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Africa 08

SPOTTINTHE BIG FIVE (& OTHER MOVIN’ BUSHES):
G
AME DRIVE THROUGH MASSAI-COUNTRY !
ODER: AUF SAFARI IN KENYA - TEIL I:
M
ASAI MARA NATIONAL PARC !

... von Nairobi zum Masai Mara Nationalpark ... sowie ebenda Safari (Kenya)

Samstag, 04. April bis Montag, 06. April 1998

Früh wach - Duschen & Rauchen (‘A GOOD Combination!’) - schon um Halb Acht Uhr sitze ich beim Frühstück ...
... & SCHREIBE noch schnell Tagebuch BEI.
‘Gestört’ ... werde ich bei dieser Morgen-Disziplin jedoch vom jungen (& SEHR redseligen) Kellner, der mich über seine Sicht des gestrigen, kaum (bis gar nicht!) befolgten landesweiten Generalstreiks sowie der zurückliegenden Präsidentschafts-Wahlen aufklärt.
Sein Grundtenor: Die Wahlen sind im Großen & Ganzen (was für kenianische Verhältnisse schon VERDAMMT VIEL bedeutet!) geordnet & fair abgelaufen. Das Gros der Bevölkerung interessiert sich nicht für Politik & will NUR in Ruhe seinen Geschäften nachgehen können ...
Traurig - aber wahr! (wie die Beteiligung am gestrigen ‘Ausstand’ eindrucksvoll demonstriert hat). ALSO ...
... soll die ‘ständig nörgelnde Oppositions-Clique’ endlich auf Präsident Mois Angebot zur Mitarbeit eingehen ... oder nicht! Dann aber gefälligst SCHWEIGEN!
‘Schließlich leben wir in einer Demokratie!’
(Ach was ...!?).
Naja - das ist eine, SEINE Meinung (& vermutlich nicht einmal eine ‘extremistische Splittergruppen-Marginalie’). Aber schon morgen werde ich von einem anderen Kenyatten eine diametral entgegengesetzte Sicht der politischen Situation in Kenya hören - also: KEEP COOL, HORST!
Nach dem Frühstück begebe ich mich zurück ins Hotel, packe mein komplettes Gepäck zusammen (womit ich mir die Option offenhalte, meine Safarigruppe nach Abschluß der Tour am Lake Nakuru zu verlassen ... & von dort aus ‘auf eigene Faust eine Runde um den Mount Kenya zu drehen’) & warte dann im Hotel-Foyer auf den ‘Savuka-Tour’-Pick-Up.
Hier erzählt mir ein, mich beim Warten begleitender ‘Tout’ (einer anderen Safari-Tourgesellschaft) ...
... daß alle zwei Wochen eine Personen-Fähre zwischen Zanzibar & Madagascar verkehrt & daß ich das Schiffs-Ticket PROBLEMLOS bei allen einschlägig-bekannten tanzanischen Safari-Veranstaltern (in Arusha oder Moshi) kaufen kann!
Äh - was seine Company ÜBRIGENS auch für mich erledigen könne!
Und allerspätestens JETZT wird mir klar, daß seine ‘Infos’ (bis zum Beweis des Gegenteils!) nichts als ‘Verkaufs-Geschwätz der Sorte: Das Blaue vom Himmel’ sind!
SHIT!
Nach einer halben Warte-Stunde erscheint der Minibus & los geht’s ...
... also: erstmal zum ‘Savuka-Office’, wo WIR (16 safari-willige Touristen!) umständlich & aufgrund sich mir entziehender Kriterien auf zwei Busse verteilt werden.
Nachdem JEDER von uns mindestens einmal JEDEN der Sitzplätze testweise ‘be-sitzen’ durfte, finde ich mich schließlich (final) im ‘Teenie-Bus’ wieder!
Okay - ich übertreibe ein wenig ...
... obwohl: Der Altersdurchschnitt in meinem Bus wird durch MICH keinesfalls ‘runtergezogen’ (also: jedenfalls NICHT der Altersdurchschnitt!).
Maggie (die SEHR attraktive ‘Savuka’-Büroleiterin) macht uns mit John, unserem Fahrer (einem Angehörigen des Kikuyu-Volksstammes) bekannt, wünscht uns ‘A Nice Safari!’ & ...
... begibt sich dann (leider!) zurück in ihr (vermutlich langweiliges!) Büro.
Über den Uhuru-Highway sowie die sich an diesen anschließende, vierspurige Stadtautobahn verlassen wir die kenyanische Kapitale in westlicher Richtung - einfache, aber sehr lebhafte & bunte Vororte durchkreuzend. John steuert eine Tankstelle an & weist uns darauf hin, daß im Camp (abgelegen & mitten im National Park) ALLES sehr teuer ist - also:
Letzte & von ALLEN genutzte Chance, sich zu zivilen Preisen mit Mineralwasser & Zigaretten (ICH - ICH - ICH!) sowie Snacks & Chocolate-Bars (ich eher nicht: ICH vertraue auf die versprochene ‘Heaviness’ der ‘Camp-Meals’!) zu versorgen!
Zunächst führt die Straße eine knappe Fahrtstunde durch dichten, UN-afrikanisch wirkenden Mischwald. Dann geht’s (in sanften Schwüngen zwar, aber spürbar!) bergabwärts: Das dichte Grün lichtet sich - der Blick wird weiter - schließlich zeigt sich weit unter uns der kenyanische Abschnitt des gigantischen ‘Rift-Valley’ (das sich inmitten zweier gewaltiger Gebirgszüge von Äthiopien / im Norden ... bis nach Mozambique / im Süden ... durch Ostafrika gräbt).
John legt einen ‘View-Point’-Stop ein & ich nutze (trotz schlechter, weil extrem diesiger Sichtverhältnisse) die Möglichkeit zu ein paar Panorama-Fotos:
- hinunter ins weite, ebene Tal,
- von einem erloschenen Vulkan (als solcher deutlich an seiner streng geometrischen Kegelform zu erkennen),
- sowie einer, unmittelbar neben den ex-Vulkan in die Ebene GEPFLANZTEN, astronomischen Beobachtungs-Station (mit zwei, selbst aus großer Entfernung noch beeindruckenden Radio-Teleskopen).
AUCH nutzen WIR die halbstündige Fahrtunterbrechung, um uns grob (‘wir Klötze, wir!’) miteinander bekannt zu machen.
Zu ‘MEINER Expedition-Crew’ gehören:
- Anne & Kate, zwei junge Australierinnen aus Brisbane auf Weltreise (‘EVERYONE has been to Brisbane, but NOBODY Ever stayed longer than One Single Day ...?’),
- Jim & Inga (er britischer Landschaftsplaner, sie norwegische College-Studentin), beide in Edinborough / Scotland lebend & zur Zeit ihren dreiwöchigen Jahresurlaub bei kenyanischen Freunden verbringend,
- Corey, ein 25-jähriger kanadischer Naturbursche, Wirbelwind & ‘Liebling der Locals’ (die sich während unserer Bus-Stops gerne & mit breitem Lächeln von dem ‘Funny Guy’ unterhalten lassen),
- Joan (die ‘Swingerin zwischen den Hemisphären’), eine englisch-stämmige Australierin aus ‘Birmingham Near Sydney’, die vor einem Jahr (mal wieder) ihre Zelte in der ‘Schönen, Alten Welt’ aufgeschlagen hat & beim ‘British Council’ in Prag als Englisch-Lehrerin arbeitet,
- sowie Bernd, ein deutscher Physik-Student aus Dopflingen (oder so ähnlich: ‘Woss fei eksokt uff holber Schtreck zwische Schtuagett un Minnsche liage tuat ...!’ Hm - kollektives, polyglott-unverständliches: ‘Aaa-Haa ... ?!’) auf zweimonatiger Ostafrika-Trekking-Tour durch Uganda, Tanzania & (nun) Kenya.
SOVIEL zur Einführung ...
... später mehr!
