups’ erweist sich (wider Erwarten) als eine der schönsten, bislang erlebten afrikanischen ÖPV-Touren! Übrigens AUCH wegen der zur Trip-Atmo kongenial-PASSENDEN ‘aktuellen madegassischen Pop-Hit-Schnulzen’, die aus einem mit ausgeleierten Gummibändern über der Ladefläche (& unseren Köpfen) notdürftig bis bedenklich befestigten Lautsprecher DRÖHNEN.
Während der ersten halben Fahrtstunde folgt die staubige Piste in engen, bis an den Straßenrand heran dichtbewaldeten Serpentinen-Schleifen bergaufwärts dem entgegengesetzten Flußlauf des Namorona - bis sich plötzlich ein letzter, etwa zwanzig Höhenmeter messender, weißschäumend-brodelnder Wasserfall zeigt & ...
... OBERHALB dieser gewaltigen Kaskade mäandert ein, kaum merkliche Strömung aufweisendes, see-ähnliches & breites Gewässer (der Oberlauf des Namorona) dahin - sich gänzlich unschuldig gebend (nein: eindeutig ‘sich verstellend!’) & mit keiner noch so kleinen Stromschnelle andeutend, in welch tobend-gefährliches Wildwasser er sich in Kürze verwandeln wird: Trügerisch-friedvolle Natur-Idylle ...
... mit (allerdings) dem Potential zur ‘mitreißenden’ Brachialgewalt!
Der Namorona durchkreuzt gemächlichen Tempos eine spiegel-glatte Hochebene, deren ‘kultivierte Nutzung durch die ortsansässige Bauernschaft’ voll & ganz von IHM, dem Fluß abhängt - sprich: Reisfelder, soweit das Auge reicht!
Am entfernten, südwestlichen Horizont (exakt unsere Fahrtrichtung!) läßt sich eine schroff sich vom tiefblauen Morgenhimmel absetzende Gebirgskette erahnen. Bis wir allerdings in deren Nähe gelangen, vergeht noch eine knappe Stunde.
Unterdessen wird die Ladefläche unseres Lasters SYSTEMATISCH mit neu zusteigenden Passagieren bepackt: Der Fahrer gibt mit (zwar) fröhlicher Miene (aber doch) lautstarke Anweisungen ... wie wir (die Fahr-GÄSTE) ... welche Körperpartien ... in welche Richtung zu drehen, wenden & strecken haben, damit sich Platz für einen weiteren (zahlenden!) Mitreisenden ergibt! Das Gepäck (& ich beanspruche mit NUR zwei Rucksäcken noch den mit Abstand geringsten Stauraum) stapelt sich im Handumdrehen chaotisch zwischen den beiden, vollbesetzten Holz-Sitzbank-Reihen sowie unter unseren Füßen (was nicht eben zu einer Erhöhung des individuellen Sitzkomforts beiträgt).
Anyway ...
Schließlich erreichen wir den Rand der Hochebene: in atem-raubenden sowie magen-belastenden Schlangenlinien tastet sich die Piste VORSICHTIG den steilen Hang hinab, bevor sie schließlich mit Erreichen des neuen Höhenniveaus in eine gut ausgebaute, komfortable Asphaltstraße mündet - die (spürbar!) für unseren Fahrer ausreichende Begründung, während der letzten 30 Kilometer bis Fianarantsoa seine ‘Rappelkiste’ mit der konstanten Geschwindigkeit ‘MAXIMAL’ dahinjagen zu lassen UND ... vom Fahrtwind ‘in flatternde Aufregung versetzt, wehen meine sich unter dem Einfluß südlich-afrikanischer Sonne von Tag zu Tag güldener präsentierenden Locken, einer Schiffs-Bug-Fahne in steifer Meeresbrise nicht UN-ähnlich ...’
Naja ...
Es ist exakt Zehn Uhr am noch frühen Morgen (bedenkt man, welch lange Reisestrecke heute noch vor mir liegt) ... als unsere Rakete mit quietschenden & einen leicht verbrannten Geruch verströmenden Reifen in die ‘Station des Taxi-Brousses Fianar’ einrauscht. Und während der ‘Pick-Up’ noch ausrollt, werde ICH bereits von zwei ‘Touts’ in Empfang genommen (die Zeit drängt!): ‘Le Prochain Cinq-Zero-Cinq Va Aller Toute de Suite’!
Noch genau EIN Sitzplatz ist frei - & das Ziel des Busch-Taxis ist ...
... Ranohira: das ‘Tor zum Isalo Nationalpark’! Mir bietet sich also die kaum erhoffte Chance eines Non-Stop-Anschluß-’Fluges’ EXAKT (bis hin) zu meinem vage angepeilten Tages-Etappenziel: WOW !!!
Aber ...
... & JETZT KOMMT’S (ERST RICHTIG)!
Diese zunächst als Verkaufsspruch abgetane Aussage (vornehmlich ‘Toute de Suite’ entspricht in hiesigen Breiten NIE der Wahrheit!), wird mir von einem zuverlässigen Informanten bestätigt, der das Geschehen am Bahnhof seit Halb Acht Uhr am heutigen Morgen (aus originärem Interesse) genauestens verfolgt:
Von MARCO (!!!), dem ‘feurigen Spanier & Madagascar-Fan’ ...
... der mir während unseres zufällig-gemeinsamen Tibet-Trips vor exakt zwei Jahren so manches Mal (mit dem denkbar schwärmerischsten Leuchten in seinen Augen) die landschaftlichen (‘&-auch-sonst’) Schönheiten Madagascars ans Herz legte, in den schillerndsten (äh ... Haut-) Farben ausmalte & mithin nicht UN-erheblich dazu beitrug (‘Steter Tropfen höhlt den Horst!’) ...
... daß ICH HEUTE HIER bin!
Er ist auf dem Weg nach Mananjary (an der Ostküste der Insel), von wo er eine Boots-Tour, entlang des ‘Canal de Pangalanes’ unternehmen will. Marco aber hat nicht soviel Glück wie ich: Seit nunmehr drei Stunden ‘steht er sich die Beine in den Bauch’, ohne daß IRGENDETWAS geschieht ...
Uns bleiben kaum fünf Minuten, uns (GEMEINSAM!) darüber zu wundern, daß wir uns hier, an diesem Ort & zu dieser Zeit (& jeder mit einem anderen Reiseziel) begegnen. Da (schon) ...
... bereitet mein Privat-Chauffeur unserer Wiedersehensfreude auch schon ein jähes, unbarmherziges Ende: Etwa 6 bis 7 Auto-Stunden liegen vor uns ... & deshalb MÜSSEN wir ... spätestens ... genau JETZT ... aufbrechen!
Ich quetsche mich auf den letzten freien Platz in der dritten Sitzreihe der völlig überbelegten Familienkutsche ...
(übrigens: unser Expeditions-Team besteht aus zehn Personen - außer mir & dem Fahrer kauern noch ‘Trois Couples Francaises’ sowie zwei junge, männliche ‘Einzel-Madegassen’ mit übel verrenkten Extremitäten im Wageninneren)
... & winke, während der Fahrer das Gaspedal bereits gnadenlos durchtritt, Marco ein letztes ‘SALUT ET ... jusqu’en Deux Années!’ zu.
Während der ersten 100 Kilometer präsentiert sich die Piste zwar in einem exzellenten Zustand (wir BRAUSEN über augenscheinlich heißen, weil dampfenden Asphalt!) ... die durchhastete Landschaft zeigt sich allerdings von einer extrem langweiligen, eintönigen & nichts-sagenden Seite. Dies ändert sich erst südlich von Ambalavao (einer für ihre attraktive Kolonial-Architektur berühmten, wenn auch kleinen Provinz-Hauptstadt, die WIR natürlich keines Stops für würdig erachten):

