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Africa 04

IN ADDIS ABABA ...
...
MISSINMY BABE !
ODER: FUCK-TOWN ADDIS - GLEICHERMASSEN
PERSÖNLICHES
WIE UNGERECHTES (?) URTEIL !

... von Weldhya über Debre Birhan nach Addis Ababa ... in & um Addis (Äthiopien) ... sowie Rückflug nach Asmara (Eritrea)

Montag, 23. Februar bis Samstag, 28. Februar 1998

Um Viertel vor Sechs Uhr pocht es lautstark an unsere Zimmertüre:
Der ‘erbärmlich schielende Hoteldiener’ hat gestern Abend aufgeschnappt, daß wir den Early-Mornin’-Bus nehmen wollen. Nachdem wir heute Morgen nicht zum Tee erschienen sind, hat er Verantwortung entwickelt ... & die Initiative ergriffen!
Naja - selbst wenn er’s nicht aufgeschnappt HÄTTE ...
... NIEMAND reist nach Weldhya ‘um ihrer (der Stadt) Willen’! ALLE Besucher benutzen sie (die Stadt) ausschließlich als ‘Transit-Drehscheibe irgendwohin’ ...
‘ABER - wieso haben wir (beide!) den Wecker ÜBERHÖRT ... ???’
Tja - Cathrin hat ihren Wecker auf 17 Uhr statt auf 5 Uhr eingestellt!
Absicht ...?
Freudscher Ver-Tuer ...?
Oder doch nur schlicht & einfach ein Versehen, wie sie behauptet ...?
ANYWAY ...
Mir (uns) bleibt keine Zeit zum Nachdenken!
In Windeseile packen wir unsere ‘vierzehn Sachen’ ... & als wir kurz nach Sechs Uhr die Außentreppe hinunter Richtung Innenhof hasten, setzt bereits (unüberhörbar) ‘das große Gekreische’ ein - untrügliches Indiz, daß soeben das Haupttor des Bus-Bahnhofs geöffnet wurde!
Zwei Minuten später haben wir unsere (zwar nebeneinanderstehenden, aber in unterschiedliche Richtungen fahrenden!) Busse gefunden. Beide ergattern wir noch je einen der letzten, freien Sitzplätze - wobei man UNS Touris (zugegeben!) wie immer ‘etwas mehr’ als den Einheimischen entgegenkommt.
Nachdem ich meinen Rucksack sicher auf dem Dach des Busses verstaut weiß (& einen Sitzplatz mit meinem Knautsch-Hut gekenzeichnet habe) ...
... haste ich hinüber zu Cathrins ‘Eritrea-Bound-Bus’.
SIE (an der Bustüre stehend & nach mir Ausschau haltend) springt zu mir herunter.
UNS bleibt gerade noch Zeit für ein paar flüchtige Umarmungen & Küsse sowie den aus einem ‘billigen Courths-Mahler-Roman entliehenen Dialog:
‘Jetzt ist alles SO SCHNELL gegangen! Und wir haben nicht einmal genügend Zeit, uns richtig zu verabschieden!’ (ich) ...
‘Hm - wer weiß, vielleicht ist es gerade gut so!’ (Cathrin) ...
Sie eilt zurück in den Bus ...
... & im nächsten Augenblick biegt ‘diese Scheiß-Karre’ (MIT IHR!) auf die Landstraße hinaus. Ich spüre wie sich mein Herz zusammenkrampft ...
... & bin (augenblicklich!) der einsamste Mensch auf diesem, mir wie ausgestorben vorkommenden Planeten!
Langsam schlurfe ich zu meinem ‘Addis-Bus’, nehme meinen beinfreiheit-losen Sitzplatz ein, starre mit ziellosem Blick aus dem Fenster ... & nehme meine Umwelt (falls überhaupt!) nur noch wie durch eine Milchglas-Glocke wahr.
‘CATHRIN ...
... vom ersten Moment unserer Trennung an VERMISSE ich Dich ... schon!
Hm - & ICH habe DICH während unserer letzten, gemeinsamen 24 Stunden zu trösten & Dich davon zu überzeugen versucht, daß ALLES GUT ist, so wie es ist!
Du machst Dein Praktikum - ich meine geplante Reise - unsere Adressen sind ausgetauscht - auf UNS wartet der Sommer in Berlin und / oder Köln ...
... & NUN ???’
Falls mich heute IRGENDEIN IDIOTISCHER PASSAGIER-IDIOT fragen sollte, ‘wo ich herkomme, was ich hier mache & wie es mir GEHT ... ?’ Aber: Man scheint mir anzusehen, was (das etwas) in mir vorgeht & (Gott-sei-Dank!) ...
... man läßt mich in Ruhe!
Vom ersten Teil der heutigen Bus-Tour kann ich kaum etwas berichten. Bis zum ersten Stop gegen Mittag kriege ich aber auch REIN GAR NIX mit ...
... obwohl ich ständig zum Fenster hinausstarre! Mein einziges (nur mäßig befriedigendes) Vergnügen, ist ein ‘Non-Verbal Fight’ mit einem anderen Passagier - der, wenn ich meinen Kopf auch nur für den Bruchteil einer Sekunde zur Seite drehe, SOFORT mein Busfenster schließt ...
... worauf ICH es dann (ebenso umgehend!) wieder öffne!
Da unter Äthiopiern der unausgesprochene Grundsatz akzeptiert & von allen NATÜRLICH befolgt wird, daß ‘KEIN Busfenster NIEMALS NICHT auch nur einen winzigen Spalt geöffnet sein darf!’ (ganz gleich wie heiß & stickig es in dem Blechofen ist) ...
... kann man sich eine UNGEFÄHRE Vorstellung davon machen, welches Ausmaß an körperlichen Qualen ich ‘meinen lieben äthiopischen, mitreisenden Freunden’ heute verursache!
Ganz schön FIES - ich weiß ...
... aber wer sagt denn, daß man immer nett & fair zu sein hat !?
Da wir eine extrem lange Etappe vor uns haben, fällt die Frühstückspause heute aus. Übrigens: WIE lang die Busfahrt bis Addis tatsächlich dauern wird, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal erahnen!
Erstmalig (in Maßen) aufnahmebereit, bin ich nach 150 Buskilometern. Die dramatische Lage Dessies in & zwischen hochaufragenden Bergen (sowie über mehrere unterschiedlich hohe Plateaus sich wild-wuchernd ausbreitend) versetzt mich ‘in ein leichtes Staunen’ (immerhin!).
Lunch-Stop at High Noon! ...
... in einem kleinen Ort namens Jaraniyo:
Ich begnüge mich mit drei Gläsern Tee & einer Handvoll ‘hastig durchgezogener Zigaretten’. Meine (etwas abseits der ‘Herden-Tränke’ gewählte) Pausen-Bar macht allerdings einen nicht gerade uneingeschränkt vertrauen-erweckenden Eindruck ...
Hm - einer der männlichen Gäste informiert mich (jovial bis kumpelhaft), daß ‘SIE die Beste ist’! Unverhohlen weist er mit ausgestrecktem Arm auf eins der vier mir gegenübersitzenden Mädchen, die mich (ALLE!) mindestens genauso unverhohlen ANLÄCHELN!
Äh - wo bin ich denn HIER gelandet? NIX WIE RAUS & ...
... vorbei an einer Traube äthiopischer Jugendlicher, die sich über ‘irgendetwas’ (‘irgendwen: ... vielleicht mich?’) lauthals amüsieren ...
... IN den wartenden Bus!
Langweilige Fahrt durch nun zunehmend grüne Landschaft Richtung Süden. Gegen Drei Uhr legen wir den zweiten (& letzten) Stop des Tages, vor einer simplen Holzhütte (mitten in der ‘offenen afrikanischen Pampa’) ein: das einzig verfügbare ‘Erfrischungs’-Getränk ist Local Beer (‘just ... Nipp!’).
