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ANKUNFT AUF DER VIERTGRÖSSTEN INSEL DER WELT ... ... IM SÜDLICHEN & FRANKOPHONEN AFRIKA ! ODER: ANTANANARIVO - ZWEI UNTERSCHIEDLICHE SEITEN DER GLEICHEN (ALTEN ‘FRANC’-) MÜNZE !
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... Flug von Nairobi (Kenya) nach ... sowie in & um Antananarivo (Madagascar)
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Freitag, 08. Mai ... & Sonntag, 10. Mai 1998
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Heute ist DER GROSSE TAG ... ... an dem ich den britisch-afrikanischen Sprachraum verlasse & mich (vermutlich radebrechend!) in Französisch-Afrika zurechtfinden ... werden ... MUSS! ‘ON VERRA ... !?’ Um Sechs Uhr rappelt mein Wecker: AUF (wie ‘ne Eins!) ... & unter die nur lau-kalte Dusche! Packen (was mir heute NOCH leichter von der Hand geht, als sonst). Frühstück in der hotel-eigenen Cafeteria. Um Punkt Halb Acht Uhr erwartet mich mein gestern Abend gebuchter Taxifahrer (mit seinem gelben ‘Opel Omega’) vor dem ‘Hotel Evamay’. Über den Fahrpreis zum Flughafen (15 US-Dollar!) sind wir uns zwar VERDÄCHTIG schnell einig (?) ... aber im Fahrpreis inbegriffen ist eine gleichermaßen relaxte wie anregende Unterhaltung über die politische & wirtschaftliche Situation der ost-afrikanischen Staaten im Allgemeinen sowie Kenya & (im Gegenzug) Deutschland im Speziellen. Am ‘Jomo Kenyatta International Airport’ durchlaufe ich komplikationslos die wohlvertrauten, offiziellen Prozeduren: Check-In & ‘Aufgeben’ (äh ... meines Rucksacks), Begleichen der Flughafensteuer (wie immer in ‘harter’ Währung) sowie Zukauf ‘zollfreier, LEGALER Rauschmittel in Stengelform ... ... äh ... die vermittels offener Flamme zum Glimmen gebracht & inhaliert ...’ Zugegeben: DAS ist eine eher persönliche Prozedur! In einem Terrassen-Bistro außerhalb der Abflughalle trinke ich einen letzten kenyanischen Kaffee & ... rauche drei Zigaretten ‘In-A-Row’ (auf Vorrat & ‘Lunge’). Die restlichen ‘(some) Two Dollars in Local Currency’ deponiere ich in einer Spenden-Box für ‘Nairobis gehörlose Kinder’ ... ... dann geht’s (mit NUR etwa halbstündiger Verspätung) LOS! Da mir die (vermeintlich freundlich, in Wahrheit aber hinterhältig lächelnde!) ‘Air-Madagascar’-Angestellte am Flughafen-Schalter in Nairobi einen aussichts-losen Scheiß-Platz am Gang als ‘Window-Smoker’ verkauft hat ... ... weiß ich von den überflogenen ‘Länder- & Meerereien’ (Süd-Kenia, Ost-Tanzania sowie die südwestliche Ecke des Indischen Ozeans) keinerlei optische Eindrücke zu schildern. Hm - hierfür räche ich mich an den EIGENTLICH ganz netten (in jedem Fall: gänzlich unschuldigen!) Bord-Stewardessen, die sich ein ums andere Mal bei MIR entschuldigen (müssen!), wenn sie mal wieder über meine lang ausgestreckten Beine stolpern ... Den Anflug auf Moroni (die Hauptstadt der Komoren) auf Grande Comore, der größten von insgesamt drei, die eigenstaatliche ‘Föderalistische Islamische Republik der Komoren’ bildenden Inseln ... ... das geographisch zur Inselgruppe gehörende Mayotte stimmte übrigens 1975 per Volksentscheid für einen Verbleib unter dem schützenden Dach der ‘Grande Nation’ & unterwirft sich (ähnlich wie Tahiti) freiwillig der anachronistischen Völkerrechts-Konstruktion eines ‘Territoire d’ Outre Mer’ (gilt also mithin als ‘französisches Übersee-Territorium’) ... Äh - wo flieg’ ich? ACH JA: Den Anflug auf Moroni ... ... lasse ich mir nicht entgehen! Und über die Köpfe meiner Mitflieger hinweg schauend, gewahre ich ‘Weit- & Tiefblicke’, die (‘... LÄNGST vergessen geglaubte, Bettina!’) Erinnerungen an die Südsee wieder in mir wachrufen! Eine (zwar schmal, aber deutlich) ‘weiß’-eingefaßte, ansonsten schwarze & schroff-felsige Vulkangesteins-Insel mit großen, grünen Flecken (Stigmen der ‘Grünen Pest’?) steigt aus tiefblauer See, dem Canal de Mozambique (‘eine der weltweit HAI-verseuchtesten Meeresregionen!’, wie mir mein ‘Lonely Planet’ sensationsgeil berichtet) AUF ... ... & schwebt näher & näher an unser reglos, quasi: fixstern-gleich am wolkenlosen Firmament verharrendes Flugzeug heran (oder sitze ich etwa einer optischen Täuschung auf?) - bis ... ... ja - bis schließlich einzelne Steinhäuser & strohgedeckte Bambushütten sowie eine gute Handvoll palmen-gesäumter ‘Beachresorts’ (diese natürlich in unmittelbarer Nachbarschaft der ‘Weißen Ränder’) auszumachen sind. KEINS der gängigen Exotik-Klischees auslassend ... wirkt die gesamte Szenerie wie das von einem Bühnenbildner am Reißbrett entworfene & im (zugegeben: GROSSEN!) Studio nachgebaute pseudo-authentisch-kitschige Ambiente der Sonntag-Abend-Unterhaltungsserie ‘Traumschiff’ ... ... & ist doch eindeutig: REAL! Weiche & zielgenaue Landung (naja - SO klein ist Grande Comore nun auch wieder nicht!) auf der schwarz-glänzenden Rollbahn! Mein Aufenthalt auf den Komoren erschöpft sich (& MICH!) in einem bloßen halb-stündigen (& ... nikotin-LOSEN!) ‘Ausharren im Flieger’ ... knapp fünf Höhenmeter oberhalb des ‘gelobten & heiligen islamischen Bodens’. Was weniger für MICH, als für etwa 99,5 Prozent meiner Passagier-KollegInnen eine Enttäuschung darstellen MUSS: Aufgrund einiger verräterischer, äußerer Merkmale (sämtliche Frauen verbergen ihre Gesichter hinter dichten Schleiern / die Männer schwitzen erbärmlich unter ihren ‘Mullah-Kappen’!) lassen sich diese leicht als ‘dem islamischen Glauben nahestehend’ identifizieren. ‘Nahestehend ...?’ Unser ‘fliegender Blechteppich’ ist fest in der Hand einer madegassisch-muslimischen Pilger-Armee, die sich nach einem einwöchigen ‘Doing-Nothing-But-PRAY-All-Day-Long’-Urlaub in Nairobi (‘Wow! That Sounds Real GREAT!’) NUN auf dem Heimflug nach Antananarivo befindet ... ... wie mir deren Rädelsführer (& ‘Mut-Maßlicher Mufti’) in der Abflughalle in Nairobi ungefragt anvertraute. Nachdem ein knappes Dutzend reise-müder Fluggäste seine Sitzplätze der exakt gleichköpfigen Anzahl ‘frischer flugwilliger Ko(r/mo)r-ane’ überantwortet hat (diese, augenscheinlich handverlesen, weil einzeln & unorganisiert, jedoch unter tätiger Mithilfe der gesamten Besatzung, die Kabine nach einem ‘warmen Nest’ durchforstend), steht unserem Weiterflug nichts mehr im Wege & ... ... WIR HAUEN DIE STARTBAHN! Zunächst abwechslungsarme, ‘tief-blaue’ Stunde über & unter uns (ein Horizont ist nirgends auch nur zu erahnen!) - dann zeigt sich plötzlich der westliche Küsten-streifen Madagascars - & in der Folge überfliegen wir die nördliche Hälfte der (nach Grönland, Neuguinea & Borneo) viertgrößten Insel dieses, unseres BLAUEN PLANETEN! Apropos ‘blau’ (Nein - KEIN Tropfen! Ich bin doch nicht lebensmüde: ‘Allein unter Muselmanen’!): Entgegen meiner Erwartung präsentiert sich Madagascar (aus der Vogelperspektive betrachtet) NICHT im ‘grünen Gewand’! Vielmehr weist die, eine gute halbe Stunde sich unter mir ausbreitende Landschaft ‘einen eindeutig ROTEN Farb-Anstrich’ auf! Gegen Halb Drei Uhr Ortszeit setzt der rang-höchste aller anwesenden ‘Air-Madagascar’-Angestellten sein Flugobjekt BUTTERWEICH auf die Landebahn des ‘Ivato International Airport’ (etwa 15 Kilometer nördlich von Antananarivo). Vermutlich bin ich der einzige (weil UN-Gläubige!) an Bord, der (für Außenstehende zwar unmerklich, inwendig aber doch ausgelassen) den ‘Crashless Touchdown’ FEIERT! Hm - ich bin mir allerdings nicht sicher, ob meine ‘fehlende Fähigkeit zu GLAUBEN’ für den in mein Gesicht eingegrabenen, angst-erfüllten Blick verantwortlich ist oder ob ich nur die negativen Folgen einer ‘hemmungslos offenen Informationsgesellschaft westlich-kapitalistischer Prägung’ tragen MUSS (natürlich mal wieder ALLEIN!) ... JAAA - Ich KOMME zum Punkt !!! Ich frage mich, ob der Koran ‘meinen ALLAH-ergebenen FreundInnen’ zu WISSEN ERLAUBT, daß DIESE Region der Welt für ihre notorisch stürmische & extrem unberechenbare Thermik berüchtigt ist (This Is Definitely ‘Cyclone’-Country!) ... ... was sowohl Flug- als auch Schiffsreisen zu ‘einem der letzten, WIRKLICHEN Abenteuer unserer Zeit’ macht! Oder machen soll (also normalerweise!). DAS ... ... behauptet jedenfalls mein ‘(Zuviel-)Wissen-ist-(Verursacher-von-Ohn-)Macht’-Reiseführer! Anyway ... Ich LEBE ... ... & trotte über die Rollbahn (vorbei an einem Spalier authentisch-französisch uniformierter ‘Flics’) ins Flughafengebäude. Als ich mich in die Schlange der ‘Immigrationswilligen’ einordnen will, finde ich mich plötzlich inmitten einer etwa zwanzig-köpfigen Schar, einheitlich rot-weißer Trainingsanzüge wieder ... Ach ja: Richtig! In Mbale konnte ich der ugandischen Tagespresse entnehmen, daß ‘UWEMBE JINJA’ morgen (in Antananarivo) ein Qualifikationsspiel für den ostafrikanischen Fußball-Vereinspokal gegen den Landesmeister Madagascars austrägt! Und da der ugandische Fußballklub allem Anschein nach NICHT über die Finanzmittel verfügt (SURPRISE!), sich einen Privat-Jet leisten zu können ... Als der die Pässe der Mannschaftsmitglieder einsammelnde Spieler-Betreuer auch MEINEN Reisepass verlangt (WAHNSINN! - was drei Monate afrikanische Sonne mit dem Teint eines blassen Mittel-Europäers anstellen können !?) ... - BALANCIERE & JONGLIERE ich diesen (meinen Ausweis) etwa vier-hundert-fünf-und-neunzig-tausend, von den Umstehenden LAUT mitgezählte ‘Male’ zwischen Füßen, Knien & Stirn, ohne daß ER (der wild durch die vollklimatisierte Luft flatternde Ausweis) auch nur EIN EINZIGES MAL den blank-gescheuerten Ankunfts-Schalterhallen-Stein-Fußboden berührt, - LEHNE (mit gespielt-gleichgültigem, doch betont vielsagendem Schulterzucken: ansonsten aber wortlos!) den mir spontan angebotenen ‘Drei-Jahres-Kontrakt’ AB, - ÜBERHOLE die in rot-weißen Trainings-Jacken steckenden, vor mir wartenden & mich mit offenen Mündern anstaunenden, ‘ugandischen Jacken-Inhalte’ (souverän meine Genugtuung darüber verbergend, daß ich’s DENEN ‘im Namen des gebeutelten 1.FC Köln’ gezeigt habe), - REICHE dem madegassischen Zöllner meinen Spieler- ... äh ... Reise-Pass, UND ... ... werde von diesem (dem Zöllner - nicht wirklich überraschend) mit den Worten ABGEFERTIGT: ‘Votre Passeport, MON CAPITAINE! Merci, MON GENERAL! Pas des Problèmes, MON EMPEREUR! Et ... ... AU REVOIR!’ Hm - ich glaube, daß ich mich in Madagascar SEHR WOHLFÜHLEN WERDE! Beim ‘Money Changer’ (‘Pardon: Au Bureau de Change ... naturellement) wechsle ich einen ‘100-Dollar’-Reisescheck in ... ... 520.000 ‘Francs Malagasy’! Übrigens: die größte Banknote Madagascars (größte im durchaus doppelten Wortsinn - nicht zusammengefaltet paßt sie nicht in meine Brieftasche!) ist ein ‘25.000-Francs’-Schein. Sprich: anschließend hat sich das Gesamtgewicht meines mitgeführten Gepäcks knapp verdoppelt! Ein jugendlicher ‘Taxi-Schlepper’ hat unterdessen meine Witterung aufgenommen & weicht mir nicht vom Bein! Zwischen den sprudelnd aus seinem Mund hervor quillenden, superlativen Erläuterungen seines Spezial-Sonder-Angebots, versucht er mich (psychologisch durchaus geschickt) durch persönliche Fragen & Bemerkungen ‘an sich zu binden’ (während er von drei bis vier zwar hilflos zuschauenden, aber unzweifelhaft auf ihre Chance lauernden Konkurrenten argwöhnisch beäugt wird). Ich lasse mir Zeit, rauche auf dem Vorplatz des Flughafengebäudes (meine Knochen genüßlich ausstreckend) ebenso (nämlich: voller Genuß) eine Zigarette ... ... & gebe letztlich (seine vergleichsweise unaufdringlichen Bemühungen quasi ‘belohnend’ ... wie selbstverständlich) das Zeichen zum Aufbruch: ‘Et maintenant? Où est le TAXI?’ MEIN GOTT ... ... ich hatte es befürchtet !!! Mein ‘Guide’ (mit Namen ‘Michel’! NEIN ... äh - zugegeben: DAS ist frei erfunden!) führt mich zu EXAKT DER SCHROTTKARRE, die (etwa 100 Meter von uns entfernt) als DEFINITIVER Schandfleck des weitgehend leeren Parkplatzes die spöttischen Blicke aller Umstehenden auf sich zieht (naja ...). WAS SOLL’S? Ich fühle mich GUT & ... ... jedem seine Chance! Der freundlich (?) grinsende Fahrer öffnet die Beifahrertüre & fordert mich auf einzusteigen - während mein ‘neuer, junger Freund’ Anstalten macht (übrigens: im Duo mit einem weiteren Jugendlichen) auf der Rückbank des Taxis Platz zu nehmen. In knappen, jeglichen Widerspruch von vornherein ausschließenden Worten mache ich den beiden klar, daß ich (außer mir!) nur EINE weitere Person (& zwar den Fahrer!) im Auto dulde ... ... & plaziere (gleichermaßen als Platzhalter wie -nehmer) meinen Rucksack auf der hinteren Sitzbank. So ... ... EIGENTLICH KÖNNTE es nun losgehen! Aber der ‘Blechhaufen’ will (Quelle Surprise!) nicht anspringen ... Gnadenlos ORGELT mein Sitznachbar die Autobatterie in Sekundenschnelle Richtung ‘absolutes Energie-Vakuum’: Hm - ein durch die ungewöhnlich kurze Dauer dieses Vorgangs als Scheinaktivität geouteter, kläglicher Versuch ... ... zu verheimlichen, daß die beiden von mir verjagten Kids nicht nur als nutzlose Begleitung fungieren, sondern IN WAHRHEIT den wichtigsten (den ‘SPECIAL-Taxi-Job’) bekleiden ... ... diese ‘Schieber’, DIESE! Mir bleibt ausreichend Zeit, den Sicherheitsstandard des ‘unüberhörbar sich ARG quälenden Wracks’ etwas genauer unter die Lupe zu nehmen & ... ... EIN GRIFF reicht aus, die von mir ‘großzügig eingeräumte Chance als abschließend & unumkehrbar VERTAN zurückzufordern’: Die Beifahrertüre läßt sich von innen nicht öffnen! Ich greife durch das heruntergekurbelte Fenster & schaffe es schließlich (allerdings nur mit Mühe!) die ‘Türfalle’ zu entriegeln! Jeglichen Anschein ehrverletzender Hektik vermeidend ... ... steige ich aus, schultere meinen Rucksack & ziehe mit einem freundlichen, aber bestimmten ‘Au Revoir!’ von dannen! DIE NUMMER ist mir (zumal in ‘Dangerous Tana’!) entschieden zu HEISS! Wer weiß, wohin mich der Fahrer auftrags-(‘killer’-)gemäß chauffiert ... ... & wer da (schon) auf uns WARTET ... !?! ‘Nein - Danke!’ (äh: ‘Non - Merci!’). Ich steige in ein lizenziertes Taxi. Der reguläre Fahrpreis nach Tana-’Centre-Ville’ liegt eh nur ‘einen schlappen Buck’ über dem mir offerierten ‘Prix Special’ ... ... DAS ist ES nicht wert - oder genauer: DAS ist es (bin ICH!) mir wert! Die erste Beobachtung, die mir (auf dem Beifahrersitz hockend) geradezu ins Auge ‘springt’ ist ... die Autos fahren HIER (endlich!) wieder auf der RICHTIGEN Straßenseite! Naja - gleichermaßen Resultat wie Relikt einer knapp einhundert-jährigen französischen Kolonisation. Die Strecke vom Flughafen in die Hauptstadt führt über eine gut ausgebaute & asphaltierte Straße, an die sich nahezu zwischenraumlos Siedlung um Siedlung drängt. Die raren, unbebauten (& ein wenig Fernblick gestattenden) Freiflächen bieten dem bäuerlich-ländlichen (& doch hauptstadt-nahen) Bevölkerungsteil augenscheinlich