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Buch   Africa 07      I

DER GENIALE ‘RIP-OFFEINER KENYANISCHEN LAIENSPIELGRUPPE - MITTEN IM HERZEN NAIROBIS !
ODER: ANKUNFT IM KENYA DANIEL ARAP MOIS:
... T
OO MUCH VIOLENCE - EVERYWHERE !

... Flug von Addis Ababa (Äthiopien) nach Nairobi ... & Rip-Off ebenda (Kenya)

Karte-Story-AF-07

Dienstag, 31. März bis Mittwoch, 01. April (‘April!’) 1998

Heute ist der erste Tag meines NEUEN ‘Traveller’-Lebens, der mich aus dem islamischen Einflußbereich entlassen ...
... & (‘mitten-mang’) in den Fuckin’ Good Ol’ Commonwealth hineinführen wird:
Zu den ‘besseren (weil britischeren) Briten’!
Früh wach - die frische Morgenluft einatmen & ...
... erstmal ‘ab auf’n Topf’: Dünnschiß! Ich fühle mich körperlich etwas schlapp, werfe zwei Multivitamin-Tabletten ein & versuche mir (ansonsten) nichts anmerken zu lassen !?
Ausgiebiges Frühstück im sonnenüberfluteten, begrünten Innenhof des Hotels - währenddessen Zeitungs-Lektüre:
Zunächst blättere ich den ‘FAZ’-Wirtschaftsteil durch, der mich darüber aufklärt, daß die Philip Holzmann KG ‘der erfolgreichste, deutsche Wertevernichter (!?) der vergangenen fünf Jahre’ ist.
Hm - sehr interessant, das ...
Nach dieser ‘Zeitreise zurück in die mir (eher) exotisch vorkommenden, sprich: mittel-europäischen Regionen’ ...
... wende ich mich meiner näheren Umgebung zu & widme mich einem Leserbrief-Schreiber im ‘Ethiopian Monitor’:
Der Betreiber einer kleinen, privaten Töpferei beklagt sich bitterlich, daß die staatliche Stromgesellschaft nicht in der Lage ist (scheint), ausreichend Elektrizität mit gleichbleibenden, konstanten 220 Volt zur Verfügung zu stellen (was immer wieder zu Defekten an seinen Töpferscheiben & Brennöfen führt). Er glaubt, eine zusätzliche Verschlechterung der Stromqualität & -stabilität festgestellt zu haben, seit das neue ‘Sheraton Addis Ababa’ ans öffentliche Stromnetz ging ...
... & seither Nacht für Nacht in unvorstellbar energie-verschwendendes, gleißendes & ERSTAUNLICH FLACKER-FREIES Aussenlicht getaucht ist (!?).
Äh ... glaubt er!
Es wird Zeit, (Äthiopien) ... ‘loszulassen’:
Packen - Auschecken (übrigens taucht die Rechnung für meine ‘Saturday Night Laundry’ bis zu meiner Abreise nicht mehr auf: ‘Thanxx, D.D.!’) - dann mit dem Hotel-Minibus-Shuttle zum Flughafen. Nach den üblichen (drei!) Leibesvisitationen, stehe ich (schon) in der Abflughalle:
‘Check-In’ - Bezahlen der Flughafensteuer (immerhin satte zwanzig US-Dollar!) - Tausch meiner restlichen ‘Weaky Ethiopian Birr (Funny Money!) into Convertible Hard Currency’ - schließlich nehme ich im, mittlerweile vertrauten Wohnzimmer (äh: Wartesaal) Platz & ...
... ebenda Rauchen, Lesen & ‘Kucken’:
Ungewöhnlich viele Asiaten bevölkern die un-atmosphärische Halle - desweiteren ein Sport-Team (im einheitlichen ‘Ballon-Seide-Outfit’: mit der gut lesbaren Rücken-Aufschrift ‘Uganda’).
Um Elf Uhr wird mein Flug aufgerufen. Ich marschiere zum ‘Gate’ & werde sofort an Bord des Fliegers geschleust. Pünktlich um Halb Zwölf Uhr heben wir ab ...
... & ich verlasse zum dritten & letzten Mal ‘das alte Kaiserreich (die Wiege der Menschheit) ÄTHIOPIEN’!
Währenddessen säuselt mir ein unsichtbarer NEGER (Doch! - das ist durchaus ‘pc’, da es sich um einen Eigennamen handelt) leise ins Ohr: ‘Haile, Haile (äh: Ibisle) ...
... & Bye-Bye(le)’!
Bei weitgehend klarem Flugraum, bieten sich mir in der prallen, ost-afrikanischen Mittagsonne phantastische ‘Rund-Um-&-Drauf-Sicht-Panoramen’ ...
... deren Spektakulärstes sich unmittelbar nach Überfliegen der (durch NICHTS erkennbaren) Grenze zwischen Äthiopien & Kenya zeigt:
Weit unter uns macht sich in einer öden Fels- & Sand-Wüsten-Landschaft (oasen-gleich!) der bis zum entferntesten Horizont reichende, riesige Lake Turkana BREIT (‘Rodolfo: DEIN See!’), der als ausgewiesenes Vogel-Paradies gleichzeitig Heimat für eine der weltweit größten Krokodil-Populationen sein soll (deshalb ...? oder Schein-Korrelation ...?).
Naja - von solchen ‘tierischen Details’ ist aus gut 10.000 Höhen- und Entfernungs-metern NATÜRLICH NICHTS zu sehen! Obwohl: vor meinem ‘geistig-vergeistigten (linken!) Auge’ VERMEINE ich ...
Na - Hallu!
Sanfte Landung auf dem Jomo Kenyatta International Airport of Nairobi. Meine ersten Eindrücke von Kenya (noch aus der Luft) sind:
- alles (vornehmlich aber doch die Landschaft!) ist grün & scheint vor Fruchtbarkeit zu strotzen,
- die stabilen Stein- & Betonhäuser wirken neu und / oder gepflegt ... oder doch zumindest frisch renoviert (oder täuscht mein Eindruck & ich lasse mich über Gebühr von den durchweg SEHR bunten Fassaden-Anstrichen blenden, die zum satten & umgebenden Grün sowie dem tiefblau-strahlenden ‘Himmel über Kenya’ einen lebendigen Kontrast bilden ...?),
- & in ‘British-Colonial Kenya’ herrscht, dies auch aus großer Höhe deutlich erkennbar, LINKS-VERKEHR.
Hm - bilde ich mir etwa nur ein, daß unser Flieger auf der extremen, piloten-seitigen Hälfte der Landebahn aufsetzt ...?
Oder IST DIES gar nicht die Seite des Piloten ...?
Haben unser Captain & sein Co bei Überfliegen der Grenze, unbemerkt von UNS (den Passagieren) die Plätze im Cockpit getauscht ...?
Fragen über Fragen ...
... auf die allerdings niemand (ernstlich) eine Antwort erwartet!
In Nairobi ‘hat es 26 HEISSE Celsius-Grade’ ... also gut fünf Grade mehr, als das kühle, auf 2.400 Höhenmetern gelegene Addis Ababa. Und das obschon sich Nairobi mit seiner ‘Altitude’ von knapp 1.900 Metern auch nicht gerade auf Köln-Niveau befindet! Also ... höhen-mäßig nicht ... (& ‘überhaupt’ schon gar nicht!).
Gott-sei-Dank aber sind ‘die zu durch-WARTENDEN’ Einwanderungs-Prozeduren im Flughafengebäude wohltuend kurz (-weilig) ... & daher nur mäßig schweißtreibend:
- knappe Pass-Kontrolle (zügig & ohne Warteschlange),
- KEIN Zoll-Check,
- bei der ‘Airport Branch’ irgendeiner kenyanischen Bank tausche ich 70 Cash-Dollar in ‘(my first) Kenya-Shilling’,