Anläßlich dieser Fahrtunterbrechung erfahre ich (eher so nebenbei):
... daß wir Addis Ababa heute nicht mehr erreichen können (werden),
... daß der Busfahrer die Passagiere ‘irgendwo zwischen Debre Sina & Addis’ in die Obhut eines noch demokratisch zu wählenden Hotelbesitzers entlassen wird,
... & daß es morgen Früh (natürlich um Sechs Uhr!) dann weiter nach Addis geht.
NA - SUUUPER!
Endlos langer Aufstieg hinauf nach Debre Sina. Hier, auf mehr als 3.000 Metern üNN, befindet sich die äthiopische Heimat des Lämmergeiers: Jenes intelligenten Greifs, der bekanntlich die Knochen seiner Opfer aus großer Flughöhe gezielt auf harte Gesteinsfelsen abwirft & zum Bersten bringt, um an das von ihm so geliebte Knochenmark heranzukommen.
Schließlich nimmt der Busbegleiter die angekündigte Fahrgast-Befragung vor:
Mehrheitlich beschließt man (also: die ÄthiopierInnen & ich! Muß ich erwähnen, daß ich der einzige Touri ...?) in Sheno das Nacht-Quartier zu beziehen - einem Ort, der in meinem ‘Handbook’ nicht einmal der Erwähnung für würdig befunden wird & dessen Darstellung in meiner detaillierten, SEHR guten Äthiopien-Landkarte einem Mini-Fliegen-Schiß nicht unähnlich ist ...
Spontan beschließe ich, schon in Debre Birhan den Bus zu verlassen (heute lieber KEINE EXPERIMENTE!), wo ich das in meinem Reiseführer empfohlene Hotel Helen aufsuche: gutes & preiswertes Zimmer mit HEISSER DUSCHE (im eigenen Badezimmer), die ich (nach Kaffee & ‘Draught Beer from the Tap’ in der Hotel-Bar) ... äh ... umgehend teste (also: die Dusche):
AAAAHHHH!
Später ... suche & finde ich den in Relation zur Größe des Ortes über erstaunliche Ausmaße verfügenden Busbahnhof, erfahre hier (Surprise!), daß es nur einen einzigen Bus pro Tag zur knapp 130 Kilometer entfernten Landes-Hauptstadt gibt & (Double-Surprise!) daß dieser morgen Früh um Sechs Uhr Debre Birhan verläßt!
Zufrieden unternehme ich einen ziellosen Spaziergang durch die frühabendliche, kleine Stadt in den Bergen. Aufkeimende Ansätze von Wohlbefinden werden jedoch durch lautstark mich verfolgende ‘You-You!’-Rufe (der vielhälsigen ... & sich allem Anschein nach für überaus originell haltenden Dorfjugend) atomisiert.
Bei Einbruch der Dämmerung kehre ich im einzigen, sehr UN-atmosphärisch (& kalt nicht nur wirkenden!) Restaurant der Stadt ein: Spaghetti, Koch-Gemüse, Tomaten-Salat & ... zwei große Flaschen Bier! Und statt eines Desserts lange ‘Tagebuch-Beischreib-Sitzung’ sowie ...
... noch’n Bier!
Um Halb Neun Uhr durchkreuze ich (‘un-gespieltes Desinteresse deutlich sichtbar vor mir hertragend’) die lebendige, laute & überfüllte erdgeschossige Bar des Hotels & strebe (ZIELIG!) meinem Zimmer zu: nach nur kurzer Musil-Lesung gebe ich bereits um Halb Zehn Uhr meiner übergroßen Müdigkeit (bereitwillig!) nach, lösche das Deckenlicht & ...
... versuche, kurz bevor ich dann (schnell) einschlafe, mir vorzustellen, was DU (C.) wohl gerade in Me’kele tust? Hm - vermutlich das gleiche wie ich (‘wir haben wohl beide in der vergangenen Woche ein erhebliches Schlafdefizit angehäuft ...!?’)
SCHLAF GUT, CATHRIN! ...

... ‘Up As Usual’ - sprich: um Fünf Uhr!
Nach Katzenwäsche & Packen trotte ich durch die dunklen (von vereinzelten Schreien ‘unheimlich’ angefüllten?) Straßen Debre Birhans zum Busbahnhof.
Nach erfolgreicher Organisation meines ‘Addis-Trips’ (Bus-Suche, Ticket-Kauf & Sitzplatz-Reservierung) ... begebe ich mich auf die allerdings erfolglose Suche nach einem flüssig-heißen ‘Good-Morning-And-Wake-Up-It’s-A-NEW-DAY-So-SMILE!’-Augen-Öffner. Gerade als ich einen ‘Kaltgetränke-Stützpunkt’ betrete (Cola als Kaffee-Surrogat im Visier) ...
... ruft mir ein mittelalter Äthiopier mit lauter Stimme sein originelles ‘You-You-You!’ hinterher: Ich KANN’S nicht mehr hören (& schon gar nicht auf nüchternen Magen) & ...
... IGNORIERE ihn (einfach)! Aber DARAUF hat DIE SACKRATTE nur gewartet & sie (die Sackratte: also ER!) startet einen ‘Rachefeldzug der ganz besonderen Art’:
Er führt ein IRRE-LAUTES, die gesamte Stadt aufweckendes ‘Lamento über meine Ignoranz IHM gegenüber’ auf. Und natürlich hat er auch die für ihn feststehende, weil logische Begründung für dieses, mein so abscheuliches Verhalten parat ...
... nämlich MEINE ABGRUND-TIEFE ABNEIGUNG gegen ‘Schwarze im Allgemeinen & Äthiopier im Speziellen!’
Ich trinke (in Ruhe) meine Cola aus & ... habe eigentlich nicht vor zu reagieren. Er aber läßt nicht locker & steigert noch seine peinlichen Anwürfe. Schließlich wird’s mir zu bunt: Ich TRETE ...
... nein! HERAUS auf die Straße & erkläre ihm (sowie der bedrohlich anwachsenden Zahl seiner Zuhörer!), ‘daß ICH mit jedem rede, Äthiopien dufte finde & keinerlei Probleme mit Schwarzen habe! DASS ich allerdings (schlicht & ergreifend) keine Leute mag, die mich ANBRÜLLEN - egal ob diese Menschen eine schwarze, weiße, gelbe oder welche Hautfarbe auch immer haben !!!’
Dieses, mein mit flammender Begeisterung vorgetragenes Anti-Apartheits-Bekenntnis erzielt NATÜRLICH die erwartete Wirkung ...
... nämlich NICHT DIE GERINGSTE!
Der IDIOT brüllt weiter! Ich versichere mich durch bewußt gesuchten Augenkontakt der Sympathie & des Einverständnisses unserer mittlerweile feixenden Zuhörerschaft & beeile mich, meinen Platz im ‘Addis-Bus’ einzunehmen.
FUCKIN’ FUCK !!!
Eine Sitzreihe vor mir macht ein junges, äthiopisches Mädchen jedem der zahlreichen Nachfrager knapp & unmißverständlich klar, daß die beiden durch sie belegten Sitzplätze reserviert sind ...
... bis zwei Minuten vor Abfahrt des Busses ein arrogant wirkender, junger Schnösel (mit eisen-beschlagenem Aktenköfferchen) erscheint, sie ausbezahlt (& dabei herablassender behandelt, als er es sich vermutlich bei seiner Dienstmagd trauen würde) & sich inmitten der ihn um-stehenden ‘Zu-Spät-Gekommenen’ (naja - wohl eher: ‘Zu-Arm-Geborenen’) Passagiere GENÜSSLICH AUSBREITET:
‘Strange, but BEAUTIFUL (?) Ethiopia!’
