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ERITREA & ... MALI - MALA - MALARIA ! ODER: ACHT TAGE IM MÄRZ, DIE MEIN LEBEN ... (WAS IST SCHLIMMER: MALARIA ODER DIE KUR?) !
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... in & um Keren ... zurück nach Asmara (Eritrea) & ebenda Malaria-Kur ... sowie Weiter-Flug nach Addis Ababa (Äthiopien)
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Freitag, 20. März bis Freitag, 27. März 1998
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Ich wache auf ... & mit mir begrüßen den Tag: Unendliche Gliederschwere & brummende Kopfschmerzen! Aber: kein Fieber (nur 38,2 Grad!) ... ... NOCH nicht! Frühes Frühstück & früher Sight-Seeing-Bummel (ohne Foto-Shots) durch die früh-morgendliche Stadt. Wir begeben uns auf die Suche nach dem im ‘Handbook’ als besuchenswert empfohlenen Sahel Park, landen aber (Dank der detaillierten Wegbeschreibung meines Reiseführers) schließlich NUR in einer namenlosen, völlig unattraktiven Grün-Anlage (‘Park’ wäre mehr als geschmeichelt), deren größte & einzige Attraktionen einige Tische & Stühle unter schattenspendenden Bäumen sind: Da wir nun schon mal hier sind - Zeitungslektüre & Kartenspiele ... ... beides SO ausgeführt, daß physische Anstrengung (meinerseits) nahezu nicht erforderlich ist. Und trotzdem ... ICH FÜHLE MICH NICHT GUT! Grundlos überfällt mich eine Transpirations-Attacke nach der nächsten ... Wir schlendern langsam (!) zurück ins Hotel & dort ... VERDÖSE ich den Rest des hell-lichten Tages - bewegungslos & flach auf dem Bett hingestreckt & ‘in meinen SCHLAPPEN Kadaver hineinhorchend’. FUCK! Um Sechs Uhr rapple ich mich von meiner durch-gelegenen (& -geschwitzten!) Bettstatt hoch - wider besseres Wissen zwar, aber ich habe ‘GANZ entschieden KEINE LUST auf Kranksein’! Wir unternehmen einen kurzen Dämmer-Spaziergang entlang der einfachen Hütten-Siedlungen am Westrand Kerens & verenden (Schwitz!) auf der zwar stockdunklen, jedoch stark-bevölkerten Terrasse eines ‘Local-Meeting-Point’-Restaurants: ... schweiß- (& fieber-?) treibender, süßer Zimt-Tee! Hier lernen wir Stefanie kennen - eine nicht nur schwäbische, sondern auch extrem ‘schwäbelnde’ (Nett, das!) Entwicklungshelferin des ‘DED’, die im Stadtplanungsamt von Keren in einem zweijährigen, von der Europäischen Union finanzierten Projekt mitarbeitet. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen die (erstmalige) Erhebung & Dokumentation aller verfügbaren, freien Bebauungsflächen sowie die Erarbeitung von Vorschlägen zur, für die Stadt möglichst gewinnbringenden (von wegen ‘ausländische Investoren & so ...’) Verteilung & Nutzung dieser Freiflächen. Man hofft, auf der Grundlage aussagekräftiger Daten das planlose Wuchern des illegalen Hütten-Baus in der Zukunft eindämmen zu können: Ganze Stadtviertel müssen ohne Elektrizität, Wasser & Abwasser-Kanalisation auskommen. Die ‘private Land-Erschließung’ vernachlässigt durchweg gelände- & jahres-/regenzeit-spezifische, statische Bau-Anforderungen ... daß bislang noch keine Katastrophe stattgefunden hat (durch Erdrutsch oder Überschwemmung), ist laut Stefanie nur dem Zufall zu verdanken! Übrigens: Den zwar ‘faktisch’ vorhandenen, aber gesetzwidrigen Behausungen wird mittels brutalster Vorgehensweise (nämlich rigorosen & entschädigungslosen Abriß durch staatliche Räum-Kommandos!) jegliche ‘normative Kraft’ abgesprochen. Den Betroffenen (vorher: illegale Wohnungsinhaber - nachher: legale Obdachlose!) wird NATÜRLICH versichert, daß dies ‘einzig & allein zu ihrer eigenen Sicherheit’ geschieht (na, logisch - weshalb denn wohl sonst ... !?). Stefanie weiß (aufgrund ihrer Kontakte zu eritreischen Kollegen in der städtischen Behörde) einige interessante, für den ‘normalen Touri’ nicht so leicht zugängliche ‘Facts & News about the REAL LIFE in Eritrea (in General) and Keren (in Particular)’ zu berichten: So ist beispielsweise privater Grund- & Bodenbesitz in Eritrea verboten worden, um den nach der Befreiung von äthiopischer Vorherrschaft befürchteten Ausverkauf des Landes zu verhindern ... ... was allerdings Ansiedlung & Investitionen so dringend benötigter ausländischer Firmen ERSCHWERT. Hm - erschweren WÜRDE ... gehörte Eritrea nicht letztlich doch (& zwar zu Recht) zum afrikanischen Kontinent: Denn alle Geschäfte mit ausländischen Investoren werden unter Umgehung der nationalen Gesetze (gegen Zahlung horrender Schmiergelder & vermittels teilweise recht abstruser ‘Pachtvertrags-Konstruktionen auf Firmen-Lebenszeit’) über willige, eritreische ‘Strohmänner’ abgewickelt. JEDER (in Eritrea) weiß das - die staatlichen Kontroll-Behörden aber schauen über diese Gesetzesverletzungen hinweg! Geradezu vorsätzlich ... ... & das nicht ohne Grund: Denn vornehmlich die immer noch über ein enormes Ansehen (& bis in höchste Regierungskreise hineinreichenden Einfluß) verfügenden ehemaligen ‘Fighter’ der Befreiungsarmee mischen trotz ihres Saubermann-Images (‘Tugend-Wächter & Garanten sozialer Gerechtigkeit’) bei diesen äußerst lukrativen Deals federführend (ja: ‘auf eigene Rechnung’) mit. Auch auf anderen Geschäftsfeldern stehen ‘die im Kampf erprobten Ex-Fighter’ weiterhin (allerdings an anderer Front) ihren Mann: Nur sie besitzen das Privileg, ausländische Autos zollfrei importieren zu dürfen ... ... & beherrschen aufgrund dieser staatlichen Sonderregelung KONKURRENZLOS den kompletten Automobil-Handel des Landes. Die Empörung im Land (ob solcher Fakten ... Fakten, Fakten!) hält sich jedoch in Grenzen. Offenbar handelt es sich um eine ‘gesellschaftlich tolerierte Anerkennung & Honorierung der Verdienste dieser Bevölkerungsgruppe ums Vaterland’ ... ... (SELBST) auf Kosten der nationalen Volkswirtschaft. Stefanie erzählt nicht nur (gerne) über ‘Land & Leute’. Sie ist offensichtlich auch froh, ein paar ‘verständnisvolle, mitteleuropäische Schultern zum Ausweinen’ angeboten zu bekommen ... & sie beklagt ihre Wohn- & Lebens-Situation - hier, allein in Eritrea (& fernab von ihrem in Berlin lebenden Freund). Obwohl: ganz so ernst sind ihre Klagen wohl nicht gemeint, denn resümierend stellt sie (voller schwäbelnder Ironie) fest, daß sie EIGENTLICH ganz gut klar kommt ... ... ‘Hm - aber manchmal sehne ich mich halt einfach nach einem Stück GUTER, DEUTSCHER BUTTER!’ SPÄT (nach dem gemeinsamen & vorzüglichen ‘Assorted Vegetable Diner’) wünschen wir uns gegenseitig ein (ernst-gemeintes) ‘Auf Wiedersehen!’ ... ... & zwar bis zum kommenden Donnerstag (in Asmara): Stefanie will ‘die Gnade der (zu früh!) Heimreisenden’ nutzen ... & Cathrin einen Brief ‘für ihren Liebsten’ mit auf den Luftweg (nach Berlin) geben! Nach unsrer Rückkehr ins Yohannes-Hotel letzte Fiebermessung für heute: 38,5 Grad - ‘leicht erhöhte’ Temperatur - NUR! Meine Enttäuschung (äh ... darüber) schlecht bis gar nicht verbergend, schlafe ich (aus Trotz ... ich -kopf!) relativ schnell EIN! ...
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... NOCH schlapper !!! Nach dem Frühstück lasse ich mich von Cathrin überreden, die für heute geplante Weiterfahrt nach Barentu (etwa sechs Busstunden westlich von Keren!) auf morgen zu verschieben ... „ ... wenn (falls?) es mir wieder besser geht! Ich verbringe den Rest des Tages im Bett: mit Kopfschmerzen ... & zunehmend fatalistisch nur noch registrierend, daß mir die Schweiß-Sturzbäche in immer kürzeren Zeitabständen in den glühend-heißen Nacken schießen. ‘Schwester Cathrin’ kümmert sich rührend um mich: serviert Tee & Apfelsinen - liest ‘aufbauende/-munternde Geschichten’ vor - & spendet (allerdings nur mäßig, also: erfolgreich) tröstende Worte! Zwischendurch unternimmt SIE (auf MEIN Drängen hin: ‘Äh ... Solo-Leiden KOMMT IRGENDWIE INTENSIVER!’) einen Solo-Spaziergang zum Sahel Park, dessen genauen Standort wir uns gestern Abend von Stefanie haben erklären lassen ... ... aber sehr viel gemütlicher als der von uns (zufällig) entdeckte, namenlose Stadtpark soll dieser auch nicht gewesen sein ... (erfahre ich - später! - aus / von ‘einem gut-unterrichteten Kreis’). Abends raffe ich mich nochmal zum Diner auf, zwinge mir eine kleine Portion Spaghetti Bolognese in den verkorksten Magen & ... ... fühle mich anschließend NOCH ERBÄRMLICHER! Hm - IRGENDETWAS stimmt nicht mit mir: SOVIEL steht fest ...
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... Nach der ‘Früh-Temperatur-Messung’ (mehr als 39 Grad!) wird mein Entschluß von Cathrin mitgetragen ... nein - VEHEMENT UNTERSTÜTZT: Wir VERGESSEN (wenn auch schweren Herzens) den Westen Eritreas & brechen nach dem späten (& für mich SEHR leichten) Frühstück Richtung Asmara auf ... ... dahin (nämlich), wo’s die beste medizinische Versorgung im Land gibt! Um Elf Uhr verläßt unser Bus Keren & die vierstündige Überland-Fahrt erweist sich als ‘ziemlicher Schlauch’ (für mich!): Kopfschmerzen - Gliederschmerzen - plötzliche Schweißausbrüche - sowie ... die ständige Angst (letzte Sitzbank im Bus & ‘Terribly Bumping Bad Road’!), daß sich mir der Magen umdreht! Obwohl - außer der gestrigen Mini-Portion Spaghetti dürfte mir eigentlich nichts weiteres ‘durch den Kopf gehen’ ... können (wollen?) ... Völlig zerschlagen (also: ich!) erreichen wir um Drei Uhr den Busbahnhof in Asmara. Der relativ kurze Fußmarsch zum Hotel Diana ist (für mich!) nur vermittels eines Zwischenstops (‘Halfway’: im Café Portico) zu bewältigen: erfrischender Milkshake - gutes Eis - & ... sämtliche verbliebene Restenergie für die zweite Halbetappe sammeln. Nach Eintreffen im Hotel QUÄLE ich mich (sinnlosen Aktionismus entfaltend: wie ‘Rucksack auspacken - Klamotten irgendwohin räumen ...’) SOLANGE durchs Zimmer, BIS DIE GENERALISSIMA mir die eindeutige & KEINEN Widerspruch duldende Anweisung gibt: ‘AUS !!! ... ... & AB: Marsch - unter die Decke!’ Einerseits zwar erleichtert, andererseits jedoch auch deprimiert ... füge ich mich letztlich in mein Schicksal: ICH FÜHLE MICH BESCHISSEN! Der Rest meines Tages sieht mich ... ... Schwitzen (mühelos!), ... sowie DAHINVEGETIEREN (bei dieser Übung BEMÜHE ich mich zwar, möglichst lautlos zu klagen - ich befürchte aber, daß mir dies nur mäßig gelungen ist). Die letzte Temperaturmessung des Tages (um Neun Uhr abends) ergibt dann ENDGÜLTIG (auch mich!) ALARMIERENDE, exakte 40 (!) Grad Fieber! Cathrin wuselt herum wie eine Arbeitsbiene: - schleppt Vitamin- & Fiebersenkungs-Tabletten sowie kannenweise Tee heran, - richtet ein ums andere Mal mein durchgeschwitztes Bettzeug, - denkt gar LAUT über ‘kalte Wadenwickel’ nach ... ... was ich jedoch mit den Worten ‘Na - SO schlimm, ist es ja nun auch wieder nicht!’ vehement ablehne (ich Tougher Typ, ich!). Schließlich wünsche ich Cathrin eine gute ... & mir eine erholsame Nacht (der fromme Wunsch ... eines Atheisten). Aber nach nur einer halben Stunde Schlaf ‘bin ich wieder voll DA’! Ich werfe zwei ‘Halfan’-Tabletten gegen akute Malaria ein (naja - so langsam kriege ich SCHON ‘ein bißchen Schiß’!) ... & bleibe den Rest der Nacht (der LÄNGSTEN meines Lebens) WACH! Als sich zu meinen sonstigen körperlichen Defekten auch noch starke Rücken-Schmerzen gesellen (Druck in / aus / auf Leber, Niere ... oder Pansen?), MUSS ich (obschon ich dies nach Möglichkeit vermeiden wollte) die Nachtschwester aus ihrem wohlverdienten Schlaf reißen: Cathrin massiert mich eine gute Stunde lang hingebungsvoll ... aber Linderung will nicht eintreten !? Ein weiteres Krankheits-Symptom beunruhigt mich dann vollends - denn über ‘meine nutzlose Körperhülle’ hinaus, ist NUN ERSTMALIG auch ‘mein genialer Geist’ betroffen: Ich habe (& bemerke dies wie eine dritte Person, die neben mir steht) extreme Artikusa ... Artrisula ... Hartibubba ... Naja - ich jongliere halt ein Wort (bedeutungsmäßig klar umrissen & vor meinem geistigen Auge ablesbereit geschrieben stehend) in meinem Kopf & bin nicht in der Lage es AUSZUSPRECHEN ... ... & Worte, die ich überhaupt nicht aussprechen WILL, entschlüpfen (ohne daß ich irgendetwas dagegen unternehmen könnte) meinem unkontrollierbaren ‘Plappermaul’ !? Mehrere Male WILL ICH STERBEN (!) ... ... aber: ich schaffe es einfach nicht, diesen, meinen ‘schlichten Wunsch nach Ewigem Frieden spendender Euthanasie’ verständlich zu FORMULIEREN! PANIK !!! Aber - naja: NATÜRLICH ... geht auch diese Nacht (aber wirklich ‘nur so gerade’) IRGENDWIE ... (wenn auch letztlich unerwartet, so doch) ... ... (an mir) VORBEI! ...
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... Vollkommen fertig ... treten WIR schon um Halb Sieben Uhr hinaus auf die leeren Straßen Asmaras & ... ... nehmen ein Taxi (was hinreichende Auskunft über meine körperliche Verfassung geben sollte!) zu der mir von Stefanie empfohlenen Privatklinik. Ich bin der erste Patient: Hallelujah! Nach der umgehend durchgeführten Blutuntersuchung habe ich Gewißheit ... & die Bestätigung des mittlerweile mehr als NUR ‘vermuteten’ Verdachts:
M A L A R I A T R O P I C A !!!
Der Laborleiter erklärt mir, daß es sich in meinem Fall zwar um die gefährlichere der beiden in Eritrea bekannten Malaria-Varianten handelt - da diese jedoch sehr häufig vorkommt, ist sie hinreichend erforscht & wirksame Medikamente sind in jeder Apotheke vorrätig. Bei frühzeitiger Diagnose sei die Behandlung relativ einfach (& die vergleichsweise schwache Erreger-Konzentration in meinem Blut lasse auf ein noch frühes Stadium der Erkrankung schließen). Ein Arzt wird erst im Laufe des Nachmittags in der Klinik erwartet. Aber - kein Problem: Man gibt mir die Adresse eines Allgemeinmediziners, dessen Praxis ‘direkt umme Ecke’ liegt (naja - letztlich waren es dann doch wohl eher zehn Ecken). Nach einem äußerst knapp gehaltenen Gespräch (auch die Dauer der Unterredung nährt meine Zuversicht, daß ich TROTZ der für mittel-europäische Ohren so dramatisch klingenden Diagnose durchaus ... äh ... NICHTS BESONDERES bin), verschreibt mir der Arzt drei verschiedene Medikamente: - zur Bekämpfung der Malaria-Erreger soll ich ‘Chloroquine’-Tabletten schlucken (vier Stück sofort & dann jeweils zwei weitere nach 6, 12 & 24 Stunden - wie man das halt so kennt), - da nach Abschluß dieser ‘Akut-Behandlung’ das Blut gereinigt werden muß, entscheidet er (unter meinen ungläubigen Blicken ... diese allerdings ignorierend!), daß drei ‘Fansidar’-Tabletten diese Aufgabe wohl am besten erfüllen! Hm - obwohl bekanntlich (dies auch in Eritrea?) schon seit mehreren Jahren (wegen befürchteter? erwiesener? Ich kann mich nicht genau erinnern ... schwerer Leber-Schädigungen) vor der Einnahme von ‘Fansidar’ gewarnt wird, - für den Notfall gibt’s schließlich noch ein nettes Sortiment unterschiedlicher Schmerz-Tabletten ... Und ... TSCHÜSS! Tja - TROTZ eines IRGENDWIE diffusen Gefühls (?) ... bin ich mit dem bisherigen Verlauf des Vormittags ‘IRGENDWIE’ SEHR ZUFRIEDEN! Wir fahren zurück ins Hotel - ich nehme wieder ‘die stabil-horizontale Rückenlage’ ein & darf alles weitere ‘meiner persönlichen Schwester Cathrin’ überlassen: Sie besorgt die Medikamente aus der Apotheke - schleppt Früchte, Saft & Tee an mein Krankenlager - ja, sogar ein genesungs-förderlicher, bunter Blumenstrauß steht plötzlich links neben mir auf dem kleinen Nachttisch! Allerspätestens JETZT weiß ich, daß ich mich IN GUTEN HÄNDEN befinde ... ... nochmals: ‘Danke für ALLES, Cathrin!’ Tja - & umgehend leiten WIR meinen Genesungsprozeß ein! Noch am gleichen Abend sinkt das Fieber auf Normal-Temperatur & ES (das Fieber) macht in den folgenden Tagen nur ein paar halbherzige Versuche wieder anzusteigen. Ebenfalls bis zum Abend verschwinden meine Rückenschmerzen. Was mir jedoch während der folgenden, vier Behandlungstage erhalten bleibt, sind unvermindert starke Kopf- & Gliederschmerzen, totale Schlaf-Unfähigkeit (‘me Insomniac - Me!’), grenzenlose Appetitlosigkeit sowie eine allgemeine Lustlosigkeit, auch nur IRGENDEINE Region meines flachst auf dem Bett hingestreckten ‘Kadavers’ zu bewegen ... Mit dieser kurzen Zustandsbeschreibung, WÄRE meine Rekonvaleszenz-Phase auch schon hinreichend skizziert. Allerdings sind die im folgenden notierten (mir wie Meilensteine erscheinenden) ‘Nur’-Alltags-Aktivitäten (mir!) stolzer Beleg für das planmäßige Fortschreiten meiner Genesung: Am dritten ‘Chloroquine’-Abend WAGE ICH MICH (gestützt auf meine persönliche Krankenschwester ... ‘wie anne dazumal Kurt Schumacher auf Annomarie Renger!’) in ein nahes Restaurant & nehme, nach vier (!) ‘Null-Diät’-Tagen, erstmals wieder feste Nahrung auf. Der Verzehr einer ‘klinischen Pizza (ohne Risikofaktoren)’, verschafft mir allerdings weit weniger Genuß ... ... als die späte(re) Genugtuung darüber, daß SIE (die Pizza) den Weg in meinen Magen nicht nur ohne besondere Zwischenfälle findet, sondern dort auch verbleibt (also: zumindest ‘über Nacht’). Am Vormittag meines vierten ‘Chloroquine’-Tages WAGE ICH MICH (auf allerdings noch sehr wackligen Beinen) erstmalig wieder alleine auf die Straße, beschaffe mir in der äthiopischen Botschaft ein 7-Tage-Transit-Visum (das übrigens exakt einen US-Dollar billiger als das ‘normale Ein-Monats-Touristen-Visum’ ist & somit NUR 62 Dollar kostet! ‘Die spinnen, die Ethiopios!’) & lasse mir im Büro von Ethiopian Airlines meinen morgigen Flug nach Addis Ababa bestätigen. Abends feiern wir mit gemischten Gefühlen (& einer Flasche äthiopischen Rotwein) unseren bevorstehenden Abschied: Hm - obschon wir wissen, daß es sich NUR um eine Trennung ‘auf Zeit’ handelt (naja, für immerhin mindestens drei Monate!), fühlen wir (beide), ‘daß morgen etwas ganz Besonderes zu Ende geht’! Und später ... ... Cathrin (die ihre Traurigkeit ebenso schlecht verbergen kann wie ich) für laaange Zeit zum letzten Mal in meinen Armen einschlafen sehend ... ... wird mir klar, daß ich mich für die Fortsetzung meiner Reise wieder völlig neu werde motivieren müssen ... ‘But - That’s a Different Story! SLEEP WELL - My Sweet (& Caring) Heart!’ ...
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... Um Fünf Uhr schrillt mein Wecker! AUF ... & Katzenwäsche. Dann Packen (den Rest) - Auschecken - schließlich hinunter auf die Straße, wo das bestellte Taxi schon auf uns wartet. Den uns vom ‘Hotel-Faktotum’ (gestern Abend) genannten Fahrpreis von 50 Nacfa, handeln wir (unter seinen ungläubigen Blicken: vermutlich hatte er sich eine satte Provision erhofft!) in weniger als einem Augenblick auf zwar immer noch überhöhte, aber doch schon weit realistischere 30 Nacfa herunter. Kurz nach Sechs Uhr stoppt das Taxi vor der Abflughalle des Asmara International Airport. Natürlich will mich der das Eingangstor bewachende, eritreische Sicherheitsbeamte daran hindern, das Innere des Flughafengebäudes zu betreten, da meine Maschine erst um Zehn Uhr (& somit zwei Stunden später als Cathrins Flieger) abheben soll. Ich gebe mir keinerlei Mühe meine Genervtheit zu verbergen - erkläre ihm (sowie den uns umstehenden, übrigen Fluggästen) unmißverständlich: ‘I WILL take MY WIFE to her Aeroplane - NOW!’ ... ... & (Oh, Wunder!): Er läßt mich widerspruchslos passieren. Eine Viertelstunde später hat Cathrin alle Check-In-Formalitäten erledigt. Wir verlassen die Abflughalle & genehmigen uns im Airport-Restaurant (einem riesigen ‘Zirkuszelt’ unmittelbar vor dem Flughafengebäude) unseren späten, aber nichtsdestotrotz verdienten ‘Good-ByeEye-Opener’. Noch eine halbe Stunde bleibt uns, ALL DAS zu sagen, wozu wir während der vergangenen sechs Wochen nicht gekommen sind (!?). Dann begleite ich Cathrin vors Zelt ... ... & wir verabschieden uns unter nichtendenwollendem Kissin’ & Huggin’ (aber: keine Tränen ... Gott-sei-Dank!). Eine Stunde später durchlaufe auch ich meine Flughafen-Prozeduren: - Check-In, - Zahlung von 12 US-Dollar ‘Airport-Tax’, - Rücktausch meiner verbliebenen eritreischen Rest-Nacfa in US-Dollar, - Wartehalle & pünktlicher Abflug sowie ... ... ebensolche Landung auf dem Bole International Airport nahe Addis Ababa. Ich gönne mir ein Taxi zum Debre Damo & erhalte dort ein ruhiges Zimmer im rückwärtigen, vom zeitweise doch sehr geräuschvollen Innenhof abgewendeten Gebäude-Trakt: ‘Ankommen’-Bier (‘Cathy, I already Miss You!’) ... ... obwohl: körperlich geht es mir EIGENTLICH erstaunlich gut! Hm - allerdings bin ich mir durchaus bewußt, daß meine Malaria-Behandlung noch nicht GANZ abgeschlossen ist ( > siehe unten!). Zwei Stunden Relaxen (auch um die übliche Mittagspause der ‘official Offices’ zu überbrücken) - dann nehme ich einen Minibus zur Churchill Road & klappere einige Reisebüros ab: ‘Lookin’ for some Nairobi-Flight-Pre-Informations’ ... Die (quasi: ‘über Nacht’) getroffene Entscheidung, (nun doch) ZU FLIEGEN, war erheblich schwieriger, als die nun anstehende Wahl der Fluglinie - denn: Die Route von Addis Ababa nach Nairobi wird nur von zwei Fluggesellschaften bedient (‘Ethiopian’- & ‘Kenyan Airways’). Das Flugticket kostet bei beiden Airlines den gleichen (‘abgestimmten Oligopol-’) Preis, nämlich: 219 US-Dollar. Lediglich die Abflug-Termine differieren! Nach einigen ‘Umwegen’ (meine Kreditkarte wird bei ‘KA’ nicht, wohl aber bei ‘EA’ akzeptiert - allerdings ist der ‘KA’-Abflugtermin der mir genehmere! ‘So What?’ ‘Ischi-Ischi!’) ... ... halte ich schließlich (für den ‘KA’-Flug am kommenden Dienstag um 11.30 Uhr) ein zwar bei ‘EA’ (mit Kreditkarte) bezahltes ‘EA’-Ticket, versehen jedoch mit einem im ‘EA’-Büro vorrätigen ‘KA-Uffpäpper’ (?) ... ... äh ... in meinen schweißnassen Händen. PUUUH! Vor dem Büro der Fluglinie führe ich eine ausgesprochen nette Unterhaltung mit einem jungen, äthiopischen Studenten (komisch: sämtliche ‘Addis-Guides’ sind Studenten & alle Bettler sind Waisen - mit Ausnahme einiger elternloser Führer, die dem Beruf des ‘Bettelstudenten’ ... Hahaha!). Überraschenderweise macht er keinerlei Anstalten, mir seinen Souvenir-Shop zu zeigen? Oder mich zu einer Touri-Kaffee-Zeremonie abschleppen zu wollen?? Er begleitet mich lediglich ein Stück durchs Zentrum der äthiopischen Kapitale & ‘setzt’ mich schließlich noch in den richtigen Minibus ... Und gerade so, als sollten mir heute meine gesammelten ‘Vorurteile gegen Äthiopien & Äthiopier’ vor Augen geführt werden ... spricht mich im Minibus ein mittel-alter ‘Business-Äthiopee’ in SEHR distinguiert wirkendem Englisch an: Wir reden über ‘meine Erfahrungen in & mit Äthiopien’, wobei er zwischendurch für die rege an unserem Gespräch interessierten & teilnehmenden, anderen Bus-Insassen ins ‘Amharische’ übersetzt. Daraus entwickelt sich ein (für mich) ‘ungewohnt-nettes’ Gemeinschaftsgefühl im Bus ... & letztlich sorgt die mich spontan adoptierende, komplette Busbesatzung (durch ständige Rückfragen & Anweisungen an den bedauernswerten Fahrer) dafür, daß ich EXAKT vorm Debre Damo abgesetzt werde (& nicht etwa am fünfzig Meter entfernten, ‘offiziellen Minibus-Stop’). Mein Gott - es tut SOOO GUT ... ... wieder einmal auf ein paar NETTE Äthiopier zu treffen! (& nicht NUR auf DIE der Sorte ‘Sackgänger Hoch Zehn’!). Nach einer langen, heißen Dusche ... bereite ich mich auf den bevorstehenden (& abschließenden!) Höhepunkt des Tages vor: Schließlich muß ich noch (vermittels ‘einer weiteren Reinigungsaktion’!) meine Malaria-Kur zu einem, hoffentlich erfolgreichen Ende bringen ... ... & mein verschmutztes (verseuchtes!) Blut ‘durch das GANZ GROSSE Bakterien-Leichensieb (bestehend aus drei Fansidar-Kloppern) JAGEN!’ Um Sechs Uhr (SHARP!) ist es soweit ... ... & ein Abenteuer der ganz besonderen Art beginnt: die ‘große all-freitägliche (von Fansidar gesponsorte & daher ohne Werbeunterbrechungen auskommende) RTL-Super-&-Endlos-Traum-Nacht !!! Da ich mich auch noch am folgenden Morgen an jedes einzelne Detail eines jeden Einzeltraumes EXAKT erinnern kann ... ... fällt es mir kaum schwer, hier & jetzt (‘Oh - No!’) eine kurze Zusammenfassung meines durchlittenen Horrors wiederzugeben.
Allgemeine, einführende Erläuterungen: - die Träume werden im Verlauf der Nacht immer extremer & ‘alpiger’, flauen dann jedoch (gegen Morgen hin) ab, werden witziger ... & zuletzt richtig gehend unterhaltsam (was ich mir mit einer zunächst zu- & später wieder abnehmenden Wirkung der ‘Tabletten-Dröhnung’ erkläre), - keine Schlaf- oder Traumphase dauert länger als maximal eine Stunde - die sich daran anschließenden, jeweils etwa zehnminütige Unterbrechungen (die als Wach- oder gar ‘Erholungs’-Phasen zu bezeichnen, allerdings maßlos übertrieben wäre ...), werden von heftigem Herzklopfen & unkontrolliertem Zittern meines gesamten Körpers (nicht jedoch von Fieberanfällen!) begleitet!