- & frage ebenda (& gleichzeitig) nach der Haltestelle des Stadt-Busses.
Nach nicht einmal zehnminütigem Aufenthalt bleibt am Flughafen für mich nichts mehr zu tun ...
... was sich allerdings (hier - sprich: am Flughafen) eher schleppend herumspricht:
Ein gleichermaßen hartnäckiger wie aufdringlicher ‘Tout’ will mich (lächelnd neben mir her rennend) mit dem ‘Alles-Inklusive-&-Rund-Um-Sorglos-Touristen-Paket’ beglücken (Taxi - Hotel - Stadtrundfahrt - & ... da wir gerade so nett beisammen sind, auch gleich ein halbes Dutzend Safaris!).
ER schaut schließlich EHRLICH ERSCHÜTTERT (!), als ich ihm nicht nur erkläre, daß ich NICHTS brauche & ALLES weiß ... sondern (SHIT!) auch die korrekte Richtung zur Bus-Haltestelle einschlage!? ‘Tja & schon WIEDER habe ich einen Bewunderer mehr (in einer ansonsten wild-fremden, ost-afrikanischen Stadt)!’
Im Bus spreche ich meinen jungen, einheimischen Sitznachbarn an & informiere mich über Nairobi sowie ‘die momentane Großwetterlage’: DENN ... eine meiner größeren Sorgen, gilt der anstehenden Regenzeit!
Er aber beruhigt mich & versichert mir, daß Kenya ‘El-Nino’-bedingt (früher als üblich!) die diesjährigen ‘Heavy Rains’ bereits überstanden habe & zur Zeit auch im Westen (am Victoria-See) keine weiteren Wasser-Sturzbäche zu befürchten seien!
Naja - ob ich ihm DAS ALLES so glaube ...
WE’LL SEE ... !?
Eine Stunde später erreichen wir den City-Bus-Terminal im Nordosten der Kapitale Kenyas. Er (der nette Sitz- ... äh ... -Nachbar) begleitet mich noch zur zentralen Kenyatta Avenue ... & von dort aus schlage ich mich dann SOLO durch den erwartet chaotisch-hektischen Großstadt-Dschungel:
REALLY! It’s Getting AFRICAN ...
... More & More (Day by Day)!
Ich checke zwei Untere-Mittelklasse-Hotels & entscheide mich schließlich (nach einem ersten, vielversprechenden Test des einheimischen Gerstensaftes) für das weitaus schönere & geräumigere Zimmer (im Hotel Terminal) ...
... für übrigens satte 15 US-Dollar: dem (unangefochten!) höchsten Zimmerpreis meines gesamten, bisherigen Afrika-Trips! Da ich jedoch darauf vorbereitet war, in Kenya ein mit Äthiopien oder Eritrea nicht vergleichbares Preisniveau vorzufinden, hält sich meine Bestürzung in Grenzen.
Auf dem Weg zum (& im) Hotel erste Annäherungsversuche der, das gesamte Stadtzentrum akribisch & flächendeckend beackernden ‘Safari-Touts’ - allerdings muß ich sämtliche ‘Hi-My-Friend!-How-Are-You-Today?-Wanna-Go-On-A-Safari?’-Frager enttäuschen - denn: HEUTE bringen mich keine zehn Elefanten (mehr) dazu, IRGENDETWAS zu entscheiden ...
... geschweige denn, eine Safari zu buchen!
WOHL ABER ... verschaffe ich mir einen ersten Überblick: Michael & Kenyatta (von ‘Savuka Tours’) machen mit Abstand den besten Eindruck (oder doch wohl eher: ihr Prospekt!) ... & auch mein ‘Handbook’ äußert sich lobend über die wohlbekannte & eingeführte Safari-Company.
Ich verstreue mein Gepäck im Zimmer, mache mich frisch & gönne mir erstmal eine Pause (sowie zwei ‘Bloody Cheap Duty-Free-Camels’). Anschließend unternehme ich einen ersten Erkundungsspaziergang ...
... mitten durch die ‘Totally Crowded & (supposed to be!) Verrry Dangerous River-Road-Area’! Übrigens: vornehmlich, um meinen für morgen Früh FEST eingeplanten Hotel-Umzug vorzubereiten - sprich: die dort sich auf engstem Raume drängelnden ‘Schnäppchen’ zu checken.
Die Such-Aktion verläuft jedoch nur mäßig erfolgreich!
Von den anvisierten drei Hotels, ZEIGT sich ...
- das ‘Iqbal’ gar nicht,
- die ‘New Kenya Lodge’ (heute Abend!) NOCH nicht,
- & die (gefundene!) ‘Evamay Lodge’ ... äh ... nicht gerade von einer Seite, die einen spontanen Umzug rechtfertigen würde ...
... das extrem schmale & spitz zulaufende Eckgebäude macht zwar einen urigen Eindruck (eindeutig positiv FALLEN die sehr netten & gutgelaunten ‘African Moms’ an der Rezeption INS NICHT UNERHEBLICHE Gewicht), mit 600 Kenya-Shilling (also gut 10 US-Dollar!) für ein ECHT MIESES Zimmer, geht das ‘Evamay’ jedoch schwerlich als ‘Bloody Cheap’ durch.
Naja - wir WERDEN sehen ...
... morgen Früh !?
Bei Einbruch der Dunkelheit kehre ich in einem RAPPELVOLLEN Restaurant in der Moktar Daddah Street, in MEINER Straße (& ... das Restaurant unmittelbar neben meinem Hotel gelegen) ein - was kein Zufall, sondern das Ergebnis umsichtig-vorausschauender Planung ist (siehe unten!):
ein-faches Abendessen & zwei-faches (!) ‘Large Kenyan Beer’ ...
... danach bin ICH rappelvoll!
Ich wanke treppauf in mein Zimmer, unterziehe (äh ... sturzbesoffen) das Mosquitonetz über meinem großen Bett einem Funktionstest (äh ... ‘einer von uns beiden’ hat nicht bestanden) & schlafe (obwohl aus der ‘Bar Nebenan’ lautstarke ‘Trink’-Geräusche an mein Ohr dringen) ...
... (äh ... erstmal!) problemlos ein.
Als ich später in der Nacht aufwache, bekomme ich gerade noch ‘die letzten musikalischen Mitternachts-Häppchen’ aus der Bar mit: Die mehrstimmigen & sehr melodischen (atmosphärischen) ‘African Chants’ des einheimischen & (wie mir das rhythmische Klappern von Gläsern & Geschirr anzeigt) die Bar aufräumenden Personals.
Im gleichen Maße, wie sich dieser Klangteppich schließlich in Stille auflöst ...
... wird mein Zimmer zunehmend von anderen Geräuschen angefüllt, denen ich ebenso gespannt (wenn auch mit gänzlich anderen Gefühlen) lausche:
‘Ohren’-scheinlich geht ein gewaltiger Regenschauer (nein: ein ausgewachsener Wolkenbruch!) über Nairobi nieder ...
... & unwillkürlich richte ich an mich die Frage, ‘wie denn wohl die Safari-Zelte der Safari-Veranstalter mit solch gigantischen Wassermassen fertig werden (wollen)?’
Obwohl: DAS ist ja nicht mein Problem - oder?
(naja - NOCH nicht!).
Gegen akute Einschlafprobleme ‘schlucke ich eine volle Dosis Musil’ (ob ich den kompletten 2.000-Seiten-Wälzer wohl noch in Afrika auslesen werde?) & ...
... ‘irgendwann’ (NACH Zwei Uhr!) ...
... gehe ich die zweite Hälfte meiner ‘First Night In Kenya’ (letztlich doch noch SCHLAFEND) an ...