Um Halb Acht Uhr läßt unser Bus das Bahnhofsgelände hinter sich. Bis Addis Ababa sind’s etwa drei Fahrtstunden. Die für äthiopische Verhältnisse exzellente, asphaltierte Straße führt (stetig leicht abschüssig) durch intensivst genutztes Ackerland über eine Hochebene, die von einer schier endlosen Reihe hoher & jederzeit sichtbarer Berge begrenzt wird. Schließlich nimmt die Besiedlungsdichte deutlich zu.
Der Bus quält sich einen letzten, hohen Hügel hinauf. Wir passieren ein weitläufiges ‘Recreation- & Childrens-Playground’-Terrain (das ‘zum Nutzen & zur Erbauung der finanzkräftigeren, äthiopischen Bevölkerungsschichten hier in üppigstes Grün gepflanzt wurde’). Und nachdem wir den Hügel-Kamm ‘überfahren’ haben, breitet sich (tief unter uns) die Zwei-Millionen-Metropole aus ...
... in einem vermeintlichen Talkessel, der aber in Wirklichkeit ein von Bergen überragtes Hoch-Plateau ist: Addis Ababa ist (auf 2.500 Höhenmetern üNN) immerhin die dritt-höchst-gelegene Kapitale der Welt!
Endloses Gekurve durch die (& ungezählte Stops in den ...) Vororte & äußeren Randbezirke der äthiopischen Hauptstadt. Spätestens mit Erreichen des Zentralen Überland-Bus-Terminals (IRGENDWO im Nordwesten von Addis!?) ...
... habe ich die Orientierung VÖLLIG verloren (trotz des guten Stadtplans in meinem Reiseführer).
Erstmal (rauchend) verschnaufen: SOVIEL ZEIT MUSS SEIN!
Die im Anschluß daran (SEHR viel später!) befragten DREI äthiopischen Passanten weisen mir FÜNF unterschiedliche Richtungen zur anvisierten, zentralen Churchill Avenue. Hm - un wat NU?
Kurz entschlossen lasse ich mich von den umstehenden Taxifahrern willig in ‘Dienstleistungsvertrags-Anbahnungs-Verhandlungen’ verwickeln ...
... & bestimme (scheinheiligst!) anhand meines Stadtplans sowie unter tatkräftiger Ausnutzung der Ortskenntnis der vollzählig versammelten, kompletten Taxifahrer-Gilde Addis Ababas meinen momentanen Stand- (... & den gewünscht-finalen Hotel-Ziel-) Ort.
Erschwert wird diese Aufgabe allerdings durch den Umstand, daß kein Mensch die in meinem Reiseführer verwendeten Straßennamen zu kennen scheint. UND ...
... Straßenschilder sucht man in Addis Ababa SOWIESO vergeblich (wie ich noch feststellen zu dürfen ... äh ... die Freude haben werde).
Wo war ich? Ach - ja !?
Nachdem ich mir alle benötigten Infos erschlichen habe, quält mich (plötzlich: denn doch!) mein schlechtes Gewissen: Ich handle daher (dankbar!) den hilfsbereitesten Taxifahrer von den geforderten 25 Birr für die Fahrt zum Hotel auf korrekte (wie mir der mir entgegengestreckte, erhobene ‘Okay!’-Daumen seines schadenfrohen Kollegen signalisiert) 15 Birr herunter ... & wuchte meinen Rucksack (& mich!) in das verbeulte & verrostete, uralte Fiat-Taxi.
Bereits in der ersten, mit nur mäßigem Tempo genommenen Straßenkurve fliegt erstmal die Beifahrertüre auf. Mit einem mir lächelnd zugeworfenen, knappen ‘Ischi - Ischi!’ (dem amharischen Ausruf für ‘Kein Problem!’), versucht mich mein Fahrer zwar zu beruhigen - aber: naja ...!?
Nach einer viertelstündigen Verwirr-Fahrt (Rache für ‘meine knallharte Verhandlungs-Strategie?’), behauptet er gleichermaßen plötz- wie offensichtlich fälschlich, ‘daß wir nun da sind!’ Ein englisch-sprachiger Passant bestätigt mir zwar, daß es noch ein langer Fußmarsch bis zur Asmara Road ist ...
... der Taxifahrer-Schwindler aber behauptet steif & fest am vorher ausgemachten Zielort angekommen zu sein & verlangt für die Weiterfahrt (‘Ah, Yes! Asmara Road! Me know!’) weitere zehn Birr!
Aber NICHT MIT MIR!
Ich steige aus, betrachte ausgiebig das Heck der Taxi-Rostlaube (tue so, als würde ich mir das Auto-Kennzeichen einprägen), winke einen vorbeifahrenden Minibus zum Stehen (der nette Passant erklärt mir noch, daß dieser Bus EXAKT in meine gewünschte Richtung fährt) ...
... & zehn Minuten später lande ich (nach Zahlung von NUR zwei Birr für die Busfahrt) unmittelbar vor dem mir von Cathrin empfohlenen Hotel Debre Damo:
Wo ichi (äh ... ‘ischi!’) in einer ruhigen, blütig-grünen Anlage ein sehr geräumiges, sauberes Zimmer (mit einem bequemen ‘King-Size’-Bett & ‘Hot-Shower-Outside’) erhalte.
Und DANN? Ja - DANN ...
... gönne ich mir das oppulenteste Mittags-Frühstück meiner gesamten bisherigen Afrika-Reise: Eine Riesenportion knusprig gebratene, stark gewürzte Rinder-’Tibs’ (mit ‘unter-gemengten äthiopischen Pommes’ & viel Brot) sowie eine Karaffe Orangensaft & KAFFEE SATT!
Übrigens nehme ich die Mahlzeit in einem einschüchternden, mich in die früheste äthiopische Kaiser-Epoche zurückversetzenden ‘Ritter’-Saal (im ersten Obergeschoß des Hotels) ein:
... klobige ‘Throne’ aus massivem Holz (mit mannshohen, kunstvoll verziert-gedrechselten Rückenlehnen) versperren jeglichen Ausblick,
... der vollkommen zugestellte, überladene Raum beherbergt zudem ein skurriles Sammelsurium aus Skulpturen, Vitrinen, knatsch-bunten Giga-Vasen & dschungel-artigen Mega-Schling-Topfpflanzen (sowie an die Wände gehefteten Fanfaren & Bannern).
Bis auf die (schmerzlich vermißte!) Ritterrüstung ist eigentlich ALLES vorhanden, was ein seriöser Innenarchitekt ohne Zögern SO-FORT aus dem Raum entfernen & im offenen Innenhof rückstandslos verbrennen lassen würde!
LEIDER ... überschreite ich beim Verzehr meines ‘kleinen äthiopischen Snacks’ den (zwischenzeitlich zwar erreichten, aber ach-so-schmalen) Grad höchster körperlicher Glückseligkeit ...
... & SO könnte ich nach Beendigung der kompletten Mahlzeit ‘eijentlich wieder im Bett jehen - ich Jier-Hals, ich!’
Obwohl: wieso ‘könnte’ ...
... & warum (eigentlich) ‘eijentlich’?
Da die Banken NUN, um die Mittagszeit eh geschlossen sind, horche ich (testweise) eine Stunde an der Matratze meines großen & bequemen Doppel-Bettes.
Um Zwei Uhr fühle ich mich hinreichend ausgeruht - sodaß ich (meinem ARG überdehnten Magen wieder trauend ...) mir zutraue, die heimelige Hotelanlage verlassen zu können.
