|
|
 |
 |
|
MIT DEM 4WD (AUF STRAUSSEN-JAGD?) DURCH DIE OSTAFRIKANISCHE SAVANNE AM ROTEN MEER ! ODER: ALMOST LIKE PARADISE: (ON HONEYMOON) ... ... ÄH - OVER & THROUGH ‘BURI-PENINSULA’ !
|
 |
 |
|
... von Asmara mit einem Mietwagen in den Süden ... sowie über Massawa zur & über die Buri-Halbinsel am Roten Meer ... & zurück nach Asmara (Eritrea)
|
 |
 |
|
Dienstag, 10. März bis Sonntag, 15. März 1998
|
 |
 |
|
Noch vor dem Morgengrauen ... (äh ... ‘das Grauen’ hat einen Namen & der lautet): AUFSTEHEN! Frühstück in der Bar Impero - Beobachten & Geniessen des eritreischen Sonnen-Aufgangs hinter & über den Palmen der Churchill Avenue - Cathrin läßt sich heute Morgen ‘etwas Zeit ... & stößt später dazu’. Nach dem Frühstück übernehmen wir unseren sehr geräumigen ‘Rent-A-Landcruiser’: Packen & Verladen der ‘allernötigsten Ausrüstung-Gegenstände’ - worauf unser VIEL ZU KLEINER Kleinwagen plötzlich gar nicht mehr so geräumig wirkt. Nach erfolgreichem Abschluß ein ‘DAS-Wäre-Geschafft!’-Kaffee ... ... sowie Diskussion der uns quälenden Frage: Was (zum Teufel) fangen wir denn nun mit dem Cassettenrecorder unsres Leihwagens an? Schließlich gestehen wir uns den Kauf je EINER Musik-Cassette zu (die Tragweite dieser Entscheidung noch in keinster Weise überblickend!) & wählen in einem nahen Musik-Shop aus dessen ‘überschaubarem Sortiment’ unsere musikalischen Begleiter für die kommende, laaange Woche aus: - ich ... ‘Eric Clapton - Unplugged’, - Cathrin ... ‘UB40 - Greatest Hits’! Die Zeit, die das Kopieren der Originalcassetten im Musikladen in Anspruch nimmt, vertreiben wir uns mit einem ‘Fish-Lunch’ im Restaurant St.Giorgis. Dann wird's Zeit ‘die Straße zu schlagen’! Gegen Ein Uhr chauffiert Cathrin unser ‘Savannen-Schiff’ durchs dichte Verkehrs-Chaos Asmaras ... & hinaus in vermutet-südliche Richtung (‘No Traffic-Signs & Mileposts Nowhere!’) ... ... wo wir IRGENDWANN auf die Überland-Piste zur äthiopischen Grenze zu treffen hoffen. Übrigens: nachdem sie ihre Brille aufgesetzt hat, fühlt sich Cathrin am Steuer der ‘Höllen-Maschine’ SICHTBAR (für uns beide!) WOHL(ER) ... ... obwohl sie, wie sie mir gesteht, NOCH ‘auf Bewährung ist ...’ A Whole Lot of Shot-Stops ... Ich nutze die in öffentlichen Verkehrsmitteln so schmerzlich vermißte Möglichkeit der Fahrtunterbrechung, ‘wann immer ein fotogener Maulwurf seinen fotogenen Kopf fotogen über die fotogene Grasnarbe hebt’ ... & entsprechend langsam kommen wir voran. Wenige Kilometer vor Erreichen Dekemhares biegen wir von der Asphaltpiste ab & kraxeln die steile Rüttelstrecke zur atmosphärischen Kirche von San Michele hügelanwärts. Oben angekommen werden wir von einem italienisch-sprachigen, netten eritreischen Opa (sowie seinem Enkel im Vorschulalter) in Empfang genommen: ... ‘Il Vecchio’ berichtet von der im Vergleich zu den koptischen Gotteshäusern Äthiopiens noch recht jungen Geschichte der ‘Kirche aus italienischen Kolonialzeiten’ (‘Catharina’ dolmetscht!), ... erklärt uns die offenbar ‘Grande Importanza’ des den Kirchturm noch um einige Meter überragenden Blitzableiters, ... & führt uns bedächtig-gebrechlichen Schrittes durch die grüne Park-Anlage. Die Kirche ist zwar verschlossen: trotzdem aber hat sich der Abstecher gelohnt! Wir genießen ... die ruhige & friedvolle Stimmung ‘Up on the Windy Hill’ - die klaren, weiten Ausblicke in die nähere Umgebung & auf die roten Ziegelstein-Bergdörfer der eritreischen Zentral-Hochebene - sowie die Erforschung des im Hügel unterhalb der Kirche angelegten, alten Friedhofs (mit seinen chaotisch angeordneten, gitter-bewehrten ‘Tombi e Monumenti’). Weiterfahrt über Dekemhare (dampfender Zimt-Tee GEGEN die Hitze!) nach Segeneyti: riesige Baobabs - eine beeindruckende Bergkirche (als ‘krönender’ Abschluß einer Abtei) - sowie einige Kamele, die ruhig & stoisch Kakteen ‘in the fucky Fakir Way’ MAMPFEN (sprich: inklusive der langen, spitzen Stacheln). Hm - vornehmlich die geteilte, gleich Mühlsteinen eingesetzte Oberlippe & der geschmeidige Oberkiefer ... äh ... ‘look VERY Funny’! Die zahlreichen, spontan eingelegten Foto-Stops verhindern, daß wir Senafe (unser ursprünglich anvisiertes Tages-Etappenziel im Süden Eritreas) noch bei Tageslicht erreichen ... können. Kurz entschlossen biegen wir daher in Adi Kayeh vom ‘Highway’ ab & rollen auf den Parkplatz eines Motels, um das sich eine weitläufige, in der Abendsonne verlockend wirkende Grünanlage erstreckt: ganz entschieden genau DER Ort, um Cathrins Zelt einem ersten Härtetest zu unterziehen ... Äh ... & UNS, denn der Untergrund der oberflächlich betrachtet rasig-wiesigen Grünfläche ist extrem steinig bis enorm spitzfelsig ... Anyway ... Schnell sind wir uns mit dem Besitzer des Motels handelseinig: ‘Land gegen Frieden’ (oder so ähnlich) ... suchen uns den ‘schönsten’ Standort für unser Zelt aus (naja, wohl eher: den einzig-möglichen!) & dürfen schon eine halbe Stunde später unser Nachtlager bewundern! Hm - fürs ERSTE MAL harmonieren wir (der Bautrupp) erstaunlich gut & ... ... jeder noch so unnütze Handgriff SITZT! Zwischenzeitlich hat sich stockfinstere Nacht über uns & Adi Kayeh gelegt. Auf die Premieren-Inbetriebnahme unseres BRAND-neuen Kerosinkochers verzichten wir (heute): Stattdessen ... ‘Pasta as Usual’ im Motel-Restaurant. Nach einem finalen Absacker-Bier tasten wir uns durch den pechschwarzen Motel-Vorgarten zum Zelt & ... ... augenblicklich fühle ich mich um zehn Jahre verjüngt: Denn GENAU SO LANGE ist es her, daß ich letztmalig versuchte, meine langen Haxen auf dem harten Boden eines viel zu kurzen Zeltes auszustrecken (‘Gell, Marion?). Naja - das ‘uneingeschränkt-idyllische Camper-Feeling’ will sich nicht so recht einstellen: Denn die Nacht wird kurz und ... ARSCH-KALT !!! Äh ... letzteres weniger ein Problem für mich: Aber Cathrin scheint ERBÄRMLICH ZU FRIEREN !? ...