   AF1375-AmbalavaoDorfVorBergmassiv   AF1377-AmbalavaoLehmhüttensiedlung

Rechts & links der Straße, deren Zustand sich nun (in Schüben) dramatisch verschlechtert, türmen sich die (gigantischen Monolith-Brocken ähnelnden) Einzel-Berge des ‘Reservé Naturelle Intégrale d’Andringitra’, in dessen Zentrum sich (für uns allerdings unsichtbar) der mit 2.658 Metern zweithöchste Gipfel Madagascars, der ‘Pic Boby’ befindet.
Die SEHR späte Mittagspause nutze ich für einige fotografische Ablichtungen der UNWIRKLICHEN (weil scheinbar grundlos sich aus den spiegel-ebenen ‘Hauts Plateaux’ in luftige Höhen reckenden) Fels- & Gebirgsformationen!

AF1378-AmbalavaoBergmassivDAndringita

Obwohl: Die BESTEN Motive, die ‘Un-Milliard-Francs-Malagasy-Coups-De-La-Lumière’ ...
... liegen EINDEUTIG bereits weit hinter uns!
‘VERDAMMT - warum sagt denn auch niemand aus der übermächtigen französischen Touri-Horde (dem Fahrer) BESCHEID? Muß ich mich denn WIRKLICH um ALLES selber kümmern ... ?’
Die süd-madegassische Viehzucht-Metropole Ihosy bereits in Sichtweite, protestiert unser arg gebeutelter ‘Blechkamerad’ auf SEINE Weise gegen den unzumutbaren Pistenzustand & ... mit einem lauten Knall verwandelt sich der vormals pralle, rechte Vorderreifen in einen schlaff um die Radfelge ‘schlabbernden’ Gummi-Torso ...
... was MIR übrigens gar nicht so ungelegen kommt (denn schließlich muß ich mich ja nicht um ALLES ... GENAU!).
ICH vertreibe mir die willkommene, halbstündige Fahrtunterbrechung (im scheinbar end- & definitiv horizont-losen Hochland) mit (kraft-schöpferischem) Rauchen sowie dem Beobachten & Fotografieren des uns um-gebenden (& ... Gott-sei-Dank! Uns um-GEHENDEN!) ‘Trafic Animale’:

  AF1380-NaheIhosyFinDeLaRue   AF1384-NaheIhosyZebusInDerSteppe

  AF1386-NaheIhosyZebus+Bauern   AF1383-NaheIhosySteppe+Bergmassiv

Allem Anschein nach, ist der in Ihosy stattfindende berühmte (& madagascar-weit größte) ‘Zebu-Markt’ gerade zu Ende gegangen - denn eine über mehrere tausend Köpfe verfügende Karawane langhörniger & fettbuckliger ‘Artgenossen ihrer heiligen indischen Brüder & Schwestern’ trottet STOISCH (ohne auch nur einen einzigen, kurzen Blick zur Seite zu werfen) die Piste sowie deren bis zum beiderseitigen Horizont reichende, dunkelrot-farbene Seitenstreifen entlang.
Hm - beeindruckend, DAS!
In Ihosy angekommen, parkt unser Fahrer seinen ‘505’ in der Nähe des zentralen Marktplatzes & verschwindet mit dem ‘Platten’ in einer Autowerkstatt. Scheinbar traut er sich nicht, die noch vor uns liegenden, letzten 100 Straßenkilometer bis Ranohira ohne funktions-tüchtigen Reservereifen anzugehen ...
... & er wird vermutlich wissen, WARUM!
Also - darf ich einen weiteren, gut einstündigen Zwangs-Stop genießen, in dessen Verlauf ich jeden Quadratzentimeter des ‘Busch-Taxi-Bahnhofs’ einzeln vermesse:
- rauchend & (gleichzeitig!) schlendernd (ich bin ja eher der Multi-Tasker!),
- die, sich genußvoll (!) langweilend, den Abend ‘herbei-wartenden’ Einheimischen beobachtend,
- sowie mit der über den Platz wuselnden Dorfjugend herumflachsend!