Ich schlendere die endlos-lange Asmara Road Richtung Westen - sprich: Richtung Stadtzentrum, entlang (vorbei am großen Naturstein-Amphi-Theater, in dem zu Mengistus Zeiten die hinlänglich bekannten & immergleichen kommunistisch-militaristischen Aufmärsche zelebriert wurden). Hinter der Stefanos-Kirche biege ich in die Menelik-II-Avenue ein, folge dieser bis zum in eine paradiesisch-unwirkliche Grünanlage eingebetteten Hilton Hotel (das von einem in nur Steinwurf-Entfernung befindlichen Blechhütten-Slum gänsehaut-erzeugend konterkariert wird: WÜRG!) & durchquere eine namenlose Parkanlage (westlich der Menelik-II-Avenue), an deren sehr fernem Ende ich eher zufällig den südlichen Beginn der Churchill Avenue entdecke.
Ich suche den mir nächstgelegenen (& wie ‘der Regierungspalast schlechthin’ aussehenden) Banken-Palast auf & ‘verflüssige’ einen Travellerscheck - während mir von der gegenüberliegenden Straßenseite die unübersehbare Leuchtreklame der City-Branch of Ethiopian Airlines förmlich ‘mitten ins Gesicht SPRINGT’ & ...
Ach so, ja: CATHRIN - ich vergaß zu erwähnen:
Ich habe eine ernsthafte Unterredung mit meinem Chef geführt & der hat mir (nach langem Zögern & Zaudern zwar, aber) schließlich DOCH unbegrenzten & unbezahlten Urlaub gewährt!
IST DAS NICHT TOLL?
Äh ... von meinem Chef?
Also: FALLS Du es bis Samstag nach Asmara schaffst (am liebsten ins Legese Hotel: ‘Remember?’), dann würde ich mich freuen, mit DIR auf DEINEN Geburtstag mit-was-auch-immer anzustoßen (obwohl der ja eigentlich ausfällt, gell? 29. Februar! Hm - so ein Pech!) ...
Wo war ich?
... ‘mitten ins Gesicht SPRINGT’ & ...
Ebenda checke ich umfassend ALLE mich zurzeit interessierenden Flugverbindungen:
von Addis nach Asmara - von dort zurück nach Addis - sowie weiter nach Entebbe / Uganda oder Nairobi / Kenya.
Die mir erteilten Auskünfte versetzen mich nicht gerade in einen spontanen Freudentaumel! Ich beschließe daher, die Angebote zu überschlafen & verschiebe eine endgültige Entscheidung (& Buchung ...?) auf morgen!
Nächster Programmpunkt meiner Orga-Tour: Ich folge der Churchill Avenue über deren südliches Ende hinaus, bis ich vor dem hochaufragenden, offensichtlich frisch-renovierten klassizistischen Hauptbahnhof Addis Ababas stehe. Das riesige Gebäude wirkt wie ausgestorben ...
... die mir erteilten Auskünfte zur Zugverbindung nach Awash (200 Kilometer östlich von Addis nahe dem gleichnamigen National-Park) sind ähnlich trostlos:
- An Awash (von Addis kommend) kurz nach Mitternacht,
- Rückfahrt (nach Addis) Ab Awash um Zwei Uhr morgens.
Hm - NOCH bin ich im Zweifel, ob ich mir das wirklich antun MUSS !?
‘A Ver!’ Oder besser: ‘On Verra!’ ...
... denn im Gebäude der Djibouti-Ethiopia-Railway-Company spricht man nur Französisch. Was mir die Möglichkeit eines ersten, ‘spontanen Sprach-Tests für Madagascar’ bietet - den ich (wenn überhaupt, dann höchstens) knapp bestehe!
Ein letzter, langer Fußmarsch führt mich (in östlicher Richtung der Asmara Road folgend) zur eritreischen Botschaft: Diese ist zwar schon geschlossen - ein netter Botschafts-Angestellter aber erteilt mir die Auskunft, daß ich hier, morgen zwischen 9 und 11 Uhr (gegen Zahlung von 30 US-Dollar) problemlos mein zweites Eritrea-Visum erhalten werde.
Nach Erhalt dieser GUTEN Nachricht besteige ich einen Minibus & lasse mich zum Debre Damo Hotel chauffieren.
Tja - & DAS WAR’S ...
... eigentlich schon!
Ich besorge mir ein paar (antialkoholische) Kaltgetränke für den Abend, schreibe Tagebuch & treibe meine Lektüre des ‘Mann ohne Eigenschaften’ ein gutes Stück voran.
Nach Neun Uhr lausche ich noch (ziemlich genau 100 Schafsprünge lang) der friedvollen STILLE, die mich hier, so nah an der hektischen & lauten ‘Zwei-Millionen-Metropole’ doch ziemlich unerwartet TRIFFT ...
... & schlafe dann, mit einem zufriedenen Lächeln zwar, aber doch auch einem letzten, sehnsüchtigen Gedanken (der durch das weit geöffnete Fenster Richtung Nord-Äthiopien entschwindet: ‘Es tut ein bißchen weh!’) ...
... äh - ja: EIN! ...

... Zwar schlafe ich heute aus - trotzdem aber bin ich sehr früh wach!
Schon um Halb Sieben Uhr begebe ich mich in den atmosphärischen Innenhof-Pavillon des Hotels, lasse mich zum ‘Full Breakfast’ nieder & plane meinen Tag:
Heute steht sowohl Organisatorisches als auch Sight-Seeing auf dem Programm!
Vorm Hotel besteige einen Minibus (Asmara Road: Richtung Zentrum ... wie gehabt) & lasse mich zur eritreischen Botschaft chauffieren: wo man mir zwar das gewünschte neue Visum verkauft ...
... da ich meinen Reisepass aber erst morgen Nachmittag (nach Drei Uhr!) abholen darf, erübrigt sich die weitere Konkretisierung meiner VAGE angestellten Überlegungen, während der verbleibenden Tage bis zu meinem zweiten ‘Anflug auf Asmara’, einen Trip in die nähere Natur-Umgebung von Addis zu unternehmen.
Tja  - heute Morgen versuchte mir ein Angestellter des hoteleigenen Tour-Büros einen Allrad-Jeep (mit Fahrer) für einen Zwei-Tages-Ausflug zum Awash National Park aufzuschwatzen & ...
... ‘Wollie! Ich schäme mich nicht einzugestehen, daß ich darüber NACHGEDACHT habe’! (wenn auch nur kurz) ...
Auf zur Churchill Avenue & in die dortige Zweigstelle von Ethiopian Airlines: für den schon gestern reservierten ‘Ein-Uhr-Samstagmittag’-Flug von Addis nach Asmara bin ich über Nacht von der Warteliste in den Flieger gerutscht. Ich kaufe das Ticket & fixiere den Rückflug nach Addis auf Samstag den 14. März (wobei ich diesen Termin vor Ort aber noch problemlos verschieben kann - hm, je nachdem, wie meine ‘Eritrean Mission: Chercher La Femme!’ ausgeht). Den Weiterflug von Addis Richtung Süden (nach Entebbe oder Nairobi) lasse ich vorerst noch offen:
‘Time Will Tell!’
Als ich die während des Frühstücks verfaßten Postkarten bei der Hauptpost abgeben will, werde ich dort von schwerbewaffneten Sicherheitskräften peinlichst ‘gefilzt’. Mein Foto-Rucksack muß (wie bereits gestern beim Betreten der Commercial Bank of Ethiopia erlebt) natürlich wieder draußen beim ‘Security-Service’ bleiben ...
... vermutlich befürchtet man, daß ich nationale Briefmarken fotografiere, vervielfältige, dann den hiesigen Briefmarkenmarkt mit ‘Blüten’ überschwemme & organisiert-kriminell unterwandere ... !?
Hm - DIE SPINNEN ...
... DIE ‘ETHIOS’!
Überhaupt ‘Fotografieren’: Insgesamt 2 (in Worten: zwei!) Aufnahmen traue ich mich heute zu schießen - die letzte vor dem ‘revolutionären Revolutions-Denkmal am Abiot (Revolutions-) Platz’, welches an die 74-er-Revolution Mengistus & seines revolutionären Dergue-Regimes erinnert ...