Nach zwei weiteren Busstunden erreichen wir den Abzweig ‘Masai Mara (Süd) - Lake Nakuru (Nord)’ & folgen der schnurgerade das Rift Valley durchschneidenden, asphaltierten Straße in süd-westlicher Richtung:
‘Massai-Country’-wärts!
Noch zeigen sich keine ‘Wilden Tiere’. Augenscheinlich ist das gesamte Terrain unter den Groß-Vieh-Züchtern aufgeteilt (vornehmlich Rinder & Schafe grasen auf den satt-grünen Weiden) ...
... & ‘teutonen-verdächtig’ mittels allgegenwärtiger Stacheldraht-Zäune parzelliert.
Wir durchqueren das etwa fünfzig Kilometer breite, spiegelebene & unübersehbar fruchtbare Rift Valley. An dessen Westseite erklimmt unser hörbar stöhnender Minibus eine, keinerlei Erhebungen aufweisende Hochebene, die (uns!) bis hin zum ‘Masai-Mara’-Reservat führt ...
... sowie (darüberhinaus!) bis zur, sich nahtlos anschließenden Serengeti auf tansanischem Hoheitsgebiet: ‘FLAT COUNTRY’ ... sowie zunehmend ausdünnende Vegetation, die schließlich nur mehr aus vereinzelten Büschen & Akazien besteht (& den nun verstärkt sich zeigenden ‘Wilden Tieren unendliche Weiten zum geflissentlichen Auslauf’ bietet: doch davon später mehr!).
Gegen Zwei Uhr legen wir unseren Lunch-Stop ein: in Narok, der letzten ‘richtigen’ Stadt vor Erreichen des National-Parks. Was ab hier (noch) folgt, sind lediglich kleine Massai-Dörfer mit Reisig-, Lehm- & Kuh-Dung-Hütten (in kreisrunder ‘Kral’-Anordnung).
Etwas abseits des gut besuchten, öffentlichen Picknick-Geländes, wird unsere erste gemeinsame Mahlzeit serviert: kalte Sandwiches mit Wurst & Käse - ein paar Bananen & Tomaten - sowie für jede/n je EIN Mini-Orangen-Erfrischungs-Drink (im Tetrapak)!
Natürlich wird unverhohlen über die Textpassage der Tour-Broschüre gewitzelt, in der von ‘Three Heavy Meals a Day’ die Rede ist! Aber auch unsre knurrenden Mägen ändern nichts an der Tatsache, daß die Stimmung in der eben erst zueinander findenden Gruppe ausgesprochen GUT ist!
Um Drei Uhr nehmen wir die letzte Etappe in Angriff. Zweieinhalb Stunden folgen wir einer erbärmlichen Straße (‘Von einer chinesischen Straßenbaufirma erst vor drei Jahren für horrende, kenianische Steuergelder VERBROCHEN & SCHON reparatur-bedürftig!’, ereifert sich John!) tief hinein in Massai-Territorium.
Erste ‘Animal-Spots’: vornehmlich Einzel-Giraffen, kleine Zebra- & Gnu-Herden sowie diverse Antilopen-Arten, deren Unterscheidung mir NOCH schwerfällt (laut John soll es sich um ‘Thomson’-Gazellen, Impalas & Topis gehandelt haben !?).
Massai-Männer in engen, um den schlanken bis mager-süchtigen Leib geschlungenen, ärmellosen Umhängen (vorherrschende Tuch-Farbe: ‘EVER-RED!’), marschieren barfuß & Solo ‘Über-Land’ ...
... durch eine beige-braune, ebene Grassteppen-Landschaft, die am SEHR fernen tansanischen Horizont sanft in eine lückenlose & langgezogene Bergkette mündet:
DAS ‘hemingwaysche AFRICA-FEELING!’
Durch dichtes Buschwerk nähern wir uns schließlich (gegen Halb Sechs Uhr) unserem versteckt unterhalb eines bewaldeten Berghanges kauernden ‘Tented Camp’, das sich nach einer ersten Inspektion als (in dieser Wildnis!) unerwartet komfortabel erweist:
- große Zwei-Personen-Zelte sind mit bequemen Pritschenbetten & ausreichend Bewegungsfreiheit ausgestattet (meinem Kopf droht selbst im ‘Aufrechten Gang’ keinerlei Gefahr!),
- am Kopfende schließt sich an jedes Zelt ein separater, gemauerter Toiletten-/Dusch-Raum an,
- & die Zelte scheinen mit ihren stabilen Wellblech-Dächern (auf ‘übermann’-hohe Holzgerüste montiert) gegen jeden, noch so tropischen Regenguß GUT gefeit.
Zunächst einmal gibt’s dampfend-heißen Kaffee (aus ‘western-like’ Blechtassen!) in der spartanischen & doch (oder: deshalb?) URIG-gemütlichen ‘Candlelight-Canteen’ des Zeltlagers ... sowie die Gelegenheit (dazu) ein safarigruppen- & nationalitäten-übergreifendes ‘Round-Table’-Gespräch zu führen:
Denn neben uns (den sechzehn Neuankömmlingen) befindet sich noch eine weitere, etwa zehnköpfige Safari-Truppe im Camp, die heute ihren ersten ‘Game-Drive’ absolviert hat ... & mit leuchtenden Augen (also: die Gruppe!) vom, aus nächster Nähe betrachteten ‘Wilden Leben’ schwärmt.
Später belege ich mein Zelt (zusammen mit Bernd gründe ich ‘Das Deutsche Haus in Masai Mara’) - & bis zum Abendessen ERHOLE ich mich vom ‘VERDAMMT kräfte-zehrenden Nichtstun’ dieses anstrengenden Reise-Tages: lesend & den grandiosen Sonnenuntergang in der Savanne genießend.
‘After Diner’ (naja: okay!) ...
... lausche ich in stockdunkler, afrikanischer Nacht dem gemütlich vor sich hin knisternden Lagerfeuer ... sowie den spärlichen Tierlauten, die in unregelmäßigen Abständen (von weit her?) zum Camp herüberwehen ...
‘But: NO Cat-Noises - NOR Hunter-Roars!’
Nachdem sich alle Camp-Bewohner am Lagerfeuer eingefunden haben, beginnt (ohne Vorankündigung) die ‘Usual Saturday-Night-Action’ ...
(wobei vermutlich JEDER Wochentag, an dem sich Touris im Camp befinden, hier als Samstag zählt: Anyway ...)
... eine (wie mir John glaubwürdig versichert) durchaus ‘authentische’ Tanz- & Gesangs-Darbietung der, im Camp beschäftigten ... & in ihre festlichsten Umhänge-Tücher gekleideten ... Massai-Krieger!
Sich SEHR viel Zeit lassend, entwickeln sechs ‘Warrior’ einen, auf Dauer zwar monotonen (weil kaum variierenden), aber gerade deshalb zur SEHR speziellen Savannen-Atmosphäre SEHR GUT passenden bass-lastigen, mehr ‘gegrunzt’ als gesungenen ‘Shout- & Response’-Chorgesang. Der den Chorgesang begleitende (oder umgekehrt?) Gruppentanz besteht aus einem ähnlich monotonen, stampfenden & ‘in Reihe’ ums Lagerfeuer ausgeführten Wiegeschritt ... sowie eingestreuten, reihum & nacheinander von allen Tänzern dargebotenen Soli (die aus, ‘mit an Totenstarre erinnernder Haltung’, kerzengerade in die Luft vollführten, teilweise beeindruckend hohen ‘Ganz-Körper-Sprüngen’ bestehen).
Nachdem der einzige englisch-sprechende ‘Krieger’, einnehmend lächelnd, von jedem Touri 200 Kenya-Shilling (knapp vier Dollar) abkassiert hat ... unterhält er uns mit ein paar ‘Funny Explanations’ zu den aufgeführten Tänzen (ignorant wie ich bin, habe ich doch glatt verpaßt, daß mehrere Tänze aufgeführt wurden!) & ebenso amüsanten Erläuterungen zum ‘harten Leben des Massai an-und-für-sich’.