|
 |
 |
|
... NOCH sind wir ja der Hoffnung, daß die in meiner zwei Jahre alten Eritrea-Land-karte als ‘Road Under Construction’ ausgewiesene, west-östlich verlaufende Stich-Straße von Senafe zum Massawa-Assab-Highway (nahe des Roten Meeres) mittlerweile fertig & befahrbar ist ... ... aber: der Reihe nach! Noch vor den ersten Sonnenstrahlen sind wir auf den Beinen & ... sehnen (beide vor Kälte zitternd) die wärmende Morgensonne herbei. Nachdem ES vollbracht ist, zelebrieren wir ebendort (nämlich ‘i.d.w.M.-S.’ & im Garten-Restaurant vor dem Motel) ein ausgiebiges Frühstück: übrigens ... ... inklusive des mit großem Abstand eindeutig BESTEN Kaffees seit meiner letzten Tasse ‘Jacobs Krönung’ vor sechs Wochen in Köln. Wir lassen uns Zeit ... & GENIESSEN das neue, unbeschwerte Leben des ‘fahrenden Völkchens unter freiem Himmel’. Und doch ist es erst Halb Neun Uhr, als wir (guter Laune: noch!) wieder auf die Piste einbiegen & unsere Fahrt Richtung Süden fortsetzen. Die Landschaft unterscheidet sich kaum von der schon am Vortag erlebten: Dramatische Gebirgspassagen wechseln sich mit vegetationslosem, spiegel-ebenem Fels- & Geröll-Terrain ab. Im frühen, kontrastreichen Morgenlicht hält allerdings jede Wegbiegung überraschend-neue, kräftig-farbige Impressionen für uns bereit! Klick - Klick ... & noch- (mehr-) mals ... Kurz vor Erreichen Senafes erklimmt die Straße einen etwa 2.000 Meter hohen Pass, hinter dem sich uns ein sehr naher Ausblick auf den eindrucksvollen, 2.989 Meter hohen Mount Soira präsentiert: UNWIRKLICH ... ... da sehr schroff & spitz zum Gipfel hin zulaufend - & ohne breites Fundament urplötzlich aus der ihn umgebenden, flachen Landschaft erwachsend. NICE SHOTS! ... ... auch von einem fotogenen Steinhaus (mit bunter Türe & nicht minder farbigen Fensterläden) auf der Passhöhe. Als wir zehn Minuten später den Busbahnhof von Senafe erreichen, ereilt uns (beim Tee mit einigen Einheimischen) eine ernüchternde Hiobsbotschaft: VON HIER AUS gibt’s zur Zeit (noch) kein Weiterkommen zum Roten Meer ... ... jedenfalls nicht für uns! Wir haben schlicht aufs falsche Vehikel gesetzt: Kamel statt Auto! ... ... DAS wärs gewesen. Zwar diskutiert die versammelte Busfahrerschaft (sowie das Personal des ‘Terminal-Office’) noch eine halbe Stunde HEFTIGST - letztlich aber schließen sich ALLE der Antwort an, die WIR NICHT hören woll(t)en: ‘No Such Road exists ... Up ‘til Now!’ Wollen wir wie geplant zur Buri-Halbinsel IM Roten Meer (die berühmt ist nicht nur für spektakuläre Savanne & einsame Strände, sondern auch & vor allem für wilde Strauße & im Gebirgs-Massiv lebende Paviane), so bleibt uns nur der lange Umweg über (‘Oh, No! Not again!’) ... ... Massawa. SHIT !!! Kurz entschlossen brausen wir ohne Unterbrechung zurück: zunächst nordwärts nach Dekemhare - hier nehmen wir den ‘Asmara-vermeidenden Short-Cut’ nach Nefasit (ebenfalls non-stop) - & rollen ebendort um Halb Drei Uhr am frühen Nachmittag ein. Hier gönnen wir uns die erste Pause ... ... & einen (leider enttäuschenden: dabei hatten wir uns sooo drauf gefreut!) ‘Basic Lunch’: bestehend aus ‘Tibs’, Brot & lauwarmem Bier. Hm - letzteres NUR, weil es das einzig-erhältliche Getränk im einzigen Restaurant der (doch eigentlich gar nicht SO kleinen) Stadt ist ... Zum ‘ich-weiß-nicht-wievielten-Mal’ komme ich schließlich (ein weiteres Mal!) in den Genuß des ‘Eritrean Premium Highway No.1’: Goin’ Down to the Massawa-Coast ... (heute allerdings erstmalig als Selbstfahrer). Dieser Umstand ALLEINE läßt die bekannte Strecke zwar nichts an Attraktivität dazugewinnen - aber ich MUSS gestehen, daß die extreme Kurverei durch extremes Terrain SCHON extremen Spaß macht. Wissend, daß ich als ehemaliger ‘Speed-Car-Junkie’ längst noch nicht CLEAN bin, halte ich mich ja normalerweise (‘Wollie!’) ganz bewußt von dieser Droge fern: Aber manchmal ... !? Zehn Kilometer vor Massawa (& schon längst in der schwül-heißen Küstenebene angekommen) legen wir eine letzte Pause ein: eiskalte Cola & angenehmer Schwatz mit dem weitgereisten Besitzer des Truck-Stops, der uns eindringlich vor der übel malaria-verseuchten Küstenregion warnt. Laut neuesten Forschungsergebnissen sollen 90 Prozent der Massawa-Bevölkerung infiziert sein (kollektives ... äh ... zweifaches: ‘Hahaha - DAS kann UNS nicht passieren ...!?’). Um Halb Sechs Uhr erreichen wir (wieder mal ... & ungewollt) ‘die Hafenstadt am Roten Meer’, checken im mittlerweile ‘well-known Hotel Corallo’ ein, haken den durch unsere blauäugige Reiseplanung (eigene Selber-Schuld!) ziemlich verhetzten Tag möglichst schnell ab (verbieten uns jegliches Aufkommen von mieser Laune!) & sorgen selbst für einen wenigstens relaxten Tages-Ausklang: - supergutes vegetarisches Abendessen (im Eritrean Restaurant auf Port Island), - langer Verdauungs- (& auch sonst wohltuender) Spaziergang durch die Altstadt & entlang der Uferpromenade, - schließlich Wein & ausgiebige ‘Vorlese-Lesung’ im Hotelzimmer. Weil morgen (nun aber wirklich!) DER ABENTEUER-TRIP (die Erkundung der Buri-Halbinsel) beginnen soll & wir diesen frisch & ausgeschlafen angehen wollen ... ... löschen wir bei allerdings unangenehm schwülen Außen- (& vor allem INNEN-) Temperaturen bereits um Halb Elf Uhr das flackernde Deckenlicht ...