beste Voraussetzungen für die Kultivierung der, die Peripherie Tanas prägenden Monokultur: GUT-gewässerte Reis-Anbauflächen erinnern mich daran, daß auch in Madagascar die Regenzeit bereits begonnen hat! Auch die ersten ‘Charettes’, schwere, oft bunt-bemalte Holzkarren, die von mächtigen ‘Zebu’-Rindern gezogen werden (übrigens gehören die ‘Zebus’ der exakt gleichen Rinder-Rasse an, die in Indien, bei den Hindus als heilig gilt) ... ... bekomme ich bereits während der knapp halb-stündigen Taxifahrt ins Zentrum der ‘Zwei-Millionen-Kapitale’ zu Gesicht. Unglaublich zwar, aber in einigen abgelegenen Regionen Madagascars (& derer gibt es auf der nur bruchstückhaft erschlossenen Insel viele!) sind ‘Charettes’ die einzig-verfügbare, semi-öffentliche Personentransport-Alternative! Antananarivo (die alte, aus dem 17. Jahrhundert stammende ‘Malagasy’-Bezeichnung für ‘Stadt der tausend Krieger’, löste mit der Erlangung staatlicher Souveränität im Jahre 1960 den ungeliebten französischen Kolonialnamen ‘Tananarive’ ab) erstreckt sich über elf Hügel! Einzig die palmen-gesäumte Prachtallee ‘Araben ny Fahaleovantena’ (die Straße der Unabhängigkeit) verläuft, das Stadtzentrum im engeren Sinn bildend, gerade und steigungslos: Sämtliche übrigen Straßen der Stadt weisen teils dramatische Anstiege auf ... oder aber zeichnen in weit ausladenden Schwüngen & Kurven die niveau-gleichen Hügel-Isohypsen (Watt’n Datt, eh ...!?) nach ... ... was der Stadt etwas Labyrinthisch-Unvorhersehbares verleiht! In den Vierteln, die noch auf alter, kolonialer (oder gar prä-kolonialer) Bausubstanz GRÜNDEN, präsentieren die Straßenzüge eine SEHR atmosphärische Mixtur aus europäischen & afrikanischen Einflüssen (oder genauer: ein französisch-afrikanisches Flair). Und dieser (mein erster) Eindruck wird noch verstärkt durch die augenblicklich ‘das verborgene Frankophile im (Kind im) Manne weckenden’ & SO vertraut wirkenden Aufschriften der Hotel-, Restaurant- & ‘Salon-de-Thé’-Hinweisschilder ... ... sowie bunte Werbetafeln, die ‘IRGENDWIE (seit UR-Zeiten) bekannte Produkt-Namen’ aus den tiefsten Niederungen meines Langzeit-Gedächtnisses hervorzerren! Vom ersten Moment an bin ich (noch NUR aus dem fahrenden Taxi heraus betrachtend) für die madegassische Kapitale POSITIV eingenommen & ... ... ich spüre, wie sich in mir ein warmes, fast heiteres (in jedem Fall: vorfreudiges!) Gefühl von ‘Heim-Kommen in eine (dennoch!) entschieden exotische Region’ breitmacht! OBWOHL ich (natürlich) WEISS, daß es auch die andere Tana-Seite gibt: Daß eine große & beängstigend zunehmende Anzahl obdachloser Land-Flüchtlinge diesen ‘so malerisch & paradiesisch sich präsentierenden Ort’ nur AUF DER STRASSE (in perspektivlosem Elend & unter erbarmungswürdigsten Bedingungen) erleben darf & ... ... (dahinvegetierend & bettelnd) schlicht aushalten muß. SCHNITT! Das zunächst angesteuerte ‘Hotel Sakamanga’ (DER ‘highly recommended Backpack-Traveller-Spot’) ist bis auf die letzte Besenkammer ausgebucht. Ich entlasse meinen Taxifahrer, schultere meinen Rucksack & begebe mich zu Fuß auf Zimmersuche. Da ich den Stadtplan UNGEFÄHR im Kopf zu haben GLAUBE ... ... steige ich zielstrebig mehrere-’ZIG’ Treppenstufen hügelanwärts (Richtung Ober-Stadt - oder?!) & FINDE schließlich (allerdings nicht am vermuteten Ort, sondern doch eher) zufällig meine zweite ‘Hotel-Vorab-&-auswahl’: Das ‘Isoraka’ ... ... & (ebenda) MEIN Zimmer! Im ersten Stock des alten Stein-/Holzgebäudes erwartet mich ein schöner & großer Raum (mit einem breitem Bett, einer guten Matratze sowie einem kleinen Balkon). Die antiken Holzdielen beantworten jeden einzelnen meiner Schritte mit ‘Gemütlichkeit Pur’ verströmenden, knarrenden Geräuschen & ... auch die Zimmer-Möblierung wirkt in ihrer aufeinander abgestimmten Einfachheit sehr heimelig (äh ... vornehmlich die hübsche & funktionierende, stoff-beschirmte Tischlampe auf dem Nacht-Schränkchen neben meinem Bett erweckt in mir ‘Liebe auf den ersten Blick’). Mit knappen 11 Dollar bewegt sich der geforderte Zimmerpreis (für ‘Tana’-Verhältnisse ... & erst recht für die Top-Lage ‘Haute Ville’ sowie die sich meinem Balkon geradezu aufdrängenden Stadtpanorama-Ausblicke) EINDEUTIG innerhalb meiner eindeutigen Lieblings-Kategorie: ‘A REAL BARGAIN ...!’ Die Wirtin ist (so) NETT (mein ‘Francais Desolée’ zu verstehen ... oder doch zumindest so zu TUN!) & informiert mich abschließend, daß Kaltgetränke sowie Snacks beim Zimmerservice rund-um-die-Uhr geordert werden können. Aber dieser Zusatzleistung bedurfte es schon lange nicht mehr ... SOFORT (& ohne auch nur EIN ZÖGERLICHES ZUCKEN meiner Wimpern) ziehe ich ein! Während ich gut gelaunt das Anmeldeformular ausfülle, frage ich meine Zimmerwirtin, ‘OB & wenn ja WIE LANGE heute die Hauptpost geöffnet ist?’ Überraschenderweise (gedanklich hatte ich meinen ersten ‘Poste Restante’-Besuch erst für Montag Morgen eingeplant) erklärt sie ... & zwar gerade so, als ob sie es ganz sicher WÜSSTE: ‘Aah - OUI! Naturellement! Lundi de Samedi ... ... jusqu’a Cinq Heures d’Aprés-Midi!’ Ein Blick auf die Wanduhr im Rücken ‘meiner neuen Freundin’ genügt, um ein nervös-konvulsivisches Zucken durch meinen Körper zu jagen: Es ist EXAKT Halb Fünf Uhr! Also - ich parke meinen (unausgeräumten) Rucksack im Zimmer, stürze durchs Treppenhaus ‘auf die fremden Straßen dieser mir fremden Stadt’ & ... ... schnurstracks zum ‘Bureau de Poste - Quartier Haute Ville’. TAAAT-SACHE !!! Am Schalter für postlagernde Briefsendungen werden ‘unzweideutige ... äh ... ‘Handlungen vollzogen’! Ich schiebe meinen Ausweis durch die mich anlächelnde (!) Öffnung in der Drahtgeflechtkabine & ... ... beobachte (fassungslos staunend!) wie die ‘un-GLAUB-lich sympathische & hoch-intelligent wirkende Postangestellte mittleren Alters’ Brief um Brief aus dem Stapel mit der Aufschrift ‘S’ herausfischt! Schließlich reicht sie mir: DREI Briefe und EINE Postkarte! Ich kann’s gar nicht GLAUBEN & schaue daher zunächst (im Schnell-Durchgang) auf die Absender ‘meiner kostbaren Schätze’: Eindeutig identifizieren kann ich eine Postkarte von Cathrin (‘Mon Amour!’) sowie einen Brief von Bettino (meiner spontan zur zumindest für heute ‘ansonsten Lieblings-’ erklärten Freundin). Die beiden übrigen Briefe aber verwirren mich ... ... tragen sie doch exakt MEINE Heimatanschrift als Absender (Köln? - Kalk ??). Ich stutze, habe einen Moment lang den ‘Sehr geehrten Herrn Steltner’ im Verdacht. Dann aber wird auch mir alles klar: Ganz schön CLEVER, meine schöne und intelligente Cathrin! (denn falls ich nicht hier auftauchen sollte ... dann werden die Briefe ... wenn überhaupt, dann ... zurück geschickt an den Absender ...). ALLE ACHTUNG !!! Obwohl: vermutlich ist dies die GANZ NORMALE (& allseits sowohl bekannte als auch PRAKTIZIERTE) Vorgehensweise lebenserfahrener & kluger Menschen, die einem Reisenden ... ... nur ICH war mal wieder ZU BLÖD, mir das selbst auszudenken! Naja - außerdem sagt MIR ja sowieso Nie Keiner Nichts! Anyway ... Ich raffe gierig meine Beute zusammen, überhöre die ‘netteste Angestellte des gesamten Postbezirks Indischer-Ozean-Süd’, die mich mehrfach anrufen muß ... ... bis ich endlich begreife, daß ihre Handlung kein Liebesdienst war (‘Monsieur, Monsieur! 1.200 Francs - s’il vous plait!’) ... ... & breite mich im überdachten, straßen-seitigen Terrassen-Café des berühmten ‘Hotel Colbert’ aus, des ‘Ersten Hauses in der Oberstadt’ (das mich im frisch-restaurierten Kolonial-Outfit in Madagascar willkommen heißt). Geld spielt (jedenfalls im Moment) keine Rolle: ‘Garcon! Un Café Simple ... S’il Vous Plait!’ Zweimal lese ich jedes einzelne Wort aller mir zugedachten ‘Mitteilungen & sonstigen Bezeugungen von Daheim’ & ... ... muß (währenddessen) mit meinem unbeabsichtigt süßlichen ‘Honig-Zucker-Lächeln’ auf die verdammt gut aussehende Madegassin am Nebentisch (im verdammt knappen, roten Minirock!) wohl einen irreführenden (& falsche Hoffnungen weckenden ...?) Eindruck gemacht haben. Aber ich kann einfach nicht anders: Im Moment könnte ich JEDEN & JEDE umarmen ... ... äh ... was ich dann aber schließlich doch lieber nicht SO wörtlich nehme! Bei Einbruch der Dunkelheit plündere ich einen nahen Supermarkt (kaufe Käse, Baguette sowie eine Flasche Rotwein) & ziehe mich dann in mein Hotelzimmer zurück: Naja - mir geht’s derzeit schlicht SOOO GUT ... ... daß ich nicht Gefahr laufen will, postwendend (& traumwandlerisch SICHER) ‘die heißeste Stelle des glühenden Tana-Pflasters’ ausfindig machen & am eigenen Leib SPÜREN zu müssen (das EIGENTLICH bekannte Pattern!) ... ‘Tja, Wollie! Das zeichnet halt einen guten Trainer aus: Den bereits mit der Gelben Karte belasteten, aber immer noch hoch motiviert zu Werke gehenden Spieler vorsorglich auszuwechseln, um ihn vor sich selbst ...’ (Blah-blah-&-blah!). Gemütlicher Lese-Abend sowie französisches ‘Savoir Vivre ... äh: Très ... Simple’ (Erinnerungen an ‘Damals in Paris’: mit Rotwein & Klampfe auf den Treppen-Stufen unterhalb der ‘Kirche zum heiligen Herzen’) in meinem mit grandiosen Ausblicken gespickten Zimmer ‘HOCH OBEN ÜBER Antananarivo’ ... ... dessen spezielle Atmosphäre ich (zwischendurch & von meinem Balkon aus) durch ‘tiefes Einatmen der mich umgebenden Gerüche & Geräusche’ in mich aufzusaugen versuche ... Kurz gesagt: Es geht mir VERDAMMT GUT ... ... HIER - in Madagascar! ...