Traum 1: Ich befinde mich in der ‘Bonner Strasse‘ (bei Wollie & Ulla), habe aber von Beginn an das Gefühl, nicht willkommen zu sein. Hans ist auch da - mit dem sich Wollie aber sehr bald in ein anderes Zimmer zurückzieht ... zu (offenbar) ‘wichtigen‘ Gesprächen‘. Ich unterhalte mich mit Ulla, die eine ihr lästige Pflicht zu erledigen scheint. Wie um ihr eine nachträgliche Rechtfertigung für ihren Unmut zu liefern, rede ich nur totalen Schwachsinn ... & zerdeppere darüberhinaus im Verlauf unseres ‘Gesprächs‘‘ eine Reihe herumstehender, zerbrechlicher Utensilien. Ich spüre, daß ICH selbst auch zunehmend sauer werde - glaube ich doch, ein legitimes Recht zu besitzen, mich HIER, in dieser (in meiner!) Wohnung aufzuhalten. Kurz bevor die Situation ‘unschön‘ eskalieren (& Ulla mich hinauswerfen) kann ... ... verlasse ich, leise (aber hörbar!) vor mich hin fluchend, ‘freiwillig diesen UN-gastlichen Ort‘ ... - SCHNITT! -
Traum 2: Ich irre ziellos durch die dunkelsten Straßen Kölns & gerate (ohne entdeckt oder belästigt zu werden ... da anscheinend unsichtbar!) als Augenzeuge in eine ganze Reihe dubioser Situationen: - ‘unzweifelhaft kriminelle Subjekte‘ bei der konspirativen Besprechung ihrer nächsten, verbrecherischen Vorhaben, - Zuhälter, die auf ziemlich brutale Weise ‘ihren Angestellten‘ klarmachen, worin deren Job besteht, - dann ein Überfall auf einen betrunkenen & sabbernden alten Mann, der anschließend ausgeraubt & übel zugerichtet (blut- & kotze-überströmt), langausgestreckt neben einer überquillenden Mülltonne liegt, - schließlich eine Sodomie-Szene, in deren Verlauf zwei ekelhafte, geil-geiferige & lachende Bodybuilding-Typen eine angsterfüllt schreiende, wehrlose junge Frau zwingen, mit einem riesigen, schwarz-glänzenden Hengst zu kopulieren, - usw. ... Ich nehme diese Horror-Szenen ohne jegliche Gefühlsregung wahr (geradezu fatalistisch: mir ist vollkommen bewußt, daß ich weder die Möglichkeit noch das Verlangen habe ‘in irgendeiner Form einzugreifen‘) - wandle teilnahmslos von ‘Station‘ zu Station‘ (wie in einem Museum) - & lande schließlich wieder in der ‘Bonner Strasse‘. Dieses Mal ist ‘meine‘ Wohnung menschenleer & ich falle hundemüde (weil bleischwer) aufs Bett - von dem ich erst durch ein irrelautes Türklopfen auf- & hochgeschreckt werde ... - SCHNITT! -
Durch die heftigen Klopf-Geräusche wird der Traum unterbrochen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob’s nur im Traum ... ... oder ein reales Pochen an meine Zimmertüre im Debre Damo Hotel war. Noch über diese Frage grübelnd, falle ich bereits in den nächsten ... in DEN HORROR-TRAUM schlechthin! Übrigens: am nächsten Morgen entdecke ich vor meiner Zimmertüre das, im Laufe des gestrigen Tages dreimal angemahnte, frische Hotel-Handtuch ... (hm - es kann also durchaus sein ...).
Traum 3: Ich bin (allem Anschein nach wieder in Köln) streunend & durch dunkelste, verruchteste Gassen unterwegs. Ich gerate (dieses Mal NICHT ‘invisible‘) an eine etwa zehnköpfige Straßen-Schläger-Gang, die (wie mir schnell & horror-einflößend klar wird) offensichtlich Langeweile hat ... ... & sich MICH als Zeitvertreib & Opfer für ihre perversen Spiele & Quälereien aussucht. Im Laufe der Folterungen & sexuellen Demütigungen nehmen die Mitglieder der ‘Brutalo-Bande‘ zunehmend deutlich die unzweideutigen Züge & äußerlichen Merkmale von Neo-Nazis an! Am Ende der endlosen Martern (ich fühle schon längst keine Schmerzen mehr, bekomme aber das Geschehen um mich herum überdeutlich mit) bin ich im wahrsten Sinne des Wortes nur noch ‘eine leblose Hülle‘ ... bestehend aus einem extremitäten-losen Rumpf sowie einem hirn- & willenlosen Schädel. Die Fascho-Gang schnallt an meine blutenden, klaffenden Schulterwunden (quasi: als Arm-Ersatz) je ein Maschinengewehr & befestigen (nageln!) meinen beinlosen Oberkörper auf das Fahrgestell einer alten, spanischen Haubitze. Augenblicklich (aber ohne dies bewußt zu wollen) setze ich mich in Bewegung, rolle als ‘agressive Kampfmaschine‘ durch die immer noch stock-dunkle, jedoch durch vereinzelte Lichtblitze (Explosionen?) zeitweise erhellte Nacht & spüre, daß sich meine, noch vor kurzem mit ‘gebrochen & besiegt‘ korrekt beschriebene Gemütsverfassung verwandelt hat in: Definitely Lookin' for Trouble !!! Dann ein ‘Schwarzes Loch‘ (ohne Erinnerung!) ... ... bevor ich mich plötzlich im Warteraum einer Rechtsanwalts-Kanzlei wiederfinde: mein ‘Rest‘-Hirn erholt sich & beginnt langsam wieder zu arbeiten - die mir ‘eingepflanzte‘ Aggressivität weicht nackter Angst - & ich erhoffe mir Rettung aus meiner prekären Situation (allerdings habe ich keine Ahnung, wieso ausgerechnet bei einem Rechtsanwalt ...?). Nachdem ich mir die anderen, im Wartezimmer sitzenden Personen etwas genauer angeschaut habe, wird mir ‘urknall‘-mäßig klar, daß es sich bei dem Anwalt um einen Nazi-Verteidiger handeln muß (auch fällt mir wieder ein, daß das blankpolierte Messing-Firmenschild am Eingang zur Praxis vermittels alt-deutscher Schriftzeichen abgefaßt & mit diversen Runen-Symbolen verziert war): Im gleichen Moment, da sich mir diese Erkenntnis panik-verbreitend ins Bewußtsein drängt, wird die Türe zum Wartezimmer von hochschaftigen Springer-Stiefeln‘ eingetreten - mein VOLLZÄHLIGER Peiniger-Trupp stürmt lautstark johlend (& ‘... was vom Horst Wessel gröhlend‘) in den Raum - & ICH ... ... wache (Gott-sei-Dank!) AUF ... - SCHNITT! -
Nach diesem Alptraum zittere ich am ganzen Körper, habe akute Angstzustände & muß (erstmalig in dieser Nacht) das Deckenlicht meines Zimmers einschalten. Ich registriere, daß zwar die Glasfenster verschlossen sind, die nach außen zu öffnenden Holzläden des Fensters aber stehen sperrangelweit offen ... Ich mache mir bewußt, daß dies hier - am rückwärtigen & unbewachten Gebäudeteil des Hotels - im dubiosen Süd-(Stadt-)Viertel von Addis Ababa ... ... gefährlich sein könnte - aber: WAS TUN? Einerseits habe ich zwar Angst, das Fenster in seinem jetzigen Zustand zu belassen, andererseits aber traue ich mich nicht die Holzläden zu schließen, müßte ich doch vorher die Glasfenster öffnen ... ... & ich WEISS (!), daß GENAU IN DEM MOMENT, die (TODSICHER!) unmittelbar vor dem Fenster im Gebüsch auf MICH lauernde ‘Nazi-Brut’ ... Hm - schließlich nehme ich ‘all meinen (fansidar-geschwächten) Rest-Mut’ zusammen, verriegle (auf sehr wackligen Beinen stehend & meine butterweichen Knie mit aller Macht durchdrückend) das Fenster, falle (erschöpft & rückwärts) in den schweiß-nassen Bezug meines Bettes & ... ... in den NÄCHSTEN TRAUM!