|
 |
 |
|
... Frühstück im Obergeschoß-Restaurant des Dahlak Hotels. Naja - zwar Totally Overprized! Dafür aber bietet der voll-verglaste Rundbau eine wunderschöne Aussicht auf das Hafengelände (mit glasklarem & doch azurblauem Wasser) sowie die im gleißenden Morgenlicht rötlich-weiß schimmernde, labyrinthische Altstadt. Um Neun Uhr brechen wir unsere Zelte in Massawa ab (heute nur fiktiv!), lassen das dichtbesiedelte Zentrum (sowie die ausladenden südlichen Vororte) hinter uns & folgen der Küsten-Straße ... ... die nach etwa 1.000 ‘Horror’-Kilometern (sprich: nach drei bis vier Ganz-Tages-Etappen) die Stadt Assab, den ‘Most South-Easternly Eritrean Outpost Near Djibouti’ erreichen wird - allerdings ohne uns ... (SO weit soll’s denn doch nicht gehen!). Schon nach wenigen Kilometern verändert sich die gute Asphaltstraße in eine (anfangs) Geröll- & (später zunehmend) Sand-Piste: - kaum (noch) Ortschaften, stattdessen (sehr vereinzelte) einfache Holzhütten, - sandige Savannenlandschaft (mit vorherrschend dornenreicher Akazien-Vegetation), - ein ums andere Mal überquert die Piste ausgetrocknete Flußbette (-betten?) - die, deren Dimensionen nach zu urteilen, während der Regenzeit breite, reißende Wasserläufe zum Roten Meer befördern (werden). Cathrin muß einen permanenten, gewagten Slalom durch uns entgegen trottende Rinder- & Ziegenherden vollführen - der sandig-rutschige Untergrund verbietet das ‘ALLZU häufige’ Betätigen des Bremspedals. Schließlich sind die einzigen, uns noch begegnenden (grüßenden?) Lebewesen, bedächtig durch die Akaziensteppe hin- & her & doch vorwärts schwankende (alle Zeit der Welt besitzende!) Einzel-Kamele. Nach einer (knappen: ‘Gleit’-) Stunde schwenkt die Piste von süd-östlicher auf südliche Richtung & führt in der Folge exakt mittig durch den von zwei niedrigen (an beiden nahen Horizonten sichtbaren) Gebirgsketten gebildeten Korridor nach Foro. Der strategisch wichtige Versorgungs-Stützpunkt für alle Fahrzeuge ‘On their Way (through Danakil Desert & Down) to Assab’ ... ... besteht aus nur je einer alten & atmosphärischen Häuserzeile entlang beider Seiten der sogenannten Hauptstraße ... & entbindet uns (netterweise!) von jeglichen Entscheidungszwängen bei unsrer Suche nach einem geeigneten Zwischen-Stop-Café: Süsser Zimt-Tee im einzigen (!), fliegenverseuchten (!!) ... & TROTZ Frischluft-Klimatisierung (mittels luftzug-durchlässig konzipierter Bambuswände) BRÜLLEND-HEISSEN (!!!) Gasthaus der Ortschaft! Beobachten der geschäftigen ‘Truck-Stop’-Szenerie sowie ... ... ‘Takin’ Some (picturesque) Pictures’! Als wir gegen Mittag unsere ‘Über-Land-Durch-Kreuzung’ fortsetzen, suchen & ... ... VERPASSEN (!) wir den Straßen-Abzweig nach Zula - & damit auch die Zufahrt zur unmittelbar an der tiefen Meeresbucht Zula Bahir Selate gelegenen, alten axumitischen Hafenstadt Adulis ... Was sich übrigens im nachhinein als nicht GAR so ärgerlich herausstellt: denn die heutzutage unbevölkerte, lediglich aus einer Handvoll Ruinen & Mauerresten bestehende, prä-historische Siedlung darf nur besichtigen, wer sich VORAB (im Nationalmuseum in Asmara) einen hierzu berechtigenden Ausweis hat ausstellen lassen. Anyway ... Da wir die Piste Richtung Osten eh nicht finden, kommen wir (natürlich!) auch nicht in die Verlegenheit, das ‘Permit’ (das wir nicht besitzen) zu vermissen ... Ist doch logisch - oder? Am frühen Nachmittag unterbrechen wir die auf Dauer doch recht eintönige Fahrt durch sandige Akazien-Savanne & ... vergnügen uns (in brüllender Hitze!) an einem einladenden Strand der endlosen Bucht: mit ... ‘Wassertreten’. Naja - ein kühner Kopfsprung in das zwar nur lauwarme, aber trotzdem erfrischende Nass wär’s eigentlich ... (gewesen) - aber NOCH halten wir uns zurück! Eine weitere Stunde später zeigt sich Arafale, die schon aus der Ferne als Mini-Hüttensiedlung an der Meeresbucht auszumachende, letzte Ortschaft am ‘Massawa-Assab-Highway’ vor unsrer anvisierten Zielregion - der Buri-Halbinsel: Einer beeindruckend-öden Felsen- & Geröll-Landschaft, deren einzige Bewohner (sieht man von einem halben Dutzend kleiner Fischerdörfer ab) Kamele, Paviane, Gazellen & wilde Strauße sind. Naja - halt NATUR PUR & (so haben Cathrin & ich beschlossen !?) ... ... ein riesiges & IDEALES Camping-Terrain! Zunächst jedoch legen wir in Arafale eine letzte (‘öffentliche’) Tee-Pause für heute ein & checken die örtliche Infrastruktur: Wir nutzen die letzte Chance zum Zukauf von Proviant (Spaghetti & Tomatenmark) & erfragen den weiteren Verlauf der auf & über die Halbinsel führenden Straße. Hm - sowohl die Auskünfte der Einheimischen als auch eine erste Begutachtung des Pistenbeginns flößen uns nicht gerade überwältigendes Vertrauen ein ... ‘Seems like we’re gonna have A Whole Lot of FUN!’ Das kleine Hotel (mit seinen fünf ‘Einzel-Zellen’ in einem nackten Beton-Wohn-Container) verschmähen wir, ohne auch nur einen unnützen Gedanken oder gar ein ebensolches Wort zu verschwenden - denn (unausgesprochen) steht fest: UNS zieht es mag(net)isch in Richtung ABENTEUER WILDNIS! Die uns gewiesene ‘Straße’ entpuppt sich (nicht wirklich unerwartet!) als übelste Rüttelstrecke: Ein nackter Felsbrock reiht sich in teils brutalen Steil-Passagen an den nächsten unbearbeiteten Steinquader. Unser NOCH namenloser 4WD muß eine Härteprüfung nach der anderen ablegen. Die Landschaft (eine schier endlose Aneinanderreihung hoher & zu übersteigender Bergrücken) ist menschenleer - nur ab & an begegnet uns ein schwer keuchender Pick-Up. Allerdings eröffnet die Piste von den zahlreichen Kammhöhen aus immer wieder grandiose Panorama-Fern-Blicke ... ... hinunter: in einsam-idyllische Meeresbuchten mit karibisch anmutenden, weißen Sandstränden. Nach zwei, trotz aller landschaftlichen Sensationen vornehmlich ANSTRENGENDEN ‘Rappelstunden’ reicht’s uns für heute: Mittlerweile ist es Sechs Uhr ... & der Einfallwinkel der Sonnenstrahlen schon bedenklich flach. Wir entscheiden uns für eine (NATÜRLICH: die schönste!) Bucht, legen die steinige Stellfläche unseres Zeltes mit Blumen & Gräsern wohlig-weich aus & errichten unter einer großen, schatten-spendenden Fächer-Akazie unsere Zeltstatt ... ... was übrigens heute keine zehn Minuten mehr in Anspruch nimmt (tja: ‘Übung macht den / die MeisterIn!’). Unser (noch) jungfräulicher Kerosinkocher verrichtet erstmalig seinen angestammten Job & ... wir versichern uns (bei Kaffee & Limonentee) ein ums andere Mal, wie glücklich wir uns doch schätzen können, diesen traumhaften, UNSEREN Traum-Ort gefunden zu haben. Obwohl - ganz so einsam wie es im ersten Moment scheint, ist unser Refugium denn doch nicht: Vereinzelt schleichen führerlose (wilde?) Kamele über die schmalen Trampelpfade des teilweise recht dichten (& dort verdammt dornigen) Akazienhains. Pünktlich mit dem Einsetzen der Dämmerung setzt das vollzählige Insekten-Orchester (unterschiedlichster Rassen, Arten & Gattungen) zu seinem allabendlichen ‘Open-Air-And-FOR-FREE-Concert’ an. Menschliche Lebewesen nähern sich unserem ‘Hidden Camp’ im Laufe des Abends jedoch nur zweimal ... ... & eher unbeabsichtigt: nämlich in Bussen sitzend & über die etwa 100 Meter entfernte Schotter-Piste gen Süden rumpelnd. NATURE AT ITS VERY BEST! ... & ... I FEEL VERRRY GOOD! Am späten Abend brechen wir (die das Zelt belagernden Moskitoschwärme fliehend) zu einem bereits tagsüber herbeigesehnten Bade-Trip auf: Der komplette Vollmond am sternenklaren Himmel läßt uns einen kratzer-freien Weg durchs Akaziendickicht finden & ... nach zehn Minuten erreichen wir einen extrem flachen, scheinbar endlos in die Bucht des Roten Meeres hineinreichenden Sandstrand. ‘Take A Dive! ... ... and Aaaaah!’ Im unsere Körper umschmeichelnden, lauwarmen ‘Bade’-Wasser herrscht (einigermaßen überraschend) reges Treiben & große Aufregung: ‘Fliegende Fische’ üben sich über der Wasseroberfläche in artistischen Pirouetten sowie sonstigen Ballett-Figuren (die Sprung-Kombinationen & Flugkurven werden mit jeder sanft heranrollenden Meereswelle spektakulärer). Und unter Wasser scheinen Cathrins Beine eine magische Anziehungskraft auf die glitschig-schuppigen, aber vermutlich NUR Anlauf zum nächsten Sprung nehmenden Meeresbewohner auszuüben (‘was ich übrigens’, wie ich Cathrin säuselnd mitteile, ‘sehr gut nachvollziehen kann!’ also: ... das mit der Anziehungskraft!). Aber diese, meine als Beruhigung gedachten Worte bleiben NATÜRLICH (wenn schon nicht ungehört, so doch zumindest) unverstanden ... ... denn im nächsten Moment zerschneidet ein falsett-artiges, langgezogenes & -anhaltendes: ‘Iiiieeehhh - gitti-gitti-gitt !!!’ ... die ansonsten lautlose Stille. Pelikane bevölkern (als Scherenschnitt-Konturen deutlich sich abzeichnend) eine nahe, weit in die Bucht hineinführende Sandbank: Relaxin’ & (simply) Lyin’ in the Sands ... (also: wir! - nein: nicht ‘lügen’!) ... ... wenn schon nicht FÜR IMMER, dann wenigstens FÜR EWIG! Schließlich (sehr viel später - leicht fröstelnd - & ... so wie wer-auch-immer uns geschaffen hat) treibt’s uns denn doch noch heimwärts: Zu unserem Basislager & zu ‘dem BESTEN Limonentee, den die Welt je geschlürft hat’! Eine ‘LANGE Weile’ genießen wir (lang hingestreckt: als nackte Kühlerfiguren auf der Motorhaube des Landcruisers) den übervollen Sternenhimmel, die uns (definitiv: beschützende!) Natur sowie die einzigartige, afrikanische Savannen-Atmosphäre dieses ‘Very Special Place’ - bis ... ... ja - bis uns letztlich blut-rünstige & extrem angriffs-lustige ‘Kamikaze’-Moskitos (in Divisionsstärke) unser zwar ‘spitzentechnologisches’, aber halt auch ‘Open-Air’-Nachtlager verleiden ... & wir den bedingungslosen Rückzug ins Zelt (& hinter den ‘Mosquito-Safe Entrance’) antreten. Die alle Sinne schärfende Dunkelheit ist mit Naturgeräuschen unterschiedlichster Art prall angefüllt (& zwar AUSSCHLIESSLICH mit Naturgeräuschen!). Daß wir kaum ein Auge zutun, liegt allerdings (weniger) an diesem GUT-erträglichen ‘Lärm’ ... ... als (vielmehr) in der Tatsache begründet, daß die Temperaturen auch in der Nacht um kein noch so winziges Nano-Grad zurückgehen: Es ist BRUTAL-HEISS! Und die Schweißperlen bedecken (& ölen) unsere Körper wie ein sich ständig erneuernder ‘Schmierfilm’ ... ‘Ävver datt ess ons lätzlisch SCHEISS-EJAAHL!’ (Ergänzung von rechts: ‘Damit kaik JUUT mit leem - wa?’) ... ... HERE IN HEAVEN! ...
|
 |
 |
|
... Sehr früh RAUS - denn unter direkter Sonneneinstrahlung wird das Zeltinnere schnell unerträglich HEISS! Wir bilden ... äh ... einen Kreis um unsere Kochstelle & genießen unser ‘Self-Made Breakfast - the VERY Light Version’: Kaffee, Obst & ‘altes’ (sagt Cathrin!) Brot. Nachdem wir das Zelt demontiert & sämtliches Gepäck (mit Ausnahme ‘des Kaiser-Paares neuer Badeanzüge’) im Auto verstaut haben, marschieren wir nochmal zu unserem Traumstrand ... ... den schmerzhaften Kontakt mit den dornigen Akazien weitgehend (aber nicht gänzlich!) vermeidend. Überraschenderweise fällt uns dies übrigens heute Morgen (bei Tageslicht) schwerer als anläßlich unseres gestrigen, spät-abendlichen Bade-Spaziergangs !? Aber dann: ‘It’s NOT stranger than ... ... it (definitely) IS PARADISE!’ Eine endlose, nur leicht gekräuselte (& deshalb in der Morgensonne glitzernde) Wasseroberfläche erstreckt sich bis zum fernen, westlichen Horizont. Das ‘andere Ufer’ der Zula Bahir Selate ist mit bloßem Auge nicht auszumachen. Und hier stößt sie (die Wasseroberfläche) an einen wolkenlosen, makellos azur-blauen ‘Postkarten’-Himmel. Die Uferbegrünung (Fächer-Akazien sowie moosig-flechtige Boden- & Baumstumpf-Bedecker) liefert im Zusammenspiel mit dem die Augen schmerzenden ‘Schnee-Weiß’ des Sandstreifens die letzten, zur völligen Komplettierung ‘des Strand-Idylls GUT-hin’ noch fehlenden Farbtupfer! In Rückenlage auf den sanften Wogen dahinschaukelnd (& den typischen ‘Land-in-Sicht’-Blick des gemeinen Mastkorb-Leichtmatrosen imitierend), entdecke ich (kindhaft-staunend: Ich!) immer wieder aufs neue diese paradiesische, unberührte Bilderbuch-Welt. Apropos ‘unberührt’: Kein Mensch STÖRT diesen ‘Traum der vollkommenen Harmonie zwischen Flora & Fauna’. Hm - außer UNS! ... ... aber WIR stören ja nicht! Post-Apropos ‘Fauna’: Vier große, weiße Pelikane unterhalten uns, einen Steinwurf entfernt (Nee - bloß ‘ne Metapher! Ehrlich!) mit ihren Start- (erbärmliche, unfreiwillig-komische Boden-Läufer!) & Flug- (majestätische Luft-Segler!) Übungen. Nach erfolgter sowie augenscheinlich erfolgreicher (wie die prallgefüllten, weil stark ausgebeulten Kehlsäcke beredt berichten) Landung im nassen Element leben sie ihre (fast) menschlichen Züge aus ... Würg - Schling - Gier - Stopf - (Rülps?) ... Hm - etwa DOCH Menschen? Wir passen uns in das ‘echte, perfekte Baccardi-Feeling-Arrangement’ nahtlos ein & RELAXEN: im seichten, knietiefen Wasser liegend - unsere nach kurzer Zeit wie schwerelosen Körper im feinsandigen Untergrund mit den Händen abstützend - die hierzu erforderlichen Bewegungen allerdings auf das ‘fürs Nicht-Ertrinken GERADE MAL EBEN SO ausreichende Mindestmaß’ beschränkend. Es fällt uns VERDAMMT SCHWER, dem lauwarmen, eine wohlige Schläfrigkeit zurückbringenden Badewasser zu entsteigen ... ‘but finally’ (nach mehr als einer Stunde!): ‘It HAS to Be! So - Back To Our Job!’ Wir setzen unsere ‘Cruiser-Cruise’ über die gnadenlos schlechte Rüttelstrecke fort. Vornehmlich die steinigen ‘Abs & Aufs’ sind eine Tortur für Mensch & Maschine - aber wir werden mehr als entschädigt durch eine einzigartige, weiterhin (noch) menschenleere Naturlandschaft: Akazienbäume & Steppengras bilden zwischen weiß-geränderten, dunkelblauen Traumbuchten sowie landeinwärts schroff ansteigenden (& doch größtenteils nadel-bewaldeten) Bergen eine karge Savanne. Hm - NOCH ist alles okay ... ... denn wir wähnen uns auf der Piste zur Nordspitze der Buri-Halbinsel. Plötzlich aber endet die Straße vor (nein: inmitten!) einer extrem arbeitskräfte-intensiven Pisten-Baustelle: Etwa zwanzig lautstark miteinander diskutierende Eritreer stellen sich, ausgestattet zwar nur mit einfachstem Baugerät (nämlich Schaufel & Spitzhacke), aber einem bewunderswürdigen Optimismus, der unlösbar erscheinenden Aufgabe, den nicht-vorhandenen Straßenbelag (bestehend aus spitzen Felsbrocken, die zum nächsten ‘Pflasterstein’ teilweise treppenabsatz-hohe Differenzen aufweisen) zu glätten ... !? Wir nutzen die Ortskenntnis der freundlichen Bauarbeiter, lassen uns den unsichtbaren, weiteren Verlauf der Straße erklären & chauffieren (als freiwillige Gegenleistung für die erhaltenen Informationen) drei EritreerInnen zur nächsten, etwa zwanzig Kilometer entfernten Siedlung. Übrigens: Unter unseren Fahrgästen befindet sich eine ältere Frau (mit halbseitig ‘Open-Air’-getragenem Busen), die sich unter offensichtlichen Schmerzen & keinerlei Hilfestellung zulassend (geschweige denn annehmend) auf die freigeräumte Rückbank quält. Dort angekommen, verströmt sie (augenblicklich & ‘schwaden’-gleich) ... ... einen selbst für MEIN unsensibles Riechorgan DEUTLICH wahrnehmbaren Körpergeruch ÜBELSTER ART (!!!), der eine olfaktorische Spezial-Mixtur aus zwei Wochen der vollen Sonnen-Einstrahlung ausgesetztem Injera & ähnlich lange vor sich hin moderndem, stetig sich verstärkendem Leichengestank ... ... äh ... zu sein SCHEINT! ‘WIE? Ich übertreibe ??? Sag Du - Cathrin!’ PUUUHHH ... Nachdem wir unsere Fahrgäste am vereinbarten Zielort abgesetzt haben, schwenkt die Straße weg von der Küste & ... hinein ins Landesinnere, wo sie in der Folge ganz erheblich von ihrem Schrecken für Stoßdämpfer & Reifen unseres Mietwagens (der sich bislang wacker geschlagen hat: Ganz Großes Lob!) verliert. Die üble Geröllpiste wird zunehmend glatter (naja - sie ‘versandet’, trifft es eher) & verläuft in sanften Schwüngen über eine endlos-flache Ebene ... ... was allerdings die Orientierung ENORM erschwert! In Ermangelung einer ‘Buri-Pistenkarte’ versuchen wir uns mit Hilfe der einfachen Faustregel: ‘Das Meer (die Bucht) hat immer LINKS zu sein!’ ... entlang der Westküste in Richtung Nordspitze der Halbinsel vorzuarbeiten. Als wir aber (eine Fahrtstunde später) auf den kleinen Marktflecken Galallos zusteuern ... ... erscheint das Rote Meer plötzlich im Beifahrerfenster ... !? Allem Anschein nach haben wir also (mal so eben) die gesamte ‘Peninsula’ durchquert & sind nun (unbeabsichtigt) an der Ostküste Buris gestrandet. Übrigens: exakt gegenüber der größten von etwa 200 zur Dahlak-Gruppe gehörenden Insel Dehalak Deset (diese befindet sich allerdings etwa 25 Kilometer vor der Küste & mithin außer Sichtweite). Wir legen in der Hüttensiedlung einen Tee-Stop ein, fassen Proviant nach (Kartoffeln, Tomaten & Zwiebeln ... sprich: bis auf die palettenweise angebotene Kernseife also EINMAL das komplette Laden-Sortiment) & füllen schließlich noch sämtliche zur Verfügung stehende Flüssigkeitsbehältnisse (auch Cathrins ‘10-Liter-Kunststoff-Schlauch’) mit Brunnenwasser ... ... sowie dringendst angeratenen Entkeimungstabletten! Nach Erfüllung dieser drängendsten organisatorischen Aufgaben locken uns einige strategisch günstig im Dorf plazierte Getränkekästen mit leeren (eindeutig Cola-!) Flaschen in eine Bambushütte - wo wir uns vom netten Barbesitzer neu (geo- & kartographisch!) instruieren lassen & ... ... äh ... GLEICHZEITIG ‘süßlich-schwarze Kaltgetränke’ (aus Atlanta / Georgia / USA) in unsere total überhitzten Mägen stürzen! Es ist mittlerweile Vier Uhr, als wir uns (topfit, weil wiederhergestellt) in unseren Landcruiser schwingen & ... WEITER ... in Richtung Norden rollen (das Meer nun immer ‘zur Rechten’!). Die Fauna geizt leider mit ihrer versprochenen Vielfalt: - eine Handvoll frei umher laufender Kamele, - eine kleine Herde ‘elastisch einherspringender’ (vermutlich ‘Thomsons’-) Gazellen, - & das war’s denn auch schon! Wenigstens für heute ... ... fehlt von Pavianen & Straußen jegliche Spur! Nachdem wir ein kleines Strohhütten-Dorf passiert haben, biegen wir (‘Off-Road’ & über steinigen, schwach-begrünten Boden) in Richtung Rotes Meer ab ... ... Lookin’ for a Nice Place to Stay (Overnight)! Schließlich (allerdings erst SEHR viel später) werden wir fündig & schlagen unter einer atmosphärischen Riesen-Akazie (in neuer Rekordzeit) unser Camp auf! Cathrin zieht’s zum Meer: auf Muschel-Suche! Der Strand ist über & über bedeckt mit großen, in den sattesten Neon-Farben schillernden & immer-neue, exotische Formen präsentierenden ‘Million-Dollar-Giant-Shells’! Hm - das Haupt-Problem der ‘gemeinen Schatzsucherin’ besteht hier (an diesem ‘Ort des maximalen Verkalkungs-Überflußes’) jedoch nicht etwa im Aufspüren der Fundstücke - sondern im gnadenlosen (& doch SO schweren!) Aussortieren der, weil nur um Nuancen weniger sensationellen Exponate. Und allerspätestens GENAU JETZT fällt uns (naja - eher Cathrin!) auf ... ... ‘daß unser Landcruiser einfach VIEL ZU KLEIN ist!’ Währenddessen vergnüge ICH mich mit unserem Kerosinkocher (ich Hobby-Pyromane, ich!) - & trotz widrigster Umstände (starke, aus allen Himmelsrichtungen gnadenlos auf & in meine bescheidene Kochstelle hernieder wehende Fallwind-Böen) gelingt es mir, unseren bekannt-vorzüglichen Lemon-Tea zu brauen ... ... sowie (später) ‘ein raffiniertes Zwei-Gang-Menu (aus dem Billy) zu ZAUBERN’: Bestehend aus ... gedünsteten Tomaten (mit Salz & Pfeffer!) ... sowie gekochten Kartoffeln (mit Pfeffer & Salz!). ‘HMMM - LECKER!’ ... ... lautet die einhellige Meinung der (allem Anschein nach über einen Pferdemagen verfügenden) einzigen Test-Esserin (!?). Unseren kalorienarmen Nachtisch bildet (unter einem immer noch fast vollen & daher hinreichend licht-spendenden Mond) eine stimmungsvoll-atmosphärische ‘Sonnenfrau’-Vorlesung (übrigens: SEHR schöne Kurzgeschichten-Sammlung diverser afrikanischer AutorInnen!) ... AM ‘kerosinigen Lagerfeuer-Surrogat’ ... IM riesigen (vornehmlich: hohen!) Freiluft-Hörsaal der berühmten ‘OSUBP’ (‘Open-Savanna-University-of-Buri-Peninsula’). Nach Neun Uhr (erste) Einschlaf-Versuche ... ... & (größte) -Probleme: zum einen herrschen, trotz geöffneter Front-Luke, im Zeltinneren schwül-heiße Temperaturen - andererseits zerrt der überraschend stürmische Küstenwind beängstigend an Zeltwänden & -schnüren! Naja - einige ‘Smokin’-Breaks in the Darkly Wilderness’ (‘Nackt im Wind!’ ... zur großen Freude der zahlreichen ‘Blutsauger, die ich jedoch kurzerhand einfach nicht zu ignorieren beschließe!’) befähigen letztlich auch mich (Insomniac, Me!) ... ... diese EIGENTLICH wunderschöne, weil natur-idyllisch-berauschende Nacht in allerdings geräuschvoller (Hyänen?), ostafrikanischer Savanne ... ... zu ÜBERSTEHEN! ...