Er erzählt ...
- von den Schwierigkeiten der jungen Massai-Männer, ‘eine Frau zu freien’: da die Väter horrende Brautpreise für ihre Massai-Töchter verlangen (zahlbar natürlich in Naturalien - also: in ‘Rinder-Schocks’!),
- von der Gefährlichkeit des ‘Massai-Bieres’: das aus der riesigen, vergorenen Frucht des ‘Sausage Trees’ sowie Honig & Wasser hergestellt wird (‘One Litre makes you Strong! But Two Litres make you go CRAZY!’),
- von der Einsamkeit der jungen ‘Massai-Warrior’: die IMMER alleine durch die Savanne streifen, immense ‘Fuß-Strecken’ zurücklegen, während ihres dreijährigen ‘Wehrdienstes’ nicht EINEN Tag ‘Urlaub’ haben & für den Schutz der Rinderherden verantwortlich sind (sprich: auf Anweisung / Anforderung der ‘Clan-Chiefs’ hin, mit ihren bloßen, anachronistischen Speeren ‘Killer’-Löwen zur Strecke bringen müssen!).
Der Abend ist kurzweilig & die Ausführungen des Massai sind (trotz seiner mittels ironischer Witzeleien gekonnt demonstrierten Entertainer-Fähigkeiten ... auch!) sehr informativ!
NATÜRLICH ist es eine Touri-Veranstaltung ...
... aber John (im, über seiner beeindruckenden Wampe spannenden, einem EXTREMEN Zerreiß-Test ausgesetzten ‘Timber-Jack’-T-Shirt) wird nicht müde, mir zu versichern, ‘daß sich die gerade erlebte Veranstaltung IN NICHTS von den noch heute (& alltäglich) zelebrierten Massai-Ritualen unterscheidet!’
WEIT NACH ZEHN UHR ziehe ich mich in mein Zelt zurück - rechtschaffen müde & nach einem, entgegen meinen schlimmsten Befürchtungen (naja: Herdenzwang & Pauschal-Touris ... & überhaupt!), recht gelungenen Safari-Auftakt-Tag.
Ich lausche noch eine Weile dem Insektenkonzert ...
(leider NUR dem Insektenkonzert: Hm - stand in der Safari-Broschüre nichts von garantiertem Hyänen-Geheul sowie knochenmark-erschütterndem Gebrüll eines ums Camp streunenden, weil frisches Opferblut witternden ‘Man-Eater-Lion’?)
... & schlafe dann recht schnell (‘Rrroooaaahhh! Bin ich müde!’) ...
EIN ...

... ‘The (whole) Safari-Camp comes to Life VERY EARLY!’
Nach überraschend schlaf-reicher Nacht, sitze ich schon kurz nach Sechs Uhr vor meinem Zelt (rauchend natürlich!) & genieße die friedvolle Morgen-Atmosphäre in der (erstaunlich!) angenehm-kühlen, afrikanischen Savanne.
Um mich herum recken sich grüne Hügel himmelwärts: Aus einem unmittelbar hinter meinem Zelt sich befindenden, gewaltig-großen Baum dringen die eindeutigen Geräusche einer ausgelassen den Tag begrüssenden Affenbande zu mir herüber ...
... SEHEN kann ich die ‘Stimm-&-Auch-Sonst’-Akrobaten allerdings (heute: NOCH) nicht.
Die Sonne kündigt sich über dem höchsten Hügel durch einen, an Intensität rasch zunehmenden Lichtschein an, der schließlich in einen gleißend-blendenden Lichtstrahl übergeht: JETZT ein Becher dampfend-heißer Kaffee ...
... & vielleicht ein oder zwei Giraffen, die mit ihren gelenken, wendigen Zungen die Blätter von einem dornigen Akazienbaum herunterlutschen (oder WENIGSTENS ein Elefant, der einen Gummiball auf der Rüsselspitze jongliert !?) ...
... DANN wär's PERFEKT!
Aber für den ‘Black Eye-Opener’ muß ich mich PERSÖNLICH (hm - SCHEISS-ROOM-SERVICE in diesem ‘Puff’ hier!) in die bereits gut besuchte Restaurant-Holzhütte be-MÜHEN: Was sein MUSS ...
Ich verleibe mir ein riesiges Frühstück ein (‘Eggs & Sausage’, Toast & eine Kanne Kaffee). Anschließend plaudere ich mit Joan (der Anglo-Australierin) gemütlich in den Morgen hinein - bis ...
... ja: bis John (Punkt Sieben Uhr!) provokativ den Motor seines Nissan-Minibusses anwirft & dieserart zum Aufbruch mahnt:
Heute steht ein ‘Full Day of Game Drive (with Lunch on the Road)’ an!
ALSO ...
Zunächst streiten wir die (vermeintlich) besten Plätze im Bus aus: Naja ...
... zwar setze ich mich gegen Corey, meinen direkten & hartnäckigen Konkurrenten durch & darf auf dem kommunikations-freundlichen Beifahrersitz Platz nehmen - von dort aus kann ich allerdings nur ‘nach links’ (durch den Rahmen des herunter-gekurbelten Beifahrerfensters hindurch) fotografieren ...
... während sich die auf den ‘billigen, hinteren Plätzen kauernden Loser’ nach Lust & Laune STEHEND in alle Himmelsrichtungen drehen ... & durch das ‘Open Roof’ des Busses alles ABKNALLEN können, was sich (aus welcher Richtung auch immer) ihren objektiv-bewehrten ‘Kamera-Flinten’ nähert!
Aber John ist ein ECHTER KUMPEL ...
... & fährt den ganzen Tag FÜR MICH!
Apropos ‘John’: Er gehört dem Stamm der Kikuyu an, der mit gut 20 Prozent Bevölkerungsanteil die zahlenmäßig größte Volksgruppe Kenyas stellt! Durch seinen Vater, der ein (in Grenzen) einflußreicher Oppositionspolitiker ist, hat er schon früh politisches Bewußtsein entwickelt ...
... & er ist natürlich GEGEN Präsident Daniel Arap Moi (der seit nunmehr fast zwanzig Jahren das Land wie seinen Privatbesitz regiert).
Aus dieser, seiner Meinung macht er auch uns gegenüber keinen Hehl! Er schimpft wie ein Rohrspatz über den ‘Crazy, but Smart OLD MAN’ ...
... & erläutert mir SEINE Einschätzung der eindeutig UNFAIREN, vor zwei Monaten abgehaltenen kenyanischen Präsidentschaftswahlen:
Nachdem sich abzeichnete, daß Präsident Moi ins Hintertreffen zu geraten droht, verlängerte die Regierung kurzerhand den Wahlzeitraum & Mois zahlreiche Helfer SORGTEN dann dafür, daß der alte Präsident einen letztlich ausreichenden Stimmenzuwachs (urplötzlich & ... woher-auch-immer?) erhielt.
Aber abgesehen von den offensichtlichen Manipulationen, sei für den Ausgang der Wahlen zuallererst die unversöhnliche Zerstrittenheit der eindeutig ZU ALTEN Oppositionspolitiker-Riege ausschlaggebend gewesen. Daher sehnt er einen ‘jungen, charismatischen Politiker mit einer Vision’ herbei, der ‘die Fähigkeit besitzen sollte, das Land & seine vielen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu einen!’ Im gleichen Atemzug muß er jedoch eingestehen, daß ein solcher ‘neuer Hoffnungsträger’ nirgendwo auszumachen ist.
‘LEIDER ...!’
John beschreibt die Massai als politisch einflußreiche & durchweg steinreiche Viehzüchter, die ihren Reichtum (die riesigen Viehherden) allerdings selten ‘zu Geld machen’. Ihr ‘fehlendes kapitalistisches Bewußtsein’ habe sie in der Vergangenheit immer wieder offenen Auges (weil: schutz- & absicherungslos) in die existenz-vernichtende ‘Naturkatastrophe Rinderseuche’ rennen lassen: Fatalistisch sahen sie zu, wie ihr gesamter Viehbestand durch die in regelmäßigen Abständen auftretenden Epidemien dahingerafft wurde ... & anschließend begannen sie (ebenso fatalistisch) wieder GANZ VON VORNE!