... Ay, Ay, Ay! Oh - Watta-DAY!
Hm - oder vielleicht doch: April - April ... !?
Aber: Halt! ...
... & der Reihe nach.
Eigentlich fängt der Tag recht vielversprechend an: während der unruhigen, weil geräuschvollen Nacht, habe ich doch (noch) ein paar Stunden Schlaf erwischt & bin relativ ausgeschlafen! Duschen - dann Frühstück (inklusive ‘Schimmel’-Toast) im Restaurant unmittelbar neben meinem Hotel (‘Thee Place, where the Terrible-Night-Noise Came From!’).
Ich unternehme einen kurzen Sight-Seeing-Spaziergang durch Downtown-Nairobi (de ‘Kenyatta Avenue’ erop ... un der ‘Uhuru Highway’ erav), schieße zwar (auch) ein paar Fotos - muß aber (mal wieder: schnell) feststellen, daß mir ‘diese großen Städte absolut NICHTS sagen’ ...
... daher wende ich mich Organisatorischem zu!
Ich kämpfe mich über asphaltlose, zunehmend schlammige Straßen zur ‘River-Road-Area’ durch (übrigens werde ich von Passanten ein ums andere Mal ‘angehalten’ ... also: auf meine Wertsachen ‘Acht zu geben’: Thanxx!) & ...
... inspiziere (dort angekommen), die nicht nur von außen betrachtet, SEHR heruntergekommen wirkende (sondern auch seiende!) New Kenya Lodge:
DER Treffpunkt der internationalen ‘Low-Budget-Backpacker-Society’ ...
... mit zwar SEHR einfachen, ‘nackten’ Schlafräumen im ersten Obergeschoß (um einen großen, offenen Lichthof gruppiert),
... aber einer riesigen Lobby, die von den Gästen ‘rund-um-die-Uhr’ als Aufenthalts-, Frühstücks- & Fernsehraum genutzt wird (& deren verschlissene Plüsch- & Cordstoff-Sitzgruppen einen ‘ganz besonderen Charme’ versprühen)!
Ich kann einen, für Nairobi-Verhältnisse wirklich ‘spott-billigen’ (viereinhalb Dollar!) Einzelraum mieten. Dieser ist allerdings zur Zeit noch belegt & wird erst zur ‘Check-Out-Time at Around Noon’ frei:
EGAL!
Ich beschließe, daß mir das Zimmer (unbesehen!) zusagt, deponiere meinen Rucksack an der Rezeption & ... nutze die verbleibende Zeit (bis zum persönlich durchzuführenden Eincheck-Akt) zu einer weiteren Info- & Orga-Schleife:
Beim ‘Money-Changer’ (NIEMAND geht in Kenya zur Bank!) wechsle & splitte ich einen 500-Dollar-Reisescheck in ... äh ... 16.700 Kenya-Shilling sowie 200 Cash-Dollar. Dann schleppen mich Michael & Kenyatta (siehe gestern) AB ...
... & in ihr ‘Safari-Tour-Office’. Langes Gespräch mit Maggie, einer sehr netten Reisebüro-Fachfrau, die mir NATÜRLICH liebend gern (mindestens: einmal!) das komplette Touren-Sortiment verkaufen würde ...
... über diesen, IHREN JOB (!) hinaus, aber noch eine ganze Reihe weiterer, interessanter Infos (zum Thema ‘Überleben in Kenya - wenn gewünscht, wie? Ein Leitfaden für den Individual-Touristen!’) für mich bereithält.
Nachher sehe ich ETWAS klarer: die Planung meines Kenya-Aufenthalts gewinnt an Konturen! Sie verabschiedet mich mit einem (hoffnungsvollen? vielversprechenden? naja - vermutlich einfach: siegessicheren!) ...
... I’LL WAIT For You!
Auf der Sonnen-Terrasse des schicken Thorn Tree Cafés (im Erdgeschoß des feudalen Package-Tour-All-Inclusive-’New Stanley’-Hotel) ...
... studiere ich die mir überlassenen Safari-Broschüren (währenddessen sehr guten, aber NOCH teureren kenyanischen Hochland-Kaffee ‘gleichmäßig & hochkant in meine beiden Herzkammern inkardiorierend’): TJA ...
... alles läuft auf eine Tanzania-Tour (zum Ngorongoro-Krater & in die Serengeti) - sowie eine Kenya-Tour (in den Masai-Mara National Park, zum Lake Nakuru & eventuell von dort weiter Richtung Norden zum Samburu National Park) hinaus, wobei die einzelnen Safaris zwischen fünf & sieben Tage dauern.
Hm - We’ll See ...
Schließlich wird’s Zeit, mein neues Zimmer in der New Kenya Lodge erst anzumieten & ... anschließend zu begutachten. Kaum möglich - aber der Raum präsentiert sich doch (noch!) einfacher als erwartet: Die Möblierung besteht aus einer schmalen Schaumgummi-Matratzen-Attrappe & ...
... SONST NICHTS!
Hm - das Zimmer hat ‘nun wirklich überhaupt NICHTS Anziehendes’ ...
... & so begebe ich mich vor-freud-voll (nicht einmal eine halbe Minute nach vollzogenem Check-In) auf einen Nach-Mittags-Spaziergang:
DER sich allerdings VÖLLIG anders entwickelt, als von mir geplant!
Was NUN folgt ...
... ist die Beschreibung ‘meines persönlichen, ganz besonderen Nairobi-RIP-OFFs!’
Äh ... Korrektur:
DER zwar (zugegeben!) ‘persönlich’, keinesfalls aber ‘etwas ganz Besonderes’ ist / war (hm - wie ich leider erst später ... ZU SPÄT erfahre!).
Vielmehr handelt es sich NUR ...
... um die ‘während dieser Saison angesagte Diebes-Banden-Masche in & auf den Straßen Nairobis’: eines ausgeklügelten, gemein-schaftlich (in Gruppenstärke!) ausgeführten & gemein-kriminellen PLOTS zum Einschüchtern ... & (anschließenden!) Ausrauben des ‘gemeinen & unbedarften Touristen’!