In dem Moment, da ich meine Kamera (nach erfolgtem, erfolgreichen Shot) wieder senke, machen mich zwei Uniformierte ziemlich rüde an & brüllen mir ein keinen Zweifel zulassendes ‘Photos Not Allowed!’ zu. Ich befürchte schon, daß ich meine Kamera öffnen & ihnen den Film aushändigen muß. Scheinbar ist ihnen aber entgangen, daß ich den Auslöser bereits gedrückt hatte.
Schweigend (nur ab & zu mit dem Kopf nickend) lasse ich die Belehrungen der ‘immer-noch-revolutionären Staats-Wächter’ über mich ergehen ...
... nach meiner ‘Entlassung’ ist mir allerdings genausowenig wie vorher klar:
WO, WAS & WARUM ich nicht fotografieren darf !?
Meine restlichen (drei oder vier) ‘Schieß-Übungen’ werden allesamt von hastig sowie lautstark herbeispringenden Soldaten vereitelt! Schließlich unterlasse ich (gefrustet!) jeden weiteren öffentlichen Fotografier-Versuch, beschränke mich aufs ‘Schlendern & Schauen’ ... & benutze im folgenden nur noch ‘die unsichtbare VERSTECKTE KAMERA in meinem Kopf’!
Am nördlichen Ende der Churchill Avenue quatschen mich zwei ordentlich gekleidete & wie ordentliche Studenten sich gebende junge Äthiopier an, die ein ‘Windows-3.1-Handbook’ wie ein geheimnisvolles Erkennungszeichen vor sich hertragen:
Talkin’ While Walkin’!
Obwohl die beiden sich wirklich Mühe geben, bleibt mir nicht verborgen, daß unsere Unterhaltung nur der Vorbereitung ‘DER entscheidenden Frage’ dient ...
... die dann auch nicht lange auf sich warten läßt:
‘Do you like to Smoke some SPECIAL Ethiopian Cigarettes?’
Hm - ich bin recht gut drauf (lookin’ for some adventurous Fun?) & antworte:
‘Sure’! ... setze allerdings hinzu, daß ich im mir fremden Ausland immer sehr vorsichtig sei & daher nur in meinem Hotelzimmer kaufen würde.
‘Ischi-Ischi!’ Wir lachen (‘irgendwie’ wissend) ... & verabreden uns für nachmittags in meinem Zimmer. Aber (um es vorwegzunehmen):
Meine Ganja-Dealer versetzen mich (heute!).
Ich drehe eine große Schleife durch die ärmlichen, nord-östlichen Quartiere von Addis Ababa: einfache Holz- & Wellblechhütten - spielende Kleinkinder & Haustiere auf den in Müll erstickenden, asphaltlosen Gassen - ein buntes zwar, vornehmlich aber schmutziges Chaos (& den bekannten Bildern von afrikanischen Großstadt-Slums voll entsprechend).
Urplötzlich aber ändert sich das Stadtbild dramatisch: nahe des Parliament Square schwenke ich in das Regierungsviertel ein, das sich in einer gepflegten, park-ähnlichen Grünanlage befindet & eine stattliche Anzahl gutbewachter (!) & imposanter Gebäude beherbergt ...
... wie das stadtschloß-ähnliche Parlamentsgebäude sowie die modernistische Congress Hall (wo übrigens mein für heute letzter ‘Dokumentations-Versuch’ kläglich scheitert). Eher zufällig lande ich kurze Zeit später auf der Prunk-Allee Addis Ababas: der Menelik-II-Avenue.
Das monumentale Mausoleum für den Namensgeber der Allee (bis zu seinem Tod im Jahre 1913 äthiopischer Kaiser & bis in unsere Tage als ‘Vereiniger Äthiopiens’ verehrt) ist natürlich großräumig & mittels hohem militärischem Aufwand abgesperrt (ja - selbst ein russischer Panzer patroulliert drohend neben der schweren, eisernen Eingangspforte). Der Zutritt ins Innere der Ruhe- & Gedenkstätte ist wegen Renovierungsarbeiten zur Zeit nicht gestattet. Und das Fotografieren ‘vor, neben & um die Anlage herum ist NATÜRLICH ...’
Hm - ich spiele mit dem Gedanken, wenigstens EINS der allgegenwärtigen ‘No-Photos-Allowed’-Hinweisschilder abzulichten. Aber selbst DAS erscheint mir in Anwesenheit der ‘bis an die Zähne bewaffneten Uniformträger-Myriaden’ zu gefährlich (von wegen Provokation?) ...
SHIT!
Mittelschwer gefrustet ...
... flüchte ich mich ins Hilton International Addis Ababa (das mir nach einem intensiven ‘Security-Check’ immerhin offensteht): Inhalieren der menschen- (& ‘das wahre Afrika’) verachtenden KOTZ-WÜRG-SHIT-BUSINESS-Atmo ...
... sowie Inkorporieren eines dünnen (amerikanischen!?) Kaffees - der übrigens exakt das gleiche kostet, wie ein komplettes Diner (inklusive Bier!) in meinem, nicht unbedingt als ‘Bloody Cheap’ zu bezeichnenden Hotel.
‘Hm - du Hilton, Du! SO ...
... wirst Du wohl nie MEIN HOTEL!’
Übrigens: Ja! Ich bin ganz entschieden der Meinung, daß man sich auch SO ETWAS (unbedingt!) antun sollte ... & sei es auch nur, um nachher zu wissen, worüber es wert ist, SICH AUFZUREGEN!
Oder auch nicht ...
Vorbei an der Africa Hall (dem Sitz der UN-Wirtschaftskommission für Afrika) lasse ich mich hügelabwärts zur Stefanos Kirche treiben (aus deren Neben-Portalen die orthodoxen Gläubigen ‘schock’-weise herausquillen). Nach einem ‘normal-teuren’ Kaffee (in einem nahen Café) springe ich in den nächsten Minibus & lasse mich zurück zum Hotel kutschieren ...
... wo ich den Rest des Nachmittags mit Relaxen, Studium meiner Kenya-Reise-Infos, Rauchen, Tagebuch sowie Reiselektüre verbringe.
Erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit treibt’s mich nochmal auf die Straße & ich teste einen nahen Pub, in dem ich bei ‘Draught-Beer’ meine Reiseführer-Lektüre fortsetze. BIS ...
... um Punkt Sieben Uhr auf der Großbild-Mattscheibe die (unverwechselbaren!?) Trikots der Fußball-Mannschaften aus Südafrika & der RD Congo erscheinen.
ZWAR ... hätte ich SCHON Lust, mir das erste Halbfinale des African-Nations-Cup anzuschauen - nicht aber in diesem ‘doch ziemlich ätzenden Touri-Poops-Ambiente’ - also: ZAHLEN!
Entlang der stark befahrenen, jedoch kaum beleuchteten (& daher dubios bis leicht gefährlichen: mittlerweile hat sich die stockfinstere Nacht über Addis gelegt!) Asmara Road, taste ich mich zurück ins Debre Damo ...
... vor dessen ‘Open-Air-Pavillon’-Fernseher sich alle Gäste des Hotels versammelt haben. Die Stimmung in der (fast: bis auf zwei Ausnahmen) rein afrikanischen Fernsehrunde ist ähnlich gut wie das SEHR gute Spiel!
Ich lasse mich bereitwillig über den aktuellen Stand des Turniers aufklären (durch mein Beisammensein mit Cathrin sowie verstärkte Reise-Aktivitäten habe ich in der letzten Woche ETWAS den Überblick verloren), bestelle bei der überaus netten äthiopischen Kellnerin (wie immer im ‘kleinen Schwarzen’) ein Bier ...
... & schaue mir das überaus kurzweilige & interessante Match bis zum Beginn der Verlängerung an (Spielstand nach Abschluß der regulären Spielzeit 1:1).