AF1389-IhosyAtmoBusbahnhof

In Ausübung der letztgenannten Disziplin unterläuft mir schließlich ein peinlicher Faux-Pas: Ich biete einem mich aus 10 Metern Entfernung eindringlich anstarrenden & nicht aus seinen großen Kuller-Augen lassenden Knirps von meinem Mittagessen (einer Tüte Erdnüsse) an. ER aber ziert sich & quittiert meine aufmunternden Zurufe lediglich mit stummen, hilflosen Blicken in Richtung seines etwas abseits stehenden Vaters! Da ich mir seine übertriebene Schüchternheit nicht erklären kann, entwickle ich einen, für mich eigentlich völlig un-typischen ‘Ehrgeiz in Freundlichkeit’ bis ...
... ja, bis mir urplötzlich klar wird (ich Spätzünder, ich!), daß der (bedauernswerte & traurigste Blicke, die selbst einen Stein zum Weinen bringen könnten, verschickende) Junge TAUBSTUMM ist!
Ich starte einen allerletzten Versuch ... & ‘fröhne (gleichzeitig) meiner alternativ-touristischen Arroganz’: Ich BELÄCHLE (in seine Richtung ... kopfschüttelnd & augenzwinkernd) die, in modische, khaki-farbene Shorts gewandeten & lässig um den Hals baumelnde Riesen-Kameras wie Schmuck vor sich hertragenden, ‘ETWAS ANDEREN Mitglieder meiner Reisegruppe’ ...
... aber: KEINE CHANCE!
Mein ‘kleiner, trauriger Freund’ ist selbst durch diese (doch so witzige, ODER?), ‘unsere heimliche Verschwörungs-Aktion’ nicht zu erheitern: ‘MERDE !!!’
Pünktlich zum Einbruch der Dämmerung nehmen wir das letzte Teilstück der heutigen Etappe in Angriff ... & zwar über eine, bis zur Stadtgrenze Ranohiras lediglich UNGEFÄHR auszumachende & extrem bodenwellige ‘Sand-Pur’-Piste: Der ‘kryptische Geisterbahn-Trip’ gewinnt zwar zwischenzeitlich durch einen sich alle-Zeit-der-Welt nehmenden, super-tollen (weil KNALL-ROTEN!) Sonnenuntergang eine ganz spezielle ‘Stratosphären-Atmosphäre’ (mindestens!) ...
... ansonsten fällt mir während der beiden letzten Fahrtstunden jedoch nichts Erwähnenswertes (mehr) auf. Naja - ob der doch SEHR langen Tagesetappe, macht sich zunehmende Müdigkeit in meinem Kopf breit. Mehrfach donnert mein schläfriger Schädel gegen die Seitenfenster-Scheibe (‘BROCH!’) ...
... was dann zwar zu einer schmerzhaft-bewußten, aber nie länger als eine Viertel-Stunde andauernden Schlafunterbrechung ...
(‘et ... ainsi de suite’).
Um Sieben Uhr tauchen wir aus stockfinsterer, madegassischer Natur auf ... & in die kleine, aber unzweideutig (noch) belebte Siedlung Ranohira ein! Die in meinem ‘LP’ vorab ausgeschauten Hotel-Alternativen befinden sich allesamt (alle drei!) an der gleichen Straßenecke - was nicht weiter verwundern darf, denn SEHR VIEL GRÖSSER als dieser ‘umbaute Verkehrsknotenpunkt’ IST der Ort am Rande des ‘Parc National de Isalo’ (auch) NICHT!
Im ‘Hotel Berny’ finde ich ALLES, wonach mir mein Rest-Sinn heute Abend (noch) steht: ein geräumiges, sauberes (& mit einem Preis von NUR 6 Dollar vergleichsweise billiges) Zimmer ‘avec Douche Froid et Toilette Communal’ ...
... sowie (HUUUNGER !!!) das Hotel-Restaurant!
Äh ... dessen unbestreitbar heimelige Atmosphäre (offener Kamin mit idyllisch flackerndem Holzfeuer: Trotz einer ‘Altitude’ von NUR 840 Höhenmetern wird’s in Ranohira abends empfindlich kühl!) nach meinem ersten, flüchtigen Blick in die Speisekarte allerdings ein wenig leidet ...
... denn ES ist alles andere als BILLIG! (nun ja - vermutlich machen die immensen Transportkosten für Lebensmittel in den Tiefen Süden Madagascars den weit größten Posten in der Menü-Kalkulation aus ... !?).
ANYWAY ... !!!
HEUTE ABEND (nach DER Marathon-Tour!) ...
... SPIELT GELD KEINE ROLLE!
Ich spendiere mir ein oppulentes Abendmahl: bestehend aus ‘Zebu-Ragout in Honig-Soße’ (echt LECKER!), Fritten & einem GROSSEN Salat ...
... äh ... sowie einem mindestens ebenso großen ‘Three-Horses-Beer’.
Nach diesem langen Reise-Tag (& diesem üppigen Nachtmahl) verspüre ich wenig bis gar keine Lust, meine Tagebuch-Notizen auf den neuesten Stand zu bringen. Stattdessen GENIESSE ich (dem Kaminfeuer eine halbe Stunde ... & zwar uneingeschränkt wohlwollend zuschauend, ansonsten aber) NICHTS-TUEND schlicht ‘mein Angekommen-Sein’.
Später (in meinem Hotelzimmer) klappen mir vorwarnungslos bereits um Neun Uhr (!) erstmalig die müden, bleischweren Augenlider zu: UND ...
... trotz des VERDAMMT LAUTEN Stromgenerators im Hotel-Innenhof (das ‘Berny’ ist eines von genau ZWEI Häusern in Ranohira mit, allerdings privat-produzierter Elektrizität!) schlafe ich unmittelbar nach diesem ersten Hinweis auf meinen scheinbar immensen Energieverbrauch ...
(‘HUNDEMÜDE! ... äh: Wovon eigentlich?’ ‘EGAL!’)
... EIN! ...

... AUSSCHLAFEN!
Da ich zwei komplette (!) Tage am gleichen Ort verbringen werde, läuft mir hier & heute Morgen nichts weg! Also: NACH Neun Uhr auf & ausgiebiges Frühstück auf der sonnigen Restaurant-Terrasse des ‘Berny’ ...
... mit VIEL Kaffee, einem stärkenden Tomaten-Omelette sowie (hinterher) Tagebuch. Anschließend noch ‘ne EISKALTE Dusche sowie Anlegen eines Komplett-Sets Frischwäsche. Ich weiß, daß ich mich wiederhole - aber DIESES Gefühl kann nur nachempfinden, wer ...
IST JA GUT!
Dann ...
... äh ... zweites Frühstück & nächste, längere Tagebuch-Sitzung im luftigen Dachgeschoß-Speiseraum der unmittelbar auf der gegenüberliegenden Straßenseite (unübersehbar!) residierenden ‘Berny’-Konkurrenz ‘Les Joyeux Lemuriens’:
Das ‘urst-URIGE Hexen-Haus’ besteht nahezu komplett aus Holz, das in den weithin sichtbaren Signal-Farbtönen ‘Baby-Blau’ & ‘Weiß’ gestrichen wurde. Die einzige Ausnahme ist das Dach, das die ‘Häuslebauer’ (scheinbar nach Lust & Laune) aus guten fünf Dutzend rechteckigen Wellblechplatten zusammengeschustert haben & ...
... die äußerst behelfsmäßig wirkende Konstruktion macht einen nicht gerade übermäßig vertrauenerweckenden Eindruck (naja - jedenfalls eingedenk der in dieser Region durchaus HEFTIG wütenden ‘Rainy Season’).

AF1393-RanohiraHotelLesJoyeuxLemuriens

‘Anyway - this is Definitely a Nice Place to spend some Time!’
Gegen Mittag raffe ich meinen (sich ERSTAUNLICH leicht an diesen ‘Easy-Going-Lifestyle’ adaptierenden) Körper letztlich doch (noch) AUF & schlendere (schleppe mich) gemächlichen Schrittes zum ‘Accueil du Parc’ (dem Info-Bungalow am Eingang zum Nationalpark).

AF1394-RanohiraIsaloNP

Die Mittagssonne steht mittlerweile exakt in ihrem Zenith & an diesem südlichsten Aufenthaltsort meines gesamten Afrika-Trips (nicht einmal mehr EIN mickriges Breitengrädchen entfernt vom ‘Wendekreis des Steinbocks’) herrschen bei Tage lähmend-HEISSE Temperaturen. HIER (wo?) ...
... kaufe ich das für drei Tage gültige Besucherticket zum für alle madegassischen NP’s gleichen Standard-Preis von 10 US-Dollar, buche für den frühen Nachmittag einen Parkbegleiter (wie immer ‘Obligatoire’), der mich auf einer der kürzeren, angebotenen Wanderungen zum ‘Piscine Naturelle’ lotsen soll (naja - Akklimatisierung & erste Erkundung des mir noch unbekannten Terrains) & ...
... erstehe schließlich noch zwei Postkarten, die (HOFFENTLICH!) eine für den ‘Isalo National-Park’ repräsentative Bildsprache sprechen:
NATÜRLICH Lemuren-Motive! Mein Versuch, die stimmungsvollen Ansichtskarten möglichst umgehend um kongeniale, gezackte & ‘staats-tragende’ Kleinst-Motiv-Bilder zu ergänzen (‘Wie Bitte?’), scheitert (fürs erste) an der angestellten-freundlichen Pausen-Regelung im örtlichen Postamt!
Stattdessen unternehme ich einen netten ‘Gehe-In-Die-Mittags-Sonne!-Begib-Dich-Direkt-Dorthin!’-Spaziergang durch die Gemeinde ... äh ... dessen Länge sich aufgrund der übersichtlichen Anordnung des nicht mehr als zwei Dutzend Häuser & Hütten umfassenden Dorfes (quasi: naturgegeben) als EHER KURZ erweist.
Trotzdem: einige, wenige Atmo-Shots.