Erst seit jüngster Zeit setzen sich einige ‘Modernisten’ über die (in Kenya sprichwörtlich bekannte) Massai-Tradition der ‘strikten Ablehnung JEGLICHER kolonial-zivilisatorischen Errungenschaft’ hinweg & nun ...
... sichern diese ‘Chiefs’ das Verlustrisiko ihres physischen (oder besser: ‘viehischen’) Reichtums bei den großen Versicherungsgesellschaften in Nairobi wenigstens FINANZIELL ab.
Aber nicht nur in geschäftlichen Dingen sind die Massai sehr stolz (& unnachgiebig bis zum Starrsinn): Wenn sie von etwas überzeugt sind, dann kann sie nichts & niemand von dieser, ihrer Meinung abbringen! Diese (hinlänglich bekannte) Haltung macht sie übrigens auch zu einem wichtigen politischen Faktor, auf den jede Regierung Kenyas Rücksicht nimmt (nehmen muß!).
In ihren Territorien sind die Massai vollkommen autonom:
- die ‘Big Chiefs’ bestimmen alleine & ohne staatliche Einflußnahme über die Art & das Ausmaß der Aktivitäten, die in ihren Reservaten von ‘Nicht-Massai’ durchgeführt werden dürfen (so schreiben sie beispielsweise den Safari-Companies nicht nur genau vor, WO diese ihre Camps zu errichten haben, sondern auch WER dort zu WELCHEN Bedingungen zu beschäftigen ist ... & abgesehen von den Fahrern handelt es sich natürlich ausschließlich um Stammesangehörige).
- der ‘Chief-Board’ (die Häuptlings-Versammlung) entscheidet desweiteren eigen-verantwortlich über die Verwendung der Gelder, die durch Erteilung der teuren Konzessionen in der Tourismusbranche verdient werden (... & betreibt, finanziell unabhängig, als einziger kenyanischer Volksstamm seine eigenen Krankenhäuser & Schulen).
Hm - OPTISCH ...
... STECHEN beim (männlichen!) Massai vornehmlich die vom frühesten Jugendalter an präparierten ‘hängenden Schlappohren (mit Loch!)’ hervor:
Ab dem sechsten Lebensjahr werden Rundhölzer (mit Jahr um Jahr zunehmender Stärke) durch die Ohrläppchen der Knirpse getrieben, bis diese (die ‘Läppschen’!) beim ‘warrior’-fähigen jungen Mann kreisrunde Löcher mit einem Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern aufweisen!
Übrigens: ‘Der letzte Schrei’ dieses ganz besonderen Körperkultes besteht darin, die ‘lasso-förmigen Spaghetti-Ohren’ mehrfach & KUNSTVOLL um die obere, die starre Ohrpartie zu wickeln!
‘Looks Unbelievable - REALLY!’
Aber ...
... äh ... das soll HEUTE NICHT unser Thema sein (zumal die den Massai-Söhnen zugefügten ‘Ohren’-Schmerzen vergleichsweise harmlos sind: im Vergleich zu den barbarischen Beschneidungs-Ritualen, mittels derer die Massai-Töchter ‘gefügig’ gemacht werden!): WIR ... (unter-) nehmen heute unseren ersten ‘Game Drive’ (in Angriff)!
Apropos ‘Game’ (äh ... contra ‘Angriff’):
Wird NUR mit der Kamera geschossen, so handelt es sich (nicht zuletzt AUCH für die Tiere) um Spaß & ist daher nur ein (auch so genanntes) ‘Spiel’. Was jedoch keineswegs bedeutet, daß ‘Ernste Fahrten (a la Hemingways Grüne Hügel)’ heutzutage nicht mehr stattfinden!
Da DIESE aber den schieß-wütigen Trophäensammler SEHR viel Geld kosten (leider immer noch nicht SOOO viel Geld, daß diese IDIOTEN zuhause bleiben & etwas Sinnvolles mit ihrer Flinte anfangen: z.B. ... äh ... siehe ‘Hemingways Self-Bang!’), kann man solche ‘Serious Drives’ (?) natürlich weder als ‘Spiel’, noch als ‘Spaß’ bezeichnen ...
... denn: Bei GELD hört ja der Spaß BEKANNTLICH AUF!
Schwafel - Schwafel ...
Äh: ja! Wo war ich?
Schon nach kurzer Lern- & Findungs-Phase, hat sich unsere Safari-Laien-Truppe zu einem homogenen, gut funktionierenden ‘Animal-Spotting-Team’ entwickelt!
Zunächst aber bietet uns Johns Fahrkunst nur Nahaufnahmen eher unspektakulärer ‘Wildlife’-Vertreter (an):
- Zebras & Gnus,
- einige ‘wild durcheinander rammelnde’ Warzenschweine, die einen ähnlich häßlichen Anblick bieten wie ‘das gemeine Gnu’ (ausgenommen natürlich die Kiddies: die immer SÜSS, weil ‘so unbeholfen’ aussehen!),
- sowie verschiedene Spezies der ‘Lesser Antilopes’ (mir persönlich gefallen ja die Impalas mit ihren langen & mehrfach geschwungenen ‘Korkenzieher’-Hörnern am besten!).
Aber - ‘It gets Spectacular more & more - so:
Take your Binoculars & ...
... WATCH OUT!’
Nach dem mehrmaligen Umkreisen einer ein knappes Dutzend Exemplare umfassenden Giraffen-Herde (die ‘Langhälse’ scheinen äußerst zahm: oder ist es pure Neugierde, die sie selbst aus kürzester Entfernung IMMER, vorbildlich-fotogen posierend, exakt in meine Kamera-Richtung blicken läßt?), bietet sich uns plötzlich DER definitive ‘Spotting-Climax Of The Day’:
Ein Löwen-Pärchen (‘in Honeymoon’, wie John erläutert - & deshalb träge & äußerst immobil) räkelt sich im hohen Savannengras, streckt abwechselnd (gelangweilt!) die Köpfe in die Höhe & verfällt dann wieder in unaufgeregten Dämmerschlaf!
In kürzester Zeit sind die beiden von vier Jeeps umringt. Der von den Fahrern eingehaltene Sicherheitsabstand beträgt nur wenige Meter & ich frage John (verwundert), ‘ob sich die Löwen nicht belästigt fühlen (müssen)?’
Aber John meint, ‘da die Löwen eh nur Schwarz-Weiß sähen, wäre ein Jeep für sie nichts anderes als ein nah an sie heranrollender Moving Bush !?’
Völlig anders stellte sich hingegen die Situation dar, FALLS ein Tourist auf die selbstmörderische Idee verfallen sollte, das Busdach zu erklimmen ...
... oder gar das Wageninnere zu verlassen! DANN nämlich wird unweigerlich der Jagdtrieb im ‘Simba’ geweckt ... & mit zwei blitzschnellen Vorwärts-Sätzen ist er an der Kehle seines chancenlosen Opfers!
Wir beschließen, Johns Aussagen nicht ‘in real’ auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen: ZU beeindruckend wirkt der ‘König der Steppe’ ...
... ‘so near & so BIG!’
Eine halbe Stunde verharrt der geschlossene Touri-Kreis (mit ‘scharfen’ Kameras), darauf wartend, daß ‘die Action’ (endlich!) losgeht! Aber die Löwen denken überhaupt nicht daran, ihr ‘Faultier-Verhalten’ UNS zuliebe zu ändern & ...
... strafen uns mit nicht zu überbietender Ignoranz.
Nach einigen (mehr Steppengras-, als Löwen-) Fotos, startet John daher seinen Jeep & wir kurven zur nächsten ‘lebenden Sehenswürdigkeit’: Wir begleiten eine kleine Herde ausgewachsener, teilweise haushoher (!) Elefanten, auf deren Weg zu einer futterreichen Laubwald-Oase in der ansonsten kargen Savanne!