DANN jedoch treibt mich ... äh ... ‘meine pralle Blase zum Abort’ & ... äh ... währenddessen einsetzende Unlust ... äh ... final (für heute) in mein Zimmer, wo ich jedoch trotz sehr langer ‘Musil-Lesung’ einfach nicht müde werden WILL !?
Böse (& unerklärliche) Einschlaf-Probleme ...
... ‘but finally: Somewhen VERY Long Past Midnight!’
Übrigens: Das zweite Halbfinale bestreiten Ägypten & der Gastgeber des Turniers Burkina Faso ... äh ... falls das IRGENDWEN ... !?
Naja ...

... Spät wach & noch später AUF!
Frühstück (MUCH Coffee!) im Hotelgarten sowie (ebenda) Studium der Kenya-Infos in meinem ‘Handbook’. Schließlich überquere ich die Asmara Road (mal ‘gerade so’ - obwohl: immerhin!) & mach’s mir in einem nahen Open-Air-Café gemütlich:
Langer Tagebuch-Eintrag ... bei Kaffee & frischgepreßtem Orangensaft.
Um Ein Uhr schlendere ich zurück ins Hotel & warte in meinem Zimmer auf das verabredete Klopfzeichen meines ... äh ... NEUEN (!) Dealers. Pünktlich (& doch ‘irgendwie unerwartet’) taucht dieser kurze Zeit später auf, händigt mir mit verschwörerischer Geste den ersten Tester-Joint aus (Schnupper - Drück - Fühl! Hm - verdammt professioneller Eindruck, den ich da vermittele!) & verspricht mir DEN GROSSEN GANJA-BALLEN für heute Abend!
‘Punkt Sechs Uhr - okay?’
‘Ischi-Ischi!’
Anschließend nehme ich einen Minibus zur eritreischen Botschaft, wo man mir meinen Pass (inklusive Visum) überreicht. Das Visum muß ich bei Ethiopian Airlines vorlegen & erhalte daraufhin die endgültige Bestätigung meines Fluges:
ALSO, CATHRIN!
... Samstag Mittag fliege ich (zu Dir) nach ASMARA!
Hoffentlich finde ich Dich nicht nur, sondern ... äh ... freust Du Dich auch (wenigstens ein wenig) ... !?
Trotz meiner gestrigen, miesen Erfahrungen starte ich schließlich einen weiteren Versuch ‘Foto-Safari durch Addis’ ...
... die ich (gerade mal) vor dem kolonialen Bahnhofsgebäude BEGONNEN habe, als mich prompt ein kleiner (aber nicht ganz ungefährlicher) Zwischenfall ereilt:
Zwei Jugendliche werden auf mich (den Touri ... & damit ein potentielles Opfer?) aufmerksam. Sie zetteln daraufhin untereinander einen (fingierten!) Streit an, in dessen ‘ausgefallen choreografiertem Verlauf’ sie mir sehr nahe kommen, wie unbeabsichtigt nach mir grabschen & sich an mir festzuhalten versuchen!
Aber: NICHT MIT MIR !!!
(schließlich war ich in Südamerika & kenne ALLE Diebestricks!).
Rücksichtslos remple ich zurück & halte mir so (blaue Flecke verteilend) die beiden vom Hals! Gleichzeitig nehme ich die ‘prä-natale Embryo-Stellung’ ein & vergrabe mit eisenhartem Ringergriff meinen Rucksack (wie auch ‘alle sonstigen lebenswichtigen Organe’) in meiner bauchseitigen Körperbeuge.
Zwei Passanten bestätigen mir durch zugeraunte ‘Thieves-Thieves!’-Rufe, daß ich keineswegs überreagiert, sondern einzig richtig gehandelt habe ...
Gott-sei-Dank: Ich & meine ausgewachsene Lateinamerika-Phobie!
Noch einmal glimpflich davongekommen, mache ich mich anschließend auf, die Seiten- & Nebenstraßen der Churchill Avenue zu erkunden ...
... & HIER (in unmittelbarer Nähe zu Addis Ababas ‘Pracht-&-Vorzeige-Meile’) schlägt mir ein ELEND entgegen, das sich mir in vergleichbarem Ausmaß bislang nur in den großen Metropolen Indiens gezeigt hat:
- an den Straßenrändern reiht sich eine provisorische Obdachlosen-Unterkunft an die nächste,
- über groben Holz- oder Pappmaché-Unterlagen flattern (als unzureichender Regenschutz) dünne Plastikplanen in der leichten Stadt-Brise, die an den Rändern mit Steinen oder Felsbrocken beschwert sind (& ... das ist es denn auch schon!),
- die Bewohner dieser Slum-Schlafstätten scheinen allesamt krank (wobei das mindeste eine deutlich erkennbare, chronische Unterernährung ist),
- ich sehe schlimmste Hautausschläge & infektiöse Augenkrankheiten, offene & eitrige Wunden an allen, nackt & mitleid-erregend (beabsichtigt?) mir entgegen gereckten Körper-Partien sowie zahlreiche Menschen jeden Alters mit Verstümmelungen an den Gliedmaßen (hauptsächlich fehlende Beine oder Unterschenkel).
Es fällt mir nicht leicht, ‘durch dieses Schreckenskabinett zu SCHLENDERN’. Immer wieder registriere ich, daß sich mein Blick reflexartig abwendet. Die sich mir bietenden Eindrücke (MENSCHEN! Wie ich mir bei den ‘extremsten Elendsgestalten’ manchmal bewußt ins Gedächtnis zurückrufen MUSS) lassen mich nicht gleichgültig & doch: ist es nicht nur IGNORANT & FEIGE & EINFACH ...
... sondern auch VERSTÄNDLICH (?!), daß ich mich auf der Churchill Avenue erheblich wohler fühle ???
Es gibt einfach eine Dimension von Elend, bei der es VERDAMMT SCHWER fällt hinzuschauen! Und ich bewundere ALLE, die das nicht nur KÖNNEN ... sondern darüberhinaus auch noch fähig sind, diesen Menschen AKTIV ZU HELFEN!
Hm - wie vergleichsweise LEICHT ertrage ich da doch ...
... die bekannte & permanente Anmache: ‘Hi, My Friend! What’s Your Name? Where You Go? How Are You?’ (manchmal möchte ich SCHON antworten ‘Who The Fuck Cares?’ - aber eine solche Reaktion KANN nur mißverstanden werden & schon bin ich wieder der arrogante Gringo, der etwas gegen ‘Black People’ hat!),
... oder die Legionen zur Überredung wild entschlossener, keinem Gegenargument zugänglicher Souvenir-Verkäufer (aber jetzt mal ehrlich: Was soll ICH mit einem 36-teiligen Kaffee-Service ... auf Reisen? Hm - auch wenn es NOCH so schön & BILLIG ist!).
FLUCHT !!! ... & Schnitt!
Kaffee sowie Cold Drinks auf der Terrasse eines Eiscafés an der Piazza (dem Geschäftsviertel im Norden des Stadtzentrums), wo ich meinen Gedanken nachhänge, bis mir plötzlich bewußt wird, daß ich heute ja noch eine Verabredung habe!
Es ist Halb Sechs Uhr & ...
... ‘Just-In-Time’ schaffe ich den Rückweg zum Debre Damo, vor dem mich ‘Mein Dealer’ schon ungeduldig erwartet.
Nach einem fünfminütigen Fußmarsch erreichen wir eine einfache Hüttensiedlung hinter einer einsamen Müllkippe. Hier, in seinem ‘Private Home’ (einem kleinen, ein-raumigen Lehmhaus) soll unser ‘Geschäft’ vollzogen werden ...
... während seine beiden Schwestern, sein jüngerer Bruder & die steinalte Mutter (im Bett liegend & uns SEHR mißbilligend, aber stumm beobachtend) das kleine Zimmer überbevölkern.