       AF1392-RanohiraLandestypischeLehmhütte   AF1390-RanohiraLehmhütteUnterBaum

AF1391-RanohiraHütte+Strohdach

Schließlich ...
... wird es HALB ZWEI UHR & mein offizieller Begleiter erwartet mich schon vor dem ‘NP-Bureau’. Übrigens ERWARTE ich dieses Mal nicht nur keine, nein: dieses Mal SEHE ich auch (wirklich) keine Lemuren (was am frühen Nachmittag, ‘wenn alle Hüpfer eh schlafen!’ ... aber nun WIRKLICH nicht überraschen darf).
ABER der ‘Parc National de Isalo’ hat neben seinem überbordenden Tier- (speziell: Lemuren-) Leben noch eine weitere Sensation zu bieten ...
... denn an diesem faszinierenden Ort erhebt sich aus einer horizontlosen, flachen Savannen-Grassteppe ein unwirkliches, riesiges Bergmassiv: Im Laufe der Jahrmillionen hat die all-&-immer-gegenwärtige Erosion aus ‘Jura’-Sandgestein bizarrste Fels-Formationen kreiert, die dem ‘phantasiebegabten Betrachter reichlich steinigen Anlaß zur Demonstration seiner Interpretations-Fähigkeiten bieten’!
Oder (bildhaft ausgedrückt): Mir präsentieren sich die Zufalls-Ergebnisse einer gigantischen, scheinbar von Zyklopen-Hand durchgeführten ‘Blei-Gieß-Aktion’ ...
Für die einheimische Bevölkerung stellt das Gebirge einen mystisch-heiligen Ort dar! In den zahllosen (von Wind & Wasser in das Sedimentgestein gegrabenen? ... gewaschenen? ... geblasenen?) Höhlen finden nicht nur ein Teil der hier lebenden Lemuren einen Unterschlupf für die Nacht - sie dienen auch (noch heutzutage) den Anhängern der animistischen, madegassischen Ur-Religionen aus den wenigen, umliegenden Ortschaften als Begräbnis-Stätten für ihre Verstorbenen!
Entsprechend rücksichtsvoll sollte man als Touri (sprich: Eindringling!) die Berge durchwandern - denn eine ganze Reihe für ‘Nicht-Eingeweihte’ nicht erkennbare ‘Fadys’ (Tabus) befinden sich weitverstreut in dem unübersichtlichen Terrain & die Gefahr ist groß (& sehr real), die Gefühle der Einheimischen durch eine unüberlegte ‘Annäherung an verbotene Plätze’ zu verletzen.
Also: ‘Vorsicht & Zurückhaltung, Horst!
(du grober Elefanten-Klotz, Du!)’.
Die monumentalen, aus dem ‘Nichts’ aufzusteigen scheinenden Berge exakt im Visier, führt uns ein Trampelpfad zunächst etwa drei Kilometer schnurgerade durch sanft in der leichten Brise wogende Getreidefelder.

       AF1397-RanohiraSteppe+IsaloNPBerge   AF1399-RanohiraIsaloNPBergmassiv

AF1396-RanohiraIsaloNPBergmassiv

Nur SEHR vereinzelt, spendet eins der durchweg mickrigen Bäumchen ein wenig Schatten. Die einzige Abwechslung während des langen, schweißtreibenden Marsches bieten:
- das zwar leise, in der ‘uns schluckenden (fast) ABSOLUTEN Stille’ aber trotzdem deutlich vernehmbare Gezwitscher einer uns eskortierenden Vogelkolonie (mein Begleiter scheint übrigens ein ausgesprochener Ornithologie-Fachmann zu sein, denn jedesmal wenn sich ein ‘Piepmatz’ geräuschvoll am Wegesrand niederläßt, zeigt er mit weit ausholendem Gestus in dessen Richtung & preßt den immer-gleichen Ausruf, ein bewundernd-ehrfürchtiges ‘BIRD!’ hervor ... & durch diese, seine ‘gute Schule’ kenntnisreich belehrt & angeregt, entwickle auch ich mich in kürzester Zeit vom Novizen zum Profi ... ‘im Identifizieren von ... äh ... BIRDS!’),
- sowie die durch die Felder hüpfenden & sich durch diese hindurch fressenden, sichtlich gut genährten Heuschrecken (allerdings scheint die Bevölkerungsdichte, also: ‘Grashüpfer-Fantastilliarde pro Quadrat-Halm’, doch deutlich geringer als noch vor wenigen Tagen in den Feldern zwischen Manakara & Ranomafana erlebt).
Die Mittagssonne knallt aus einem ungetrübten, fleckenlos-blauen ‘Bilderbuch’-Himmel auf uns herunter. Der Spaziergang über die ‘Open Plains’ wird schnell zur reinen Tortur & unser Marsch-Motto (obwohl unausgesprochen) KANN nur lauten:
AUGEN ZU & DURCH!
Nach einer guten Dreiviertelstunde nimmt uns (unmittelbar vor dem ersten Berg-Anstieg) ein kleines, schattenspendendes Wäldchen auf ... sowie ein ‘Nationalpark-Ranger’ (der mein Besucherticket kontrolliert) in Empfang - sichtlich froh über unsere Gesellschaft einen kurzen Plausch ‘anzettelt’ - & mir zum Abschied das obligatorische ‘Bonne Chance!’ hinterherruft.
Dann ...
... wird’s WILD!
Ein extrem gewundener, dramatische ‘Auf-&-Ab’-Sichten bietender Kraxel-Pfad zwingt uns zu einer steilen Kletterpartie. Ich unterbreche ein ums andere Mal die Gipfelerstürmung & VERSUCHE mich an Fotos von:
- den rechts & links des schmalen Trekks gute 200 Höhenmeter ansteigenden, vertikalen Felswänden (‘Optimales Free-Climber-Trainingsgelände, Mechtild!’),
- sowie den mit bloßem Auge im Berg auszumachenden, legenden-umrankten ‘Four-Thousand Holes ... (at Blackburn, Lancashire! - In Memory of John L.)’.
Als wir schließlich den Bergkamm erreichen (& den tunnelartigen Passweg durchschritten haben), präsentiert sich mir ein phantastischer & unverstellt-weiter Panorama-Ausblick auf ein welliges Bergplateau: Sandige Trampelpfade zeichnen beliebig wirkende, in der Nachmittags-Sonne gold-gelb-glitzernde Linien zwischen, durch & um ein chaotisches Labyrinth aus bizarren, spitzeckig & scharfkantig aufragenden Gesteins-Skulpturen!