Ganz so nah wie an die Löwen traut sich John an die Dickhäuter allerdings nicht:
Einige Male stellt einer der sich offensichtlich gestört fühlenden Bullen seine großen Ohren in voller Pracht seitlich heraus & zielt DROHEND mit seinen gewaltigen Stoßzähnen in unsere Richtung!
Johns Gesicht wirkt angespannt, er scheint voll konzentriert & beobachtet JEDE Bewegung eines JEDEN EINZELNEN Mitgliedes der Elefantenfamilie ...
... & anders, als beim zurückliegenden ‘Rendezvous mit den Löwen’, stellt er den Motor seines (Flucht-) Fahrzeuges NICHT ab!
Hm - er wird wohl wissen WARUM ... !?
Nur kurze Zeit später zeigt sich, etwas abseits einer der ‘Main-Dirt-Roads’, ein surreales & angst-einflößendes (nicht nur mir, wie sich schon bald zeigen wird!), krakenförmiges & in der Morgensonne glitzerndes ‘Lebewesen der ganz besonderen Art’: Eine Handvoll Minibusse hat sich im Halbkreis um einen großen, freistehenden Busch gruppiert ... & die extremen Enden des ‘Technik-Monsters’ (seine Tentakel!) feuern kurze & helle Blitze in das scheinbar leblose Buschwerk!
John reiht SEINEN Fangarm mit elegant-harmonischem Rallye-Schwung in den Makro-Organismus ein (naja - in WAHRHEIT drängelt er sich ziemlich rücksichtslos vor: ‘GOOD JOB, JOHN!’) ... & verschafft uns durch dieses, sein professionelles Tun einen (fast!) unverstellten Ausblick auf ein ‘männliches Geparden-Duo - in freier Wildbahn’!
Tief in das dornig-grüne Gestrüpp hineingeduckt, schauen die riesigen Augen der im Vergleich zum Körper winzig wirkenden Katzenköpfe AUFGEREGT in alle, durch lückenloses Blech verstellte Himmelsrichtungen.
Hm - ETWAS ängstlicher als die Löwen wirken sie schon!
(will mir scheinen ...).
John bemerkt, daß es etwas ganz Besonderes ist, Geparde einmal RUHEND zu ‘erwischen’ - daß man sie normalerweise lediglich ‘als schwarz-gelben Punkt am entfernten Horizont, einer fliehenden Antilope (im Sprint-Tempo) hinterher hetzen sieht ... wenn überhaupt!’
Naja - eine solche ‘heiße Jagd-Szene’ könnte mir auch gefallen ...
Obwohl: Unter Berücksichtigung der bekannten, gegen UNFASSBAR tendierenden Reaktions-Geschwindigkeit des, in der ostafrikanischen Tierwelt mittlerweile weniger berüchtigten, als vielmehr ‘verlachten’ Sponti-Fotografen ‘H.S. aus K. am R.’ ...
(sprich: ‘Spotting’ - Kamera Raus - Tele & Extender Aufschrauben - korrekte Blende Einstellen - Motiv ‘Scharf Stellen’ - & dann, also VIEL später: Abdrücken!)
... könnte es sein, daß die Dias statt eines Geparden eine lauthals-lachende, gelbe & schwarz-gepunktete (!) Streifenhyäne (‘Nach dem Seitenwechsel, Hans!’) zeigen!
Kurzum: ich ERFREUE mich ...
... an den SCHÖNEN STILL-LEBEN!
John dreht (noch) ein paar weitere Pirouetten. Wir schießen (noch) einige, im Vergleich zum heute bereits Erlebten allerdings eher unspektakuläre Tieraufnahmen. Dann (gegen Halb Zwölf Uhr) durchfahren wir das Eingangstor zur komfortablen Luxus-Safari-Lodge ‘Keekorok’: UND ... dies ist unbestritten (!?) DER Ort, wo sich ‘die wahren Naturfreunde & Afrika-Liebhaber’ treffen!
Äh ... auch ein gewisser H. Kohl aus ‘Oggersheim in Germany’ soll in dieser ältesten aller ‘Masai-Mara-NP-Lodges’ schon auf Kosten des kenyanischen Steuerzahlers als Staatsgast genächtigt haben ...
... berichtet John (mit breitem Lächeln im runden Gesicht, das EINDEUTIG in meine Richtung ‘schmuuult’) !?
Übrigens: die Übernachtung im Doppelzimmer ist SCHON ab 140 US-Dollar pro Person zu haben. Wobei es sich hierbei natürlich NUR um die ‘Bloody-Cheap-&-Very-Low-Budget’-Version handelt ...
... der schmuck-modernistische Bungalow (im ‘angeblichen’ Massai-Stil) kostet ein Vielfaches!
UNS ist die Nobelherberge eine ‘Pinkelpause’ wert (IMMERHIN!) & ...
... zugegeben: AUCH die rund-um-gekachelten & auf Hochglanz polierten Toiletten-Räume halten, was der ‘Hochglanz-Hotel-Prospekt’ verspricht!
Mit eindeutig entspannten Gesichtszügen (nach der restlosen Entleerung diverser Traveller-Harnblasen sowie etlicher Meter Touri-Gedärms) ...
... begibt sich anschließend unser HIER, an diesem exklusiven Ort augenscheinlich nicht SO GERN gesehenes Safari-Team (mit der zwar unab- & -ausgesprochenen, jedoch eindeutig gleichen Absicht - nämlich: das ‘Lodge-Management’ zu ärgern!) auf den ausgeschilderten Natur-Wanderweg, einen speziell für die Hotelgäste angelegten ‘Artificial Jungle’: Neben zwei abkommandierten, grimmig dreinblickenden ‘Hotel-Stuff-Aufpassern’, besteht unsere Eskorte (desweiteren) ... aus einer übermütig-aufdringlichen Affen-Horde (die uns allem Anschein nach mit ihrer alltäglichen Klientel verwechselt: aber ihrem Betteln um russischen Kaviar & brillanten-besetzte Rolex-Uhren wird kaum bis gar nicht entsprochen) ... sowie phantastischste Formen & schillerndste Farben ‘zur-Schau-fliegende’ Riesen-Schmetterlinge!
DURCHATMEN!
Nach einer Stunde haben wir MEHR als genug ... äh ... vom ‘REAL Safari Feeling’. Wir begeben uns (bereitwillig!) zurück in unseren Bus & weiter geht’s in westlicher Richtung, zum entferntesten ‘Sight-Seeing-Spot’ der heutigen Tages-Tour:
Dem (so genannten) ‘Hippo-Pool’ - einem besonders flußpferd-reichen Abschnitt des von Süden nach Norden den National Park kreuzenden Mara River.
Anderthalb Bus-Stunden später (‘Some very FEW Spots ‘n’ Shots on the Way’) erreichen wir das steile Ufer des Mara, der einen etwa zehn Meter tiefen, kantigen Graben messerscharf in die karge Savannenlandschaft fräst:
Augenscheinlich ungetrübte Badefreuden der (ihre wahren Ausmaße im überraschenderweise WEIT MEHR als knie-tiefen Wasser nur erahnen lassenden) Fettkolosse! UND ...
... obwohl man (zumeist) nur die Augen, eine spiegelblanke & in der Mittagssonne ‘glitzernde Glatze’ sowie gleichermaßen aufgeregt, wie akrobatisch durch die extrem insekten-haltige Luft fächelnde Ohren (‘Ulla - fast wie der Huber!’) sieht, (ver-) schieße ich fast einen kompletten Dia-Film!
Eher unbeabsichtigt WIDERFÄHRT mir (während dieser Anfertigung einer meiner berühmten ‘Suchbild’-Staffeln) auch ein ‘Kroko-Shot’! Allerdings muß ich mir den genauen Aufenthaltsort der (sich faul am gegenüberliegenden Ufer des Flußes in der Mittagssonne räkelnden) ‘Handtasche’ von Joan EXAKT beschreiben lassen:
ICH bin erst nach angestrengt-mühevollem Abfahren der einzelnen ‘Ufer-Ziel-Plan-Quadrate’ (mit um den Extender verlängertem Teleobjektiv) in der Lage, die hintere, unspektakuläre Hälfte eines kaum mehr als einen Meter Körperlänge messenden Mini-Kaimans auszumachen (ich Blind-Fisch, ich!).