Er unternimmt einen letzten Versuch, den Preis gegen unsere klare Abmachung hochzutreiben - was aber vermutlich schlicht ‘ein fester Bestandteil des üblichen Verkaufs-Rituals’ ist. Denn: kaum, daß ich mein ‘Fortgehen’ auch nur EINMAL (allerdings überzeugend!) angedeutet habe ...
... gibt er umgehend auf ...
... & NACH (& ich bin stolzer Besitzer eines frisch-grün-duftenden, tennisball-großen Marihuana-Ballens).
BACK TO MY HOTEL-ROOM & ...
Nein! NOCH nicht!
Als Appetitanreger gönne ich mir eine relaxte Lese-Stunde. DANN aber wird es Zeit für ‘etwas Warmes’ & ...
Nein! IMMER noch nicht (‘etwas Warmes’ - nicht: ‘etwas Brennendes’) ...
Im Garten-Restaurant des Debre Damo spendiere ich mir eine Mega-Portion der bekannt-vorzüglichen Rinder-’Tibs’, die ich mit zwei großen Bieren herunterspüle. Eine kleine Kanonenkugel vor mir hertragend, begebe ich mich anschließend in mein Zimmer & mach’s mir auf meinem Bett bequem!
Tja - & DANN ...
JA! DANN ...
... rolle ich mir einen dicken, prallen Tester-Joint (allerdings nur ‘Halb & Halb’: erstmal vorsichtig beginnen!).
Zwar spüre ich zunächst nichts - mit halbstündiger Zeitverzögerung aber (& damit exakt wie anno dazumal in Nepal) schlägt mir ‘der äthiopische GROSS-HAMMER’ mitten hinein in die ‘Kiffer-Anhang-Drüse meines mitteleuropäischen Kleinhirns’!
KRAWUMM ...
... & (nachhaltiges) PLONNNNG!
Meine augenblicklich einsetzende ‘Bewußtseinserweiterung’ ist um einiges intensiver als anläßlich meines letzten ‘Smoke-Gets-In-My-Brains’-Abends (mit Dir, Cathrin! ... in Lalibela). Vornehmlich die akkustischen ‘Hallus’ sind VERDAMMT REAL ...
... & mehrfach vernehme ich deutliche Klopfzeichen an der Zimmertüre !?
Hm - mal sehen! FALLS ...
... ich (Kraut, ich!) das Kraut durch den äthiopisch-eritreischen Zoll schmuggeln kann & NICHT im ‘zentralen Drogen-Knast von Asmara’ lande, dann ...
... ja - DANN bin ich ja mal gespannt, ob DU, Cathrin (nach Neueröffnung unseres ‘Private Coffee-Shops’), auch dieses Mal ‘behaupten’ wirst:
ICH SPÜR NIX! ...

... Wiederum werde ich früh (& doch bin ich ‘ausgeschlafen’) wach.
Da ich schon beim bloßen Gedanken an die quälende Entscheidung zwischen den (verschiedenen?) ‘Eggs-Or-Eggs’-Frühstücksvarianten im Debre Damo eine Hühnerhaut kriege ...
... marschiere ich zum nahen ‘Holiday (ohne Inn) Hotel’ & mache mich im dortigen Garten-Café über eine Riesenportion Cornflakes (mit viel heißer Milch) her:
S’ Wonderful - ‘t’s Marvellous!
Bestens konditioniert lasse ich mich von einem Minibus die ätzend-lange & öde Strecke zur St. Stefanos-Kirche chauffieren (meinem Ausgangspunkt für einen langen Marsch in den Norden des Addis-Ababa-Stadtzentrums):
Heute schieße ich DIE Fotos, die ich während der letzten drei Tage zwar immer schon schießen wollte - mich aber bislang nicht traute (äh ... zu schießen) ...
Trotz Schwierigkeiten mit einigen selbsternannten ‘Privat-Polizisten’ (‘No Photos Allowed!’ - ‘So What?’) bin ich mit meiner Ausbeute recht zufrieden:
Stefanos-Kirche - Africa Hall - ‘Down-to-Downtown’-Panoramen (vom Menelik-II-Hill aus) - die Trinity-Kathedrale in einer ruhig-atmosphärischen Parkanlage (obwohl: auch dieses Foto ist extrem schwierig, da mir ständig ein ‘Aufpasser-Luchs’ an meinen Fersen klebt) - Atmo-Schüsse von ‘Sky-Crapers & Slums’ sowie vom chaotisch-hektischen Geschäftsleben & Straßenverkehr auf der Adwa Avenue ...
Ich bestätige mir (ungefragt), daß ich die folgende, ausgedehnte Mittagspause in einem Terrassen-Restaurant an der Piazza redlich verdient habe:
Einige (!) Tassen Kaffee sowie Spaghetti Bolognese ...
... letztere wie immer (& überall) in Äthiopien KALT!
Was nebenbei bemerkt erklärt, warum jede Bestellung in einem ‘äthiopischen Pasta-Restaurant’ eine scheinbar unverhältnismäßig lange Zeit in Anspruch nimmt (aber nur ‘scheinbar’: naja - es dauert halt seine Zeit, bis die glühend-heißen Spaghetti hinreichend abgekühlt sind - woll !?).
Währenddessen führe ich mit drei mittel-alten, allem Anschein nach gut-situierten Äthiopiern eine lange Diskussion über ‘Leaded & Unleaded Fuel’ ...
(‘Wollie! Du wärst stolz auf mich gewesen ...!’).
Da die Mittagssonne zwischenzeitlich den höchstmöglichen Punkt am strahlend-blauen Firmament erklommen hat (es ist Zwei Uhr mittags & ... AFFEN-HEISS!), fahre ich zurück ins Hotel, mache es mir unter einem Sonnenschirm im (des-da-wegen) schattigen Innenhof gemütlich & erfülle meine täglichen Tagebuch-Pflichten ...
... unterbrochen nur durch intensive Zeitungslektüre.
Um Halb Fünf Uhr verspüre ich PLÖTZLICH den unwiderstehlichen Drang, einen Versuch der telefonischen Kontaktaufnahme mit dem Hotel Legese in Asmara / Eritrea zu unternehmen - oder genauer gesagt: mit einer HOFFENTLICH dort logierenden ‘jungen, deutschen Afrika-Reisenden aus Ost-Berlin’!
Obwohl dieses Unterfangen (wie ich zugeben muß, Cathrin!) eigentlich Quatsch ist, steige ich in einen Minibus & fahre zum Zentralgebäude der staatlich-äthiopischen Telefongesellschaft an der Ras Mekonin Avenue (unmittelbar neben dem Stadion im Zentrum von Addis).
Ich muß zunächst EINIGE 10-Birr-Banknoten in Münzen wechseln, denn Asmara wird im äthiopischen Telefonnetz (immer noch!) als Inland geführt - Inlandsgespräche können nur von den öffentlich zugänglichen, vor dem Gebäude platzierten Münz-Selbstwähl-Fernsprechern aus geführt werden - & ...
... (wie erwartet) werden die ‘Coins’ von den unersättlichen Telefonapparaten (natürlich!) schneller gefressen, als ich sie nachwerfen kann:
Ihr ‘ETHIO-ten’, Ihr!
Insgesamt DREI Versuche starte ich ...
... & immerhin ZWEIMAL dringe ich wirklich bis ins ‘internationale Kommunikations-Zentrum des Hotels Legese in Asmara’ vor, wo ich der allerdings vollkommen überforderten Rezeptionistin mein Anliegen schildern darf:
Beim ersten ‘Gespräch’ beantwortet sie meine mehrfach wiederholte Nennung des Namens ‘Cathrin?’ mit jeweils einem (zögerlichen) ‘Okay ...!?’