In den Hauptrollen wirken mit:
- sechs talentierte, mehr als überzeugend schauspielernde Laien-Darsteller aus Nairobi (‘The Very Low Part of Town’),
- drei (vermutlich echte!) Dienstausweise der ‘Kenya Police’,
- sowie zu viel Obrigkeitshörigkeit, eine riesige Portion Unwissenheit über ‘Land & Leute’ & (nicht zuletzt) die nackte Angst!
Ach ja (FAST hätte ich vergessen!) ...
... & am für den Erfolg der Aufführung nicht unmaßgeblichen ‘Supporting Act’ versucht sich (HEUTE): Ein anonym zu verbleiben (vergeblich!) hoffender, zwar eindeutig unbedarfter, allerdings alles andere als GEMEINER Tourist ...
... äh ... aus KÖLN AM RHEIN!


(VORHANG & ...)
ERSTER AKT:

In der Nähe der City Hall spricht mich ein junger Mann an. Nachdem ich ihm (auf Nachfrage) ‘anvertraue’, daß ich aus Deutschland komme ...
... erzählt er, daß er in Kürze nach Giessen gehen wird (um dort ein Studium aufzunehmen) ... & bittet mich, ihm einige Infos über deutsche Universitäten sowie die dortigen Studienbedingungen zu geben.
Nett wie ich ja nun mal bin (!), willige ich ein. Wir suchen uns einen freien Tisch auf der großen, überdachten & gutbesuchten (!) Terrasse des City-Hall-Restaurants:
Zunächst fragt er ... & ich antworte.
Nach einer Viertelstunde jedoch ändert sich diese Rollenverteilung (zunächst zwar unmerklich, letztlich aber dramatisch): Er ‘gesteht’ mir (seine Stimme wird immer leiser & erhält eine verschwörerische Färbung), daß er ein Flüchtling aus dem Sudan ist, dort zum Tode verurteilt wurde, mit drei anderen Sudanesen untertauchen & zu Fuß nach Nairobi fliehen konnte ...
... & von hier aus nun nach Dar-Es-Salaam weiterreisen will (muß), wo ihn eine Hilfsorganisation erwartet, um ihn nach Europa auszuschleusen ...
Hm - SO ER DENN Tanzania (lebend) erreicht ... !?
Während er auf mich ‘ein-flüstert’, skizziert er auf einer Serviette eine grobe Ostafrika-Landkarte ... & schreibt unablässig, ohne seinen Redefluß auch nur für einen Augenblick zu unterbrechen, Namen von Hilfspersonen & -organisationen neben den erkennbaren Verlauf seines Fluchtweges. Ich frage mich zwar (schweigend), WARUM UM ALLES IN DER WELT ER DIES MACHT (?) ...
... lasse ihn aber letztlich (widerspruchslos) gewähren.
Schließlich kommt er (immer noch freundlich & sehr gewählt sich ausdrückend) auf den, auf SEINEN PUNKT: Ihm fehlen für die Weiter-Schleusung nach Tanzania (per Schlepper-Bande & mit falschem Pass) noch 200 US-Dollar ...
... ob ich ihm nicht ...
... oder wenigstens einen Teilbetrag ...?
Naja - SO DOOF bin ich nun auch wieder nicht: Ich erkläre ihm, daß ich mich während meiner Reisen (trotz vieler Kontakte zu verdammt armen Menschen) an den strikten Grundsatz gehalten habe, prinzipiell kein Geld zu verschenken ...
... & bitte um sein Verständnis. Er aber läßt nicht locker, reklamiert für sich eine Ausnahme-Situation (naja, ‘meine Argumentation’ überzeugt nicht einmal mich selbst: erster Anflug von Unwohlsein!) & bittet mich, nachdem er kapiert hat, daß er mich nicht umstimmen kann, ‘um ein paar Shillinge für Lebensmittel !?’
Ich aber bleibe hart, bitte den Kellner um die Rechnung & zahle.
Er (der ‘vermeintliche Flüchtling’) fleht & bettelt allerdings weiter. Mittlerweile fühle ich mich EXTREM unwohl! Er beschwört mich, ihm wenigstens die 120 Kenya-Shilling Trinkgeld zu überlassen ...
... was ich ebenfalls ablehne (ich ‘harter Knochen’, ich!).
Ich zahle NUR seine Cola (der EINZIGE ‘geldwerte Vorteil’, den ER von unserer Zusammenkunft, von MIR hat) & GEHE ...
... IHN am Tisch zurücklassend!