Aber ich WILL (& KANN) mich nicht beklagen - schließlich war unser erster Safari-Tag (bislang) schon ÜBER DIE MASSEN ERFOLGREICH !!!
In der Nähe des Flußufers errichten wir unser ‘Lunch-Camp’. Zwar erweist sich die verabreichte Mahlzeit wieder als ‘eher LEICHT’ (der riesige Picknick-Korb wirkt mit seinem Inhalt, ein paar Sandwiches, etwas Obst & abgezählten Sodas, bemitleidenswert UNAUSGEFÜLLT) ...
... bei den herrschenden, extrem-hohen Mittags-Temperaturen aber ist ein ‘Light Snack’ ja auch völlig ausreichend: Zufriedene Gruppen-Kommentierung eines unter lichtbild-künstlerischen Gesichtspunkten SEHR ertrag-reichen Vormittags!
Eine Stunde später mahnen John sowie sich bedrohlich zusammenbrauende, tief-schwarze Regenwolken zum baldigen Aufbruch: ‘Just in Time!’
Und während der dreistündigen Rückfahrt zu unserem Safari-Camp bilden dann weniger die ‘Terrifying Abundance of African Wildlife’, als vielmehr ...
... ein langanhaltender, wütend-tobender Gewitter-Regen (mit eindrucksvollen, wenn auch durchweg düsteren Wolken-Arrangements sowie permanent sich verändernden, nuancenreichen Farb-Kompositionen ‘On the Wet & Muddy Grounds’) SOWIE Johns überragende ‘Matsch-&-Schlamm-Rallye-Fahrkünste’ ...
... die nachmittäglichen Sensationen.
Übrigens stellt der ‘Wolkenbruch (AN afrikanischer Savanne)’ keineswegs eine Enttäuschung & bloße Vergeudung unserer ‘kostbaren Safarizeit’ dar ...
... verleiht er doch der Landschaft einen ganz speziellen (hoffentlich sich auf meinen Dias auch wiederfinden lassenden?) Reiz!
Gegen Sechs Uhr schlittern wir den letzten, matschigen, rot-grünen Hügel hinab ...
... & hinein in unsere Safari-Heimstatt. Im wasserdichten Zelt gönne ich mir (zur atmosphärischen ‘Regengeräuschs-Untermalung’) eine relaxte Lesestunde:
‘Doin’ Nothin’ ...
... Can make you feel Very Tired!’
Nach Einbruch der Dunkelheit gibt’s dann das erhoffte ‘Heavy Diner’ (‘Doin’ Nothin’ Can also make you feel Very Hungry!’): bestehend aus Nudeln, Gemüse & ...
... IRGENDEINER Sorte Fleisch!
Antilope ...? ‘Hippo’ ...? Oder doch ‘Giant Killer-Cockroach’ (& somit nicht Fleisch, sondern Geflügel) ...? Hm - ich muß gestehen ...
... daß mich (& meinen BÄREN-Hunger) ‘die ursprüngliche Wesenhaftigkeit dieser gebratenen Delikatesse’ nicht WIRKLICH interessiert - nicht HEUTE!
Nach dem Abendessen tausche ich mit Bernd Reiseerfahrungen aus (vornehmlich Indonesien & Himalayas). Aber schon nach einer Stunde (& noch bevor die all-abendliche ‘Massai-Dance-Performance’ beginnt) ...
...  ziehe ich mich in mein Nachtlager (& unter die dicke Wolldecke meiner Schlafstatt) zurück.
Tja - man mag es zwar kaum glauben, aber auch in der Nähe des Äquators wird es auf 1.700 Metern üNN nachts EMPFINDLICH KÜHL!
Ich lese noch ein langes Kapitel ‘Mann ohne Eigenschaften’ (obschon - zugegeben! - das Buch hier & jetzt thematisch EIGENTLICH ‘not so fitting’ ist) ...
... & schlafe dann ein.
Ach ja (FAST hätte ich vergessen zu erwähnen): ‘Ulla - seit dem heutigen Lunch On The Road verspüre ich (mal wieder!) HEFTIGSTE  Zahnschmerzen!’
Äh: ... Rechts Unten - ‘D6’ - überkront.
‘Tschuldigung, Frau Dr. Assenmacher: Haaallooo! Kann es EVENTUELL sein, daß auch DIESE Superkrone auf ihrem Dental-Mist gewachsen ist ...?
FUCK (you ...)!’
Aber mit ‘A Real Lot of Aspirin’ (übrigens ist ‘Bayer Leverkusen’ in der europäischen ‘Champions-League’ an Bodo Illgners ‘Real Madrid’ gescheitert! Keine Ahnung, wieso mir das gerade jetzt einfällt ...!?) sind die Schmerzen NOCH auszuhalten.
Trotzdem: Wenn’s nicht besser wird, werde ich wohl morgen (spätestens übermorgen!) John zur ‘besten Zahnklinik Nairobis’ befragen müssen !?
Hm - obwohl ich WIRKLICH keinerlei Lust verspüre, meine bereits umfangreichen Erfahrungen & Aufzeichnungen zum Thema ‘die exotischsten Dental-Labors dieser, unserer ...’
AUWEIA!
‘Well: Teeth Will Tell! ...
... oh, yes: they SURELY WILL!’ ...

... Nachdem es die ganze Nacht hindurch ‘wie aus Kübeln GEGOSSEN hat’ ...
Sieht es heute Morgen auch nicht viel besser aus !?
Ich bin mir keineswegs sicher, ob das heutige Programm wie geplant (natürlich ‘Game Drive’: ‘Watten Sonz, eh?’) durchgeführt werden kann, habe lange Zeit keine rechte Lust, mein trockenes & warmes Bett zu verlassen ... & trudle als letzter in der Kantine ein. John aber zeigt sich vom miesen Wetter (Nieselregen & ... ‘Extremely Muddy Tracks’) gänzlich unbeeindruckt, hat seine Safari-Bus-Vorbereitungen schon nahezu abgeschlossen & ICH ... muß mich sputen, will ich ‘mir noch ETWAS WARMES in meinen Leib vereinsen !?’
Da ich auch der Letzte am Bus bin, hat sich bei meinem Eintreffen die neue Sitzordnung schon manifestiert: Corey (da konkurrenzlos!) hat sich den Beifahrersitz gesichert!
Er war gestern ‘etwas gefrustet’, weil er im rückwärtigen Teil des geräuschvollen Busses nichts von unseren ‘political discussions’ mitbekam. Heute hat er sich (deute ich seinen ENTSCHLOSSENEN Gesichtsausdruck richtig) vorgenommen, John diverse Löcher in dessen massigen Bauch zu fragen.
Mir soll’s Recht sein ...
Der Sitzplatz unmittelbar neben der Seitentüre hat viel Beinfreiheit ... & von dort aus kann ich (durchs hochgestellte Autodach) die ‘Vogel-Perspektive’ photografisch genießen. Zunächst aber sind andere Aktivitäten angesagt - sprich:
GANZE KERLE sind gefordert ...
... wobei wir jedoch keine Unterscheidung nach ‘Gender’ vornehmen.
Die ‘Mud-Tracks’ haben sich über Nacht in regelrechte Flüsse verwandelt & John muß sein gesamtes, fahrerisches Können aufbieten, um nicht (‘Somewhere in the Wet Middle of Rainy Nowhere’) im extrem-seifigen Schlamm zu versinken.
Hm - eine knappe Stunde geht das auch (mehr schlecht als recht) GUT ...