Hm - WAS allerdings ‘okay’ ist (ob Cathrin im Hotel ist ...? dort zwar abgestiegen, aber ‘aus’ ist ...? ob sie lediglich den Namen verstanden hat & sonst nichts / nichts weiß ...?), erfahre ich heute nicht mehr! Stattdessen versucht sie meinen ‘Überfall / Angriff’ zu kontern & fragt mich einige Male ‘Tonight ...?’ sowie genau EINMAL ‘Double Bed ...?’.
Aber bevor ich (was auch immer) antworten kann, bricht die Leitung mit ohren-betäubendem Knattern (& ‘irgendwie beängstigendem Knistern’) zusammen!
Auf meinen letzten Telefonversuch (den ich, wie ich finde: GESCHICKT ... mit der Frage: ‘Sorry - Do You Speak English?’ einleite) ...
... erhalte ich von ihr AUSSER SCHWERSTEM AS-(TH)-MA-RI-SCHEM ATMEN keinerlei Reaktion mehr! Daraufhin beschließe ich, auf morgen (die nächsten Tage?) zu vertrauen - GEBE AUF ...
... & MIR die ‘Frust-Kante’: Ich spendiere mir ein, sich zunehmend zu meinem Favoriten mauserndes ‘Tibs’-Diner (dieses Mal in der SAU-scharfen ‘Tomaten-Chili-Variante’) sowie MEHRERE ‘Draught-Beer’!
Immer noch mittelschwer gefrustet, erreiche ich gegen Sieben Uhr mein Hotel-Refugium (& zwar so eben noch trocknen Fußes): die stockdunkle Asmara Road wird ein ums andere Mal von beeindruckendem (noch NUR) Wetterleuchten illuminiert.
Der Garten-Pavillon-Fernseher im Debre Damo ist ebenfalls hell erleuchtet:
Rischtisch - FUSSBALL!
Heute findet die letzte (& entscheidende), lange afrikanische Fußballnacht in Ouagadougou (in Burkina Faso) statt. Die wiederum vollzählig versammelte Hotel-Gastschaft teilt sich beim ‘Spiel um Platz Drei’ (zwischen Burkina Faso & der Demokratischen Republik Congo) in zwei, etwa gleich starke Unterstützerlager auf, die mit ‘feindlich’ zu bezeichnen allerdings maßlos übertrieben wäre.
In der Halbzeitpause (Spielstand 1:0 für die Gastgeber) & nach dem ersten ‘Big African Rain’ des Tages (etwa schon ‘die kleine Regenzeit’?), habe ich jedoch von Fußball genug. MICH ...
... zieht ETWAS ANDERES gewaltig an (& magnetisch in mein Hotelzimmer):
Ich baue mir einen Riesen-Joint (dessen Abmessungen sich ‘ETWA in der Mitte zwischen großem Ofen- & kleinem Kanonenrohr’ bewegen: imposantes Teil, Das!) & nehme erwartungsfroh-genüßlich die ‘Stabile-Kiffer-Rücken-Lage’ ein.
‘Same (Procedure) as Yesterday!’
Hm - dieses äthiopische Gras ist wirklich HAMMER-(UN-)MÄSSIG EISENHART!
Als ich kurz aufstehen will, um das Zimmerfenster zu schließen (der Lärm des niederprasselnden, tropischen Regens ist wirklich unerträglich!) haut’s mich (fast!) von den Beinen ... & mein rasender Pulsschlag ist in jeder einzelnen Zelle meines heißen Körpers fühlbar!
Naja - ich bin mir nicht SICHER, ob ich das Kiffen hier in Äthiopien wirklich uneingeschränkt GENIESSE - auf jeden Fall entwickelt es sich zusehends zu einem würdigen (& ‘ziemlich speziellen’) Tages-Abschluß ...
... & -Höhepunkt !?
Whatever that MEANS ?! ...

... Okay: Ich mach’s kurz!
Frühstück im Holiday Hotel. Gegen Zehn Uhr Packen & Auschecken. Im Landcruiser des Debre Damo geht’s (zusammen mit vier weiteren Hotelgästen - daher: ‘Special Price!’) zum ‘Bole International Airport’ (etwa fünf Kilometer südlich des Addis-Stadtzentrums).
Es folgt ein gänzlich ereignisloser Flug in die eritreische Hauptstadt (sieht man von ‘leichten’ Turbulenzen beim Lande-Anflug ab! O-Ton des Captains: ‘Asmara is Sunny! Twenty-Four Degrees! But Strong Westernly Winds!’).
Um Halb Drei Uhr habe ich sowohl die Grenz- als auch die Zoll-Prozeduren problemlos durchlaufen. Übrigens: KEIN ‘Schnüffler’ (weder zwei- noch vierbeinig!) hat meinen Ganja-Vorrat errochen!
Mit dem Linienbus (25 Cent!) fahre ich ins mir vertraute Stadtzentrum. Am Cinema Impero steige ich aus & ...
... mein erster Weg führt mich (natürlich!) ins Hotel Legese:
Naja - eine Cathrin Schleske aus Deutschland ist hier zwar unbekannt (erstmal SHIT!), aber ein im Foyer auf der Couch hockender, steinalter Eritreer erzählt mir, daß er gestern Abend eine junge, offensichtlich deutsche Frau (‘Yes - with Blonde Hairs!’) vor dem Hotel getroffen habe! Sie habe im vollkommen ausgebuchten ‘Legese’ kein Zimmer erhalten & er habe ihr daraufhin das Hotel Diana empfohlen:
‘Am Ende der Straße - auf der linken Seite ...’
Ich bedanke mich bei ihm, schultere meinen Rucksack, marschiere in die angegebene Richtung & ...
... WER biegt UMME ECKE? Kurz bevor ich das Hotel erreiche?
GENAU !!!
Von der gegenüberliegenden Straßenseite, schaut SIE ERST zu mir herüber - dann jedoch (ungläubig ...!?) wieder weg (‘Hm - sehe ich da etwa Runzeln auf Deiner Stirne ...?’). Kurz entschlossen wechsle ich die Straßenseite, baue mich IN VOLLER KÖRPERGRÖSSE vor ihr auf & ...
... DANN - gibt es kein Halten mehr:
KISSIN’ & HUGGIN’ !!!
Während der restlichen, verbleibenden Stunden des Tages (& des Abends) erzählen wir uns wechselseitig, wie SEHR wir (& wer von uns beiden MEHR ... ?!) in der zurückliegenden Woche GELITTEN haben!
Abends ‘Celebration Diner’ (sagte ich schon, daß Cathrin heute ‘Sechseinhalb’ wird: 29. Februar 1972!) beim ‘Chinesen’ nahe der Martyr’s Avenue: Saugutes Essen ...
... sowie uneingeschränkt schöne, private Wiedersehens-Feier.
Obwohl: ein WENIG enttäuscht bin ich SCHON, daß meine ‘Chercher-La-Femme’-Aktion derart UNSPEKTAKULÄR vonstatten ging!
Hatte ich mich doch schon (in Gedanken) ...
... eine lange, frustige Woche durch die dunklen Seitengassen abgelegener Vorort-Siedlungen Asmaras schleichen,
... dem vagen Hinweis eines Aushilfskellners im ‘Casa d’Italiano’ folgend, eine ‘Wüsten-Schiff-Fahrt’ in die eritreisch-sudanesische Grenzregion unternehmen,
... am ALLER-letzten Tag vor meinem, nicht mehr aufschiebbaren Weiterflug nach Entebbe (Nairobi?) vor den Dhalak Inseln die Korallenriffe im Roten Meer (nach was auch immer?) abtauchen ...
... sehen.
‘Horst - You’re SO Nice to Come All the Way (here) to Meet me!’
‘Hey Cathrin - it’s SO Nice (of You?) to BE HERE!’
WOW! WIE LANGE ...
... habe ich darauf warten müssen, DIESEN Dialog aus Jim Jarmuschs Zweitlings-Film ‘Stranger Than Paradise’ ...
Okay: Ich hör’ ja schon auf!

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