Traum 4: ... bei dem es sich um die verwirrende (scheinbar zusammenhanglose) Kombination zweier ineinander verwobener Traum-Sequenzen handelt: Zum einen ... die Teilnahme an (das Ausleben von) immer wieder mich neu überraschenden sexuellen Obsessionen (‘Geht das WIRKLICH?’) mit einer gesichts-losen Freundin (?) an unmöglichen & unterschiedlichen Orten & Plätzen ‘der Stadt‘ (Köln?) ... Zum anderen ... bin ich Ohrenzeuge einer im Nebenzimmer geräuschvoll vonstatten gehenden Operation, die von einem sadistischen ‘Funny Doctor‘ an einem meiner Freunde (ich weiß nicht wieso, bin aber davon überzeugt, daß es sich um Walter handelt / handeln muß !?) vorgenommen wird; wenigstens mittelbar werde ich dann auch zum Augenzeugen, denn Unmengen blutiger ‘Innereien‘, Geschwülste & Verwachsungen (die offensichtlich alle dem Körper ‘meines Freundes‘ entnommen wurden: obwohl mir dies schon rein quantitätsmäßig unmöglich erscheint) werden von in blutigen Plastikschürzen steckenden Helfern in mein Zimmer geschleppt ... ... & auf einer chirurgischen Pritsche (wild & chaotisch über-, durch- & nebeneinander gequetscht) zu einem hohen & verdammt wackligen ‘Fleisch-Gewebe-Sehnen-&-Blutgerinnsel‘-Turm aufgeschichtet ... - SCHNITT! -
Nach der nächsten, kurzen ‘Atem-Hol-Pause’ (für mich!) ... ... läuft ein Episoden-Traum-Film ab, der aus kurzen, unvollendeten (& in schneller Folge sich abspulenden) Traum-Bruchstücken besteht!
Traum 5ff.: Ich befinde mich am Fuß einer riesigen, rahmenlosen Glasscheibe & werde Zeuge, wie sich aufgrund eines dramatischen Temperatursturzes, auf dieser Scheibe (in Sekunden-Schnelle & wie im Zeitraffer-Tempo) phantastisch-bizarre Eisblumen sowie kunstvolle & alle erdenklichen, geometrischen Formen besitzende Eiskristall-Figuren bilden. Ich bestaune mit offenem Mund (& naiv-breitem Lächeln) die urgewaltige Schöpfungskraft der (Eis-) Natur ... ... bis ich in einiger Entfernung meinen Neffen Hans-Josef erblicke, der mit gezielten Steinwürfen die Widerstandsfähigkeit der Glasscheibe einer harten Probe unterzieht: zwar birst die Scheibe nicht (wie befürchtet) in eine Million Scherben & Splitter, sie weist aber nach dieser kindlich-brutalen Behandlung zahlreiche faustgroße & kreisrunde Löcher auf ... Gerade als ich meinem Neffen (für dessen Auftritt ich mich unendlich SCHÄME, obwohl außer uns beiden weit & breit niemand anderes zu sehen ist) zurufen will, ‘diesen infantilen SCHEISS doch gefälligst bleiben zu lassen‘ ... ... wache ich auf ... - SCHNITT! -
Irgendeine verrückte Story, in deren Verlauf eine Unmenge Autos vorkommen, die allesamt ‘irgendwann den Geist aufgeben‘ - aber immer ist sofort ein neues Auto zur Stelle ... & ICH bin immer dessen / deren Besitzer. Zu jeder neuen Auto-Situation gehört jeweils eine (andere) attraktive, junge Frau & immer ergeben sich höchst erotische Versuchungen (für mich) - die allerdings durch den jeweils ‘Just-In-Time‘ am Auto auftretenden Defekt be- & verhindert & nicht in die Tat umgesetzt werden. Die letzte dieser ‘auto-erotischen Verwicklungen‘ wiederholt bis ins Detail die Eröffnungs-Szene aus der ‘Rocky Horror Picture Show‘ ... ... & der Traum endet exakt in dem Augenblick, da der bekannte Film-Butler UNS ins Schloß bittet ... - SCHNITT! -
(Dann) ein kurzes Traum-Intermezzo im trauten Familienkreis: die ‘üblich‘-turbulente & laute Feier, bei der alle reden & keiner zuhört! Alles dreht sich um Pa! Vornehmlich meine Geschwister veranstalten eine regelrechte ‘Buhlerei‘ um seine Gunst: jeder ‘präsentiert‘ sich & gibt sich (auf Kosten der anderen) alle Mühe, ‘im besten Licht dazustehen‘. Die Situation eskaliert zusehends & die Stimmung wird immer feindseliger ... obwohl alle permanent betonen, daß WIR schon eine klasse Familie sind ...!!! Hm - komischerweise aber kann ich mich bei diesem Traum an keinerlei Details erinnern ... - SCHNITT! -
Ich bin Mittelpunkt einer farbenprächtigen Märchen-Szenerie & befinde mich in einer alten, mit dicken Mauern (& ‘bemannten‘ Wachtürmen) befestigten Stadt im vermutlich frühen Mittelalter (‘... so etwa die Prinz-Eisenherz-Epoche - Wollie!‘). Auf dem riesigen & staubigen Platz vor der Kathedrale, exerzieren (lautstarken Kommandos folgend) eine Unmenge uniformierter Soldaten. Einzelpersonen sind nicht zu erkennen, wohl aber die (aufgrund ihrer stark voneinander abweichenden ‘Fabel-Uniformen‘ gut unterscheidbaren) Truppenverbände der zahlreich anwesenden ‘Landesfürsten‘. Meine Aufgabe (von wem auch immer gestellt: vermutlich vom obersten Landesherrn, dem steinalten & für seine gnadenlos-tyrannische Hofstaatsführung bekannten Vater der bildschönen & blutjungen, zu verheiratenden Prinzessin?) ... besteht darin, in der wabernden, labyrinthisch-undurchdringlich (& SEHR ‘uniform‘) erscheinenden Menschenmenge, einen Mann zu finden, der einen auffallenden, roten Federbusch-Helm trägt & in einer nicht minder auffallend-roten, phantastisch-phantasievollen Rüstung steckt. Mit Hilfe einiger angesprochener, mich bereitwillig unterstützender Soldaten (meine Helfer natürlich ‘gemeine‘ Mannschaftsgrade!) gelingt es mir schließlich auch WIRKLICH, den Gesuchten ausfindig zu machen: Im Moment meines ‘Erfolges‘ aber kommen mir Zweifel ... Blitzartig fährt mir der Gedanke durch den Kopf (& in die Glieder), daß es ‘vielleicht ja besser für mich wäre, ich würde ihn nicht gefunden haben ... !?