... dann aber passiert das UNVERMEIDLICHE:
In einer langgezogenen Steigung drehen alle Räder unseres Busses gleichzeitig durch & ‘unser Hinterteil’ gräbt sich (metallische Kreisch-Töne sowie eine extreme Gummi-Geruchs-Belästigung produzierend) TIEF in den glitschigen Untergrund!
Nur Sekunden später dürfen wir (äh ... stehend) beobachten, wie dem zweiten ‘Savuka’-Bus (mit einer gestern Abend im Camp frisch angelieferten ‘Touri-Ladung’, die sich heute Richtung ‘Hippo Pool’ durchkämpfen will) an der gleichen Steigung EXAKT DAS GLEICHE Mißgeschick widerfährt.
Naja - somit haben wir wenigstens eine ‘starke Truppe’ beisammen ...
... & gemeinsam versucht das spontan sich bildende, etwa zwanzigköpfige Bergungs-Team beide Busse (nacheinander) wieder auf festen Grund zu bringen!
Zunächst werden Steine vor die Räder geschichtet - dann müssen die Busse auf die Steine gehoben (!) werden - schließlich folgt der anstrengendste Part:
‘PUSH - Push - push!’
Neben dem primär verfolgten Ziel, ‘(schlicht) unsere Fahrt weiter fortsetzen zu können’ ... entwickelt sich (spontan & gruppendynamisch) als Nebeneffekt ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das augenscheinlich besonders ‘die Unvorsichtigeren unter uns’ (nein: NICHT mich!) erfaßt, die unmittelbar hinter den Heck-Reifen der Busse schieben ...
... & im Bruchteil einer Sekunde VÖLLIG MIT SCHLAMM EINGESAUT sind!
Es wird viel gelacht - jede erfolgreiche Aktion fotografisch festgehalten - & als wir nach einer halben Stunde ‘Plackerei’ die beiden Fahrzeuge ENDLICH befreit haben, sind wir endgültig zu EINER GROSSEN FAMILIE zusammengewachsen.
Die gute Stimmung hilft uns (auch) über das trübe Wetter hinweg - das sich im Verlauf des Vormittags dann allerdings doch ETWAS bessert: schließlich stoppt der Regen (final) & die auf den erbärmlichen Schlammpisten STEHENDEN Riesen-Pfützen werden WENIGSTENS nicht größer !?
Vorher aber heißt es für uns: ‘Animal-Spotting’ ...
... übrigens ähnlich erfolgreich wie gestern!
Allerdings werden die (hoffentlich) gelungenen Tieraufnahmen wohl eine völlig andere Atmosphäre wiederspiegeln. Unter anderem gelingen mir ein paar schöne Schlamm- (äh: Schnapp-) Schüsse von:
- stolzen Giraffen-Eltern mit ihren ungelenk einherstolpernden Kindern (‘und jetzt alle: Ooohhh!’),
- einigen ‘so-called Hartebeest’ (eine der größeren Antilopen-Spezies, deren deutsche Bezeichnung ich weder kenne, noch in Erfahrung bringen kann),
- Impalas & Büffeln (mit riesigen, front-abwärts weisenden Hörnern),
- einem majestätisch einher schreitenden Sekretärs-Vogel (im weißen Frack, mit schwarzen Stiefeletten ... sowie den typischen, namens-gebenden ‘Bleistiften im Haarschopf’),
- sowie verschiedenen kleineren Gazellen-Arten, einer (in allerdings GROSSER Entfernung an uns vorbeiziehenden) Elefanten-’Patroullie’ UND einer vielköpfigen & langhälsigen Straußen-Herde.
Obwohl: Cathrin! UNSERE ‘Buri’-Strauße waren natürlich VIEL SCHÖNER!
Völlig unerwartet, landen wir schließlich (doch) noch einmal einen ‘absoluten Lucky Punch’: Zwei Löwen-Weibchen, vermutlich Mutter & fast erwachsene Tochter, ducken sich ins (allerdings SEHR hohe) Steppengras!
Hm - ich bin WIRKLICH sehr gespannt, ob auf meiner (anläßlich dieses ‘Photo-Shootings’ VERSCHOSSENEN?) Dia-Serie, auch nur IRGENDEIN ‘Simba’-Körper-Teil (vielleicht ein Ohr?) zu erkennen sein wird?
Kurzer Stop in der bekannten ‘Keekorok Lodge’: P & P ...
... sprich: Pissen & Proviant fassen (IRGENDWIE scheine ich eine Vorahnung zu haben, daß unser angekündigter ‘Lunch at the Camp’ heute ein frühes Abendessen wird !?).
Bei mittlerweile (wieder) unbehindertem Sonnenschein, führt uns eine große, jedoch weitgehend erfolglose ‘Spotting’-Schleife in den äußersten Nordosten des ‘Masai-Mara’ (der mit etwa 40.000 Quadratkilometern übrigens zu den größeren Natur- & Tierschutzgebieten Kenyas gehört).
Durch die nicht-geplanten Bus-Befreiungs-Aktionen haben wir allerdings SO VIEL Zeit eingebüßt, daß der lange Rückweg zum Camp von einem OHRENBETÄUBENDEN Magen-Knurren aller Businsassen untermalt wird ...
Anyway ...
Um Halb Vier Uhr erreichen wir unser Zeltlager. Auch der ‘Savuka’-Koch scheint wohl eine Vorahnung gehabt zu haben - hat er doch das bislang beste Menü für uns gezaubert: ‘Lecker-Indisch’ (mit Chapatis, Gemüse & einer Menge ‘Fleisch’-Curry) sowie (erstmalig) ein Dessert ...
... eine Riesen-Schüssel voller Bananen-Pudding, um deren ‘letztlichen Bodensatz’ ein surrealer Kampf zwischen uns entbrennt (‘No, You FIRST - Please!’).
ALLE ‘hauen rein wie die Weltmeister’. Dann (angeschlagen, weil: mit prall gefüllten Bäuchen) ziehen wir uns zu einer halbstündigen Siesta in die Zelte zurück & versuchen, so gut (& schnell) wie möglich zu regenerieren, denn ... heute steht noch ein weiterer Punkt auf unserem Tages-Programm:
Ein ‘Nature Walk Around the Camp!’ ...
... unter fachmännischer Führung (sowie dem ganz persönlichen Schutz) von sechs authentischen ‘Massai-Warriors’!
Um Halb Fünf Uhr sind alle ‘Touri-Krieger’ (zwar müde & vor sich hin maulend, aber doch) ABMARSCH-bereit. Die Massai (Vor- & Nachhut bildend) stimmen ihre seit Samstag Abend in meinen ‘ungelochten Ohren nachklingenden’ Brumm-Gesänge an ...
... aber: Das RICHTIGE Africa-Feeling will bei mir einfach nicht aufkommen!
(obschon ich mir Mühe gebe!).
Zuviel (atmo-tötende) Unruhe & (nerv-tötendes) Gefeixe ist in der ziemlich aufgekratzt sich gebärdenden Gruppe ... & trotzdem:
Es tut VERDAMMT GUT, nach zweieinhalb Tagen ‘Passivität im komfortablen Safari-Bus’ einmal wieder sich selbst zu fordern & ... zu SPÜREN!
Unser ‘Spaziergang’ führt uns etwa eine Stunde lang den hinter dem Camp langsam, aber stetig ansteigenden Hügel hinauf. Die Gruppe schlägt dabei ein (von den Massai vorgegebenes) ziemlich hohes Tempo an - legt jedoch nach jeweils zehn Minuten eine Rast ein: Hm - eine (mich) an ‘Intervall-Training’ erinnernde Trekking-Variante ...
... die meinem, in Nepal erlernten ‘Comfortable Walking-Style’ (nämlich: relativ langsam, dafür aber stetig & ohne Pause) exakt diametral entgegensteht.
Aber: Was bleibt mir übrig?
Richtig! Ich passe mich der Gruppe an ...
... auch wenn ich mich bei dieser Art der Fortbewegung nicht gerade wohl fühle!
‘Ach, Du Schöne Zeit! Damals auf dem Annapurna-Trail! Lang, lang ist’s her!’