         AF1406-IsaloNPFelsen+Berghöhlen   AF1409-IsaloNPFelsenPfad+Wolken

         AF1413-IsaloNPAtmoFelsen+Tal   AF1407-IsaloNPBizarreFelsenlandschaft

Schließlich zeigt mir mein Führer den Felsen, der im Volksmund ‘Das Krokodil’ genannt wird. Hm - nett eigentlich!
Ich will mich revanchieren ...
... & mache ihn kurzerhand mit dem ‘stoppelbärtigen & maskierten Panzerknacker mit der Nummer 605 (der gleichnamigen AG) aus Entenhausen / Disneyland’ bekannt.
Aber - entweder ich bin nicht in der Lage mich verständlich zu machen oder mein Begleiter ist vollkommen humorlos ... ?
Durch die zwischenzeitlich aufziehende, mit irrem Tempo das Firmament entlang rasende Teilbewölkung, entstehen permanent neue Lichtverhältnisse, im Wechselspiel von Licht & Schatten ständig sich verändernde Farbkombinationen auf den surrealistische Motive produzierenden Felsformationen & Gesteinsschichten. Ich gebe mir zwar alle erdenkliche Mühe, diese faszinierende Landschaft (in einer wie verzaubert wirkenden Atmosphäre) authentisch abzulichten ...
... WEISS aber bereits, während ich dieses Vorhaben noch umzusetzen versuche, daß meine fotografische Ausbeute mich nicht zufriedenstellen wird. ‘Tja, Hans - ich muß Dir Recht geben: Fotografieren ist halt DOCH MEHR als KNIPSEN!’
Übrigens: (weiterhin) keinerlei ‘primative Privatissimés’ ...
Naja - muß ja auch nicht sein, ODER?
Nach einer kurzweiligen, (denn doch eher) ‘knipsend’ verbrachten Wander- & Kraxel-Stunde zwischen den Felsgruppen des Berg-Plateaus, läßt sich bereits aus größerer Entfernung eine kleine Oase erahnen ...
... oder handelt es sich nur um eine Fata Morgana ...?
Nein! Ein dichtes Wäldchen (bestehend aus Nadelgehölz, Palmen & hohen Farnwedeln) sowie ein stetig an Lautstärke zunehmendes ‘Wildbach-Rauschen’ kündigen (optisch UND akkustisch) unser Tagesziel an: das ‘natürliche Schwimmbad’!
Es folgt ein kurzer, aber dramatischer Abstieg hinein in eine tiefe Schlucht (wo uns eine ‘semi-feuchte Fluß-Durch-Querung’ erwartet).
Und dann (?) ...
... dann zeigen sich mitten im wildwuchernden Dschungel-Grün (tief unten in einer schwarz-glänzenden, dachlosen Felsgrotte) plötzlich DOCH NOCH ‘ein paar blaß-häutige Primaten’: Eine Handvoll geschickter Halb-Affen (der Untergattung ‘Lemur Turistica’) hocken, mit knatsch-bunten Badeshorts und / oder Bikinis gleichermaßen auffällig wie (nur) spärlich bekleidet, unter einem weit auskragenden Gesteins-Überhang auf einem nackten, glatten Felsen ...
... & lassen sich genießerisch bis lustvoll (augenscheinlich nach einem Tauchgang im, den Felsen um-spielenden blau-grünen & doch kristall-klaren Wasser ... was einer kleinen Sensation gleichkommt: gingen doch die Lemurenforscher bislang davon aus, daß madegassische Halbaffen ‘Wasser scheuen’ !?) von den raren, ihre Liege-Statt nur zur Hälfte auslechtenden & bereits spürbar schwächer werdenden Nachmittags-Sonnenstrahlen verwöhnen, erwärmen & trocknen!
Mein madegassischer Begleiter macht sich sofort (das Erfrischung versprechende Nass fest im wortlos-starren Blick) an den Abstieg zum ‘Freibad’, während ich (für mich) beschließe, daß ich mir das nicht antun MUSS & ...
... mich stattdessen (ebenso wortlos) an die Erkundung des kleinen Flüßchens begebe, dessen Oberlauf das natürliche Schwimmbecken speist: Eine himmlisch-ruhige halbe Stunde verbringe ich relaxend - sonnenbadend - rauchend (natürlich!) - sowie fotografierend.

AF1415-IsaloNPTeichImÜppigenGrün

               AF1416-IsaloNPTeichImÜppigenGrün     AF1417-IsaloNPTeichImÜppigenGrün

Bei letzterer Disziplin gelingen mir schöne ‘Mirror-Lake’-Bildkompositionen (wie mir scheinen ... äh ... will !?) sowie ein paar hübsche Ensemble-Ablichtungen einer besonders originellen Spezies der auf Madagascar in unbeschreiblicher Artenvielfalt anzutreffenden Palmgewächse.
Der lange Rückmarsch ist schließlich nicht mehr GANZ SO spektakulär - zumal viele ‘späte Touris auf der Piste sind’ (worunter die vormals atmosphärische, einsame Natur-Idylle entschieden leidet!).

AF1422-IsaloNPAtmoBergmassiv

Pünktlich zum vollendeten Sonnenuntergang (also: um Halb Sechs Uhr!) biegen wir in die Hauptstraße von ‘Ranohira-Village’ ein & verabschieden uns: ‘Au Revoir et ...
... A Demain - Sept Heures du Matin - Au Point!’
Denn morgen steht eine Halb-Tagestour zum etwa 20 Kilometer nördlich von Ranohira sich ins Bergmassiv grabenden (nein: nur so GENANNTEN!) ‘Canyon des SINGES’ an. Hm - diese ‘sprach-&-auch-sonst-UN-begabten Kolonial-Franzosen’ wußten (schon damals nicht!) ‘keine Affen nicht von keinen Lemuren zu unterscheiden ...
... die Doofen, DIE!’
Im enttäuschenden, weil extrem kalt-atmosphärischen ‘Fast-Food-Restaurant’ des (zwar aus-, aber nicht nach-gewiesen) besten Hotels der Stadt (Vorsicht: ‘Hotel de l’Orchidée!’), begnüge ich mich (entgegen meiner ursprünglichen Absicht) mit NUR einem Kaffee & ziehe mich UMGEHEND in mein gemütliches Hotelzimmer zurück:
‘Nun ja - somit hätte ich das denn auch gesehen ...’
Lange Dusche - kurze Reise-Lektüre - sodann (& den Tag abschließend) mache (& trinke!) ich mich im Restaurant meines ‘Hotel Berny’ BREIT:
sättigendes Abendessen (die in Madagaskar quasi unumgängliche ‘Soupe Chinois’ sowie ein mir völlig unbekanntes & darüberhinaus auch unaussprechliches indonesisches Nudelgericht) - nur EIN (äh ... allerdings ‘Nine-Horses’-) Bier - dazu (& hinterher) Tagebuch & Reiseführer-Studium.
Bereits um Zehn Uhr lösche ich in meinem Zimmer das Deckenlicht, versuche (mit offenen Augen im dunklen Raum) zwischen monoton-artifiziellem Stromgenerator-Dröhnen (hindurch) noch das eine oder andere südmadegassische Naturgeräusch zu erlauschen ...
... aber schon kurz darauf fallen meine blei-schweren Augenlider mit einem (vermutlich!) vernehmlichen Krachen ... ZU!
Tja - denn ...
... EINSCHLAFEN macht mir zur Zeit UNGEWÖHNLICH WENIG PROBLEME !?
Ob da etwa eine Korrelation besteht, zwischen diesen, mich so ‘überraschenden Non-Insomniacs’ UND ‘exzessiver Leibesertüchtigung & -bewegung in gesunder Naturluft & -umgebung’ - Fragezeichen !?
Und mit dieser ...
... mich allerdings nicht WIRKLICH quälenden (!) Frage ...