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... ‘denn ein Hoch wird erst (nachträglich) zum wirklichen & HOHEN HOCH durch das unweigerlich (quasi naturgesetzhaft) folgende, ABGRUND-TIEFE TIEF!’ Ich wache früh auf (Alles okay!), wandere unter die Dusche (Keinerlei Probleme!), werfe mich in meine ‘Sonntags-Ausgeh-Klamotten’ (sprich: Ich kleide mich wie jeden Tag!) ... ... & verspüre PLÖTZLICH, unmittelbar unterhalb meiner etwa zehnten, rechten Rippe einen STARKEN & PERMANENTEN DRUCK, dessen Fokus mittig in meinem Brustkorb zu sitzen scheint & der sich bei kräftigem Ein- oder Ausatmen in einen messerscharf-stechenden Schmerz verwandelt: BINGO! Tja - ‘vellll ze lannng, hätt ett noch emmer JOOT jejannnge!’ Noch aber weigere ich mich, diese Symptome ernst zu nehmen, schlendere zur Hauptpost & ... mache (wahrhaftig!) schon wieder Beute: ein Brief von Kathrin (aus Gera). Frühstück (naja: immerhin Kaffee ... sowie Croissants) im ‘Salon-de-Thé’ des alten ‘Hotel Glacier’. Hm - hier muß wohl einem europäischen Auswanderer (vermutlich aus den französischen Alpen stammend) die Phantasie durchgegangen & ‘das Sein unerträglich schwer’ geworden ... äh ... sein. Schöner Ausblick auf die sonntäglich-ruhige ‘Avenue de l’Independence’ ... sowie ausgiebige Lektüre der ‘Notizen aus der kalten Heimat’. Die Innenstadt macht einen entspannten, gänzlich unhektischen Eindruck - kaum ein Auto brettert (die Luft verpestend) durch die Straßen - diese (die Straßen) sind fest in der Hand sonntäglicher Pilger-Scharen: die in ihre Festtagsgewänder geschlüpft sind & (natürlich) hügel-AN-wärts streben! Genau wie ICH - nachdem ich mein karges Frühstück beendet habe. Immer Richtung Süden ... ... steigen die Straßen & Gassen zunächst langsam, mit zunehmender Entfernung vom Stadtzentrum jedoch (zunehmend) STEILER an & ich mache gerne (ebenso zunehmend - nein: nicht ich, sondern ‘gerne’) Gebrauch von den mir ihre Hilfe anbietenden ‘Stairway-Short-Cuts’! Der weit größte Teil der sich zielstrebig durch die Stadt schiebenden Einheimischen befindet sich auf dem Weg zu den Früh- & sonstigen Sonntags-Messen der in Antananarivo zuhauf anzutreffenden Gotteshäuser unterschiedlichster Religionen & Glaubensrichtungen. Im idyllischen ‘Hang-Garten’ einer namenlosen Kirche lege ich eine Rast ein: kleines, von einer rustikalen Steinmauer eingefaßtes Grundstück mit Friedhof (von dem die lückenlos be-’hausten’ Hänge steilst zum Stadtteil Mahamasina, in dem sich das weit sichtbare Stadion-Oval der madegassischen Hauptstadt befindet, hin abfallen). Ich atme die friedvolle Atmosphäre & lausche den melodiös-klerikalen Chor-Gesängen der Kirchengemeinde, die durch eine nur angelehnte Türe des Seiten-Portals ins Freie tönen & die klare Sonntagsluft erfüllen. Lässig (ich!) auf der Kirchenmauer sitzend (naja: eher balancierend & ... alles andere als LÄSSIG!) schieße ich ein paar Tele-Panorama-Fotos von ‘Tana - La Vallonné en Bas’: - vom das Zentrum der Neu-Stadt bildenden, kreisrunden Lac Anosy, - von einem scheinbar aus dem See ‘erwachsenden’, sich im exakten Zentrum einer künstlich-angelegten, grünen Insel erhebenden, steinernen ‘Toten-Pfahl’ (dem ‘Monument aux Morts’), - vom bereits erwähnten Stadion inmitten eines großangelegten Sportparks (dem mutmaßlichen ‘Parque Olympique’), - sowie von der sich verwirrend-chaotisch unter mir (nach nicht durchschaubaren städte-planerischen Gesetzen & Regeln, aber doch ...) zu einem ‘geordneten Ganzen’ zusammenfügenden Stadt, die (mir!) im strahlenden, kontrast-reichen Morgenlicht eine umfangreiche, alle Nuancen umfassende Farbpalette offeriert! Tief Durchatmen - Innehalten - & ... ... ‘Kontemplationieren’: Bis ich schließlich meinen ‘Aufstieg’ fortsetze - NOCH ist kein Ende abzusehen! Ich passiere, meinen Schritt nur UNMERKLICH verlangsamend, die (zugegeben) beeindruckend monumentalen, aber wenig bis gar nicht ATMOSPHÄRISCHEN Backstein-Tempel der ‘Cathedrale Catholique d’Andohalo’ sowie der ‘Eglise Anglicane d’Ambohimanoro’, streife durch enge, gewundene & kopfstein-gepflasterte Gassen etwas orientierungslos, aber im Zweifel mich immer für den Anstieg entscheidend (& somit ‘überhaupt nicht fehlgehen KÖNNEND’!) voran ... ... bis sich plötzlich & unerwartet sowohl mein Blick, als auch das enge Sträßchen auf einen quadratischen, parkähnlichen & von Baumriesen eingefaßten Platz hin weiten! Eine nur auf den ersten (noch verengten ...?) Blick unorganisiert wirkende Horde einheimischer Jugendlicher wirbelt über das im Zentrum des Parks sich befindende Fußball-Kleinfeld. Und obwohl die Szenerie dem flirrenden Treiben in einem Ameisenstaat nicht unähnlich ist ... ... demonstriert doch jeder einzelne, der sich gewissenhaft auf den Beginn des ‘Großen All-Sonntäglichen-Quartier-Fußballturniers’ vorbereitenden, jungen Athleten STOLZ seine Individualität: - durch letztmaliges Üben (& Vorab-Präsentieren! ... vermutlich um Gegner & Zuschauer zu beeindrucken!) der SPEZIELL für den heutigen Tag ERDACHTEN & einstudierten neuesten Tricks & Finten, - sowie das Überstreifen bewußt teamzugehörigkeits-verschleiernder, kunterbunt & ‘LAUT sprücheklopfender Lieblings-T-Shirt-Unikate’ (was sich sowohl vom speziell im Trikont zu beobachtenden, staats-tragenden Trend zur ‘Uniformierung der Kinder & Jugendlichen’, wie auch der ‘Gleichmacherei im weltweit- / FIFA-organisierten Fußball’ WOHLTUEND absetzt). Kurz gesagt: Ich tauche ein in eine fröhliche & ausgelassene (äh: ‘vorzeige’-freudige) Volksfest-Stimmung, suche mir ein schattiges Plätzchen nahe der ‘Bühne’ (des Spielfeldes), plausche & feixe mit den ihre großen Brüder sichtlich anhimmelnden, jüngeren Malagasy-Kids & relaxe SPANNERND ... ... währenddessen ein zweites Frühstück (Baguette) zu mir (uns) nehmend sowie rauchend (letzteres NATÜRLICH nur ich!). Als (dann aber) selbst nach einer halben Stunde noch keinerlei Anzeichen auf den unmittelbar bevorstehenden Beginn des Turniers schließen lassen (scheinbar gilt hier, in Madagascar, die etwas eigenwillige Interpretation eines alten Herberger-Spruches: ‘Vor dem Spiel ... äh ... das IST das Spiel!’) ... ... wird mir ‘die akrobatische Show der Ball(ett)künstler’ (denn doch) ETWAS langweilig & ich nehme die letzte Berg-Etappe in Angriff! DENN ... ... mein für den heutigen Vormittag fest eingeplantes Wanderziel sind schließlich NICHT ‘irgendwelche madegassischen Freizeit-Fußballer’ (übrigens: ‘Wieso hat sich das Nationalteam Madagascars eigentlich nicht für die Endrunde des diesjährigen African Nations Cup qualifiziert?’ ‘Siehste!’) ... ... SONDERN die Überreste des ‘Rova Palastes’, der auf dem höchsten Stadthügel Antananarivos im 19. Jahrhundert errichteten Festungsanlage & alten, königlichen Residenz! Zunächst jedoch besichtige ich den kläglich-kärglichen Rest der ehemals lückenlos den gesamten Palast-Komplex einfassenden & aus riesigen Steinquadern zusammengefügten Festungsmauer: Das ‘Ambavahadimitafo-Gate’ (na, wenn DAS nicht exotisch klingt?) ... ... ist ein etwa drei Meter hohes & ebenso breites Steintor, an dessen Seitenpfosten eine große, kreisrunde Steinplatte lehnt, die DAMALS (sprich: bei ‘Gefahr im Verzug’) von Sklaven vor die Toröffnung gerollt wurde & somit den einzigen Zugang zum Palast versperrte! Trotz intensivster ‘Bemühungen’ will sich die authentische ‘Es-war-einmal’-Stimmung (bei mir!) jedoch EINFACH nicht einstellen: offensichtlich ‘liebestolle Graffiti-Sprayer’ haben die Mauerreste & Steinplatten mit den Namen ihrer Angebeteten einfach ZU PHANTASIE-BEHINDERND verunstaltet! Ich versuche mich an einer ‘gewagten Gegenlicht-Ablichtung’ des Stadttores. Dann (nachdem wir ‘das denn nun auch hätten ...’) stapfe ich weiter. Übrigens: Das ‘stete Drücken & Stechen Vorne Rechts’ wird STÄRKER! Nach einem weiteren STEILEN (immerhin durch spektakulär-talwärtige Ausblicke auf die madegassische Kapitale ‘erleichterten’) Kilometer, stehe ich vor dem Eingangs-Portal zum ‘Rova Palast’, blicke durch dieses (das Eingangsportal) hindurch & ... ... ins Leere! Was mich jedoch nicht WIRKLICH überraschen kann. Schließlich WEISS ich (durch ‘meinen ständig vor sich hin brabbelnden Reiseführer’), daß der gerade erst frisch-renovierte Palast im November 1995, während der Unruhen anläßlich eigentlich ziemlich unbedeutsamer Wahlen zum Stadtparlament Antananarivos von Unbekannten in Brand gesteckt wurde ... ... & zwar nachdem eine ‘pyromanische Splitter-Fraktion’ vorher am anderen Ende der Stadt ein kleines Ablenkungs-Feuerchen gelegt & somit alle verfügbaren Feuerwehrkräfte außer Reich- & Lösch-Weite der Residenz gelockt hatte! Der Palast brannte daraufhin bis auf die (allerdings immer noch sehr beeindruckenden) Außenmauern nieder. Und da es im bitterarmen Madagascar an allem (vornehmlich aber an Geld!) mangelt, ist mehr als fraglich, OB & falls JA, WANN die ‘königlich-madegassische Residenz’ wieder aufgebaut wird! Im Volksmund wird die Schloßanlage übrigens ‘Palais de la Reine’ genannt - ein mehr als offener Hinweis auf die Initiatorin des über imposante Abmessungen verfügenden Gebäudeensembles: Königin ‘Ranavalona I’ (die erste in einer knapp 100-jährigen, ununterbrochenen Abfolge WEIBLICHER Regenten der ‘Monarchie Madagascar’), ließ den Palast Mitte des 19. Jahrhunderts errichten ... ... & die als GNADENLOS-BRUTAL berüchtigte Herrscherin (die als bekennende Gegnerin des Christentums beispielsweise befahl, ‘sämtliche sich in ihrem Königreich aufhaltenden Missionare zu töten!’) setzte sich mit dieser festungs-gleichen Residenz schon zu Lebzeiten ihr eigenes Denkmal! In ihren Nachfolgerinnen fand ‘Queen Ranavalona I’ in jeder Beziehung willige NachahmerInnen, die sich in dem weitläufigen Parkareal auch jeweils ihren eigenen Palast errichten ließen: mit so klangvollen Namen wie ‘Manjakamiadama’ (‘Ein schöner Platz zum Herrschen!’) oder ‘Manampisoa’ (‘Die Inspiration der Glückseligkeit!’). Die teure, zur Besichtigung der Ruinen berechtigende Eintrittskarte, kaufe ich schließlich NUR, weil aus den Erlösen IRGENDWANN einmal der Wiederaufbau finanziert werden soll. Und nicht unerwartet zeigen sich innerhalb der Anlage kaum bessere Fotomotive als das schon vor Betreten der Ruinen