Corey (unser ‘Naturbursche aus den kanadischen Wäldern’ ... mit unübersehbarem Hang zur Profil-Neurose) muß SICH (?) beweisen, daß DIES HIER SEIN Metier ist & liefert sich ein ums andere Mal regelrechte Wettrennen mit dem ‘Young & Leading Massai’ (der sich wiederum in ‘seinem Heimspiel’ - natürlich! - keine Blöße geben will & kräftig dagegenhält).
Naja - halt ‘KINDER-GARDEN ...!’
Während der ‘Hechel’-Pausen demonstrieren die Krieger ihre martialisch-archaischen Waffen: lange Wurf-Speere (mit schlanken Eisenspitzen) sowie beeindruckende Wurf-Keulen aus Tier-Knochen (die einen ebenen, glatten Schaft & an der Spitze eine hammer-artige Verdickung besitzen)!
Auf meine Frage hin, behauptet der ‘Chef-Massai’ (& ... ich habe keinen Grund ihm nicht zu glauben!), daß sie in der Lage sind, mit diesen Schleuderwaffen auf eine Entfernung von mehr als 100 Metern zielgenau ihre anvisierte Beute zu treffen.
Tja - LEIDER schleicht gerade JETZT (natürlich!) KEIN EINZIGER Menschenfresser-Löwe durchs Dickicht ...
Als wir die schattige Rückseite des Hügels erreichen, STÜRZT (urplötzlich!) ...
... (nein: nur!) eine unter dichter Dschungel-Vegetation erahnbare Felswand steil in eine vernehmlich GÄHNENDE Schlucht (hinab). Auf den nackten, hohen Klippen am Rande der Schlucht hockend, legen wir eine längere (‘Halfway!’) Rast ein:
‘Some (few) Shots & some (a few MORE) ... Cigarettes!’
Schließlich folgt der dramatische Abstieg (über enge & ‘schleifige’ Trampelpfade: durch die Felswand!) hinunter in die Schlucht ... sowie der lange Rückmarsch zum Camp (nun durch das ebene Tal & in weitem Bogen um den zuvor erklommenen Hügel herum). Gleichermaßen intensiv wie exotisch duftende Natur-Wohlgerüche sowie eine üppig-grüne, zumeist dornige Vegetation sind unsere Begleiter (Hä?) ...
... & letztlich stellt sich doch noch die erhoffte, stimmungs- & fried-VOLLE ‘Atmosphäre unberührter ost-afrikanischer Natur’ ein!
Ich halte mich zumeist am Ende der Gruppe auf & durchforste die uns überragenden, gewaltigen Nadelbäume auf Primaten. Aber die ‘fest versprochenen Wilden Paviane’ zeigen wenig Lust, sich an das Massai-Drehbuch zu halten ...
... & sich nicht (also: zeigen!).
Erst kurz vor Erreichen des Camps, kommentiert eine kleinere Affenbande (aus sicherer Entfernung - weil: hoch oben in den Bäumen hockend) LAUTSTARK BIS HYSTERISCH die vorbei-trottende ‘ach-so-kuriose Zweibeiner-Karawane’.
Bis zum Diner entspanne ich bei einer kurzen ‘Musil-Lesung’ vor meinem Zelt (& lasse mich von der angenehmen Abendsonne verwöhnen) ... & unmittelbar NACH dem Abendessen knüpfe ich (zur Kontemplation wild entschlossen!) nahtlos an den Beginn dieses ruhigen Relax-Feierabends an ...
... bewaffne mich mit einem (nur mäßig-kalten, aber) kenyanischen (!) ‘Tusker-Beer’ & rücke meinen Safari-Stuhl nahe an das stimmungsvoll vor sich hin flackernde & knisternde ‘Campfire’:
Lange Unterhaltung mit Jim (dem britischen Landschaftsplaner), der seine drei Jahre zurückliegenden Erlebnisse auf (& Eindrücke von) Zanzibar sehr lebhaft & Interesse weckend zu schildern weiß ...
... & mir einen Besuch der ‘Heimat Freddy Mercurys' wärmstens empfiehlt.
Hm - ICH DENK’ DRÜBER NACH ... sowieso!
Schließlich münden die vielen Kleingruppen-Gespräche in einer großen, sehr UNTER-, jedoch alles andere als ENT-HALTSAMEN Massai-Touri-Runde: Ja - GERADE die ‘Herren des heidnischen Krals’ erweisen (& ZEIGEN) sich heute Abend (als) äußerst trinkfest & -freudig ...
Der ‘namenlose, englisch-sprachige funny Massai-Guy’ dolmetscht! ALLERDINGS habe ich ihn im Verdacht, daß er (während seiner wort-reichen & weit-ausholenden Übersetzungen) AUSGIEBIGST seiner ‘Liebe zum Geschichten-Erzählen’ frönt ...
... was dem Spaßfaktor innerhalb der Runde aber nur förderlich ist!
Während einer etwas ruhigeren Phase des Gespräches ... erläutert mir John die ‘spezifisch-kenyanische Philosophie des National Parks’:
- in den Tierbestand wird hier (im Gegensatz zum südafrikanischen Vorgehen: z.B. im ‘Krüger National Park’) vom Menschen nie & keinesfalls direkt eingegriffen,
- denn es wird darauf vertraut, daß sich Über-Populationen bestimmter Tierarten langfristig durch Krankheiten (also: quasi ‘von selbst’) regulieren,
- weiterhin ist es grundsätzlich & kategorisch verboten, Tiere zu töten ... & zwar bei nicht nur ANDROHUNG drakonischster Strafen (äh ... die zuweilen ‘an Ort & Stelle’ vollstreckt werden: wiederholt schon sollen Massai-Krieger, auf frischer Tat ertappte Wilderer kurzerhand mit ihren Speeren ERLEGT haben!),
- die einzig erlaubten menschlichen Manipulationen sind, allerdings auch sehr seltene INDIREKTE Eingriffe (durch ‘Veränderung, der aus dem natürlichen Gleichgewicht geratenen Jäger-Beute-Relationen’: wie beispielsweise im Lake Nakuru National Park, wo man im vorigen Jahr auf eine dramatische Vermehrung der Wasserbüffel mit dem Aussetzen einiger zusätzlicher ‘Kätzchen’ reagierte).
Die Quintessenz dieser grundsätzlichen Einstellung zum ‘Wildlife’ formuliert John mit den mich sehr beeindruckenden Worten: ‘Who the Hell Are WE ...
... to Decide What’s GOOD for the ANIMALS ???’
Gerade noch rechtzeitig ... verlasse ich die gemütliche Lagerfeuer-Runde & haue mich aufs Ohr: denn keine fünf Minuten später dringen an dieses (mein ‘geschlagenes Ohr’) die eindeutigen Prassel-Geräusche eines, auf das Wellblechdach über unserem ‘Luxuszelt’ niedertrommelnden Regengusses ...
Hm - was ich mit einem ZUFRIEDENEN Lächeln quittiere ...
(Doppel-Hm: welches kurze Zeit später in unerwartet wohltuenden & ‘verbrauchte Energie sofort zurückbringenden’ Schlaf übergeht).
Nur der Vollständigkeit halber:
Mein Zahn (‘D6’: überkront!) gibt den ganzen Tag keine Ruhe! Ich werfe insgesamt sechs Aspirin-Tabletten ein & denke mit Schaudern an das mir mit immer größerer Wahrscheinlichkeit bevorstehende, weitere Kapitel der beliebten (?) Endlos-Serie:
‘Die exotischsten Dental-Kliniken in den abgelegensten Regionen des Trikont!
Folge 6: Once Upon A Time in ... NAIROBI!’
Oder doch (?) ...
... Nackt & hilflos im Reisig-Kral eines afrikanischen Medizin-Mannes! (Takin’ some Strange ‘Sausage-Tree’-Narcotics - Starin’ at a Bloody, Hot Knife - Deep, Deep Down in ‘Funny Massai-Country’!).
UFF !!!

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