ENDE ...
... ERSTER AKT!


Hm - noch während ich SCHNELLEN SCHRITTES den ‘Ort des Geschehens’ verlasse, spüre ich (geradezu körperlich!), daß ich VERFOLGT werde!


ZWEITER AKT:

Die City-Hall-Road KNAPP erreichend ...
... hält mich ein Mann in Zivilkleidung an & fragt, ‘was ich mit diesem Mann dort hinten am Tisch besprochen hätte?’
Ich SPIELE den Unschuldigen (was ich ja schließlich auch bin: obwohl ich mich durch die dubiose Flüchtlings-Story als ebenso dubioser Mitwisser von was-auch-immer fühle!) & erkläre wahrheitsgemäß, ‘daß ich IHN erst heute Nachmittag kennengelernt & mit ihm über das deutsche Bildungswesen ...’
Bevor ich den Satz beenden kann, stürmt ein zweiter Mann hinzu, hält mir seinen Dienstausweis (mit der Aufschrift ‘Kenya Police’) unter die Nase & herrscht mich agressiv-drohend an, ihm & seinem Kollegen zurück ins Restaurant zu folgen.
Naja - ‘irgendwie überrumpelt’ lasse mich durch die überzeugende Vorstellung der beiden EINSCHÜCHTERN & folge den vermeintlichen Polizisten zurück an ‘meinen’ Tisch: die zweite, halbvolle Tasse Kaffee wurde noch nicht weggeräumt ...
... mein Gesprächspartner ist allerdings spurlos verschwunden!
Ohne weitere Umschweife werde ich darüber aufgeklärt:
- daß es sich bei ‘meinem FREUND’ um einen bekannten & schon seit einiger Zeit unter Observation stehenden Kriminellen handelt,
- der einer terroristischen Vereinigung angehört,
- über die Staatspräsident Daniel Arap Moi (dem SIE natürlich treu & loyal ergeben sind) SEHR BEUNRUHIGT ist !!!
Dann prasselt ein Fragen-Gewitter auf mich nieder: ‘Wie lange ich IHN bereits kenne? Wann & wo WIR UNS das letzte Mal getroffen haben? Wie meine genaue Beziehung zu IHM ist? Ob ich IHM Geld gegeben habe - nein: da dies offensichtlich außer Frage steht, wie oft & wieviel ... ?’
Der Terrorist sitze übrigens bereits hinter Gittern. Er sei (unmittelbar nachdem ich den Tisch verließ) verhaftet worden & man habe größere Mengen Bargeld sowie Travellerschecks bei ihm gefunden ... & FALLS sich herausstellen würde, daß ich ihm Geld oder Schecks gegeben hätte, DANN müsse ich mit mindestens zehn Jahren Gefängnis rechnen! Schließlich sei ich NUR GAST in ihrem demokratischen Heimatland & auch ICH müsse mich an die kenyanischen Gesetze ...
... ASO - USW - ETC.
Die ‘Show’ der beiden, verfehlt ihre intendierte Wirkung NICHT ...
... & ich stelle (nicht WIRKLICH überrascht!) fest, daß ‘mein kleines & unschuldiges (?) Herzilein’ ein paar Schläge pro Minute ZULEGT!
Nach einigen weiteren (vorbereitenden) Einschüchterungen, fordern sie mich schließlich auf, ihnen meine Travellerschecks auszuhändigen, damit diese im nahen ‘Police-Office’ überprüft werden könnten: Ich bräuchte mir um die Schecks keine Sorgen zu machen, da sie ohne meine Unterschrift ja völlig wert- & nutzlos seien!
Wenn sich herausstellen würde, daß sie nicht zur gleichen Serie (wie die bei ‘meinem FREUND’ sichergestellten Schecks) gehören, dann erhielte ich sie in zwanzig Minuten zurück ...
... & für MICH ‘wäre alles noch einmal glimpflich ausgegangen’ (obwohl ich natürlich unvorsichtig ... & vertrauensselig ... & mindestens fahrlässig ... & überhaupt: soviel steht wohl fest!).
FALLS sich aber DOCH herausstellen sollte, daß die Schecks (ENTGEGEN meiner Aussage) ... ?!?
Hm - was soll ich tun?
Habe ich WIRKLICH noch eine Wahl (?) ...
... oder nicht schon längst den letztmöglichen Zeitpunkt verpaßt, eine ‘Klärung in aller Öffentlichkeit & mit unbefangenen Polizisten meiner Wahl’ zu verlangen ...?
NATÜRLICH habe ich keine Wahl (mehr) ...
... & gebe ihnen die Schecks!
Nachdem sie sich meine Hotel-Adresse in Nairobi notiert & meinen Pass kontrolliert haben (den ich übrigens, ohne nachfragen zu müssen, zurückerhalte!), fordern sie mich auf, im Restaurant zu warten & NICHT (!) den Tisch zu verlassen ...
DANN: verschwinden SIE ...
... betont gemächlichen, aber (eindeutig!) gewichtigen Schrittes!