... Früh Wach & Früh Auf!
Heute ist Wandern angesagt & ...
... (hoffentlich!) auch ein guter ‘Watch-the-Lemures-PLAY!-Day’.
Um Viertel vor Sieben Uhr sitze ich gut gelaunt beim Frühstück auf der noch bitterkalten, aber zunehmend unter den wärmenden Einfluß der soeben aufgehenden Sonne geratenden Terrasse des ‘Hotel Berny’, genieße einen Becher (in der eisig-frischen Morgenluft EXTREM dampfenden) Kaffee sowie die Aussicht auf die (noch) gänzlich UN-hektischen Vorbereitungen, die am nahen Obst-&-Gemüse-Markt getroffen werden.
Um Viertel nach Sieben Uhr erscheint mein ‘Guide’ & ...
... meldet sich krank! IMMERHIN aber hat er seinen Vertreter nicht nur schon organisiert, sondern (gleich) dabei: Patrice ...
... einen netten, wenn auch nur leidlich Englisch sprechenden Bewohner des kleinen Dörfchens Ianaboty (20 Kilometer nördlich von Ranohira, direkt am Rand des ‘Isalo’-Massivs gelegen), der auf mich von Anbeginn an einen weit sympathischeren Eindruck macht als sein (gestern) schweigsamer & nicht sonderlich bemüht wirkender Vorgänger.
Durch die leeren Gassen der kleinen Stadt marschieren wir zum nördlichen Orts-Ausgang Ranohiras & tauchen (dort angekommen) sofort in dichte, mannshohe Getreidefelder ein - im wahrsten Wortsinn: Die sich eng an den schmalen Trampelpfad drängenden Kultur-Pflanzen sind noch morgentau-feucht & nach einer halben Stunde (‘Crowling in & through the Corny Waves’) sieht meine Hose aus ...
... ‘als hätte ich sie von oben bis unten BEPISST!’ Dem vom ersten, zurückgelegten Meter an tief & ehrlich empfundenen Trekking-SPASS, tut DIES jedoch keinerlei Abbruch ...
Die visuellen Eindrücke der Wanderung (HIN zum Canyon) sind zwar natur-gewaltig, auf die Dauer aber doch recht eintönig & ... schnell geschildert: Das gewaltige ‘Isalo-Bergmassiv zu unsrer Linken’ (& immer in konstanter Sichtweite) führt der kaum erahnbare Fußweg zwölf schnurgerade Kilometer durch eine flach vor uns sich ausbreitende, riesige ‘Getreidekammer im Ursprungszustand’.

AF1423-IsaloNPSteppengras+Berge

Abwechslung bieten einzig:
- sehr rare, nie aus mehr als (maximal) fünf Hütten bestehende Siedlungen, um die IMMER (mindestens) fünf hyper-aktive Kleinkinder herumtollen (‘Wink! Wink!’),
- sowie ein knappes halbes Dutzend schmaler (vom nahen Gebirge auf unseren Pfad zu gurgelnder & glucksender) Bächlein, die uns zwar je einen konzentrierten ‘Auf-zu-neuen-Ufern’-Sprung abverlangen, nie aber unser flottes Marsch-Tempo auch nur graduell beeinträchtigen (geschweige denn ein wirkliches ‘X-Ing’-Problem darstellen).
An einem dieser Flußläufe (dem Menamaty), legen wir nach einer vollen Stunde des zügigen Wanderns eine erste Zigaretten-Pause ein.
‘Halfway to the Canyon!’, raunt mir Patrice zu.
Eine (nicht minder stramme) halbe Wanderstunde später, läßt sich der Eingang des Canyons bereits problemlos ausmachen (obschon wir noch ein gutes Stück entfernt sind): Denn ...
... in unmittelbarer Nähe der weit auseinanderklaffenden, senkrecht gen blauem Himmel aufragenden Bergfelsen, parken (eine exzellente Orientierungshilfe abgebend) zwei schneeweiße Minibusse!
Tja - die wanderfaulen und / oder fußkranken Touristen lassen sich über die, einen weiten Bogen um Ranohira schlagende, befahrbare Piste bis exakt dorthin chauffieren. Und ICH bin mal wieder DER EINZIGE BLÖDE, der ‘ökologisches Bewußtsein’ zeigt ...
... natürlich OHNE, daß es irgendetwas bewirken oder irgendwem auffallen würde!
Äh ... und / oder wenn (?), dann werde ich höchstens mitleidig belächelt: Da ich mir ja OFFENSICHTLICH die komfortable (& dabei ‘gar nicht mal so teure!’) Fahrt im Minibus nicht leisten kann - ich arme Sau, ich!
‘Hm - aber DA stehen WIR ja meilenweit drüber! Gell, Wollie ...!?’
Bevor wir uns unter DIE ETWAS ANDEREN TOURIS mischen (obwohl: die sehen das vermutlich genau andersherum!) legen wir eine zweite Rast ein. In einem lauschigen & schattigen Wäldchen zwischen dem Eingang zur ‘Affen-Schlucht’ ...