abgelichtete große, steinerne Eingangsportal (mit einer schweren, guß-eisernen Pforte) vor den, durch die Feuersbrunst völlig entkernten Außenmauern des ‘Manjakamiadama’-Palastes. Schon nach einer knappen halben Stunde verlasse ich das Ruinenfeld, schlendere zum nahen Restaurant ‘Grill du Rova’ & verlebe dort in Gesellschaft mehrerer Tassen Kaffee meine Mittagspause. Ich beginne einen langen Brief an Cathrin ... ... werde von diesem Vorhaben jedoch durch die all-sonntäglich hier stattfindenden folkloristischen Musik- & Tanz-Darbietungen einheimischer Künstler zunächst abgelenkt & ... (erst einmal in deren Bann gezogen) abgehalten! Ein Musiker-Trio sorgt für den ‘guten Ton’ - obwohl: Selbst wenn Bass & Snare-Trommel noch als authentisch durchgehen sollten (was ich auch stark anzweifle!), das ‘Musette’-Akkordeon ist dem üblichen Musik-Instrumentarium traditionell-madegassischer Volksmusik mit Sicherheit (& mit ebenso-großer Sicherheit vermutlich von einem Franzosen ... n’est-ce pas?) UNTERGESCHUMMELT! Anyway ... Die in farben-frohe, weite & wehende Kostüme gekleideten TänzerInnen bilden gleichzeitig den Chor & bringen sich in unterschiedlichsten, durchweg ‘glockenklar-höhen-lastigen Frauen-und/oder-Kinder-Konstellationen’ zu Gehör. Lediglich das ‘finale’ Gesangs-Ensemble wird um ein paar mächtige Männerbässe ergänzt. Wenn (wie hier & heute) ein malagasy-sprachiger Geschichtenerzähler & Conferencier die Pausen zwischen den musikalisch-tänzerischen Beiträgen mit (für mich zwar unverständlichen, aber doch eindeutig) Wortbeiträgen füllt ... ... dann weiß selbst ICH, daß ich gerade einem ‘traditionellen authentisch-madegassischen Multimedia-Gesamtkunst-Spektakel’ beiwohne, das auf der gesamten Insel verbreitet & unter der Bezeichnung ‘Hira Gasy’ bekannt ist! Übrigens: Mir will es so erscheinen ... ... als ließe sich die Zugehörigkeit des Malagasy zur ‘austronesischen Sprachfamilie’ (von Madagascar bis zur Osterinsel umfaßt diese sowohl alle indonesischen wie ozeanischen Dialekte - wobei Sprachforscher herausgefunden haben wollen, daß die Ur-Sprache der Madegassen eine frappant-starke Verwandtschaft mit dem in Süd-Borneo beheimateten ‘Iban’-Dialekt besitzt ... äh: ‘falls das irgendwen ...’) ... WO WAR ICH? Ach ja! ... die Zugehörigkeit des Malagasy zur ‘austronesischen Sprachfamilie’ AUCH aus der ‘volks-musikalischen Sprache Madagascars’ ableiten! Sehr atmosphärische ‘Happy Hour’! Allerdings EINDEUTIG GESTÖRT ... durch einige unermüdlich mit ihren ‘langen, schwarzen Nasen’ vor den Künstlern herum-turnende Touristen! Nein ... ... ICH schieße KEIN EINZIGES Foto! Äh ... da ich NUR Kaffee ordere (& nicht den ‘Very Special Art-Lunch’ für zehn US-Dollar!) bin ich vermutlich EH nicht im Besitz einer gültigen ‘License to Shoot’! Hm - das ‘Drücken Vorne Rechts’ NIMMT ZU ... ... & wird immer unangenehmer: VERDAMMT! Welches Organ sitzt da eigentlich? (Säufer-Leber ...? Oder doch eher Milz-Brand ...?). Die ‘un-nämliche Schmerz-Partie’ meines Körpers entwickelt eine zunehmende Affinität zu meinem (eine ‘stabile, horizontale Rückenlage’ versprechenden) Hotelzimmer. Schließlich muß ich nachgeben ... ... & ich lasse mich (vorbei an den auf den Begrenzungsmauern der Bergstraße ihre Logenplätze einnehmenden Fußballfans: im ‘Mahamasina’-Stadion findet in Kürze ein sportliches Großereignis statt & es ist beeindruckend, von ‘hier oben’ anzuschauen, wie sich das riesige Stadion-Oval mit Ameisen füllt!) die engen Straßen & Gassen HINUNTER (?) in Richtung ‘Haute (??) Ville’ treiben. Im Hotel angekommen ... ... ist der Sonntag für mich GELAUFEN: höllische Bauchschmerzen - urplötzliche & grundlose Schweiß-Ausbrüche - eine Fiebermessung ergibt ‘leider NUR’ er-höhte Temperatur! Prophylaktisch studiere ich schon mal das ‘Lonely-Planet-Kapitel: Krankenhäuser in Antananarivo’ (die Friedhöfe erspare ich mir erstmal ... äh ... bis morgen: falls ich mich bis dahin nicht besser fühle!). NEIN! Ich fühle mich NICHT GUT! Weder Lesen noch (Tagebuch-) Schreiben bereiten mir Lust & ... ... ich gebe mich VOLL & GANZ meiner Depro-Stimmung hin. Nach Einbruch der Dämmerung spendiere ich mir im ‘Buffet de Jardin’ eine (trotz Sardellen!) EKELHAFT-SCHLECHTE PIZZA - danach geht’s mir noch MIESER! Einzig die absolut bewegungslose & flache Rückenlage (im Bett) läßt mich phasenweise meine desolate Kranken-Situation vergessen ... ... & ein wenig Bett-Lektüre zu. ‘FUCK! Was soll DAS NOCH werden ...?’ Meine ursprünglich für morgen geplante Abreise Richtung süd-madegassische Nationalparks verschiebe ich auf unbestimmte Zeit: zunächst MUSS & WILL ich in Erfahrung bringen, was mit mir los ist !? Denn ... ... die medizinische Versorgung in den ländlichen Gebieten & (überhaupt) außerhalb Antananarivos (hm - SOVIEL konnte ich bereits in Erfahrung bringen): ‘FORGET IT !!!’
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