|
 |
 |
|
... Entspanntes ‘Good-Morning-Nature!’-Frühstück vorm Zelt ... (mit dampfend-heißem Kaffee aus dem Blech-Kochtopf): - wir geniessen die Ruhe der uns umgebenden Akazien-Savanne, - begleiten (allerdings NUR mit unseren Blicken) einheimische Solo-Wanderer auf ihrem scheinbar ziellosen Fußmarsch vom einen zum anderen Ende des fernen Horizonts, - & beobachten ein paar in der Nähe grasende Gazellen (& umgekehrt!), die den Sicherheitsabstand zu unserem Camp allerdings peinlichst genau einhalten. Den Höhepunkt der ‘Morgen-Lektion: Beyond Civilization’ stellt (für mich!) Cathrins Demonstration des indianischen, trinkwassersparenden Geschirr-Abwaschs (mittels natürlichem ‘Scheuer’-Sand) dar ... ... ECHT beeindruckend, Das! Apropos ‘Trinkwasser’: Nachdem wir unser Camp ‘zerlegt’ & im Auto verstaut haben, gönnen wir uns (OH, welch ein LUXUS!) jede/r einen vollen Becher Trinkwasser für die Morgentoilette. Schließlich fahren wir die gestern Abend angelegten Muschel-Depots an, verladen ‘den ganzen Klump’ (‘Sorry, Cathrin - die ECHT SCHÖNEN Muschel!’) & setzen unsre Safari in nördlicher Richtung fort: unser erstes Etappenziel ist Dule, die einzige in meiner (recht guten) Eritrea-Landkarte verzeichnete Siedlung der gesamten Buri-Halbinsel! ‘Let's See, where we'll End (Up) ...!?’ Schon nach wenigen hundert Metern verliert sich jeglicher sichtbare Hinweis auf eine Piste & wir kämpfen uns fortan (nun aber WIRKLICH ‘Off-Road’) kreuz & quer durch das teils steinige, meist sandige, immer dornen-buschige Terrain. Die bislang eher dürftigen ‘Wildlife-Spots’ (von vereinzelten Gazellen ... ‘On the Run’) werden ergänzt durch das plötzliche Erscheinen einer riesigen Heuschreckenkolonie! Eine nähere Inaugenscheinnahme der ‘wabernd-wuselig-gefräßigen Armada’ macht deutlich, warum die deutsche Bezeichnung für diese ‘Land-Plager’ den Begriff ‘Schrecken’ beinhaltet ... & nur das Wissen um deren strikt vegetarischen Speiseplan (oder ... ???), läßt uns furchtlos durch die geschlossenen Reihen der schier unersättlichen Vielfresser schlendern. Immerhin: Respekt vor deren offensichtlicher, geballter Freßkraft stellt sich auch bei uns ein - obwohl wir keine Bauern sind (& unsere Existenz mithin nicht AKUT bedroht ist!). Nach mehreren unvermeidlichen Fehl-Orientierungen sowie einigen durchaus vermeidbaren (unsere Konfusion noch steigernden, weil widersprüchlichen) Pisten-Weisungen durch befragte Halbinsel-Bewohner ... ... erreichen wir um die Mittagszeit Dule: ein kleines, aus einem knappen Dutzend Holzhütten bestehendes Fischerdorf (weder Hotel, noch Restaurant oder Bar), vor dessen Strand eine Handvoll bunter Ausleger-Boote sanft in den die Wasseroberfläche lediglich kräuselnden Wellen schaukeln! Das unerwartete Erscheinen der ‘Aliens’ läßt die komplette, unbeschäftigte Dorfgemeinschaft sich um uns versammeln. Ein französisch-sprachiger, älterer Dorfbewohner (seinem Verhalten nach der zumindest ‘informelle’ Meinungsführer), erklärt uns umständlich & mit großen Gesten den Weg nach Engali ... ... seiner Beschreibung nach die größte Ortschaft der gesamten Halbinsel & der einzige Buri-Ort, der über eine touristische Infrastruktur verfügt. ‘Whatever that means ...!?’ Zwei junge Einheimische werden in unseren Cruiser abkommandiert. Sie sollen uns zum ‘richtigen Pfad’ eskortieren, der vermittels zweier kaum (bis gar nicht) sichtbarer, paralleler Reifenspur-Rillen in der knochentrocknen Steppenlandschaft gekennzeichnet ist. Nach einer halben Fahrtstunde verlassen uns die beiden ‘Pfadfinder’ an einer unsichtbaren Straßenkreuzung ... & in der Folge sind wir (mit nur wenig mehr Informationen ausgestattet) wieder auf uns selbst gestellt. Aber schließlich (gegen Zwei Uhr) zeigen sich eine größere Anzahl strohgedeckter Holzhütten sowie zwei weit sichtbare Steinhäuser ... ... & im einzigen Restaurant Engalis scheint man uns schon zu erwarten !? Wir haben die kleine Holzhütte noch nicht betreten, da werden bereits (ohne daß wir eine Bestellung aufgeben MÜSSTEN) sämtliche verfügbare Kochstellen der vom Gastraum aus einsehbaren Küche ‘befeuert’ ... ... & kurze Zeit später stöhnt der einfache Holztisch (hörbar!) unter der Last der vor uns arrangierten Speisen & Getränke: zwei riesige gebratene Fische - Injera mit Linsen- & Tomaten-’Wat’ - Brot - sowie (insgesamt & nacheinander) mehrere Eimer stark gezuckerten Zimt-Tees. Wir sind ziemlich ausgehungert, hauen rein wie die Weltmeister & mampfen um die Wette! Als ich schließlich (mir mit dem letzten Schluck Tee die Speisereste aus den Zahn-Zwischenräumen spülend) nach der Rechnung frage ... ... erscheint der bis dahin ‘im Hintergrund die geschäftlichen Fäden (eindeutig!) SPINNENDE Mann des Hauses’ ... & nennt, kurz & knapp die (vermutlich größte ihm bekannte) Zahl: ‘Fünfundzwanzig’ !? Auf meine scherzhafte Nachfrage hin, ergänzt er diese, seine Aussage (mit ernster Miene) um den Zusatz ‘Nacfa’! Naja - immerhin ... Obwohl uns (mittlerweile mit dem eritreischen Preisniveau recht gut vertraut) DIESER BETRAG selbst in Verbindung mit der eritreischen Währungeinheit immer noch EIN WENIG HOCHGEGRIFFEN erscheint ... ... äh ... um es vorsichtig zu formulieren! Ich lasse mir die Einzelpreise nennen & beginne (die offensichtliche Diskrepanz zwischen Einzelposten & Gesamtbetrag meiner sachlichen Argumentation zugrunde legend) mit dem Feilschen ... ... zunächst noch mit einem durchaus freundlichen Lächeln - weil in der Annahme, daß von mir erwartet wird, auf dieses ‘Spiel’ einzugehen! Schneller als mir lieb ist, muß ich mich allerdings eines Besseren belehren lassen. Denn ... ... zwischenzeitlich hat sich das gesamte Dorf (etwa 30 Personen) vollzählig versammelt - & die sich unter tätiger Mitwirkung ALLER ‘in eine Richtung entwickelnde Stimmung’ wirkt auf mich (den überzeugten ‘Hobby’-Pessimisten!) nicht gerade vertrauen-einflößend - geschweige denn friedvoll! Schließlich zahle ich stattliche 16 Nacfa an den männlichen BOSS & ziehe Cathrin (die mittlerweile von den ebenfalls intervenierenden Köchinnen vollgequatscht wird) hinter mir her & aus dem Restaurant heraus. ‘Wider besseres Fühlen’ ... lassen wir noch unsere fast leeren Wasserbehältnisse auffüllen. Währenddessen rückt die einen geräuschvollen Kreis (Volksfest-Atmo!) bildende