ENDE ...
... ZWEITER AKT!


Ich bin ZIEMLICH aufgewühlt, bestelle einen Tee (kann jedoch während der folgenden zehn Minuten die Tasse, auch nicht unter Zuhilfenahme beider Hände, an meinen Mund führen: ZITTER!) & suche prophylaktisch in meinem Reiseführer nach der Adresse der ‘Deutschen Botschaft in Nairobi’.
Einen ‘cool & genial durchgeführten RIP-OFF’ ... halte ich während dieser ‘Zeit des Wartens“ (äh ... übrigens: Ich Warte!) auch nicht FÜR DEN BRUCHTEIL EINER SEKUNDE für WAHRSCHEINLICH!
ZU überzeugend war die professionelle Darbietung ‘meiner Schauspieler-Kollegen’.
Und ZU beängstigend ist die Aussicht auf ‘zehn Jahre Knast in Ostafrika’ ...
... DIE (Aussicht & ‘zehn Jahre’!) ich mir bildhaft auszumalen nicht nur durchaus in der Lage bin, sondern DIES auch umgehend ... äh ... tue:
- fünfzig weitere Gefangene in einer nur 35 Quadratmeter kleinen, stickigen (weil  fenster- & abort-losen), unverputzten Stein-Zelle,
- schlechtes (falls überhaupt) Abfall- & Reste-Essen, was allerdings (immerhin!) meinem täglich sich waschbrett-mäßiger präsentierenden Bauch sichtbar ...
(Nein - NICHT jetzt!),
- Läuse, Ratten & ‘Schlimmeres’ (?) als die einzigen Gesprächspartner, die mich verstehen (denn: ...)
- sowie ein ‘lack-affiger’, deutscher Botschafts-Angestellter, der einmal pro Monat im schwarzen Flanell-Anzug erscheint, mir eine Schachtel ‘Marlboro Lights’ (Iieehh!) sowie eine sechs Monate alte ‘Brigitte’ (damit ich informiert bin, ‘was draußen vor sich geht’!) durch die Gitterstäbe reicht & mich (aufmunternd und gelangweilt gähnend zugleich) auffordert, ‘nicht den Mut zu verlieren ...
... äh ... ich hab’s auch nicht leicht!’
NEIN - ICH MUSS DAS NICHT HABEN !!!
Obwohl - welchen Einfluß habe ich (ein zwischen zwei gnadenlos gegeneinander reibenden Mühlsteinen sich wiederfindendes, unschuldiges Weizenkorn) überhaupt:
Die momentane politische Situation in Kenya bietet wenig bis gar keinen Anlaß, ‘für mein anstehendes Gerichtsverfahrens auf vorbildliche, demokratisch-rechtsstaatliche Verhältnisse westlicher Prägung zu hoffen’ ...
... & zu ‘MEINEM ex-Geheimdienst-Mann aus dem Ländle’ (K-Punkt-K-Punkt von der F.D.P.: ‘WÜRG!’) hatte ICH noch NIE eine wie-auch-immer geartete Affinität ...
... geschweige denn: allzu großes Vertrauen !?!
Kurz & (gar nicht) gut:
Ich habe GANZ SCHÖN DIE HOSEN VOLL ... !!!
Gott-sei-Dank beginnt schon eine knappe halbe Stunde später der ...


(DRITTE & ...
der) LETZTE AKT:

(dieses ‘deprimierenden Psychogramms eines Unschuldigen in den Tentakel-Fängen der nicht nur scheinbar übermächtigen / scheinbaren Staats?- Willkür’):