‘ ‘Who knows?‘ ... vielleicht ist die Prinzessin gar nicht so begehrenswert (sondern eine dumme & häßliche ‘Pute‘, die nichts anderes als ‘immer nur Das Eine‘ im Kopf hat)? ... oder mein Lohn besteht doch nur darin, daß mich ‘der Scharfrichter des Königreichs einen Kopf kürzer macht‘? ... oder aber ich muß mit dem ‘Roten Ritter‘ einen Kampf auf Leben & Tod austragen (mit dem ‘sagen-umrankten Lanzen-Magier & Schwert-Virtuosen, gegen den noch niemals nicht niemand auch nur ansatzweise ... !?‘). Aber kurz bevor dieses geheimnis-umwitterte, strengst-geheime Geheimnis gelüftet werden kann ... ... wache ich auf ... - SCHNITT! -
Der ‘Zenith des Grauens’ (& mithin die Wirkung meiner Blutreinigungs-Tabletten) ist eindeutig überschritten ... ... GOTT-SEI-DANK! Und ich unternehme nur noch eine Traumreise, die sich während der letzten (& ungewöhnlich langen!) Schlafphase von mehr als drei Stunden in meinem (noch!) ‘ach-so-kranken’, aber (hoffentlich!) nun langsam genesenden Hirn vollzieht ...
letzter (!) Traum: In einer skurrilen Mischung aus ‘lebens-prallem Sittenbild‘ sowie äußerst trivialer Sitcom, dreht sich alles um die chaotischen & ‘bunten‘ Vorbereitungen zu einem Riesen-Fest, das zwar in einem alten, kitschig-möblierten Schloß stattfindet, im Gegensatz zum ‘Vor-Traum‘ aber eindeutig in der Gegenwart spielt. Die Festivität ist vom selbsternannten, aber viel zu großen Organisations-Kommitee (endlos ausufernde Diskussionen um ‘Peanuts‘), vorab & bis ins letzte Detail minutiös geplant worden. Bei dem Versuch der Realisierung aber geht alles schief, was nur schief gehen kann (‘Hi, Murph!‘) ... ... denn zum einen verfolgen alle Beteiligten nur ihre eigenen, sehr persönlichen Ziele (vornehmlich die Anbahnung ständig wechselnder Affären & unglücklicher Liebesbeziehungen: Hm, das Ganze hat was vom ‘Sommernachts-Traum‘), ... & andererseits werden alle Aktivitäten von einer subversiv-kreativen Bande ‘Halb- bis Dreiviertel-Starker‘ sabotiert, torpediert & schließlich schlicht atomisiert. Die illustre Schar der sich an den Fest-Vorbereitungen Beteiligenden umfaßt neben meinen Freunden, Bekannten & Ex-Kollegen (auch mein ‘Ex-Chef Wolfgang‘ ist nebst Gattin anwesend) überraschenderweise einige bekannte Serien-Stars aus der ‘Lindenstraße‘ (die an Krebs verstorbene Blumenladen-‘Ossi-Tante‘) sowie der ‘Zweiten Heimat‘ (‘Fräulein Cerphal, die ewige Tochter‘ & ihr ‘Gerold‘). Ungeachtet der permanenten (& permanent vorhersehbaren) Mißverständnisse & Schwierigkeiten sind alle hochmotiviert. Jede/r bringt sich ein in die Produktion des (intendierten) absoluten Höhepunktes des Festes: die filmische Aufführung einer ‘Hommage an die Cinematografie‘, in deren Verlauf Highlights der Filmgeschichte nachgestellt & auf Zelluloid gebannt werden ... ... so eine aberwitzige Mischung aus dem ‘Wizard of Oz‘ & ‘Singin' in the Rain‘, die (im Originaltempo!) so getanzt & gedreht wird, daß der Eindruck einer extremen Zeitlupe entsteht & die Tanz-Darbietungen in ‘Flug-Bewegungs-Schwebezuständen‘ zu verharren scheinen (hm - scheinbar hat ‘mein Traum-Generator‘ diesen Einfall bei Woody Allens ‘Everybody Says I love You‘ entlehnt) ... Wie sich das gehört (!), wird das Ende des Traums durch den Regisseur des ‘Films im Film im Traum‘ markiert ... ... & zwar durch Wollie (!), der mir (seinem Assistenten) den Auftrag erteilt, ‘die Endfassung des Streifens bis morgen zu schneiden! Die Grobschnitte habe ich schon an den Seiten-Rändern des Rohmaterials kenntlich gemacht ... ... also!‘ ALSO: Film Ende! - Traum Ende! - ‘WAKE UP!‘ & ... - SCHNITT! -
Nachtrag ... ... zu dieser TRAUM-Nacht (äh ... noch ‘leicht unter Einfluß’): Abgesehen von der durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen ‘belegten ... äh ... VERMUTUNG’ (?), daß ‘Fansidar’ lebens-bedrohliche Funktionsstörungen der Leber hervorrufen soll ... ... kann ich jedem Junkie (der von den illegalen Drogen loskommen & trotzdem ‘was Super-Geiles erleben will’) nur empfehlen: MANN, EY ... ... WIRF DOCH EINFACH MAL NEN ‘FANSIDAR’-TRIP! Hm - spannender als METHADON wird DAS ALLEMAL ... !!!
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