Menschenmenge immer näher an uns heran. Der (unverändert) unzufriedene Restaurantchef raunzt mich mehrmals giftig von der Seite an ... ... & auch wenn ich nicht verstehen kann, was er brabbelt, so ist seine Körpersprache doch eindeutig: ER WILL MEHR! Unter Mühen gelingt es mir, ihn zu ignorieren ... Plötzlich aber mischt sich ein junger Typ ein, der (interpretiert man die Respektbezeugungen der Umstehenden zutreffend) im Dorf augenscheinlich das (Faust-?) Recht vertritt: Er rempelt mich mehrfach grob an (vermutlich die hiesige, gängige Form, sich miteinander bekannt zu machen ...!?) ... ... & bedeutet mir (mit finsterer, drohender Miene!) ihm IRGEND-WOHIN (!?) zu folgen! Zwar erfahre ich am folgenden Tag (beim Plausch mit ‘den Israelis’ > siehe unten!), daß er vermutlich nur unsere Pässe in seinem Büro registrieren & ebenda (ohne daß es seine Schutzbefohlenen mitbekommen) den ‘üblichen Wegelagerer-Zoll’ kassieren wollte ... Hm - mir aber kommt es so vor, als wolle er mich zum Duell herausfordern! Als im nächsten Augenblick ein nicht-identifizierbarer Knall ertönt, schrecken die zunehmend dichteren Menschenmassen für einen Moment auseinander ... ... & wir haben wieder ‘etwas Luft’ (zum Atmen ... & auch sonst). Kurz entschlossen (was ich mir jedoch weniger als Ergebnis eines bewußten, gedanklichen Prozesses anrechne, sondern vielmehr ein rein mechanischer Reflex ‘unter Vollnarkose’ ist!) bedeute ich Cathrin, ins Auto zu steigen & erkläre DEM SHERIFF (mittels eindeutiger & einladender Handzeichen), daß wir ihn SELBST-VERSTÄNDLICH mit dem Auto zu seinem Haus begleiten werden. Er läßt mich (siegessicher grinsend - also: er!) auf dem Fahrersitz Platz nehmen & greift (Gott-sei-Dank!) erst kurz DANACH in den hinteren Türgriff ... ... aber: HA! DENKSTE! WIR (sprich: die Zentralverriegelung - ‘Irgendwie CLEVER!’ - & ICH) ... ... SIND SCHNELLER! Ich werfe den Rückwärtsgang ein ... - BRAUSE (unter Beibehaltung einer ‘bequemen 180-Grad-Kopfdrehung’) mit quietschenden Reifen vom zentralen Marktplatz (& aus dem Blickfeld der uns konsterniert hinterher schauenden Dorfgemeinschaft), - HAUE (nach dem Erreichen des großzügig geschätzten Randes der ‘Zone maximaler & akuter Gefahr’) den Normalgang ins Automatikgetriebe, - & BRETTERE dann mit (einer die bekannten Buri-Pistenverhältnisse antizipierenden, ‘relativen’) Höchst-Geschwindigkeit EXAKT in die auf keiner noch so detaillierten Straßenkarte der Welt jemals ausgewiesene (Himmels-!) Richtung ... ... äh ... FLUCHTPUNKT! Im Rückspiegel kann ich zwar wildes Gestikulieren & Schreien der aufgebrachten Menschenmenge erkennen (auch machen sich einige, vermutlich mit Pferdelungen ausgestattete ‘Marathon-Männer’ - Gott-sei-Dank: eher halbherzig! - an unsere Verfolgung) ... aber (immerhin): KEIN Einsatz von Schußwaffen! Nein - jetzt mal ‘ohne Kwatsch’ (Hilde!): Die Situation WAR bedrohlich! Und sie schien mir letztlich kurz vor einer unkalkulierbaren (& nicht mehr zu beeinflussenden) Eskalation zu stehen! Übrigens: Daß ich in dieser Situation bei weitem nicht so COOL bin, wie es sich hier vielleicht liest ... ... DAS macht mir (anschließend ... & unmißverständlich) mein hektischer Fahrstil klar: der eine lächerliche Mischung aus wilder Orientierungslosigkeit & hilfloser Handhabung der ‘Ruderpinne’ (schweißnasse Hände auf ebensolchem Lenkrad) ist! ANYWAY ... Endlich außer Reichweite unserer Verfolger, erweist sich die Weiterfahrt Richtung Buris Nordspitze dann aber keineswegs als leichte Übung! Jedesmal aufs neue unerwartet, taucht in allen Himmelsrichtungen & an sämtlichen Horizonten Wasser auf: ... das Rote Meer? ... die Zula Bahir Selate (also die westlich der Halbinsel befindliche Meeresbucht)? ... oder gar schon die ‘Strait of Mozambique’? Wir WISSEN es nicht! Die Umrisse der Halbinsel sind nicht einmal schemenhaft zu erahnen. Die sich uns zeigenden Wasserflächen sind mit Inseln, Halbinseln und/oder Landzungen gespickt. Eine auto-taugliche Piste ist schon seit langem nicht mehr zu erkennen ... Wir rumpeln aufs Geratewohl abwechselnd über bein-harte Felsplateaus oder durch dichtes Dornengebüsch & ... ... natürlich präsentiert sich das Terrain vollkommen menschenleer. Schließlich sehen wir die Sinnlosigkeit unseres Tuns ein: Wir brechen die ‘Exkursion zum Nordpol’ kurzerhand ab ... & konzentrieren uns in der Folge darauf, IRGENDEINEN Anhaltspunkt (welchen auch immer?) zu entdecken, der unsere Hoffnung nähren könnte, IRGENDWANN einmal wieder in von Menschenauge vermessenes & von Menschenhand kartographiertes Gebiet zu gelangen! Nach einer guten Stunde ‘oszillierendem Abfahrens jedes in unsrer Reichweite befindlichen Buri-Quadratzentimeters’, zeigt sich am rechten (westlichen?) Horizont ein scheinbar durchgängiger Küstenstreifen, den wir kurz entschlossen (& bis zum Beweis des Gegenteils) zur Westküste Buris erklären: Nachdem sich zwar schwache, aber eindeutig FRISCHE Reifenspuren im wieder sandigeren Areal zeigen, wächst unsere Zuversicht (das Stimmungsbarometer zeigt nach langem Tief wieder deutlich aufwärts!) & wir folgen der Küste in ‘vermutet-südlicher Richtung’. Unser Traumstrand (‘On the Way to ...’) sowie Arafale (der letzte zivilisatorische Außenposten vor Eintritt in die Buri-Wildnis) heißen unsere erklärten, neugesteckten Reiseziele! Bis dorthin ist es allerdings noch eine weite & irrweg-reiche Strecke ... Immerhin sind wir aber wieder in der Lage, die Weiterfahrt durch die endlos erscheinende afrikanische Savanne zu GENIESSEN ... ... & unsere neuerwachte Neugier wird durch einige Prachtexemplare der auf Buri heimischen ‘Wilden Strauße’ belohnt: - mehrere ‘Very Close Clicks’ von den beeindruckenden Tramplern (die scheinbar auf Stelzen UND auf Stöckelschuhen durch die Steppe rasen!), - sowie eine Off-Road-Verfolgungsjagd ‘á la Hatari’ (mit Cathy Wayne & Horsty Krüger in ‘fahrigen’ Statistenrollen) - wobei wir es jedoch bei einer bewußt kurz-gehaltenen, den Kreislauf der ‘Objekte unserer Foto-Begierde’ nur LEICHT anregenden ‘Beschattung’ bewenden lassen ... Schließlich schwenkt die Piste weg von der Westküste ins Landesinnere ... ... & unser Verdacht (unsere Befürchtung!), daß wir uns auf direktem Wege nach Galallo (& damit wieder zur Ostküste) befinden, erfährt Bestätigung: (spätestens) als sich uns eine ‘Pisten-Kreuzung’ in den Weg stellt, die uns vom Vortage her SEHR vertraut erscheint ... SHIT! (einerseits ... ... andererseits aber ist nun) ALLES KLAR! ‘NUN kann uns nichts mehr verunsichern!’ Gut gelaunt, schlagen wir den (nun sicheren, wenn auch weit längeren als erhofften) ‘Heimweg’ ein: Mittlerweile ist es Fünf Uhr & ... ... wir legen ALLES daran, unsren vor-gestrigen Camp-Standort noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen (die Aussicht auf ‘abendliche Badefreuden an unserem paradiesischen Privat-Strand’ treibt uns MÄCHTIG an)! Hm - um es kurz zu machen: Erst am nächsten Morgen wird uns bewußt, wieviele verschiedene Pisten die Westküste Buris zu bieten hat! Nach einer halbstündigen ‘Dämmer-Horror-Rallye’ (auf nicht mehr wahrnehmbarem, aber eindeutig SAU-schlechtem Fels- & Schlamm-Untergrund - über & durch immer neue Bergkämme & morastige Küstenniederungen) ... ... müssen wir ... (letztlich!) ... (doch) AUFGEBEN! An einem nur mäßig ebenen Hang oberhalb einer dramatischen, weil senkrecht abfallenden Steilwand, schlagen wir unser Zelt auf: Es ist stockdunkel & erst die eingeschalteten Scheinwerfer des strategisch-geschickt (!) plazierten Landcruisers veranschaulichen uns das wahre Ausmaß der ‘abgründigen Exponiertheit’ dieses sensationellen Standortes für unser Nachtlager! Es ist schwül-heiß, dabei aber SEHR windig (was die Errichtung des Zeltes nicht eben erleichtert). Wir sind kaputt (ZU kaputt für den kilometerlangen, serpentinigen ‘Ab’-Marsch zum Strand ... & zum erhofften Bad im Meer). Unsere verbliebene Rest-Energie reicht gerade noch für die Zubereitung eines Limonen-Tees sowie einer Erbsensuppe aus der Tüte ... ... dann fallen wir (auch schon) erschöpft ins Zelt! Wissend, daß sich unser ‘Off-Road-Trip durch unberührte afrikanische Wildnis’ unweigerlich einem (dem!) Ende nähert, kriechen wir ganz eng zusammen, lauschen der Meeresbrandung (unter uns) & dem Insektenkonzert (um & über uns) ... ... & driften IRGENDWANN ... ... zwar schweigend, aber die gewaltige, spürbare (nein: gewaltig-spürbare!) Natur genießend ... ... & überhaupt ...
|
 |
 |
|
... Sehr früh treibt es uns aus unserem ‘gefälligen (maximal als Not-Biwak durchgehenden) Hangzelt’ heraus. Noch bevor sich die ersten, morgendlichen Sonnen-Strahlen zeigen, schlürfen wir unseren letzten Instant-Kaffee. Ja - AUCH unser Proviant (wenigstens der ‘lebensnotwendige’) neigt sich dem Ende entgegen. Während wir unser Gepäck im Auto verstauen ... ... erscheinen (quasi ‘aus dem Nichts’) fünf mittel-alte, eritreische Frauen in traditionellen Gewändern: Ausgelassen miteinander scherzend (& freundlich uns grüßend) verschwinden sie in der uns unbegehbar erscheinenden Steilwand, suchen sich IHREN Fußweg hinunter zum Meer & nehmen (dort angekommen) ein lustvolles ‘Sunday Morning Fun Bath’ ... ... wovon die zu uns hinaufhallenden Freuden-Gesänge eindrucksvoll Zeugnis ablegen. Hm - ECHT starke Frauen! Nach zwei (landschaftlich unvermindert sensationellen ... & doch: mittlerweile vornehmlich ‘Rappel’- ...) Stunden erreichen wir Arafale an der Südspitze der ‘Zula-Meeresbucht’. Übrigens: OHNE daß wir zwischenzeitlich ‘unser privates Strand-Paradies’ zu Gesicht bekommen hätten ... Naja: ‘Rong Wroad’ ... Ausgiebiges Frühstück: ‘Foul’ (eine regionale ‘Wat’- ... also: sauscharfe Chili-Saucen-Variante) mit Brot & Tee ... ... sowie ebenso ausgiebiger Plausch mit einem jungen israelischen Traveller-Pärchen, das auf der Suche nach einem Vulkan mit heißen Quellen ist (‘Must be Somewhere Around Here!’). Von den beiden erfahren wir, daß Adulis (die alte Piratenstadt am Westufer der ‘Red Sea Bay’) lediglich eine Ansammlung unscheinbarer Ruinen ist, für deren Besichtigung man überdies ein ‘Special Permit’ benötigt. SHIT! ... was bleibt uns übrig? Notgedrungen ändern wir (wieder einmal) unsere Planungen für den heutigen Tag & fassen Massawa als spät-nachmittägliches Etappenziel fest ins Auge. Äh ... falls der nur noch zu einem Viertel gefüllte Benzintank unseres bislang so zuverlässigen 4WD dies zuläßt (Nein! Den Inhalt des Reservekanisters haben wir schon gestern aufgebraucht - oder besser: nachgefüllt! Äh ... nicht daß etwa ein falscher Eindruck ...). Nach zwei Gleitstunden erreichen wir Foro (‘Hallelujah!’ ‘Hm - nicht so voreilig!’), wo unsere mit aufmunternd-erwartungsvollem Nicken kombinierte, hoffnungsvolle Frage ‘Benezene?’ ... ... von der uns ein ums andere Mal ereilenden Hiobsbotschaft ‘No have! Massawa!’ geradezu atomisiert wird! FUCKIN’ FUCK! Eine nerven-strapazierende Zitterpartie beginnt, in deren Verlauf die Tanknadel mehrfach ‘Empty’ anzeigt & ... sich wieder erholt! Um es kurz zu machen: Mit dem vermutlich letzten (längsten?) Tropfen Benzin, fahren wir gegen Vier Uhr in die süd-östlichen Stadtbezirke Massawas ein & steuern SOFORT die erste, sich uns in den Weg stellende Tankstelle an: ‘FULL - Please!’ ... (sowie kollektives, mindestens zweistimmiges: ‘Puuuh!’). Ab ins Hotel Corallo, wo ich als aller-aller-erstes die längste, schönste (& ... ‘entre nous’: auch reinigendste!) Dusche meines gesamten bisherigen Lebens über mich ergehen lasse. Bis zum Einbruch der Dunkelheit GENIESSEN wir (lang ausgestreckt & reglos liegend ... sowie dümmlich grinsend) das uns nach vier ‘Basic Buri-Days’ UNENDLICH komfortabel erscheinende Hotelzimmer (äh ... Cathrin, damit will ich natürlich NICHTS gegen Dein Super-Tunnelzelt gesagt haben: FREUNDSCHAFT!). Später definitiv letzter Besuch bei ‘unsrem Stamm-Eritreer (‘Fish & Veg’) ... sowie laaanger Abschieds-Schlender-Spaziergang entlang der Uferpromenade. Zurück im Hotelzimmer begehen wir den Fehler, unsere all-abendliche ‘Sonnenfrau’-Vorlesestunde zu lange bei offenem Fenster zu zelebrieren ... ... & daher zelebriere ICH den Rest der (oder genauer: die gesamte) Nacht als ein stetes Wechselspiel zwischen Moskito-Jagd (ich: wach!) & Einschlafproblemen (ich: ebenfalls wach!). Hm - letzteres allerdings nicht NUR ein Resultat von ersterem: zusätzlich scheinen während unserer Absenz-Tage die Temperaturen in Massawa um (entscheidende!) MINDESTENS zehn Celsius-Hitzegrade angestiegen zu sein. Anyway ... Denn: ‘Schlafen kann ich auch noch ... ... wenn ich einmal tot bin! (in Memory of R.W.F.).’
|
|