Zwei ‘frische & unverbrauchte Gesichter’ erscheinen, setzen sich (mich in ihre Mitte nehmend) an meinen Tisch ...
... & der Anzug-tragende ‘Rang-Höhere’ (wie mir sein ‘Harry’ kurz darauf erklärt) befragt mich (alles andere als ‘tappernd’ ...) zum Tathergang!
Immer wieder unterbricht er meine Ausführungen (‘DAS will ich nicht wissen! Beantworten sie NUR meine Fragen!’) & bringt mich durch seine Art, leise & übertrieben freundlich, dabei aber SEHR bestimmt (& OHNE mich ein einziges Mal anzuschauen) zu reden, ZIEMLICH ANS / INS STAMMELN.
Hm - er scheint das gleiche ‘Verhör-Handbuch’ zu benutzen, nach dem auch die neu-zeitlichen Inquisitoren in den bekannten latein-amerikanischen Folter-Diktaturen vorgehen!
Schließlich schaltet sich sein Untergebener (in schwarzer Lederjacke: ... bei DEN Temperaturen!) ein. In fast kumpelhaftem Tonfall erklärt er mir, ‘daß ich ein GROSSES Problem habe!’
Er fordert mich auf, mir seinen Dienstausweis GANZ GENAU anzusehen (‘Kenya Police’ ... & irgendwas mit ‘Secret Service’) sowie das Lichtbild mit seinem Gesicht zu vergleichen - denn:
‘Nowadays There’s a Whole Lot of Faked Papers in Our Country!’
Dann redet er (wieder) ... von Knast - einer akuten Gefährdung der politischen Stabilität Kenyas durch ‘vom Ausland unterstützte Subjekte’ - den vielen Feinden von Präsident Moi (im In- und Ausland) - der natürlichen & naturgegebenen Pflicht eines jeden Staatsbürgers, für die Demokratie im eigenen Land einzustehen & wenn nötig zu kämpfen (‘Same as You in Germany, My Friend!’) - usw. ...
Die Untersuchung meiner Schecks im Labor dauere noch an. Aber unabhängig vom Überprüfungsergebnis, sei ihr (beider) ‘oberster Boss’ noch nicht zufrieden, denn die vom Verhafteten mitgeführten Geldscheine hätten sich als ‘Blüten’ herausgestellt. Daher müßten sie nun auch meine Cash-Dollars auf Echtheit untersuchen ...
... & FALLS diese nicht ‘Clean’ sind & die gleichen Fälschungsmerkmale aufweisen wie ... (& Same Old ‘Litania’!).
Der ‘Anzug-Träger’ wird zunehmend ungeduldig! Er nimmt das Gespräch wieder an sich, fordert mich in knapper, keinen Widerspruch zulassenden Diktion auf, meine Dollars seinem Kollegen auszuhändigen, anschließend (unverzüglich & ohne Umwege!) in mein Hotel zurückzukehren ... & dort (an der Rezeption!) auf ihn zu warten !!!
Er werde unmittelbar nach Abschluß der Untersuchungen (...)
... & falls ich mich davonzumachen gedenke, so könne ich versichert sein, daß meine persönlichen Daten längst bei allen Grenzkontroll- & sonstigen Dienststellen (...)
... & daß er in meinem Interesse hofft, daß sich alles so zugetragen hat, wie ich es BEHAUPTEN würde.
Während er dieses Schluß-Plädoyer hält (wiederum OHNE einen direkten Augenkontakt zwischen uns zuzulassen), schiebt sich bei mir ‘eine Gänsehaut über die nächste’!
Sein Kollege begleitet mich kurz darauf zur nächsten Straßenkreuzung, vergewissert sich (noch einmal), daß es sich bei meiner Nairobi-Adresse wirklich um die ‘New Kenya Lodge’ handelt & verabschiedet mich (mit ernstem Gesicht &) mit Handschlag!
Und IMMER NOCH NICHT (!) ...
... habe ich auch nur die leiseste Ahnung, daß sich gerade ein ausgebuffter Betrüger (auch im Namen seiner Kollegen) für meine Kooperation & die freundliche (freiwillige!) Überlassung von exakt 295 US-Dollar Cash sowie Travellerschecks im Nennwert von 1.900 Dollar ...
... äh ... BEI MIR (!) BEDANKT!

FINALES ENDE ...
...DER (heutigen) NACHMITTAGS-VORSTELLUNG!