AF1432-IsaloNPCanyonDesSinges02

... sowie dem gähnend leeren, öffentlichen Zeltplatz erwarten mich ... äh ... ‘DRINGENDE Geschäfte’:
- zunächst muß ich dem mich freundlich begrüßenden (weil wiedererkennenden) ‘NP-Ranger’ (& Job-Rotator?) mein Besucherticket unter die Nase halten (SCHNELL!),
- anschließend ziehe ich mir (hastig zwar, aber doch mit größtmöglicher Konzentration ... ‘um nur ja kein Bläschen zu verfehlen!’) einen lebensrettenden ‘Nikotin-Torpedo’ durch mein komplexes & weit-verästeltes Atmungsorgan-System (SCHNELLER!),
- DANN erst ... verschwinde ich (mich auf mein Gespür für Timing nicht nur verlassend, sondern auch ... äh ... könnend) gerade noch rechtzeitig ‘mal FLUX hinterm nächsten Baum’!
Hm - erste (noch) leichte Anzeichen eines sich entwickelnden (& zu-was-auch-immer auswachsenden) ... ‘FLUX’!
‘SHIT !!!’
(... stimmt genau!).
Schließlich (& endlich) aber ‘ebbt ES ab & ... wir gehen ES an!’
Wir folgen einem kleinen Flußlauf, der uns (über Stock & Stein) eine unwegsame Route TIEF hinein in das exotisch-paradiesische, zunehmend enge Gebirgstal weist:
- das kristallklare (& in den sonnigeren Passagen gleißend-glitzernde) Wasser plätschert & gurgelt über spiegelglatt geschmirgelte Felsen,
- eingefaßt wird die augenscheinliche ‘Lebensader’ durch einen üppigen Dschungel, der vornehmlich aus einer immensen Vielfalt unterschiedlichster Farngewächse sowie in alle Richtungen wachsender Palmen besteht,
- jeder Quadratzentimeter des Bodens ist mit einem dichten, weichen Moos-Teppich bedeckt (aus dem Orchideen-Sträucher ihre farbenprächtigen Blüten treiben).
Das sowohl uns, wie auch die ‘floristischen Canyon-Bewohner’ nur äußerst unzureichend, weil sehr löchrig beschirmende Blätterdach, inszeniert (mit der kongenial-tatkräftigen Unterstützung einer auf die Region gnadenlos-konstant niederbrennenden madegassischen Sonne) ein beeindruckendes, zuweilen die Augen schmerzendes ‘Licht-&-Schatten’-Schauspiel:
- niemals zuvor war mir bewußter, daß die mich umgebende Vegetation LEBT (deutlich sichtbar recken alle Pflanzen ihre Triebe der messerscharf sich von der Dunkelheit absetzenden, wachstumsförderlichen Sonnen-Ein-Strahlung entgegen),
- mir bieten die ‘himmel-hohen Durch- & Ausblicke’ die Chance, einige Fetzen der steilst aufragenden, schroffen & die dramatische Schlucht begrenzenden Felswände zu erspähen!
UNS aber bleibt kaum Zeit, diese faszinierende Naturlandschaft zu genießen: WIR sind auf ein anderes, ein (noch!) LEBENDIGERES Spektakel aus!
Wir lassen daher nach nur 500 Canyon-Metern die Schlucht links liegen & kämpfen uns (in der Folge) Meter um Meter hügelanwärts in den dichten Dschungel hinein. Bereits mein erster ‘faunischer Kenner-Blick’ verrät mir AUGENBLICKLICH:
‘THIS Definitely IS Lemure-Country !!!’
(... & SO ISSET!).
Kaum haben wir uns 100 Meter ins Dickicht geschlagen, da dringen auch schon eindeutige Laute unverwechselbar lemurischen Ursprungs an unser Ohr. Weiterhin lassen sich in den höchsten Regionen der Baumwipfel unregelmäßige Blätter-Bewegungen beobachten, die UNMÖGLICH NUR auf die leicht säuselnde Brise zurückgeführt werden können. Wir WISSEN, daß sie ganz in unsrer Nähe sein müssen - schleichen vorsichtig (jedes Geräusch vermeidend) voran & ...
... dann (plötzlich!) SEHEN wir SIE:
Eine etwa fünfköpfige ‘Katta’-Familie (im Englischen weit treffender ‘Rind-Tailed Lemurs’ genannt), die selbst ICH anhand des auffallenden schwarz-weiß-geringelten, körperlangen & schlaff herabhängenden Schwanzes zu identifizieren in der Lage bin.
Die Lichtverhältnisse sind heute ETWAS besser, als im finsteren Urwald von Ranomafana: UND ... ohne mein bewußtes Zutun, verwandelt sich mein rechter Zeigefinger in ein zuverlässig & pausenlos arbeitendes, durch Menschenkraft (wenn auch NUR reflexhaft) betriebenes ‘Kameramotor-Surrogat’.
Dieses Mal zücke ich GLEICH den mit lichtempfindlichem Filmmaterial ‘gefütterten’ Fotoapparat & ... innerhalb von nur wenigen Minuten, ist ein voller halber Diafilm VERSCHOSSEN! Hm - hoffentlich nicht vergeudet ... !?

         AF1436-IsaloNPRingTailedLemur     AF1439-IsaloNPRingTailedLemur

ZWAR ...
... zeigen die ‘Vollblut-Akrobaten’ auch einige spektakulär-witzige Kür-Figuren aus ihrem schier unerschöpflichen Flugschau-Repertoire (mit dem mutmaßlichen Titel ‘Flying (MP) Circus - without Net & Double Ground’) ...
... DIESE MOTIVE aber sind NUR bei exakter Berücksichtigung der naturgesetz-mäßigen Abhängigkeiten zwischen Brennweite & Belichtungszeit einerseits, sowie hyper-fokusaler Entfernung & Schärfentiefe andererseits ...
Lange Rede - kurzer Sinn:
Für MEIN eindeutig überfordertes ICH ...
... eindeutig: ‘ACH - VERGISS ES!’
Ich beschränke mich also auf Still-Leben (überlasse DIE ANDEREN BILDER den auf dieses Teilgebiet der Foto-Kunst spezialisierten & für diesen Job besser ausgerüsteten ‘Aktionskünstlern’) & ... FÜGE mich bei den Flug-Elementen in die mir zustehende (mir quasi auf den Leib geschriebene) Rolle: nämlich ...
... das unausgesetzt-wiederholte Stammeln des einzigen Ausrufs, den ich noch fehlerfrei zu artikulieren in der Lage bin ... ‘IRRE !!!’
Nach einer halben Stunde fragt Patrice (vorsichtig) bei mir an, ‘ob wir uns denn nun mal so langsam in den Canyon begeben sollen (wollen)?’ ICH aber habe NOCH LANGE NICHT GENUG!
‘Damned Boring Fucking Shitty Shit-Canyon! THE LEMURES ...
... that’s why I’m HERE !!!’
Zugegeben: das ist nicht der originale Wortlaut, mit dem ich seine (freundlich vorgebrachte & eigentlich gut gemeinte) Frage ‘atomisiere’ - immerhin aber bin ich (doch) in der Lage, ihm MEINE Wünsche verständlich zu machen!
Also: Wir dringen tiefer in den Busch ein ...
... & treffen nach zehn Minuten auf eine sich bereits aus größerer Entfernung lautstark ankündigende Gruppe verspielt wirkender & sich von den beiden zwei-beinigen Eindringlingen in keinster Weise bei ihren morgendlichen Turnübungen stören lassenden ‘Diadem-Sifakas’! Zwar habe ich diese Lemuren-Spezies bereits im ‘Parc National de Ranomafana’ hautnah erlebt ...
... ‘but: You’ll NEVER know - ‘til you SEE the Pictures!’
Also - VOLL DRAUF HALTEN!
(natürlich NUR die Kamera!).