Ich würde LÜGEN ... BEHAUPTETE ich ...
... daß ich GEMESSENEN SCHRITTES (sowie GUTER LAUNE) ...
... ins ‘New Kenya’ zurück schlendere: HECHEL - HECHEL!
Dort angekommen, frage ich einen der ‘Boys’, ob ich mich kurz mit ihm in meinem Zimmer unterhalten könne (in der TV-Lounge sitzen mir zu viele Leute herum ...).
Schon bei meinem dritten Einleitungssatz nickt er, (ALLES!) wissend mit dem Kopf. Exakt bis zu diesem Zeitpunkt halte ich die mir präsentierte Story (ernsthaft! ich Naivling, ich!) ...
... wenn schon nicht für wahr (-scheinlich), so doch wenigstens für MÖGLICH!
Aber BRUTAL zerstört er meine Illusionen: Er macht mir schonungslos klar, ‘daß GENAU DIES die momentane Masche in Nairobi ist - daß er meine noch nicht erzählte Geschichte im letzten Monat bereits viermal gehört habe - & ... SIE (die märchenhafte Geschichte) daher genauso gut auch MIR erzählen könnte!’
Ohne ersichtliche Schadenfreude (immerhin!), wird mein Malheur vom übrigen Hotel-Personal aufgenommen. ALLE sind einer (seiner!) Meinung ...
... & mir bleibt schließlich nur die Einsicht, daß ich das Bargeld abschreiben kann & mich schnellstens um die Sperrung meiner Reiseschecks kümmern muß!
DAMNED - SHIT - FUCK !!! ...
... but (nevertheless): KEEP COOL!
Hm - also ...
Ich suche & finde das Nairobi-Büro von ‘Thomas Cook’ (im zwölften Stock des ‘International House’-Wolkenkratzers an der Kenyatta Avenue) & erzähle dort ‘meine Story’: Allerdings ...
... NICHT die ‘unwahrscheinlich-WAHRE’ (die Boys im Hotel meinten, die wäre SO bekannt in Nairobi: ‘Nobody will Believe, it happened to YOU!’) - sondern ein frei erfundenes Märchen von einem ‘flinken Umhängetaschen-Schlitzer’.
Ich muß alles (bis ins letzte Detail) in einem Fragebogen niederschreiben & soll morgen um die gleiche Zeit wieder vorbeikommen ...
Der nächste Programmpunkt (auf meiner ‘Liar-Tour-98’) ist die ‘Central Police Station of Nairobi’ - am nördlichen, SEHR entfernten Ende der Moi Avenue:
Hier erzähle ich die gleiche ‘(No)-Science-(Pure)-Fiction-Story’ noch einmal, ein Protokoll wird angefertigt & ich erhalte eine schriftliche Bestätigung meiner Anzeige (was eventuell dienlich sein könnte, FALLS der ‘ungläubige Thomas C.’ wider Erwarten Schwierigkeiten macht).
Übrigens: EIN Blick in die wenigen, offen- & leerstehenden Haftzellen (übelste ‘tief-schwarze Löcher’!) GENÜGT ...
... mir im nachhinein noch einmal zu bestätigen, daß es WIRKLICH besser ist, in Kenya möglichst NICHT im Knast zu landen ...
Nachdem ich alles getan habe, was (im Moment) getan werden kann, begebe ich mich zurück in die New Kenya Lodge, wo ich beim Tee (in der gutgefüllten TV-Lounge) der sich versammelnden, internationalen Travellerschar ein ums andere Mal meine komplette Geschichte erzählen MUSS - bis ...
... ja - bis ein VÖLLIG UNSENSIBLER (meine Gefühle mit Füßen malträtierender) Brite erklärt, ER kenne die Geschichte schon: Er habe sie (bis aufs kleinste Detail!) in der gerade erschienenen, neuesten Auflage des ‘Lonely Planet: East Africa’ abgedruckt gefunden & gelesen ...
SHIT! - IMMER ...
... habe ich den falschen Reiseführer dabei!
In Lateinamerika hatte ich mich über meinen veralteten & ungenauen ‘LP’ noch SO geärgert, daß ich mir schwor: NIE WIEDER ‘Lonely Planet’! ...
... & jetzt DAS!
Ich ziehe mich schmollend in mein winzig-kleines & stickiges Zimmer zurück: zwei Stunden relaxen - lesen - grübeln - & (ehrlich!) ...
... immer noch halte ich es für denkbar, daß plötzlich die ‘Kenya-Bullen’ mit Schecks & Geld ... (oder doch mit einem Haftbefehl ...?) ...
Bloß nicht drüber nachdenken!
Gegen Neun Uhr MUSS ich noch einmal ‘raus an die (zwar nur um Nuancen, aber doch) FRISCHE (re) Luft’: Ich gönne mir eine eisig-kalte Cola in der TV-Lounge & schaue mir ebenda die Wochen-Zusammenfassung der englischen ‘Premier League’ an (‘Klinsi, the Diver’ ... hat ausnahmsweise mal wieder für die ‘Spurs’ aus Tottenham getroffen ... falls das ‘irgendwen’ ...).
Mit Greg, einem netten Engländer, der vor 10 Jahren nach Australien ausgewandert ist & dort als ‘Zimmermann auf Zeit’ arbeitet, führe ich ein langes Gespräch ...
... über Fußball & Cricket, das ‘Klassensystem’ in Großbritannien (das Gregs Meinung nach im erstgenannten Thema eine exakte Entsprechung findet) sowie Reisen & Leben in unterschiedlichen Ländern (er hat unter anderem auch ein paar Jahre in Südafrika verbracht).
Wir verabreden fürs kommende Wochenende den gemeinsamen Besuch eines Fußballspiels der ‘Kenyan Premier League’ (lose ... falls nichts Wichtigeres, wie beispielsweise eine Safari dazwischenkommt).
Dann (gegen Elf Uhr) ziehe ich mich final in meine von Moskitoschwärmen okkupierte ‘Abstellkammer’ zurück & verlebe dort DIE ‘Horror-Night Itself’.
Ich weiß zwar nicht mehr WIE - aber ein knappes ‘Paar’ Stunden Schlaf (in toto!) erkämpfe ich mir letztlich doch ...
‘Somehow’ ...
Apropos ‘irgendwie’: IRGENDWIE ist es ein absolutes Scheißgefühl, SO reingelegt worden zu sein & im nachhinein eigentlich gar nicht zu wissen, WANN & WO man WELCHEN Fehler gemacht hat ...
... & WIE man sich anders hätte verhalten können (müssen) !?
ICH ziehe für mich zwei notwendige Konsequenzen:
Einerseits MUSS ich wieder mißtrauischer sein, wenn ich ‘auf der Straße’ von-wem-auch-immer angesprochen werde (was das Reisen allerdings nicht gerade angenehmer & vermutlich noch einsamer machen wird),
Und zum zweiten MUSS ich (falls ich TROTZDEM noch einmal in eine ähnliche Situation geraten sollte) laut & deutlich & für umstehende Passanten vernehmlich, die ERKLÄRUNG ABGEBEN:
- daß ich WEDER Schecks NOCH Bargeld mit mir führe,
- daß ich NATÜRLICH (& ANSTANDSLOS!) ‘meine Freunde & Helfer’ zur nächst-gelegenen Polizeiwache begleiten werde,
- dies aber SELBSTVERSTÄNDLICH NUR ZU FUSS (& nicht etwa & keinesfalls im Auto!),
- und dies EBENSO SELBSTNATÜRLICH NUR durch hinreichend bevölkerten & ‘öffentlichen’ Raum!
PUNKT!
Naja - wenn das mal in der Praxis so leicht umzusetzen wäre, wie es sich jetzt hier niederschreiben läßt ... ?!
Übrigens (‘Typisch Horst’):
Ich ärgere mich eigentlich weniger über die eingebüßten 295 US-Dollar (schließlich war die mir gebotene Show gut & vom Applaus allein kann kein Künstler leben!).
Aber richtiggehend SAUER bin ich auf diesen SCHEISS-LADEN City-Hall-Terrace (in dem alles stattfand) ...
... oder genauer: auf die dort arbeitenden SCHEISS-ANGESTELLTEN!
DENN ...
... abgesehen von der Tatsache, daß die wuseligen Kellner mit Sicherheit mitgekriegt haben, was da vor ihren Augen GESPIELT wurde & sie mithin ihre Fürsorgepflicht für den Gast (den König!) in zumindest grob fahrlässiger Weise verletzt haben (weil niemand die Polizei - also: die ‘richtige’, rief) ...
... mußte ich sowohl für den schlechten Tee als auch für den miesen Kaffee jeweils UNVERSCHÄMTE 5 (in Worten: fünf!) US-Dollar BERAPPEN ... !?!
Was ICH mithin als ein klares Indiz zur Erhärtung meiner Hypothese interpretiere, ‘daß diese kriminellen Kellner-Säcke nicht nur fahrlässig, sondern VORSÄTZLICH weggeschaut & (mit Sicherheit) den ihnen zustehenden Komplizen-Anteil an der Beute kassiert haben!’
DENN ...
... (& darüber besteht ja wohl KEIN ZWEIFEL):
Wer seine ‘sauberen Finger in schmutzigen Wucher-Deals’ hat, der schreckt auch vor Schlimmerem (Raub ...? Entführung ...? Mord ...? Oder gar Investment-Geschäften mit der ‘Deutschen Bank’ ...?) nicht zurück ...
... OOO-DEEER ???
‘SCHLUSS! AUFHÖREN! Das ist ja nicht zum AUSHALTEN - Herr Becker!’
Hm - Stimmt ...

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