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Nach weiteren zehn Minuten ist die Privataudienz beendet: EINE Touri-Gruppe nach der nächsten, bricht (‘Aaahs & Ooohs’ vor sich her BRÜLLEND) in MEIN Refugium ein. Die ganz spezielle Atmosphäre geht unwiderbringlich verloren & so erlaube ich Patrice schließlich, ‘mich in die Affen-Schlucht zu verbringen’.
Wir kraxeln & klettern über die dem schmalen Wasserlauf permanent Umwege aufzwingenden Felsen flußaufwärts, bis wir letztlich ‘unser offizielles Tagesziel’ erreichen: Das angestaute Flüßchen bildet eine halbkreisförmige, breite (Binnen-) Meeresbucht, die von flachen & schneeweißen Sandbänken eingefaßt wird ...

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... ein Ort, der von Anbeginn an paradiesisch (bis magisch ...?) auf mich wirkt!
Längerer Stop - mehrere (äh ... Schachteln) Zigaretten - sowie ein gutes Dutzend ‘Schlafzimmer-Tapeten’-verdächtiger Natur-, Panorama- & Atmo-Fotos von:
- den nur mit Weitwinkelobjektiv ‘einfangbaren’, etwa 200 senkrechte Höhenmeter ansteigenden, bizarren Felswänden,
- deren durchgängig-dunkelgrünem Moos- & Farn-Bewuchs (der, einem unsichtbaren, ‘in-wändig’-fließenden Wasserfall gleich, permanent ‘tropft & näßt’),
- sowie einigen ‘Horror-Movie’-großen, exotisch gezeichneten Spinnen, die ihre im grellen Mittagslicht perlend-glitzernden Fangnetze quer über die gesamte Breite der Schlucht gesponnen haben.
Hm - EIGENTLICH ...
... ist die Szenerie schlicht ZUU SCHÖÖN, als daß man sie auch nur annähernd authentisch beschreiben könnte. Und so GENIESSE ich (mit ‘Wide Opened & Highly Stimulated Senses’) SCHWEIGEND ...
... bis auch aus DIESEM Paradies die unausweichliche ‘Vertreibung’ erfolgt (erfolgen MUSS): Wie bereits beim vorherigen (& vorzeitigen Ende meines) ‘Lemuren-Privatissimees’ ... wird diese, die Vertreibung, durch schiere Horden JEDES ihrer noch so UN-bemerkenswerten Kletter-Kunststücke über die Felsen LAUTSTARK kommentierender Touri-SACKGÄNGER vorgenommen!
‘I REALLY don’t like MY KIND ... !!!’
Wir ‘RE’-turnen zurück zum Eingang der Schlucht, tanken die für ein erfolgreiches Absolvieren der ‘RE’-Tour dringend benötigten Kraftreserven (na wie wohl? natürlich rauchend! ‘To ME its Food!’) & ...
... FRESSEN anschließend ZÜGIG die schattenlosen, zwölf Kilometer HEIM nach Ranohira! Die mittlerweile exakt im Zenith sich befindende Mittagssonne nötigt zur Eile & Bewegung (... bloß kein ‘ruhendes Ziel’ abgeben!).
Übrigens: Eine knappe halbe Stunde respektiere ich die sich aus unserem Dienstleistungsvertrag abzuleiten scheinende ‘Marsch-Hierarchie’ & trotte (dessen ‘Hacken genauestens studierend’) stoisch hinter Patrice her. Dann aber KANN ich nicht mehr an mich halten - es geht mir entschieden zu langsam voran:
‘I HAVE to Take The Lead!’ ...
... & DIESE (die Führung) gebe ich (mein Trekking-Tempo kontinuierlich steigernd!) bis Ranohira auch nicht mehr ab!
Eine diffuse Mixtur aus rücksichtsvollem Mitgefühl, selbstloser Großzügigkeit sowie Nichts-&-Niemand-etwas-beweisen-müssender (mentaler) Stärke ... äh ... läßt mich jedoch MIT DEM EIN-LAUFEN ins Dorf hart auf die Bremse treten ...
... & während der letzten 200 Meter bis zum ‘Hotel Berny’ lasse ich dann Patrice den Vortritt!
‘Naja - was sollen denn die Einheimischen denken, wenn der Tour-Führer seinem Klienten & Schutzbefohlenen (weil: kräftemäßig offensichtlich HOFFNUNGSLOS unterlegen!) hinterherhechelt ...?’
Völlig kraftlos ... also: ICH! ... (so EBEN noch) die schattige Terrasse des ‘Berny’ erreichend, lasse ich mich in einen Sessel fallen, bestelle ‘THB’ & Orangenlimo (die notwendigen Ingredienzen für einen erfrischenden Eimer ‘Alster Malagassy’) & ...
... fülle meine bis aufs allerletzte CHO-Molekül leer-gebrannten Kohlenhydrat-Speicher mit einer ‘schmierigen Riesenportion Macaroni avec Sauce Tomate’ wieder auf. Und dann ... ?
Zunächst EIERE ich unter die eiskalte Dusche (am VERDAMMT entfernten Ende des begrünten Hotel-Innenhofs) & ...

AF1395-RanohiraInnenhofHotelBerny

... von dort schnurstracks in mein Zimmer, wo ich meiner rechtschaffen erworbenen Müdigkeit ‘in entspannender, weil vollkommener Horizontale’ für zwei himmlische Stunden EINFACH SO nachgebe.
Und den sensationslosen Rest des Tages, genieße ich (allerdings immer noch entschieden rekonvaleszent!) auf der Terrasse meines Hotels:
Kaffee & Tagebuch - nach Einbruch der Dunkelheit ein leckeres, vegetarisches Abendessen - Verfassen mehrerer ‘Urlaubs’-Grußkarten sowie ...
... (‘Sie haben es sich verdient!’) ... äh ... ‘BIERE an der Zahl’!
Mir geht’s ZIEMLICH GUT! Und ich bin EHRLICH ÜBERRASCHT (‘Wie doch die Zeit manchmal dahinfliegt!’), als mich mein brasilianischer Reisewecker mit unüberhörbar vorwurfsvollem Unterton in seiner portugiesisch-sprachigen Strafpredigt (anläßlich meiner späten Rückkehr ins Hotelzimmer) davon in Kenntnis setzt ...
... ‘daß es schon ELF UHR ist!’
Umgehend verordne ich mir ‘sofortiges & absolutes Einschlafen!’ Denn der morgige Tag beginnt (soviel ist SICHER!) für mich sehr früh ...
... auch wenn ich noch nicht weiß, wohin mich meine Reise führen wird: Nach Toliara an der Westküste der Insel ...? Oder doch auf dem schnellsten (Überland-) Weg zurück in die madegassische Hauptstadt ...?
Ich habe beschlossen, diese Entscheidung morgen Früh, ganz spontan & erst NACH dem Frühstück zu treffen!
‘On Vera !? Et ...
... Bonne Nuit!’

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